Tag 221 – Genäht

Der Igelanzug ist fertig und ich möchte mir ein bisschen selbst auf die Schulter klopfen, der ist richtig richtig gut geworden.


Eine gute Idee war es auch, neulich mal so eine Zange für Druckknöpfe zu kaufen, Druckknöpfe annähen hasse ich nämlich wie die Pest. Und das kann, im Gegensatz zu normalen Knöpfen, auch meine Nähmaschine nicht.

Wie man außerdem an den Bildern sieht, geht es Pippi wesentlich besser. Heute hatte sie nur leichtes Fieber, was sich einfach wegschlafen ließ. Puh.

Und das Kleid, was ich mir um meinen Geburtstag rum genäht habe, hat Herr Rabe auch mal von Nahem fotografiert:


Dabei sind die Taschen, die Ätmelbündchen und die Reißverschlüsse (der direkte Zugang zur Milchbar *hust*) auf meinem Mist gewachsen, der Rest kommt vom Schnittmuster (Stoff+Stil), an dem ich dann aber noch ganz schön rumdoktern musste, damit es nicht sitzt wie ein Kartoffelsack. Merke: selbst am Rücken abstecken ist möglich, erfordert aber einiges an Verrenkungen.

Tag 220 – Durcheinander 

Herr Rabe hat seit heute Nachmittag frei. Jetzt muss er bis August nicht arbeiten. Das ist für alle weird. Auch für mich. Das heißt, ich hab nur noch sechs Wochen, dann muss ich wieder arbeiten. Sechs Wochen sind schnell rum. Wo sind eigentlich die letzten achteinhalb Monate hin???

—

Michel hustet ganz furchtbar. Das wird eine schlafarme Nacht.

—

Pippi hat Fieber. Ich tippe auf 3-Tage-Fieber. Waldorfkindergartenviren, ick hör dir trapsen. Heute Mittag waren es 39,9 Grad und sie ganz schlapp und fertig. Ein Hoch auf die Fieberzäpfchen. Wird wohl trotzdem ne schlafLOSE Nacht. 

—

Ein Baby mit Fieber stillen fühlt sich sehr komisch an. Als würde man seine Brust in sehr warmes Wasser tauchen. 

—

Heute den Kleinercast zum Thema Menstruation gehört. Danach neue Zyklusapp runtergeladen. Ebenfalls jeglichen Maßstab für zu viel Information verloren. Q.e.d.

—

Gestern habe ich mir ein falsches Muttermal (Lipom) am Rücken entfernen lassen, das mich schon seit tausend Jahren total nervt, weil es direkt unter dem BH-Verschluss sitzt und da reibt, drückt und allgemein auch doof aussieht. Dafür tuts jetzt halt irgendwie ein bisschen weh im Sitzen wenn ich mich anlehne. Voll supi, wenn man den ganzen Tag ein Baby am Leib kleben hat. Und Ostermontag soll ich zur Notfallpraxis um die Fäden ziehen zu lassen (ja, so groß war der „Froschpickel“. Vier Stiche.). Äh ja, mal sehen wie wir das machen. 

—

Das Schrägband abgemacht. Weiter nicht gekommen mit dem Nähprojekt. 

—

Ich muss jetzt noch (dringend!) Vorteig ansetzen für Brötchen, die morgen gebacken werden wollen. Die Küche und der Esstisch sehen auch noch aus wie Sau. Logistisches Problem: ich liege mit dem rasselhustenden Michel inzwischen im großen Bett, Herr Rabe ist von Pippi belegt. Hmhm. 

Tag 219 – Neues Projekt (Wääähähähäää)

Ich habe ein neues Nähprojekt. Ich nähe Pippi eine etwas schickere Hose, ohne Ärmel, also für den Urlaub. Es ist ganz gut, was zu tun zu haben, dann denke ich nicht so viel über Michel nach. 

Hier mal ein Bild von der Front, ist alles noch sehr Work in Progress aber obenrum bin ich fast fertig. 

