Tag 2585 – … so furchtbar reich!

Aus Gründen (Facebook-Diskussion) habe ich heute versucht, rauszukriegen, wo in Norwegen die Grenze zu Reichtum beginnt. Das ist mir nicht gelungen. Mir ist schon klar, dass es da auch verschiedene Definitionen gibt. Zum Beispiel sind wir definitiv nicht Vermögensreich, denn am Ende der Rechnung haben wir zur Zeit einfach nur nen Haufen Schulden. Aber ist es nicht schon Reichtum, in einem (zu einem kleinen Teil abbezahlten) Eigenheim zu wohnen? Viele können das nicht. Wir können auch keine enormen Erbschaften erwarten, aber immerhin ein bisschen was. [Disclaimer:ICH MÖCHTE NICHT ERBEN, IMMER NOCH NICHT, ICH MÖCHTE ALLE FAMILIENMITGLIEDER BEHALTEN SO LANGE ES GEHT.] Jedenfalls: viele erben ja auch einfach gar nichts, oder erben nur Schulden, oder alles versickert in jahrzehntelangen Erbstreits. Vielleicht sind wir einkommensreich. Aber so viel mehr als der Durchschnitt und der Median verdienen wir nun auch wieder nicht, so weit ich das sehen kann. Über den Daumen gepeilt mittig bis oben im dritten Quartil. Wenn man aber bei Familien mit 2 Kindern im Schulalter guckt, verdienen wir plötzlich deutlich mehr als der Median in dieser Gruppe (zwei Vollverdiender in verhältnismäßig gut bezahlten Jobs in dieser Lebensphase scheint dann doch wieder nicht so schrecklich häufig zu sein). Und wir leben ja verhältnismäßig günstig, also sind wir wohl sowas wie „Spar-reich“. Wir legen ziemlich viel Geld zurück jeden Monat, auf verschiedene Arten und Weisen, und das ist sowohl überaus komfortabel für meine Nerven als auch etwas, das wohl die wenigsten in dem Ausmaß betreiben können. Urlaub? Kein Problem, das liegt auf dem Sparkonto, da ist ein extra Budgetposten für in der allwissenden Excel-Tabelle. Waschmaschine kaputt? Kein Problem. Reifen runter, Schwein krank, Kinder machen Löcher in Sofabezüge? You get the picture. Wir sparen sogar gezielt auf Dinge, wie so Erwachsene, zum Beispiel kriegen wir voraussichtlich irgendwann eine neue Küche aus einem dieser elektronischen Sparschweine. Und das bringt mich zum nächsten Punkt: wir sind ungemein ressourcenstark. Wir sind gebildete Menschen mit dem Wissen, wie man sein Geld managt, oder zumindest dem Wissen, wo wir uns entsprechende Kompetenz herholen. UND wir können solche Hilfe sogar einordnen in sinnvoll und Halsabschneider UND die sinnvolle Hilfe können wir bezahlen.

Also sind wir wohl reich.

(Ok. Der Tesla vor der Tür könnte es andeuten. Aber der ist gebraucht gekauft und hat das kleine Batteriepaket!)

Tag 2583 – Langweilige Stimmung.

Im Mai kaufte ich zwei Konzerttickets für die Philharmonie, für Herrn Rabe und mich. Nun kam es aber so, dass Herr Rabes Arbeitgeber völlig dekadent für alle Angestellten Tickets für das Øya-Festival gekauft hat, für den selben Tag. Gut, da kann Liszt nicht gegen anstinken, verständlich. Ich bat die Karte noch einer anderen erwachsenen und musikinteressierten Lieblingsperson an, aber die ist noch im Urlaub, tja. Dann dachte ich, ich frage einfach bei Facebook in dieser einen Gruppe*, aber ich bin ja auch sozial awkward und dann schlug Herr Igelbert vor, ich könne doch Michel mal fragen. Der war erst verhalten, aber dann doch interessiert und so mussten wir auch nur noch Pippi wegorganisieren, win-win. Nun war Herr Rabe heute krank statt auf dem Festival, aber das änderte an den anderen Plänen nichts, also waren Michel und ich heute in der Philharmonie.

Erst mal hat Michel ja grundsätzlich irre viele Fragen. Was kostet ein Zug, warum heißt das Philharmonie, warum gibt es Tubas, die man sich um den Hals hängt, und welche, die man auf dem Schoß hat, warum heißt das Stück und nicht Lied und was soll das heißen, ein Lied ist da 20 Minuten lang, bei Spotify sind es nur drei!

