Tag 1618 – Alleine.

Herr Rabe hat heute gearbeitet (oder so) und ist um halb acht morgens aus dem Haus gegangen und noch nicht zurück. Ich war also alleine mit den Kindern und das hat zunächst erstaunlich gut geklappt. Gegen Mittag, als wir alle gegessen hatten, geduscht und Zähne geputzt hatten, eingecremt und geföhnt und bekleidet waren, dachte ich sogar, dass ich gern immer so entspannt mit den Kindern wäre. Dass ich total gerne die Kapazitäten hätte, auf so vieles einzugehen und eine (Ja, echt) Ja-Umgebung zu schaffen. Allerdings war mir auch da schon sehr klar, dass im Alltag diese Kapazitäten einfach nicht da sind.

Naja, dann ging der Tag rum und am Ende war mir klar, dass auch ohne Erwerbsarbeit keine Kapazitäten da wären um das komplett durchzuziehen. Nicht hier. Nicht mit Kindern, die irgendwann voll am Rad drehen und nie zufrieden sind und immer noch mehr und noch mehr und noch mehr wollen. In jedem Laden was, direkt vorm Essen das zweite Eis des Tages, Nudeln und Würstchen und Ketchup aber NICHT SOOOOO! (hatte irgendwas beim Servieren falsch gemacht) und wenn man nach einem kompletten Film den Fernseher ausmacht gibt’s Geschrei. Uff, ey.

Dafür, dass ich trotzdem noch halbwegs ruhig und zugewandt blieb und nur ein Kind wegen einem Anranzer von mir ein Mal heulte (Wäscheständer nach mehrmaliger Bitte, daran nicht herumzurupfen, umreißen finde ich nicht so cool), mache ich mir gleich eine Dose Bier auf.

Tag 1616 und Tag 1617 – Vergessen und verpeilt.

Mal gucken, ob ich dieses Mal dran denke, nen Titel reinzuschreiben, bevor ich abschicke.

Jedenfalls: gestern habe ich das Bloggen vergessen. Es war bis dahin ein langer Tag gewesen und dann hatte ich das Bloggen spät abends fehlerhaft als bereits abgehakt abgespeichert.

Gestern:

Kurs für neue Angestellte. Habe außer seltsamer Seltsamkeiten zu Kündigungsfristen nichts (!) neues erfahren.

Ich war sehr mutig und hab am Ende des Kurses gefragt, ob wer sein Halstuch nicht braucht, damit sich zu Hause die Kinder nicht über dem einen Halstuch zerfleischen. Hätte dann etwa sechs Halstücher haben können.

Danach gab es Pizza, das war ganz nett, danach arbeitete ich noch ein bisschen (das ist halt auch blöd, wenn man schon so lange da ist: die andere Arbeit bleibt so lange liegen) und dann machte ich Sport. Bisher bin ich recht diszipliniert mit dem Sport dieses Jahr.

Weil Herr Rabe Zugchaos meldete, war es nicht schlimm, dass ich in der Apotheke recht lange auf eine Impfung warten musste. Ich bin jetzt endlich gegen Grippe geimpft. Das war denkbar einfach, übers Internet bestellt und in der Apotheke gesetzt, fertig. Die Apothekerin war sehr vorsichtig und nett und danach kam dann auch ein Zug, der halt 35 Minuten Verspätung oder so hatte. Quasi alles super.

Trotzdem wachte ich heute mit derben Kopfschmerzen und dickem Arm auf und wenn ich nicht meinen Computer bei der Arbeit vergessen hätte, wäre ich wohl einfach im Bett geblieben. So schleppte ich mich eher schlecht als recht durch den Tag, verschickte einen Haufen Dokumente und Zeug und abends socializte ich tapfer beim Hausfest mit dem Zoll. Das klingt jetzt alles schlimm und wäre sicher schöner gewesen, wäre ich nicht so schrecklich müde und kopfschmerzig gewesen, aber eigentlich war es ganz nett.

Und ich nehme jetzt wirklich immer meinen Computer mit nach Hause. Sicher ist sicher.

Tag 1615 – „Neu“.

