Tag 412 – Titeldummie. 

In meinem Kopf heute nur konfuses. 

Nächste Woche fahre ich schon nach Portugal. Das ist ziemlich verrückt. 

Der Chef besprach mit jemand anderem die Ergebnisse von meinem Experiment. Niemand sprach mit mir. Der Chef sagte „Ich muss nachdenken.“ und schloss die Tür zu seinem Büro hinter sich. Das macht er sonst nie. 

Die GEZ-Scheiße ist immer noch nicht vorbei. Es lässt einen schier verzweifeln, obwohl das alles über nen Anwalt läuft. Trotzdem: zum dritten Mal die Ummeldebestätigung aus September ’13 scannen, weil die jetzt behaupten, ich sei „laut Ihrer Unterlagen“ ja mindestens bis April ’15 beitragspflichtig, ist überaus nervtötend. (Ich auch übrigens völlig alleine. Herr Rabe wurde noch gar nicht mit 7000 €- Nachforderungen beglückt. WARUUUUUM???)

Nach einer Odysee der Nachbarschaftskommunikation über Nachrichten-Gruppen habe ich endlich Feuerholz bestellt. Es wird nächste Woche geliefert. Der Holzmann (nicht der vom letzten Jahr!) will wissen, ob er noch mehr liefern soll. Meine Motivation, das gerade so geschlossene Fass wieder aufzumachen und zu fragen, ob wer noch mehr Holz haben will, geht gegen null. 

Ich wollte für Herrn Rabe was ganz tolles zu Weihnachten nach Deutschland bestellen, also so dass wir das jetzt im Oktober mitnehmen können, und das gibt es (noch?) nicht. 

Michel hat übernächste Woche schon Geburtstag. Aaaahhhh!!! (Noch kein Geschenk besorgt, er soll nen Schwimmkurs kriegen, aber man kann sich noch nicht anmelden, Partyplanung hab ich so halb wegdelegiert an M., deren Sohn und bester Kumpel von Michel die Woche drauf 5 wird, wir wollen eventuell zusammen feiern, die Gäste wären wohl eh zu 90% redundant und Norweger haben absolut kein Problem mit Vorfeiern.)

Michel sorgt sich immer noch über Kampfflugzeuge und ob wir im Falle einer Flucht wohl Spielzeug und alle (!) unsere Bücher mitnehmen könnten. 

Pippi mag nicht einschlafen im Moment, ich glaube sie weiß selbst nicht so ganz, was sie will, mal will sie raus aus der Trage, dann will sie wieder auf den Arm, dann Trage, aber bitte mit Mama in den Hals kneifen, dann schlägt sie mich plötzlich oder dreht meinen Kopf weg, dann schlingt sie wieder ihre Ärmchen um meinen Hals und zieht mich ganz nah ran: das ist alles sehr wirr. Das geht dann so zwanzig Minuten, dann schläft sie doch ein und dann erstmal wie ein Stein. 

Ich habe gestern mein Fahrrad repariert. Das Hinterrad hatte sich nach vorne geruckelt, ich nehme an eine ungute Kombi aus Anhänger und Kopfsteinpflaster ist schuld. Gestern war ich dann doch etwas panisch und ließ das Rad zu Hause, fuhr mit dem Bus zur Arbeit und ging zu Fuß zurück. Reparierte unter Einsatz aller meiner Muttisport-gestählten Muskeln das Rad und fuhr heute mit gutem Gewissen und festem Reifen wieder Fahrrad. 

Ich machte Pizza und wollte zwischendurch alles hinschmeißen. Kack Teig, einen Tacken zu klebrig, dann hings am Schieber fest, Käse auf meinem schönen Backstein. Hrmpf. Aber lecker. Sogar Michel aß ein Stück eines Stücks weißer Pizza mit Lachs, gegrillter Zucchini und frischem Rosmarin. Ich konnte meinen Augen kaum glauben. 

So müde, dass mir die Augen zufallen. Gute Nacht!

Tag 411 – Jagdflugzeuge. 

Unweit von Trondheim, ich glaube in der Nähe des Flughafens, ist ein Truppenübungsplatz der norwegischen Luftwaffe. Deshalb düsen hin und wieder Kampfflugzeuge über Trondheim. Vor kurzem fing Michel damit an, jedesmal begeistert „Jagerfly! Jagerfly!“ (Jagdflugzeug) zu rufen, wenn er eins hörte. Nun ist es so, dass ich seit dem Balkankrieg (Danke, Papa, für den Satz „Milosevic zettelt noch den dritten Weltkrieg an.“, der ist nie wieder aus meinem Gehirn weggegangen) eine tief verwurzelte Angst vor Krieg habe, ich war ja selbst noch echt klein und da kamen all diese Familien mit Kindern in meinem Alter und wir wussten: die fliehen vor dem Krieg. Dem, der so weit gar nicht weg ist. Dem, den wir im Fernsehen manchmal sehen. Aus dieser Angst heraus bin ich Pazifist, wohl auch weil ich immer gerne alles rational verstehen können will und Krieg nun mal nicht logisch ist. Jedenfalls erklärte ich Michel, dass Jagdflugzeuge Kriegsmaschinen sind und ich die deshalb nicht gut finde und mir wünsche, es gäbe die nicht. Auf Nachfragen erklärte ich ihm dann auch wozu man Kampfflugzeuge benutzt: um andere Flugzeuge abzuschießen und um Bomben abzuwerfen. Um Leute zu töten. Diese Informationen waren offensichtlich zu viel für Michel (es tut mir so leid, ehrlich! Da sind die Pferde mit mir durchgegangen!) und sie brauchten zwei Tage um in seinem kleinen Kopf viel Mist anzurichten. Heute beim Essen war er dann erst scheinbar grundlos wütend und dann traurig. Irgendwann kam er auf meinen Schoß gekrochen und schluchzte heraus:

