Tag 1529 – Mehr Alltag.

Viel Kleinscheiß bei der Arbeit weggerödelt, bevor ich zwei Wochen lang quasi nicht im Büro sein werde. Leider hört der Kleinscheiß nie ganz auf und ich und meine Kollegin werden trotz all meiner Bemühungen eben weil wir jetzt zwei Wochen lang nicht da sind eine Frist reißen. Das stresst mich, lässt sich aber nicht (mehr) ändern, die Kollegin hat halt heute ihren eigenen Kleinscheiß gehabt.

Abends mit Michel zusammen auf dem Sofa eingeschlafen, wir wollten uns nur ganz kurz hinsetzen und Zack… aber nur für ca. 30 Minuten, dann war Pippi, die kleine Dreckspatz, mit Baden fertig.

Apropos baden. Die Tage der Kinderklappbadewanne sind gezählt, sie hat einen Riss. Leider geht ja momentan jede Øre die übrig ist aufs Auto-Konto. Ich möchte immer noch so gerne eine Badewanne haben. Und einen Durchlauferhitzer. Und Starkstrom im Bad, für den Durchlauferhitzer. Und überhaupt.

Mit Herrn Rabe „Exit“ geguckt, also zwei Folgen, eine norwegische Serie über superreiche Banker. Das hatte uns die Babysittermama empfohlen, aber vor den ersten 5 Minuten gewarnt, die seien echt übel. Ich sag es mal so: die Norweger sind ja schon irgendwie putzig. Ernsthaft, Ja, also da bumsen zwei recht explizit und man sieht einen erigierten Penis. Huiuiuiuiui. Übel! Penis. Hihi. Die Serie ist auch… naja. Überzogen, dabei aber wenig lustig. Sorry, norwegisches Fernsehen.

Morgen „ausschlafen“. So wie man eben ausschlägt mit Kindern. Aber besser als um halb sechs vom Wecker geweckt werden allemal.

Tag 1528 – Alltag.

Jeden Morgen Einhorn-Eskalation des kleinen Mädchens, das meint, sie bestimme hier alles. Es strengt ein bisschen an. Sehr.

Im Zug geschminkt weil nicht aus den Federn gekommen.

Arbeit, Arbeit, dazwischen kurzes Telefonat mit der Finanzberaterin, so ein Hauskauf sollte bei diversen Dingen Änderungen nach sich ziehen und so ganz frisch gekauft ist das Haus ja nun nicht, ähäm.

Reagiere schon wieder aggressiv auf Nichtigkeiten, offenbar ist 2. Zyklushälfte. Habe also nach einem Jahr mit Spirale keine Periodenblutung mehr, aber literally allen anderen Scheiß, den eins im Laufe des Zyklus so haben kann, inklusive (!) Unterleibs-Krämpfe. Vielleicht rupfe ich das Kackteil auch noch vor dem Termin bei der Gynäkologin von Hand raus (SCHEEEHEEERZ!!!). Weil (tmi, Entschuldigung) mit der Blutung an sich habe ich wirklich keine Probleme, damit kann ich sehr gut leben aber der ganze Rest gibt mir den Rest. Und meiner Umwelt auch, wer will schon sehr regelmäßig mit einem Pulverfass zusammen leben.

Hrmpf.

Morgen noch, dann Wochenende.

Tag 1527 – Endlich wieder 4.

Herr Rabe ist wieder da!

[Hier stand ein langer, jammeriger Text darüber, dass sich dieses Leben im Moment oft anfühlt wie auf einem Ball balancierend mit laufenden Motorsägen zu jonglieren. Aber das wird dann wieder missverstanden und deshalb hab ich’s eben gelöscht. Jetzt ist ja Herr Rabe wieder da und der Ball weg und es sind nur noch brennende Fackeln.]

Heute hatte ich zwei wirklich gute Momente. Einer davon war bei der Arbeit (wir haben zu dritt nach einem echt langen Meeting in einem Raum, in dem wir allen Sauerstoff schon lange weggeatmet hatten, eine Checkliste angesehen, die… naja. Nicht so gut ist). Der andere war, wie sich Michel abends unter der Dusche mit Shampoohaaren einen Iro gestylt und sich ausgiebig Faxen machend in der Duschtür gespiegelt hat. Als wäre ich nicht da. Hach.

