Heute kamen Bogen Nummer 5 und 6 an und traten ziemlich sofort den Rückweg wieder an, denn man hatte mir Cellobögen in Geigenbogenhüllen geschickt. Das klingt lustig, ist es aber eigentlich nicht.
In der Mitte ein Geigenbogen. Man sollte auch als Laie erkennen können, wie viel massiver die Spitze bei den Cellobögen ist.
Morgen in der Mittagspause (einer Inspektion, aber so what, auch Inspektørinnen haben ein Leben neben der Arbeit) rufe ich den Laden an und wenn sie nicht diese Woche noch Ersatz geliefert bekommen, können sie es einfach gleich lassen. Was für ein Saftladen.
(P.S. ich könnte das vielleicht noch verzeihen, wenn es sich um exotische Instrumente handelte, oder um spottbilliges Zeug. Es ist halt weder noch.)
Nach einer weiteren Probesitzung mit den Bögen habe ich einen aussortiert, der, zusammen mit dem, der sich nicht entspannen lässt, nun die Rückreise an den Händler antreten wird. Ich will auch keine neue Ware für den, der sich nicht entspannen lässt, das ist jetzt halt Pech, Schicksal, ein Zeichen oder etwas dergleichen.
Bis jetzt gefällt mir (natürlich, wie sollte es auch anders sein) der teuerste am besten, aber es kommen ja noch zwei, in die ich auch große Hoffnung stecke. Zu denen dann später.
Zurück zum Laden fährt nun der Coda bow Joule. (Und der Diamond SX, aber den konnte ich ja nicht ausprobieren.) Das ist ein Bogen, der eigentlich für elektrische und/oder 5-saitige Violinen entwickelt wurde und aus solchen auf den tiefen Saiten leichter einen volleren Klang herausholen soll. Dazu ist er eher steif und vor allem hat man ein wenig Gewicht aus dem Frosch entfernt und in die Spitze gepackt, wodurch der Schwerpunkt des Bogens verschoben ist und man auf den tiefen Saiten nicht so sehr gegen die Schwerkraft anstreichen muss. Wobei man ja auch dazu sagen muss, dass wir bei Bögen generell nicht von Unterschieden von 150 g vs. 250 g sprechen, sondern eher so von 58 g vs. 62 g. Der Coda bow Joule wiegt 2,4 g weniger als mein Holzbogen (gemessen auf der Küchenwaage, die aber eine Genauigkeit von +- 0,2 g verspricht, aaaaaber die auch noch nie rekalibriert wurde), aber trotzdem hatte ich das Gefühl, mit dem Bogen schnell müde im Arm zu werden. Die ansonsten marginal einfachere Spielbarkeit im Vergleich zu meinem Holzbogen (Schroetter, übrigens, falls das wen interessiert, massenproduzierte, okaye Anfängerbögen) rechtfertigt für meine Bedürfnisse und mit meinem Blick auf meinen Geldbeutel die Ausgabe für den Joule nicht, also weg damit.
Ich habe übrigens Videoaufnahmen von allen Bögen, gespielt durch mich, die ich nicht anschaue, weil mich das gruselt. Angst, dem eigenen und komplett gnadenlosen Blick und Gehör zum Opfer zu fallen, ist ein Ding.
Begeistert bin ich von dem neuen Case, das ist mal ein wirkliches Upgrade von meinem alten. Da kann ich mir immerhin vorstellen, dass man in sowas eine Geige verschicken kann (was nicht heißt, dass ich das deshalb auch machen würde, solange ich nicht unbedingt muss).
Vier der Geigenbögen kamen heute an. Zwei sollten vorgestern angekommen sein, zwei gestern, alle kamen also heute. Nun gut. Jedenfalls hatte ich das Paket, das vorgestern hätte ankommen sollen, schon kritisch beäugt und es kam, wie es kommen musste: morgens im Zug, auf dem Weg zur Arbeit, begannen die SMS einzutrudeln, dass sich das Paket endlich bewege. Zoll hier, Transit da. Nun war ich ja leider auf dem Weg zur Arbeit und die Homeofficezeit der Nachbarn ist ebenfalls vorbei. Mit den Rentner-Nachbarn bekam ich keinen Kontakt, die schliefen bestimmt noch. Also gab ich bei DHL an, das Paket möge bitte „an einem sicheren Ort“ deponiert werden, nämlich auf der Terrasse. Unsere Haustür kann man nämlich aus allen möglichen Richtungen sehr gut sehen (teils aus 200 m Entfernung) und wir haben nicht mal die symbolische Hürde eines Gartenzaunes oder so, nichts, einfach reinmarschieren und das sauteure Paket mitnehmen, merkt keine*r. Ich schrieb zum Terrassenwunsch noch dazu, wie man auf die Terrasse kommt. Parallel nahm ich mir vor, nach dem Mittagessen nach Hause zu fahren, weil mir auch die Terrasse nicht so der allersicherste Ort zur Aufbewahrung wertvoller Gegenstände erscheint.
