Tag 183 – Stöckchen!

Ich sitze gerade im Zug auf dem Weg nach Oslo und werde wohl nicht soooo viel Zeit haben um heute Abend zu bloggen. Aber da Pippi eingeschlafen ist, dachte ich mir, ich könnte ja mal das Stöckchen abarbeiten, das mir die liebe Fledermama schon vor einer Weile zugespielt hat. Einmal um den Globus ist es geflogen und ich hab es tatsächlich gefangen, dabei bin ich im Fangen echt mindestens genauso schlecht wie die Fledermama selbst von sich behauptet. Jetzt ist es gewissermaßen gut abgelagert und bereit, verarbeitet zu werden.

1. Was ist deine Geheimwaffe bei Erkältungen? 

Nasenspray. Ich neige aber sehr zur Nasenspraysucht, deshalb nehme ich das nur zum Schlafen. Aber ich finde, wenn man atmen kann (und nicht nur durch den irgendwann ja auch staubtrockenen Mund) fühlt man sich gleich viel gesünder und frischer. Zudem bilde ich mir ein, dass Stirn- und Nebenhöhlen sich dann nicht so zusetzen, was wiederum etwaige Kopfschmerzen milder ausfallen lässt.
2. Reis oder Nudeln? 

Nudeln. Reis ist ok, aber Nudeln find ich richtig gut. Ich könnte auch fünf mal die Woche Nudeln essen und mache das nur nicht, weil das dann vielleicht doch etwas einseitig wäre.
3. Wie trinkst du deinen Kaffee? 

Mit Milch und etwas Zucker. Wenn es keine Milch gibt, dann schwarz ohne alles. Meistens trinke ich aber Espresso als Kaffee Latte oder Cappuccino. Mit etwas Zucker. Und im Moment leider meistens auch nur lauwarm bis kalt.
4. Popcorn: Süß oder salzig? 

Süß! (Welcher Perversling hat denn salziges Popcorn erfunden bitte?) Ich hab sogar eine Narbe auf meinem rechten Mittelfinger: Da hab ich süßes Popcorn gemacht und der flüssige, karamellisierende Zucker ist mir auf die Hand gespritzt. Das ist jetzt achteinhalb Jahre her und genauso lange kenne ich Herrn Rabe schon :)
5. Wann warst du das letzte Mal in der Kirche? 

Puh, äh, das muss im Sommer 2013 gewesen sein, da waren wir auf einer Hochzeit. Freunde von uns – er Atheist, sie (damals angehende) Diakonisse, das war der längste Gottesdienst meines Lebens. Sie hat alles organisiert und einfach mal ALLE Register gezogen, die die katholische Kirche da hergibt. ZWEIEINHALB STUNDEN!!! Meine Güte, war ich froh, als Michel (damals 10 Monate) nach einer Stunde anfing herumzuquäken und ich mit ihm rausgehen musste… Mit Kirche hab ichs eh nicht so, mit katholischer schon gar nicht und das war einfach zu viel des Guten.
6. Was ist dein Lieblingsobst? 

Oh, das ist schwierig. Eigentlich gibt es kaum Obst, das ich nicht mag. Dafür bin ich wählerisch, was die Beschaffenheit angeht: Birnen dürfen nicht matschig sein. Bananen müssen fast noch grün sein. Äpfel müssen sauer sein. Erdbeeren süß. Pflaumen müssen Zwetschgen sein. Aprikosen dürfen auf gar keinen Fall mehlig sein. Mangos dürfen nicht nach Seife schmecken und nicht zu glibschig sein. Und so weiter und so fort. Herr Rabe ist schon sehr vorsichtig geworden, was das Besorgen von Obst für mich angeht.
7. Wenn du tun und lassen könntest, was du wolltest – wie sähe dein Schlafrythmus aus? 

Ich würde lange schlafen, vermutlich so von Mitternacht bis 10:00 Uhr. Ich brauche viel Schlaf und bin eher eine Eule, leider ist das gesellschaftlich nicht so wirklich akzeptiert und mit Kindern eh gar nicht möglich. Ich freu mich schon drauf, wenn ich in Rente gehe, dann schlafe ich wahrscheinlich erstmal für die letzten 40 Jahre nach.
8. Welche Superkraft hättest du gerne und warum? 

Da hab ich mir noch nie Gedanken drum gemacht… Beamen/Apparieren können wäre total praktisch, allerdings sehe ich da die Gefahr, dass ich nur noch mehr machen würde, ohne die entschleunigenden Zwangspausen durch Wegzeiten. Eigentlich wünsche ich mir manchmal eher ganz menschliche Eigenschaften, die mir irgendwie nicht mitgegeben wurden: Pause machen ohne schlechtes Gewissen, nicht immer jede Äußerung die ich aufschnappe persönlich nehmen oder auf mich beziehen, mehr Geduld im Umgang mit anderen.
9. Welche Staffel von American Horror Story findest du am besten? Alternativ, falls du AHS noch nicht geschaut hast: Warum hast du AHS noch nicht gesehen?! ;) 

Ähem. Was genau ist das? Ist das echt Horror? Dann kann ich das leider nicht gucken, weil ich danach ewig nicht schlafe dank blühender Phantasie.
10. Wo würdest du am liebsten leben und warum? 

Da sag ichs doch mit Die Ärzte: „Ach Schweden ist das schönste Land der Welt… Da wo am Strand die Palmen stehn, da möcht ich jetzt spazieren gehn, weil mir mein Schweden ziemlich gut gefällt.“ Genau genommen in Stockholm, denn das ist eine wunderwunderwunderschöne Stadt in genau der richtigen Größe, am Wasser, mit viel Grün und Kultur und LEBEN. Und Vereinbarkeit und Gleichberechtigung.
11. Wo würdest du gerne mal Urlaub machen und warum?

Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind würde ich gerne mit Herrn Rabe auf irgend eine kitschige weißer-Sandstrand-blaues-Wasser-Insel in der Karibik düsen und da nochmal heiraten. Nackt. Am Strand. Nur wir. Ok, vielleicht dürfen die Kinder doch auch mit. Mal sehen. Davor werden jedenfalls wohl noch viele Familienurlaube auf dem Bauernhof und dem Campingplatz und der Ferienhütte liegen…

 

Soooo, das wars schon! Da ich aber immer noch meine, dass dieses Stöckchengedön und Awards und was weiß ich im Moment überhand nehmen, höre ich an dieser Stelle auch einfach ganz auf. Keine neuen Fragen (mir fällt im Moment sowieso nur eine ein: Werde ich jemals wieder nicht müde sein? und die ist wohl etwas zu egozentriert.), keine Nominierungen, ich lasse das Stöckchen einfach hier liegen, dann wandert es irgendwann in Michels Stocksammlung und wird eine Angel und dann eine Peitsche und dann ein Piratensäbel und dann eine Bürste und dann…

Tag 182 – Pffffft

Morgen geht’s los nach Oslo und ich hab alles geschafft, was ich vorher geschafft haben wollte. Das heißt: ich hab die Mullwindeln auf den Dachboden gebracht und das Stillkissen auch (das ich eh nur zum Schlafen in der Schwangerschaft benutzt hab, nie zum Stillen), hab den Buggyaufsatz des Kinderwagens mit runtergebracht, hab das „Soft-Kissen“ abgemacht und das als Vorlage für Löcher im Schaffell benutzt, hab Löcher in das Schaffell geschnitten, damit man da die Gurte durchziehen kann, hab die vorgefertigten Löcher im Winterschlafsack (in Deutschland heißt das bloß Fußsack, aber der geht bis übern Kopf, also Schlafsack passt besser. Auf deutsch heißt das übrigens Wagensack.) größer geschnitten und dann den ganzen Quatsch wieder zusammengepuzzelt, also Buggyteil, Kissen, Schaffell, Sack, die Gurte durch alles gezogen und dann Pippi zur Probe reingesetzt. Die fands scheiße, könnte aber auch daran gelegen haben, dass sie müde und hungrig war, weil wir morgens schon bei der 6-Monate-Untersuchung Teil 2 gewesen waren und sie der Gesundheitsschwester natürlich einen vorturnen musste, die alte Angeberin. Also schön: zur Spielzeugkiste gerobbt, reingeschlinst, das Ding umgeschmissen, alles rausgeräumt und besabbert, dann hingesetzt und mit einem Spielzeugtelefon gespielt. Die Helsesøster war beeindruckt. Und Pippi hinterher total fertig. Nach der Kinderwagenaktion haben wir dann eine laaaaaange Sofapause gemacht, danach gings wieder mit ihrer Laune. Abends dann einkaufen, kochen, essen (mit müdem und weinerlichen Michel). Dann Packen, Brote vorschmieren und duschen. Jetzt fehlt nur noch das Übliche: Pippis Schlafi und „Zahnbürste“, mein Handy + Ladegerät, Computer + Ladegerät, Badezimmergedöns, Essen. 

Und jetzt ist aus mir die Luft irgendwie raus. Pfffft. Jetzt merke ich die Müdigkeit wieder. 

Tag 181 – Tauwetter

Ich war heute zu Fuß mit Kinderwagen beim Kindergarten, beim Sport, im Supermarkt und beim Ballett. Angesichts der Tatsache, dass es teilweise  zur Zeit wirklich spiegelglatt ist, finde ich das viel. Die Krönung war auf dem Weg zum Sport: ich muss von der Bushaltestelle aus die E6 überqueren. Also muss ich hoch, über die Brücke, und wieder runter. Leider sah der Weg vom Bus hoch auf die Brücke so aus: 

  
Da wos zwischendurch nicht glatt aussieht: das täuscht, da ist das Eis nur komplett durchsichtig. Ohne das blöde Geländer wäre ich da ungelogen nicht hochgekommen. So habe ich mit der linken Hand den Kinderwagen krampfhaft festgehalten und geschoben und mich mit der rechten am Geländer quasi hochgezogen. Entsprechend tut mir jetzt alles weh, so krampfig war das zu Fuß gehen heute. Das gepaart mit Pippi, die komplett durch den Wind war nachdem sie letzte Nacht schlecht geschlafen hat (ich nehme an, die zwei Kinder unserer Freunde haben sie nachhaltig etwas gestresst) und heute früh sich dann auch noch das erste Mal hingesetzt hat (noch sehr wackelig und mit beiden Armen vorne abstützend, aber eindeutig hingesetzt) und ich bin echt bedient. 

Hoffentlich wird das alles besser wenn wir Mittwoch bis Samstag in Oslo sind. Hihihi. Ich hab nämlich Zugtickets gekauft. Hihihi. Ich freu mich total. Das wird super. Hihihi. Muss nur noch überlegen, ob ich den Kinderwagen vorher noch umbaue: nachdem ich nämlich meiner Freundin gestern gesagt habe, dass Pippi natürlich noch nicht im Buggyteil sitzt, wollte sie heute auf gar keinen Fall flach im Kinderwagen liegen. Aber das sollte das kleinste Problem sein. Erstmal freue ich mich auf Oslo. Hihihi. 

Tag 180 – Wochenende in Bildern 06./07. Februar ’16

Wooohooo, endlich mal wieder ein Wochenende in Bildern! Kommen Sie, schauen Sie, hier gibt es, ähhh, gar nicht mal so viel zu sehen.

Sehr viele weitere Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Geborgen Wachsen.

Los ging es Samstag viel zu früh mit weinerlichem „Huuuuunger!“-Geheul, weil Michel genau weiß, dass das bei uns zieht.

Huuuunger! Ein halbes halbes Brötchen später: Bin fertig, Mama.

