Tag 1340 – Rumms!

Neulich sagte Herr Rabe: Müsste Michel nicht langsam mal wieder Zähne verlieren?

Hmmhmm, sagte ich.

Vor ein paar Tagen sah ich, dass Michels Schneidezähne oben anders aussahen, schief waren die immer ein bisschen, nämlich der eine leicht über dem anderen, der eine war auch seit einem Sturz vom Sofa mit einem Jahr leicht gräulich, aber das sei nicht schlimm, sagte die Zahnärztin. Jetzt war aber der eine Zahn noch mehr über dem anderen und zum Zahn daneben war eine Lücke entstanden.

Hmm, dachte ich.

Heute morgen fragte ich Michel, ob denn eigentlich der Zahn wackele.

Ein bisschen, sagte Michel und ließ mich wackeln. Ein bisschen wackelte der Zahn, und zwar seitwärts. Nach hinten konnte er ja nicht wackeln, da ist ja der andere Zahn.

In einer Woche oder so, dachte ich.

Heute Abend spielten die Kinder. Gar nicht mal sonderlich wild. Doch plötzlich:

*Rumms*

Au! Michel! Orrrr!

*Spuckgeräusche*

Was ist das?

Du hast Blut!

Das ist mein Zahn!

Hast du Aua? Du hast Blut!

MAMA, PAPA, PIPPI HAT MIR MEINEN ZAHN AUSGESCHLAGEN!

Und da stand das Kind, mit ziemlich stark blutender Zahnlücke und Schneidezahn in der Hand, aufgekratzt wie 10 Frettchen zur Fütterungszeit. Pippi mit großen Augen daneben.

Und ich glaub, so schnell hauen die nicht mehr absichtlich die Köpfe gegeneinander.

Tag 1339 – #12von12 im April ’19.

Heute ist der 12., das heißt ganz große Teile von Bloggerhausen machen heute 12 Fotos von ihrem Tag und diese 12er-Sets werden dann bei Caro von Draußen nur Kännchen gesammelt.

Ich hab heute erst spät gemerkt, dass ja der 12. ist. Tjanun.

Ach ja, #12von12. Ich bin schon im Zug, das ist mein 2. Kaffee und ich lerne slash arbeite. #1von12

Es war da auch schon recht spät, weil ich morgens nicht aus den Federn kam und einem gelinde gesagt doofen Arbeitstag entgegen sah. Und als ich dann endlich ankam, war es nicht viel besser, mein Computer machte wieder seltsame Dinge.

Atmen. Einfach atmen. Und den Support anrufen. #2von12 von #12von12

Es ist kein Witz: ich kenne schon 4 Leute beim Support so gut, dass ich gar nicht mehr groß erklären muss, wer ich bin.

Als es endlich ging, machte ich mich dran, das Internet auszudrucken, damit ich es dann auswendig lernen kann, damit meine Kollegen zufrieden sind ich meinen theoretischen Hintergrund etwas auffüllen kann 10 Jahre Uni sind ja nichts, da hab ich ja eigentlich nur Däumchen gedreht.

Irgendwann kam tatsächlich jemand und fragte, ob ich Mittag essen möchte, aber ich sagte „Ich treffe meinen Mann.“ Gnihihi.

Mittach in bester Gesellschaft. #3von12 von #12von12

Das war lecker. Und der Nachtisch war ein richtiges Franzbrötchen für mich, hach!

Ein bisschen geiler Scheiß vom deutsch(heißend)en Bäcker. #4von12 von #12von12

Wäre das da nicht absurd teuer, würde ich da wohl öfter Brot kaufen.

Auf dem Rückweg dann noch norwegischer Irrsinn für 500: nicht nur dauert Ostern die ganze nächste Woche und Norwegen schließt quasi vollständig, nein, sie renovieren in der Zeit irgendwas an der U-Bahn im GESAMTEN ZENTRUM. Es fährt dann halt einfach keine, für über ne Woche. Gut dass ich frei habe, ach, das hab ich ja noch gar nicht erzählt: ich hab frei, der Kindergarten hat zu. Tadaa. Ich hab das Internet in ausgedruckt dabei und kann die Terrasse schleifen, wenn Pippi mich lässt, zudem glaub ich ne Pause tut der Beziehung zwischen mir und meinen Kollegen mal ganz gut. Urlaubsreif halt.