Nun ja, ich kam nach Hause, DHL hatte mir vorher eine freudestrahlende „Geliefert!“ Nachricht geschickt und gleich den Servicefragebogen hinterher. Mich erwartete das Paket auf der kleinsten Terrasse der Welt.
Man muss dazu sagen, dass das Auto ja erst mit mir gekommen war. Ich frage mich ja schon ein bisschen ob DHL nicht gleich noch ein Schild mit „Klau mich!“ hätte dranmachen können.
Nun ja, es ist ja alles noch mal gut gegangen und die Servicefragebogenmail hatte ich auch noch nicht geöffnet, das lief für DHL eher nicht so wie erwartet, würde ich sagen.
Michel war etwas irritiert, dass zwei Bögen (und ein Case) in einem derart riesigen Paket kommen. Die anderen zwei Bögen (geliefert an Post im Rema, weil, Überraschung! So Packboxen nicht dimensioniert für einen Meter lange Pakete sind) kamen aber in einem nicht wesentlich kleineren Karton.
Von den 4 Bögen ist einer nicht benutzbar, weil der schon „entspannt“ so gespannt ist, dass es mir zu viel ist. Weiter entspannen geht auch nicht, vermutlich ist einfach der Frosch falsch montiert.
Die anderen drei und meiner:
Zu den Bögen muss ich morgen mehr schreiben. Das Case ist aber auf jeden Fall ein Behalte-Gegenstand, das ist super.
Es ist mir gelungen, Geigenbögen zur Ansicht zu bestellen. Hallelujah. Bei einem ganz normalen Musikgroßhandel, der alle Modelle, die ich gern ausprobieren möchte, auf Lager hat. In verschiedenen Lagern zwar, sodass das nun in drei Lieferungen verschickt wird, aber immerhin. Kein Gehampel mit Zoll, kein Schwitzen beim Fahren über die Grenze, kein ewiges Warten auf Lieferung. Ich habe mir vorher noch mal per Mail und Telefon bestätigen lassen, dass das Rückgaberecht auch besteht, wenn an einem Bogen Kolophonium ist, weil man ohne halt nicht ausprobieren kann. Aus lauter Begeisterung (und weil sich in meinem 25 Jahre alten der Schaumstoff der Polsterung langsam auflöst) habe ich noch ein Case dazu bestellt. Und jetzt bin ich sehr gespannt.
Während ich abends (mit Mute) tapfer Kreutzer 8 übe, sitzt neuerdings Herr Rabe mit Bass und Kopfhörern im Wohnzimmer und spielt Akkorde und sagt dabei „Ceeehhhh… Effffff… Beeehhhhh…“, den Quintenzirkel rückwärts auf. Das ist ein Teil eines Bass-Übungsprogrammes, das er jetzt macht und es mutet seltsam an, soll aber helfen.
Ich beneide Herrn Rabe um Frets und versuche weiter, das zweigestrichene f im 2. Satz von Seitz Op. 15 mit dem dritten Finger auf der A-Seite auf Anhieb zu treffen, und am Ende des Satzes auch wieder da zu landen (und nicht irgendwie Richtung fis gewandert zu sein). Isoliert kann ich zwar schon sagen, ob ich grad eher f oder fis spiele, aber im Spiel und bei ständigen Lagenwechseln ist das nicht so einfach, wenn ich nicht zufällig direkt mit dem e vergleichen kann.
Geige (alle Instrumente, bei denen es derart leicht ist, „einen Tacken“ daneben zu hauen) spielen ist zu einem großen Teil auch das Gehör zu schulen.
Nun ja. Mit einem neuen Bogen wird bestimmt alles viel besser. Und einfacher. BESTIMMT.
