Tag 137 – Bielefeld Tag 14 – 2. WFT

Puuuhhhh. 

Es ist ja so schön, dass ich noch Großeltern habe. Und ich hab sie auch so lieb. Aber ein Tag Pause für meinen Migränegeschundenen Kopf wäre irgendwie nett gewesen. Jetzt fühle ich mich leer und emotional ausgepumpt und will ins Bett und nur noch schlafen, drei Tage lang. Die Kinder auch, glaube ich*. 

Und wie zur Hölle sollen all diese Geschenke nach Norwegen kommen??? 

(Auch: welchen Teil von „Wir kommen mit dem Flugzeug, Geschenke sollten leicht und klein/gut zu transportieren sein.“ verstehen die Leute denn nicht?)

Morgen gibts einen ausführlichen Weihnachtsbericht, versprochen. Ich weiß, das hab ich vorgestern auch gesagt, aber naja. Diesmal echt: morgen. 

*Das Baby hat gestern 2 h hysterisch herumgebrüllt als ich gerade eingeschlafen war und war durch nichts zu beruhigen. Stillen wollte es nicht, herumgetragen werden wollte es nicht, schlafen konnte es nicht. Wand und bog sich im Arm. Das einzige was halbwegs ging, war nackt auf dem Rücken liegen und mit den Füßen spielen lassen. Das übernahm Herr Rabe, der konnte mein leidendes Gesicht (Migräne und Babygeschrei im Ohr ist keine soooo angenehme Kombi…) nicht mehr sehen. Irgendwann ging es wieder, aber bis dahin war es echt, echt schlimm. Armes kleines Mäuschen! Heute morgen wurde dann vier mal mit viel Gebrumm die Windel gefüllt, danach war gute Laune. 

Tag 130 – Wirres Zeug

Mein Gehirn ist der reinste Pudding, ich kann mich echt kaum noch auf irgendwas konzentrieren. Vermutlich sollte ich mehr schlafen, aber da wir die nächste Runde Rüsselpest von Herrn Paul mitgenommen haben (kein Vorwurf!) ist das im Moment etwas schwierig. Das Baby brüllt nämlich gerne nachts lange und laut und hat eigentlich Hunger, ist aber zu verrotzt zum Stillen, rastet dann beim Geben von Nasentropfen komplett aus und brüllt das Kind wach, das muss dann erstmal aufs Klo und weint dann, weil das Baby so laut ist und so weiter und so fort. 

Dazu kommt ausgeprägte A-Phase beim Kind, Heimweh/Papa-Vermissen beim Kind, Warum-kann-ich-nicht-krabbeln-Frust beim Baby und ständig auslaufende Windeln (vier Sorten probiert von ganz billig bis ganz teuer, Größe 3 und 4, nix bringt den Durchbruch, haha, oder eben genau doch) und akutes Warum zur Hölle bin ich hier weggezogen??? bei mir. 

Jetzt sagen Sie: aber da sind doch jetzt die Großeltern und alle vor Ort, ich seh das Problem nicht. Naja, das würde alles supi helfen, wenn die Großeltern hier mal übernachten und das Baby stillen könnten. Muhahaha. Das Baby. Das brüllt, sobald ich den Raum verlasse. Außer bei meiner Mutter. Da brüllt es auch wenn ich da bin sofort los. Meh. 

Bei Twitter und auf dem Blog von Frau Chamailion zunächst mit Interesse und dann mit wachsendem Unverständnis die hitzige Diskussion über Attachment Parenting verfolgt. Leben und Leben lassen ist ja scheints out als Lebensmotto, aber AP ist ja fast so schlimm wie Impfen als Thema. Und schon habe ich keinen Bock mehr auf AP, wenn das so ne Ideologie ist. Hab ich auch letztens schon gedacht, als Frau Mierau auf ihrer Facebookseite im Shitstorm landete, weil sie geschrieben hatte, dass ihr Sohn bei der Verabschiedung im Kindergarten manchmal weint, und dass sie ihm dieses Gefühl zugesteht. Und da war dann Susanne Mierau (!!!) die schlimmste Mutter der Welt. Ganz schrecklich. Wie man sein Kind so brechen könne. Alter!!!1! Zu Leuten, die sowas sagen, will ich nicht mal entfernt zugeordnet werden. 

