Tag 1565 – Kacktag.

Den ganzen Tag in einer Spirale aus unzufrieden und kaputt und nichts gebacken kriegen und dann noch unzufriedener sein gesteckt.

Beste Leistung des Tages: mit Michel ein echt dämliches Brettspiel gespielt. Mich geärgert, dass in diesem Spiel – das sehr (SEHR!) amerikanisch ist, sowohl Deutschland als auch Japan als dunkel und bedrohlich (und Deutschland auch noch in so ner Schriftart, die es mir kalt den Rücken runter laufen lässt) dargestellt sind. Kotzi, Amis, ehrlich mal. In einem Kinderspiel.

Völlig unrelated zu dem Spiel mit Michel über den Holocaust gesprochen. Und über Fremdenhass heute. Ich hoffe, Michel hat was mitgenommen aus dem Gespräch. Wir hatten ja schon mal ein Gespräch über die Mauer, in dem ich sehr eindringlich wurde, weil ich es nicht ertrage, wenn er so Sachen sagt wie „dann hätte ich die gehauen! Oder denen einen Witz erzählt und wenn die lachen, dann wär ich weggelaufen! Oder ich hätte mich verkleidet wie die!“ und ich hoffe jetzt, er kriegt keine Albträume von „…dann hätten die dich erschossen.“

Ich glaube, Michel möchte nicht mehr alleine mit mir zu Hause bleiben. Mama sagt dauernd gruselige Sachen.

Tag 1563 – Einer dieser Tage …

… an denen ich abends nachgucken muss, welche Zahl wohl dran ist, weil mein Hirn nicht mehr will, auch keine einfachen Sachen wie zählen.

Seit 21:45 Uhr bin ich wieder zu Hause. Hier ist es ja doch am Schönsten. Auch wenn so ne Nacht allein in einem großen Hotelbett schon auch was für sich hat. Ab und an.

Mein Ohr tut nicht mehr so doll weh. Ich vermute, es hat geholfen, dass ich es gestern Abend (ich konnte tagsüber schon nicht mehr lächeln, ohne dass es im Ohr zog) mit heißem Wasser gründlich ausgespült habe. Jedenfalls war es danach zwar warm aber schon viel besser. Und die Nacht auf dem weichen Hotelkissen hat ihr übriges getan. Puh.

Morgen wieder Physiotherapie. Passt mir eigentlich zeitlich gar nicht in den Kram aber was will man machen.

Jetzt Bett. In 6 Stunden und 9-36 Minuten klingelt der Schlafphasenwecker.

Tag 1551 – Schlaf.

Ich schlafe unter der Woche zu wenig, das ist nichts Neues, und am Wochenende tendenziell zu viel, das ist auch nichts Neues. Ich bin immer müde, immer immer immer. Wenn ich zu lange irgendwo sitze und nichts zu tun habe, bei dem man mindestens die Augen aufhalten muss (und manchmal sogar dann), schlafe ich ein. Abends die Kinder ins Bett bringen birgt immer das Risiko, dabei einzuschlafen, was weniger ein Problem wäre, wenn ich da dann einfach schlafen könnte. Aber ich bin ja vollständig bekleidet, meistens voll geschminkt und diese Betten sind auch nicht soooo breit, sodass es schnell unbequem wird und ich aufwache. Dann bin ich super grummelig, weil ich doch nur schlafen will. Spätestens nachdem ich mich abgeschminkt habe, bin ich aber knallwach und habe große Probleme, wieder einzuschlafen, deshalb halte ich mich bei dem verfluchten Einschlafbegleiten (noch mal: warum haben wir das überhaupt angefangen???) krampfhaft wach. Oft dauert das aber und die Augen sind so furchtbar schwer und ich will doch nur schlafen, nur 5 Minuten, ehrlich, dann stehe ich sofort auf.

Heute dauert es zum Beispiel. Michel kann nicht schlafen. Die Typos häufen sich. Ich sollte aufstehen. Dringend. Aber Michel schläft nicht.

Nur 5 Minuten.

Ehrlich.

Tag 1544 – Arbeitskater.

Herr Rabe hat heute dieses schöne Wort erfunden, das den Zustand nach sehr arbeitsintensiven Phasen beschreibt. Ich wusste heute nichts mit mir anzufangen, hätte am liebsten den ganzen Tag nur geschlafen, war schon von Minimaltätigkeiten wie „Duschen“ überfordert und hatte auch zeitweise echt schlechte Laune wegen dem allen.

Immerhin habe ich ein wenig genäht und dabei Michel unsäglich gelangweilt (er wollte wohl gerne von mir unterhalten werden, aber ich bin ja kein Clown, nicht wahr?). Zu einer Entscheidung, ob ich eine Kapuze an meinen Mantel mache, konnte ich mich aber nicht durchringen, also habe ich die Naht einfach nur „normal“ geschlossen und nicht mit Fake-Overlock-Stich, denn jetzt kann ich es entweder so lassen oder irgendwann relativ einfach auftrennen und eben noch was anbauen. (Auch entscheiden wollte ich heute nicht. Oder sonst irgendwie an einem Erwachsenenleben teilhaben.) Vorteil an einer Kapuze wären halt Aufhänger*. Nachteil an einer Kapuze wären… es gibt keine Nachteile an Kapuzen.