 

Nein, kein Zombie-Panda. Das ist der kleine Maulwurf. Am Ende der letzten Sendung mit der Maus wurde Ralf so geschminkt und ich musste das dann auch machen – „Wie im Fernseher, Mama!“ Ich finds so ok. Mehr Übung und ein etwas weniger zappeliges Kind wäre sicherlich hilfreich.

 

Der halb fertige Maulwurf sprang mir zwischenzeitlich auf den Kopf und hinterließ Spuren.

 

Kids in a box.  

 

Sachen einkaufen. Der Schnuller ist nur Deko. Dass Mickey Mouse nur einen Schlüpfer anhat, konnten wir mangels passender Hosen leider nicht ändern, sehr zu Michels Ärgernis.

 

Danach erst mal Käsekuchen backen (nach Twitter-Umfragen-Ergebnis, ohne Boden und für Herrn Rabe auch zur Hälfte ohne Rosinen) und natürlich essen. Pippi kriegt noch keinen Käsekuchen, findet ihre Reiswaffeln aber auch ganz in Ordnung.

Nach dem späten Kaffee hat aber keiner mehr so richtig Bock auf kochen. Deshalb gibt es Reste, Brot und Salat. Michel isst fast das komplette Glas Gurken leer (die guten deutschen, die es nur im Supermarkt am Krankenhaus gibt und die fast 6 € pro Glas kosten…). Pippi isst genüsslich etwas Brot mit Butter.

Pippi Schlafi hat auch nur deshalb keine Füße, weil ich mich an diesen bezaubernden Speckfüßchen nicht sattsehen kann. (Und ja, da liegen jede Menge Krümel und ein Babyspielzeug unter dem Tisch.)

Neue Brötchen gebacken. Zweite Fuhre in der Gare vergessen: Dann werden sie etwas *hust* größer (siehe rechtes Brötchen im Vergleich zum linken Brötchen).

 

Was anderen ihre Graupen sind uns unsere Spülschwämme.

 

Sonntagsmorgenfrühstück. Michel hortet an seinem Platz schon mal die Dinge, die er zu essen gedenkt. Pippi bekommt ein Flugzeug zum Frühstück.

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Nach dem Frühstück und etwas Gammeln und Aufräumen und der Sendung mit der Maus kommt unsere Babysitterin, um Michel eine Weile zu bespaßen. Hier Angelt er vom Bett aus in seinem nahezu unverschämt großen Zimmer.

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Zum Putzen habe ich Pippi das erste Mal auf den Rücken geschnallt. Mit Erfolg, wies scheint. Die Wahl eines Hoodies war zu diesem Zweck aber eher ungünstig. Und das ist übrigens DIE Jogginghose.

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Michel ist vom Spielplatz wieder da, die Babysitterin muss nach Hause und wir sind noch nicht ganz fertig mit Putzen. Aber ist ja kein Problem, wenn man so hilfsbereite Kinder hat.

Ja, auch Putzeimer sind ein ganz toller Robb-Anreiz.

Abendaktion: Der Sohn von Freunden ist 5 geworden und wir wurden zum Resteessen nach dem Kindergeburtstag eingeladen. Michel ist total begeistert vom tollen Zug und den Tonnen von Lego. Die Kinder der Freunde sind begeistert von Pippi, die wiederum ist nicht ganz so begeistert davon, von einer 7-jährigen herumgeschleppt zu werden und ich bin da auch nicht so richtig entspannt. Deshalb gibts auch nur das eine Bild.

Dann ging es unter Protest wieder nach Hause. Übermüdete Kleinkinder sind doch was schönes. Nicht.

Jeder ein schlafendes Kind die Treppe hochgeschleppt und in Betten beziehungsweise Kinderwagenoberteile verteilt (das ist der einzige Ort, außer an mir dran, an dem Pippi schläft), Bier/alkoholfreies Bier organisiert, Füße hochgelegt. Füße wieder runter genommen, noch fix die Wollsachen von Michel gestopft (wie schafft der es bloß immer, überall Löcher reinzubekommen?), Wollwäsche angeschmissen, Herr Rabe entkalkt die Kaffeemaschine, das Wochenende wird verbloggt und dann aber mal alle Mann: Ab ins Bett.

 

Tag 179 – Pass mal auf!

Heute allerhand gemacht. Dank wachem Michel um sieben, der um viertel vor acht dann auch erfolgreich Pippi wachgelabert und -gewühlt hatte, war ja auch genug Zeit. Soviel zum „Hurra, Wochenende, endlich mal schlafen“-Plan. Trotzdem die Hälfte vergessen: Michel braucht neue wasserfeste und trotzdem warme Handschuhe, denn seine haben Löcher an den Nähten und das wars dann mit der Wasserfestigkeit. Haben wir im Laden aber mangels Liste nicht nach geguckt. Nun gut, dann habe ich nächste Woche eine Aufgabe. Falls ich nicht spontan nach Oslo fahre. Das muss ich gleich mal sehen, ob es da eine Möglichkeit gäbe. 

Wir essen ja sehr sehr wenig Fleisch, weil wir Massentierhaltung und den extrem unverantwortlichen Einsatz von Antibiotika in der Tiermast nicht unterstützen wollen. Deswegen haben wir dem Kindergarten erzählt, wir seien Vegetarier und möchten nicht, dass Michel Wurst etc. isst. Der Kindergarten sagte: ok. Ich hegte aber schon länger den Verdacht, dass die das nicht ganz so eng sehen, denn woher sonst soll er wissen, was Salami und was Fleischwurst ist, wenn wir im Supermarkt sind. Wir kaufen das nicht, aber er sagte neulich „Æ liker også salami!“ (Ich mag auch Salami). Nun ja, heute dann beim Essen folgendes Gespräch:

Michel: „Das denn, Mama?“

Ich: „Makrell, Michel, das Gleiche wie aus der Tube, nur eben aus ner Dose.“

Michel: „Kindergarten også (auch) Makrell.“

Ich: „Hmhm. Und was gibt’s sonst noch so zum Essen im Kindergarten?“

Michel: „Wurst.“

Ich: „Wurst?“

Michel: „Hmhm.“

Herr Rabe: „Oder meinst du ost (sprich: ust, Käse)?“

Michel: „Nein, Wurst. Pølse.“

Oookeeeyyyy. Soviel dazu. Nun kann ich ja super gut verstehen, dass da beim Essen ein gewisser Gruppendruck herrscht und dass der Kindergarten sicher nicht riskieren wird, dass ein Kind sich ausgeschlossen fühlt, weil es bestimmte Sachen nicht essen darf. Aber wenigstens hätten sie uns das sagen können. Und wir werden dann wohl mit Michel ein „Wurst wird aus Tieren gemacht“-Gespräch führen in der Hoffnung, dass er etwas besser versteht, wieso wir keine Wurst kaufen. Und ja, er kriegt auch zu Hause manchmal Pølse: aus Tofu. 

