Tag 2727 – Frohes Neues!

Kleiner Nachtrag zu gestern:

– die elektrischen Zahnbürsten. Nach gründlicher Recherche musste ich ja auch da die nehmen, die man hier bekommt, deshalb sind Happy Brush und co., so gut die auch bei Stiftung Warentest abgeschnitten haben mögen, leider raus. Irgendwann lerne ich das mal und spare mir die Recherche. Jedenfalls war die Auswahl begrenzt auf das Verfügbare und dann waren manche im Angebot und andere nicht und deshalb haben Herr Rabe und ich jetzt jeweils eine Sonicare (die zweitneueste Version) und die Kinder haben Oral B irgendwas, nicht i-O, wesentlich günstiger aber laut der Recherchen trotzdem sehr gut. Ich bin weiterhin begeistert und das Zahnfleischbluten hält sich selbst unter Einbeziehung der Zyklusvariationen seither echt in Grenzen. Der Unterschied zum Putzen von Hand ist ein Unterschied wie vom Kettcar zum Auto. Auch für Kinder, die nicht sooooo begeistert die Zeit aufwenden, die Zähne gründlich zu putzen, kann ich das empfehlen, weil bei selbem Zeit- und Gründlichkeitsaufwand die Zähne einfach wesentlich sauberer werden. Vibrationssignale helfen auch dabei, zu wissen, wann man genug geputzt hat, aber an die muss man sich ja als ungeduldiger 10-Jähriger nicht zwingend halten, nicht wahr.

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Wir sind gut und entspannt rüber gekommen. Heute waren die Nachbarn zum Resteessen da und das war auch sehr nett, außerdem ein guter Anlass zumindest die untere Etage in einen präsentablen Zustand zu versetzen. Jetzt Bett, morgen haben die Kinder wieder Schule und Herr Rabe muss arbeiten, also müssen alle früh raus. Ich habe zwar frei, aber darf dafür so schöne Sachen machen wie beim Hausarzt anrufen und fragen, ob es eine Alternative zu diesem ekligen Penicillinsaft gibt, weil ich mein Kind nicht mit körperlicher Gewalt dazu zwingen werde, das Zeug zu nehmen und wir uns aber dem Punkt annähern, wo das nötig wäre, um die zehn Tage durchzuziehen. Hurra.

Tag 2724 – Piek.

Meine Omi hört man bis hierher im Grab rotieren. Die hat immer geschimpft, dass man als Eltern ja auf jedes Kratzerchen Pflaster klebt und pustet und hofft, dass ja nichts zurückbleibt, und dann gehen die Kinder hin und bohren Löcher in sich rein. Sie bezog sich damit auf Ohrlöcher. Pippi (jetzt wieder quietschfidel) liegt uns seit einem Jahr in den Ohren damit, dass sie Ohrlöcher haben will und so langsam knicken um uns rum immer mehr Eltern ein, was dann auch noch „Aber die X hat auch welche!!!“ mit sich bringt. Dazu kommt, dass ich selbst nen Haufen Löcher in den Ohren habe und die ersten davon habe ich auch mit sechs oder sieben bekommen, glaube ich. Super Argumente, warum man das auf gar keinen Fall machen sollte, habe ich also nicht und nachdem wir Eltern das intern besprochen hatten, lag ein Ohrlöchergutschein unterm Baum.