Als dann gespielt wurde, war aber dann selbst Michel mal still, wenn auch etwas zappelig. Eingepfercht zwischen Menschen aus Michels Groß- und Urgroßelterngeneration und dem occasional jungen Pianisten (saß direkt neben Michel). Manche alten Leute riechen echt schlecht, aber das ist ein anderes Thema.

Das Konzert war wirklich toll. Klaus Mäkelä, der gefühlt 23 Jahre alt ist, scheint ein sehr guter Dirigent zu sein, und Sibelius‘ Tapiola war ein einziger wunderbarer finnischer Landschaftstraum (im Ernst, ich muss bei Sibelius‘ immer an Schwäne, die über unendliche Wälder gen Süden ziehen, denken. Warum auch immer. Sind Schwäne überhaupt Zugvögel? Gibt es in Finnland Schwäne?). Es gibt übrigens eine neue, wirklich tolle Aufnahme aller Sibelius-Symphonien vom Oslo Philharmonieorchester, dirigiert von Klaus Mäkelä, bei Spotify. Just sayin‘.

Danach kam Yuja Wang und spielte Ling-Ling-gleich Liszt‘ erstes Pianokonzert, das war… Whoa. Unbeschreiblich. Auch die zwei (!) Zugaben waren makellos und mitreißend gefühlvoll. Hach. Und das alles in den höchsten Schuhen, die ich je an einer nicht-Dragqueen gesehen habe. Stilettos mit Plateau vorne und quasi senkrechtem Gefälle zwischen Ferse und Ballen. Ich kann in sowas nicht mal Auto fahren, geschweige denn so Pianopedale bedienen, aber ich bin halt auch nicht Yuja Wang.

Nach einer Pause (in der ich mir ein alkoholfreies Bier bestellte und es in einem Rotweinglas serviert bekam) wurde noch Strauss‘ Heldenleben gespielt. Man kann über Strauss ja viel sagen, aber wenigstens muss man nicht raten, was die Musik einer sagen soll, da ist die Botschaft nahezu kitschig plakativ. Der Held wächst heran, der Held zieht in den Kampf (täteretääää!), der Held findet eine Frau, es ist alles sehr ramontisch, ein paar ruhige Jahre, Tod (heldenhaft, ich tippe, mit dem Schiff gesunken oder so in der Art). Dazu: sehr schön gespielt und dirigiert, und ich habe ja eine Schwäche für massiv besetzte Orchester mit 8 Hörnern und 8 Kontrabässen und zwei Harfen und gefühlten 70 Geigen. Ist jetzt nichts, was ich mir täglich anhören würde, aber so mal, und speziell live, finde ich das tatsächlich ganz schön. Das fand auch Michel, dem die Musik insgesamt sehr gut gefallen hat, aber die Stimmung komisch und lahm fand. Alte Leute halt.

Das war ein sehr schöner letzter Urlaubstag. Ich will trotzdem nicht morgen wieder arbeiten müssen.

___

*der Menschen, die gut darin sind, zu erkennen, welches Bild als nächstes kommt

Tag 2582 – Holziholz.

Noch im Urlaub orderte ich einen Kubikmeter Holz. Denn diese irrwitzigen Strompreise* sind ja gekommen um zu bleiben, der Winter ist kalt hier und wie nahezu alle norwegischen Haushalte heizen wir mit Strom. Die einzige Alternative ist der Kamin, der eigentlich eher zur Zierde und Gemütlichkeit da ist. Ich fühle mich schlecht deshalb, weil Feinstaub und CO2 und die armen Menschen mit Asthma, aber weder frieren noch den Winter über nur Haferflocken mit Wasser essen, ist eine Option. Daher kam heute recht spontan („Kann ich das Holz so… in ner Stunde liefern?“ – „Äh…“) der Mann mit dem Traktor und einem Kubikmeter Holz auf einer Palette.

