Tag 72

Ich gebs auf. Morgen ist Statistikkurs-Übungsaufgaben-Besprechungstag und die eine Teilaufgabe kriege ich nicht hin. Und wozu diesen Quatsch lernen, wenn es Wolfram-Alpha gibt? Außerdem ist es schon spät und ich muss dem Baby jetzt noch mal ne neue Nachtwindel ummachen, die nicht mit dem Waschmittel des Todes (gegen das das Baby scheinbar allergisch ist) gewaschen wurde. Morgen ist nämlich Baby-TÜV und da hab ich keinen Bock auf ne Kontaktallergiediskussion.

Tag 71 – Stimmungsschwankungen

Heute morgen hatte ich keine Lust aufzustehen, es war so gemütlich im Bett mit den zwei Kuschelkindern, also las ich ein bisschen im Internet herum. Das Handylicht weckte allerdings das Kind. Das wiederum wollte aber mitnichten aufstehen, sondern kuschelte sich ganz nah an mich und murmelte „Mama kuscheln!“. Und so kuschelten wir und erzählten uns was und hatten uns lieb. Das war ganz wunderbar.

Als ich das Kind dann heute Abend bettfertig machen wollte, fing es schon bei „Komm, wir gehen ins Bad!“ an, einen Wutausbruch allererster Güte hinzulegen. Ganz zu schweigen vom Ausziehen („Nein, nein!!!“), Anziehen („Lass mich los!!! Wäääähhhhhh!“) und Zähneputzen („Neeeeiiiiin! Aua! Aua! Hiiiiilfeeeee!!!“). Das war ganz furchtbar.

Nach dem Vorlesen musste ich dann noch ganz lange neben dem Bett sitzen bleiben und seine Hand halten und singen, bis es eingeschlafen war. Und dann hab ich noch eine Weile das schlafende Kind betrachtet. Das war wieder ganz wunderbar.

Tag 70 – Update-Tag

Es ist Zeit, mal ein paar lose Erzählsprünge wieder aufzugreifen:

  1. Die eingelaufene Wolle. Ich habe panikartig das Internet nach Tips durchforstet und dann meine eigene Version eines Rettungsplans zusammengebastelt. Der ging so:
    – Einen Eimer mit lauwarmem Wasser füllen. Darin den letzten Rest Haarkur im Hause Rabe auflösen. Dann noch ca. 10 Hübe aus der Flasche „Mildes Waschgel Kopf bis Fuß“ für Babies. Es soll eine ordentlich seifige Soße sein.
    – Die Wollsachen reintun und ca. 45 min drin lassen.
    – Die Sachen auswringen, nicht ausspülen und dann mit Handtüchern ausstopfen. Es sollte so in etwa die Form haben, die es hinterher (wieder) haben soll:
    2015-10-15 22.27.18
    (Das Platzieren neben Puzzles ist nicht essentiell für den Erfolg.)
    – Komplett trocknen lassen. Dauert relativ lange.
    – Testen, obs wieder passt. Dann mit wenig (gutem) Wollwaschmittel waschen und zwar NICHT IM SYNTHETIKPROGRAMM!!Einself!
    Beim Schlafi hats geklappt, durch das Verfilzen ist er jetzt aber noch wärmer geworden und auch etwas kratzig. Aber als schön warme Schicht in Trage oder Kinderwagen geht er auf jeden Fall noch. Die Strumpfhose hats nicht gerettet :(
    2015-10-18 13.40.10
  2. Das Baby braucht zum Rumdrehen nur noch minimale Hilfestellung. Also man muss ihm einen Finger hinhalten, dann zieht es sich daran rum. Das ist sehr putzig, es ist ja noch sehr klein, also noch nicht mal drei Monate, und dann liegt da dieses Minibaby und reckt den Kopf in die Höhe und freut sich nen Ast. Es versucht auch direkt, vorwärts zu kommen. Hachz. Heute ist es dann so halb aus Versehen aus der Bauchlage wieder auf den Rücken zurückgerollt. Ein kurzer erschrockener Blick, dann halb kaputtgelacht. (jetzt wo das besser geht, muss das Baby auch nicht mehr nachts Dauerstillen. Das finde ich sehr angenehm.)
    2.1 Habe Bahntickets bekommen. Sogar im Kleinkindabteil. Fehlt nur noch wer, der mich und die Kinder vom Flughafen zum Berliner Hbf begleitet mit all unserem Geraffel…
  3. Es blieb scheinbar bei der einen Panikattacke meiner Mutter. Vorerst.
  4. Wir haben inzwischen herausgefunden, dass das Baby es gerne sehr warm hat und deshalb wohl im Beistellbett schlechter schläft als direkt in meinem Arm. Jetzt haben wir den warmen Winterschlafsack für den Kinderwagen ins Beistellbett gelegt, das Kopfteil soweit zugeschnürt, dass es auch am Kopf schön muckelig ist und so kann das Baby bis zum ersten Stillen zumindest gut schlafen. Gestern nacht konnte ich es sogar nach dem ersten Stillen wieder zurücklegen und es schlief dann nochmal bis 5:30 Uhr so. Unfassbar, was das für meinen Schlaf für einen Unterschied macht!
  5. Das Kind war beim Zahnarzt, allerdings mit Herrn Rabe weil ich während der verwirrenden Telefoniererei meinen Statistikkurs vergessen hatte. Das Kind machte bei der Ärztin erstmal 10 Minuten den Mund nicht auf. Irgendwann dann doch, alle Zähne da, alle Zähne ok, Schnuller bitte nur zum Einschlafen wegen Überbiss, Wasser ist das beste Getränk überhaupt. Dann hat das Kind einen Elefanten bekommen und war sehr stolz.