Heute war Tag 1 von 2 Tagen Kurs für neu angestellte Personen im Werk. Das war, äh, ja, war. Ich habe folgende Dinge gelernt:

– wie die Logos der 4 Helseforetak* „aufgebaut“ sind (das war gar nicht Inhalt, ist mir nur zufällig aufgefallen)

– dass das Vinmonopolet auch dem Helse- og Omsorgsdepartementet unterstellt ist, wie wir

– im Werk arbeiten ungefähr 75% Frauen

Alles andere war nicht neu, was nach einem Jahr da auch nicht wirklich überrascht.

___

Und jetzt gucke ich Fernsehen. Ha! Es gibt für mich wenig entspannenderes, als Leuten beim Dessert machen zuzugucken und dabei Schokolade zu essen.

___

*Helse Nord, Helse Midt-Norge, Helse Vest und Helse Sør-Øst halt**

**Etwas related dazu: ich bemerke in letzter Zeit verstärkt, dass ich mir für ungefähr immer Sachen merken kann, die Leute gesagt haben. Im Wortlaut. Das war bestimmt schon immer so, aber jetzt fällt es mir auf. Seltsam.

Tag 1614 – Unschönes und Schönes.

Schön ist, dass die Kinder eigentlich schon schlafen. Pippi ganz sicher, Michel… doch, ich denke auch. Dabei wollte keiner unter 8 hier ins Bett, natürlich nicht, gar nicht müde.

Unschön ist, dass mir mein Nacken noch weh tut, nachdem ich mich heute Morgen volle Möhre lang gelegt hab, auf Eis, das aussah wie das nasse Pflaster unseres Parkplatzes. Das ist nur 2 Meter gepflastert, insofern war ich noch nicht mal weit gekommen.

Schön ist, dass es nur noch ein bisschen wehtut und ich so günstig auf Muskeln und Fett (aka halb Hintern, halb Hüfte plus etwas Schulter, daher das Nackenaua) gefallen bin, dass es nicht mal so blau geworden ist, wie ich dachte, dass es würde.

Unschön ist, dass ich im Zuge dessen herausgefunden zu haben glaube, dass mein Arbeitgeber (wir erinnern uns: der Staat) keine Unfallversicherung für mich abgeschlossen hat, in der normale Arbeitswege gedeckt sind. Außer man ist Verkehrsteilnehmer. Dann wohl schon (?). Aber so einfach aufs Maul legen weil es glatt ist wie auf der Schlittschuhbahn… naja, mal schauen was HR dazu sagt.

Schön ist, dass alle „meine“ technischen Geräte, die mir ja allesamt nicht gehören, sondern vom Arbeitgeber ausgeliehen sind, also PC, Handy und Telefon, heile geblieben sind. Nur meine Handtasche hat Kratzer.

Unschön ist, dass ich ein paar Sachen nicht loslassen kann, die tun immer noch weh, wie eine schlecht heilende Verstauchung, mit der man ewig lang rumlaboriert und immer wenn man sie grad vergessen hat wird’s wieder dick. Unschön ist dann auch, wenn man irgendwann nicht mehr weiter weiß und es doch operiert werden muss, was man doch die ganze Zeit vermeiden wollte.

Schön ist, dass ich Leute hab, die mich da auffangen.

Und schön ist, dass es jetzt hoffentlich besser heilt, nach der Operation.

(Als nächstes kümmern wir uns dann mal um erhöhte Kalziumzufuhr, für stabile Knochen.)

Tag 1614 – An der Zeit.

Halb zehn, es ist wohl Zeit, mir einzugestehen, dass keine Inspiration für’s Bloggen mehr kommt.

Das spannendste, das heute passiert ist, war, dass wir für einen halben Tag bei der Arbeit das Wasser abkochen mussten, bis Entwarnung vom Wasserwerk kam. Ich habe also einen halben Tag lang heißes bis pipiwarmes Wasser getrunken und das soll ja gesund sein, ich fand’s aber gewöhnungsbedürftig.

Die Kinder haben Salto auf dem Sofa geübt und das war sehr lustig anzusehen und im Hinblick auf solche Aktionen haben wir uns ja gegen ein teures, schickes Sofa und für eins mit komplett abnehmbaren und waschbaren Bezügen entschieden, da kann man auch mal drauf hopsen.