Das Gespräch war aber noch nicht zu Ende, es gab noch eine Fortsetzung. Kinder erzählen ja oft auch Quatsch, deshalb wollte ich ihn noch ein bisschen mehr aushorchen, um herauszufinden, ob er das jetzt nur so sagt, weil ihm nix besseres einfällt.

Ich: „Und wenn ihr Obst esst, was isst du da?“

Michel: „???“

Ich: „Ihr esst doch immer Fruktmåltid, was suchst du dir da denn aus?“

Michel: „Banan.“

Ich: „Ah.“

Michel: „Og (und) kiwi.“

Ich: „?“

Michel: „Banaaaaan, og kiwi, og epple… og appelsin. Æ liker alle deler (Ich mag alle Teile). *zählt an seinen Fingern ab* epple… Appelsin… Kiwi… Og banaaaaan!“

Ich: *schmilzt ein bisschen, weil er so unheimlich niedlich ist*

Michel: „Pass ma auf! *hebt seinen Po einseitig an* Kommta Pups! *pupst lautstark*“

Danach lag ich fast unter dem Tisch vor Lachen, was natürlich jede Maßregelung à la Wenn-dus-doch-vorher-merkst-dann-geh-doch-zum-Pupsen-bitte-woanders-hin völlig ad absurdum geführt hätte, weshalb ich sie mir dann auch einfach sparte. Dieses Kind ey. 

Meine Omi ist am Mittwoch 84 geworden, ich hab auch am Mittwoch schon versucht anzurufen, da war aber niemand da, denn, so erfuhr ich heute, sie waren Essen und es zog sich extrem und die Portionen waren so klein und überhaupt, wie kann man denn aus einem Pilz ein Hauptgericht für fünf Personen machen? Dann erzählte sie mir noch von ihren gesundheitlichen Malessen, wie ältere Leute das ja gerne mal so tun und es war dann doch ganz interessant, weil: sie hat eine Makula-Degeneration und ihr wurde ein Medikament gespritzt (ins Auge! Iiihhhhhh!!!), das eigentlich gegen bestimmte Krebsarten wirken soll. Ich weiß gefühlt alles über dieses Medikament, weil haha, damals irgendwann, als ich fest in der Firma angestellt wurde, sollte ich ein eigenes kleines Forschungsprojekt kriegen, damit ich mit meinem Masterabschluss nicht allzu unterfordert wäre (außerdem hatte keiner richtig Bock auf das Projekt, aber es gab irgendwelche Fördergelder dafür, also nehmen wir die Neue, die wär als TA eh überqualifiziert). Mein Teil des Projekts war, das Medikament so sauber zu kriegen, dass man es (theoretisch) Menschen spritzen könnte. Oder vielleicht erstmal Mäusen. Das hab ich auch hinbekommen, die anderen Projektpartner waren leider zum Großteil nicht so erfolgreich, deshalb liegt das vermutlich immer noch in irgendwelchen Schubladen und gammelt da rum, meine schöne Arbeit… Naja egal, jedenfalls war damals der Stand der Dinge: Augenärzte hatten wie auch immer herausgefunden, dass das Medikament super gegen eben Makuladegeneration wirkt. Aber man darf ja nicht einfach irgendwas, was gegen X zugelassen ist, gegen Y verwenden. Es gibt für solche Fälle ein abgekürztes Zulassungsverfahren, man muss ja zum Beispiel nicht nochmal neu nachweisen, dass man davon nicht tot umfällt. Das Ganze nennt sich Off-Label-Use und die Firma, die das Mittel gegen X (eben diese bestimmten Krebsarten in bestimmten Stadien) zugelassen bekommen hatte, steckte grade mitten in diesem zweiten Zulassungsverfahren. Das ist offensichtlich inzwischen durch. Was man nicht alles am Telefon von Omi erfährt. 

Tag 178 – WMDEDGT Februar ’16

Die hoch verehrte Frau Brüllen ruft ja an jedem 5. des Monats zum Tagebuchbloggen auf. Dann wollen wir mal, ne?