  
Zum ersten Mal was gekräuselt. Ist ok geworden, finde ich. Ich kann ja eigentlich gar nicht nähen, das ist alles learning by doing und leider auch trial and error. Natürlich habe ich auch wieder wie verrückt aufgetrennt. Wirklich viel diesmal. (Er hat gesagt… Wääähähähäää!). Möglicherweise war ich auch etwas unkonzentriert. (Er hat gesagt, er maaaaaag mich nicht! Wäääähähääää!) Zum Beispiel darf ich morgen auch an den Armlöchern das Schrägband wieder auftrennen, das war mein erstes Mal Schrägband, ist auch ok geworden, aber das Armloch geht noch weiter und das hab ich nicht gecheckt. (Er maaaag nur Papaaaa! Mich mag er niiihihiicht! Wääähhhhhhh!!!) Natürlich ist der Schrägbandstummel nun zu kurz, sodass ich das alles wohl oder übel nochmal aufmachen und neu drandutzeln    muss. Hrmpf. 

  
Aber ist der Igelstoff nicht niedlich? Und wie easy peasy Baumwolle zu nähen ist, nachdem man die letzten Male immer stretchige Stoffe hatte! (Warum maaaag er mich denn nicht?) 

Tag 218 – Klischees

Ich war heute in einem Waldorfkindergarten. Das kam so: am Montag schrieb eine Mutter aus meiner Barselgruppe (Muttergruppe, die sich, in meinem Fall, alle Jubeljahre mal trifft), sie ginge heute zu einem offenen Kindergarten, ob nicht noch mehr Lust hätten. Ich, ausgehungert nach sozialen Kontakten wie ich bin, sagte direkt zu, ohne mir noch groß Gedanken drüber zu machen. Offene Kindergärten sind mir zwar etwas suspekt, aber egal, Hauptsache raus!

Heute im Bus (die andere Mutter hatte geschrieben, welchen wir bis wohin nehmen müssen) checkte ich dann mal die Adresse und den Kindergarten an sich. Steinerkindergarten. Ach du…? Ich dachte wirklich kurz darüber nach, ob ich doch noch absagen sollte. Steinerpädagogik ist mal so gar nix für mich und das nicht erst seit ich diesen Artikel gelesen habe. Für mich ist das die Homöopathie der Erziehung. Zu einer Zeit, als Schläge und in den Keller sperren (oder eben Aderlass) noch zum täglichen Leben gehörten, war Steiner sicherlich ein Vertreter einer neuen, fortschrittlichen und sanften Art der Erziehung (und Hanemann eben der Heilkunde). Aber heute weiß man vieles doch so viel besser und da finde ich Steiners Erziehungslehren recht verschroben, steif und überholt. Und menschenfeindlich gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen beispielsweise. Oder Linkshändern. Die Einstellung vieler Antroposophen zum Impfen finde ich gemeingefährlich. Man wächst nicht an Kinderkrankheiten. Aber viele sterben dran. Aber egal, ich schweife ab. Ich halte jedenfalls nichts von Waldorf, bin aber nunmal auf dem Weg zum Waldorfkindergarten. Nun ja, wenn schon scheiße, dann scheiße mit Schwung. 

Mir öffnet ein Mann mit ungekämmtem, garantiert von der Freundin mit der Maschine geschnittenem Haar und Zauselbart. Schätzungsweise so alt wie ich. Er stellt sich vor: er heißt Thore. Sein Sohn (ca. 5) ist auch da. Der heißt Odin. (Ehrlich wahr!) Beide tragen garantiert von der Freundin selbst genähte Leinenkleidung mit unförmigen Schnitten in Erdtönen. Garantiert von der Freundin selbst gestrickte Wollsocken mit Löchern. Thore redet so sanft mit mir, dass ich ihm in die Fresse schlagen möchte. Und er lächelt beseelt. Bekifft ist er nicht, denke ich, keine roten Augen und auch kein dämliches Kiffergrinsen, einfach so ein super-achtsames „Ich sehe DICH!“-Lächeln, das mich aggressiv macht. Ich sehe mich hilflos in dem kleinen Raum um, diverse Muttis mit Kleinkindern und Babys in mehr oder weniger abgeranzter Wollkleidung und die eine aus der Barselgruppe, die dieses Ding angeleiert hat. Ihr Kind trägt saubere und heile Wollkleidung irgendeiner teuren Marke und sie sieht genauso verloren aus wie ich. Ich setze mich zu ihr. Pippi fängt schon mal an, Musikinstrumente zu besabbern. 