So, ich glaube, das wars, oder möchten Sie noch was wissen? Nur zu, fragen Sie ruhig!

Tag 69 – Hello, IT?

Ich habe grade gar keine Lust zu bloggen, aber ich hab Herr Rabe versprochen, dass ich ihm ein bisschen öffentlich huldige und versprochen ist ja versprochen.

Man mag es schon vermutet haben: Herr Rabe ist der Lieblingstechniker. Ich meine, der hat das ja im Grunde auch studiert, also Informatik und schnubbeldibupp aber ganz sicher gab es im Studium keine Veranstaltung namens „Angewandte Aura-Reparatur“. Und das ist, was Herr Rabe besonders gut kann: einfach weil er da ist, erledigen sich viele Computerprobleme wie von selbst. Ich nehme an, die Probleme haben Angst vor ihm, denn wenn mal eine Macke seiner bloßen Anwesenheit trotzt, wird sie gründlichst ausgemerzt und zwar minimalinvasiv. Bevor ich Herrn Rabe kannte, dachte ich (Exfreund-bedingt) es gäbe bei ersthaften Computerproblemen nur zwei Lösungswege: a) Problem ignorieren und b) Festplatte formatieren. Das ist dann eher so die Schrotschuss-Methode. Inzwischen weiß ich aber, dass es durchaus möglich ist, ein Problem an der Wurzel zu entfernen ohne dabei mit der Datenaxt eine riesige Schneise zu ziehen. Man muss nur wissen wie, und ich hab da zwei linke Hände mit jeweils fünf Daumen dran. Herr Rabe hat mich immerhin soweit erzogen, dass ich einen wartungsarmen Computer besitze, alle verfügbaren Updates zeitnah mache und regelmäßig *hust* ein Backup erstelle. Falls ich doch mal ein Problem bekomme, so wie jetzt halt, muss er mir trotzdem helfen, weil wir verheiratet sind hilft er mir natürlich gerne. Das Problem mit der FileVault-Verschlüsselung war wohl ein ziemlich komplexes, was einer ausgefuchsten Lösungsstrategie bedurfte, aber wieder einmal hat Herr Rabe es tadellos hinbekommen: Er hat alle Daten erhalten können, selbst die kaputten, und die hat er sogar heile gemacht. Alles ist jetzt verschlüsselt. Nebenbei hat er meine Festplatte von Müllquatsch befreit und die Reste eines eigentlich schon lange deinstallierten Programms entfernt, sodass da jetzt nicht mehr dauernd Fehlermeldungen auflaufen. Dann habe ich (das hab ich dann wieder alleine hinbekommen) El Capitan installiert und im Zuge dessen ging irgendwas mit meinem Email-account kaputt, und auch das hat er wieder hingebogen. Insgesamt hab ich also jetzt das fresheste Betriebssystem, mehr Platz auf meiner Festplatte als vorher, habe weiterhin Zugriff auf meine mails und musste dafür nur diesen Text schreiben und Nudelauflauf machen.

