Tag 2181 – Einzige Male.

Also, Pippi hat ja aus Gründen nie einen Kindergeburtstag mit den Kindergartenkindern gehabt. Hauptsächlicher Grund dafür ist, dass sie halt mitten in den Fellesferien Geburtstag hat und da tendenziell ca. alle im Urlaub sind. Letztes Jahr nicht, aber dafür war Corona und das Einladen von jeder Menge Kinder nicht so angesagt, draußen und selbe Kohorte hin oder her (in den Ferien fallen ja auch eh die Kohorten weg). Es ist ja auch verpönt, nur wenige Kinder einzuladen, es gilt die Regel „die ganze Gruppe oder wenigstens alle Mädchen oder alle Jungen“. So soll vermieden werden, dass einzelne Kinder ausgeschlossen werden und naja, ich hab darüber glaube ich schon mal gemotzt, vermutlich mehrmals. Wir haben die 2015er und 2016er Kinder eingeladen, alle geht nicht, das sind 15 Kinder oder so, alle Mädchen wären dann die jüngsten 3 Jahre alt und in dem Alter Geschlechtertrennung forcieren finde ich total daneben. Das ist alles Käse. (Vermutlich wird mein Antrag auf norwegische Staatsbürgerschaft abgelehnt, wenn das UDI das hier liest.)

Dann hatte ich mich auch noch verzählt beim Einladen und es kamen 9 Gäste statt 7, das war so nicht geplant, klappte aber trotzdem. Ich habe morgens angefangen, mich ernsthaft darauf vorzubereiten, dass es laut und wuselig werden würde und es war laut und wuselig, aber ich überstand das dieses mal ohne ernstzunehmende Ausfälle (vielleicht lag es an der Schicksalsergebenheit). Michel hingegen versuchte es kurz, geriet aber durch das laut und wuselig so unter Stress, dass er sich schnell wieder in sein Zimmer zurückzog. Nur noch so 28 Jahre und er schafft das auch ohne Tränen…

Ansonsten: beste Leihgabe ist die Badeinsel. Im Grunde hätten wir auch zwei Stunden nur damit rumbekommen. Dazu gab es Kuchenpicknick auf Decken, die Meerschweinchen angucken durfte man nur, wenn man von draußen Löwenzahn mitbrachte und mehr als angucken und sich anhören, dass Meerschweinchen dolle Angst vor wuseligen, lauten und sich schnell bewegenden Menschen haben, weil sie dann denken, dass sie gleich Abendessen werden, war nicht drin und wurde auch akzeptiert. Würstchen hätten wir nicht haben müssen, nach dem Kuchen war niemand mehr hungrig. Ein dritter Erwachsener war da und nötig, es waren einfach zu viele Kinder für zwei Erwachsene und einen sich verkriechenden Michel. (Sorry, Vater von J., das war nicht so geplant, dass du mit beaufsichtigen musst, aber danke.)

Lessons learned: bei so vielen Kindern, die alle aufgedreht sind, heulen garantiert zwischendurch welche, mit 5-6 Jahren hören die aber schnell wieder auf, wenn man sich das „der/die hat…!“ geduldig angehört und verständnisvoll genickt hat.

Den EPI-Pen des stark gegen Wespenstiche allergischen Kindes mussten wir nicht anwenden, aber so Anrufe am Morgen, in denen man für derlei Dinge detaillierte Gebrauchsanweisungen bekommt, machen auch wach, ja.

Piñata ist weiterhin der Hit. Da passen aber Goldtaler nicht rein und kleine Smarties-Päckchen sind ne blöde Idee, die gehen da drin zur Hälfte auf (fürs nächste Mal merken).

Beste Sätze:

  • „Darf ich in die Büsche pullern?“ (-„Nein, wir haben ein Klo dafür, sogar zwei.“)
  • „DU DARFST NICHT AUF MEINEN GEBURTSTAG KOMMEN!“ – „DU DARFST EH NICHT AUF MEINEN GEBURTSTAG KOMMEN! WIR SIND DANN NICHT MEHR IN DER SELBEN KOHORTE!“
  • „Möchtest du keine Süßigkeitentüte haben?“ – „Nein, ich hab bei I. gegessen, ich hab keinen Hunger.“

(Und mir sind inzwischen 27 Grad zu warm, auf der Terrasse wird man da auch schön langsam durchgekocht.)