M: „Ich will nicht, dass Jagerfly kommen und unser Haus kaputt machen!“

Ich: „Aber das tun sie ja auch nicht!“

M: „Aber wenn Krieg kommt dann kommen Jagerfly und [unverständliches Schluchzen]“

Ich: „Aber es kommt ja hier kein Krieg hin…“

M: „Doch! Ich merke das!“

Ich: „Nein mein Schatz, hier kommt kein Krieg hin. Und selbst wenn würden wir dann woanders hingehen. Wo kein Krieg ist.“

M: „Aber dann müssen wir ja Flugzeug fliegen und dann schießen uns die Jagerfly ab!“

Ich: „Neineinein mein Schatz, die schießen nicht auf solche Flugzeuge. Außerdem können wir ja auch Auto fahren. Und wir würden früh genug gehen. Meistens merkt man das vorher, wenn Krieg kommt, da hat man noch etwas Zeit, woanders hinzugehen.“

Herr Rabe: „Du kennst doch Tiba, von der Maus. Die sind doch auch nach Deutschland gekommen, weil in ihrem Land Krieg ist. Die sind ja auch weggegangen. So würden wir das auch machen.“

M (rollt sich immer kleiner auf meinem Schoß ein): „Ich will nicht dass einer kommt und unser Haus kaputt macht. Dann können wir kein Essen mehr kaufen. Und dann müssen wir verhungern [weint furchbar].“

Ich: (mit wachsendem Kloß im Hals) „Aber es kommt ja keiner und macht unser Haus kaputt. Ich verspreche dir, dass hier kein Krieg hinkommt. Und wenn gehen wir weg. Ich passe doch auf dich auf!“
M: „Aber vielleicht bist du dann auch tot!“

Ich (wirft alle Pläne, nie die Kinder anzulügen über Bord): „Nein mein Schatz, ich bin bestimmt dann nicht tot.“

M: „Warum?“

Ich (Kloß erreicht Tränendrüsen): „Weil ich ja auf euch aufpassen muss! Deshalb bin ich nicht tot. Ich passe immer auf dich und Pippi auf.“

M: „Hmm… Ich hab noch Hunger, kannst du mich füttern?“

Damit war das Gespräch für ihn beendet, aber mir hing es noch lange nach. Mein Baby (wollte ja auch gerne mein Baby sein, siehe Füttern) macht sich so viele Gedanken und diese ganze schlimme, unlogische, nicht erklärbare Sache belastet ihn viel mehr, als ich geahnt habe. Ich würd ihm die Angst ja gerne nehmen, aber kann nicht (jedenfalls nicht aus voller Überzeugung), weil ich ja selbst Angst habe. Ich kann halt wirklich nur versprechen, dass, solange ich lebe, ich alles tun würde, um ihn und Pippi zu beschützen. Alles. Ich würd ihn am liebsten schon vor solchen Gedanken beschützen. Oder sie löschen können. Draufpusten und weg sind sie und ich hab meine große kleine Quatschnase zurück. 

Und dass meine allerallerallergrößte Angst die durchaus reale ist, dass ich sie eben nicht vor allem beschützen kann (Liebeskummer, Viren, Mobbing, Krebs, Unfälle, …) verrate ich ihm einfach am besten erst, wenn er groß ist. Größer als knapp vier. Eher so vierzig. Vielleicht. 

Grüße von der schlechtesten Mutter der Welt, die ihr Kind so überfordert hat.

Tag 409 – Samstag in Bildern. 

Menschen, die ihr „Blog Frau Rabe“ googelt: Hallo! Willkommen in meiner chaotischen Welt! Dies ist sowas wie mein Tagebuch, nix groß politisches, viel Kinderblabla, manchmal Zeug über meine Arbeit, manchmal Zeug über Norwegen. Ich hoffe, das enttäuscht Sie jetzt nicht total.

Außerdem möchte ich aus Gründen mal nach Finnland rüberwinken! Kippis! (Mehr Finnisch kann ich leider nicht, ich stelle mir das auch super schwer zu lernen vor, oder?)

So, jetzt ist aber auch genug des Vorabgeplänkels. Es folgen ein paar Impressionen von heute. 