(Rabenmuttergeständnis: das Kind wurde mit 13 Monaten im Kindergarten eingewöhnt. Nicht nach Berliner Modell. Die Eingewöhnung dauerte drei Tage, wurde vom Herrn Rabe begleitet, der sogar noch viel länger Zeit gehabt hätte und war überhaupt kein Problem. Aber auch nach zwei Jahren im Kindergarten ist das Kind manchmal morgens traurig, wenn ich gehe. Und ich finde das normal und ok, gehe dann aber trotzdem.)

Trotzdem ist vieles am Attachment Parenting auch gut. Vieles mache ich auch aus Faulheit AP-mäßig (Stichworte Tragen und Familienbett). Aber diese Dogmata, die da zu herrschen scheinen, nee. Da bin ich irgendwie allergisch gegen. 

Irgendwann sortiere ich mal meine Gedanken zum AP. Aber nicht heute. Zu müde, zu wirr in der Birne. 

Tag 116 -300 mL Milch auf ein Babyvollbad

Heute nur sehr kurz, weil das Baby ins Bett möchte. Beziehungsweise wissen wir das nicht so genau, das Baby ist seit ein paar Tagen total angepisst dauernd und von allem, ob das jetzt von der Erkältung kommt weiß der Himmel, aber die macht es sicher nicht besser. Super nervig ist allerdings, dass es 1. keinen Bock auf Stillen hat und oft erst nach Jahrmarktartigem Unterhaltungsprogramm trinken mag (und dann aber auch fix wieder brüllt und sich wegbiegt und so) oder eben im Halbschlaf, was aber auch schwierig ist wegen 2. nicht einschlafen kann. Einschlafstillen ist ja eh so ein Mythos an den das Baby nicht glaubt und im Moment (also seit ein paar Tagen eben) müssen wir für jedes Einschlafen das Baby herumschleppen oder auf dem Pezziball hüpfen bis wirs am Kopf kriegen. Das mag nachmittags um drei noch ganz ok sein, nachts um eins ist es das dann nicht mehr. Zumal das Baby auch bis es endlich schläft meckert, sich die Finger zu weit in den Hals schiebt, würgt, hustet, röchelt, kneift und kratzt. Deswegen probieren wir heute mal ein alternatives Einschlafprogramm: Früh mit Baby ins Bett und dann da bleiben, damit es nicht durchs „Wir Großen gehen dann jetzt auch mal ins Bett“ nochmal so aufdreht.

Ach so, ja, Baden in Muttermilch hat ganz gut geklappt, wenigstens gab’s nicht die ganze Zeit Gebrüll. Danach wollte das Kind auch mit Milch baden, ich hab es ein bisschen verarscht um Konflikte zu vermeiden habe ich Kuhmilch in den Muttermilchbeutel gefüllt und die durfte es dann in sein Badewasser kippen. Merke: Wenn man mit Milch im Wasser badet, wird die Haut nicht so schrumpelig wie sonst. Das heißt, das Kind kommt überhaupt gar nicht mehr aus der Wanne raus. Nienieniemals.

