Tag 606 – Erste Etappe geschafft. 

Hurra, wir sind in Oslo! Natürlich kamen wir nicht ganz so früh von zu Hause los wie geplant, aber immer noch früh genug. Auch das Fahren war weitgehend problemlos, aber auch unendlich öde. 600 km durch den Wald. Mit 80 km/h. Schnaaaaaaaaaaaarch. Die Kinder verhielten sich altersentsprechend, Michel guckte auf dem iPad heruntergeladene Maus/Elefant/Dinotrux-Folgen bis er viereckige Augen hatte, Pippi schlief erst lange, sah sich dann lange und niedlich laut kommentierend ihre Bücher an und verkrümelte Unmengen Kekse in ihrem Sitz. Dann wurde sie zunehmend ungehalten. Die letzte Dreiviertel Stunde war dann deswegen nicht mehr ganz so schön. 

Was aber sehr schön war, war dann in Oslo direkt bei Freunden anzukommen und mit warmem Essen empfangen zu werden. Noch dazu mit unfassbar niedlichem fast Einjährigem, den wir das letzte Mal als neu geborenes Minibaby gesehen haben. Heute lernte er während wir da waren (!!!) Laufen. Pippi und Michel waren wohl Ansporn genug um mal damit loszulegen. Unsere Kinder hatten auch noch genug Möglichkeit sich nach dem Sitz-Tag noch richtig auszutoben und waren entgegen meiner Befürchtungen nicht überreizt-nervig sondern aktiv und putzig. Und auf dem Weg in die Wohnung, in der wir übernachten (die unserer Freunde, die aber noch im Urlaub sind) schliefen beide sang- und klanglos im Auto ein und ließen sich auch problemlos schlafend ins Bett verfrachten. 

Langsam kommt sogar bei mir Urlaubsstimmung auf! Der Stress lässt nach, das Hachz setzt ein. Hachz. 

(Ach ja: morgen auf dem Boot gibt’s wohl kein oder nur sehr teures W-LAN. Und vielleicht sehr schlechten Mobil-Empfang. Wenn Sie also nichts hören sind wir vielleicht abgesoffen, vermutlich aber nicht.)

Tag 604 – Wiesu denn bluß?

Warum denn nur muss immer kurz vor Urlaub alles so stressig sein? Heute so

  • Kinder wegbringen
  • Blutprobe nehmen lassen 
  • Dafür erst lange mit der Gesundheitssekretärin herumdiskutieren und dann noch länger im Wartezimmer herumwarten 
  • Dann noch mit der Schwester diskutieren. Grund der Diskutiererei: die Gesundheitsbehörden haben die Bezeichnung eines Antikörpers auf ihren Formularen geändert, aus TRAS ist jetzt anti-TSH-r geworden. Das herauszufinden hat mich 10 Sekunden Google gekostet, die Schwester sah sich offenbar zu diesem Schritt nicht in der Lage.
  • Viel zu spät bei der Arbeit aufschlagen und leicht hektisch herumarbeiten
  • Nach Hause den Bus nehmen, weil keine Zeit keine Zeit, dann braucht der Bus enervierend lange
  • Auto holen, Kinder abholen (ahhhh, keine Zeit, los, zack, Pulli an, Mütze auf, komm jetzt, Pulli anziehen, Michel, hallo, den Pulli…)
  • Michel in Windeseile Geburtstagsfertig machen (saubere Klamotten, Hände waschen, Haare kämmen) und direkt wieder los
  • Michel beim Geburtstag abliefern, wieder nach Hause gurken
  • HUNGER!!! 
  • Essen
  • Löcher in den Schneckenboxdeckel prokeln, dabei ein Messer verbiegen
  • Herr Rabe holt schon mal Erde aus dem Keller
  • Herr Rabe geht zum Treffen mit den Nachbarn wegen des Umbaus
  • Ich prokele weiter und versuche auf Pippi aufzupassen
  • Schnecken umsetzen, füttern, einsprühen, Deckel drauf, los gehts
  • Oh, Pippi braucht erst noch eine frische Windel
  • Pippi braucht außerdem noch Creme auf den Po und Zuspruch und Trost
  • Ahhh, schon so spät
  • Pippi ruppig bei Herrn Rabe abliefern, Schnecken anschnallen, Michel abholen
  • Michel will, obwohl ich wegen der Wickelaktion fast 15 Minuten zu spät bin, nicht nach Hause
  • Schnecken dem Geburtstagskind zeigen, das Geburtstagskind schwer beeindrucken
  • Michel und Schnecken ins Auto und anschnallen, zur Kollegin L. Fahren
  • „Mama, ich freue mich nur ein bisschen auf Urlaub, weil in Bielefeld keiner meine Sprache spricht.“ (Sowas sagt er auf norwegisch, denn „seine“ Sprache ist: Norwegisch.)
  • Schnecken abliefern, nach Hause fahren, Michel schläft ein
  • Michel die Treppe hochschleppen und ins Bett verfrachten, umziehen, zudecken
  • Uffz
  • Rödeln in der Küche 
  • Wäsche aufhängen
  • Mit Herrn Rabe halb scherzhaft KW19-Dinge besprechen, dann rödelt Herr Rabe auf dem Dachboden und im Keller wegen des *mieeep* Umbaus (ich sagte heute schon zu Herrn Rabe, dass ich Strichliste führen sollte, wie oft mich dieser Umbau abnervt)
  • Unseren Samstag Abend in Oslo abklären
  •  Wäsche anwerfen
  • Müde, ach nee, Brotdosen machen
  • Ab ins Bett