Pippi wollte unbedingt den klassisch norwegischen Geburtstagskuchen, Schokokuchen mit Creme und Streuseln. Streusel in Rennbahnform, bitte. Der Kuchen ist eine berühmte norwegische Backmischung, die ich dann auch zum ersten Mal zubereitet habe. Frevel, aber wenn das Kind es so wünscht, soll es so sein. Vielleicht lässt sich auch das UDI so besänftigen?
Wenn schon Quatsch, dann Quatsch mit Soße.

Tag 2179 – Das war’s.

Wir haben heute zum letzten Mal ein Kind aus dem Kindergarten abgeholt. Was für ein Glück wir mit diesem Kindergarten hatten, und auch mit dem Trondheimer Kindergarten. So liebevolle Erzieher*Innen, mit vielen verschiedenen Hintergründen und Persönlichkeiten. So viele andere Kinder, mit all dem, was die wiederum mitbringen. Ich glaube, Pippi ist jetzt wirklich gut gerüstet für die Schule, und ich bin sicher, dass sie „ihren“ Kindergarten ganz überwiegend positiv erlebt hat und in Erinnerung behalten wird. Wie sie sich entwickelt hätte, wenn sie nie zum Kindergarten gegangen wäre, kann man natürlich nicht wissen, insofern ist das eigentlich unlauter, zu sagen, dass der Kindergarten diese Schulreife maßgeblich erreicht hat. Dann sage ich das einfach nicht, hehe.

Ein kleines Tränchen musste ich aber schon verdrücken, als die kleine Maus, die eben noch in Winteranzügen in Größe 86 versank, da aus dem Kindergarten herausradelte, in einem Affenzahn Rennen um den Platz mit ihren Zwillingskumpels veranstaltend. So groß schon!

Und jetzt sind erst mal vier Wochen Ferien für ALLE hier im Haus. Uff. Es wird auch Zeit.

Tag 2177 – :).

Michel hatte heute keinen Sport-Hort, sondern eine Ferienaktivität des Handarbeitsvereins. Das war anfangs wegen Rabeninterner Kommunikationsschwierigkeiten etwas holprig, aber er ist dann doch da geblieben mit der Aussicht auf Schnitzen. Und siehe da: er fand es super gut und noch besser als das Schnitzen war das Nähen. Er hat sich einen Turnbeutel gemacht, in seinen Lieblingsfarben. (Turnbeutel war vorgegeben, Stoff durften sie aussuchen, Kordel wurde selbst geflochten.) Weitere Ausbeute: diverse Lesezeichen, ein geschnitzter Zauberstab und ein gestickter Smiley.

Ich habe derweil die Küche aufgeräumt und tatsächlich die Füße hochgelegt, weil diese Kommunikationsschwierigkeiten mich ein paar zu viele Nerven gekostet hatten. Nachmittags habe ich einen Ausflug zur Miljøstation gemacht, Müll wegbringen. Es hatte sich schon wieder einiges angesammelt und da wir uns endlich committed haben, am Samstag Pippis Geburtstag vorzufeiern*, dachte ich, es sei gut, dann hier nicht noch jede Menge große Pappkartons und Styroporverpackungszeugs unterm Carport herumfliegen zu haben.

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*brillante Ideen für 500

*der Aberglaube stark in mir ist, aber Vorfeiern ist in Norwegen total normal und da denkt sich außer uns bekloppten Deutschen keine*r was bei

Tag 2164 – What a day.

Ich gewann den Augenarzttermin. Das war etwas chaotisch alles und ich die schlimme Karrieremutti, die nebenher an Meetings teilnimmt, weil ich nicht mit dem Verabreichen von Augentropfen inklusive Zeit, bis die wirken, gerechnet hatte. Fazit des Augenarztes: weiter Brille tragen, Stärke passt noch, und „Sie ist sehr bereit für Schule, oder?“. Hmmja, ist sie.

Arbeit, da IT-Dings und überaus schlecht gelaunter Kollege.

Zwischendrin (also wirklich quasi im Wortsinn, Meeting zu Hause angefangen, im Auto und in der Schlange weiter geführt, kurz ausgemacht und beim anschließenden Warten im Wartezimmer und auf der Rückfahrt weiter teilgenommen) Dinge getan, von denen ich den Eindruck habe, dass sie nicht passiert sind, wenn man keine Bilder davon postet:

1. Impfdosis.

Ich hatte meine Hausärztin nämlich angeschrieben, nachdem ich herausgefunden hatte, dass man besser nicht zeitlich rund um eine OP geimpft werden sollte, eine OP aber gleichzeitig das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, erheblich (wenn auch vorübergehend) steigert. Meine Hausärztin hat dann beim Impfzentrum angerufen, die bestätigt haben, dass ich damit sozusagen der Gruppe „18-44 mit Vorerkrankungen“ zugerechnet würde, die… schon fertig ist mit Impfen. Das Impfzentrum rief mich also an und gab mir einen Termin, aber so richtig konnte ich das erst glauben, als mein Arm anfing, weh zu tun.

