Tag 1608 – Nicht getraut.

Tja, also heute habe ich nicht geschrieben, während die Kinder einschliefen. Ich habe nachgedacht und prokrastiniert, indem ich mit meiner Kollegin geschrieben habe, ob wir morgen zusammen noch was essen vor unserem, äh, Werksausflug. Wir gehen nämlich in eine Stand-Up-Comedy-Show und wäre das nicht mit Atle Antonsen würd ich mir das wohl schenken aber na gut. Socializing. Aber eigentlich ist das auch eine ganz andere Geschichte, die ich dann morgen erzählen kann.

Jedenfalls konnte ich heute keine Mutterschaftszweifeltexte schreiben, weil mein Fuß festgehalten wurde.

Wir probieren zum x-ten Male körperkontaktloses Einschlafen.

Ach ja. Der Zwerg. Die Maus. So tolle Kinder.

(Nein, auch Fuß festhalten macht nicht alles gut. Das Vertragen nach einem gepflegten Anranzer meinerseits heute Nacht macht auch nicht alles gut. Das ist es ja nicht. Es ist… ach. Vielleicht bald.)

Tag 1607 – Alltag und so.

Ich denke an einem Beitrag über Mutterschaft rum, aber ich weiß nicht ob ich mich traue, das wär schon alles nicht sonderlich rosig und ich erinnere mich noch an Häschtäck RegrettingMotherhood und wie da auf die Frauen eingeprügelt wurde. Von anderen Frauen. Weil ~ein Lächeln doch alles aufwiegt~. Weiß nicht. Ich warte da noch drauf und meine Kinder lächeln und lachen viel. Und ich lieb sie doll und das ist Teil des Problems.

Vielleicht morgen, vielleicht hinter einem Schloss, vielleicht nie.

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Heute war wieder Alltag, aufstehen um halb sechs, endlose, sinnlose Meetings und Probleme mit dem Computer. Herrschaftszeiten, dieses Kackteil hab ich ja mal gar nicht vermisst in den letzten knapp 3 Wochen! Wobei es nicht der Rechner ist, sondern das System, das inzwischen 2 mal im Monat irgendwelche Schluckäufe hat, sodass keiner arbeiten kann. Das ist total super, vor allem wenn man grad in einem Meeting ist und was ausprobieren soll, am Computer. Grrrr.

Leider ist mein Stoffwechsel jetzt auf dauerndes Essen eingestellt. Heute um elf hätte ich beinahe wen angefallen und um halb drei schon wieder. Da muss ich jetzt erst mal wieder von runter kommen, aber heute war es hart und als wir zu Hause waren und zum Unterzucker noch Stress wegen der Einkaufslieferung, die unerwartet früh kam, dazu kam, hatte ich erst mal schön Kopfschmerzen. Nix Sport und Laune im Eimer.

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Hundemüde, aber fertig mit der Pflicht.

Tag 1606 – Gute Vorsätze.

So richtige gute Vorsätze habe ich nicht, ich rauche ja schon lange nicht mehr (bald 12 Jahre), trinke selten Alkohol und will auf die seltenen Gelegenheiten aber auch nicht verzichten, möchte nicht abnehmen und ganz generell brauche ich echt nicht noch mehr Pläne, die ich dann zwanghaft einhalten muss will, in meinem Leben.

Ich wünsche mir fürs neue Jahr mehr Routine, weniger Chaos und mehr Zeit. Mehr Zeit könnte gelingen durch eine neue Routine beim Bloggen: ich möchte eine Weile versuchen, die Zeit, die die Kinder zum Einschlafen brauchen, konsequent zum Bloggen zu nutzen. Ich könnte auch versuchen, das mit dem Bloggen nicht so eng zu sehen, aber da sei die Zwanghaftigkeit vor. Jedenfalls sollte Bloggen während der Einschlafbegleitung oder während Herr Rabe einschlafbegleitet mehrere Probleme Knackpunkte auf einmal lösen: Ich schlafe dabei nicht ein, danach habe ich wirklich frei und ich hänge nicht auf Twitter rum.