Frühstück und so ohne Bilder. Frühstück halt, Besonderheit vielleicht die frischen Brötchen, die Herr Rabe wegen akuter Backfaulheit seiner Frau heute früh holte. Waren aber nicht so der Knüller und ziemlich teuer. Nach dem Frühstück gab es etwas Reibereien zwischen den Kindern: Michel spielt gerne mit Dingen direkt vor Pippis Nase, rastet dann aber aus, wenn sie ankommt und es antatscht. Ja, sie macht dann auch mal Duplogebäude oder Zugschienen kaputt oder isst ein Gemälde, aber tjanun, dann soll er mit seinem Krams woanders hingehen, die Wohnung ist wahrlich groß genug und ich kann Pippi ja auch nicht anbinden. Naja, jedenfalls brüllte Michel in einer Tour „NEIN! NEINEINEIN!!! Mamaaaaa! PIPPI WEGNEHMEN!!!“ was mich dezent auf die Palme brachte, allerdings schaffte ich es diesmal, nicht die Kinder anzuschreien, sondern steckte sie einfach in die Badewannen. Das klappte wunderbar. Plötzlich spielten sie friedlich, Michel gab Pippi was von seinem Kochgeschirr, das er in die Wanne mitgenommen hatte, ab und beide plantschten vergnügt vor sich hin. 

Michel ist bald echt einfach zu groß für die Wanne, was machen wir dann nur als Deeskalationsprogramm?


Während die Kinder badeten und ich duschte kaufte Herr Rabe ein und besorgte ein Geschenk für Michels Kumpel E., der am Donnerstag 4 wurde und heute feierte. Als er wiederkam empfingen ihn drei fröhliche, wohlriechende und streichelzart eingecremte Menschen, mit Kleidung an und geföhnten Haaren. Ich bin darauf ein bisschen stolz, ja. Außerdem rief Michel zur Begrüßung: „Papa! Mama un ich Muffins machen!“.  

Endlich sind die Backmischungen der Schwägerin alle.


Nach einem kurzen Mittagsschlaf für Pippi und Muffinbäckerei und Geschenk einpacken ging es los zu E.s Geburtstag. Da waren ca. 1000 Leute und ich war davon dezent überfordert, also hielt ich mich an Pippi fest. 

Pippi steht auf Autos. Das hier ist sogar ein Transformer, der sich nach dem Ausflug in den „Sand“kasten nun etwas schwerer transformieren lässt, als vorher.


Auf dem Geburtstag war auch ein großer Spiderman (E.s Onkel), den fand Michel, der sonst dauernd von Spiderman redet (Spiderman boxt so cool, das macht er gerne vor. Er hat Spiderman noch nie gesehen, weder als Comic noch als Film.) ziemlich unheimlich. Beim Geschenke angeln traute er sich dann aber doch wieder von meiner bzw. Herr Rabes Seite. 

Mein ganzer Stolz: man kann keins von den fremden Kindern richtig erkennen.

Wir blieben nach dem Aufräumen noch auf einen schnellen Kaffee, weil die Kinder noch spielen wollten. Pippi atmete schnell die Reste an Blau- und Erdbeeren ein, ich überlegte, wie ich den furchbaren Kaffee, der sicher schon drei Stunden in der Thermoskanne zugebracht hatte, runter kriegen sollte. Ich entschied mich für kurz und schmerzlos, exte die Tasse, als sie nur noch lauwarm war, hielt mit Mühe meine Gesichtsmuskulatur im Zaum und bekam postwendend Sodbrennen. Ziemlich bald drauf fuhren wir nach Hause. 

Der Kindergeburtstag hat Opfer gefordert.


Pippi war auf der Rückfahrt eingeschlafen und wachte auch nicht auf, als wir sie ins Bett legten. Genau genommen wachte sie bis zum Abendessen nicht mehr auf. In der Zeit, in der sie schlief, räumte ich etwas auf. 

Vorher. Es fehlen: zwei Feuerwehrleute, ein Papagei, ein Panda, Trauben, das Herz, ein pinker und ein blauer Fisch und zwei Bauklötze.

Nachher. Ich fand auch noch den Papagei. Der Rest ist weder unterm noch im Sofa, noch im Regal. Vermutlich in irgendeiner Spielzeugkiste.


Nach dem Essen (Rest von gestern) wurde unter den kritischen Blicken der Kunden am Lernturm gebaut. 


Sie denken jetzt vielleicht, dass die gar nicht kritisch aussehen, sondern eher wie Quatschnasen in Schlafanzügen, aber das täuscht. Michel hat’s schon voll raus. Sowohl das Posen fürs Foto als auch kritische Anmerkungen. „Zwei Schrauben!“ und „Nein, das muss da so nach innen!“ und „Das dauert mir zu lange!!!“ – Herr Rabe tat mir schon etwas leid. 

Tag 407 – Schneller Mix. 

Morgen ist ein Mini-Symposium, zu dem ich gehe. Das fängt um 08:20 an, ich möchte gerne um 07:30 mit den Kindern hier los, es ist schon spät aber dafür alles vorbereitet: Brotdosen, Frühstück, Klamotten rausgelegt und mein Kleid ist auch noch fertig geworden. 