Falls Sie sich immer schon gefragt haben, wie lang Ostern dauert: von morgen bis Ostermontag. #5von12 von #12von12

Jo. Weiter im Plan, das Internet durchzulesen. Zwischendurch gab es noch Kuchen auf der Etage, Kuchen ist immer gut. Dann früh Feierabend, denn ich war dran mit Kinder abholen. Und die Schnauze voll hatte ich auch.

#Nachhausewegselfie. Es ist alles sehr schön. #6von12 von #12von12 #StehenImZug #Pendlerinnenlife

In Kindergarten und Schule fand ich sehr dreckige Kinder. Eins wollte direkt Baden, eins wollte erst gar nichts, würde dann zum Händewaschen gezwungen und ging dann nach Anblick der braunen Brühe, die da von den Händen kam, auch noch baden.

It’s that time of the year again. #7von12 von #12von12

(Ihre Haare bleichen auch so schnell aus.)

Bei Michel versteckten sich unter dem Dreck die betäubendsten Sommersprossen der Welt.

… aber auch diese Zeit ist wieder 😍. #8von12 von #12von12

Der Abend bis zum Essen war dann leider nur so mittel gut. Beim nach Hause kommen war ich noch voller Energie gewesen, als das Essen fertig war, hätte ich auch direkt ins Bett gehen können.

Freitags ist Süß-Abendessen-Tag. #9von12 von #12von12

Aber auch das war lecker.

Dann brachte ich Pippi ins Bett, Michel schwafelte uns Knöpfe an die Backe und im Kinderbett bestellte ich mal wieder biologische Schädlingsbekämpfung, denn die verfluchten Erdmücken eskalieren hier wieder völlig.

Frau Rabe und der Kampf gegen die Erdmücken, Folge 164829124. #10von12 von #12von12

Erdmücken „fliegen“ nicht auf gelb, Gelbstecker bringen also nicht so richtig viel. Aber ja, wenn eine dieser dödeligen Fliegen da gegen fliegt, bleibt sie pappen.

Dann endlich richtig Feierabend.

Rotwein an Discovery. Ferien. Hach. #11von12 von #12von12

Die Folge war wieder ok. Dieser Cliffhanger am Ende und ich mag, wie sie die Enterprise umgesetzt haben und die Türen pfeifen „uiiiiu“, das ist sehr hachz.

Und nun ab in die Heia. Morgen um sieben heißt es bestimmt wieder „Ich hab Hunger, Mama, kannst du Frühstück machen“.

Hurra! \o/ #12von12 von #12von12 #Ferien

Und damit: gute Nacht!

Tag 1338 – Misanthrop.

Für meinen Geschmack heute schon wieder zu viel Menschenkontakt gehabt. Leider sind viele Leute auch… herausfordernd. Erst war Frühstück im Kindergarten, dann las ich auf dem Weg zur Arbeit Direktiven und Regulations der EU, dann kam ich bei der Arbeit an und hui, das ist zwischenmenschlich weiter alles nicht einfach. Ich habe jetzt, wo ich mit meiner ewig langen Einarbeitungsliste grad fast durch war, eine weitere Liste, ich nenne sie mal die „Frau Rabe studiert Pharmazie“-Liste. Sie geht über vier Seiten. Es steht alles drauf, außer dem was ich eh schon kann und das mich interessiert, weil „das brauchen wir nicht“, also wurde es gestrichen. Tschö, monoklonale Antikörper. Wir sehen uns wieder, die werden hier nicht ewig nur Tabletten pressen.

Immerhin kam ich fürs erste um eine sogenannte Erfolgskontrolle herum, aber auch nur, weil meinem Kollegen so spontan keine passende Prüfungsform einfiel.

Man braucht Eier für diesen Job. Eier und ein dickes Fell. Water off a duck’s back.

Jetzt haben glaube ich alle Ferien, ich werd also morgen allein da mit der Kaffeemaschine sein. Das wird auch ganz schön, glaube ich.