Anekdote: unerwartete Fragen, die mir gestellt wurden. 1. „Nehmen Sie Betablocker?“ 2. „Sind Sie Links- oder Rechtshänderin?“, 3. „Schlafen Sie auf dem linken Arm?“

Den Termin zur Zweitimpfung nehme ich erst ernst, wenn sich der Tag nähert. In den letzten Wochen wurden hier mehrmals die Impfintervalle geändert und Termine verschoben und weiß nicht was… kann ja auch gut sein, dass, wenn im Juli alle außer uns verreist sind, Leute zur Zweitimpfung nicht auftauchen und sie dann andere terminlich vorziehen. Who knows, insofern beschäftige ich mich mit dem Termin noch nicht wirklich.

Naja, danach jedenfalls weiter Arbeit, dann Kindergartenabschlussfest. Die Vorschulkinder bekamen ihre Mappen mit ausgewählten Kunstwerken ausgeteilt, es gab Pølse, Kuchen und Eis und 6 (Vorschulgruppe plus Michel) aufgekratzte Kinder, die auf Zucker und Aufregung durch den „Apfelgarten“ sprangen. Pippi tanzte und sang ein improvisiertes Stück vor und auch in der kurzen Rede für jeden erwähnte Tante E. Pippis große Kreativität. Die schäumt halt den ganzen Tag vor Ideen, es kommt immer Geräusch aus dem Kind und still sitzen ist auch nicht so ihres, aber sie kann die Energie wirklich gut in Kunst aller Art kanalisieren, ist Melodie-, Text- und Choreografiesicher (alles keine Selbstverständlichkeit mit 5, 15 oder 50!) und liebt es, eine Bühne zu haben. Hoffentlich kann sie sich das bewahren.

Ich werd den Kindergarten ein bisschen vermissen, aber ich freue mich auch drauf, kein Kindergartenkind mehr zu haben.

<3 bester Kindergarten.

Nach Hause, 18 Minuten Geige Kurzprogramm (16 Minuten Vibrato-Übung „Katze quälen“ und Rieding op. 35 2. Satz zum Anwenden) und auf zum Tanzen. Ja, das soll man nicht, und liebe Kinder, do not try this at home or at all, man soll sich schonen nach der Coronaimpfung. Aber außer Aua im Arm und absurdem Durst fühlte ich mich ok, und ich bin sehr unflexibel und das Tanzen war geplant, also fuhr ich wieder zum Kindergarten und wir tanzten auf der Wiese und drehten davon ein Video. Derweil regnete es. Doll.

Beweisfoto „Wir sind härter als das Wetter, WIR SIND MODERNE VOKSEN“.

Voll dramatisch so, im Regen. Aber immerhin hielt das Make-up, bis auf den Maskara hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet. Und eigentlich war das so sogar besser als zum Beispiel Sonne bei 30 Grad, wo man sich dann auch um neun Uhr abends noch kaputt schwitzt und auf dem Video alle gegen die Sonne blinzeln.

Danach Dusche, ein wohlverdientes Eis im Bett, und jetzt gedenke ich mich der impf- oder Uhrzeitbedingten Müdigkeit hinzugeben. Auf meinem linken Arm schlafe ich eher nicht, denke ich, aber sonst geht’s echt grad. Und nicht mehr so viel Angst davor haben müssen, dass ich mich im Krankenhaus (wir erinnern uns, die Krankenhausangestellten tragen nicht alle immer Maske) mit Covid anstecke und postoperativ richtig fett krank werde, das ist auch sehr viel wert. Husten ist bestimmt auch nicht toll für ne Wunde oder frische Narbe am Hals. Jetzt noch Daumen drücken, dass Delta nicht einmal durch Norwegen eskaliert.

Tag 2161 – Nein, nein, nein.

Nein danke, ich möchte keinen Story-Beitrag erstellen. Was soll das überhaupt sein? Ist auch egal, ich bin ja hier nicht zum Geschichten erzählen.