Wenn der Mann von mir komische Posen verlangt („Schultern zurück! Noch mehr! Noch mehr! Und jetzt das Kinn nach vorne!“) kommt das dabei raus.

An das Klamotten selber nähen könnte ich mich gewöhnen. Das macht Spaß, entspannt (wenn man nicht grad fünf Zentimeter vor Ende der letzten Naht neuen Unterfaden aufspulen muss) und man hat am Ende Dinge, die einem wirklich gut gefallen. Zum Beispiel weil sie voller Pinguine sind. Und Taschen haben. 

Im Ballettbody sieht man die ganze Pracht der Kalbsschnitzel sehr deutlich. Stellte ich heute so ganz achtsam beim Blick in den Spiegel fest. Und stellte auch fest: is schon ok. Is alles ok so. At peace with my body. 

Das hässliche Tattoo der einen hübschen beim Ballettkurs ist jetzt nicht mehr ganz so hässlich. War wohl vor ein paar Wochen noch frisch, inzwischen erkennt man mehr Details. Aber gefallen tuts mir immer noch nicht. Ich hoffe ihr schon. 

Apropos. Vermutlich finden die Mädels beim Ballett mein Tattoo* auch nicht ganz so hübsch. Ich seh es ja quasi nie. Aber ich weiß, dass die Linien inzwischen recht breit gelaufen sind und die Schattierungen nicht mehr ganz so schön. Wäre eigentlich Zeit, das mal nachstechen zu lassen, aber die Erinnerung an die Schmerzen hat sich die letzten 12 Jahre ganz gut gehalten. 

Pippi hatte einen richtig guten Tag im Kindergarten. Schlief 2 Stunden (im Bett, alleine!!!), aß Brot und Obst und Joghurt und spielte sehr fröhlich im Sandkasten. Da lief sie auch herum, zum Erstaunen der Betreuer*innen, die das so noch nicht gesehen hatten. Drinnen läuft sie schon mehr, aber da hat sie ja auch keinen Michelinmännchen-Parkdress an. Es ist sehr sehr erleichternd, zu sehen, dass sie im Kindergarten inzwischen eine gute Zeit hat.

Michel zieht keinen Michelinmännchen-Parkdress mehr freiwillig an und deshalb braucht er im Moment täglich für den Kindergarten ne neue, gewaschene Hose. Und wir waschen uns nen Wolf. 

Frustrierender Mist bei der Arbeit, aber dafür werden die Proben für das Nature-Paper jetzt endlich gemessen. 

Das wars. Gute Nacht!

*Eine Elfe. Nackt. Auf meiner Schulter. Is schon ok so ;)

Tag 405 – Gnääääääähhhh.

Erwarten Sie heute bloß keinen Content. Der Tag war ein Brei aus krankem/nicht-krankem Kind (Die Fiebermesspolitik. Sie erinnern sich? Heute probierten wir es, nach nicht mal 10 Minuten bei der Arbeit klingelte mein Telefon: 38,1. Als wir zu Hause ankamen waren es 37,9, ja ich weiß, das ist erhöhte Temperatur, aber Pippi war quietschfidel, futterte die ganze Zeit, spielte und lief (!) herum, sie wirkte auf mich einfach nicht krank. Aber Fieber ist Fieber. Seufz.) nach Nacht mit kaum Schlaf weil eben jenes Kind auf mir drauf lag und mir in den Hals kniff. Da war ich doch froh um die halbe Stunde Mittagsschlaf, die mir nach Arbeitsemails beantworten und was essen noch blieb. 

Für die Twitter-Problematik habe ich eine nicht ganz befriedigende Lösung gefunden, da sind jetzt alle Interaktionen mit Leuten, denen ich nicht folge, stumm. Dadurch verpasse ich bestimmt auch interessante Dinge, aber vor allem muss ich mir nicht zum 1000sten mal anhören, dass das Kleid doch schön ist und überhaupt, da sind Neuronen drauf, das weiß ich ja sicher nicht. Ich schätze mal ne Woche, dann regt sich das Internet über was anderes auf und ich kann die Benachrichtigungen wieder anschalten. 

Apropos aufregen: ich regte mich ja mal über die Phrase „Erziehung ist Gewalt“ auf. Sehr sogar. Dazu hat jetzt die Ökohippierabenmutter einen wie ich finde ganz tollen Text geschrieben, dafür noch mal viel Liebe! (Und das sagt hier eine, die sich geschworen hatte, ganz sicher nie mehr irgendwas von so Unerzogen-Vögeln zu lesen.) UPDATE: ich wurde darauf hingewiesen, dass manche wirklich wirklich überhaupt gar nix zu Unerzogen lesen wollen und dass ich nicht ganz klar gemacht hab, dass der verlinkte Text davon handelt. Also: TRIGGERWARNUNG! Unerzogen! TRIGGERWARNUNG!

Tag 393 – Kann weg. 

