Tag 2692 – Lieblingsmenschen.

Die Familie ist wieder da! Pippi hat mich soooooo doll vermisst, es war herzerwärmend für etwa drei Sekunden, dann ging sie ihre Freundinnen besuchen. Michel hatte Laune, als sie hier ankamen, was einer Mischung aus Hunger und nerviger kleiner Schwester geschuldet war. Herr Rabe ist, wie ich, unterkuschelt. Jetzt sind alle im Bett und zufrieden auf ihre Arten und Weisen und das ist ja schon ganz schön so.

Gestern habe ich was über mich gelernt: ich will zwar absolut nicht betuddelt werden, wenn ich krank bin, aber alleine krank sein ist auch total scheiße und gruselig. Wie so ein Meerschwein, das so tut, als wär alles super, damit die Herde es bloß nicht allein lässt. Ich will offenbar nicht allein in einer Höhle verenden. Ich will umgeben von Leuten sein, die mein Siechtum aber ignorieren sollen. Und dann will ich ignoriert verenden.

Tag 2691 – Stop.

Heute war ich krank. Schon wieder. Nach einem Glas Wein, Weißwein sogar, Grüner Veltliner, den vertrage ich sonst problemlos, aber heute war ich krank als hätte ich mich gestern komplett volllaufen lassen. Und ich meine das ganz ernst: ich glaub ich lass das einfach mit dem Alkohol. So ganz. Das ist es nicht wert. Mein schöner freier Tag, völlig kaputt. Ich konnte nicht mal einkaufen gehen, morgen gibt’s nen Teelicht statt Adventskranz und alles was am Wochenende gemacht werden muss, muss in morgen gequetscht werden, bevor die neue Woche los geht.

Ja, ich bin schon selbst auf den Gedanken gekommen, dass es vielleicht gar nicht der Alkohol war, sondern vielleicht einfach mein Körper von meiner Psyche Bescheid bekommen hat, dass ich einen Tag auf dem Sofa zu bleiben habe. Weil gestern, die Woche, die letzten Monate einfach knüppelhart waren. (Gestern hat das IT-Projekt sich einen Klopper geleistet, den ich kaum für möglich gehalten hätte, nämlich Materialien von mir geklaut und ins Intranet gestellt, ohne zu fragen, und es auch noch so wirken lassen, als hätten sie diese Materialien selbst erstellt. Ich rege mich immer noch darüber auf, obwohl das „geklärt“ wurde, weil ich eine wirklich pissige Mail geschrieben habe und verlangt habe, dass das umgehend aus dem Intranet entfernt wird. Das wurde gemacht, aber sowas lässt mich ja deshalb nicht los. Es ist einfach falsch und gemein und ich habe sehr viele Emotionen, die ich nicht gut ausdrücken kann und alle schlucke, bis ich platze.) Alles halt zum Kotzen und das sehe ich ja nicht ein, bevor der Körper streikt.

Montag Homeoffice (außer der Reihe, Montags ist ja sonst Bürotag, aber sorry, nee.), Dienstag halber Tag, danach den Rest der Woche Urlaub. Da es mir geht, wie es mir geht, werde ich mich vermutlich für die Urlaubstage krank melden.

Um die Geschichte zu vervollständigen: es ist egal, ob der Wein nun die Ursache war, aber er hat es sicher auch nicht besser gemacht. Und so dringend sind Drogen ja nun nicht, ne?

Tag 2689 – Fenster auf.

Ich liege im Bett und das Fenster ist offen. Im November kann man daraus ableiten, dass Herr Rabe nicht da ist, denn der friert sonst. Und das ist auch ganz richtig, Herr Rabe ist nicht da und die Kinder auch nicht, die sind zu Herrn Rabes Vaters Geburtstag in Deutschland. Ich bin allein zu Hause, bis Sonntag. Es ist seltsam, immerhin muss ich morgen ganz normal arbeiten. Ich hab auch schon aufgeräumt, weil morgen die Putzhilfe kommt, beide Autos vom Bahnhof nach Hause gefahren (nacheinander), die Schweinchen gefüttert und sogar gebügelt um die Zeit zu füllen, aber irgendwie… es ist komisch, wenn keiner da ist, der mosert, weil das Fenster offen ist.

Tag 2687 und 2688 – Im Tunnel.

Bin im Inspektionstunnel. Es ist die letzte Inspektion in diesem Jahr und wieder 5 Tage, allerdings Dienstag bis Freitag plus Dienstag nächste Woche. Ich mache viele Kreuze, wenn sie vorbei ist. Ehrlich.