Ich hatte ja ne ganze Stunde Zeit bekommen und Herr Rabe ist für so körperliche Dinge noch nicht wieder fit genug, also bereitete ich in Windeseile alles vor. Cardos umgeparkt, Schuppen aufgeschlossen, hart geseufzt, einen Haufen loser Spielzeuge und halb aufgeblasener Planschbecken auf dem Rasen verteilt, Rasenmäher rausgefahren, einen kleinen Wurmkompost in Einzelteilen (derzeit nicht im Gebrauch), zwei Roller, drei Skateboards, einen Schlitten, ein Fahrrad (drei konnten im Schuppen stehen bleiben) und ein paar Skier rund um den Schuppen zwischengelagert und dann das Restholz rausgeholt und neben der Haustür aufgestapelt. Nut für den Holz-vor-der-Hütte-Witz. Da waren 45 Minuten um, also ließ ich noch die Luft aus den Planschbecken und Wasserspielzeugen ab und steckte alles in die Kisten im Schuppen, in denen ich solche Dinge lagern würde. Steht zu hoffen, dass auch Herr Rabe sie da lagern würde.

Und da war er auch schon, der Mann mit dem Traktor. Die nächsten anderthalb Stunden hatte ich dann gut zu tun, das ganze Holz aufzustapeln. Aber wie auch schon beim letzten Mal, passt ein Kubikmeter da sehr gut hin.

Holziholziholz.

In der Ikeatüte oben drauf ist so kleingeschnetzteltes, mit dem man den Ofen gut anbekommt.

Dann nur noch Rasenmäher, Wurmkompost, zwei Roller, drei Skateboards, einen Schlitten, ein Fahrrad und ein paar Skier wieder in den Schuppen getetrist und dann war ich eigentlich bereit für eine Massage. Vor allem eine Gehirnmassage, weil ich die ganze Zeit den sehr schlimmen „Ich und mein Holz“-Ohrwurm nicht loswurde.

Da braucht eine auch keinen Sport mehr.

___

* heute 100 mal (!!!) so hoch wie als wir Carona gekauft haben. Im Winter gehe ich von bis zu 1000 Öre pro Kilowattstunde aus, vor Förderung (weil sich 1 € pro Kilowattstunde kaum wer leisten kann DER MIT STROM HEIZT, WIE ALLE, ZU UNSEREM HAUS UND DER GANZEN SIEDLUNG GIBTS NICHT MAL IRGENDWELCHE ROHRE FÜR FERNWÄRME, HERRSCHAFTSZEITEN), falls wir nicht wie durch ein Wunder unsere Magazine innerhalb der nächsten zwei, maximal drei Monate voll bekommen und wir trotzdem einen Exportstopp verhängen, und dann sitzt halt Deutschland im Dunkeln. Andererseits hat es Deutschland wenigstens trotzdem warm und kann mit warmem Wasser duschen, weil unser Gas könnt ihr gerne alle haben. Also, ihr duscht warm im Dunkeln, dafür müssen wir nicht jeder mit drei Mariuspullis aus kratziger norwegischer Wolle um den Weihnachtbaum sitzen? Deal?

Tag 2579 – Weiter Urlaub.

Michel lässt verlauten, es ginge ihm gut, der Tee sei lecker und wir sollen morgen bitte 20 Minuten VOR dem Konzert da sein. Er wollte noch, dass ich die Meerschweinchen mitbringe, weil die beim Kurs gesagt haben, es könnten alle kommen, Eltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Omas, Opas *und Hunde, Katzen und was man sonst noch so zu Hause hat*. Ja, das Kind nimmt ziemlich wörtlich, was Erwachsene so sagen. Die Meerschweinchen bleiben aber trotzdem hier, die finden Marschmusik auch gar nicht so schön, glaube ich.

Wir haben heute lange geschlafen, dann ein bisschen herumgerödelt und danach haben wir einen Spaziergang in den Ort gemacht, um noch mehr leckeres Essen aus Transportern und ähnlichem zu essen (heute: vegetarische Taco-Bowl für mich und Herrn Rabe und Softeis für Pippi und Herrn Rabe, wobei Pippi wie immer bei uns auch mitgegessen hat und das wie meistens sehr gut fand).

Spaziergang mit Hase.