Eigentlich heute auch viel Gutes passiert, zum Beispiel kommt ganz vielleicht unter Umständen eventuell mein Name auf ein Paper in Nature. Aber dann war auch so viel Mist, das fing schon beim fertig machen für den Kindergarten und der totalen Eskalation eines Streites um Socken (Michel wollte die von gestern, mit denen er auch ins Bett gegangen war, anlassen, ich sagte nein) an und ging über einen total misglückten aber echt wichtigen Teilversuch weiter (und jetzt muss ich wieder erst Gedöns bestellen und dann drei Schritte zurück und die wiederholen und grrrrrrr…) und dann hörte ich noch was, das mich gar nicht betrifft und trotzdem total wütend macht: dass sich manche Kindergärten wohl wegen irgend welcher fadenscheiniger Versicherungssachen weigern, die Kinder mit Sonnencreme einzuschmieren. Mein Gehirn hat da einen Kurzschluss bei der ‚ALTER, SONST GEHTS ABER NOCH???!!!?!‘-Stufe, ich kann gar nicht recht erklären, warum, vielleicht ist heute einfach so ein Tag, an dem mein innerer Dreijähriger die Oberhand hat und der nun mal wegen Socken Sonnencreme jetzt Theater machen will.

Deshalb trinke ich jetzt gleich einfach einen Kakao und schreibe vielleicht morgen über die Ballettstunde.

Tag 391 – Michel weiß Bescheid. 

Als sowas ähnliches wie Molekularbiologin* lege ich Wert auf korrekte Bezeichnung biologischer und biochemischer Vorgänge. Und entsprechend stolz war ich auch, als Michel seiner Lieblingskindergärtnerin die Wahrheit über Karies und Baktus erzählte:

Michel: „Du? Im Mund hat man so Bakterien, die pupsen.“

Kindergärtnerin: „???“

Michel: „Ja, die essen da und dann pupsen die, und dann gehen die Zähne kaputt.“

Kindergärtnerin: „Ahhhh, du meinst Karies und Baktus?“

Michel: „Die heißen Bak-te-ri-en**!“

Kindergärtnerin: „Ja, und die essen die Zähne, deshalb muss man gut Zähne putzen.“

Michel: „Muss man Zähne putzen, dann haben die nichts zu essen und dann sind die so tot geworden.“

Die Kindergärtnerin hat vielleicht nicht ganz verstanden, auf was er da hinaus wollte, aber daran arbeiten wir noch. 

Inzwischen hat er sogar verstanden, dass nicht alle Bakterien böse sind, sondern dass die meisten gut sind. Erst sagte er nämlich neulich, er hätte Angst vor den Bakterien, wenn die ja überall sind und ganz ganz viele… Aber heute saß er auf dem Klo (er weiß auch, dass auf dem Klo auch immer viele Bakterien mit raus kommen und dass man deshalb das Klo öfter mal putzen muss und man nach dem Klo immer die Hände waschen muss) und ich hörte ihn vor sich hin singen „Kleine Bakterien sind alle meine Freundääää…“.

Ich hab den so lieb <3

*Ich habe Molekulare Biotechnologie studiert. Das ist so von allem was, aber vor allem sehr viel mehr auf Industrie ausgerichtet, als Molekularbiologie.

** als nächstes bringe ich ihm „Streptococcus mutans“ bei. 

Tag 390 – WMDEDGT September ’16

Es ist der 5., es ist WMDEDGT bei Frau Brüllen.

Sechs Uhr: alle Wecker gehen gleichzeitig. Kurzer Check: Pippi liegt neben mir (mit den nackten Füßen an meinem Oberschenkel, wie immer), Herr Rabe ist auch da, Michel nicht. Erstmal Snooze.

Dinge passieren (hallo, Snooze-Taste…), jedenfalls stehen wir dann doch zu spät auf, duschen sehr schnell, Kaffee für die Großen, Grøt für die Kinder machen, Michel wecken, Herr Rabe muss los. Kinder abfüttern (im Moment sind beide Fressmaschinen, das Grøt ist am Ende fast alle, Pippi zieht sich noch heimlich im Stehen auf seinem Stuhl Michels Reste rein), anziehen, allen die Zähne putzen, mich schminken und zack, zack, Wachs in die Haare, Ohrringe rein, die gestern schon gemachten Brotdosen in die Rucksäcke: Abmarsch. Es ist 08:15.

Als alle ihre Jacken und Regenhosen und Fahrradhelme und Schuhe anhaben und in und auf ihren Fahr-Devices sitzen, beamt sich der Uhrzeiger auf 08:32. Gnaaahh, das ist zu spät, ich habe Meeting um 09:00. Um 08:42 habe ich Michel erfolgreich zum Kindergarten gequatscht, hänge Jacken auf und stelle Schuhe ins Regal und schwitze ein bisschen und schnauze auch ein bisschen Michel an, der natürlich erst Hilfe dabei will, seinen Helm aufzuhängen, während ich zwei Rucksäcke, eine Matschhose und Pippi balanciere. Oben angekommen wird Pippi ohne viel Tamtam der Erzieherin übergeben. Die fragt mich, ob ich am Samstag beim Marathon mitgelaufen wäre. Ich lache. Pippi weint. Michel geht spielen. Auf dem Weg nach draußen hänge ich Michels Helm auf, reiße mir die Überschuhe von den Füßen und sprinte zum Rad. Dann rase ich wie eine gesengte Sau zur Arbeit (08:49). Um 08:59 (Rekord!) stelle ich mein Fahrrad ab. Wegen Abschließen und Weg bin ich dann zwar doch erst um 09:04 im Meetingraum und ich habe auch noch meinen Helm auf und meine Jacke an, aber es hätte schlimmer kommen können.