Derweil eskaliert das IT-Projekt weiter, es wird jetzt das Blame Game gespielt, wer schuld ist an allem(TM), wer hat wem was nicht gesagt und wer hat welche Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt und so weiter und so fort. Auf Inspektion sein ist gar nicht so schlecht, da kriege ich das alles nämlich nur am Rande mit.

Gestern war außer Inspektion noch Ausschusssitzung und da dampft auch der Kot, weil die Kommune durch Kündigungen im kommunalen ÖD sehr viel Geld sparen möchte. Das möchte nur außer der Kommune niemand.

Morgen fahren auch noch Herr Rabe und die Kinder weg, allerdings sieht hier noch nichts danach aus. Vermutlich werde ich morgen Abend erst mal aufräumen.

Alles immer noch ein bisschen sehr viel.

Tag 2686 – Gekauft, verkauft.

So, Familie Rabe ist jetzt wieder Tesla-los. Nichts gegen Teslas, aber ich mag mein neues gebrauchtes Auto schon jetzt sehr. Es kann was wir brauchen und hat ein bisschen extra Schnickschnack, aber nichts dekadentes wie Massagesitze oder Flügeltüren. Der Kauf war sehr angenehm und der Verkauf des Teslas auch. Die Händlerkette hat nicht den besten Ruf, aber bisher war der Kontakt total entspannt und freundlich. Ich wurde auch nicht wie ein Dummerchen behandelt, wär auch seltsam gewesen, weil ich wahrscheinlich 10 Jahre älter als der Verkäufer bin. Mir wurde geduldig alles erklärt, ich bekam Kaffee, wir füllten einen Haufen Papiere elektronisch aus und bis ich den Hyundai-Account eingerichtet hatte, war auch der Tesla Werkstatt-bestätigt voll fahrtüchtig und fehlerfrei und so wechselten zwei Autos die Besitzer. Als letzte Amtshandlung habe ich beim Tesla einen Factory Reset gemacht und dann das Auto aus der App entfernt – was man nicht wirklich selbst machen kann, sondern da muss man Tesla schreiben, dass man das Auto verkauft hat und dann entfernen die das.

Vor lauter Aufregung bin ich jetzt aber auch einfach ganz schön alle. Freudig-alle. So schnell wird aus Carona Konacar.

Ich würde Fotos posten, habe aber nur eines und außerdem habe ich noch keine Zeit investiert um rauszukriegen, welche. Knopf ich für mehr Medienspeicher drücken muss.

P.S. etwas irritiert mich sehr. Auf dem Verkaufsvertrag stand „km angegeben – 50.000, km bestätigt – 40.105“. Das Auto selbst, also die Software im Auto, zeigte 50.200 km an. Was ist denn dieser „km bestätigt“-Wert? Ist das Auto doch nicht so viel gefahren, wie es meinte? Und ist 20% Abweichung in dem Fall akzeptabel? Und wie „bestätigt“ die Werkstatt das?

Tag 2685 – Das Wochenende.

Inklusive Freitag, weil ich da ja auch schon nicht so richtig geschrieben hab. Freitag hatte ich Homeoffice. Ersehnt und notwendig. Nachdem Donnerstag ein Gespräch mit meiner Chefin stattgefunden hat, in dem ich dazu beordert wurde, das IT-Projekt quasi fallen zu lassen (möge es in der Hölle landen), habe ich da auch nur tatsächliche Superuser-Fragen beantwortet (also sowas wie „wo muss ich nochmal klicken damit x passiert?“) und sehe dem Spektakel jetzt mit etwas mehr und stetig wachsendem Abstand zu. Habe einen Report, der seit über einem Monat überfällig ist, fertig gestellt, approven lassen und werde ihn morgen verschicken. Und dann riefen halt zwischendurch die Autohändler von Mittwoch an und nachdem ich gesagt hatte, ja, wir hätten gerne $Auto, aber gebraucht, und zwar so und so ausgestattet und maximal so alt und maximal so viel runter, ging das alles ganz fix. Eine andere Geschäftsstelle des Händlers verkauft den Wagen, den der Geschäftsführer ein Jahr lang gefahren hat, $Auto ist so wie wir wollen und sogar rot, gebongt. Ja, wir würden erwägen, den Tesla in Zahlung zu geben, was würdet ihr denn dafür geben? Hmmhmm, da hat $Internetseite aber noch mal 5000 (Kronen, nicht €) mehr gesagt, matcht ihr das? Ja, cool. Wann soll ich kommen? Ja, Montag ist ok. Ja, kümmert euch gerne drum, dass die Versicherung auf das neue Auto umgedutzelt wird. Ja, Vertrag bitte aufs Handy schicken, ich unterschreibe dann (Ein Hoch auf Bank-ID).