Murch :* *

*Das müssen Sie nicht verstehen.

Tag 68

Mein Lieblingstechniker repariert gerade meinen Computer. Das ist wohl ein ziemlicher Krampf. Kaputte Dateien und gelöschte Programme die trotzdem  noch Quatsch machen und den Rest hab ich nicht verstanden. Seit ich aber mal vor vielen Jahren dachte, ich könne meine Festplatte selbst partitionieren und danach gar nix mehr ging und ich einen Heulanfall bekam und zum Lieblingstechniker gehen musste, der dann den Rechner auf Kühlakkus stellen musste, weil sonst die CPU (?) überheizte, weil nicht mal mehr der Lüfter ging, seitdem mache ich absolut nüscht mehr an meinem Computer wo auch nur eine geringe Gefahr besteht, dass was kaputt gehen könnte. Schreiben am Handy geht aber auch nur so halbgut, zumal ich vom Baby belagert werde, deshalb wars das auch schon fast für heute.


Wir haben erfolgreich unseren Keller Flur umgeräumt. Das war sehr nötig und die Gelegenheit günstig. Wir sind zufrieden.


Mit dem Kind beim Kindertanz gewesen. 19 Kinder da. 13 Mädchen. 6 in Tutus. Eins nicht in rosa. Seufz.


Kurz beim Supersaletag gewesen (Toilldag für die Locals) und dem Kind Winterstiefel gekauft für 199 NOK (Wheeeeee!!!) und auf gut Glück zwei Paar Turnschuhe Größe 27 für nächstes Jahr für 99 NOK jeweils. Gesehen, dass ein Moods-of-Norway Pop-up-Store für die nächsten zwei Wochen da ist. Kann man mal hingehen.


Wir sollten ja alle viel viel mehr Essential Unfairness lesen. Auch wenn ich mich beim lesen des heutigen Posts wie einen eiskalten, gefühllosen Klotz gefühlt hab, weil ich sowohl den Schwangerschaftstest vom Baby (beim Kind hab ich keinen eigenen gemacht) als auch den ersten (durchgekauten und klebrigen) Schnuller vom Kind ganz unsentimental weggeschmissen hab.