Nur machen wir das dann auch richtig. Der Ohrlöchergutschein kam vom Piercingstudio in Oslo, bei dem ich auch schon ein paar mal war, um Schmuck zu kaufen und einsetzen zu lassen. Das macht einen guten Eindruck und sie haben einen langen Artikel auf ihrer Webseite, warum man Ohrlöcher nicht mit der Maschine schießen lassen sollte, und dass sie deshalb auch bei Kindern Ohrlöcher machen (viele Studios hier haben eine 12-Jahres-Altersgrenze, dieses aber nicht). Warum nicht mit der Maschine? Nun, erstens ist die Maschine selbst nicht steril. Dann sind diese ersten Stecker, die da durchgetackert werden, oft zu dick, zu stumpf und zu kurz. Dadurch wird Gewebe eher verdrängt als sauber durchstochen, es kann Narben geben und dadurch schief werden oder wieder zuwachsen, wenn man mal 2 Wochen keinen Stecker trägt, und dadurch dass sie zu kurz sind und der Verschluss oft sehr hart drauf gepresst wird, ist die Durchblutung oft nicht optimal und das ist ebenfalls für die Heilung nicht gut. Beim Piercen wird eine sterile Einmal-Kanüle durchgestochen, die wesentlich schärfer ist und ein „echtes“ Loch macht (man kann sich das wie einen Plätzchenausstecher vorstellen, im Gegensatz zu einem Speer). Dann wird ein sterilisierter Stecker in das Loch gesetzt und mit einer sterilisierten Schraubkugel verschlossen. Beides ist aus Chirurgenstahl oder Titan, nicht legiert und damit unbedenklich, was Allergien angeht. Der Stab ist zu Anfang ein gutes Stück länger als der Stichkanal, weil verletztes Gewebe anschwillt und das auch können soll, ohne dass der Verschluss dann das Ablaufen von eventuellem Sekret behindert. Ich hatte ja lange ein Zungenpiercing, das muss man am Anfang alle paar Tage gegen ein kürzeres tauschen, weil man sonst, wenn die Zunge abschwillt, einen unverhältnismäßig langen Stab im Mund hat, auf den man auch gerne mal drauf beißt, was sehr unangenehm ist. Aber ich schweife ab, deshalb jedenfalls vom Profi gestochene Löcher statt vom Friseur/Juwelier gestanzte. Außerdem bekommen Piercingstudios wesentlich öfter Besuch von den zuständigen Behörden als Friseure oder Juweliere (letztere, vermute ich mal, bekommen entweder nie oder nur ganz am Anfang, bevor sie diesen Service anbieten dürfen, solchen Besuch). Piercer*Innen sind eben professionelle Löchermacher*Innen, nicht professionelle Schmuckverkäufer*Innen die auch hin und wieder Löcher tackern.

Ich kann ja jetzt nur für dieses Studio (und das in Bielefeld, bei dem alle meine anderen Löcher gemacht wurden) sprechen, aber die machen das außerdem echt super. Schon allein, dass das vorher aufgemalt wird, damit man anhand des Spiegelbildes ja oder nein sagen kann, BEVOR man unwiederbringlich Löcher macht, finde ich echt einen Vorteil. Außerdem waren die mit Pippi, die verständlicher Weise aufgeregt war, total lieb. Die Piercerin erklärte, was sie macht, Pippi durfte mit der Zange herumspielen, sie durfte auch auf meinem Schoß sitzen und als sie kurz vorher in Tränen ausbrach, war auch das kein Drama, sondern ganz verständlich und in Ordnung. Es wurde nichts beschönt, sondern kindgerecht erklärt, dass es kurz wehtut, aber echt nur ganz kurz. Weil es zwei Löcher sein sollten, durfte Pippi auch wählen, ob zwei Piercerinnen gleichzeitig beide Löcher stechen sollen, was Pippi annahm. Bis drei gezählt (Pippi durfte zählen), Zack, zwei Löcher drin. Pippi bekam hinterher eine Urkunde und einen Anstecker für Tapferkeit. Bei mir bedankte sich die Piercerin sogar, dass wir unsere Kinder piercen lassen statt die Löcher mit der Pistole schießen zu lassen. Alles in allem war das ein total positives Erlebnis, bei dem ich mich und mein Kind gut aufgehoben und in professionellen Händen fühlte. Es ist und bleibt eine selbst gewählte, völlig unnötige Verletzung, aber wenn man sich nun dazu entschieden hat, würde ich es jederzeit wieder auf diese Art machen, wenn nicht zwei Löcher erst mal reichen würden. Pippi ist auch mega stolz und guckt sich und ihre Ohren jetzt sehr gern im Spiegel an. Ich bin gespannt, was für wilde Geschichten sie morgen ihrer Freundin davon erzählt.

P.S. Michel will jetzt auch, mal gucken, ob er sich das noch anders überlegt.

Tag 2723 – Nichts zu erzählen.

Eigentlich ganz viel ungeordnetes Zeug im Kopf, aber nichts davon ist aufschreibereif.

Pippi geht es um Längen besser und sie hat heute auch ihre vier Dosen Penicillin ohne großes Drama genommen. Ein bisschen Meckern gehört dazu, das sei ihr auch zugestanden, aber wenigstens gab es heute keine Tränen deshalb. Sie hat auch kein Fieber mehr, das Ohr tut nicht mehr so weh und selbst das Geschnodder ist abgeklungen, es reichten heute ca. 2 Taschentuchpackungen, das sind ca. 6 weniger, als vorgestern noch. Das ist leider nicht übertrieben, es war wirklich extrem.