Mehr Zeit durch mehr Routine, weiterer Aspekt: ich möchte mit Herrn Rabe zusammen unseren Alltag besser organisieren, sodass wir abends frei haben und auch Zeiten für jeden von uns allein frei werden, in denen man kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ja noch hunderttausend Dinge getan werden müssten. In meiner Idealvorstellung haben wir frei, wenn die Kinder schlafen. Klappt schon heute nicht, weil wir noch Essensplan und Einkaufsbestellung sowie Brotdosen machen müssen, aber das ist, denke ich, auch ein Prozess.

Mehr Zeit durch weniger Chaos: ich möchte weiter Kram reduzieren, vor allem auch bei den Kindern, damit aufräumen schneller geht, damit abends die untere Etage schnell wieder einigermaßen leer von Kindersachen geräumt werden kann und damit man die morgendliche Begehrlichkeit im Zweifel schnell findet. Das wird ganz sicher ein Prozess, vielleicht dauert das ein paar Monate Jahre, aber so what. Marie Kondo räumt auch nicht an einem Tag Rom auf.

Alles hehre Ziele, aber ich will es zumindest versuchen.

Tag 1605 – Nirgends ist es schöner…

… als daheim.

Heute gut angekommen, direkt viel gerödelt, damit der Wäscheberg bezwingbar bleibt und abends am Computer gerödelt damit ein kurzzeitiger, teilweiser Verlust der Übersicht über die Finanzen schnell und ohne allzu großen Verlust von Nerven behoben werden kann.

Urlaub ist fast vorbei, ein bisschen wehmütig bin ich ja schon. Allerdings verbuche ich einen kleinen Erfolg: alle Pflanzen, inklusive der Mango, leben noch.

Und die Orchideen blühen.

Tag 1604 – Bis morgen!

Nach wenig Schlaf sind wir nun auf dem Boot und gleich auf dem Weg. Da wir heute früh essen müssen wir auch früh ins Schwimmbad und danach ist vermutlich das Netz weg, deshalb hier jetzt schon ein kleines Piep. Heute früh hat alles soweit gut geklappt, auch wenn die Kinder nach 7 Stunden Schlaf eher mittelgut auszuhalten sind. Wir haben in Kiel noch mal vollgetankt, Nutella und Katjes gekauft und sogar noch neue Scheibenwischerblätter besorgt. Juhu!

Tschüss, Deutschland. Schön war’s mal wieder aber jetzt will ich wirklich gern einfach nach Hause.

Tag 1604 – Nur noch…

… schnell das Auto beladen. Vorher packen. Vorher W. zum Geburtstag gratulieren. Vorher Grünkohl essen (Grünkohl! Richtiger echter Grünkohl!!!).

Vorher in den Zirkus. Ohne Tiere und ohne Torten-Clowns.

Dafür mit 8 Leuten auf Motorrädern in einem Stahlglobus. (Nicht mit 10, Ich habe das eben recherchiert, sonst machen sie es wohl oft mit 10 aber es gab schon öfter mal Unfälle mit und in dem Ding, vielleicht sind sie ja vernünftiger geworden.)

Vorher noch einmal zu meiner Omi, und mit ihr einkaufen. Vorher noch in die Stadt, ein Buch und einen neuen Kopfhörer für Michel kaufen. Vorher noch zu dm, Hygienespüler und Rasierklingen und ähnlichen Kram kaufen. Vorher Frühstücken. Vorher Brötchen holen. Vorher duschen.

Das war ein langer Tag. Schön, aber lang. Nun eine kurze Nacht und morgen geht es (endlich) heim. Am meisten freue ich mich drauf, Michel nicht mehr mit Ceterizin vollpumpen zu müssen, damit er schlafen kann und sich nicht die juckenden Augen auskratzt.

Tag 1603 – Platte Raben.

