Tag 1734 – Michel langweilt sich.

Michel fühlte sich heute morgen auch nicht ganz fit und da sind die neuen Regeln streng – auch 90% fitte Kinder dürfen nicht zur Schule. Michel blieb also zu Hause, aber unter der Bedingung, dass er kein Fernsehen und kein iPad guckt.

Das erste mal kam er um halb zehn: er habe jetzt alles(TM) gemacht, was er jetzt machen solle?

Ab zwölf wurde er penetrant mit dem Nerven, was er machen solle.

Und um halb zwei, während Herr Rabe neben mir stand, bekam ich eine SMS von Herrn Rabe:

Michel sol(l) also (ein) bis(sch)en Fe(r)ns(ehe/i)n (kokguck)en.

Soso.

(Da hat der glatt geschafft, über Herrn Rabes Arbeitsrechner eine SMS an mich zu schicken. Kluges Kind. Jetzt halt noch Rechtschreibung lernen und vor allem besseres Timing, dann kaufe ich ihm das sogar ab.)

Rübennase, der.

Tag 1733 – Ach, ach.

Ach, Zwergi. Erst Gemotze am Morgen, unausstehliche Laune, beim Abliefern an der Schule klingelt es während wir noch etwa 10 m vom Tor entfernt sind und ich werde fast von dir vor Wut über das „zu spät kommen“ (14,5 Minuten bevor der Unterricht los geht) geschlagen. Kein Abschied, dafür ein Anruf der Schule um halb zwölf, dir sei übel. Ich hole also ein überraschend fröhliches und gesprächiges Kind ab, das von Schwindel erzählt und von „nur ein bisschen Gurke gegessen“. Das gesprächige Kind ist mir lieber als das wütende Motzkind vom Morgen. Ich helfe dir, deinen Hund für die Schule fertig zu nähen, du isst ein Brot und eine komplette Paprika zum Mittag, die Eisen-Brausetablette magst du aber nicht. Ich muss arbeiten, deshalb habe ich keine Zeit und keine Energie, dich vom iPad-gucken abzuhalten. Mittagsschlaf fände ich ja besser. Abends darfst du Minecraft spielen, denn da muss Herr Rabe nicht mehr an seinem Computer arbeiten. Ausmachen ist aber nicht so beliebt und du wirst wieder wütend und es gibt Geschrei und Herr Rabe ist sauer und du tobst und weinst und isst alleine am Wohnzimmer-Esstisch. Es ist alles etwas besser mit Essen im Bauch aber Herr Rabe ist noch sauer und du tobst und weinst wieder u d dann soll ich weggehen und dann doch nicht und dann kuscheln und dann ist alles wieder gut. Beim ins Bett bringen sagst du, dein Bein tut weh, ich sage, du wächst vielleicht, du alberst herum dass du dann ganz schief wirst, wenn nur das eine Bein wächst. Dann bringe ich dich ins Bett, in dem viel zu kleinen Schlafanzug, du kuschelst dich an dein Riesenkuscheltier und an mich und dann schläfst du ein und schnaufst und riechst und siehst aus wie als du ganz klein warst.

Da wächst wohl wer und es ist grad so manches schief, nicht nur das Bein.

Tag 1729 – Heiße Phase.

Der Autokauf nähert sich seiner Abschließung. Heute haben wir eines angeguckt, mehr angeguckt, probegefahren und dann haben wir Pippi damit abgeholt und dann hat das Auto getanzt und jetzt will Pippi es haben. Kein Problem, liebes Kind, wir verschulden uns doch gerne noch mehr für dich!

Jedenfalls hab ich dann heute auch noch für morgen früh ein Meeting abgeblasen und wir gucken uns ein weiteres an, das wäre das bessere Angebot in einer Farbe, die mir besser gefällt, ich suche den Haken, mal gucken, ob wir ihn morgen finden.

Und dann kaufen wir ein Auto, das von außen schon groß ist, von innen aber noch viel größer und es muss sich nie mehr wer zwischen die Kindersitze quetschen, wenn mal mehr als wir vier fahren. (Und es hat mehr Computerschnickschnack als alle Computer hier im Haus zusammen und japp, das finde ich super.)

