Tag 227 – #OffTopic über Me-Time

Heute nur Kurzmeldung: 

Projekt Off-Topic, unser „virtueller Mütter-Kaffeeklatsch“ geht heute in die zweite Runde. Diesmal plaudern wir ein bisschen über Me-Time. Das ist ja eine dieser Sachen, die man erst vermisst, wenn sie weg sind, Eltern wissen, was ich meine. Also, spazieren Sie doch beim Herzenskampf-Blog vorbei, grüßen Sie Frau Nichtszubereuen und lesen Sie, wie tiefenentspannt Snowinberlin ihre Kinder ins Bett bekommt.

Tag 226 – Dingens

Noch eine Nacht direkt aus der Hölle. Pippi nörgelte, bis ich sie nuckeln ließ. Sie nuckelte sehr vorsichtig, aber nicht vorsichtig genug, denn irgendwann kam der Milcheinschuss eben doch. Und da fing sie an zu brüllen, als käme kochende Säure in ihren Mund. Von mir ließ sie sich gar nicht beruhigen, bei Herr Rabe dauerte es ne Stunde. Und als sie endlich wieder eingeschlafen war, kam Michel, hustete bei jedem Atemzug, nölte und träumte schlecht. Den ganzen Tag hab ich mich wie überfahren gefühlt. Hoffentlich wirds heute Nacht besser. 

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Heute sehr über Texte über angeblich „unhilfreichen“ Feminismus geärgert. Sehr. Dass manche Menschen einfach nicht verstehen, dass Feminist*Innen keinesfalls wollen, dass alle Frauen* Karriere machen und niemand bei den Kindern zu Hause bleiben und das gut finden darf. Orr. Da muss ich mal drüber schreiben, aber nicht heute, heute bin ich zu müde und zu genervt von allem. 

Tag 225 – Michel Angelo

Heute viel Einkauferei, laaaangweilig! Aber vorher hat Michel Kunst gemacht und dem Blog einen frischen Header beschert (leicht verzerrt vom Zuschneiden, aber naja…) und mir neue Profilbilder überall und so.

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Familie Rabe (von rechts nach links): Frau Rabe, Michel, Pippi und Herr Rabe.

Ich war ehrlich gesagt so gerührt und begeistert (ECHTE KOPFFÜßLER!!!1Elf!), dass ich ein paar Tränchen herunterschlucken musste. Mein großes kleines Kind.

Tag 224 – 8 Monate

Mein liebes kleines Mausemädchen,

Jetzt bist du schon acht Monate alt. Acht Monate die vergingen wie im Zeitraffer. Vor fünf Minuten bist du das erste Mal gekrabbelt. Gestern warst du noch ein kleines Minibaby, das mich zum ersten Mal angelächelt hat und damit mein Herz zum platzen brachte. Vorgestern hielt ich dich zum ersten Mal im Arm, zeternd und nass und blau und wunderschön. Vor einer Woche streichelte ich meine runde Babymurmel – nur um sofort von dir in die Rippen oder die Blase oder gegen die Beckenknochen geknufft zu werden. Und vor drei Wochen hielt ich das Stäbchen in der Hand, mit den sehr deutlichen zwei Strichen drauf und dachte gleichzeitig „Hupsi“ und „Wie schön“.

Jetzt liegst du hier auf meinem Bauch und verpennst den Tag. Du bist krank, Fieber und Rotznase und Gesabber. Dein Papa meint, du kriegst Zähne. Ich glaube nicht daran. Obwohl es zu dir passen würde, alles ganz anders zu machen als dein großer Bruder und die ersten Zähne unter größtmöglichem Trara zu bekommen. Manchmal macht es mich wahnsinnig, wie starrsinnig du bist, und wie sehr du mich und NUR mich brauchst. Papa scheinst du ganz ok zu finden – solange du ihn von meinem Schoß aus beobachten kannst. Bei jedem neuen Menschen ziehst du das vorwurfsvollste Gesicht, das ich je gesehen hab und weinst, bis ich dir ausreichend glaubhaft versichert habe, dass ich in deiner Nähe bleibe. Und egal bei wem du bist, wenn dir auffällt, dass ich nicht in deinem Wohlfühlradius von 5 Metern bin, brüllst du bis ich angelaufen komme. Wenn du dann auf meinem Arm bist, lachst du und siehst den anderen Menschen mit diesem „Siehste? Das ist meine Mama, die hab ich lieb, die ist toll!“-Blick an. Das muss für die anderen ganz schön verletzend sein. Aber du weißt halt, was du willst. 