Meh. Gefühlt nix geschafft von der tatsächlichen urlaubsvorbereitung.

Tag der 602 – Gemischtes, aber viel davon

Begegnung beim Kaffee holen auf dem Weg zur Arbeit (zu Fuß, weil ich’s kann).

Ich: *betrete den Laden und stelle auf dem Weg schon die Kaffeemaschine an, ich routiniert coole Sau* „Einen großen Kaffee Latte bitte. Ich bezahle mit dem Handy.“

Kassenmensch: „Rrrrååååkul! [Endcool!] Yeah! Mobilepay! Endlich passiert hier mal was. Wissen Sie, es ist hier vormittags so langweilig…!“

Ich: „Hehehe, ja, haha, das, äh, verstehe ich. Danke und äh, tschüss.“ *kriegt Augenbrauenkrampf*

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Der Thermoblock bei der Arbeit ist kaputt. Ohne Deckel heizt er, wenn man aber den Deckel draufmacht, heizt plötzlich nur noch der Deckel. Wenn man das dann aber bei 95 °C macht, fliegt die Sicherung raus, weil der Deckel viel zu heiß wird. Yeah.

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Von meinen einstmals 40 Mikrogramm mRNA sind nach diversen Aufreinigungsschritten nur noch 7,7 Mikrogramm übrig und das frustriert mich ungemein. Orr. So sehr, dass ich möglicherweise mit dem Knie ein bisschen gegen den Schrank getreten habe, der unter dem NanoDrop (Konzentrationsmessdingsi, Anm. d. Red.) steht. Ich habe vielleicht sogar laut geflucht. Und eventuell ging währenddessen ein Professor an mir vorbei und sagte sowas wie „Nanana, so schlimm wirds schon nicht sein.“

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Pippi musste heute schon wieder wegen Phantomfieber aus dem Kindergarten abgeholt werden. Zu Hause hatte sie dann 37,4 °C und spielte fröhlich, so berichtet Herr Rabe. Ich bin von der Fiebermesserei wegen „sie war etwas schlapp“ inzwischen mehr als abgeneigt und freue mich deshalb schon auf das Elterngespräch nach Ostern.