Ich glaube noch nicht so recht dran, dass es jetzt so bleibt, aber montags fahre ich wohl nun ins Büro. Herr Rabe auch, was bedeutet, dass einer von uns sehr früh fährt. Im Büro suche ich mir einen Platz in Base 6B, das war bisher zwei mal der gleiche und „zufällig“ der Platz, an dem ich vorher auch saß, nur eine Etage höher. Überhaupt sitzen irgendwie alle „zufällig“ genau da, wo sie vorher auch saßen, nur eine Etage höher. Angekommen, streite ich ein wenig mit der Technik, oder auch ein wenig mehr, so wie heute. Dann habe ich den Tag über ein paar geplante und viele spontane Meetings und leiste IT-Hilfe, wo ich kann, weil alle mit der Technik streiten. Dann ist der Arbeitstag irgendwann vorbei und ich schlafe sozial gerädert im Zug ein, nachdem ich mich ausgiebig innerlich darüber geärgert habe, das es kein Einheitsparfum gibt, sondern alle meinen, sie müssen irgendwie individuell riechen und, besonders wichtig, auch stärker als die anderen. Gegeneinander anstinken in Reinkultur. Aber wahrscheinlich liegt das, dass ich mich ärgere, nur an einer zu dem Zeitpunkt bereits abgebrannten sozialen Lunte.
Zu Hause angekommen reicht der Tag grad noch so für Essen und Kinder ins Bett bringen und danach Geige ODER Sport, momentan gewinnt zu 95% die Geige (außer dienstags). Da so spät, in der Küche und mit Mute, weshalb ich manche Dinge nicht so gut üben kann, einfach weil ich nicht so gut höre, was ich treibe. Als neues Projekt habe ich mir jetzt vorgenommen, ein paar dieser Student-Concertos, an denen ich so herumübe (Seitz Op.15, Riedel Op.21 und Accolay a-Moll) nach und nach auch auswendig zu lernen. Ich hab mit dem Schwersten angefangen (Seitz), aber das übe ich auch schon am längsten und der erste Satz sitzt nach zwei Tagen mit dem Rücken zum Notenständer ganz ok. Ich erhoffe mir davon, freier spielen zu können, wenn ich nicht Hirnkapazität aufs Ablesen verschwenden muss. Vorteil an dieser Art üben: das geht gut auch mit Mute und sogar ohne Instrument, weil es in erster Linie drum geht, die Bewegungsabläufe zu trainieren und mit dem „gewünschten Ton“ zu verknüpfen. Nachteil: ewige Ohrwürmer.
Jedenfalls, ich schweife ab: danach ist eigentlich nur noch Bett angesagt. Wenig spannend, aber ich finde Zug fahren und schon wieder Leute in 3D sehen auch irgendwie schon spannend genug nach 2 Jahren Pandemie. Ich hab mir sogar noch ne Laugenstange gekauft, einfach weil ich’s konnte, weil ich ja in Oslo war, wo es eine Bäckereikette gibt, die allerlei „deutsches“ Gebäck verkauft, wie eben Laugenstangen oder Apfeltaschen. Wenn das nicht Spannung genug ist.
Nix los gewesen, was berichtenswert wäre, deshalb behaupte ich einfach mal wieder was über meine Geigen-Fortschritte. Ich möchte bitte noch mal mit meinem 15-Jährigen Ich reden und sagen: die anderen (vor allem der eine, dessen Namen du vergessen hast, der wahrscheinlich Jan-Phillip hieß, oder Lennart oder Stefan, wie alle Jungs zu der Zeit) sind gar nicht so viel talentierter als du. Manche haben früher angefangen und der Stefan-Lennart übt halt. Einziges Geheimnis. Üben, üben, üben, und sinnvoll üben, also Fehler auch korrigieren, hinhören, nochmal genau die eine scheiß-Stelle, und nochmal und dann noch mal langsam.
Aber mein 15-Jähriges Ich war sehr besserwisserisch und beratungsresistent und meinte, sich selbst und generell die Welt genau gecheckt zu haben und hätte wahrscheinlich einfach hart mit den Augen gerollt und gemeint, 20 Minuten an guten Tagen und am Wochenende vor dem Weihnachts- oder Sommerkonzert 3 Stunden pro Tag, bei denen die schnellen/blöden/unsauberen/schwierigen Stellen aber einfach weggehudelt werden, das muss reichen. Und dann würde sie 20 Jahre lang den mangelnden Fortschritt auf das mangelnde Talent schieben. Ist ja auch praktisch, Talent ist so schön ungreifbar und vermutlich angeboren, machste nix!
(Nicht falsch verstehen. Ich wäre nie ein Wunderkind geworden oder gewesen, aber auch ein Wunderkind muss üben.)
