Tag 242 – Spielplatzbegegnungen. Korfu Tag 12

Ich würde so gerne schlafen. Aber beide Kinder waren bzw. sind total drüber. Gnääähhh…

Von vorne: wir waren in Kassiopi heute. Das ist eine sehr hübsche sehr kleine Stadt ein paar Kilometer östlich von hier. Mit einem Reiseführer-Lieblingsmotiv-Hafen mit ganz klarem Wasser und Fischerbooten, einer lustigen kleinen Kirche und einer alten verfallenen Festung. Wirklich sehr hübsch und idyllisch alles.

Nach der Besichtigungsrunde holten wir etwas Gebäck und setzten uns auf eine. Spielplatz, wo wir innerhalb einer halben Stunde drei völlig unterschiedliche Elterntypen beobachten durften (alles Briten):

– Mann mit „Don’t remove from the bar“-T-Shirt in pink, Frau mit Bikini und Strickjacke  drüber (es waren vielleicht 18 Grad), die Beine blaugefroren. Ließen ihren ca. vierjährigen Sohn (Muskelshirt und Plastiksandalen) einfach machen, Sohn machte auch. Mutti ging zum Rauchen ans hinterste Ende des Spielplatzes. Ich hörte das Gespräch mit „What’s in that bag?“ – „It’s the trash, honey. Not the presents.“ – „Did we really just dump the presents?“ – „Yapp.“ Waren aufmerksam, wenn nötig, aber eben etwas prollig. Verzogen sich als die nächsten kamen:

– Adrette Kinder (das Mädchen hieß Poppy, das finde ich einen sehr schönen Namen für eine ca. Vierjährige, aber ob ich mit 40 so heißen wollen würde?), sauber und hübsch gekleidet, Mädel (ca. 4) mit Blümchenkleid und weißen Socken in Lackschuhen, Junge (ca. 7) in gelber Regenjacke und Stoffhose, beide sehr ordentlich gekämmt. Eltern: müde, aber sehr aufmerksam, beide Mitte/Ende 40. Mutti helikopterte ziemlich um die kleine Poppy herum, Vati schaukelte mit dem Sohn und summte dabei mit ihm „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Per-Gynt-Suite. Bildungsbürgertum at it’s best. Als die gingen kamen dann noch

– Alfie (ca. 8) und seine Mutti, sowie ein Kind (ca. 7), das exakt aussah wie Rupert Grint im ersten Harry-Potter-Film. Alfie war zugegebenermaßen etwas wild, nahm aber recht gut Rücksicht auf Michel. Alfies Mutter hingegen brüllte dem armen Kind am laufenden Band Ermahnungen hinterher, „not so fast!“, „be careful!“, „don’t spin him! He doesn’t like it!“. „He“ war Michel, dem es nie schnell und wild genug gehen kann. Aber obwohl wir ihr das sagten, hörte sie nicht auf, Alfie anzuranzen. Als Michel dann auch noch vom Karussell fiel weil er zu viel darauf herumgehampelt hatte, fühlte Mutti sich natürlich bestätigt. Ich möchte nicht Alfie sein.

Nach Kaffeestop und Meltdown von Michel auf offener Straße, weil wir ihm keine Schokoostereier kaufen wollten (Ostern ist hier erst in drei Wochen), inklusive Schreien und auf den Boden schmeißen ging es nach Hause. Michel sang Pippi „Bæ, Bæ, lille lamm“ vor, damit sie einschlafen konnte, was sie dann auch tat. Damit sie im Sitz einfach noch ein bisschen weiter schlafen konnte, ging ich mit Michel Orangen und Zitronen pflücken. Mit dabei: die riesigste Zitrone der Welt.

Das ganz rechts und ganz links sind Zitronen.

Weil Pippi dann immer noch schlief, fuhren wir zum Supermarkt. Ich fuhr das erste Mal unseren Mietwagen, das ging ganz gut. Der Rest vom Ausflug war Käse: wir verloren Michels Rennauto und Pippi brüllte auf der Rückfahrt wieder wie am Spieß.