Fehler
Dieses Video existiert nicht
Fehler
Dieses Video existiert nicht

Tag 1613 – #12von12 im Januar ’20.

Endlich mal wieder 12von12 mitgemacht (was das ist und viele andere solche finden Sie bei Caro von Draußen nur Kännchen). Kurzzusammenfassung: unspektakuläres Wochenende. War tatsächlich auch mal schön.

Erstmal sind wir sehr gemütlich in den Tag gestartet. Die Kinder stehen zwar spätestens um halb neun auf, können sich dann aber gut alleine beschäftigen und machen nur selten echt großen Scheiß.

Frühstück! #1von12 von #12von12

Sonntägliche Vitamin-D-Dosis und viel Wasser, immer. #2von12 von #12von12

Mauszeit. #3von12 von #12von12

Nach der Maus machten Herr Rabe und die Kinder einen Spaziergang (und legten sich, wegen Eis, jeder mindestens ein Mal hin). Ich puzzelte ein bisschen herum,

Man sollte keine 400 Kronen für Kinderhandschuhe ausgeben. #4von12 von #12von12

… ärgerte mich über teure Kinderdraußenkleidung, die nach 2 Monaten Benutzung ihren Geist aufgibt, reinigte einen Schminkpinsel nochmal,

2. Versuch, den Pinsel sauber zu kriegen. #5von12 von #12von12

… den ich gestern schon mit den anderen Pinseln zusammen gewaschen hatte, aber in dem immer noch Schminkklümpchen hingen (merke: 1 Woche Reinigungsintervall ist vielleicht übertrieben, aber ein paar Monate sind VIEL ZU LANG!), setzte einen Zitronenkuchen an

Wie ich Sachen für Instagram arrangieren würde vs. wie es tatsächlich aussieht. #6von12 von #12von12 #fürmehrrealitätaufinstagram

und machte dann Sport.

Das war, äh, echt Zeit. #7von12 von #12von12

Ich bin leider grad nicht so furchtbar fit.

Nach einer Dusche dann der Kuchen, der wirklich lecker ist, aber leider total in sich zusammengesackt ist, nachdem der Guss drauf war.

Hab schon hübschere Kuchen gebacken, aber lecker ist er. #8von12 von #12von12

Danach war es schon wieder Zeit, Abendessen zu machen (irgendwie nur gegessen heute), was aber ein wenig dauerte und da die Kinder Videospiele spielen wollten, wir aber nicht wollten, dass sie nur rumsitzen, spielten sie Just Dance.

Zeit bis zum Abendessen überbrücken. #9von12 von #12von12

Es gab Lachs aus dem Ofen und Kartoffelgratin, beides sehr lecker aber die Kinder aßen wie immer eigentlich nur den Fisch.

Was davon essen wohl die Kinder? Richtig. Den Fisch. #10von12 von #12von12

Nach dem Essen ging es für die Kinder ins Bett, das verlief nahezu ohne Gemecker und relativ geschmeidig. Danach war es Zeit für unser…

Wöchentliches Stand-up-Meeting zur Wochen- und Einkaufsplanung. #11von12 von #12von12

Es stellte sich heraus, dass wir nicht so viel einkaufen müssen, dass sich das Bestellen lohnt, also machen wir nur den Einkaufszettel fertig, aber keine Bestellung.

Küche aufräumen und Brotdosen machen:

Vorbereitung ist alles. #12von12 von #12von12

Und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum.

Tag 1612 – Unzufrieden.

Heute den ganzen Tag im Großen und Ganzen vergammelt und das war zwar nötig, andererseits bin ich auch jetzt unzufrieden mit meiner doch sehr überschaubaren Gesamt-Tagesleistung. Dazu kommt, dass die Kinder dann auch nicht ausgelastet sind und eigentlich den ganzen Tag nur nerven, aka meine Aufmerksamkeit, aber, nee, ich bin mit Gammeln beschäftigt.

Gammeln brachte auch eine sehr ausgedehnte Social-Media-Runde mit sich und das tut mir auch grad (haha, grad, as if) alles nicht gut und da ist eine Pause fällig. Bald. Demnächst.

Es ist nicht wie eine Sucht, es ist eine.

Tag 1611 – Schnipsel.