Jedenfalls, ich übe immer noch mit Spaß und es wird in meinen Ohren auch immer okayer. Nach drei „leichten“ Doppelgriffetüden (agree to disagree on the „leicht“), bei denen ich mir anfangs wirklich einen abgebrochen habe, habe ich die vierte beim 3. Durchgang heute einfach so runtergespielt, und es kamen weder 20 Katzen, um mit mir zu jaulen, noch zogen Mann, Kinder oder Meerschweinchen mit Rucksäcken und Schlafsäcken an mir vorbei, um dem Lärm für immer zu entfliehen. Selbst ich war zufrieden. Ha. Übung.
Heute Abend war ich relativ spontan in der Osloer Philharmonie, nämlich da: Beethoven Violinkonzert mit Veronika Eberle als Solistin. Dazu kam es, weil ich ein Facebook-Werbeopfer bin und alle meine Apps (obwohl ich Tracking immer ablehne) wissen, wofür ich mich auf anderen Kanälen interessiere und mir deshalb Montag eine Werbung für Tickets zum halben Preis für eben dieses Konzert angezeigt wurden. Aber kann man ja dann tatsächlich mal machen und ich bereue nichts, das war sehr schön, sowohl mal aus dem Haus zu kommen, um was schönes nur für mich zu machen, als auch das Konzert an sich. Sogar die Kadenzen haben mir gefallen, auch wenn ich ja keine spezielle Anhängerin von moderner Kunst bin und auch sagen muss, die hätten auch mit einem Tacken weniger Gedön gewirkt. Man muss ja nicht zwingend sämtliche alternativen Techniken* (inklusive Stampfen beim Spielen) einbauen, bloß weil man‘s kann. Schreien fehlte noch, das ist ja sonst auch sehr beliebt. Jedenfalls, moderne Kadenzen in Beethoven… kann man erstaunlicher Weise machen. Gibt dem Ganzen tatsächlich noch mal eine spezielle Note, die man aber mögen muss. Wie Koriandereis.
Hach ja. Das war wirklich schön.
___
*was ich mich ja frage: so jemand benutzt ja zur Stradivari nicht nen 150€-Bogen. Da wird sicher auch der Bogen den Wert eines Kleinwagens haben. Aber spielt man mit so einem Bogen dann col legno (also mit dem Holz)? Da geht doch der Bogen von kaputt! Andererseits spielt man ja auch nicht 99% des Konzerts mit dem guten Bogen, um dann für die drei, vier mal col legno fix auf den 150€-Bogen zu wechseln. Naja whatever. Vielleicht hat sie ja auch einen Carbon-Bogen.
Gestern bin ich abends auf dem Sofa eingeschlafen. War aber auch nicht viel los gewesen ansonsten, nur viel Arbeit.
Heute ist auch nicht so viel los gewesen. Wochenende eben. Essensplan, Einkaufen, Blumen gießen, Schweine saubermachen, Kinder baden. Ein bisschen Rumhängen und ein bisschen mehr Geige spielen. Ich mache weiter mit der Selbstfolter und übe Dinge, die ich nicht kann – Spiccato und Doppelgriffe. Nicht gleichzeitig, das ist beides schon einzeln schwer genug. Besonders Doppelgriffe sind ein einziger Schmerz im Po, weil mein kleiner Finger im Verhältnis zu den anderen Fingern ziemlich kurz ist. Das führt dazu, dass es wirklich schwierig ist, den zu greifen, ohne die höhere Nachbarsaite mit zu berühren, insbesondere wenn ich auf der Nachbarsaite den 2. Finger greifen muss. Das sind leider die Terzen, also recht gebräuchliche Intervalle. Auf der G-Saite in der 1. Lage geht’s quasi gar nicht, aber eine andere, bequemere Lage nehmen erscheint mir wie Schummeln. Manchmal mache ich es aber doch, 1-3 auf 2-4 auf D und G im schnellen Fluss klingt nämlich einfach grausam im Vergleich zu 1-3 auf 1-3. aber wie gesagt, ich übe, es wird ganz ganz langsam besser. (Ich habe zu viel „Hilary Hahn plays Bach“ gehört, selbst mit 40 Stunden Üben am Tag komme ich da nicht mehr hin. Aber die Doppelgriffe häufen sich auch in dem, was ich spielen möchte zunehmend, also muss ich da wohl durch.)