Der Tag begann um 6:30 Uhr. Nicht. Denn ich drückte ziemlich lange auf der Snooze-Taste herum. Und bewunderte die Schnuffelkinder neben und auf mir. Wie sie so schnarchen und sich auf mich wälzen und im Schlaf schmatzen. Wenn ich eh wach bin, finde ich das sehr sehr sehr niedlich. Wenn Sie mich damit wecken, nicht. Aber egal, weiter im Text. Irgendwann sind wir dann doch alle aufgestanden, nachdem ich Michel eine Weile am Fuß gekitzelt hatte. Michel schnell seine Grøt warmgemacht: „Ich will Brot frühstücken, Mama!“ Ok, Brot muss ich ja eh schmieren für die Brotdose. Ist dann auch Wurscht, ob ich eine Scheibe mehr schmiere. Also Michel sein Brot gemacht, Brot für die Brotdose gemacht, selbst eine Scheibe gegessen, Gurke geschnitten und Blaubeeren abgewaschen, Wasserflasche neu befüllt, Kindergartenrucksack fertig. Pippi gewickelt und angezogen, mich angezogen, Michel und mir die Zähne geputzt, Michel angezogen. Blick aus dem Fenster: Schnee festgetrampelt, möglicherweise möglich mit dem Kinderwagen zu fahren. Im unteren Rücken nachgefühlt: das wäre in jedem Fall ratsam, mal nicht Pippi rumzuschleppen. Also Pippi in das Kinderwagenoberteil, Michel in seinen Anzug (+Handschuhe+Mütze+Stiefel) gestopft, Pippi die Treppe runtergeschleppt (meine Fresse, ist die schwer inzwischen), Kinderwagen zusammengebastelt, Michel aufs Kiddyboard, los gings. War ne komplett doofe Idee. Der Schnee war teils ziemlich matschig, sodass ich mich mit dem Kiddyboard dauernd festfuhr. Und teils war der Weg wegen des drunterliegenden Eises wie eine Buckelpiste: arme Pippi, die hätte ich auch genauso gut auf ne Rüttelplatte legen können. Nun ja, wir kamen irgendwann beim Kindergarten an, Pippi durfte sich ein bisschen mit Kindergärtnerin E. Unterhalten während ich Michel die obersten zwei Schichten abpellte, E. wurde von Michel über die neueste Entwicklung von Pippis Augenproblematik informiert („Schlimm aussieht, gestern. Ich liten Baby wart, auch Augen schlimm aussieht. Groß gewachsen jetzt, nich schlimm aussieht! Heute nich Joghurt-dag.“), E. verstand kein Wort, amüsierte sich aber königlich. Dann bekamen Pippi und ich noch je einen dicken Schmatzer und durften dann wieder nach Hause. Trotz Buckelpiste schlief Pippi auf den letzten fünf Metern ein und ich schleppte sie in den 3. Stock. Parkte sie im kühlen Schlafzimmer und machte mir erstmal ein Müsli und einen Kaffee. Dann machte ich mich ans Beantworten der vielen lieben Kommentare zu meinem Frust-Post von gestern und druckte meinen Änderungsvertrag aus, den musste ich nämlich heute abgeben. Geändert wurde die Dauer, wegen der Elternzeit und ein paar Krankheitstagen im ersten Schwangerschaftstrimester (Ich war 30% krank geschrieben wegen „Herr Doktor, nach dem Essen schlafe ich am Computer ein, wenn im Labor nix zu tun ist.“) Als ich damit fertig war, wachte passend Pippi auf und wir gingen ins Bad, damit ich Duschen konnte. Das tat ich ausführlich und mit Eincremen und so hinterher, das steigert mein Wohlbefinden ungemein. Ich schminkte mich sogar und zog komplett frische und saubere Sachen an, die nicht sooo nach Mutti aussehen. Dann zog ich Pippi, die wieder mit den Duschpfützen gespielt hatte, komplett um und fuhr los zum Krankenhaus. Natürlich war „meine“ HR-Frau nicht mehr da und ich musste den Vertrag bei einer anderen abgeben, aber egal, Hauptsache da. 

  
Danach hatte ich noch etwas Zeit und holte mir einen Kaffee und ein Panini und picknickte vor der Bibliothek. Pippi war inzwischen in der Trage eingeschlafen. Um 13:00 Uhr war dann ein Treffen mit dem Dozenten des Statistikkurses und den anderen beiden Mitgliedernder „Referenzgruppe“ um den Kurs zu besprechen und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Ich war halbwegs beruhigt, dass auch die anderen die Klausur überraschend schwer gefunden hatten und auch viele falsche Antworten dabei hatten. Unsere Verbesserungsvorschläge   wurden gut angenommen und alle waren recht zufrieden mit dem Meeting. Um viertel vor zwei waren wir fertig und ich machte mich auf den Weg zum Labsenter, wo eine Kollegin ab viertel nach zwei Kuchen anlässlich ihres 40. Geburtstags verteilen wollte. Kurz dem Chef Hallo gesagt, ein bisschen geschnackt (nein, Pippi schläft nicht durch, ja, Tage krieg ich rum, jaja, geht alles total schnell, ah so, neuer Student aus Österreich, und L.s Paper ist in Blood, ok, das ist sehr gut, ja.)  Kram in meinem Büro abgeladen und dann zum Kuchen in den Lunchroom. Da direkt Mütterschnackgruppe aufgemacht: ich, eine deren Baby eine Woche älter ist und die grade wieder 50% angefangen hat, meine Kollegin A., im 7. Monat schwanger und eine Kollegin, die zwei kleine Kinder hat und das letzte Jahr versucht hat, neben denen und nem Vollzeitjob bei HUNT (eine große Biobank) ihre Diss zu schreiben und jetzt zurück ist um ihre Diss zu schreiben. Dann Kuchen und allgemeine Bewunderung des niedlichen Babys und Singen und Schnacken. Im Büro noch fix gestillt und gewickelt und den neuen Österreicher kennengelernt, der mich prompt Siezte und mich damit etwas aus dem Konzept brachte. 