Wir singen. Wir singen viel. Wir trommeln auf pseudoafrikanischen Trommeln, schütteln Rhythmuseier, Thore spielt Gitarre, Odin tanzt sehr expressiv, die Babys und Kleinkinder sind je nach Veranlagung begeistert bis desinteressiert, wir Muttis singen. Ich singe laut, weil ich alles andere total albern finde (scheiße mit Schwung!), die anderen Muttis piepsen herum. Ein Papa kommt zu spät mit einem völlig verrotzten Einjährigen Kind, die beiden haben scheinbar die gleiche Näh-, Strick- und Haareschneidbegabte Freundin wie Thore und Odin. Wir singen noch mehr. Der Papa singt auch laut. Immerhin. Pippi ist im siebten Himmel. Zottelbart-Thore himmelt sie förmlich an, oder zumindest die Gitarre. Sie liebt Musik. Mir fällt auf, dass sie sich auf meinem Schoß im Takt hin und herwiegt. Dann fällt mir auf, dass ich mich im Takt hin und herwiege und sie dabei mitbewege. Ich bin sehr froh, dass das Gesinge danach vorbei ist. 

Es gibt Lunch, alle haben was mitgebracht. Ich auch, nämlich eine Banane. Tadaaa! Pippi isst eine halbe Banane, die andere Hälfte will sie nicht und ich verschenke sie an ein anderes Kind, dessen Oma nichts mitgebracht hat. Ich trinke einen Becher Kaffee, der so dünn ist, dass man in der vollen Tasse noch den Boden sehen kann. Neben mir diskutieren zwei Muttis über Impfungen. Ich denke noch, das kann doch nicht wahr sein, so viele Klischees halte ich gar nicht aus, da sagt die eine (Harry-Potter-Brille, Schlabberpulli über magerem Oberkörper mit schlechter Haltung und ohne BH) „Ja, es ist so schlimm, meine Kleine ist adoptiert und wurde direkt nach der Geburt gegen Hepatitis geimpft, die Mutter hatte das! Das konnten wir natürlich nicht mehr verhindern. Schlimm ist das.“. Die andere Mutti nickt mitfühlend. Innerlich renne ich schreiend im Kreis. Mit all meiner Willenskraft wende ich meine Aufmerksamkeit etwas anderem zu.

Pippi lutscht an Musikinstrumenten. Ich möchte alles desinfizieren. Sie pupst hörbar, ich nutze die Gelegenheit zu einer Pause und wickle sie laaaange. Dann setzen wir uns wieder zu der Barselgruppenmutti. Ihr Kind kommt mir infekttechnisch halbwegs safe vor und unsere beiden Kinder besabbern sich ausgiebig gegenseitig. Pippi ist pikiert, als das andere Kind ihr ins Auge piekt. Alle stillen ihre Kinder (nein, natürlich der Papa und die Oma nicht), es ist kurz gemütlich. Die andere Barselgruppenmutti erzählt mir, dass sie und ihr Mann ab Sommer in den USA ein Forschungssemester machen werden. Odin schlägt auf eine Trommel. Alle schrecken hoch. Thore kündigt an, dass nächste Woche kein offener Kindergarten sein wird, wegen der Osterferien. 

Ach, wie schade. 

Draußen blökt ein Schaf. 

Wir gehen nach Hause. Ich brauche einen ordentlichen Kaffee und was zu essen. Pippi schläft wie ein Stein im Kinderwagen. Ich kompensiere das Waldorftrauma mit dem Kauf von zwei Kleidchen für Pippi im Sonderangebot, keins ist aus Wolle oder Leinen und beide sind heile und bunt. Meine Ohren heile ich mit den Foo Fighters von den Ohrwürmern des Vormittags. Ich denke an Pippis leuchtende Augen beim Singen und klatschen und trommeln. 

Vielleicht geht Herr Rabe ja noch mal mit ihr hin. 

Tag 217 – Müüüüde!

Wir haben Pippis nicht genutztes Beisteillbett gegen die größere Variante eingetauscht. Es sieht aus als wolle sie sie nicht benutzen. (Hier mein hilfloses Schluchzen vorstellen.)

 

Nein, Pippi liegt nicht auf dem Kissen. Sie hat nur gerne was am Kopf, als Begrenzung.