Tag 1524 – Wochenende-Recap.

Das war also Michels Geburtstagswochenende. Ich wollte einen (ja fast traditionellen) Geburtstagsbeitrag schreiben, aber es will mir nicht von der Hand gehen. Dabei hab ich den Zwerg so schrecklich lieb, mit all seinen Clownereien und seinen weichen Seiten und seinen vielen Emotionen und seiner Begeisterung für Dinos/Pokémon/Lego/Lego/Lego und Mario Cart. Aber das ist ja schnell gesagt. Bester großer kleiner Zwerg der ganzen Welt. Und schon so groß!

Freitag lief nicht gut an, es knirschte im Familiengetriebe, aber Michel bekam davon nichts mit und freute sich ein Loch in den Bauch über seine neuen Pokémon-Karten weil da sind drei GX-Karten bei und ein Trizord, der eigentlich anders heißt, aber Michel nennt es Trizord und ach, als wären die eigentlichen Namen irgendwie realistischer. Herr Rabe und ich hatten als Staffelaktion am Donnerstag tatsächlich einen Dinokuchen gemacht und es tut mir leid aber das ist das einzige Foto, was ich überhaupt habe:

Pippi musste wegen des Fiebers am Donnerstag noch zu Hause bleiben, mit Herrn Rabe. Ich fuhr zur Arbeit, hatte drölfzig Meetings und tausend weitere Dinge zu tun, ließ aber nach Plan um 13 Uhr den Griffel fallen und fuhr nach Hause. Herr Rabe und Pippi sammelten mich am Bahnhof ein und wir holten erst Michel und dann seinen besten Freund ab. Michel war super stolz, mal schon mittags abgeholt zu werden, das hatte er sich auch schon seit Wochen gewünscht. Ich würd ihm das ja gerne öfter ermöglichen, aber außer dass er ab und an mit zu einem Freund gehen kann, wird das von uns aus eine absolute Ausnahme bleiben, leider. Auch leider: Ich hatte vergessen, in Oslo zum Asialaden zu gehen und das fiel mir dann Samstag auf die Füße. Tjanun. Wir feierten jedenfalls mit Kuchen und Kaffee und die Jungs spielten und Pippi hielt tapfer durch – aber als Michels Freund um kurz nach fünf abgeholt wurde, schlief sie quasi direkt auf dem Sofa ein. Zwar ohne Fieber, aber schlapp. Herr Rabe und Michel bauten Lego und ich zog mich aus Gründen an meine Nähmaschine zurück. Abends redeten Herr Rabe und ich noch lange über das Knirschen vom Morgen und überhaupt. Das war nicht so ganz, wie ich mir Michels 7. Geburtstag vorgestellt hatte, aber man sucht sich sowas ja nicht unbedingt immer aus und es wäre mir auch falsch vorgekommen, einfach mit Bier auf dem Sofa drauf anzustoßen, wie supidupi wir das alles seit nunmehr 7 Jahren wuppen.

Entsprechend (und weil Pippi eben um fünf eingeschlafen war und dementsprechend unruhig schlief) waren wir Samstag aber relativ durch. Es wäre 12von12 gewesen, aber aaahahaha. Nein. Ich stand voll unter Strom, Michel war aufgeregt, Pippi aufgeregt, Herr Rabe auf das Projekt „Aufräumen“ fokussiert, denn wir hatten für abends Gäste eingeladen. „Nur“ die Babysitterfamilie, aber trotzdem! Und die vertragen ja alle alles mögliche nicht und deshalb hätte ich eben im Asialaden Mandelmehl und Maismehl kaufen wollen. So musste ich nach Jessheim fahren, auf dem Weg war die Autobahn gesperrt, auf der Umleitung war Stau und überhaupt – als das Essen auf dem Tisch stand atmete ich eigentlich das erste mal durch. (Dazwischen war noch ein kleiner Ausraster meinerseits, weil mir der Kuchen aus Mandelmehl nicht gelingen wollte und ich bei den Versuchen aber alle Eier aufgebraucht hatte. Leider hat es ausgerechnet Michel mitbekommen, dabei habe ich es echt versucht, aber als mir beim zweiten Versuch das letzte Eigelb ins Eiweiß fiel und da kaputt ging und auslief, musste ich kurz ins Bad und ein bisschen schreien und weinen und atmen und dann ging’s wieder. Aber Michel macht sich immer sofort Sorgen und denkt auch schnell, er habe was falsch gemacht und ach, ach, nein, er hat ja nichts damit zu tun, dass seine Mutter auf Zu Viel irgendwann so reagiert. [Muss mir ganz kurz auf die Schulter klopfen: immerhin nichts kaputt gemacht!] Und dann verträgt der Babysitter neben Gluten halt auch keine Mandeln und der ganze Aufriss war also umsonst, aber als ich das erfuhr, war ich schon so emotional leergepumpt, dass mir das echt am Po vorbei ging.)