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Weil ich Herrn Rabe mit der Kinderwache ablösen musste, weil der einen wichtigen Arbeitstermin hatte, musste ich unbedingt den einen Bus um 12:41 bekommen. Um 12:32 dachte ich, es wäre ja gar kein Problem, noch schnell einen Kaffee zu holen. Um 12:37 stand ich mit dem fertig getankten Kaffee in der Schlange. Vor mir 6 (!) Leute. So viele sind da sonst nie! Um 12:39 waren gerade mal 2 Leute abgefertigt und ich wurde zunehmend nervös. Um 12:40 sah ich den Bus. In Nanosekundenschnelle spielte mein Kopf die Optionen durch: Kaffee stehen lassen und losrennen (der gute Kaffee!); einfach so losrennen (DIEBIN!!!); den Bus ziehen lassen und ein Magengeschwür kriegen, weil ich nie für mich einstehe (ach nee); Bescheid sagen. Die letzte Option schien mir praktikabel, ich kaufe da jeden Tag ein bis zwei Kaffee, die kennen mich da alle. Ich scherte also aus der Schlange aus und rief der Kassiererin über den Tresen zu: „Du, sorry, ich bezahle den Kaffee hier morgen, ich muss den Bus kriegen, der da gerade kommt!“ Und rannte los, Kaffee in der Hand, im Rennen ein Busticket auf dem Handy kaufend, im Umdrehen hörte ich noch die Kassiererin „Oh, äh, okey…?“ Sagen. Der Busfahrer hatte mich rennen gesehen und netterweise gewartet, er war ja auch ne ganze Minute zu früh. Und so konnte ich dann an Herrn Rabes Arbeit Pippi im Kinderwagen in Empfang nehmen, drei Minuten vor Herr Rabes Meeting. Vereinbarkeit. So schön.

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Michel hatte heute ein Play date nach dem Kindergarten. Ich holte ihn von da ab, und war auch nur ganz kurz lost in norwegische Wohnsiedlung:


Der erste Bonus: Ich konnte alleine Auto fahren und obwohl ich beim schlimmsten Laden der Welt (Spielzeug’sim’ma) war um glitzernde Bügelperlen* zu kaufen, war das richtig schön. Ich liebe alleine Auto fahren. Der zweite Bonus: ich durfte die Katze bei Michels Kumpel streicheln. Eine ultra flauschige und tiefenentspannte (4 Kinder) Maine-Coon. Hachja. Ich hätte so gerne wieder ne Katze. Vielleicht in der nächsten Wohnung.

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Michel ist im Moment total geschlechterfixiert. Alles muss unterteilt sein in Junge/Mädchen. Farben, klar, Haarschnitte, Kleidung, klar, Tiere, selbst die dämliche geschlechtslose Babypuppe, die zwischen den Beinen mit nichts als einem glatten Plastikhügel glänzt, „ist ein Mädchen, weil die hat lange Wimpern“. SPRACH DAS KIND MIT DEN LANGEN, DUNKLEN WIMPERN! Mich bringt das total auf die Palme, da redet man sich viereinhalb Jahre den Mund fusselig und dann besteht das Kind doch drauf, dass das Badezeug mit dem rosa Tintenfisch drauf eben für Mädchen ist, weil rosa. Ahhhhhhhh.

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Noch was, was mich auf die Palme bringt: Michel hat im Kindergarten einen Kameraden, der genauso alt ist wie er. Die Eltern sind noch recht jung (also deutlich jünger als wir, würde ich sagen) und seit ca. Nem Jahr getrennt. Und scheinbar läuft es bei den Eltern nicht so rund nach der Trennung, die Kinder sind unruhig und klammern extrem und werden im Gegenzug von beiden Seiten mit Kram überhäuft. Und Michel möchte dann natürlich (wie alle anderen Kindergartenkinder auch) den gleichen Kram haben. Sowas wie „Wir kaufen keine Obst-Quetschies“ kann ich ja noch sachlich erklären und dabei ruhig bleiben, aber heute ist mir wirklich alles aus dem Gesicht gefallen, weil Michel meinte, zum Geburtstag bekäme er ein Handy. Weil der M.** ja auch eins hat. Sind denn alle verrückt geworden?