Ein wenig damit im Zusammenhang steht: die norwegische Wirtschaft ist am Arsch. Heute wurde der Leitzins auf 0 gesenkt. Ab 25.5. wird dann auch unser Kreditzins fürs Haus gesenkt – zum 3. mal in 2 Monaten. Vermutlich muss ich, als Staatsbedienstete, schon froh sein, wenn mir bei der nächsten zentralen Gehaltsverhandlungsrunde, die schon wegen Covid19 verschoben wurde, nicht der Lohn gekürzt wird.

Die aktuellen Zahlen lassen sehr hoffen. Auf vieles. Aber die Wirtschaft wird brauchen, um sich von Covid19 zu erholen. Trotz Ölfonds und allem. Auch wenn wir hier jetzt auch wieder aufmachen, langsam und hoffentlich sicher.

Ich hoffe, alles was wir in den letzten zwei Monaten gelernt haben, reicht, um eine zweite Welle zu verhindern. Dass das Testen und das Tracen und das konsequente in-Quarantäne- Stecken reicht.

Ich hoffe, wir können ab Herbst wieder Inspektionen durchführen.

Ich hoffe, wir kommen ohne Babysitterfamilie zurecht, bis es einen Impfstoff oder eine wirklich gute Behandlung gibt. Ich baue auf zweiteres, ehrlich gesagt. Bauchgefühl, kein Insiderwissen. Irgendwas, das eine Infektion im Keim erstickt (ungleich Impfung). Sowas wie die Behandlungen gegen HIV. Aber auch das wird dauern.

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Was ganz anderes: das bekommt morgen Michels Corontänefreund zum Geburtstag:

Und das ist Michels:

Das hat sich Michel quasi komplett selbst ausgedacht, weil jetzt wieder Kulturschule ist (in Mini-Gruppen und draußen) und die Lehrerin die einfache Version davon hatte: eine kleine Gemüsedose (hier: Mais) gefüllt mit was klapperndem (hier: getrocknete Erbsen) und einem aufgeklebtem Deckel (hier: Hut/Caps). Michel hat erfunden, Herr Rabe hat umgesetzt. Die sind ein tolles Team und ich hab die alle sehr lieb.

(Nicht dass Sie denken, Pippi käme hier nicht mehr vor: die arme Maus hat dank ständiger Händewascherei so trockene Hände, dass es aussieht wie Neurodermitishaut. Ist es nicht und es juckt auch nicht, aber es sieht wirklich schlimm aus und fühlt sich auch schlimm an und weil das alles gereizt ist, ist es auch sonnenempfindlich und das ist wegen Covid19 auch schlecht, weil die ja dauernd Draußenlegionäre sind. Arme, arme Maus.)

Tag 1723 – Extrem-Rumhänging.

Wir haben heute den ganzen Tag gegammelt. Wirklich, den ganzen Tag. Jogginghose, Onesie, Leggings. Ich habe Brötchen und Brot gebacken, das wandert jetzt noch in den Tiefkühler. Kuchen gibt es doch erst morgen. Pizza haben wir selbst gemacht und die war sehr lecker.

Geärgert habe ich mich nur kurz, als die Switch beim Yoshi-Endboss einfach ausging, weil der Akku leer war.

Abends mit fünf Damen (nicht der Twitter-Kneipe dieses Mal) ein Glas Wein über viele Stunden gestreckt getrunken, das war sehr schön.

Zitate des Tages:

Pippi (die nicht angezogen werden wollte): „Du sollst mich nicht anfassen! Du weißt doch – Coronavirus!“

Ich zu Michel: „Was heißt Brot auf Englisch?“ – „Bread.“ „Und was heißt backen?“ „Weiß ich nicht, bei Minecraft kann man nicht backen.“

Tag 1721 – Langweilig.

Wenn ich ja Langeweile genießen könnte, ne? Heute hatte ich 1,5 langweilige Meetings und dazwischen viel langweilige Doofaufgabe, die ich rausschiebe, bis der Zeitdruck die Motivationslosigkeit überwiegt.

Man könnte auch mal wieder Sport machen, hahahahaha.