Der Abend war dann aber total nett. Michel baute sehr lange einträchtig mit der Elben-Schwester des Wikinger-Babysitters an seinem mega coolen neuen Lego-Technik-Auto. Da bewegen sich sogar die Kolben in den Zylindern, wenn man fährt! Michel war sehr stolz, dass er schon so viel davon selbst bauen kann, obwohl das Set ab neun ist! Wir haben sehr leckere Tacos gegessen (das erschien uns insofern sinnvoll, als dass man da selbst zusammenstellen kann, was man mag verträgt oder nicht. Aber wussten Sie, wieviele Taco-Shells „Spuren von Gluten“ enthalten können? Ich auch nicht. Herrje, was bin ich froh, dass hier im Großen und Ganzen alle alles vertragen.) und heute Abend haben wir dann noch mal Tacos gegessen und morgen gibt es Taco-Suppe aus den dann aber wirklich allerletzten Resten. Ich kann echt nicht gut abschätzen, wieviel drei weitere Erwachsene essen (oder nicht essen). Michel mag kein Hackfleisch, das wissen wir jetzt auch. Aber man kann ja auch einfach Tacofladen mit Käse und Paprika essen.

Heute waren dann Michels Freunde M. und M. zu Besuch und die haben so süß gespielt, dass ich richtig lachen musste. Die sind zwar wild, aber niedlich dabei und es ist alles noch so unschuldiger Pupshumor, mitsamt Gekicher weil „hihi, Pupspopokack!“, zum Schießen! Ich hätte viel vorgehabt, habe aber nicht so viel geschafft, weil die Nachbarin zwischendurch 2 Stunden zu Besuch war und die Mädchen alle zusammen gemalt haben und das alles so gemütlich war – das war wichtiger als den Mantel fertig nähen. An den hab ich heute Abend dann noch Taschen gebaut und geschaut, wo die Schnallen hinmüssen. Dann noch das Futter rein und dann ist er fertig. Ich bin sehr gespannt, unter anderem ob ich unten drunter noch was anziehen kann, oder ob das zu eng wird. Das wäre natürlich eher ungünstig.

Heute Abend habe ich Michel ins Bett gebracht und, hach. Der wird einfach immer mein Baby bleiben.

Tag 1521 – Keine Form.

„Pippi hat keine Form!“ rief mir ein Kind entgegen, als ich, viel früher als sonst, nach einem dieser berühmten Anrufe, im Kindergarten war. Und tatsächlich – Pippi war nicht in Form. Zwar auch nicht richtig mega schlimm doll krank, aber müde und nölig und hatte auch etwas Temperatur. Auf dem Weg nach Hause meinte sie dann, sie wolle auf dem Sofa schlafen, „mit Maulio Pony“. So konnte ich immerhin fertig arbeiten aber eigentlich hatte ich mir den Nachmittag anders vorgestellt. Dass Herr Rabe dann auch noch viel später als gedacht (also wirklich viel später, so knapp drei Stunden später) nach Hause kam, ich keinen Sport geschafft habe, viel zu wenig schlafe und ein Loch in meiner Strumpfhose ist, brachte das Fass so weit zum Überlaufen, dass ich zwischenzeitlich beide Kinder aus der Küche werfen musste um mal kurz durchzuatmen* und mir einzureden, dass das mit dem Kuchen bestimmt noch hinhaut. Ist ja auch noch ewig hin bis zu Michels Geburtstag, quasi eine ganze Stunde. Kein Problem.