Tag 67 – Fünffachopa

Heute war ich ja bei dem Projektmeeting. Mit Baby. Natürlich war das Baby zunächst mal ein Hingucker, dann sagte mein Chef auch noch „You don’t look too tired!“ und ich entgegnete ein trockenes „Jaha, well, fake it ‚til you make it!“ und hatte dann auch die Lacher auf meiner Seite. Bei dem Meeting waren sechs Leute außer mir, von denen haben fünf Kinder. Das ist, was ich an Norwegen so mag: Hier haben alle Kinder und die meisten haben mehrere. Viele kriegen auch relativ jung Kinder. Die meisten Mütter nehmen ca. 10 Monate Elternzeit und kommen dann Vollzeit zurück. Die meisten Väter nehmen 10 Wochen, aber viele auch mehr. Manche Eltern reduzieren dann ihre Arbeitszeit auf 80 %, manche nicht. Aber niemand käme auf die Idee, ein Vollzeit arbeitendes Elter als Rabenelter zu betiteln. Und weil halt alle Kinder haben, wird SELBSTVERSTÄNDLICH kein Meeting auf irgend eine komische Zeit gelegt, sondern man schafft es danach immer noch bequem zum Kindergarten oder zur Schule zum Abholen. Und weil halt auch alle mal Babys hatten, ist so ein Baby im Meeting (nach der ersten Oh-Gott-ist-das-süüüüß-Euphorie) auch nichts besonderes. Auch nicht, dass man mal zwischendurch Stillen muss oder das Baby quakt. Lediglich als das Baby sehr geräuschvoll die Windel füllte, erntete es kurze Lacher und ich bekam (vom Vater dreier Söhne) einen wissenden Schmunzelblick zugeworfen. Leider ist mein Hirn tatsächlich etwas Babymatschig geworden, sodass ich relativ lange brauchte, um wieder ins Thema zu kommen. Aber egal, das kommt auch alles wieder. Bekomme jetzt erst mal von meinem Chef die Dissertation eines Kollegen geschickt, die ich dann auch nicht lese.

Nach dem Meeting trank ich noch einen Kaffee mit meinem Chef, der mir dabei die amüsante Geschichte erzählte, wie er auf seine Enkelkinder aufpasste. Er ist nämlich gestern zum fünften Mal Opa geworden, weil eine seiner Töchter ihr viertes Kind bekommen hat. Er hatte wohl im Zuge dessen versprochen, zur Geburt auf die drei älteren Kinder aufzupassen. Er hat einen super Draht zu seinen Enkelkindern, nimmt sie oft mit in den Urlaub, in die Wochenendhütte oder zu sich nach Hause. Manchmal sind auch welche bei uns bei der Arbeit, wenn irgend ein „Opa-Tag“ in der Schule ist. Ich möchte bitte für meine Kinder auch so nen tollen Opa in der Nähe haben! Aber ich schweife ab. Jedenfalls ist seine Tochter samt Schwiegersohn am Dienstag um zwei ins Krankenhaus gefahren und hat ihn benachrichtigt, dass er bitte die Kinder von Schule und Kindergarten abholen solle. Mein Chef verließ daraufhin etwas panisch die Arbeit und sammelte alle Kinder ein. Fuhr zu den Kindern nach Hause, machte Essen. Dann war es wohl recht spät und die Kinder natürlich einigermaßen aufgeregt, bis alle mit geputzten Zähnen im Bett lagen war es ein mittlerer Kampf mit, Zitat, „unerträglicher Geräuschkulisse“. Und dann erst der nächste Morgen. „Die müssen ja alle wieder um acht in der Schule und im Kindergarten sein! Mit Brotdosen und allem und ich weiß nicht mal wo alles ist! Und dann sind die unorganisiert, und jeder muss noch kurz was spielen und alle laufen durcheinander! Ich weiß nicht, wie meine Tochter und ihr Mann das sonst machen, ich war um acht dann völlig fertig und wollte eigentlich wieder ins Bett. Das war die Hölle!“
Und zu dem Zeitpunkt dachte er noch, damit wäre es getan, aber das Baby ließ auf sich warten und so durfte er nachmittags wieder ran. Am Wochenende fährt er jetzt alleine zu seiner Hütte: „Ich brauch jetzt mal ein paar Tage ohne Kinder!“.

Tag 66

Mannmannmann, schon wieder so spät. Wo ist denn nur der Tag hin? Ich bin auch zum Umfallen müde, gut, dass ich schon im Bett liege.