Von der Arbeit direkt zum Elternabend, das halt wie Elternabende so sind, ich bin ab Sommer dann Stellvertreterin für die Elternvertreterin aus Michels Klasse, danke, Merkel Nähmutter. Außerdem ist bald 17. Mai und was habe ich mir eigentlich dabei gedacht, in die 17. Mai-Hauptstadt zu ziehen? Gar nix. So sieht’s aus.

Die Steuererklärung hab ich auch endlich gemacht. Und jetzt geht’s einfach direkt ins Bett. Pfft. Menschen. Überschätzt.

Tag 1336 – Frau Rabe very kluk.

Heute mal einen Tag lang nicht zum Umfallen müde gewesen. Dann auch noch das iPad über Nacht geladen, die Kinder um halb acht im Bett, Herr Rabe nicht da, ich hätte die Steuererklärung machen können und dann früh ins Bett gehen. Sollen! Haha. Was ich gemacht habe: die Nähmaschine ausgepackt. Am Mantel (jaha! Bald Frühling. Aber ich bin je zwanghaft, das ist wie ein neues Buch anfangen, wenn da noch eins angefangen liegt. Und nächsten Winter brauche ich ja auch einen Mantel.) weitergemacht. Schlau ist das natürlich nicht, vor allem nicht, wenn ich dann kein Ende finde. Aber schön ist’s ja auch.

Tag 1335 – Dann eben nicht!

Ich wollte grad noch super erwachsen meine Steuererklärung machen. Das ist ja hier normalerweise eine Sache von 5 Minuten, alles online, entweder halt das vorausgefüllte einfach absegnen oder eben mit ein paar Klicks irgendwelche extra Freibeträge eintragen. Normalerweise. Im letzten Jahr war aber ja nix normal. Im letzten Jahr war die Chipsfabrik und Gehalt, das nicht gezahlt wurde und für das ich auch keine Abrechnung bekommen habe und das, das weiß ich auch schon seit Oktober, als ich da anrief, auch nicht ans Finanzamt gemeldet wurde. Ich war letztes Jahr zwei Monate nicht wirklich krankenversichert, schön, nicht wahr? Hat Gottseidank keine Konsequenzen gehabt, bisher. Ist ja auch nicht meine Schuld, ich kann ja belegen, dass ich da gearbeitet habe. Aber ich muss es halt belegen, immer und immer wieder und jetzt eben wieder fürs Finanzamt. Bitte einmal einen Brief schreiben und das alles erklären, hieß es heute vom etwas überfordert wirkenden Menschen an der anderen Seite des Chats. Dann den Lohn, wie er hätte gezahlt werden müssen inklusive Steuern wie sie hätten gezahlt werden müssen in der Steuererklärung angeben. Ich fragte etwas panisch nach, ob ich befürchten müsse, für die drei Monate Einkommensteuer in Vorkasse gehen zu müssen, aber das sei wohl nicht so, sagte der Finanzamtsmensch. Ich habe da Screenshots von. Sicher ist sicher. Jedenfalls wollte ich nun das grad schnell machen, die Belege für das Gearbeitet-haben sind alle auf dem iPad, aber nun ist das iPad leer, macht keinen Piep, schade, wirklich, ganz schrecklich. Eine Runde Mitleid für Frau Rabe, die jetzt nicht ihre Steuererklärung machen kann.

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Immerhin den Kindergarten bezahlt. Und Gartendinge entschieden. Johannisbeere, Stachelbeere, Rhabarber, Holunder*. Blumen, Blumen, Blumen. Erde bestellen. Kräuter, Salat, Möhren, Erdbeeren. Gurke, Tomate. Radieschen vielleicht, je nach Platz und ich geb das mit dem Kohlrabi auch noch nicht auf. Zuckerschoten. Und Blumen. Bunte Blumen. Stockrosen sind schon gekeimt, leider nur 3, da muss ich noch mal neue pflanzen. Und Herr Rabe kann von mir aus seinen Apfelbaum haben, da bin ich nicht so. Solange er ordentlich saure und feste Äpfel trägt. Eigentlich doch sehr erwachsen. Vielleicht ein bisschen jedenfalls.