Tag 2722 – Wunderheilung.

Hahaha, die Ärztin hatte ja gestern Antibiotikum verordnet, wenn es heute nicht wesentlich besser ist. War es nicht, also wollte ich das Antibiotikum (Penicillin. Nichts abgefahrenes.) in der Apotheke vorbestellen. Haha. Von deutlich über 1000 Apotheken in Norwegen haben knapp 70 überhaupt Penicillin als Saft da. Hahaha. Die nächstgelegene war auch nicht in Oslo sondern ein Stück hinter Hamar. Aber was tut man nicht alles, damit das Kind endlich nicht mehr so leiden muss, ne, also holten wir Penicillin in einer Stunde Fahrtzeit Entfernung ab. Die Pharmazeutin in der Apotheke war dann sogar noch so nett darauf hinzuweisen, dass die Flasche, die die Ärztin aufgeschrieben hatte, bei der Dosierung nicht für die komplette Behandlungsdauer reichen würde. Als ich erzählte, wo wir wohnen, bekam sie Mitleid und gab mir das fehlende Drittel in Form einer zusätzlichen kleinen Flasche mit. Und jetzt hat auch diese Apotheke keinen Penicillinsaft mehr. Aber mal ehrlich – ein Hoch auf die Pharmazeutin, die alle ihre beruflichen Rechte und Pflichten so gewissenhaft erfüllt. Der Ärztin sei verziehen, dass sie über den Mangel an Penicillin nicht Bescheid weiß, meiner Erfahrung nach haben Ärzt*Innen oft keinen Schimmer von Medikamentenmangel, es sei denn, es stand schon fett in allen Zeitungen. Dass die Ärztin aber nicht gemerkt hat, dass Dosierung, Behandlungsdauer und verschriebene Packungsgröße nicht zusammen passt – äh. Ja. Gesichtspalme.

Mit sehr viel Mühe und Bestechung mit Cola zum Nachspülen quatschten wir nach der erfolgreichen Beschaffung die erste von 40 Dosen in Pippi rein. Penicillin ist einfach extrem widerlich und der Geschmack so penetrant, dass er kaum zu übertünchen ist. Diese Marke hier versucht es vergebens mit Orangenaroma. Und siehe da – als wir die Einnahme der zweiten Dosis ankündigten war Pippi spontan geheilt von all ihren Plagen! Ein Wunder!

War sie natürlich nicht. Sie wollte nur keine Medizin mehr nehmen müssen. Die zweite Dosis ging dann auch nur nach vielen Tränen und lebhaften (kindgerechten) Horrorstories von multiresistenten Keimen im Ohr runter. Eine Dosis landete auf der Kleidung (tjanun), also noch 37 mal. Das wird eine spannende Zeit für alle Beteiligten.

Ich erwäge zu diesem Anlass nicht ganz ernst doch wieder von meinem Plan, keinen Alkohol mehr zu trinken, abzurücken. Bisher lebe ich zwar ganz gut mit alkoholfreiem Weihnachtsbier, aber nachdem ich eine Dosis Penicillin in eine willensstarke Siebenjährige gequatscht habe, will ich eigentlich gern nen Schnaps und auf den Arm.

Tag 2721 – Fies.

Herr Rabe war heute Abend mit Pippi bei der Legevakt, weil nach zwei Tagen Ohrenschmerzen keinerlei Besserung in Sicht ist. Fazit: ist halt fies entzündet, aber mehr auch nicht. Morgen können wir ein Antibiotikum in der Apotheke abholen, wenn es nicht morgen deutlich besser ist.

Ja, hmm. Das war irgendwie ein nicht ganz wie geplantes Weihnachten. Arme Maus.

Tag 2716 – Nicht der Rede wert.

Vergessen wir diesen Tag einfach. Würd gern berichten können wie ich gleichzeitig optimal entspannt, Self-Care gemacht und Weihnachten vorbereitet habe, aber das wären gleich drei Lügen auf einmal, und ich kann ja so schlecht lügen.