Meeting bis 09:30, super langweilig. Einziger interessanter Punkt: am Freitag wird hier Kreftfest sein (also Flusskrebse essen, dabei vermutlich trinken und gesellig™ sein). Es wird nochmal drauf hingewiesen, dass Sozialising wichtig ist. Innerlich lache ich mich kaputt. Äußerlich lasse ich mir nichts anmerken. Dann geht es um die Weihnachtsfeier, „die können wir ja näher an Weihnachten haben, an einem Freitag am besten“, ich rufe von hinten „SIXTEENTH“, das wird eingetragen, fertig. Keine Diskussion. Sozialising ist wichtig.

Nach dem Meeting verbringe ich geraume Zeit mit dem vergeblichen Versuch, meinen Computer hochzufahren. Er hängt sich aber immer irgendwo im Anmeldeprozess auf. Statt mich aufzuregen, gehe ich in den nahe gelegenen Supermarkt und kaufe fürs Frühstück und Mittagessen der nächsten Woche ein. Es gibt norwegische Äpfel, die wunderbar riechen und ebenso schmecken, das ist schön. Außerdem gibt es den neuen Weißkohl. Das heißt, ich kann demnächst mal Sauerkraut machen (das norwegische Sauerkraut schmeckt nicht).

Ohne Frühstück habe ich um elf großen Hunger und esse einfach schon mal Mittag. Mein Computer startet ja eh nicht. Ich versuche, das IT-department zu erreichen, aber erst ist besetzt, dann geht niemand ran. Ich schreibe eine Mail.

Nach dem Essen gehe ich ins Labor. Ich habe eine mail mit den Ergebnissen von letzter Woche bekommen und kann mit meinem Versuch weiter machen. Also mache ich, dann habe ich sehr viel Zeit zwischendurch (Inkubation, ich hab echt keinen Job für Ungeduldige) und dödel im Internet rum. Mein Computer geht weiterhin nicht. Ich stelle fest, dass sich um 13:00 schon elf Menschen beim WMDEDGT verlinkt haben und denke da ein bisschen drauf rum, außerdem wundere ich mich öffentlich bei Twitter und bekomme die Erklärung, dass man sich ja schon mal morgens verlinken und dann fortlaufend aktualisieren kann. Ich denke mit der Erklärung da weiter drauf rum und entschließe mich dann, das nicht so zu machen. E-mail-Abonnenten zum Beispiel würden dann ja immer nur den ersten Happen zu Lesen bekommen, bei machen Feedreadern ist es auch so: find ich blöd. Dann bin ich halt Nummer 120 in der Linkliste – was solls. Aber ich fange schon mal an zu schreiben, ich hab ja Zeit. UPDATE: Ich bin Nummer 48.

Irgendwann ist dann auch mal die Stunde Inkubation rum, ich mache im Labor weiter und habe dann ZWEI Stunden Inkubation. Meh. Ich geh Kaffee holen.

Mit Kaffe in der einen Hand und Handy in der anderen tausche ich mich mit Freundinnen über die Wonnen des Lebens mit Dreijährigen aus. In Echt tauschen wir Erfahrungswerte, wie oft wir so unsere Kinder anschreien (oft) und wie viel es bringt (nix) aus. Tjanun. Wir arbeiten an uns und sind uns unserer erzieherischen Unzulänglichkeiten bewusst, das ist ja schon mal was.

Zwischendurch rufe ich noch bei der Versicherung an und frage nach, was schiefgelaufen ist und warum ich Post vom Straßenverkehrsamt bekommen habe, mein Auto sei nicht versichert und sie würden es demnächst aus dem Verkehr ziehen. Ist natürlich alles gar kein Problem und schon lange erledigt, warum ich vor Wochen auf meine Mail keine Antwort bekommen habe, weiß natürlich auch keiner.

Zeitgleich mit einer Mail vom IT-Support, dass sie das total bedauern und dran arbeiten und das aber grad bei vielen Computern der Fakultät so sei, geht mein Computer plötzlich wieder. Gut, dann tippe ich da. Gucke über meine Daten, werde nicht schlau draus, google herum, werde etwas schlauer, zack, zwei Stunden rum, wieder ins Labor. Eine weitere Stunde später friere ich mal wieder alles in drei unterschiedlichen Gefrierschränken auf zwei Stockwerken und bei zwei unterschiedlichen Temperaturen ein, dann schreibe ich noch eine mail, in der ich den Leuten, die jetzt damit weitermachen müssen, erkläre, was ich gemacht hab (it’s natürlich magic!) und dann ist Feierabend und ich fahre nach Hause.