So schnell kann das gehen. Montag ist nur mäßig ok, aber besser als den Rest der Woche, da geht es nämlich einfach gar nicht.

Gestern war dann der Garten dran mit endgültig winterfertig werden. Last minute die Regentonne geleert, was aber schon gar nicht mehr so leicht war, weil der Schlauch bereits eingefroren war. Wir mussten sie also kippen und sie war wirklich randvoll. Außerdem haben wir den Kompost warm eingepackt, das Trampolin abgebaut, die Hängeampeln geleert, den Deckel vom Außenkäfig abgemacht und zur Seite gestellt und alles Mobiliar auf der Terrasse zusammengestellt und wo nötig, abgedeckt.

Pippi hatte gestern ein wenig Besuch und Michel rupfte sich gleich zwei Milchzähne raus. Oben rechts den Eckzahn und den Backenzahn daneben. Der ist da so schmerzbefreit wie ich es als Kind war und ich bin genauso quiekig wie meine Mutter es beim Anblick von nur noch an einer Ecke hängenden Milchzähnen war. Yierks, das ist echt ein spezieller Anblick.

Außerdem habe ich gestern versehentlich das ganze Pickert-Rezept gemacht. Wir haben jetzt sehr viel Pickert. Gestern habe ich mich auch daran überfressen, was vermutlich auch zum Einschlafen geführt hat. Aber lecker. Herr Rabe hat eine neue perverse Kombi ausprobiert: Pickert mit Senf und Majo. Ich habe so getan, als würde ich das nicht sehen.

Heute war Herr Rabe mit Pippi schwimmen, ich habe die Schweinchen saubergemacht, war spazieren, habe Geige gespielt (gut, das habe ich gestern und vorgestern auch) und dann haben wir peinlich viel Zeit darauf verwenden müssen, die Belege für Caronas Service zusammenzusuchen. Ablage ist hier echt so ein wunder Punkt. Jetzt liegen im Auto die Sommerreifen und alles an Zubehör und Kabeln und Tralala, dafür nicht mal mehr die gute alte (deutsche) Parkscheibe, die Michel mal mit Bleistift vollgemalt hat, als er noch sehr klein war. Morgen dann factory reset und aus der App abmelden, aber erst, wenn der Händler bezahlt hat, höhö. Voll gut, ein Auto kaufen und dafür noch Geld kriegen.

Joa. Das wars.

Tag 2683 – Früher…

… war alles viel besser, denn da bloggte ich öfter mal bevor ich zum Umfallen müde war. Zum Beispiel über neue Autos, die jetzt viel besser zu uns passen als Carona, so gern ich sie hab. Aber es ist eigentlich zu groß, eigentlich zu teuer und hat zu hohen Verbrauch und zu geringe Reichweite. Es nervt auch, auf der Fähre wegen 5 cm den Wohnmobil-Preis zahlen zu müssen und so eine Geschichte wie in dem Parkhaus in Dänemark, wo ich echt fast auf der Rampe aufgegeben hätte und gesagt hätte, tja, schade, aber ich kann nicht vor und nicht zurück, Auto hat zu großen Wendekreis, sorry, das bleibt hier jetzt so stehen, brauche ich auch nicht mehr. Deshalb und weil Musk echt doof ist, der Service grottig, die Versicherung absurd teuer und so weiter, also jetzt ein kleineres Auto. Aus Südkorea. Näheres Montag. Denn jetzt, und damit schlage ich den Bogen zur Einleitung, ist es schon so spät und ich sehr müde. Es war ein anstrengender und aufregender Tag.

Tag 2682 – Piep!

Hatte einen okayen Tag. Habe beschlossen, nicht mehr so zu tun als sei alles super, das hilft. Ansonsten hab ich mich einfach in einen der kleinen Meetingräume gesetzt, weil ich Meetings von 9:30-17 Uhr hatte. Mit gloriosen 20 Minuten Mittagspause. Normalize Hoodies, auch das ein neuer Vorsatz, wenn ich ins Büro muss, will ich mich nicht obendrein verkleiden müssen.

Abends im Konzert gewesen und noch geflasht, außerdem für ein Auto entschieden. Alles ok so weit.