Das Baby hat gerade mal wieder irgend so einen Entwicklungsschub. Seit Montag, wo es ja überraschend versucht hat sich herumzudrehen und das auch mehrmals fast ganz alleine schaffte, will es spätestens alle zwei Stunden stillen und braucht dann ewig lang. Manchmal sogar beide Seiten, was sehr ungewöhnlich ist. Jedenfalls schläft es sich da nicht so gut, wenn man alle zwei Stunden ne halbe benuckelt wird. Mein Geisteszustand leidet extrem ein bisschen darunter. Außerdem nöckelt das Baby auch viel rum, es kaut auf meinem Finger (Kauleisten-Jucken?) und die Hand-Augen-Koordination ist sehr viel besser geworden. Eigentlich will es glaub ich am liebsten morgen loslaufen. Mir hinterher. Wenn man es auf die Beine „stellt“, freut es sich nen Ast und fängt sofort zu erzählen an. Das ist sehr niedlich, aber scheinbar sehr sehr anstrengend grad für das Baby selbst und das muss es den Eltern natürlich mitteilen. Naja. Die ersten Schübe sind ja noch kurz.


Heute früh sind die Großeltern abgereist. Das Hotel in dem sie waren liegt auf dem Weg zum Kindergarten. Um 08:30 waren wir verabredet, ich sollte erst das Kind wegbringen und dann die Großeltern vom Hotel zum Bus bringen. Um 08:02 passierte ich mit Kind das Hotel und meine Schwiegereltern lauerten mir schon auf. Hätten die Koffer schon runter gebracht und ausgecheckt. Ob ich zehn Minuten später wieder da sein könne, wegen des Busses (der Bus fährt alle 10 Minuten, braucht 30 zum Flughafen, der Flug ging um 11:30 Uhr. Denken Sie sich den Rest). Ich hab also das Kind beim Kindergarten nur über den Zaun geworfen nur sehr kurz verabschiedet und war 9 Minuten später wieder am Hotel. Also um 08:13 Uhr, immer noch 17 Minuten bevor wir ursprünglich verabredet waren. Ich sagte nichts. Dann gingen wir zum Bus, zu einer anderen Haltestelle, als ich dachte oder Sinn machte, aber ich sagte nichts. Es kam sofort ein Bus, was gut war weil viel länger hätte ich nicht nichts sagen können. Und so saßen meine Schwiegereltern dann zwei Minuten vor der Zeit, zu der wir verabredet waren, schon im Bus.


Heute mittag war auf mein Anregen hin ein Treffen der Barselgruppe, also die Muttis mit den Babys. Einige sind vielleicht doch interessanter, als bisher gedacht. Eine zum Beispiel, sie kann nicht älter sein als ich, eher jünger denke ich, hat eine 22-Jährige Stieftochter. Dafür ist die mit den Zwillingen viel älter als ich dachte (und sie aussieht, ehrlich, so will ich mit 39 bitte auch aussehen. Aber genug der Oberflächlichkeiten). Eine hat ein Familienbett und testet glaube ich auch ihre Bullshittoleranz, jedenfalls kamen von ihr so Konfliktvermeidungsallgeimeinplätze wie „Jaja, da muss jede Familie den Weg finden, der für sie passt…“. Hätte auch von mir sein können, der Satz.


Dem Baby ne neue Wollstrumpfhose gekauft. Die eingelaufene ist nicht zu retten. Die hat jetzt die Puppe an.


Heute Nachmittag war dann noch Elternabend im Kindergarten. Wir sollen den Kindern die Haare täglich prophylaktisch Läusekämmen. Jaja. Klar, mache ich*. Des Weiteren wird es weiterhin kein warmes Essen geben, sondern an den Brotdosen festgehalten. Ok für mich. Und wir mussten einen dämlichen Tanz lernen, ich wollte mir dabei gerne was in die Nase rammen, aber das ging nicht, also tanzte ich fröhlich lächelnd den doofen Kindertanz (Wenn schon Scheiße, dann Scheiße mit Schwung!).