Tag 78 – Budussy

Ich bin furchtbar müde, dabei hab ich den ganzen Tag nix gemacht. Also fast nix. Das liegt am Baby: Es hat sich gestern das erste mal herumgedreht (Ja! Es hat es endlich geschafft! „Endlich“ – mit 3 Monaten und 5 Tagen. Ich bin ganz stolz und gerührt und auch ein bisschen wehmütig.) aber den Rest des Tages war es davon so überwältigt, dass es super viel geschlafen hat. Heute morgen hat es dann wieder schwerst gearbeitet an der Drehung, gestern hatte es nur eine Plastikwindel an und heute mit Stoffwindel waren natürlich erschwerte Bedingungen gegeben. Ich hab dem Baby dann geholfen und es auf den Bauch gedreht, aber damit ist es jetzt nicht mehr zufrieden, jetzt soll es gefälligst sofort auch vorwärts gehen.
Kurzer Exkurs in die Babyzeit des Kindes: Als das Kind sich damals (mit viereinhalb Monaten, ich hab das extra nachgeguckt gestern) auf den Bauch drehen konnte, war es damit erstmal eine Weile zufrieden. Also so in etwa einen Monat konnte man es gut mit irgendeinem rasselnden/knisternden/klingelnden Dings beschäftigen, das man ihm in Bauchlage in die Hand drückte. Erst dann fing es an, ihm langsam langweilig zu werden und es fing an zu robben, es hatte da eine sehr interessante Technik die aussah wie eine Robbe (tadaa). Sitzen konnte es von selber mit ca. 8 Monaten, krabbeln ca. einen Monat später. Nach jeder neu gelernten Sache gab es eine Phase des Ausbaus der Fähigkeit, bis dann das nächste dran war.
Nicht so beim Baby. Es will alles und das auch bitte gleichzeitig. Kaum schafft es sich seine Hände in den Mund zu stecken, versucht es sich meine Hände in den Mund zu stecken. Alles was mit den kleinen Ärmchen herangerafft werden kann, wird Richtung Gesicht und weit geöffneten Mund gezogen. Wenn es meine Hände ansieht, kann man quasi sehen, wie sich die Synapsen in seinem Gehirn verknüpfen, so aufmerksam ist es dabei. Und dann kommen auch schon seine Hände und greifen (!) nach meinen Fingern. Ja, Greifen wird natürlich auch schon geübt, etwas festhalten, was man ihm gegeben hat oder das es zufällig in die Hände bekommen hat klappt schon ganz gut, jetzt wird direkt zugepackt. Also versucht, zuzupacken. Denn das klappt natürlich genauso wenig wie das vorwärts bewegen in Bauchlage, aber davon will das Baby nichts wissen. Und da die Frustrationstoleranz bei Babys nicht allzu großzügig bemessen ist, sind unsere Tage momentan von Gemecker geprägt (nicht echtes Geschrei, nur so eine Dauerunzufriedenheit), gefolgt von Fressattacken und langen Schlafepisoden. Dass das alles zusammenhängt ist mir auch klar, aber das schlaucht halt auch mich ganz schön. Und teilweise komme ich dann eben auch zu gar nix, so wie heute. Nach der morgendlichen Plackerei musste das Baby mich dann nämlich erstmal aussaugen, um dann zu schlafen (auf mir drauf, ohne Chance es abzulegen), um dann nochmal ausgiebig zu speisen, und dann wieder einzuschlafen. Ich habe derweil 8 Folgen „Girls“ gesehen. Damit habe ich alleine heute mehr Sex gesehen, als ich in den letzten drei Monaten… ach lassen wir das. (Und ein neues Wort gelernt, siehe Titel.)


Herrn Rabes Firma ist heute in ein anderes Gebäude umgezogen. Deshalb wars auf der Arbeit etwas chaotisch und nicht so schlimm, dass er in seiner Mittagspause zur Polizei musste, um Unterlagen zur Registrierung des Babys nachzureichen. Dabei bemerkte er dann auch, dass er noch den Kindergartenrucksack des Kindes in seinem Rucksack hatte. Da dieser Fauxpas aber tatsächlich eine absolute Ausnahme war, weil Herr Rabe nämlich alles andere als ein Idiot Dad ist, fände ich es ja total gut, wenn er was zum #noIdiotDad vom Nuf schreiben würde. Nur mal so.


Festgelesen beim Gewünschtesten Wunschkind über (Klein-)Kinder und Kooperation. Ist hier ja auch so ne Baustelle (wo nicht?). Sehr gute Artikelserie zum Thema, Leseempfehlung für alle Babyeltern. Am besten ist es nämlich, wenn man die frühkindliche Kooperationsbereitschaft nicht erst versehentlich abgewöhnt, das ist einleuchtend, aber im Falle des Kindes wohl zu spät :/ .

Tag 58

Ich kann jetzt die erste Strophe von „Hurra for deg“. Jetzt bin ich quasi Geburtstagsfertig, abgesehen vom Kuchen, den ich noch backen muss, was aber ja heute auch noch nicht so sinnhaftig gewesen wäre.