Danach fuhren Herr Rabe und Pippi nach Hamar, die Ikea-Bestellung abholen. Wir haben vor der harten Matratze doch sehr schnell kapituliert und einen Topper gekauft. Ich spielte Geige. Später machte ich mich noch über den Reparatur- und Änderungsstapel her, setzte an einer Hose Taschen ein, nähte eine andere Hose im Schritt wieder zusammen (da hatte ich gestern so einen Silikonstreifen herausgetrennt, der mich wegen Pieksigkeit jedes Mal in den Wahnsinn trieb, wenn ich die Hose trug), machte einen Rock von Pippi enger (nur eingefaltet und umgenäht, da der Rock eh eine Wickeloptik mit Rüschen hat und zudem klein gemustert ist, fällt das gar nicht auf, dass das die Fauli-Version von Anpassung ist) und flickte eine hellgraue Jogginghose von Michel am Knie, mit – fancy ausgedrückt – visible mending, was so viel heißt, dass ich von hinten einen Flicken aus Jersey aufgenäht und dann mit verschiedenen bunten Garnen kreuz und quer mit Zickzackstich über den Riss genäht habe. Letzteres vor allem, weil Michel an losen Ecken und Kanten so lange friemelt, bis es unreparierbar kaputt ist. Jetzt hat die Hose halt ein neues Design-Feature.

Tag 2578 – Urlaub!

Seit wir aus Dänemark wieder da sind, war heute der erste Tag, an dem ich frei habe und der gleichzeitig nicht überwiegend für irgendwelche Care-Arbeit* draufgegangen ist. Mit der Rahmenbedingung „Pippi abholen vor 17 Uhr“ konnte ich heute schalten und walten wie ich wollte, und da ist dann auch nicht so schlimm, einmal durch die Bude zu saugen (die neue Putzhilfe hat Magen-Darm und kommt deshalb erst Mittwoch statt heute, was nicht schlimm ist weil ich WIRKLICH kein Magen-Darm im Haus haben will), ein bisschen aufzuräumen, Eier zu holen und Kaffee zu kaufen. Das klingt viel, aber danach habe ich mir noch ein Kleid genäht, also so viel kann es nicht gewesen sein. Weil Food-Truck-Festival in Eidsvoll ist, musste auch niemand kochen und es gab einen sehr wilden Mix aus veganem indischen Curry, Dim Sum und Churros mit Nutella-Dip zum Abendessen. Danach waren wir eigentlich alle drei im Fresskoma, Pippi ging noch baden und jetzt schläft sie ganz alleine draußen im Zelt, auf eigenen Wunsch. Wir Erwachsenen hingen noch ein bisschen (ok, lange) in der Twitterkneipe ab, Herr Rabe eher passiv, ich mit kleinen Reparaturprojekten und Auftrennereien.

Jetzt noch zwei Wochen so frei haben, dann bin ich vielleicht wieder bereit für Arbeit. Noch möchte ich das alles nicht.

___

*Mount Washmore besteigen, Pippi herumfahren, mit Michel zum Arzt gehen, Dinge organisieren, Matratze kaufen usw. usf.

Tag 2576 – Drama mit Cliffhanger.

Die Matratze ist, naja, äh, überraschend hart. Verblüffend, bei einer harten Matratze. Mal gucken, wie und ob ich mich daran gewöhnen kann, oder ob wir doch noch eine Übermatratze drauf legen. Immerhin sind wir ja in Übermatratzenland, wo man SELBSTVERSTÄNDLICH immer eine Übermatratze auf seiner sauteuren extra atmungsaktiven 65-Zonen ergonomischen High-Tech-Matratze mit kühlendem Gel im Bezug liegen hat. Beziehungsweise hat man die auf seiner Rahmenmatratze oder auf dem Kontinentalbett (mit allen oben genannten Eigenschaften). Unsere Freundin hat ernsthaft gestern ganz erstaunt (als sähe sie sowas zum ersten Mal) gesagt, dass es ja ganz schön schlau ist, eigentlich, ein Bett zu haben, bei dem man einfach die Matratze austauschen kann. JA! Ist es! Genauso wie man nicht das Sofa wegschmeißen muss, wenn der Bezug oll ist. Manchmal haben die Norweger*Innen echt nen Konsum-Hau. Zu viel Geld, zu viel Natur.

Morgen soll Michel ins Korpslager fahren, die Aussicht führte aber heute zu diversen Dramen, Streits, Diskussionen und allgemeiner Bockigkeit. Größtes Problem ist der innere Konflikt, dass man auf gar keinen Fall von Mama und Papa weg sein will, aber auch auf gar keinen Fall einen Rückzieher machen will und am Ende als Feigling da steht. Die Abmachung ist jetzt, dass ich ihn hinfahre, wir gucken uns das an, Zimmer, Bett, Kameraden usw., wir machen ganz klar, dass Michel uns jederzeit anrufen kann und wenn das alles nicht reicht, fahren wir wieder zurück, und wenn er bleibt und es doch nicht geht, hole ich ihn halt wieder ab. Es bleibt also spannend.