Hoffentlich geht morgen wieder mehr bei mir. Ist ja nicht auszuhalten, diese Ziellosigkeit.

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*das müsste ich wohl erklären, aber das zeige ich Ihnen, wenn ich Bilder habe, das ist einfacher.

Tag 1542 – Work, eat, sleep, repeat.

Ok, diese Woche ist sogar noch anstrengender als die letzte. Ganz einfach, weil ich um viertel vor sechs aufstehen muss und eineinhalb Stunden Reise zum Hersteller habe. Da bleibt einfach kaum was übrig vom Tag. Zu erzählen hat man auch nix. Dazu trägt bei dass der Körper sein übliches Programm durchzieht und ich hormonbedingt kleineren Säugetieren den Kopf abbeißen möchte.

Passt dann auch zu Halloween.

Aber das mag ich ja eigentlich gar nicht.

Tag 1541 – Keine Filmchen.

Also mit Kollegin Begehung machen ist meist in der eingeplanten Zeit erledigt.

Mit dem Kollegen hingegen…

Vielleicht liegt es auch an mir.

Jedenfalls dauerte das alles viel länger als geplant. Dafür habe ich ganz viel gelernt, gabz ganz viel. Also wirklich viel. (Nachdem übrigens, das muss ich vielleicht dazu sagen, meine YouTube-Suche gestern nicht erfolgreich war und ich am Ende das nötigste aus Werbekatalogen für Tablettenpressmaschinen zusammenkratzte.)

Jedenfalls war der Tag lang und die Beine sind jetzt müde und der Schrittzähler hat von dem ganzen Gerenne nichts mitbekommen, weil er leider im Spind warten musste.

Das Gehirn ist auch müde, aber aufgekratzt.

Hoffen wir mal alle auf guten Schlaf, drücken Sie mir die Daumen, ich kann es echt gebrauchen. Also eine Nacht guten Schlafes.

Tag 1537 – Uff, Menschen.

Einen eigentlich netten Abend gebracht, aber uneigentlich gar nicht in der Stimmung gewesen

  • Schon wieder Norwegisch zu sprechen
  • Smalltalk zu machen
  • Generell Menschen zu treffen

Ich war dann auch eher still und dankbar über eine Aufgabe, die sich am besten schweigsam und mit einem großen, scharfen Messer in der Hand erledigen lässt: Kürbis schnitzen. Ich find sowas ja eigentlich doof aber so musste ich wenigstens nicht mit Leuten reden.

Dieser Kürbis hat 4 Gesichter und ich habe noch einen weiteren gemacht.

Nicht falsch verstehen, ich hab die Freunde wirklich gern und auch die Leute die da waren (Freunde und Bekannte) mag ich alle gerne, aber heute war halt einfach ein bisschen viel.

Und dann wieder toben 8 Kinder johlend durchs Haus und ich denke, dass an solchen Abenden vielleicht Erinnerungen bei ihnen gemacht werden, die für immer bleiben.

Ich hoffe es sehr.

(Am Ende ist Pippi auf meinem Arm eingeschlafen. „Mama, ich bin müde, ich will kuscheln und schlafen“, war die Ankündigung. Da platzt ja dann immer noch mein Herz, wenn sie dann auf meinem Arm ganz schwer wird und der Ohrknibbelarm runtersinkt und hach.)

Tag 1534 – Welcher Tag ist noch mal?

Mittwoch. Oha, schon 3/5 Inspektion rum und gefühlt noch nix geschafft.

Man muss wahrscheinlich ein bisschen verrückt sein, um diesen Job zu mögen.

Der Tag begann mit äußerst geringem Wasserdruck in unserem Hotel, und bei meinem Kollegen, der ein Stockwerk höher wohnt, machte es gar nur Schluuurrrrrps in der Leitung und es kam kein Tropfen raus – Wasserrohrbruch in kommunaler Leitung. Vom Frühstück nahm der Kollege dann ein Glas Wasser mit, damit er sich wenigstens die Zähne putzen konnte. Bei mir reichte es fürs Zähneputzen, aber Hände waschen war schon mehr Geduldsprobe als alles andere. Tjanun.

Dann Inspektion, Inspektion, Sendung-mit-der-Maus-Feeling, Inspektion, Pizza, Inspektions-Nachbesprechung.

Köpper ins Bett und kurz ein bisschen schlafen.

Diese Woche kein Sport weil hahahahahahahaha.

Nächste Woche wird dagegen wahrscheinlich sogar halbwegs entspannt. Vielleicht kaufe ich vorher noch so ein Nackenhörnchen, dann kann ich auf meiner einstündigen Zugfahrt pro Weg schon mal vorschlafen.

Ich werd jetzt schlafen und von Stillingsinstruks und Site Master Files träumen.