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Sehr viel schöner: die Schlaf-Gut-App. Ich bin Fan. Es ist im Grunde eine einfache Geschichte, wie ein Bilderbuch, nur zum klicken. Ganz ruhig vorgetragen von einer sonoren Männerstimme. Eine kleine Eule findet einen Zirkus, da wohnen viele Tiere und alle sind müde. Die Tiere können alle ein bis zwei kleine Kunststücke und dann muss man das Licht ausmachen, der Erzähler sagt Gute Nacht und die Tiere schlafen ein. Wenn alle schlafen, kann auch die kleine Eule schlafen gehen. Ich kann dabei auch herrlich wegdösen***, oder ich höre Pippi dabei zu, wie sie professionell mitkommentiert, oder ich entdecke mit Michel neue Sprachen****. Aber als mir Herr Rabe heute erzählte, dass Michel immer wenn er das Licht selbst ausmacht bei den Tieren sagt „Ich hab gewonnen“, musste ich herzlich lachen. So gesehen, gewinnen wir hier öfter mal alle beim Einschlafbegleiten gegeneinander…

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*weil „Mama, ich hab dir was geperlt, aber ohne Glitzer, weil die M., die hat alle Glitzerperlen aufgebraucht“.

**In diesem Kindergarten heißen alle Kinder M. Heute der Besuch war auch bei M. Und am Donnerstag geht Michel zu M. Auf den Geburtstag. Sind aber alles unterschiedliche Kinder.

***im „Autospiel“, wie sich Michel das Autoplay selbst übersetzt hat.

****Michel sucht sich eine aus, ich glaube, er geht da nach Fahnen-Optik. Gestern haben wir Türkisch gehört. 

Tag 601 – Hachseufz. 

Es ist ja so: egal wie blöd der Tag war, egal wie unproduktiv ich bei der Arbeit rumgehangen habe, egal wie absurd manche Internetdiskussion sich entwickelt, egal wie zickig Vierjährige und wie dickköpfig Einjährige sein können, am Ende zählen kleine warme Körper in meinem Arm, wuschelige Haare, die meine Nase kitzeln, ein geflüstertes „Mama, du sollst mich immer ins Bett bringen, weil du bist am coooooolsten!“ und vor allem die völlig entspannten Schlafgesichter, das leise Seufzen und Schnaufen und all das Vertrauen, das da mitschwingt. Da werd ich dann auch mal ganz sentimental. 

Tag 599 – Niemand versteht mich.

Hallo, Sie da! 

Jaaa, ich hab lange nichts mehr von mir hören lassen, aber ich war beschäftigt. Sehr. Ich bin sehr gewachsen. Meine Elefantenpuschen passen schon lange nicht mehr. Ich hab auch ein bisschen reden gelernt, aber ich muss immer alles dreimal sagen, bis mich wer versteht. Das geht mir total auf den Geist, ich sage irgendwas und die lächeln nur und sagen „Ja, genau, hmmhmm!“ und machen aber nicht das, worum ich doch gerade erst ausdrücklich gebeten habe. Am Ende muss ich immer erst wieder schreien, damit was passiert. Echt jetzt mal! Das muss doch anders gehen. Nachts zum Beispiel mache ich mir die Mühe mit dem Reden gar nicht mehr sondern brülle einfach drauflos, sollen die doch zusehen, wie sie mir Banane besorgen! Manchmal will ich auch einfach nur auf der anderen Seite liegen oder meine Füße sind zu warm oder ich will lieber mit Papa kuscheln (Spoiler: ich will immer lieber mit Papa kuscheln, Mama war neulich mal ganz lange weg, das ist mir nicht geheuer, hinterher verschwindet die wieder einfach so), aber ist das mein Job, das zu kommunizieren oder ist es deren Job, das herauszufinden? ICH hab mir NICHT ausgesucht, mit so einer schlecht funktionierenden Sprechmechanik auf die Welt zu kommen! Aber auch sonst, am Tag, raffen die ganz oft nicht, was Sache ist. Ein paar Beispiele gefällig? ICH HASSE DEN KINDERWAGEN. Und den Fahrradanhänger auch. Ich will laufen, aber die lassen mich einfach nicht, es hilft nur ganz selten mal, wenn ich mich einfach ganz steif wie ein Brett mache, dann können die mich nämlich nicht anschnallen. Dann seufzen sie und ich darf gehen. Oder neulich – da war ich krank. Mir gings echt bescheiden, mir war schlecht und ich war so tierisch schlapp, aber das haben die auch erst richtig verstanden, nachdem ich Papa voll angekotzt hab. Oder jetzt seit ein paar Tagen tut mir der Mund weh, es ist wirklich die Hölle, es juckt und drückt und tut weh, alles gleichzeitig, und da hilft kein Essen (im Gegenteil, das macht es noch schlimmer) und geht mit bitte ein für alle mal weg mit der vermaledeiten Zahnbürste! Heute musste ich wirklich erst sehr sehr nachdrücklich werden (ich kann das gut, volles Programm bis zum hysterischen Kreischen, das sitzt keine*r einfach aus!) bis die mir dieses Zeugs in den Mund gemacht haben, von dem alles taub wird. Das schmeckt zwar kacke, aber egal – es hilft. Danach konnte ich dann auch mit Michel und H. spielen, das war super. Michel hat mir ein Bett gebaut und ich hab mich reingelegt. Hinterher hat er behauptet, das wäre sein Bett, aber es war so gemütlich und so lustig, wie sich Michel aufgeregt hat! Michel versteht mich etwas öfter als Mama und Papa, aber der will mich dafür oft gar nicht verstehen.