Nachdem ich gestern um viertel vor zwölf dachte, ich würde jetzt das Licht ausmachen, nachdem ich noch kurz vielleicht ein klitzekleines Blögchen…
… machte ich das Licht dann doch erst um halb eins aus, weil ich mich bei essential unfairness festgelesen hatte. Gehen Sie dahin und lesen Sie, meine Damen und Herren, das ist ein sehr sehr feiner Blog, den die Lareine da betreibt (und ich will auch was über attachment parenting von ihr lesen!). Jedenfalls konnte ich nicht sofort einschlafen und nach ca. 15 Minuten in der Dunkelheit liegen fiel mir auch noch ein, dass wir das Lammfleisch ja noch in der Küche stehen hatten und vergessen hatten es einzufrieren. Da ich jobbedingt leider weiß, wie schnell sich Bakterien auf rohem Fleisch bei Raumtemperatur vermehren, stand ich dann halt noch mal auf (Herr Rabe schlief natürlich wie ein Stein) und packte die 9,6 kg Fleisch in Tüten und dann in den Gefrierschrank. Koteletts, Rippen, Beine und den Rest. Immerhin waren wir dieses Jahr darauf vorbereitet, unsere Jahresration Fleisch auf einmal zu bekommen, sodass der Platz im leergegessenen Fach tatsächlich reichte (und es musste noch nicht einmal der Schnaps ausziehen). Ergebnis der Aktion war dann aber exorbitante Müdigkeit heute morgen. Da half es auch nicht, dass das Kind tatsächlich noch in seinem eigenen Bett lag, als ich wach wurde.


Heute wurde der Nobelpreis für Chemie vergeben und ihn bekommen drei Forscher, die an DNA-Reparaturmechanismen geforscht haben. Das ist, womit ich arbeite. Der eine (Tomas Lindahl) war hier noch im Frühjahr und hat auf dem Symposium zum 70. Geburtstag von Hans einen Vortrag gehalten. Hans hat die Arbeitsgruppe DNA-Reparatur sehr lange geleitet, einer seiner ersten Doktoranden war damals Geir, und der ist jetzt mein Chef. Tomas Lindahl hat Basenexzisionsreparatur entdeckt, das Protein an dem ich mir die Zähne ausbeiße forsche ist ein wichtiges Enzym in diesem Zusammenhang. Oder vielleicht auch nicht. Es ist kompliziert. Aber das heißt, dass das Thema jetzt mehr Aufmerksamkeit bekommt, was wiederum heißt, dass Geld fließen wird, was (bittebittebitte) heißt, dass mein Projekt verlängert werden kann, sodass ich nicht am Ende vom Geld immer noch keine Ergebnisse habe und dann keine Dissertation schreiben könnte und dann wären drei Jahre für die Katz. Insofern freue ich mich sehr über den Nobelpreis. Mehr als letztes Jahr, als die Mosers den Nobelpreis für Medizin bekamen. Die Mosers sind von der gleichen Universität und der gleichen Fakultät wie wir. Ihre Labore sind in einem anderen Gebäude des selben Krankenhauses. Sie haben herausgefunden, wie im Hippocampus von Ratten (und Menschen) die Orientierung im Raum organisiert wird. Das ist verrückte Scheiße, verblüffend einfach und einleuchtend und so fancy Videos kann man dann auch machen, wie die Ratten mit ihren kleinen Helmchen (also einer Elektrode direkt im Hippocampus, aber das sagen wir mal besser nicht so laut) in Kästen herumlaufen und immer mal hier und da schnüffeln und dann funken die entsprechenden Gehirnzellen herum und am Ende hat man eine feine, kleine „Karte“ des Kastens. Das war natürlich für die Uni und die Fakultät total super, dass der Nobelpreis an die ging, aber leider kann man hier jetzt keinen Schritt mehr tun, ohne über die Mosers in irgendeiner Form zu stolpern. Das nervt dann doch irgendwann. (Beispiel gefällig? Shiny happy people.)


Heute das erste mal Nordlichter gesehen. Leider noch zu dunkel und zu grün für Fotos, und wir wohnen auch in der Stadt, da ist zu viel light pollution. Aber immerhin habe ichs jetzt mal gesehen und kann sagen, dass es schon sehr schön und erhebend ist.


Das Baby ist eine unfassbare Fressmaschine heute. Ich habe das Gefühl, dass es  bereut, am Sonntag einmal 6 Stunden am Stück nicht getrunken zu haben und holt das jetzt auf. Ich muss deshalb jetzt auch Schluss machen hier und der Haushalt wartet auch noch mit diversen Aufgaben. Meh.