Auf dem Rückweg noch schnell Hirse eingekauft und Quark, denn vermutlich werde ich morgen Käsekuchen backen und es ist besser, wenn der Quark über Nacht abtropfen kann. Knapp zu Hause wollte Pippi dann gerne noch ein bisschen Stillen und schlief dabei ein, ich fädelte ein bisschen im Internet herum, bis Herr Rabe und Michel wieder da waren, die natürlich auch direkt Pippi weckten. Mit Herrn Rabe schnell die Wochenendplanung besprochen, das Nöckelbaby seinem Vater überlassen und das Abendessen zu kochen angefangen. Herr Rabe überlegte sich dann zwischenzeitlich, dass er noch Holz aus dem Keller holen wollte und drückte mir Pippi wieder in die Hand, weshalb ich das Kochen unterbrechen musste. Pippi wollte unterhalten werden, wie auch schon den ganzen Tag über. Nach gefühlten Stunden waren dann aber Herr Rabe und Michel wieder da und ich konnte weiter kochen. Nach weiteren gefühlten Stunden war das Abendessen fertig: mit Hirse gefüllte Paprika, dazu Reis und Tomatensoße, für Pippi gedünstete Paprikastreifen und Hirsepuffer. Alle außer Michel fanden es sehr lecker, aber der hatte auch schon seinen Grøtrest, Knäckebrot mit Käse, Eis und einen Joghurt gegessen. Nach dem Essen Bettfertigmachen für Michel, der wollte zuerst nicht (sondern Sendung mit dem Elefanten gucken), kam dann aber doch als Pirat verkleidet und Bad getapst. Dann der Eklat: beim Abmachen der Augenklappe ging das Band von der Augenklappe ab, und beim Versuch, es wieder festzumachen, riss ich die komplette Ecke vom Moosgummi ab. Michel rastete total aus und war nur zu beruhigen, nachdem ich ihm versprochen hatte, ihm eine neue Augenklappe zu basteln, wenn er im Bett sei. Danach erst konnte ich ihn fertig umziehen, aufs Klo  setzen, Zähne putzen und so weiter. Als er endlich im Bett lag, forderte er mich auf, zu gehen und die Augenklappe zu basteln. Ja klar, ich hatte ja nur gesagt, ich würde das machen, wenn er im Bett sei. Von Schlafen hatte ich nichts gesagt. Also dreimal nachgefragt, ob es denn wirklich ok sei, wenn ich rausginge und dann in Windeseile Moosgummi, Gummiband, Schere und Kuli zusammengesucht und anhand der alten eine neue Augenklappe gebastelt. Michel war zwischenzeitlich wider Erwarten nicht eingeschlafen, Pippi hatte sich allerdings ganz ordentlich in Rage geschrien, weil sie ebenfalls hundemüde war und gerne Einschlafstillen wollte, was Papa natürlich nicht bieten kann. Ich fragte Michel, ob ich Pippi kurz holen könnte, worauf er sofort in Tränen ausbrach. Er erklärte mir (ich übersetze das mal so), dass Papa ja bei Pippi sei und ich solle bei ihm bleiben und nicht weggehen. Also blieb ich. Im Endeffekt musste ich dann auch nur einmal händchenhaltend das Speziallied (selbstgedichtetes Schlaflied, das ich ihm vorsinge, seit er ein klitzekleines Baby war) vorsingen und dann war er eingeschlafen. Herr Rabe hatte Pippi mit einer Tacochipstüte bzw deren Geraschel halbwegs beruhigt, aber als sie mich sah, erinnerte sie sich direkt an ihren Ursprungsplan. Und seitdem, also seit ca. Anderthalb Stunden, sitze ich hier im Poäng-Stuhl mit der schlafenden Pippi, Herr Rabe hat mir Guacamole und Tacochips gebracht und ich schreibe den Tag auf. Gleich werde ich noch Vorteig für Brötchen ansetzen, den Quark ablaufen lassen und dann auch ins Bett gehen, heute war ein langer Tag. 

Mehr WMDEDGTs gibt es wie immer hier.

Tag 177 – Selbstmitleid

In der Hoffnung, dass es besser wird, wenn ich es aufschreibe, folgt jetzt ein Post voller, Sie ahnen es schon, Selbstmitleid. Lesen Sie einfach lieber nicht weiter. 

Ich bin so müde. So. Müde. Müüüüüde. Pippi will abends nicht ins Bett, wird dann, wenn sie einmal drin ist, dauernd wach, nuckelt an mir herum, döst weiter, will auf der anderen Seite liegen, nuckelt, döst, wühlt herum, kneift mir in die Nase, die Brust, die Oberarme, hat Hunger, trinkt, nuckelt, und so weiter. Bis morgens. Letzte Nacht die Krönung: nachdem ich verzweifelt und vergeblich versucht hatte, sie wieder zum Schlafen zu kriegen, wollte sie gerne ein bisschen Spielen und laberte im Bett herum, offensichtlich hellwach. Um zwei Uhr nachts. Nachdem ich ca. 1,5 Stunden geschlafen hatte. Ganz ehrlich: da ist das Ende meines Geduldsfadens erreicht. Pippi angeschrien, Mann angeschrien, mit Pippi auf dem Arm wütend durch die Wohnung gestapft, Heulanfall bekommen, volles Programm. Und da sind wir auch schon beim zweiten Punkt: ich bin ungeduldig und pampig und gereizt und hasse alles und jeden, wegen nix. Michel ist in der „Warum?“-Phase angekommen, es hat etwas gedauert, bis wir das gerafft haben, weil er in einer Kindersprache-Version des lokalen norwegischen Dialekts fragt: „Kuful?“. Dieses Kuful nervt mich aber schon beim zweiten Mal zu Tode und ich ranze nur Michel an, obwohl ich sehr genau weiß, dass Kinder Sarkasmus nicht verstehen, dass es für ihn wichtig ist, Zusammenhänge zu erfragen, Blabla, pädagogisch KANN ICH GRAD NICHT! Und dann fühle ich mich super schlecht, wenn ich statt einfach zu sagen „Leute in Norwegen wohnen eben in Häusern, sonst wäre es zu kalt, deshalb wohnt auch dein Kumpel C. in einem Haus.“ nur pampig „Orrrrrr DARUM!!!“ antworte. Und das nicht nur einmal am Tag. Eigentlich will ich nur meine Ruhe. Michel soll weggehen mit seinem Kuful und seinen Stinkepupsen und seinem nächtlichen Zähneknirschen. Pippi soll weggehen mit ihrer Kacklaune, dem Geschrei, dem Kneifen. Und schon das zu denken macht mich in meiner eigenen Wertvorstellung zu einer sehr sehr schlechten Mutter. Und hatte ich schon erwähnt, dass ich obendrein eine schlechte Hausfrau und allgemein Frau bin? Ich kriege nichts auf die Reihe, ehrlich, mal die Spülmaschine anmachen oder ausräumen oder mal ne Maschine Wäsche ist das Höchste der Gefühle diese Woche. Geduscht habe ich heute auch einfach mal nicht: Pickeln, trockenen Stellen und Hautproblemchen wie bei einer Pubertierenden gefällt das! Meistens laufe ich zu Hause in meiner XL-Jogginghose rum, die viel zu groß ist, weil im 8. Monat schwanger gekauft. Inzwischen habe ich aber ich weiß nicht wieviel abgenommen, viel, da würden sich viele sicher drüber freuen, ich so geht so. Weil mir nix mehr passt. Hosen am Po zu weit, rutschen trotz Gürtel. Pullis und Kleider die Schlabbern. Mal abgesehen von meinen Brüsten, die einen sehr traurigen Anblick bieten. Und für neue Garderobe kaufen bin ich zu geizig. Ich weiß ja auch nicht, ob mein Körper schon fertig ist mit Abnehmen. Dank Stillen und Schilddrüse geht da ja vielleicht noch was. Oder vielleicht nehme ich auch wieder zu. Weiß man ja alles nicht. Also laufe ich in den immer gleichen Schlabbersachen rum und dieser Modeheini nickt wissend in meinem Kopf und steckt Herrn Rabe Visitenkarten von Scheidungsanwälten zu. Dann bin ich also demnächst getrennt erziehend und arbeitslos, weil das mit der Promotion läuft ja auch eher schleppend und ich müsste echt mal Druck machen, dass gewisse Dinge noch laufen bevor ich zurückkomme aber Ich. Hab. Gar. Keinen. Bock. Meine Arbeitsmotivation ist beim absoluten Nullpunkt angekommen. Ich will noch nicht mal Paper lesen. Am liebsten würde ich irgendwelche stumpfsinnigen Handlangeraufgaben machen, aber dafür bin ich wohl überqualifiziert und außerdem würde mich das auch wieder nerven nach ner Weile, deswegen hab ich die Promotion ja angefangen. Vielleicht hab ich auch einen ganz falschen Job, aber ich dachte lange, dass das das einzige ist, was ich kann. Und bei Licht betrachtet: irgendwas mit Menschen: nein. Mit Schreiben Geld verdienen: zu risky. Zu unkreativ. Am ehesten noch Gastro, aber zu blöde Arbeitszeiten. Oder Dienstleistung: zu schlecht bezahlt. Also hallo, Pharmamafia. Die dunkle Seite der Macht. Hrmpf. 