 
Mal im Ernst: dieses Familienbett, das klingt so schön. Das klingt nach „ich kann sooo viel besser schlafen, wenn ich alle meine Babys ganz nah bei mir hab“. I call bullshit on that. Ich hab die letzten Nächte wieder ultra bescheiden geschlafen. Pippi mag gerne dauernuckeln, ich krieg schon davon zuviel, dann knetet sie aber auch gerne an meinen Brüsten herum oder grabbelt nach meiner Nase und mir kann doch keine weismachen, dass sie dabei „ganz schnell wieder einschläft“. Als Sahnehäubchen noch den hustenden und zähneknirschenden und sich breit machenden und rumwälzenden Michel oben drauf, ich, eingekeilt und bewegungsunfähig zwischen den Kindern, bekomme Schmerzen überall, in meinem Ohr piept es, Herr Rabe schnauft UND ICH RASTE INNERLICH AUS UND SCHREIE IN MEINEM KOPF ALLE AN UND ZIEHE ALLEINE NACH ALASKA aber natürlich bin ich leise und ziehe noch nicht mal nicht aufs Sofa um, denn ich will ja keinen wecken. Tagsüber ist mir dann die ganze Zeit zum Heulen. Weil ich eine Kackmama bin und es ja „so“ gewollt hab (nein, natürlich nicht, niemand denkt sich „ach, ich schlafe so gut, ich krieg mal ein Baby, damit das anders wird!“) und „man“ „soll“ „sowas“ nicht mal denken. Ja, wenn ichs aufschreibe klingt es für mich auch komplett albern, aber morgens um sieben, wenn der Wecker am Handy klingelt und ich nur mit äußerster Willenskraft mein Handy nicht gegen die Wand schmeiße, zerhacke und verbrenne, fühlt es sich anders an. 

Wenigstens bin ich nicht alleine müde.

Tag 216 – Der Mann hat Hunger…

… Deshalb muss ich jetzt hier ganz schnell schreiben, dass mir nichts einfällt, was ich schreiben könnte. Also, nix interessantes. Pippi und ich waren beim Sport, es ist gut, dass das bald vorbei ist wegen Ostern und Urlaub und Arbeit, weil mit mobilem Krabbelbaby macht das keinen Spaß. Vorm Sport waren wir bei der Entsorgungsstation am anderen Ende der Stadt und haben diversen mittelgroßen Müll (Kochtöpfe, Pappkartons, nen kaputter Tischsauger, sowas halt) weggebracht. Pippis Kitaplatz hab ich auch noch irgendwann angenommen. Und ihr ein paar Wollbodys bestellt. Für den Kindergarten eben, also für nächsten Herbst/Winter. Öhh, ach ja, dann war ich beim Ballett. Und dann rief meine Omi an um zum Geburtstag zu gratulieren und so wies aussieht werden wir wohl dieses Jahr einen 30. Geburtstag in Wien und eine Hochzeit in Portugal feiern. 

Aber sonst war nix. 

Tag 215 – Hurra! oder Wie ich mal fast im Knast war. 