Danach wars es zu spät für Ballett. Und fürs Kind auch, es machte ein Theater beim ins Bett bringen, als würde Herr Rabe ihm die Haut bei lebendigem Leib abziehen. Morgen bin ich wieder dran. Ich freu mich schon*.


Morgenn ist Muttisport, dann evtl Mittagessen, und dann ein berufliches Meeting zu meinem Projekt (an dem andere auch mitarbeiten, also zumindest indirekt, ist kompliziert, unser nicht vorhandenes Organigramm). Ich bin ein bisschen nervös, weil nicht ganz sicher, ob mein Hirn noch gut genug funktioniert oder vielleicht auch mit eingelaufen ist.

*ganz sicher nicht.

Tag 65

Morgen reisen meine Schwiegereltern ab.

Was ich dann nicht vermissen werde:

  • Jeden Tag überhören zu müssen, dass die Essensportionen für sie ja viel zu groß sind (sind sie nicht).
  • Jeden Tag Schokolade mitgebracht zu bekommen (läuft leider komplett konträr zu allen „Wir müssen uns gesünder ernähren“-Plänen).
  • Jeden Tag Geschenke fürs Kind.
  • Jeden Tag Schoki/Kekse/Süßes fürs Kind (aber immer betonen, dass man ja als Kind dick gewesen sei und das sei ganz schlimm gewesen).
  • Dass immer komplett alle Spielsachen im Wohnzimmer ausgeleert werden, sodass man während des Spielens kaum freien Boden für seine Füße findet.
  • Sätze (ans Kind gerichtet) wie „Wenn du schön aufisst, scheint morgen wieder die Sonne!“, „Wenn du so Theater machst, nimmt der Busfahrer dich nicht mit, dann musst du alleine nach Hause laufen!“ und „Geh jetzt mal nicht zur Mama hin, die ruht sich aus.“
  • Sätze (an uns gerichtet) wie „Wart ihr wegen xyz mal beim Arzt?“, „Mag das Kind denn Leberwurst?“ oder „Nimmt das Baby schon Tee aus der Flasche?“
  • Dass mir hektisch an den Kinderwagen gegriffen wird, weil ich ja nicht gesehen hab, dass ich da schon ganz weit links rüber…
  • Dass das Kind dauernd wegen allem behelikoptert wird („Bleib schön hier, nicht so schnell, nicht so hoch, nicht allein die Treppe runter…“)

Was ich vermissen werde:

  • Dass das Kind beim Türklingeln losrennt und aufgeregt „Opa kjem! Oma kjem*!“ ruft.
  • Dass das Kind mal jemand anderem hundert mal am Tag zuruft: „Guck maaaaal!“
  • Dass jemand sich gar nicht davon irritieren lässt, dass das Baby auf dem Arm auch mal rummeckert**.
  • Dass sie sich so sehr an ihren Enkelkindern freuen und einfach alles total süß und toll finden, was sie machen.
  • Dass sie unermüdlich mit dem Kind spielen. Und sich unermüdlich mit dem Baby unterhalten und ihm vorsingen und Musik vorspielen undundund…

* Dialekt (Wäähähä, das Kind spricht Dialekt!) für „Opa/Oma kommer“ = Opa/Oma kommt.
** Was meine Chancen, mal alleine aufs Klo zu können, erheblich steigert.

Tag 64 – Hausfrauengenie

Zur Geburt haben wir für das Baby von meiner Arbeitsgruppe einen wunderschönen, roten Wollschlafanzug bekommen. Der ist war so schön, und so dick, dass wir ihn dem Baby nie zum Schlafen, sondern einfach so als Anzug angezogen haben. Er hat Größe 68, ist war aber sehr viel größer, sodass wir immer die Ärmel und Beine umkrempeln.

Das Kind trägt im Kindergarten als unterste Schicht so dünne Merinowollsachen, für Große auch Skiunterwäsche genannt. Das Kind macht sich aber oft ziemlich dreckig und die Sachen muss man dann vor dem Waschen vorbehandeln, und selbst dann geht vieles nicht ganz raus.