Ich habe den Eindruck, ich muss mal schlafen. 

Tag 176 – Des Rätsels Lösung

Ich weiß jetzt, warum meine Laune gestern so kacke war. Jaha! It’s this time of the month again. Ja, genau, noch nich mal vier Wochen her, vielen Dank auch. Es traf mich auch etwas (total) unvorbereitet heute früh, sagen wir mal so: Michel kennt jetzt ein paar neue Flüche und die Bettwäsche wurde mal wieder gewaschen. Leider verkürzte „der Zwischenfall“ unsere eh knapp kalkulierte Aufstehzeit erheblich, sodass wir alle total gestresst und missgestimmt kurz vor halb zehn am Kindergarten ankamen. Wieder zu Hause musste ich dann auch direkt Pippis Windel wechseln, und als ich endlich, endlich meinen ersten Kaffee in der Hand hatte wollte ich am liebsten einfach wieder ins Bett und den Tag neu starten. Naja, ich tat das dann doch nicht sondern frühstückte Nutellabrot (mach ich sonst nie, ungesundes Zuckerzeug und so, aber mir war soooooo nach Schokolade!). Pippi schlief beim Frühstück ein und schnarchte mich dann ganz herzallerliebst eine Weile an. Als sie wach wurde war es für mich aber höchste Zeit unter die Dusche zu springen, danach noch mal schnell Pippi gewickelt und umgezogen (jaja, die Dusche ist nach wie vor nicht ganz dicht und kleine Wasserpfützchen ja so wahnsinnig interessant! Gut auch, dass die Dusche nur nach außen aufgeht und da ja dann aber Pippi lag und mit den Ofützen spielte. Ich kann meinen Bauch sehr sehr weit einziehen. Ist ja auch ne Erkenntnis.) und dann ab zum Gesundheutszentrum zum 6-Monate-Check Teil 1: Ärztin. Die war dann ganz schön frech und behauptete, Pippi würde schielen. Das ist ja per se unmöglich, weil sie ja das allerhübscheste Baby der ganzen Welt ist und ganz im Ernst: sie. schielt. nicht. Wir werden trotzdem jetzt einen Augenarzttermin bekommen um das überprüfen zu lassen. Hmja. Hab ja sonst nix zu tun. Wenigstens hat die Ärztin was gegen die jetzt wieder schlimmere Bindehautentzündung aufgeschrieben. Das hab ich dann noch von der Apotheke abgeholt und mir dann in einem relativ neu eröffneten Café/Restaurant um die Ecke einen Kaffee und einen Schokobrownie gegönnt, auch um gegen meine innerliche Empörung wegen des nicht vorhandenen Schielens anzukämpfen. Sowohl Kaffee als auch Brownie waren sehr gut und besänftigten mich etwas. Vielleicht hätte ich Pippi was abgeben sollen: die war nämlich heute Abend wieder super kacke drauf und musste sich eine halbe Stunde in den Schlaf schreien. 

Nun ja. Ich hoffe einfach mal, dass morgen ein besserer Tag wird. 