Pippi hat einen Kitaplatz in Michels Kita bekommen! Heute Morgen kam eine SMS und eine Mail, jetzt müssen wir den Platz natürlich noch annehmen aber das geht auch online und ist kein Problem (nur dran denken muss man). Puhhhhh, da fällt mir nicht nur ein Stein vom Herzen. Ich gestehe, ich war ziemlich nervös, obwohls ja eigentlich klar war, aber nachdem wir im letzten Jahr eben auch schon einmal einen Platz (für Michel) in der Kita „sicher“ hatten und den dann eben doch nicht bekamen war ich eben etwas besorgt. Damals kamen wir im Kindergarten an, Michel im Schlepptau, eigentlich nur um den Kindergarten nochmal genauer anzugucken, in dem wir sicher waren einen Platz zu haben, nachdem Leitung und Kommune uns das zugesichert hatten. Und dann war irgendwie Michel wegen Chaos mit unseren Personnennummern nicht auf der Liste gewesen und die Kitaleitung musste den Platz an andere Kinder vergeben. Als ich das endlich raffte, fing ich (voll erwachsen) im Essensraum der Kita an zu flennen und konnte nicht mehr aufhören (immerhin war ich ja auch schwanger und stand voll unter Hormonen). Nachdem ich mich zu Hause von meiner Heulerei halbwegs erholt hatte, schrieb ich eine wütende, aber noch sachliche Mail an die Kommune, wie das passieren konnte. Die Kommune schob es auf die Kita, die Kita auf die Kommune (Spoiler: es war der Fehler der Kommune). Es folgte ein Tag, an dem drölfzig emails in scharfem (ich) bzw. desinteressiertem (die Kommune) Ton* hin und her gingen, bis ich irgendwann versehentlich den Reply- statt des Forward-Buttons erwischte, als ich eine, in meinen Augen, besonders dreiste mail der Kommune mit dem wütenden Kommentar „Ich töte sie alle!“ versehen an Herrn Rabe weiterleiten wollte. Die Mail ging also wieder an die Kommune, ich entschuldigte mich zwar sofort aber es folgten zwei Tage eisige Stille und dann eine Mail in astreinem Juristendeutsch, dass die Mitarbeiter der Kommune vor Morddrohungen und ähnlichem geschützt würden und sie deshalb die Mail an die Ermittlungsbehörden weitergereicht hätten. Hupsi. Ich sah mich schon im Knast, meine Kinder würden mir weggenommen, schlimmste Albträume, Heulkrampf. Herr Rabe wurde kurzerhand Familie Rabes Single Point of Contact mit der Kommune, ich entschuldigte mich ausführlich und reumütig und erklärend nochmals bei der Kommune (ließ aber das „und ich bin auch schwanger und quasi unzurechnungsfähig“ weg) und harrte der Dinge die da kommen mochten. Im Endeffekt rief mich ein Herr von der Polizei irgendwann im Juni (?) einmal an, nahm mir das Versprechen ab, in Zukunft keine Menschen mehr mit dem Tod zu bedrohen und legte dann das Verfahren zu den Akten. Und dann bekamen wir doch noch den Platz, zwei Tage bevor die Eingewöhnung in einer wieder anderen Kita starten sollte. Wieder Heulkrampf, diesmal aber wegen frisch entbunden und Babyblues und Pläne kaputt und doppeltem Kitabeitrag für drei Monate wegen Kündigungsfrist (waren am Ende dann doch nur zwei, aber trotzdem teuer). 

Dieses Mal also einfach total froh, dass es ganz ohne Tränen mit dem Kitaplatz geklappt hat. 

(*Was sich auch scheiße anfühlt: wenn man sich Mühe gibt und auf Norwegisch schreibt und Antworten konsequent auf Englisch kommen.)

Tag 214 – #12von12 März ’16

Es ist wieder der 12., das heißt der Kännchen-Blog sammelt wieder jeweils 12 Bilder von allen, die mögen. Und glauben Sie mir, das sind viele.

Bei uns ging es heute um halb sieben noch vor dem Wecker los, weil Michel herumwühlte und Pippi Hunger hatte (wie auch schon die ganze Nacht…).

Die Kinder und ich sind schon wach. WARUM???

Pippi döste dann noch mal ein, ich stand mit Michel auf und ging duschen und machte mich und ihn fertig. Irgendwann zwischen „Mama, mach mir eine Fledermaus aus Knetseife!“ und „Mama, Hilfe, der Pulli geht nicht!“ (der Ärmel war verkrömpelt) schaffte ich es sogar, Kaffee zu machen.


Vom Kleid gibt’s morgen Detailfotos. Ich bin jedenfalls zufrieden mit mir, das kann ich ja schon mal sagen.

Gerade so pünktlich kamen wir beim Kindertanzen an, wo Michel ziemlich viel Quatsch machte und süß war.

Alle Kinder spielen mit Bällen. Alle Kinder? Nein, Michel raupt im Spieltunnel durch den Raum.

Und danach direkt zu Michels Kumpel E., wo es Kaffee und Waffeln und jede Menge Spielzeug gab.

Das hatte ich als Kind auch!

Nach dem Playdate wollten wir einkaufen, allerdings schliefen beide Kinder im Auto ein und so ging ich alleine los.

Wenn Süßkram im Angebot ist.

Konsum!!!1!