Pippi ist weiter in der Vorschul-alles-Verweigerungs-Phase. Hoffentlich ist die bald vorbei.

Michel hatte Musikhausaufgaben auf und sollte Fragen zu seiner Lieblingsmusik beantworten, unter anderem, ob die in ihm Gefühle auslöst. „Nein.“ schrieb er. Ich musste ein bisschen lachen und ich glaub da auch nicht dran, aber benennen kann er die Gefühle halt nicht. Ich finde das auch eine ziemlich persönliche Frage für eine Hausaufgabe. Aber immerhin ist Michel sein nicht ganz alterstypischer Musikgeschmack nicht unangenehm. Es hat auch Vorteile, wenn einem ziemlich egal ist, was andere über einen denken. Möge es weiter für ihn mehr Vor- als Nachteile haben.

Viel Arbeit (vor allem drülfzig sehr unterschiedliche Aufgaben) will noch vor dem Urlaub erledigt werden, das macht meine Lunte etwas kurz. Merke ich selbst. Noch ca. eineinhalb Wochen…

Tag 2160 – Nachdenklich.

Jedes Wochenende machen wir eine To-Do-Liste. Bei mir steht jedes Wochenende so ziemlich das gleiche drauf: Meerschweinchen sauber machen, Blumen gießen (also alle, die nur wöchentlich gegossen oder sonstwie gewässert werden, wie zum Beispiel die Orchideen), Brot backen. Herr Rabe hingegen hat immer große Pläne und macht dann was anderes. Die Pläne bleiben aber auf der gemeinsamen Liste stehen und verursachen bei mir Stress. Warum? Darüber muss ich nachdenken.

Immerhin ist jetzt die Hecke an der Seite, an der wir sie vermutlich behalten werden, jetzt radikal und hoffentlich heilsam beschnitten.

(Weiterhin habe ich heute beide Kinder ins Bett gebracht und da ich ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, habe ich erst Pippi vorgelesen, ihr dann gesagt, dass ich wieder zu ihr komme, wenn ich Michel vorgelesen habe, dann Michel vorgelesen und als ich wieder nach Pippi schauen ging, schlief sie schon. Jetzt habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, und gleichzeitig freue ich mich ungemein, dass immerhin eins meiner Kinder alleine einschlafen kann, wenn es glaubt, es käme noch mal jemand wieder. Ich kam ja auch, aber halt zu spät. Danach legte ich mich übrigens wieder zu Michel, der kann das nämlich nach wie vor nicht.)

Tag 2147 – Jauuuul.

Es sind jetzt nur noch 5-Tage-Wochen bis nächstes Jahr Ostern (außer in den Ferien). Uff.

Es kam noch nichts zu Arbeiten im Büro nach den Sommerferien, ich hab das Popcorn aber schon im Anschlag. Es wäre so schön, wenn sich bewahrheiten würde, dass ich da ein kleines Feuerchen gelegt habe. Das wäre nämlich ein sehr berechtigtes kleines Feuer, eventuell dazu später.

Michel kam heute nach Hause, nachdem er nach der Schule bei A., die wir ja auch gestern besucht haben, war und wollte unbedingt was nähen. An der Nähmaschine. Ein Kissen. Das hat er dann auch gemacht, weiß jetzt, dass bei meiner Nähmaschine der Fuß sich nicht automatisch senkt, weiß auch, dass meine Nähmaschine manchmal Stoff frisst und ist trotzdem sehr glücklich. Ich hab ein bisschen geschwitzt, aber meine innere M. gechannelt und nur ein Mal gesagt, dass der Rollschneider wirklich SEHR SCHARF ist.

„Nähen ist ganz einfach!“ sagt er.

Kreative Kinder sind doch was schönes.

Apropos Michel: als ich den ins Bett brachte, flog schon wieder die blöde Wespe von gestern durch das gekippte Fenster rein. Ich bin sicher, dass es die selbe ist, weil die selbe blöde Wespe nämlich heute Morgen um vier (!!!) in unser gekipptes Fenster geflogen ist und dann ewig zwischen Scheibe und Rollo herumbrummte. Irgendwann schaffte sie es raus UND KAM DANN UM HALB SECHS WIEDER. Die war so laut, dass sogar Herr Rabe davon halb wach wurde und dachte, jemand mäht Rasen. So doof kann nur eine Wespe sein, nämlich diese. Aber wer mich um vier weckt und danach sogar noch mal wieder kommt, um mein Kind zu terrorisieren, der fliegt danach nie wieder in irgendein gekipptes Fenster, sorry not sorry. (Muss auch nicht unbedingt eine Wespe auf Ausschau nach einem schönen Heim für 10.000 Abkommen hier herumfliegen haben, so generell.)