Mir scheint, ich komme um das Sprechen nicht ganz herum, wenn das hier in Zukunft besser laufen soll.

In diesen Sinne bis bald – 

Ihre Pippi

Das Beste am Spielbesuch ist das Chaos!

Tag 598 – Nix zu erzählen…

Nee, echt nicht. Relativ ereignisloser Tag eigentlich. Kinder in den Kindergarten gebracht, Fahrrad zu Hause abgestellt, Maschine Wäsche angestellt, zu Fuß zur Arbeit. Arbeit, Meeting, Arbeit, Reisekostenabrechnungsrumgeärgere, god helg (Sprich: Guu hell(j), Schönes Wochenende, wichtige norwegische Floskel, fast so wichtig wie Takk for sist (tack for schisst), mit dem man sich für das letzte Treffen bedankt). Bus verpasst, nächsten Bus genommen, zu Hause Kinder drücken (Pippi kann jetzt „Aaam!“ sagen <3) und dann gegen die abrutschende Stimmung ankochen. Käsespätzle, das mögen wenigstens alle gerne. Michel will jetzt nächsten Donnerstag (!) auch „solche Nudeln mit Käse, derfordi de er godtest“ (das kann man nicht wirklich übersetzen, derfor heißt deshalb, fordi heißt weil, derfordi… tjanun. Und godtest wäre der Superlativ (der Neutrum-Form Singular von) von god = gut, aber ganz ähnlich wie im Deutschen ist der Superlativ davon best… Es ist verwirrend.). Überhaupt redet Michel im Moment sehr lustig und ich möchte einfach, dass er nie aufhört „verschiedlich“ zu sagen. Nach dem Essen Kinder ins Bett komplimentiert, mich selbst vorher gewaschen* und Zähne geputzt, falls ich dabei einschlafe, aber nein, ich bin immer noch wach. Ach ja: Termine für alle bei der Lieblingsfriseurin in Bielefeld ausgemacht, Michel hat es sehr nötig, ich auch, Herr Rabe geht so und Pippi hat ihre Flusen, da könnte man vielleicht mal die splissigen Spitzen am Hinterkopf abschneiden und sowas wie ne Form reinzaubern. Falls sie wen an sich ranlässt. 

Sonst war nix.

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* Lidschattentest: gestern hatte ich mir was alltagstaugliches mit einem Tacken Extra-Glitzer von ColourPop auf die Augen gemalt. Ich bin restlos begeistert. Die Lidschatten sind erstmal etwas ungewohnt, weil kaum pudrig, sondern eher etwas cremig beim Auftragen. Dadurch aber deckend wie sonstwas und viel präziser aufzutragen. Und vor allem halten die ewig, nix verläuft oder verschmiert oder entglitzert sich. Ich habe sonst schnell so eine dunkle Rille in der Lidfalte, weil meine Haut eben auch auf den Lidern schnell nachfettet, das machte dem ColourPop aber gar nix. Heute dagegen wollte ich mal die eine Palette von Covergirl (hab ich in den USA gekauft, weil unschlagbar günstig) ausprobieren. Der verläuft zwar auch nicht und hielt auch insgesamt recht gut, aber die Glitzerpartikel hatte ich heute Abend dann überall: auf den Lidern, aber auch auf den Wangen, in den Augenbrauen, in den Wimpern und ein besonders hartnäckiges Teilchen hatte sich quasi-kovalent mit meiner Unterlippe verbunden. Ich bleib bei ColourPop.