Morgen. Morgen muss die langweilige Doofaufgabe fertig werden, möglichst bis mittags.

Pippi wollte ich heute morgen verkaufen, Michel heute Nachmittag. Pippi wegen Starrsinn, Michel wegen Hangryness. Pippi hat das von ihrem Vater geerbt, ganz sicher.

Wegen Yoshi zu spät ins Bett. Andererseits – who cares ob ich um acht oder um neun vorm Rechner sitze? Spoiler: Es wird eh neun, es muss ja noch wer die Kinder wegbringen.

Irgendwie war diese Woche bisher keine gute Absprachenwoche. Vielleicht kriegen wir das ja nächste Woche besser hin, ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht bin ich auch erst mal zuständig, damit Herr Rabe in seinen neuen Job reinkommen kann. Wohl von zu Hause aus. Es sind verrückte Zeiten.

Tag 1719 – 18 Eier.

Juhu, wir haben seit heute einen zweiten Eieranteil, weil wir ja viel zu Hause rumhocken gehen Eier momentan extrem durch und ich hab keine Lust, immer am Ende des Monats zu denken „nee, noch mal Pfannkuchen geht aber nicht, gibt ja am Freitag erst wieder Eier!“. Zur Feier des Tages habe ich dann gleich mal 18 Eigelb in Lemon Curd versenkt, das trotzdem nicht wirklich fest werden wollte. Hrmpf. Jetzt habe ich auch 18 Eiweiß übrig und weiß nicht, was ich damit soll. Hrmpf Hrmpf. Einen Finger hab ich mir auch verbrüht. Hrmpf hrmpf Hrmpf.

Ansonsten: Michel war heute wieder in der Schule und danach kurz im Hort. Kurz weil es so geregnet hat, dass ich beide Kinder aus Mitleid zwischen zwei Meetings um zwei schon abgeholt hab. Da waren zwei Kinder sehr froh.

Michel war heute morgen wegen der Schule etwas durch den Wind. Ganz aufgeregt und ganz „klein“. Brauchte viel Hilfe, versteckte das hinter Grummeligkeit. Kam nicht aus dem Quark und nicht ins Auto, war dann spät dran und dann eben hilflos und das alles nur wegen Aufregung und Unsicherheit und einer plötzlichen Änderung aller Abläufe. Ach, Zwergi. Von wegen „die Eltern dürfen nicht mehr in den Flur vorm Klassenzimmer“ – ich musste Michel die Regenhose ausziehen weil seine Anpassungsfähigkeit schon bei „wir treffen uns woanders, sind in einem anderen Raum und haben andere Garderobenhaken und eine ganz andere Sitzordnung mit der halben Klasse“ erschöpft war und er sich immer die Jeans mit der Regenhose auszog. Dafür, eine andere Strategie beim Ausziehen zu probieren, reichte dann seine Flexibilität offenbar nicht mehr und nach drei Versuchen und fast weinendem Kind weil die Klasse eben schon drin war, half ich ihm dann. Bringt ja auch nix, ihn da auflaufen zu lassen.

In der Schule war es dann aber wohl gut. Und im Hort auch. Und Minecraft blablabla Minecraft bla spawnen bla craften Blablahabdichliebmama. (Kurzer Ausschnitt aus Leben mit Michel.)

Tag 1683 – Corontäne Tag 10.

Wir haben uns heute an eine Familie gebunden, die nun unser Kontakt für die nächsten Wochen wird. Gegenseitig. Und falls die Maßnahmen nicht – wie in Deutschland – doch noch verschärft werden. Die Wahl fiel, aus Gründen, auf B. und seine Eltern. Wir haben da nämlich ein Projekt, wir nennen es Casa Corona und es wird ein Baumhaus im Wald für die Jungs.

Michel fremdelte zunächst sehr mit der Situation. Das wird noch lustig, wenn hier irgendwann wieder normaler Betrieb losgeht (sicher nicht nächsten Freitag wie ursprünglich geplant). Es brauchte etwa eine halbe Stunde, bis sich Michel traute, ins Haus der Freunde, wo er schon drülfzig mal war, zu kommen.