Das waren wunderbare 4 Tage bei Tanja, Familie Drehumdiebolzen und Familie Wunnibar-Igelbert. Ach, das Internet. So oft ich damit auf Kriegsfuß stehe und hadere und über meinen Social Media-Konsum grüble reflektiere, so oft denke ich auch an inzwischen einen ganzen Haufen Leute, die ich darüber kennen gelernt habe und die meine Freunde und Freundinnen geworden sind. Obwohl man sich selten, seltenst oder nie in echt sieht. Die Overall-Internet-Bilanz ist doch positiv.

Die vier Tage konnten wir alle nutzen um unsere Batterien wieder aufzuladen. Wie viel umgänglicher Kinder sind, wenn man sie mit anderen Kindern auf einen Haufen wirft. Plötzlich können die Eltern auch mal wieder atmen und haben nicht permanent Kinder an der Backe kleben. Gut, man riskiert Scheißelkram, dass die Kinder viel Tablet schauen oder hinterher wer weint, weil wer anders irgendwas gesagt oder nicht gesagt hat. Aber bis dahin war’s entspannt, echt!

Erwachsene mit anderen Gleichaltrigen ähnlich tickendenden Erwachsenen zusammenwerfen ist auch immer sehr ratsam und ich vermisse die anderen Erwachsenen jetzt schon doll. Ich bin total froh, dass wir in unserem straffen Urlaubs-Zeitplan noch Zeit gefunden haben für J. und V., Little B., M. und C., D., M. und A., Tanja Tollpatsch, Dr. Drehumdiebolzeningenieurin und Zusehrverkürzt und Frau Wunnibar und Herrn Igelbert. Familie ist schön, Freundschaften sind eben was anderes und die ideale Anzahl Kinder ist 4, sofern man maximal 2 davon wieder mit nach Hause nehmen muss.

Allerdings fordert der wenige Schlaf, der viele Alkohol und, Ja, auch die viele soziale Interaktion hier seinen Tribut und wir sind alle 4 ziemlich platt. Da wir auch nur noch morgen haben bevor es zurück geht, schlafen wir lieber noch mal früh um morgen alles gut zu schaffen. Deshalb: gute Nacht!

Tag 1602 – Jahresendfragebogen 2019

Es ist der letzte Tag des Jahrzehnts. Das ist… ja hmm. Irgendwie seltsam. Ich habe auch auf eine Art das Schreiben prokrastiniert, wie ich halt insgesamt mit dem Schreiben hadere, es kommt mir ein wenig belanglos vor, was ich so schreibe. Aber, und das ist vielleicht meine Erkenntnis 2019, belanglos heißt ruhig heißt kein Drama heißt gut.

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Dann wollen wir mal. Genommen habe Ich dieses Mal die Fragen von Little B. [Anmerkung: ich fand ein paar der Fragen dieses Jahr besonders doof. Das ist in keiner Weise Little B.s schuld. Aber von wem der Fragebogen ursprünglich stammt, in welcher Stimmung, Lebensphase, wasweißich der geschrieben wurde, ist mir nicht bekannt.

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Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
7, Tendenz steigend.

Zugenommen oder abgenommen? Zufrieden mit dem Körper?
Ja. Ich mag mich ja insgesamt schon und immerhin hat mich der Scheiß mit der Schulter wieder zu mehr Sport gebracht, was optisch und Wohlfühlmäßig schon einfach eine gute Idee ist.

Haare länger oder kürzer?
Ca. gleich. Ich sehe auch keine andere Frisur am Horizont für mich auftauchen. Aber das lila färben Mitte des Jahres war gut, das sollte ich öfter machen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ähm. Gute Frage. Wohl mehr, da höheres Einkommen, andererseits auch viel zur Seite gelegt, weil das Auto langsam in seine Bestandteile zerfällt wir gerne in absehbarer Zukunft ein neues Auto kaufen wollen.

Der hirnrissigste Plan?
Wir sind (wieder) zu vernünftig für hirnrissige Pläne.

Die gefährlichste Unternehmung?
Auch für gefährliche Unternehmungen zu vernünftig.