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Essen ohne Baby vollkleckern. Check! (Oh Hilfe, ich muss zum Frisör!)

Tag 46

Ich bin müde und schlecht gelaunt und ich möchte gerne um neun ins Bett, deshalb fasse ich mich kurz.

War beim Muttisport. War gut, hab ordentlich geschwitzt aber so soll das ja auch. Das Baby lacht sich über die bunten Gymnastikbälle total kaputt, das ist sehr süß. Dann haben wir die Babys wieder etwas rumgewuppt, das fand das Baby so mäßig cool und dann hab ichs zum Angeben und um die tummy-time für heute abzuhaken auf den Bauch gelegt. Und es hat sich auch brav hochgedrückt und fröhlich das Baby auf der nächsten Matte angelacht. 5 Minuten lang. Ha. Mein Baby ist das stärkste.

Nach dem Training noch kurz gestillt (es ist absolut göttlich, wenn nach den Stunden da neun, zehn verschwitzte Frauen im Kreis auf den Sofas sitzen und stillen) und dann fix Dosendusche und umgezogen und zu einer Veranstaltung der Hochschule für Kindergartenlehrer gegangen. Ja, Erzieher ist hier ein Studiengang. Und die Hochschule hatte zu einem „Säuglingscafe“ eingeladen. Mit Vorträgen über alle möglichen Baby- und Kleinkindthemen von Lehrenden der Hochschule und gratis. Als wir ankamen, wären wir grade perfekt pünktlich zum 2. Vortrag gewesen, aber das Baby brüllte wie am Spieß und beruhigte sich auch in der Trage nur sehr langsam, weshalb wir dann effektiv genau pünktlich zum (gratis) Lunch da waren. Es gab Wraps und ausnahmsweise auch mal ne vegetarische Variante. In jedem Wrap war ne Olive versteckt, na gut, kann man ja rauspulen, aber irgendwie schmeckte der Feta in unmittelbarer Oliven-Nähe auch sehr olivig. Egal, ein Hoch auf die vegetarische Version, das ist nämlich in Norwegen ganz und gar nicht selbstverständlich (leider). Die Vorträge nach dem Lunch waren auch gut, es ging um Abenteuer und Märchen in der Erziehung und um Freundschaften im Kleinkindalter. Ich habe mitgenommen, dass Kinder ihre Freunde selbst aussuchen (jau) und man den Freundschaften, egal wie weird sie auch erscheinen mögen, Raum geben soll (ok). Und dass man Kindern alles erzählen kann, aber wichtiger als der Inhalt die Gestik und Mimik des Erzählten sei und dass selbst ganz kleine Kinder schon „Geschichten“ mit unterschiedlicher Dynamik erfinden.

Danach hab ich mit beginnenden Kopfschmerzen (in dem kleinen Raum waren ca. 50 Muttis mit Babys gewesen!) das Kind abgeholt, das aber grad im Kindergarten einer erzieherischen Maßnahme unterzogen wurde, deshalb musste ich noch kurz warten. Das Kind hatte Quatsch gemacht („bråk“, das heißt Krach/Lärm/Radau), es wurde ihm gesagt, es solle das lassen, ob es das verstanden hätte. Das Kind antwortete nicht und versuchte, den Erzieher offensiv zu ignorieren. Daraufhin durfte es mit dem Erzieher so lange in der Küche sitzen, bis es eine zufriedenstellende Antwort auf die Ausgangsfrage gegeben hatte. Juchhe, Autonomiephase und noch mehr juchhe, dass wir nicht die einzigen sind, die sich mit dem manchmal weit über die Stränge schlagenden Kind herumschlagen müssen. Das Kind darf ja sehr viel bei uns, es muss sich ja auch ausprobieren, aber manche Sachen gehen eben nicht (mit Töpfen gegen die Wände hauen etc.) und genau das mit „ich tu so als hätte ich die Mama/den Papa/den Erzieher nicht gehört und mache einfach weiter“ haben wir hier auch oft. Und ja, ich nehme das Kind dann auch beiseite, erkläre ihm, wieso ich nicht möchte dass es das macht (weil es mich zu Tode nervt!!!) und ringe ihm ein „okay…“ ab. Meistens macht es dann genau den selben Scheiß nicht nochmal, sondern wandelt minimal ab. Also nimmt dann die Pfanne und haut damit gegen den Tisch z.B…. Das hat man dann vom konkret sein.