Nach einem kleinen Update drinnen und einer Runde Händewaschen für alle ruinierten wir dann den Unterboden des Prius endgültig (es fielen weitere zwei Teile ab) und wir denken jetzt doch verschärft über den Kauf eines Traktors als neues Auto nach, aber so weit ist es auch wieder nicht zum Casa-Corona-Wald und wir wissen jetzt ja, dass das Auto für den Weg nicht geeignet ist. Jedenfalls war es da total schön und der ganze Nachmittag nahezu normal und so dringend nötig und dass wir eine Waldbrandwarnung haben, haben wir erst hinterher gesehen, ’schwör!

Wir haben sogar noch Würstchen über dem Feuer gegrillt. Wir sind so eingenorwegert!

Ansonsten: mir geht’s nicht so gut, das merkt man daran, dass ich um halb sieben wach war, nicht mehr schlafen konnte, und um viertel vor acht aufstand um das Bad zu putzen. Ich finde den Film nach wie vor scheiße.

Tag 1679 – Corontäne Tag 6.

Spät, heute aber wegen Arbeit am Abend. Vielleicht muss ich doch aufpassen, dass ich nicht mehr als die 7,75 Stunden am Tag arbeite, die ich momentan abrechnen kann. Bei uns ist es nämlich netterweise so geregelt, dass die, die Kinder zu betreuen haben, sofern sie annähernd „normal“ arbeiten, die normale Arbeitszeit abrechnen dürfen, auch wenn sie momentan vielleicht nicht ganz so effektiv arbeiten und nicht ganz so lange „da“ sind. Ich mache ja normalerweise dauernd Überstunden, jetzt grad halt nicht, oder doch? Hmm. Ich muss das beobachten.

Die ganze Situation ist furchtbar anstrengend, ehrlich gesagt. Schon an Tag 6. Jetzt fühlt es sich nämlich endgültig an wie 2 Vollzeitjobs. Vollzeit-Arbeit plus Vollzeit-Kinderbetreuung. Keine Ahnung, wie unsere Omas das gemacht haben, bevor es Kindergärten gab, ehrlich. Da mussten wohl Kinder wirklich einfach so mitlaufen, schätze ich, und auch viel mit anpacken.

Ersteres können meine Kinder relativ gut, zweiteres… naja. Wir arbeiten dran. Heute haben wir „Kunst und Handwerk“ gemacht:

Meerschweinchenschloss. Es bekam noch ein Katapult, mit dem die Meerschweinchen dann eine kleine Weihnachtsbaumkugel aus Plastik schießen können. Also falls wir hochintelligente WehrMeerschweinchen kriegen, jedenfalls.
Das hat Pippi echt alles ganz alleine gemacht und dabei auch nur minimal rumgesaut!

Pippi haben wir außerdem heute mit einem Perlen-Fädel-Set glücklich gemacht:

Das kann sie sehr lange. Es werden auch sehr lange Ketten.

Und der Vorteil an all dem: ich musste nicht wieder „My hat, it has three corners“ auf drei Sprachen singen. (Wie konnte das passieren? Warum bin ich in dieser Situation? ICH HABE DAS SO NIE UNTERSCHRIEBEN!).

Remote arbeiten mit meinen Kolleg*Innen ist ein bisschen challenging, oder wie meine Chefin sagte: „wir sind ja alle nubes“. sic.

Tag 1674 – Corontäne Tag 1.

Ok der Witz ist schlecht, aber was bleibt einer schon außer schlechter Witze? Es ist auch keiner von uns in echter Quarantäne. Wir sind nur sozial distanziert.

Die nächsten Wochen werden knüppelhart. Pippi dreht jetzt schon frei und ich weiß nicht so ganz, wie ich bis nach Ostern mit Bestimmer-Wutkreischheul-Prinzessin aushalten soll, ohne dass man mich hinterher aus der Ecke auffegen kann. Willensstark schön und gut, aber muss das den ganzen Tag sein? Und grad jetzt?