Zu Hause dann Kinderbespaßung und Essen machen (helfen, Herr Rabe macht das meiste der Arbeit, ich koche nur Reis und ziehe Tomaten ab), den von Pippi ausgeräumten Papiermüll wieder einräumen, dann Essen. Dabei Gespräche mit Michel:

Michel: „Ich und H. und M. und A. sind beste Freunde. Wir spielen immer zusammen. E. nicht.“
Ich: „Warum denn nicht E.?“
Michel: „Weil der ist nicht nett.“
Ich: „Warum ist der denn nicht nett?“
Michel: „Der sagt immer so Politi und Bæsj*. Das mag ich nicht so gerne.“ *Kacke

Fünf Minuten später, mit dem Essen fertig.

Michel: „Ich brauche so Papier! Und Stifte!“ *Fummelt sich im Schritt rum*
Herr Rabe: „Musst du nicht vielleicht erst mal aufs Klo?“
Michel: „Ja! Und Pillern! Und Kacken! So ganz viel!“

Herr Rabe bastelt noch mit Michel, ich mache Pippi bettfertig (die Rübennase hat sich Reis und Eis komplett überall hingeschmiert, es ist eine wahre Freude), dann mache ich noch ein zuckersüßes Video wie Pippi ganz nonchalant auf mich zu läuft (auf zwei! Beinen! Wir sind alle sehr stolz!), dann schaukele ich Pippi in der Manduca in den Schlaf, während Herr Rabe Michel ins Bett bringt. Dann muss Herr Rabe zum Sport, ich räume mit Pippi in der Manduca auf, füttere und wässere die Schnecken, spüle ab und dann gelingt mir sogar noch das Kunststück, Pippi schlafend ins Bett zu legen. Die günstige Gelegenheit nutze ich, um mein Gesicht zu waschen (ich hab jetzt das Reinigungsöl von dm und das ist mal ein echter Fortschritt in meiner Gesichtspflegeroutine!) und mich einzucremen, das geht mit Kind umgebunden sehr schlecht.

Und jetzt sitze ich hier am Küchentisch, trinke Wasser und esse schwedische Zitronenkekse und schreibe auf, was ich so den ganzen Tag gemacht habe. Das werde ich dann gleich verlinken und danach (! Für e-mail- und Feedreader-Leser!) versuchen, dass Pippi-Video hochzuladen. Das kann aber dauern. Aber es könnte sich lohnen, dann später nochmal vorbei zu schauen *augenzwinker*.


 

Tag 387 – So lala, so lala. 

Viele Ups and downs heute. 

Aufwachen um fünf wegen ach lassen wir das, jedenfalls schnell ins Bad gesprintet und danach nicht wieder richtig einschlafen können. Kann man machen, ist aber blöd. 

Ich durfte Pippi im Kindergarten lassen. Hurra. Sie war sogar kurz begeistert, ihre Bezugserzieherin zu sehen und wollte zu ihr auf den Arm. Dann lachte sie kurz und  als ihr das auffiel, geriet sie direkt in einen Loyalitätskonflikt gepaart mit dem üblichen Trennungsschmerz und weinte. Allerdings bekam ich sehr schnell eine Nachricht vom Kindergarten, dass sie sich schnell beruhigt hätte und spielt und lacht. 

Arbeit war dann aber nur so mittelgut, es geht alles soooo laaaangsaaaaaam und es nervt mich unendlich. Obendrein ein Meeting (immerhin mit Kuchen) und Lab Duty, also Dinge kalibrieren (mach ich gerne), putzen (mach ich generell nicht gerne, aber am liebsten noch im Labor), Sachen auffüllen (ist etwas nervig, aber im Großen und Ganzen ok) und Lösungen herstellen und abfüllen (mag niemand, deshalb ist die Liste herzustellender Sachen immer lang und es greift die Verantwortungsdiffusion, leider fühle ich mich oft mehr verantwortlich als andere und deshalb mache ich gefühlt immer viel viel mehr als viele andere). Und Zack, war der Tag auch wieder rum, ich druckte noch schnell (halb legal) ein zwei Schnittmuster aus, die ich mir aus Langeweile während irgendeiner Inkubationszeit herausgesucht hatte und fuhr nach Hause. 

Zu Hause festgestellt, dass die Ibuprofentablettenwirkung vom Morgen alle war und eine neue genommen. Trotzdem mit Menstruationskrämpfen from hell zum Stoffladen gefahren. 

Im Stoffladen voll günstig genau ausreichende, schlichte Stoffreste für die Schnittmuster  bekommen. Dann noch dies… Und das… Oh, Pinguine! Und Füchse! Zack, 400 Kronen. Naja, hätte schlimmer kommen können. Ist schon oft schlimmer gekommen, könnte man auch sagen. 