Abends haben Herr Rabe und ich Matrix – Resurrection geguckt. Matrix habe ich damals sicher mehr als 10 mal geguckt, weil der mich so beeindruckt hat. Ich war aber ja auch grad erst 14. Den 2. und 3. fand ich dann ziemlich scheiße, aber der Trailer vom neuen Film war verhältnismäßig vielversprechend und wir haben eh ein HBO-Abo. Und ich muss sagen – das war ein guter Film. Keine Spoiler, aber mir hat die Selbstironie und die Nostalgie sehr gut gefallen. Man sollte die früheren Filme aber schon kennen, sonst bleibt einem beides verborgen und dann bleibt eine komplizierte Geschichte voller Referenzen auf ein diffuses „früher“. Ein extra Herzchen kriegen die Filmemacher*Innen für die Wiederverwendung von (Teilen von) Kampfchoreografien und Drehorten aus dem 1. Teil. Da bin ich gleich wieder 14.
Wieder jeden Tag wenigstens spazieren gehen scheitert heute an Zyklusendmigräne. Immerhin habe ich das eingesehen und zwinge mich nicht dazu, trotzdem noch rauszugehen (hilft eh nicht).
Wäre trotzdem mal langsam wieder schön, wenn Pläne etwas länger hielten.
Heute gut gemacht: lange Geige gespielt (bevor ich Kopfschmerzen bekam). Die neuen Saiten sind ganz ganz toll, ich bin hin und weg. Sofort da, voll, butterweich und NOCH MEHR OBERTÖNE! Ich muss üben, leise zu spielen. Falls hier Interessierte mitlesen: Pirastro Passione habe ich jetzt drauf. Japp, Darm, da bin ich altmodisch (lies: ich habe nie auf was anderem gespielt und mag mich nicht umstellen). Bisher ist lediglich (ausgerechnet) die A-Seite etwas instabil, die sackt auch nach einer Woche noch ab, allerdings jetzt immerhin nur noch 3-5 Hertz statt bis aufs G, wie zu Anfang. Nach einer halben Stunde spielen hat sich auch alles akklimatisiert und bleibt stabil, aber zu Anfang muss ich immer mal wieder nachjustieren.
Beim Üben habe ich mich allerdings ein wenig gewundert, wie das hier seinen Weg in eine Etüde in der 1.-4. Lage gefunden hat:
Unerforschte Gebiete auf dem Griffbrett.
Gefühlt 528. Lage, in echt… keine Ahnung, da sind die Tonabstände eh alle so kurz. Über 7 jedenfalls. Gnädiger Weise ist der letzte ein Flageolett, da muss man nur grob treffen.
So, Augen zu jetzt. Sonst wird die Migräne auch nicht besser.
Es war so ein Tag, an dem ich eigentlich dem einen Kind gerne ne Rute in den Stiefel gesteckt hätte. Zumindest bis mittags. Danach übten wir uns in paradoxer Intervention (oder so) und fuhren schwimmen, inklusive dem Kind, das sich morgens noch um spontane Adoption beworben hatte, was beide Kinder sehr froh stimmte. Der Rest des Tages verlief dann tatsächlich größtenteils harmonisch. Ich bin so müde von dieser ständigen Streiterei.
Den späteren Nachmittag vertrieb ich mir mit der vierten Lage. Ich habe da so eine Etüde, zu der ich eine innige Hassliebe pflege. Sie ist nicht sonderlich schön oder interessant, dafür aber schwer und schnell. Schnell ist nicht mein Freund. Schwer kriegt mich nicht klein, schwer ist eine Herausforderung und ich werde sie bezwingen! Die vierte Lage ist noch nicht so bequem wie die 3., aber nachdem ich die 2. Lage übersprungen habe (ich schiebe das bequem auf meine frühere Lehrerin, ich hab ja einfach da wieder angefangen, wo ich damals aufgehört habe) und das nach der 3. bereut habe, wollte ich nicht den Fehler wiederholen, indem ich gleich mit der 5. anfange.
Natürlich habe ich am Ende des Tages doch Schokolade in die Stiefel verteilt und keine Ruten und auch keine Kohlestücke (letzteres ist auch eh irgendwie nicht so zeitgemäß). Morgen können die Kinder dann wieder in der Schule von dem super besonderen Tag erzählen, den wir haben und sonst keiner. Ein paar importierte Traditionen muss man ja haben.
(Ein Wort zum Adventskalender: als Werbeopfer habe ich da einen Notkauf am 29.11. getätigt, und runtergesetzte Adventskalender für mich und Herrn Rabe bestellt. Schokoladenpralinen für Herrn Rabe und Lakritzpralinen für mich. Ich bin zwar immer noch recht skeptisch gegenüber der Kombination Lakritz und (Milch-)Schokolade, kann nach 5 Tagen aber mit Verzücken feststellen, dass die Kombination Lakritz und Himbeere ganz und gar köstlich ist. Selbst mit Schoko. Ich hoffe, es kommt noch ganz viel mit Himbeere.)