Morgen ist bestimmt besser. Und etwas ist tatsächlich auch echt super: Michel hat sich spontan überlegt, bei seinem Kumpel zu übernachten. Er ist nach der Schule heute mit zu dem Kumpel gegangen, sie haben Kekse gebacken, und als Herr Rabe mal vorsichtig anfragte, wann wir ihn denn abholen sollen, kam als Antwort „morgen!“. Also hat Herr Rabe nur einen Haufen Zeug zum Kumpel gefahren, Michel braucht zum Übernachten ein klitzkleines bisschen mehr Kram, als Pippi. Also tatsächlich, weil er wegen der Hausstaubmilbenallergie wesentlich besser mit seinem eigenen Bettzeug schläft als mit Gästebettzeug. Ach, schön, dass er das jetzt so kann, einfach so.

Tag 2712 – Halb.

Herr Rabe ist Geburtstag feiern, ich schaukele den Rest. Das ist ok, erstaunlicherweise bin ich bisher gar nicht in Panik ausgebrochen. Pippi hat sich dann auch sehr spontan überlegt, dass sie von ihrer Freundin gar nicht mehr nach Hause möchte und heute da schläft. Statt Pippi abzuholen, habe ich also nur ihre Zahnbürste, frische Unterwäsche und einen Teddy da hin gebracht. Davor und danach habe ich geräumt und geputzt und jetzt fühle ich mich in Küche und Wohnzimmer wieder wohl und kann morgen direkt mit den Bädern weiter machen (ohne da noch groß aufräumen zu müssen). Ich bin zufrieden mit mir, so insgesamt. Es war sogar noch genug Zeit und Ruhe für lange Vorlesen und eine Runde kuscheln mit Michel und eine Stunde Geige spielen. Hurra.

Tag 2710 – Besser.

Besser als gestern, aber gestern wirkt noch nach. Gestern dachte ich morgens noch, ich wäre wieder ok, Kopf über Wasser und so, aber dann ging der Tag ja komplett in die Hose. Heute in Frieden vor mich hin gepröddelt, zwar hart prokrastiniert, aber auch was geschafft. Morgens war ich mit Michel bei einer Ärztin, die, ähm, scheinbar nicht so viel mit Kindern wie Michel zu tun hat (und mit Erwachsenen wie mir), weil da nur undeutliche Ansagen kamen, zum Teil nur Körpersprache, und ich merkte zum ersten Mal bewusst, dass ich mich damit schwer tue, wenn jemand „hier lang“ sagt, und dann aber nur grob in irgendeine Richtung wedelt und auch nicht voraus geht. Ok, der Akku ist halt auch leer. Michel war wieder sehr er selbst und ich weiß nicht, was das Ziel dieser Untersuchung war, aber ich glaube, es ist nichts auffälliges dabei rausgekommen (mal abgesehen vielleicht von nicht so toller Feinmotorik, wobei die Ärztin da auch nichts gesagt hat, das ist mir nur aufgefallen).

Des Weiteren frage ich mich, ob Windschutzscheiben unterschiedliche Qualitäten haben können, weil mich seit wir Konacar haben wieder andere Autos massiv blenden. Beim Prius dachte ich, das läge daran, dass alle inzwischen SUVs fahren, die mir quasi direkt ins Gesicht leuchteten, aber man sitzt in Konacar genauso hoch wie in Carona und es ist wirklich ein Unterschied wie (haha) Tag und Nacht. Ich müsste eigentlich zum Auto fahren immer Sonnenbrille tragen. Entweder blendet die Sonne (tagsüber, klar), der Himmel (tagsüber, bewölkt) oder die anderen Autos (nachts). Das ist doch auch irgendwie Käse. Kann man da irgendwas machen, gibt es irgendein Wundermittel, mit dem man die Windschutzscheibe einschmieren kann oder so?

Tag 2707 – Schlottern im Werk.

Das Werk spart jetzt Strom und deshalb ist es da kalt. Da war es vorher schon kalt, jetzt ist es Wollpullover- und Wollsockenkalt. Meine Kollegin sitzt mit Pulswärmern am Schreibtisch, eine andere hat sich zwei Schreibtischleuchten organisiert, um damit punktuelle Wärme zu erzeugen (nein, ich verscheißere Sie nicht). Ich habe schon vor ein paar Wochen so eine Art Teppich zum Anziehen besorgt, trotzdem ist es wirklich keine sonderlich große Freude, da in Meetings oder am Schreibtisch über längere Zeiträume still zu sitzen. Am Ende des Tages waren meine Finger ziemlich blau (ok, ich hab halt auch quasi kein Melanin zur Zeit). Jedenfalls ist Büroarbeit da echt nur so mittel attraktiv, muss ich sagen.