Wieder zu Hause angekommen verstauten wir nur die Einkäufe und machten uns wieder auf den Weg, um das schöne Wetter zu genießen. Michel staubte erstmal Süßkram ab. Pippi futterte im Laden eine Banane.

Moods of Norway-Lolli.

Wir shoppten ein bisschen am Super-Sale-Tag, ich erstand neue Hausschuhe ( meine sind durch) und Handschuhe (auch durch) für zusammen nur 7€, dann fuhr ich mit Michel im überfüllten Bus nach Hause, während Herr Rabe mit Pippi, die im Kinderwagen wieder eingeschlafen war, zu Fuß ging. Michel wollte zu Hause erst mal die Sendung mit dem Elefanten sehen, was ich nutzte um in Frieden kochen zu können.

 

Frevel! Mandelkartoffeln schälen.

Als hätte Ichs geahnt… Michel wollte erst gar nichts essen, aß am Ende aber doch wenigstens ein bisschen Kartoffelbrei. Diese Kochsache ist ziemlich frustrierend grade.

Vom Kind verschmähtes Kinderessen.

Michel liegt im Bett, was macht Pippi? Seine Duplokiste ausräumen natürlich! Geht am Besten im Stehen. Guter Anreiz.

Pippi erreicht ihre Meilensteine gerne am 12. Heute: Hochziehen und Stehen.

Und ich? Ich stopfe und flicke und verwünsche Michels Hosen. Das ist auch ziemlich frustrierend weil Sisyphosarbeit.


Sooo, das war es schon. Ein langer Tag, sagen auch meine zufallenden Augen. Jetzt Bett und auf eine bessere Nacht hoffen.

Tag 213 – Vergessenes nachgereicht

Also erstmal die Bilder. Haha. Voll vergessen, die Bilder hochzuladen in meiner Sektdödeligen Laune gestern. 

 

Der Kuchen, angeschnitten. Michel hat schon mal angefangen mit Kuchen essen.

  

Geburtstagstisch mit Fahne, Kuchen, Kaffee und Geschenken. Die Maus probiert schon mal vom Kuchen.

  

Paaaaarteeeeyyyyy!

 
Und dann das Kuchenrezept. Also das war ja so:

*Tuuut, tuuuut* „Helga Schulz?*“

„Hallo Oma, ich bins! Naaaa, wie is?“

„Ach *Vorname Frau Rabe*, wie schön! Ja, ach, es muss ja. Und selbst?“

„Ja, ach, ich bin grad arbeiten und mache ganz langweilige Sachen, da kann ich nebenher telefonieren. Aber ich ruf eigentlich an wegen dem Rezept für den Schichtkuchen. Ich wollte den für meinen Geburtstag backen, ich weiß ja dass ihr nich mehr so gut in der Küche stehen könnt…“

„Ich würd dir den aber auch backen!“

„Nee lass ma, wenn du mir das Rezept gibst ist das schon ok.“

„Ja, also da machste nen Pfundsteig.“

„???“

„Ein Pfund Butter, ein Pfund Eier, ein Pfund Zucker, das rührste schaumig, dann noch ein Pfund Mehl.“

„Ein Pfund Eier??? Mit oder ohne Schale?“

„Hehe, ohne. Das ist so ungefähr ein Dutzend. Und dann streichste das aufs Blech, das werden vier Bleche. Und dann backste das.“

„Hmhm, bei wieviel Grad?“

„Ach, so hundertachtzig, da kommts nicht so drauf an. So zehn Minuten ungefähr. Dass der Rand nicht zu braun wird.“

„Ok, und dann kommt da Holundergelée zwischen, und dann Dritteln und stapeln und so und wie lange lässt man das dann stehen?“

„Das machste am besten mit nem schweren Topf voll Wasser über Nacht. Das reicht. Der Holundergelée muss auf die heißen Platten, dann zieht der gut ein. Und am nächsten Tag machste Kuvertüre drauf. Musste natürlich vorher den Rand abschneiden.“

„Hmhm. Ok, das krieg ich hin. Danke Dir!“

„Ach, das freut mich ja, dass du den Kuchen backen willst. Den mochtest du ja immer schon so gerne. Du bist eine ganz tolle Frau geworden. Wirklich, eine tolle Frau!**“

„Ähhhh… Danke! Dann machts ma gut, ne? Grüß Opa schön von mir! Und wir sehen uns dann ja am Samstag***.“

„Das machen wa. Tschüss!“

„Tschüss!“
Hach ja. Ich vermiss dich, Oma. 