Zu Hause fröhliche Pippi und eskalierender Michel, weil Pippi zwei seiner dreitausend Duplosteine hatte. Dann fröhlich kleine Fressmaschine Pippi (Herr Rabe hatte gekocht) und eskalierender Michel, weil wir ihm nur eine Portion Nudeln ohne Soße abgenommen hatten und dann die restlichen Nudeln mit der Soße vermischt hatten und uns in seinen Augen dadurch als absolute Unmenschen qualifizierten. Dann fröhliche kleine Schlafanzug-Pippi und eskalierender Michel, weil Bettzeit. Dann sehr schnell zwei schlafende Kinder. 

Ehrlich, diese A-Phase raubt mir noch den letzten Nerv. Es ist meine tägliche Zen-Übung nicht das Kind an die Wand zu nageln  möglichst wenig herumzuschreien. Wann hört das nur endlich auf?

Wegen schlafender Kinder wenigstens genug freie Zeit gehabt, um für das erste Shirt den Stoff (den ich natürlich schon gewaschen habe, irgendwann am Abend) zuzuschneiden. Das wird schön morgen. Wenn Falls die Kinder mich Nähen lassen. 

Tag 386 – Gemischtes. 

Jo, der Muskelkater von gestern ist schon fies. 

Das eine von zwei Hardcore-Experimenten weiter gemacht und dann weiter gegeben. Beide hängen jetzt bei der gleichen Person, wobei Experiment A darauf wartet, dass das „gute“ Gerät repariert wird, während Experiment B hoffentlich morgen schon weiter gemacht werden kann. Dieses Schneckentempo regt mich ein bisschen auf. Meinen Chef aber auch. 

So halb lustig: die Proben, die ich vor meiner Elternzeit in vierwöchiger Arbeit erzeugt hab, wurden endlich analysiert. Bisher kamen 2 (!!!) Proteine raus. 2!!! Es ist zum Heulen. (Ich hätte eher so 200 bis 2000 erwartet. 2 heißt: da ist ganz gründlich was schief gelaufen. Vielleicht ist es eben doch nicht so gut, die Proben ein Jahr in der Truhe liegen zu haben…)

Blöder Anruf aus dem Kindergarten: Pippi hat wieder Fieber. Meh. Also hingefahren: fühlte sich zwar warm an, war aber fröhlich und wirkte eindeutig nicht krank. Sie haben aber 38,1 Grad gemessen. Tja. Den Rest des Nachmittags und Abends war sie topfit, spielte und aß wie ein Scheunendrescher und war auch nicht anhänglich oder sonstwas. Vorm Ins-Bett-Gehen maß Herr Rabe nochmal ihre Temperatur: 36,5 Grad. Sie ist einfach nicht krank und war es vermutlich auch (heute) nie. Das muss ich jetzt „nur“ noch morgen früh dem Kindergarten erklären, der hat nämlich (aus völlig nachvollziehbaren Gründen, die trotzdem dauernd missachtet werden)  eine 24-h-Fieberfrei-Regel. Das wird bestimmt ein Spaß morgen früh. 

Michels Autonomiephase ist anstrengend. Sehr. 

Ballett: so schön. Leider sehr sehr voll. Noch viel leiderer: eins der Mädels, ein (wie ich finde) ausgesprochen sympathisches und schönes, hat sich ein wirklich hässliches Tattoo einer Libelle machen lassen. In den Nacken. Ich finde Tattoos oft schön, aber das ist echt misslungen und dann auch noch an so ner Stelle, die man eben nur mit langem Haar bedecken kann. Vermutlich einfach ein schlechter Tätowierer, aber sie muss jetzt erstmal ne Weile damit rumlaufen. 

Herr Rabes Bruder heiratet im Oktober zum zweiten Mal dieselbe Frau (diesmal kirchlich, vor 9 Jahren war standesamtlich) und wir fahren alle hin. Ich hab eh schon keinen Bock wegen Stress und den, ähhhhh, interessanten Familienfeiern der Familie Rabe (das schreib ich mal gesondert auf, das wird sonst hier zu lang). Heute bekam dann Herr Rabe von seiner einen Schwester eine Nachricht: ob er für einen Sketch, den sie mit der anderen Schwester aufführen möchte, den Erzähler spielen könnte. Einen Sketch aus so ner Art westfälischem Witzebuch. Ich kann gar nicht sagen, wie grauenvoll ich Sketche finde und AUS GUTEM GRUND habe ich bei meiner eigenen Hochzeit alles in die Richtung gehende untersagt und MIT RECHT weigern die eigenen Kinder meiner Schwägerin sich, bei sowas mitzumachen. Aber das wird wohl eine Hochzeit mit Sketchen und „witzigen“ (aka sexistischen, Fremdscham-erzeugenden) Spielchen. Ich brauche Schnaps. 

Apropos Schnaps: ich dachte heute übers Stillen nach und ich frage mich wirklich, ob es bei Kühen auch so ist, dass Abpumpen die Milchproduktion anregt, Ausstreichen (also Melken) aber nicht. Und ob das überhaupt auch bei Menschen mal wer untersucht hat, ob das echt so ist, oder nur ein Ammenmärchen. Falls jemand darauf Antworten hat: es interessiert mich wirklich ganz im Ernst!