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*Ich sag’s ja immer: ich bin meine Oma. Nächstes Jahr dann auch noch Schnippelbohnen.

Tag 1334 – Geburtstagsfeierei.

Heute sind wir in die große Stadt gefahren und haben den Geburtstag von MM gefeiert, die schon super große drei Jahre alt ist. Da waren außerdem (natürlich) die Eltern A. und A. und außerdem M. samt Sohn K., der auch gar kein Baby mehr ist. Plus Babykatze. Plus der später direkt aus dem Urlaub kommenden farmor von MM. Es war laut und wild und bunt und einfach ganz wunderbar. Dann fuhren wir eigentlich viel zu spät nach Hause, aber mit Schlafiparty* und viel vor Abfahrt in die Kinder gefüllter Pizza sowie nach einem ganzen halben Tag Gerenne und Getobe hatten wir hier nur noch zwei schlafende Sandsack-Kinder ins Bett zu schleppen.

Hach, so ein schöner Tag.

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*Eine Erfindung von uns, wenn die Kinder mit auf „Partys“ im weiteren Wortsinn haben und wir möchten, dass sie im Auto einschlafen. Vor Abfahrt werden die Schlafanzüge angezogen und die Zähne geputzt, für die Autofahrt noch dicke Socken an und fertig. Klappt… bei Pippi immer, bei Michel äußerst selten. Aber trotzdem ist es angenehm, nicht spät zu Hause noch einen übermüdeten Erstklässler in seinen Schlafanzug quatschen zu müssen.

Tag 1333 – Diesdas.

„Mamaaaa! Die Tomaten sind rot!!!“

Ganz kurz hatten wir ziemlich viele reife Kirschtomaten.

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„Wääähhääähhääähhhh!“

„Was ist passiert?“

„Michel hat Dumming zu mir gesagt!“

„Pippi hat meine Aufkleber genommen!“

„Meine waren alle! Dumming! Wääähhhhääähhh!“

(Ungefähr so ist es mit Pippi zur Zeit. Sie meint, für sie als selbsterklärte Königin gelten hier andere Regeln als für den Rest von uns. Mitunter ist es sogar lustig.)

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Fingernägel. So ein Thema, quasi ein Dauerbrenner. Seit Anfang des Jahres habe ich sie meistens von Sonntag abends bis Freitag abends lackiert gehabt, dann entfert, in der Zwischenzeit immer schön Handcreme und Sonntags halt neu. Spätestens jede dritte Woche habe ich Pflegelack genommen statt Nagellack. Die letzten zwei Wochen habe ich sie komplett nackt gelassen und mehrmals täglich gecremt. Und was hat das alles gebracht? Wenig. Sie sind trocken. Sie sind auch sehr hart, deshalb brechen sie schnell. Ich find das nicht mal schlimm, eigentlich, ich kann damit leben, halt immer Nagellack zu tragen. Ich möchte nur ein fettes „MÖÖÖÖÖÖP!“ an diese ganzen Beautyblogs senden, die irgendwas von „wenn du ab und zu eine Nagellackpause einlegst“ säuseln. Nägel sind totes Material, die atmen nicht und brauchen auch keine Speziallacke, die ihnen „Nährstoffe zuführen“. Wenn man mit Lösemitteln rangeht, entzieht man ihnen Öle, das macht sie spröde und trocken, man kann die Öle aber nicht einfach wieder reintun und dann ist alles gut. Nach einer gewissen Anzahl Behandlungen mit Lösemittel ist der Nagel halt hin. In meinem Fall jetzt etwa auf der halben Länge. Also hört auf, so einen Blödsinn zu erzählen wie dass ne Pause reicht um gesunde Nägel zu haben. Möglichst im nächsten Atemzug noch den nächsten supertollrn Speziallack mit Aminopeptid-DNA-Control-Complex und Nanogoldpartikeln und das ganze für den Preis von einem kleineren Rubin. Pfft. (Und nee. Künstliche Fingernägel sind für mich keine Lösung.)

Tag 1331 – Macht man nicht!