Die Kinder und ich hatten heute, als ich endlich zu Hause war, ein ernsthaftes Gespräch, in dem ich klargestellt habe, dass wir weiter eine Struktur haben müssen, dass Michel weiter Schulaufgaben machen muss (keine Ahnung was, aber uns fällt im Zweifel schon was ein), wir aufstehen und uns anziehen und uns bewegen und vielleicht auch mal Sport machen müssen, und wir vor allem alle versuchen müssen, uns so wenig wie möglich auf die Nerven zu gehen, damit wir uns hinterher noch lieb haben. Danach hat Michel angeboten, auf Pippi aufzupassen, damit wir arbeiten können. Das war sehr süß und lieb. Der große Spatz.

Apropos süß und lieb: ich hab heute doll vor Rührung geweint, weil Herr Rabe mir Schichtkuchen gebacken hat.

Was ganz anderes: Ich schäme mich inzwischen sehr für das hier. Ich nehme meinen selbst verzapften Bullshit hiermit zurück. Wollte ich mal sagen. Norwegen hat inzwischen unkontrollierten community spread in mehreren Städten und nun muss alles getan werden, um zu verhindern, dass es läuft wie in Italien. Wo Leute so ziemlich reihenweise sterben und teilweise nur noch die mit guten Überlebenschancen überhaupt behandelt werden können. Das kann keiner wollen, man muss es sich nur anschauen, da sieht man grad sehr deutlich, was passiert, wenn die Krankenhäuser den Fallzahlen nicht mal mehr annähernd gerecht werden können. Ob ich es jetzt mild oder gar nicht kriegen würde, ist mir da ehrlich gesagt egal, wenn ich eventuell wen anstecke, den es umbringt, oder auch nur wen anstecke, den das zusammengebrochene Gesundheitssystem dann umbringt.

Bitte weiter Hände waschen und auch wenn bei Ihnen noch Kino, Schwimmbad und Fitnessstudio aufhaben: es gibt grad wichtiges. Denken Sie an Italien.

Tag 1666 – Schnipsel.

Hatte heute morgen Lust, beim Sport Musik zu hören. War aber nicht alleine und hab das deshalb gelassen.

Eine Beobachtung aus nun 2 Monaten recht regelmäßigen Trainings im Fitnessraum des Werks (und des Zolls): die allermeisten wärmen sich vorm Sport nicht auf und niemand sich ab. Direkt auf die Gewichte, fertig, los. Ist das eine Legende, dass man sich aufwärmen und nach dem Sport dehnen sollte?

Noch eine Beobachtung: ich kann Stöhner echt nicht ausstehen. Schnaufen geht noch halbwegs, aber die Sorte Mensch, die bei jeder Bewegung Grunz- und Stöhnlaute ausstößt, die kann bitte zu anderen Zeiten trainieren, finde ich. So… samstags.

Pippi hat heute I., der Mutter von B., erzählt, was Herr Rabe und ich machen, wenn sie und Michel bei der Babysitterfamilie übernachten (zuletzt vor Weihnachten, nächstes Mal nach Ostern, welch Dekadenz!), nämlich: tanzen. Und falls Pippi Sie mal fragt, was Erwachsene machen, wenn die Kinder nicht da sind, wissen Sie jetzt auch, was Sie antworten. Tanzen.

(Bevor sie „tanzen“ sagte, brach mir kurz der Schweiß aus, ehrlich gesagt. Auch, weil wir grad vom Klo kamen, weil Pippi musste, und sie mir da Vorträge über die Behaarung erwachsener und kindlicher Vulven anhand naheliegender Beispiele gehalten hatte.)

Pippi hat grad eine ausgeprägte Laberphase. Solche haben wir mit Michel ja schon mehrmals durch, insofern sind wir abgehärtet. Lustig ist, dass es Michel total stört. Die Schnitzel, die mir Michel schon an den Rücken gelabert hat, muss Pippi erst mal aufholen.

Bei der Arbeit stapelt sich alles bis unter die Decke, da kommt Corona (86, niemand ersthaft erkrankt oder im Krankenhaus) grad recht: einige internationale Meetings und andere Dinge fallen aus, das heißt, Leute sind plötzlich doch gar nicht sonstwo sondern im Werk und haben dazu noch nen leeren Terminkalender.