Andererseits war ich heute echt produktiv in den 3 Stunden, in denen keine Meetings waren. Und die großen Bildschirme sind auch ganz nett.

Heute Morgen gab es auch noch Zugchaos und ich saß eine Stunde länger als geplant im Zug, weil im Tunnel vor Oslo eine Hochspannungsleitung gerissen und auf einen Zug gefallen war. Die Leute in besagtem Zug (bzw. sogar zwei Zügen) hatten es jedoch noch deutlich schlimmer, die saßen nämlich vier Stunden mit Notstrom (also kein Licht, keine Heizung, kein Klo) im Zug im Tunnel fest. Wir konnten immerhin im Schneckentempo über die Dörfer statt durch den Tunnel fahren.

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Mein Immunsystem wehrt weiter tapfer Herrn Rabes und Michels Infekt ab, ich bin gesund, dafür habe ich aber die halbe Nacht mit Pippi im Bett geschlafen, weil die schlimme Ohrenschmerzen hatte. Heute gönnten wir ihr dann auch einen Tag mit Nasenspray und Schmerztabletten auf dem Sofa, statt das wehe Ohr draußen 10 Minusgraden auszusetzen. Morgen möchte sie aber sehr gerne zur Schule, weil dann ja St. Lucia ist. Wir werden sehen. Herr Rabe bügelt jedenfalls soeben das Luciakleid.

Tag 2704 – Mehr Lazarett.

Uff ey, zwei kranke Männer (männliche Männer, vor allem die U1,50m-Fraktion) sind echt grenzwertig vom Ertrage-Faktor her.

Pippi hat das Konzert durchgezogen, ist aber auf dem Rückweg eingeschlafen. Was nicht schlimm war, weil ich so guten Gewissens mit ihr vom einem Ende der (langgezogenen) Kommune zum anderen fahren konnte, um ein Paket abzuholen. Das war nämlich aus irgendeinem unerfindlichen Grund zum Paketshop am südlichsten Zipfel der Kommune geliefert worden, und weil die aus ebenfalls unerfindlichen Gründen eine falsche Telefonnummer von mir haben, hätte ich es da auch fast verpasst abzuholen. Ich habe mich nur gewundert, wo das Paket bleibt, deshalb habe ich nachgeforscht und siehe da – da ist das Paket in effing Dal. Aber wenn man eh schon mit schlafendem Kind im Auto sitzt, kann man da ja mal hin fahren. Es war übrigens ein denkbar spannender Gegenstand, den ich da bestellt hatte – ein neuer Aufsatz für den Pürierstab. Kostet quasi das gleiche wie ein neuer Pürierstab, aber es ist ja nur das Messer stumpf und schartig, nicht das ganze Gerät schrottreif. Den Nachkauf von Verschleißteilen könnte man trotzdem günstiger gestalten, liebe Firma Bosch.

Das Adventskonzert war gar nicht schlecht. Entweder sind meine Ohren inzwischen abgestumpft, oder der Schulkorps, vor allem der Hauptkorps, haben richtig viel geübt. Einzig die Tuba muss noch dran arbeiten, nicht als erste fertig sein zu wollen. Aber es war wirklich ein massiver, qualitativer Unterschied zu vor zwei Jahren. Pippi hat auch sehr schön getrommelt und dann den Rest des Konzerts singend auf meinem Schoß gesessen. Bei Weihnachtsliedern ist sie sehr textsicher (ok, sie ist immer textsicher und singt nach ein Mal hören jedes Lied mit, im Zweifel halt in Phantasie-Englisch). Und sehr niedlich.

Vor dem Konzert bin ich übrigens eingeknickt und habe der kleinen Rübennase Glitzerschuhe mit einem Mini Absatz gekauft. Glitzer!!! Das sind die schönsten Schuhe der Welt, wenn man Pippi fragt, und der Absatz ist magisch: 2 cm Absatz machen Pippi 10 cm größer! Stellen Sie sich ein immens stolzes kleines Mädchen vor, in Glitzerschuhen und Anzughose, trommelnd. Manchmal könnte ich sie auffressen, weil sie so niedlich ist.