Kennen Sie das? Sie kommen vom Friseur, schon vielleicht nicht hundertprozentig superhappy, aber dann kommen Sie aus der Dusche und das volle Ausmaß der Verschneidung offenbart sich im heimischen Spiegel? Ich hatte das am Freitag. Hui. Meine Experimente mit der Lehrling waren ja eh schon immer etwas aufregend, dieses Mal hatte ich auch wieder zwischendurch mehrmals sagen müssen, sie möge es bitte noch kürzer schneiden, aber: hui. Da guckten überall noch einzelne Haare raus, der Nacken war auf beiden Seiten unterschiedlich viel zu lang, am Vorderkopf (ist das ein Wort?) war noch vieeel zu viel Haar über, um die Ohren eh, es war… hui. Huff! Oioioi. Am Vorderkopf hat Herr Rabe dann korrigiert (Herr Rabe ist da wirklich begabt!), aber als ich dann am Sonntag beim rumfühlen obendrein ein „Loch“ am Hinterkopf fand, war ich sicher: schlimmster Haarschnitt, der überhaupt jemals auf meinem Kopf gewesen ist. Schlümm.

Wissen Sie auch, was man in solchen Fällen tut?

Genau. Man geht natürlich ganz selbstbewusst da hin und sagt „SAMMA HAKTS??? Ich bin mit dem Schnitt nicht zufrieden, das ist hier und da zu lang und da ist ein Loch.“ Das tut man.

In einem Paralleluniversum jedenfalls. In einer anderen Welt, da gehe ich da selbstbewusst hin. Und ganz ganz viele andere auch. Dauernd quasi kommen Kunden zu Friseursalons zurück und sagen „Das war Murks.“ oder sagen im Restaurant „Das Steak hatte ich medium-rare bestellt, das hier ist medium-well done, bitte bringen Sie mir ein neues“ oder auch „Wissen Sie, nachdem das zweite Steak auch medium-well done war, möchte ich hier kein Trinkgeld geben.“ Doch doch, das passiert ständig.

Nicht.

Jedenfalls entnehme ich das der Reaktion der Friseurin und der Lehrling darauf, dass ich mich sachlich beschwerte und nachfragte, wie man das nun lösen könne. Auch dass ich tatsächlich wiederkam um der Lehrling die Gelegenheit zu geben, ihre Fehler selbst zu sehen und dann auch noch zu korrigieren, schien eher so häufig zu sein wie tanzende Einhörner im heimischen Garten. Das wundert mich nicht, denn es deckt sich mit meinem (ganz subjektiven) Gefühl: vielen Leuten, besonders Frauen, ist es ganz unangenehm, negative Kritik auszuüben.

Wieviele Leute nicken lächelnd auf die Frage „hat’s geschmeckt?“ und kommen dann kommentarlos einfach nie wieder in dieses Restaurant? Die Hälfte? Zwei Drittel? Nicht ganz kommentarlos, weil sich gegenüber Dritten natürlich schon darüber ausgelassen wird, wie schrecklich die bei Friseur X immer die Haare schneiden und dass der Koch von Restaurant Y ja eh keine Ahnung hat und eigentlich war auch die Bedienung immer schon unfreundlich. Aber Leuten das ins Gesicht sagen ist unhöflich, macht man nicht, sagt man nicht. Norwegen ist da ganz besonders groß drin, Janteloven, so schön.

Und ich sag Ihnen mal was: zum Friseur zurückgehen und die Lehrling um Korrektur des Disasters auf meinem Kopf bitten war heute wirklich unangenehm. Aber sehr erwachsen. Das Richtige, denn die Lehrling wird nun hoffentlich niemandem mehr Löcher in die Haare säbeln bei der nächsten Kundin mit kurzen Haaren besser drauf achten, dass um die Ohren rum kein Helmeffekt entsteht. Quasi pädagogisch total wertvoll. Erwachsen halt. Und wie alles erwachsene voll mein Ding und gar nicht unbequem und ich bring das auch so ganz entspannt und natürlich rüber, haha, wer denn nicht.

Ich nicht. Aber ich bemühe mich.

Für mehr sachliche, bestimmte, aber höfliche Kritik und weniger hintenrum Gemotze und Geläster.