Tag 594 – Kann weg. 

Ich hab mich heute über so viele Sachen geärgert, es ist echt kaum zu fassen. Um der Negativität keinen Vorschob zu leisten werde ich jetzt hier aber nicht weiter darauf eingehen, sondern nur das aufschreiben, was gut war. 

  • Ich habe bei der Arbeit kurz dringliche Sachen gemacht und das mit schlafendem Kleinkind im Kinderwagen und vom Weg komplett durchgeschwitzt. 
  • Ich hab spontan eine neue Babyfüße-Packung gekauft, weil die im Angebot war. 
  • Pippi hat einen kompletten Becher Joghurt gegessen und war auch nach einem fast komplett verschlafenen Vormittag nachmittags echt gut drauf. 
  • Pippi macht echt Fortschritte beim Sprechen. (Neu im Repertoire: unter anderem „Di-go“, wobei wir noch unsicher sind, ob es eher „Stego“(-saurus) oder „Dino“ generell heißen soll. 
  • Liv war da und in so eine blitzende Bude kommen ist ja echt mal was schönes. 
  • Ich bin jetzt um halb zwölf schon fast müde. 

Tja das war’s dann auch schon. Aber ein bisschen was ist ja zusammengekommen. 

Tag 592 – Kotzimausi. 

Pippis Fressphase wurde unschön beendet. Gestern Abend noch erwischten wir sie, wie sie aus dem Topf die (heißen) Kirschen, die es zum Milchreis geben sollte, mit einem Esslöffel herauslöffelte und in sich hineinfutterte, klammheimlich, während ich noch in der Küche rödelte und Herr Rabe Michel und Besuchskind zum Händewaschen überredete. Danach aß sie Milchreis und Kirschen und das freitägliche Eis zum Nachtisch. Um ca. halb elf aß ich mit ihr Banane. Um ca. zwei war mir ihr Gerödel im Bett genug und ich wollte sie Herrn Rabe aufs Auge drücken, der aber in ihr Gemecker Durst interpretierte und mit ihr in die Küche wollte. Kaum aus der Tür des Schlafzimmers musste Pippi Husten (ist mal wieder etwas erkältet) und dann brechen. Volle Lotte, über Herrn Rabe, sich selbst und den Esszimmerfußboden. Kirschkotze, ich weiß das jetzt weil ich heute im Hellen die Spritzer entfernt habe, die Herr Rabe gestern Nacht nicht gesehen hat, sieht beängstigend nach blutendem Magengeschwür aus. 

Zum Frühstück sah ich Pippi wieder, Herr Rabe hatte mit ihr in Michels Bett geschlafen und sie hatte wohl noch ein paar mal gewürgt, aber so richtig war nichts mehr herausgekommen. Abgesehen davon, dass sie den ganzen Tag über vorsichtig mit Essen im Allgemeinen war, war sie schon morgens wieder gut drauf. Heute Nachmittag war Michels Kumpel M. da, der genauso heiß verliebt in Pippi ist, wie sie in ihn (das ist der, der zu seinen Eltern gesagt hat, er wünsche sich zu Weihnachten auch so eine kleine Schwester wie Pippi) und auch da war sie ein Sonnenschein. 

Wir halten also die Daumen für entweder hoffnungslos überfressen* oder Magen mit irgendwas verdorben (Kirschintoleranz?), auf jeden Fall bitte nicht Magen(-Darm*)-Virus. 

* oder vielleicht ist das doch nicht so ne tolle Idee, noch mitten in der Nacht komplette Bananen zu verspeisen und sich dann direkt wieder hinzulegen?

** minus Darm, das war wie immer. „Aua!“ 

Tag 589 nachgetragen – Das Kleinkind! Der Jetlag! Hurz!