Bus verpasst, nachdem der Busfahrer mich sicher 150 Meter hat rennen sehen. Danach den halben Tag gehustet und alle Busfahrer und Busfahrerinnen gehasst.

___

Jetzt rauche ich schon fast 12 Jahre nicht mehr und huste immer noch extrem lange nach Sprints. Dann war’s wohl zu Schulzeiten gar nicht das Rauchen, hmm?

___

Arbeit, Arbeit. Ich bin, es mag überraschen, immer noch keine Pharmazeutin und muss nun selbst aufschreiben, wieso das für den Job aber halt auch wurst ist. Während überall um mich rum Pharmazeuten und Pharmazeutinnen sitzen, die das allein aus Prinzip schon anders sehen. Voll supi.

___

Ich wünsche mir ein bisschen niedrigere Tellerränder allerorten.

___

Glaube Pharmazeuten erhalten sich ihren Berufsstand, indem sie in möglichst viele Vorschriften reinschreiben, xyz könne AUSSCHLIESSLICH ein Pharmazeut. Anders kann ich mir das nicht erklären.

___

Nach der Schule hat eine Oma hier einfach ihr Enkelkind, das ein Schulfreund von Michel ist, abgeladen. Sehr seltsam das alles. Aber das Kind weiß jetzt, dass es, auch wenn wir Chips im Schrank haben, hier keine Chips zum Abendbrot gibt. Sondern, wir schlimmen, kinderfolternden Unmenschen, Fertigpizza.

___

Herr Rabe, der sonst noch bis mitten in der Nacht liest, schnarcht auf dem Sofa.

___

Alle bekloppt.

___

Tag 1610 – Ist halt ab.

Als wir in Deutschland waren und über die Autobahn fuhren, machte es plötzlich ein sehr fieses Geräusch hinten am Auto. So als wäre was derbe kaputt. Ein teures Geräusch. Und natürlich kam dann kein Parkplatz und wir mussten 5 km langsam und beide sehr stark schwitzend fahren bis wir endlich anhalten konnten.

Unterm Auto hing dann das:

Herr Rabe vermutete, dass es ein Hitzereflektor ist, wir waren uns jedenfalls beide einig, dass es weder Auspuff noch sonst was kritisches ist, und so fuhren wir weiter, ohne schlimmes Geräusch, dafür mit einem Stück Blech im Fußraum.

Heute war das Auto beim norwegischen TÜV, weil’s dran war und da hat der Mechaniker gleich mal nach dem Blech geguckt. Und siehe da:

„Macht nichts, dass es fehlt“

Haben wir ein Schwein.

Tag 1609 – Lustitsch*.

Nun. Comedy-Veranstaltung mit dem gesamten Werk. Vorher Pizza und überraschend große Mengen Sekt für alle. Letzteres war ganz lustig, ersteres… naja, es war schon lustig** aber für mich war auch echt viel Fremdscham dabei. Und das, leider, für alle. Da erzählen zwei mittelalte, weiße, heterosexuelle Cis-Männer Witze und machen sich über alle lustig, die irgendwie den mittelalten, weißen Mann(TM) bedrohen. Es war ein bisschen Selbstironie dabei aber spätestens bei Witzen darüber, dass es ja voll ok ist, homosexuell zu sein, weil man ja tolerant ist und so und dann aber „außer das eine mal wo ich mit dem Kumpel geknutscht hab“ und dann wird SCHOCKIERT GEGUCKT und alle lachen, weil haha, nein, unvorstellbar dass der mittelalte weiße Mann mit einem anderen mittelalten weißen Mann HIHIHI Zwinkizwonki. Ja, nee, da bin ich raus. Ich überlege dann mal, wie man das anspricht. Ist es an der Zeit mich als unbequeme Feministin zu outen?

Ich höre jetzt jedenfalls auf dem Rückweg etwas Guilty Feminist Podcast. Als Antidot.

___

*Witze über andere sexuelle Orientierungen zu machen ist halt genauso lustig, wie Witze über Akzente zu machen. Nämlich gar nicht.

**Auch mein Humor ist von (mittel-)alten, weißen Männern maßgeblich geprägt. Machste nix, kannste aber halt drüber nachdenken und vermeiden, das unkritisch zu bejubeln.