Nun gut, zu Hause angekommen waren die Kopfschmerzen dann doch recht ordentlich und das Baby am schreien und das Kind am nerven, sodass wir uns erstmal aufs Sofa gesetzt haben und ziemlich lange Bobo Siebenschläfer-Folgen geguckt haben. Dann gab es die letzten drei Pickerts vom letzten Jahr aufgetaut zum Abendessen und ich musste an meine Großeltern denken und wurde ein bisschen traurig, ok nicht nur ein bisschen sondern ganz schön doll, weil der Himmel einfach zu weit weg ist, aber ich glaube ich bin auch einfach müde und geschafft, es war ja auch ein langer Tag. So und deshalb: Gute Nacht.

Ach ja: der neue Schnuller funktioniert tatsächlich. Zielsicher hat das Baby als einzig akzeptable Schnullerform die kieferschädlichste überhaupt ausgesucht. Naja, aber unsere Finger sind erstens noch kieferschädlicher und zweitens furchtbar unhygienisch und das Kind konnten wir auch nach ca. nem halben Jahr auf eine andere Form umpolen, weil auch das Kind nämlich nur die kiefertötenden haben wollte anfangs und die aber schwer zu bekommen sind. Erstmal bin ich sehr froh, dass das Baby jetzt überhaupt einen Schnuller mal nimmt. Ehrlich, so Vollblut-Attachment-Parenting ist nix für mich. Aber dazu gibts auch noch mal einen gesonderten Artikel irgendwann.

Tag 44

Es gibt jetzt eine blogroll-Langform. Jucheh.

Ich bin aber auch müde und so, deshalb nur fix was heute und gestern so war:

  • Das Kind hustet und schläft schlecht, will auf mir drauf liegen aber das geht nicht, weil da schon das Baby liegt. Außerdem knirscht es mit den Zähnen.
  • Ich schlafe dementsprechend schlecht bis gar nicht.
  • Statistikkurs war eher so meh heute wieder. Außer das Kollegin A. aus dem Urlaub wieder da ist und jetzt mit mir leidet. Und das Baby bewundert, wie niedlich es die ganze Zeit schläft (an mir dran).
  • Möglicherweise haben wir endlich einen Schnuller, der vom Baby akzeptiert wird. Das heißt, wir müssen jetzt vielleicht nicht mehr ständig unsere kleinen Finger ins Baby halten.
  • Das Baby hat heute beim Abhalten ins Waschbecken gekackt und das Kind damit schwer beeindruckt (das Kind saß auf dem Klo, deshalb das Waschbecken).
  • Gestern Barselgruppentreffen. Meine Bullshittoleranz wird sehr auf die Probe gestellt von der einen. „Also ich arbeite ja im Kindergarten, und das ist sooo ein großer Unterschied zwischen Mädchen und Jungen, Mädchen sind halt ruhiger und Jungs haben mehr Energie…“ Ich wünsche mir Valium oder dass ich nochmal deutlich besseres norwegisch kann, damit ich der mal auseinandersetzen kann, wie solche Annahmen erstens zustandekommen und zweitens durch Leute wie sie die sozial konstruierten Geschlechterunterschiede für die nächste Generation wieder zementiert werden.
  • In meinem linken Ohr piepts immer noch.
  • Hab ich erwähnt, dass ich müde bin?

Tag 42 – Erdnüsse und Bier

Ich habe endlich ein Blogroll erstellt. Kann mensch in dem Menü oben sehen. Was ich auch heute erstellt habe. Ein Eintrag mit Erläuterungen zu den Blogs folgt… bald.

Da das mit den Menüs ziemlich lange gedauert hat (ich hatte mir das anders vorgestellt und dann sah das erst ganz scheiße aus, aber ich bin ja auch zu geizig, um für fancyere features hier zu bezahlen) und außerdem die vierte Maschine Wäsche läuft, davon die zweite mit kaum was drin, aber Flecken der Sorte „ach du Scheiße, das darf nicht eintrocknen, sonst geht das nie wieder raus!“ im 20-Minuten-Kurzprogramm, entschuldigen Sie mich bitte für heute. Ich geh jetzt Wäsche aufhängen und dann schlafen.