Weshalb ich gestern nichts schrieb, ist prinzipiell sehr schnell erklärt: ich bin mit Pippi im Bett eingeschlafen. Sonst habe ich ja dann gerne mal nachts noch eben sowas geschrieben, gestern eben nicht, ich wollte nämlich einfach nur eins: bis zum Morgen weiterschlafen. (Und dann um fünf ausgeruht aufstehen und hier schreiben, was ich für ein Genie bin und dass ich endlich den Jetlag besiegt habe.)

Um zehn war Pippi wach. Herr Rabe war aber auch noch wach und holte sie zum Banane essen ab. Sie aß eine komplette Banane. Dann brachte Herr Rabe sie wieder und sie schlief recht fix wieder ein. 

Um halb zwölf kam Herr Rabe ins Bett, Pippi rödelte daraufhin im Bett herum und beschwerte sich. Ich glaube, sie konnte sich so spontan nicht entscheiden, mit wem sie lieber wrestlen kuscheln wollte. Nach ca. 15 Minuten schlief sie wieder ein. Ich brauchte für dieselbe Tätigkeit ca. 30 Minuten. 

Um eins war Pippi wieder wach. Richtig wach, mit Treten und Brüllen und allgemein schlechter Laune wegen

  1. Hunger (ja, echt, schon wieder!)
  2. Durst
  3. Der Schlafanzug hat Füße (hier Weltuntergangsankündigungsmusik* vorstellen)

Also aß sie noch eine halbe Banane, trank einen halben Becher Wasser und wir zogen ihr mitten in der Nacht den Schlafanzug aus und einen Body an. Inzwischen war es halb zwei, aber Pippi schlief recht schnell wieder ein.

Ich hingegen war dann erstmal wach. Richtig „Ich könnte jetzt aufstehen und den Tag starten“-wach. Bis drei. Oder jedenfalls so ungefähr, ich gucke nachts fast nicht auf die Uhr, das stresst ja doch nur, zu wissen, wie wenig Schlaf noch bis zum Weckerklingeln bleibt. Ich lag also im Bett und dachte so vor mich hin, keine schlimmen Grübeleien, eher so Alltagskram:

  • Würde es Sinn machen, aufzustehen? Ich könnte dann die Wäsche aufhängen. Und die Schnecken einsprühen, Herr Rabe hat das bestimmt vergessen. Hmm, lieber nicht noch den Kreislauf ankurbeln.
  • Ich könnte auch jetzt den Blogeintrag schreiben. Hinterher machen sich Leute Sorgen, wenn ich nicht schreibe! Hmm, lieber nicht, das Displaylicht würde mich bestimmt auch noch wacher machen. Obwohl, es ist ja nachtgedämpft. Ach nee, besser nicht.
  • Ich könnte lesen. Ach nee, mein Buch liegt irgendwo, nicht hier, weil ich das beim Schwimmen mithatte.
  • Schlafmittel? Nee, dann komme ich morgen vor Mittag gar nicht raus.
  • OK, Autogenes Training. Mein rechter Arm ist ganz schwer. Mein rechter Arm ist
  • Ich könnte vielleicht tRNA als internen Standard nehmen. Oder gleich als Oligo-Ersatz.
  • Mein rechter Arm ist ganz schwer. Mein
  • Ahhhh, nee, dann würde ja an allen Us… Obwohl, nee, UNG wirkt nicht an RNA. Oder? 
  • Mein rechter
  • Wenn ich kompetitiv vom Antikörper eluiere, kann ich dann nachher noch Nukleoside quantifizieren? Hmm. Sind einzelne Nukleoside in dem Fällungszeug löslich? Bestimmt. 
  • Mein rechter Arm ist
  • Ooooder ich mache das dann über die Säulchen, muss ich ja eh. Ja. Das klappt.

Sie haben ein Bild. Natürlich war es mir dann um fünf Uhr gänzlich unmöglich, aufzustehen. Um sechs beschloss ich, es einfach zu lassen mit dem Aufstehen. Um sieben war Pippi wach und sang und wurde dann von Herrn Rabe abgeholt. Michel war auf Nachfrage noch nicht wach, sondern „sliten“ (kaputt) und kuschelte sich an. Um halb acht weckte Herr Rabe uns mit den Worten „Es schneit!“. 