Pippi war übrigens wie erwartet gleich neidisch, dass Michel auf sowas fahren darf und sie aber noch nicht lange genug im Korps spielt. UNGERECHT! Die Kinder könnten wirklich nicht unterschiedlicher sein.

Tag 2575 – Bettzeit.

Furchtbar müde, wäre fast bei Michel im Bett eingeschlafen. Wir haben den einen Besuch verabschiedet und neuen Besuch (M. und H. aus Trondheim) in Empfang genommen, dazwischen war ich mit Michel mal eben bei Ikea. Und ja, ich habe da recht kurzentschlossen eine neue Matratze gekauft, für nicht so viel Geld wie bei dem doofen anderen Laden, dafür mit waschbarem Bezug. In Pippis Zimmer liegt jetzt statt der Klappsofamatratze (die auch ziemlich dreckig ist und man kann den Bezug nicht waschen) unsere alte, aber nur bis in 3-4 Wochen Ausziehbetten für die Kinderbetten geliefert werden, dann kann nämlich Pippis Hochbett zu einem normal hohen Bett umgebaut werden, das hatte sie sich gewünscht, und trotzdem kann jedes Kind Übernachtungsbesuch haben UND zwei Schubladen unter dem Bett haben. Die Entscheidung für das ziemlich teure Modulsystem für das Hochbett vor vielen (6?) Jahren war eine sehr gute, da kann man wie Lego ewig weiter dran rum bauen.

Wir liegen auf der neuen Matratze, die nicht stinkt und bisher sehr bequem ist. Es ist auch keine Kuhle mehr in der Mitte, jetzt müssen wir nur noch gucken, ob unsere „fast 40“-Wehwehchen dadurch nun magisch verschwinden.

Tag 2574 – Campingplatz Rabe.

Herr Rabe und ich haben das Haus für uns ganz allein! Wheeeeeee!

Das kam so: seit gestern Abend ist Herr Rabes Cousine K. mitsamt Familie und gemietetem Wohnmobil hier. Pippi fand natürlich das Wohnmobil unglaublich interessant und dann ist auch noch das K2 der Cousine ca. gleich alt, hurra hurra, hat sich Pippi gleich mal zum Übernachten im Wohnmobil eingeladen.

Dann kam noch Michels Kumpel E. vorbei, der Michel schon sehr vermisst hatte und die zwei beschlossen, im Zelt schlafen zu wollen. Jetzt ist da also ein Wohnmobil auf dem Parkplatz und ein Zelt auf dem Rasen daneben und unsere Kinder sind verteilt auf diese externen Schlafmöglichkeiten. Sehr spontan, aber durchaus in Ordnung so.

Mein restlicher Urlaub gestaltet sich derweil so, dass ich, aus Frust über eine nur so naja-e ausprobierte Matratze sehr spontan neue Handtücher (im Angebot) gekauft habe. Keine zerstoßenen Ecken mehr. Dafür weiterhin die halb durchgelegene Matratze. Entweder fahre ich morgen spontan zu Ikea, um die dortigen Möglichkeiten abzuchecken, oder ich bestelle eine, die ich zwar 100 Tage probeliegen kann, aber nicht im Laden ausprobieren konnte, weil „sorry, nur online“. Nicht dass ich mir einbilden würde, ein Mal im Laden drauf liegen würde ausreichen, um einen umfassenden Eindruck zu bekommen, aber wenigstens zum Ausschluss von „Urrrrgh nee geht gar nicht!!!“ sollte es reichen. Hrmpf.

Bitte keine Matratzentipps, es sei denn, Sie haben auch grad *in Norwegen* eine Matratze gekauft. Was in Deutschland gut in Tests abschneidet, ist hier nicht erhältlich. Ich habe das überprüft. Mehrfach.

Tag 2573 – Gubblox der Spülmaschinengubbel.