Tag 175 – Komischer Tag

Pippi geht es besser. Ihr Immunsystem ist scheinbar aus Stahl und hat die Bindehautentzündung nahezu über Nacht weggezaubert. Von Michel kenne ich das so nicht, bei dem wurde es immer schlimmer, irgendwann gingen die Augen kaum noch auf, alles verklebt und nur Antibiotika halfen. Pippi hatte heute morgen nur ein bisschen gelbe Krüstchen in den Wimpern hängen und das Auge war noch rot und geschwollen. Das hat aber gereicht, um Michel zu Tode zu erschrecken. Der arme musste furchtbar weinen, weil er fand, dass das ganz schlimm aussah. Ich verstand diese heftige Reaktion nicht so ganz, Pippi war ganz zufrieden eigentlich, aber Michel machte das offensichtlich große Angst. Nun ja. Er beruhigte sich dann, als ich gesagt habe, dass ich deshalb mit Pippi zum Arzt gehe. Bis zum Arzttermin, den ich erst für 13:00 Uhr ergattern konnte, war das Auge schon kaum noch rot und nur ein minibisschen geschwollen – klassischer Fall von Spontanheilung angesichts des Arztbesuchs. Aber ich hab ja nicht aus Spaß 7 Minuten das Warteschleifengedudel der Arztpraxis ertragen und im Anschluss 45 Minuten mit Pippi in der Trage das Auto aus seinem Neuschnee-Kokon befreit. Allerdings: was sagt man dann bei der Ärztin? „Ja, äh, ich weiß man sieht jetzt nix mehr, aber gestern wars ganz arg. Und bei meinem anderen Kind ist das nie von selber weggegangen, ehrlich!“ So ähnlich wars, aber wenigstens sagte mir die Ärztin zu, dass ich, sollte es nochmal schlimmer werden, auf SMS-Zuruf ein E-Rezept für Augentropfen kriege. Es war also nicht ganz umsonst, ans andere Ende der Stadt zu gurken (Memo an mich: nochmal gucken, ob hier in der Nähe ein Hausarzt Kapazitäten hat. Möglichst die Ärztin von Michel, die ist nett.) Und wo ich schon mal am anderen Ende der Stadt war, hab ich nochmal schnell beim Stoffladen vorbeigeschaut und mir Nähgedöns gekauft, das geht immer. Sonst geht auch immer Stoff, aber ich muss erstmal meine Vorräte wegnähen, bevor ich neue Stoffe kaufen darf. Das hab ich mir selbst auferlegt. Dann noch schnell Maiskringel für Pippi und im Hurra-sie-hat-einmal-zufrieden-am-Schnuller-genuckelt-Überschwang ein Schnullerband besorgt. Zu Hause etwas ferngesehen und Pippi bei ihren Krabbelversuchen beobachtet – hätte ich mir ja denken können, dass sie sich mit Robben nicht zufrieden gibt. Aber ein Knie und den gegenüberliegenden Arm anheben klappt schon ganz gut. Nur geht’s halt noch nicht vorwärts. Aber das wird sicher nicht mehr lange dauern. Danach habe ich gespült, gekocht, lecker gegessen, eigentlich ist alles gut, es war auch eigentlich ein friedlicher, guter Tag, trotzdem habe ich total schlechte Laune und bin müde und angekotzt von allem. Und liege auch schon im Bett. Hmm. Mal sehen, wies morgen ist. 

Tag 174 – ;(

Pippi und ich waren heute mal wieder beim Muttisport. Soweit nichts besonderes. Auf dem Rückweg schlief sie im Kinderwagen ein, ich schleppte sie also (zum zweiten Mal heute) mitsamt Kinderwagenoberteil die 42 Stufen in die Wohnung und stellte sie im kalten Schlafzimmer ab. Dann aß ich die zwei restlichen Pfannkuchen von gestern kalt auf (dabei denke ich immer an meinen Opa, der die auch kalt sehr gerne aß). Um 14:40 wurde Pippi wach und ich holte sie aus dem Kinderwagen. Und sah direkt: Matschauge. Ihr linkes Auge war verklebt und schleimig und gerötet und geschwollen. Tadaaaa: Bindehautentzündung. Michel hatte das so oft als Baby, diese Diagnose traue ich mir durchaus ohne medizinische Kenntnisse zu. Ich rief also nach kurzem Check, ob nicht im Kühlschrank doch noch antibiotische Augentropfen sind, direkt beim Arzt an. Die Telefonsprechstunde schließt um 14:30, sagte das Band. Hmmm, toll, 10 Minuten zu lange geschlafen. Dann rief ich die Notfallpraxis an. Und landete in der Warteschleife. Nach 15 Minuten (!) gab ich auf, legte auf und rief nochmal an, in der Hoffnung, an einem anderen Endgerät zu landen, wo vielleicht schneller jemand antworten würde. Diesmal antwortete tatsächlich schon nach 5 Minuten jemand. Trotzdem war ich so schockiert davon, dass ich statt den Lautsprecher auszumachen aus Versehen auflegte. Gnaaaaaa. Also nochmal angerufen. 7 Minuten später sprach ich endlich mit einem Menschen. Ich kam direkt zur Sache, Baby, Bindehautentzündung, Schleim, rot, juckt offensichtlich. Und bekam als Antwort: Mit Wasser saubermachen, Hände gut waschen, dafür sorgen, dass sie nicht im Auge pult (hahahaha) und morgen den Arzt anrufen, wenns noch da ist. Ehm ja. Danke für nichts, ne? Meine Hoffnung war gewesen, dass die Notfallpraxis (eventuell sogar ohne Hinfahren, man darf ja noch Träume haben) ein E-Rezept für Augentropfen ausstellt, das ich dann einfach in der nächsten Apotheke abhole. Statt dessen versuchen wir uns jetzt in Schadensbegrenzung, machen das Auge mit Kamillentee und Muttermilch sauber so gut es geht und scheitern daran, Pippi am Augen reiben zu hindern. Pippi sieht aus wie Karl Dall, ist ziemlich nöckelig und findet den ganzen Augensaubermachscheiß total daneben. Der Hausarzt darf sich morgen auf den Besuch einer wütenden Löwenmama (mir) freuen. Schön den Scheiß in die Länge ziehen. (Ich wette, bis morgen sind es dann beide Augen. Und/Oder es steckt sich noch schnell wer an. Grrrrrrr…)