Überhaupt deine Blicke. Als wir neulich Geburtstag feierten, hattest du alles voll im Blick und wundertest dich ganz offensichtlich sehr über unser Treiben. Dein Gesichtsausdruck in Richtung der Bestrn Freundin sagte wirklich eindeutig „Die sind ja ganz nett, aber eben leider alle irre…“. Sogar das „Ganz ruhig, gleich kommt jemand der Sie an einen ganz schönen Ort bringt!“-Lächeln hast du schon voll drauf. Dein großer Bruder fand (und findet) es gut, wenn man sich für ihn zum Affen machte. Du scheinst das alles zu durchschauen und würdigst es höchstens mit einem „Gaaaanz toll, Mama!“-Blick. Würdest du klatschen können, würdest du wohl noch ein Slow-Clap dazu machen. Dafür lachst du über ganz andere Sachen. Dein Spiegelbild. Bauchpupse. Deine eigenen Pupse. Wenn ich pfeife. Wenn ich schnalze. Wenn Michel Quatsch macht. Essen. Trinken. Wenn du das Babypixibuch gefunden hast und dessen behauptete Unkaputtbarkeit testest. Michels Autos. 

Du kannst schon so viel und bist doch unersättlich darin, Neues zu lernen. Grade Rollen gelernt? Du willst krabbeln. Du kannst krabbeln? Du willst stehen. Du ziehst dich selbst an Sachen hoch und stehst? Du lässt los, frei stehen ist jetzt das Einzige was zählt. Dabei nimmst du Rückschläge (meistens in Form von Umfallen, Hinfallen, Wegrutschen) nicht gerade gelassen hin, es scheint auch nicht in erster Linie der Schmerz, die Beule oder die Schramme zu sein, die dich schreien lässt. Du bist wütend. Auf den weggerutschten Hocker, auf den Schrank, der da steht und der dir einfach gegen den Kopf gesprungen ist, auf deine eigenen Beine, die eben doch noch nicht so ganz sicher stehen. Kurzes Zorngeheul und getröstet werden und du bist bereit für den nächsten Versuch. Unermüdlich. Mein starkes kleines Mädchen. 

Heute rieche ich an deinem Kopf. Den ganzen Tag. Ein bisschen erinnert es mich an den Neugeborenenduft von vor ein paar Monaten. Aber es ist so viel dazu gekommen. So viel Zuhause und Liebe und Familie. Ein Duft, der genauso gewachsen ist wie du. Und der mich unbeschreiblich glücklich macht. Wie du. 

Murch!

Deine Mama

Tag 223 – Angriff der blauroten Drachen

Heute, ich liege mit Pippi, die wieder Fieber hat, im Bett.

Michel kommt angestürmt: „Waaaaooooooorrrrrrr!!! Ich bin ein Drache!!!“

Stimmt. Er hat das Gesicht ganz blau angemalt. Mit… Buntstift? Interessant. Blaue Striche ins Gesicht, schon ist man ein Drache. Herr Rabe kommt auch angetrottet, mit ähnlicher Kriegsbemalung. Er sieht etwas schicksalsergeben aus, macht aber brav „Wrrraaaaooooo!!!“ mit Michel. Pippi wacht auf und hat kurz Angst vor den Drachen.

„Mit was habt ihr euch denn so schick geschminkt?“ Herr Rabe antwortet mir mit Augenrollen.

„Mit Buntstift. Die sind ja abwaschbar.“

Worauf Michel aufgeregt dazwischenblökt: „Jetzt abwaschen, Papa? Ich will ein ROTER Drache sein!!!“

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Was ganz anderes: Herr Rabe verlangte von mir eine Gegendarstellung. Er sei gar keine Couchpotato. Heute war er mit den Kindern draußen, am Fjord, zufällig war ich auch dabei (Augen auf bei den Sportuhrzeiten in den Osterferien…) und was ich am beeindruckendsten fand: er hatte sogar eine Obstbox fertig gemacht.

Wir waren draußen. Beweisbild.

Tag 222 – Ungeschöntes Wochenende in Bildern 19./20. März 2016

Ich habe neulich einen sehr amüsanten Rant über das Wochenende in Bildern gelesen. Suse von  femilyaffair ärgert sich über so ziemlich alles daran, aber hauptsächlich über den Druck, der durch all die hübschen Bilder von selbstgemachten Zimtschnecken und sauteuren Matschanzügen und Pizzaholenden Männern auf Familien außerhalb der Norm gemacht wird. Ich finde, vieles an dem Text ist schmerzhaft wahr. Wir machen ja auch nur relativ selten beim WiB mit, weil ich so oft denke, nee, das kannste nich zeigen, wie wir hier rumgeschlunzt haben, noch nicht mal im Wald gewesen sind wir, tzetzetze. Aber egal, jedenfalls habe ich beim Lesen direkt beschlossen, dieses Wochenende ein WiB zu machen und total ungeschönt unser Chaos und unsere Stubenhockerigkeit zu präsentieren. Deshalb hab ich mir für die Bilder diesmal auch nicht mal die Mühe gemacht, Chaos im Hintergrund zu beseitigen oder abzuschneiden, aber sehen Sie selbst.