Meine Vibrato-Übung für diese Woche klingt endgültig wie eine gequälte Katze. 16 Minuten pro Tag, es tut mir wirklich leid, für alle, die das hören müssen. Im Grunde mache ich das von letzter Woche (also mit lockerem Handgelenk je einen Finger in runden, geschmeidigen Bewegungen über die Saite schieben, immer vor und zurück, eine gute Oktave abdeckend) nur mit Ton. Das soll rechte und linke Hand entkoppeln, das ist sowieso immer gut, jaja, aber es klingt wahrlich schrecklich. Einziger Trost: danach ist wieder eine Woche eine lautlose Übung angesagt.

Pippi möchte nach dem Kulturhjulet übrigens am liebsten Schlagzeug lernen. Padadadadam-PAM! Sagt sie. Schlagzeugunterricht gibt es da erst ab 8 Jahren (btw weil das hier ein winziges Kaff ist beim Bruder von M., der Mutter von A.), deshalb werden wir sie wohl erst mal im Korps anmelden, da kann man ja auch trommeln.

Wir müssen eine schalldichte Kammer einrichten, fürchte ich.

Tag 2145 – Sommer, Palmen, Treppensturz.

Es erinnert hier alles an Sommer, wir haben sogar gegrillt! Pippi war den halben Tag bei der Nachbarin, denn die hatten schon das Plantschbecken aufgebaut, Herr Rabe war einkaufen, ich habe im Haus herumgerödelt, einem gelangweilten Michel erst eine Wespe aus dem Zimmer entfernt und dann Hormone erklärt (Anlass war, dass er wissen wollte, was ich in der Hand hatte. Eine leere Flasche Deo, die ich unten zum Glasmüll stellen wollte). Leider ist Michel am Ende des Tages Kopf voran die Treppe runtergefallen und hat jetzt großzügig über den Körper verteilt ein paar Schürfwunden und blaue Flecke und hoffentlich sonst nichts. Armer Zwerg.

Nachdem Herr Rabe von seinem Männerbier mit den Nachbarn zurück ist, bin ich ein Mal mehr froh, dass wir – mit Ausnahmen bei den kleinen Nervereien – gut miteinander reden können. Die wirklich wichtigen Themen bleiben nicht unangesprochen, das erscheint mir immer mehr als das Geheimnis einer (mit Höhen und Tiefen) insgesamt guten Beziehung.

(Jetzt schnarcht er. Da hilft leider auch ansprechen nichts. Aber ich hab noch ein wenig Podcast, den ich zum Einschlafen hören kann, solange ich auf was anderes fokussieren kann, geht’s.)

Tag 2141 – Bloßkäse.

„Pippi, zieh ne Jacke an, bitte.“

„Nein, ich will nicht, mir ist nicht kalt.“

„Aber es regnet.“

„Wir können ja ne Jacke *mitnehmen*. Der Ordnung halber.“

(Warum man diesem Kind oft nichts abschlagen kann.)

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Michel: „Was ist das?“

„Tortellini.“

„Sind die gefüllt? Ich maaaaag nicht gefüllt!“

„Es ist bloß Käse, probier doch wenigstens erst!“

Michel: „Nein, ich mag das nicht, das weiß ich.“

Pippi: *probiert* „Hmmmmm, lecker, ich mag Bloßkäse!“

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Vibrato-Übung „Große Sirene“, im grunde Finger auf die Saite setzen und dann in großen, runden, weichen Bewegungen über das ganze Griffbrett schubbern. 1 Minute jede Saite jeder Finger, eine Woche lang geräuschlos, dann eine Woche mit Streichen. Dann in kleiner, eine Woche geräuschlos, eine Woche mit Streichen. Danach bin ich einem schönen Vibrato bestimmt schon viel näher, brauche aber sicher neue Saiten und vermutlich neue Fingerkuppen. (Ich hab mir das nicht so ausgedacht, ich mache da online so ein kleines Programm… fragen Sie nicht, es ist alles sehr rosa, aber klingt einleuchtend und hilfreich. Und wirkt tatsächlich schon ein wenig.)

Nein, die Finger sind nicht nass oder fettig, die sind nur blank poliert.