Unsere Spülmaschine macht in letzter Zeit immer mal wieder nicht richtig sauber. Da ist dann nach dem Spülen so ein fettiger Film auf allem Plastik. Das ist ganz schön eklig. Gestern kam erschwerend hinzu, dass ich die Spülmaschine im Glauben, die Putzhilfe käme am nächsten Tag und würde sie zumindest öffnen, vorm Urlaub noch angestellt hatte. Aber dann kam die Putzhilfe ja gar nicht und die Spülmaschine stand zwar sauber aber auch dicht geschlossen (also innen feucht) drei Wochen herum. Während es warm war. Das sind gute Voraussetzungen für mikrobielles Wachstum und aus dem vorher schon vorhandenen Siff in Ritzen, Rädchen und sonstigem (der dafür sorgte, dass es manchmal nicht sauber wurde) wurde Gubblox der Spülmaschinengubbel. Er grüßte freundlich („Gubblox! Gubblox!“) als ich die Maschine öffnete. Interessante Farben auch. Äh ja.

Das klingt jetzt, als wären wir siffig, das sind wir aber gar nicht. Ich mache wirklich regelmäßig das Spülmaschinensieb sauber und wische gründlich über die Dichtung um die Klappe und dachte bisher, damit sei es getan. Und ich wette, viele von Ihnen machen auch nicht wesentlich mehr. Deshalb hier ein wohlgemeinter Rat: so eine Spülmaschine hat erstaunlich viele Ritzen und Löchlein und Laufschienen und auch Dichtungen. Und eine sollte da wohl sauber machen, BEVOR Gubblox grüßt. So richtig sauber machen, nicht nur ne Tablette reinschmeißen und leer laufen lassen. Bei unserem Modell kann man fast alles aus- und auseinanderbauen. Allein das Spülmaschinensieb besteht bei uns zum Beispiel aus drei Teilen und an eines von denen kommt man schlecht ran, solange das noch zusammengebaut ist. Und genau da bildet sich dann der Gubbel. Oder wussten Sie, dass man die Klappe vom Klarspülerfach abmachen kann, oder dass sich unter der Dichtung vom Spülmittellfach auch Siff ablagert? Ich schätze, das kann ich allerdings jetzt natürlich nicht belegen, dass das viel weniger eklig ist, wenn man das etwas öfter sauber macht als, sagen wir mal so rein hypothetisch, alle 4 Jahre*.

Ich plane, das in Zukunft eher so jährlich zu machen. Also alles abbauen und einzeln gründlich schrubben. Das Spülmaschinensieb wird in Zukunft jedes Mal auseinander gebaut, wenn es eh sauber gemacht wird. Und die Gummilippe UNTEN an der Klappe würde ich vielleicht so alle 6 Monate** so gut es geht reinigen. Die Klappe kann man nämlich nicht einfach abbauen und an diese Lippe, die man ja auch nicht sieht, kommt man deshalb echt schlecht ran. Da kam aber heute einiges zum Vorschein, ich erspare Ihnen Details.

Es gibt kein Vorher-Foto von Gubblox. Aber ein Nachher-Foto von der blitzsauberen, shiny Spülmaschine:

Bling bling.

___

*Unter der Annahme, dass die Vorbesitzerin des Hauses die Spülmaschine ähnlich grundgereinigt hat, bevor wir das Haus übernommen haben. Was, btw., exakt 4 Jahre her ist.

**Wir brauchen langsam so was wie einen Jahresplaner für selten(er) anfallende Haushaltstätigkeiten.

Tag 2572 – Zu Hause.

Ja, hmm, hier ist es ja am schönsten, jadajada. ich freue mich auch auf bzw. über gewisse Dinge – einen anständigen Mülleimer in der Küche, die Wallbox, die Kaffeemaschine, mein großes Kopfkissen, unser breites Bett, unsere noch breitere Bettdecke, Steckdosen neben dem Bett. Aber im Urlaub war’s halt schöner. Meh.

Was auch schöner war: noch nicht zu wissen, dass unsere Putzhilfe im Laufe des Nachmittags wutentbrannt hinschmeißen würde, weil sie das extra rausgelegte Geld (für 4 mal putzen, weil es ja nicht ihr Problem ist, dass wir 3 Wochen weg sind, es war abgesprochen, dass sie in der Zeit 1 Mal kommt, wann sie will) nicht gesehen hat. Braucht kein Mensch sowas. Statt in ein sauberes Heim zurück zu kommen, müssen wir morgen also putzen.

Ebenfalls schöner war, noch nicht zu befürchten, dass die Schneckenmango eingegangen sein könnte. Mal gucken, ob sie sich noch berappelt, sie ist ja eigentlich erstaunlich robust und hatte zwischendurch auch schon mal nur ein Blatt. Die wasserdurstigen Avocados hingegen haben alle problemlos überlebt. Es ist seltsam mit den Pflanzen.