Heute wollte ich spontan Wolle waschen, hatte also nichts vorbehandelt. Dachte mir, ach, Wollprogramm 30°C und 1200 rpm Schleudern, und Synthetikprogramm, 30°C und 1200 rpm Schleudern, also außer dass beim Synthetikprogramm die Sachen mehr bewegt werden und dann hoffentlich auch sauberer werden, wo soll denn da der Unterschied sein?

Der Unterschied ist: die Sachen werden mehr bewegt. Tadaaaa! Und gestrickte Wolle verfilzt dann und läuft total krass ein! Jetzt hat der schöne Schlafi ca. Größe 44 und eine Strumpfhose von dm in Größe 62/68 ist noch 10 cm lang. Auch zwei meiner Wolle/Seide Stilleinlagen haben eine sehr interessante Form bekommen, weil die Wollseite eingelaufen ist, die Seideseite aber nicht.

Ich möchte jetzt gerne auf den Arm.

(Die Merinowollsachen sind immerhin sauber geworden.)

Tag 63 – 12von12 Oktober 15

Nachtrag. Weil durch. Egal.


Frühes Aufstehen glückt nur so halb hier im Haus. Wecker klingelt 31 Minuten eher, aber da sei die Snooze-Funktion vor.


Das Kind schleicht quasi zum Kindergarten. Das Foto ist bloß unscharf, weil ich echt nicht gut fotografieren kann, nicht wegen der Fortbewegungsgeschwindigkeit. Das Baby verschläft alles. UPDATE: Heute fuhr das Kind exakt 100 m weit. Dann musste es auf dem Kiddyboard gefahren werden.


Im Hintergrund etwas Post-Geburtstags-Chaos. Und ohne Kaffee kein Spaß. Ganz unnorwegisch mit viel Milch und etwas Zucker.

Blärgs, Tran.

Muttisport und fast ganz alleine auf den Bauch gedreht.


Wir waren wohl beide gleich verwundert. Fast heißt, das Baby braucht eine Hand um sich rumzuziehen. Und manchmal einen Minitipser an der Hüfte für den letzten Millimeter. Geht aber nur in Plastikwindel, der dicke Stoffwindelpo ist da etwas hinderlich. (Das Kind hatte damals ne Technik entwickelt, mit dem Po ordentlich Schwung zu holen und sich dann einfach auf der dicken Murmel rumzurollen. Das sah sehr niedlich aus. Mal sehen, ob das Baby das auch noch rausfindet.)


Rückweg vom Muttisport. Grade noch so den Bus bekommen, bevor mein 1,5-h-Busticket abgelaufen wär.


Perfektes Essen nach dem Sport B-).

Backup, bevor der Kapitän kommt. Nebenher Statistikkurskram.

Beim Backup eingeschlafen: Baby und mein rechter Fuß.


Tja und UPDATE: hat ja auch mal so gar nicht funktioniert alles. Filevault hat sich auch nach 15 h Dauerbetrieb nicht wieder eingekriegt. Da muss wohl mein Lieblings-Techniker ran…

Reis mit Scheiß. Und Großeltern.


Lecker. Eins meiner Lieblingsessen. Das Kind isst Reis mit Schafskäse. Oma versucht, dem Kind Gemüse anzudrehen, ich lache hysterisch schmunzle ein bisschen vor mich hin.

Bekennende Bett-Blogger.


Huch, die Frontkamera von meinem Telefon ist bei schlechter Beleuchtung ja mal total schäbbig.

Wenn Sie wissen wollen, was Herr Rabe so den ganzen Tag macht: Hier ist sein 12von12. Und wenn Sie noch mehr 12von12s sehen wollen, die gibts bei Draußen nur Kännchen. Achtung (wieder) Suchtgefahr!