Frühstück. Die Brötchen kommen diesmal aus der Tüte, weil ich es einfach verteilt habe, rechtzeitig welche zu backen. Chaos, Nähmaschine, Michel konnte wie immer nicht warten. Immerhin Blümchen, die hat mir Michel am Dienstag (?) vom Einkaufen mitgebracht.

Pädagogisch wertvoller Programmpunkt: Ostereier basteln. Michel hat die Lage voll im Griff und befiehlt (anders kann mans nicht nennen) Herrn Rabe, Lightning McQueen zu malen.

Derweil ist Pippi auf mir eingeschlafen. Ich bin noch ungeduscht und im Schlafanzug. Es ist 12:30 Uhr.

Waaaahhhh, ich muss ja Brötchen backen! Der Vorteig (rote Schüssel) quillt schon fast aus der Schüssel. Aber fürs Backen muss ich erst spülen, fürs Spülen muss ich erst gespültes wegräumen, fürs Wegräumen muss ich erst… und so geht es ewig weiter. Der Wok da hinten steht da auch seit Dienstag schon. Verantwortungsdiffusion nennen wir das. Die Geburtstagsgirlande kann da auch ein Liedchen von singen.

Eigentlich wollte ich ein Bild davon machen, wie Michel in seine Hand spuckt. Aber dann fing er an, rumzualbern. Ist auch noch im Schlafi. Es ist 14:00 Uhr.

Michel ist sauer, weil ich (total schlimme Mutter die ich bin) ihn nicht beim Brötchen kneten helfen lasse. Nein, nein und nochmals nein.

Natürlich hört das Kind nicht auf mich und das ist das Ergebnis und auch gleichzeitig der Grund, wieso ich das lieber alleine mache.

Apropos alleine: Alleine duschen ist auch nicht möglich. Ich dusche in einer künstlichen Erdbeerduftwolke von Michels Prinzessinnenbad.

Alleine ein Müsli essen und den Brötchen beim backen zuschauen? Nein.

Es kommt eine Herde Dinosaurier und ist gefährlich.

Inzwischen bin ich ziemlich aggro und deshalb sehr sehr froh, dass Herr Rabe die beiden Rübennasen mit in die Stadt nimmt, Bastelkram kaufen.

Und weil das meine Me-Time ist (haha), lasse ich sowas dann auch einfach mal liegen. Die Pause nutze ich zum Nähen.

Als die Familie wieder da ist, koche ich. Es gibt Tomaten-Mozzarella-Risotto. Optimale Abendessenzeit für mit zwei kleinen Kindern auch: 20:30 Uhr. Ich pule Michel sämtliche Tomaten aus dem Risotto, er probiert einen Minilöffel und beschließt, er will das nicht. Pippi verschluckt sich am Risottoreis so heftig, dass sie bricht. Idylle pur.

Voll super, so mit Blümchen auf dem Tisch. Sonst käme man vielleicht noch in die Versuchung, sich zu unterhalten.

Eine ausgelaufene Windel mit spontaner Dusche später. Optimale Zeit zum Spielen. 22:30 Uhr.

Was macht man am Sonntag morgen vorm Frühstück? Wäsche aufhängen. Zwei Maschinen. Zwei Maschinen? Ja, die eine stand die ganze Nacht schon gewaschen im Bad, weil ich gestern Abend zu faul war. Und Herr Rabe auch.

Nach dem Frühstück. Ich wette innerlich mit mir selbst, wie lange es dauern wird, bis jemand den Tisch abräumt. Am Ende geht es ganz fix, Herr Rabe räumt ab und ich verliere meine Wette.

Ich habe Michel erfolgreich mit Süßigkeiten bestochen, Hustensaft zu nehmen. Mir ist es lieber, er hustet den ganzen Schleim am Tag raus, als in der Nacht.