Um halb neun hatte ich die Kinder (alles, vor allem den Schnee, abgrundtief hassend) mit dem Schlitten in den Kindergarten gezerrt, stellte fest, dass ich meine Kopfhörer vergessen hatte, ging wieder nach Hause und machte mir einen Kaffee. Hängte die Wäsche auf und sprühte die Schnecken ein. Packte meine Ballettsachen. Und dann fuhr ich, halbwegs besänftigt und nicht mehr ganz so hasserfüllt mit dem Bus zur Arbeit. 

Das mit dem Jetlag könnte dann bitte auch mal langsam ausgestanden sein. Und Pippis Schlechtschlafphase auch. Bittebitte.
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* ich bin mir ganz sicher, dass es da für den Fall der Fälle eines sich kurzfristig ankündigenden, direkt bevorstehenden Weltuntergangs á la Independence Day zu diesem Zweck von Hans Zimmer vorkomponierte Musik gibt, die dann über Lautsprecher weltweit abgespielt wird. 

Tag 587 – I will survive.

Tatsächlich ging es den ganzen Tag halbwegs gut mit der Müdigkeit, jedenfalls mit zwei großen Kaffee zwischendurch. Aber seit dem Pippi-ins-Bett-bringen geht nix mehr, erst schlief ich mit ein, dann wurde ich wach, jetzt habe ich Kopfschmerzen und mir ist warm und schlafen kann ich auch nicht mehr. 

Blöde Schwimmkursdinge sind blöd. 

Wir haben eine Lösung gefunden, die hoffentlich allen gerecht wird: Michel wird den Schwimmkurs wiederholen, aber mit seinem besten Kumpel zusammen. Der hatte nämlich das gleiche Problem: die Lehrer*Innen sehen ihn nicht, obwohl er alles anfangs top mitmachte, er bekam nie eine positive Rückmeldung. Jetzt lässt ers halt, das Mitmachen. Und kriegt eine „schlechte Bewertung“ (eigentlich ist es nur eine Empfehlung, aber die koppeln sie an das Vortrittsrecht und die Kurse sind alle voll, wenn man das nicht hat…). Bei Michel lautete die „Ist sehr vorsichtig und weicht daher Übungen aus. Muss sich erst sicherer im Wasser fühlen.“. Wir reden hier von einem Kurs, dessen Ziel es war, den Kindern „Treiben“ beizubringen. Das machten sie in der, wenn ich mich recht erinnere, dritten oder vierten Stunde. Michel, und alle anderen auch, trieben. Sie hüpfen auch durch Ringe. Hüpfen vom Beckenrand ins tiefe Becken. Michel liebt tauchen und holt alles vom Beckenboden hoch. Aber die Lehrerin sieht in Michels Fall nur, dass er herumhampelt, wenn sie sich länger mit einem anderen Kind beschäftigt (was sie wirklich oft tut). Sie bezieht ihn aber auch einfach nicht mit ein, in das was die Gruppe macht, sondern ignoriert ihn lässt ihn halt hampeln. Nach dem Herumhampeln kommt dann das Desinteresse. Kurz gesagt: die Schwimm-Kompetenz der Lehrer*Innen will ich in keinem Fall in Frage stellen, aber die pädagogische ist… ausbaufähig. Und das gedenke ich der Schwimmlehrerin auch so zu sagen. Möglichst sachlich und freundlich auch wenn die mein Baby beleidigt hat das ja wohl das großartigste Kind der Welt und zudem herausragend talentiert im Treiben ist. Auch die Mutter von Michels Kumpel will das ansprechen. Kostet ja auch nur 150€ so ein achtwöchiger Kurs, also Schwamm drüber. Puh. Ich hoffe eonfach, dass er ganz bald schwimmen lernt (noch drei mal 150€…) und wir die Schwimmkurssache dann abhaken können. Ich grummel immernoch sehr darüber, dass man überhaupt 4-Jährige durch 17-Jährige bewerten lässt. Aber ich sehe auch, dass er unaufmerksam wird, wenn er nicht genug Beachtung bekommt und das kann er dann ja mit seinem Kumpel zusammen üben (und sich gegenseitig Beachtung geben und zu zweit um die Gunst Aufmerksamkeit der Lehrer*Innen buhlen), das hoffen wir Erwachsenen jedenfalls.