Der beste Sex?
Definitiv jedenfalls ohne hormonelle Verhütung.

Die teuerste Anschaffung?
Die Smartwatch.

Das leckerste Essen?
Ganz banal: kurz in der Pfanne gerösteter Grünkohl mit Brokkoli, Saaten und Chili. Vom „eigenen“ Anteilsbauernhofanteil.

Das beeindruckenste Buch?
Late to the party aber Unterleuten.

Der ergreifendste Film?
Ich glaube ich habe dieses Jahr keinen einzigen Film gesehen. Oder ich kann mich nicht dran erinnern, dann war er aber auch nicht ergreifend. The Crown (Serie) habe ich sehr gerne gesehen.

Die beste CD Musik?
Tja, äh.

Das schönste Konzert?
Schlimm, aber auch dieses Jahr war ich auf keinem Konzert.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Arbeit, Familie, Alltag.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… Herrn Rabe und den Kindern.

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Müde Heute schon besser als gestern.

2019 zum ersten Mal getan?

Allein ins Kino (Ballett) gegangen. Medikamenten-Hersteller inspiziert. Bei einer Privatpraxis gewesen. Norwegische Gesetzestexte gelesen. Mich eingehender mit dem Brexit beschäftigt.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Überstunden gemacht, aufgeschrieben und abgefeiert.

  • 3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
    • Inkassoscheiß
      Eine Freundin verlieren
      Das hakelige Zurechtruckeln der neuen Arbeitssituation mit Herrn Rabe

    Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
    Auch nicht-Pharmazeutinnen sind wertvolle Menschen gute Inspektøre.

    Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
    Was ist das für 1 blöde Frage??? Anwesenheit Liebe teure Dingse Ein riesiges Glubschaugenglitzereinhorn.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Dass die Kinder bei der Babysitterfamilie übernachten durften.

    Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?/Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
    Ach je. Wie soll ich das sagen? Mein Leben folgt keinem Drehbuch in dem schöne Sätze stehen und irgendwie läuft auch nicht dauernd ein Diktiergerät mit. Falls bemerkenswert schöne Sätze in diesem Jahr gefallen sein sollten, kann ich mich nicht dran erinnern.

    Mehr Kohle oder weniger?
    Mehr.

    Besseren Job oder schlechteren?
    Überhaupt einen Job und ich mag ihn sehr.

    Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
    Erfahrungen und neue Freundinnen.

    Mehr bewegt oder weniger?
    Weniger als letztes Jahr. Muss wieder besser werden.

    Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
    Puh, äh, 2-3?

    Davon war für Dich die Schlimmste?
    Die Schulter.

    Dein Wort des Jahres?
    Inspektør.

    Dein Unwort des Jahres?
    Pharmazeutin.

    Dein Lieblingsblog des Jahres?
    Puh. Ich lese 5 Blogs regelmäßig und die alle gleich gern.

    2019 war mit einem Wort…?
    Irre.

    Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
    Mehr Routine.

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    In diesem Sinne: ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch in ein neues Jahrzehnt.

    It’s now or never.

    Tag 1601 – whoopsies.

    Schon wieder so spät. Aber es spricht für den Besuch hier, bei Familie drehumdiebolzen. Die Kinder verstehen sich wie Kinder eben und drei davon haben wir heute schon im Wald verloren und wiedergefunden – ich empfehle das nicht, Kinder im Wald suchen ist nicht besonders lustig – wir Erwachsenen verstehen uns wie nerdige Erwachsene sich eben verstehen und um das noch weiter zu fördern, haben wir eine lange Runde Cards Against Humanity gespielt, bis eben eben. Ich bringe kein Pinnekjøtt mehr mit zu Leuten, meine Wahrnehmung ist da wohl inzwischen so weit verschoben, dass ich das lecker finde und darüber hinaus vergesse ich auch jedes Jahr aufs Neue, dass danach die ganze Bude schlimm nach gekochtem Lamm stinkt. Hupsi eben.

    Internetliebe, ich gebe sie nicht auf.