Es wird weiter gebastelt, ich backe. Michel versucht mir zu helfen, drückt einen Knopf an der Waage, alles verstellt, ich schnauze ihn an, Herr Rabe schnauzt mich an, wir schnauzen alle ein bisschen,

Große Krise: der arme Michel schafft es nicht, die Bilder genau wie die Vorlagen auszumalen. Er heult Rotz und Wasser und ich möchte dieses Dreckbuch gerne einfach im Ofen verfeuern.

Den zweijährigen will ich gerne mal sehen, der das so ausmalen kann. Wieso überhaupt Vorlagen? Ich verstehs nicht. Michel heult und heult. Am Ende schläft er auf dem Sofa ein.

  

Ganz toll: ich hab mir auch noch beim Spülmaschine ausräumen beim Aufstehen den Kopf unter die Schranktür gehauen. Jetzt bin ich ein Einhorn.

Brot Nummer eins: Paderborner Landbrot. Saulecker, ist aber trotz wirklich langer Gare aufgerissen. Naja, Irgendwann krieg ich das auch noch hin.

 

Brot Nr. 2: ein reines Weizenbrot. Dieses Brot hingegen hätte ruhig ein bisschen mehr aufreißen können. Egal. Schmecken tuts ja trotzdem.

„Ich schreib dann mal was auf die Karten.“

Wäschestapel. Zu den zwei aufgehängten Maschinen haben wir hier noch drei (!) die schon trocken sind, aber noch zusammengelegt und verräumt werden müssen. Joa, mach ich das eben auch…

Herr Rabe kocht, ich räume die Kinderbücher auf und ein. Der Fußbodenstapel war in Michels Zimmer.

Und während Herr Rabe so weiter kocht, schleppt Michel sechs Tonnen Spielzeug in die Küche. Ich schleppe Pippi rum. Und ja: Michel hatte heute den ganzen Tag seinen Schlafi an.

Das hier passiert fast täglich und es regt mich total auf: Ich esse noch, sitze aber alleine da, weil Michel von Herrn Rabe Hilfe beim Spielen einfordert. Und Herr Rabe nicht nein sagt. Grrrrrrr… (Ach so, die Lasagne ist für morgen noch mit, Herr Rabe hat nicht viel zu viel gekocht.)

 

Und so sieht es aus, wenn Pippi gegessen hat. Und auch jetzt, drei Stunden später, sieht es noch genauso aus. Möglicherweise erbarmt sich wer kurz vorm ins Bett gehen. Wahrscheinlich aber nicht.

Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein: Wir haben heute die Wohnung nicht verlassen, ich habe sie sogar das ganze Wochenende nicht verlassen. Der einzige Ausflug den die Kinder gemacht haben war zum Bastelladen. Wir sind Couchpotatoes. Alle. Ich könnte mich jetzt rausreden mit dem Mistwetter (5 Grad und horizontaler Nieselregen), aber wozu? Wir schlunzen gerne mal rum, so Brote backen dauert auch einfach, und solange die Norweger nicht lernen, vernünftiges Brot zu backen, mach ich das eben selbst. Wir haben alle Zeit der Welt zum Aufräumen, schließlich haben wir jetzt alle frei. Natürlich könnte man sich verabreden mit anderen Familien (idealerweise mit welchen außerhalb der gesellschaftlichen Norm, gell?) und dann tolle Sachen machen, aber dieses Wochenende bot es sich eben einfach nicht an und war auch ganz gut so. So. und jetzt können Sie alle bei Geborgen wachsen viel schönere, pädagogisch wertvollere, aufgeräumtere Wochenenden in Bildern angucken gehen. Ich trink mein Bier solange aus.

Mahlzeit! KW 11

Mo. 14.3. Nudeln

Di. 15.3. Reis und Wok-Gemüse

Mi. 16.3. TK-Pizza (spontan eingeschoben, also in den Plan, dann in den Ofen)

Do. 17.3. Tomatensuppe mit Nudeln

Fr. 18.3. Fisch mit Lauch und Brot

Sa. 19.3. Tomaten-Mozarella-Risotto

So. 20.3. Möhrenlasagne

Mahlzeit! KW 9

Mo. 29.2. Himbeer-Michel (wie Kirsch-Michel aber mit Himbeeren)

Di. 1.3. Nudeln mit Tomatensoße

Mi. 2.3. Auswärts Essen (siehe Tag 204)

Do. 3.3. Rote-Beete-Nudeln

Fr. 4.3. Fisch-Burger

Sa. 5.3. Kveite (Heilbutt mit Basilikumpesto und Käsecreme überbacken, dazu Blumenkohl und Salat)

So. 6.3. Pizza bestellt und abgeholgt (da wo wir am 2.3. schon Essen waren)