*So hieß sie wirklich. Mein Opa hieß Karl. Karl und Helga Schulz, Namen wie aus ner Karikatur über deutsche Rentner. 

**Warum auch immer sie das damals sagte, sah ihr eigentlich nicht so ähnlich. Aber vergessen werde ich es wohl nie, denn es war das letzte, was sie zu mir sagte. 

***Leider kam es dazu dann ja nicht. 

Tag 212 – Hicks!

Ich hatte ein ganzes Glas Sekt, ergo bin ich jetzt etwas beschwipst. Falls ich Quatsch schreibe, verzeihen Sie bitte. 

Wheeeee Geburtstag! Ich hab ein Pony bekommen (ein sehr kleines zwar und gerade schläft es mit Michel im Bett, aber immerhin!), eine Krone, einen Korfu-Reiseführer, ein Buch, das mir als „extrem hart aber auch extrem gut“ angepriesen wurde (ich werde berichten), eine gemalte Rakete, eine ausgelaufene Windel und (da hatte ich vor Freude Pipi in den Augen) eine Spende an eine syrische Organisation, die Kindern auf der Flucht hilft. 

Die Gefühle waren über den Tag sehr gemischt, heute morgen habe ich die Beste Freundin zum Flughafen gebracht, das war recht traurig und ich danach auch eigentlich bedient, aber dann schickte mir Herr Rabe ein Bild von einem lustigen Spruch bei Facebook von einer Person namens @Rabensalat, da musste ich dann doch lachen, und dann lud mich Herr Rabe auch noch zum Mittagessen in das einzige vegetarisch-vegane Restaurant der Stadt ein, das war alles sehr schön und feierlich. Dann nähte ich ein bisschen an meinem Kleid rum, das war mäßig spannend aber befriedigend für mich. Lediglich als ich einen total aufgekratzten und quatschigen Michelaus dem Kindergarten abholte, bekam die Laune einen Dämpfer (ey, der hat da einfach ne Schokiecke abgebrochen von MEINEM Kuchen! Weil er nur die Schoki wollte!) und als Herr Rabe endlich zu Hause war, mich die Kinder zu Tode genervt hatten UND meine Mutter bereits zweimal versucht hatte, mich anzurufen und beide Male etwas seltsame Nachrichteb auf der Mailbox hinterlassen hatte, war ich echt bedient. 

Als dann aber irgendwann Michel ganz niedlich mit Maus und Pferd eingeschlafen war und viele viele Menschen aus diesem Internet und per WhatsApp und so mir gratulierten, wurde es etwas besser, mit Sekt im Glas und Kuchen auf dem Teller noch ein bisschen mehr und dann Skypte ich noch mit meiner Mutter, was… absurd war. Kostprobe gefällig?

Sie: „Ich soll dich von ganz vielen Leuten grüßen und gratulieren und so.“

Ich: „Hmhm.“

Sie: „Aaaaaaalso, da war der Frank Sowienoch, unbekannter Weise, und mein kleiner Chef, auch unbekannter Weise. Dann haben wir den *Uralt-Spitzname von Schulfreund, zu dem seit Jahren kein Kontakt besteht*, und dann *Exfreund, mit dem ich lange zusammen war*, aber nur wenn du ihn nicht haust?“

Ich: „Wieso sollte ich ihn denn hauen? Bin ja auch ganz schön weit weg, nä?“

Sie: „Nee, ach, weißte schon wie ich das meine!“

Ich: „…“

Sie: „Ja und hmmmmmm wer war da noch, also der *Exfreund, mit dem ich unrühmlicher Weise wegen Herrn Rabe Schluss machte*, der NICHT, hmmmmm, wer war das denn?“

Ich: *twittert heimlich*

Sie: „Ahhhhh, ich weiß, der D.! Da war ich nämlich heute!“

Ich: „Ja dann sag mal Dankeschön!“

Ja. Das hob die Laune auf einer Metaebene, auf der ich unser Gespräch von außen betrachtete (macht der Sekt, dass man das kann?) doch ungemein. 

Jetzt Bett und Zufriedenheit. 

31. 

Ist ok.