Ich könnte einfach vor Überforderung heulen, vor Schmerzen auch. Alles entgleitet mir. Ich hab auch keine Form, glaube ich.

*aus. Laut.

Tag 1504 – Grüße aus dem hohen Norden.

Absolut bescheiden geschlafen. Warum möchten Kinder immer ihre Beine auf eine*n drauflegen?

Dafür hab ich mich heute wahrlich wacker geschlagen. Ich war fast pünktlich aus dem Haus und mit einem kleinen Rollkoffer-Hochhackige-Stiefeletten-Sprint habe ich noch den Bus erwischt. Der Zug von Lillehammer nach Oslo war 3 Minuten zu spät, den habe ich also auch noch bekommen. Dann stand ich überraschend lange am Bag-Drop-Off-Label-Print-Automaten, dann überraschend lange in der Sicherheitskontrollenschlange, dann überraschend lange in der Kaffeebarschlange und dann war das Gate in Terminal B und da muss man ein Stückchen weiter hinlaufen als zu A und als ich dann am Gate ankam, hatte das Boarding grad begonnen und meine Kollegin sah sich schon leicht hektisch nach mir um. Ich war aber weiterhin hundemüde tiefenentspannt und boardete so vor mich hin, als ich plötzlich einen Krümel im Mund hatte, der sich anfühlte wie ein Sandkorn und der eine Miniecke meines rechten oberen Schneidezahns war. Super. Aber nicht zu ändern. Ich inspizierte mit meiner Handykamera den Zahn auf weitere Schäden, fand aber keine und beschloss dann, dass es nicht so schlimm ist. Passiert.

Im Flugzeug dann auch entspannt und gegen die Müdigkeit zum Zeitvertreib die Präsentation so weit überarbeitet, dass jetzt alle Schriften einheitlich groß sind und Überschrift und Fußzeile immer an der selben Stelle. Eigentlich PowerPoint 101 aber die Präsentation ist ja quasi geerbt und vorher „natürlich gewachsen“, sprich, etwa 5 verschiedene Leute haben hier und da dran rumgepfuscht gearbeitet. Aber jetzt ist alles hübsch und wenn meine Kollegen lieb bitte sagen, leg ich meine Version sogar auf den Server, da bin ich ja nicht so.

Dann Inspektion. So ein schöner Dialekt hier. Love it. Ansonsten – neuer Hersteller, neue Seltsamkeiten. Love that one too.

Abends dann unverantwortlich viel Knoblauch gegessen, sorry Mitmenschen morgen. Aber lecker war’s und voll im Tagessatz. Hotel auch sehr schön, alles ganz neu, das ist schon cool, und ich hab mega viele und dicke Kissen, zu viele sogar, dass ich das noch mal sage. Dabei hab ich sogar meinen Teddy vergessen.

Leider Nacken-Schulterschmerzen aus der Hölle. Deshalb abends erst 35 Minuten bei kurz-vor-laufen-Geschwindigkeit (und mit mitgebrachten Sportschuhen) auf dem Laufband gegangen, dann noch 15 Minuten Krafttraining für Schultern, Arme und Bauch. Seither schmerzfrei, aber ich kann jetzt echt nicht täglich eine Stunde Sport einschieben damit mein Schmerzlevel unter Ich-beiß-gleich-wen kommt. Das kann’s echt alles nicht sein.

Aber echt ein guter Tag, so insgesamt. Trotz müde und aua.

Tag 1499 – Vielleicht morgen.

Morgen früh habe ich eigentlich gar nichts zu arbeiten im Zug, vielleicht schreibe ich da mal drüber dass sich hier alles grad deutlich entspannt, zwar ganz langsam, aber halt im Endergebnis übers letzte Jahr schon deutlich spürbar.

Und warum mache ich das nicht heute schon? Weil ich altersweise bin erfahrungsgemäß seit zwanzig Minuten schlafen müsste, um morgen gut aus dem Bett zu kommen.

Große (hier RIESIGE Luftkommata vorstellen) Kinder sind schon toll.