Zum Abendessen in der Taverne, ganz um die Ecke die hat jetzt auf. Da kocht die 1,50 große Mamma mit weißem Häubchen auf, Schwiegertochter richtet an, Sohn serviert, Enkeltochter war auch da, aber es war nicht so viel los, als dass ich ihre Rolle hätte ausmachen können. Das Essen war sehr lecker, der Hausgemachte Feta besonders, mjammijammi. Herr Rabe probierte dann noch hausgemachten Kumquatschnaps, ich nippte auch mal: kann man trinken. Sehr gut sogar. Pippi schmierte derweil alles mit Kartoffel voll (und schmiss gekochte Kartoffel auf den Teppichfußboden) und Michel guckte Mausclips, während er seine Kartoffeln aß. Damit wir in Frieden essen konnten. Ja, so Eltern sind wir nämlich manchmal. Gut, dass die Griechen so super Kinderfreundlich sind, sonst wär mir das alles sehr peinlich gewesen. Als Tipp erhielten wir vom Wirt noch zum Abschied, beim nächsten mal einfach morgens anzurufen, wenn wir was spezielles abends essen wollen, dann machen die das. Kein Problem. Ich mag die Griechen.

Wieder zu Hause rief Herr Rabe seine Mutter an, um zum Geburtstag zu gratulieren. Dann ging das Internet wieder nicht und Mausclips eben auch nicht. Meltdown 2 vom völlig übermüdeten Michel. Mich überrascht es ja nach wie vor, wie lange übermüdete Kinder zum Einschlafen brauchen. Ich musste (nach quasi-hysterischem Anfall, weil das Rennauto ja weg ist) drei Geschichten erfinden (vom kleinen Bär, der in den Wald ging und fast nicht wieder zurück fand, vom kleinen Tyrannosaurus Rex, der Vegetarier wurde, und vom Pferd, das keine Freunde hatte) und dann noch Singen. Unterbrochen vom Schluchzen den Kindes, dem Stellen wie da wo das Pferd und das Auto sich gegenseitig klagen, keine Freunde zu haben, zu spannend waren. (Wenn Ihnen das jetzt auch zu spannend ist: das Pferd und das Auto sind dann sofort ganz dicke Freunde geworden und hatten sich furchtbar doll lieb.)

Dann brüllte Pippi noch eine Weile rum. Warum auch immer. Fieber hat sie keines mehr. Stillen wollte sie nicht. War müde, wollte aber auf keine der althergebrachten Arten einschlafen. Am Ende schlief sie im Bett liegend meine Hand festhaltend beim Weinen ein. Komische Sache. Mal sehen, was das so gibt.

Ach ja: sie hat heute an zwei Händen festgehalten eineinhalb Schritte gemacht. Vielleicht ist es das. Neuer Entwicklungsschub. Meh. Ich dachte, ich könnte vorher vielleicht wenigstens eine Nacht einigermaßen schlafen.

Tag 241 – Achillion. Korfu Tag 11

Wir waren im Achillion heute. Das war sehr sehr schön, trotz doofen Wetters mit Regen und so. Habe auch gelernt, dass Kaiserin Sissi erstochen wurde, das wusste ich wirklich nicht, also Bildungslücke geschlossen. Kaiser Wilhelm der II. wird mir hingegen mit jedem Fitzel Information den ich über ihn erhalte, unsympathischer. 

Sonst: Pippi hat tatsächlich etwas Fieber und piepst den ganzen Tag, also sie brabbelt mit ganz ganz hoher Stimme, das ist irgendwie niedlich und irgendwie auch nervig. Michel ist auf der Rückfahrt eingepennt und turnt dementsprechend hier immer noch rum (hier ist es nach halb zehn). Der Erwerb von Still-BHs gestaltet sich extrem zäh. Hautfarben, ohne Bügel oder Polster, wegen der Körbchengröße mit extra breiten Trägern. Ich bin doch nicht hundert, verdammt! Und dann nen Zweierpack für 40€. Nee, danke. 

Herr Rabe und ich haben beide so dolle Augenringe und nen Limoncello intus, wir werden heute nicht alt. Deshalb jetzt schon mal missmutiger Grummelblogpost. 

Morgen wieder mit besserer Laune. Hoffentlich. 

Tag 240 – Kuckuck! Korfu Tag 10

Pippi und Michel sehen sich so unheimlich ähnlich, dass ich es spooky finde, wenn Pippi Sachen anhat, die Michel schon als Baby hatte. Es ist dann nämlich, als würde Michel neben Baby-Michel sitzen. 

Dafür sind sie vom Charakter her (soweit man das bei einem Baby von 8,5 Monaten sagen kann) sehr unterschiedlich und vor allem entwickeln sie sich in ganz unterschiedlichem Tempo. Bei Michel zum Beispiel fand ich das „Oje, ich wachse“-Buch total doof, weil er einfach immer relativ spät mit allem dran war und eher kontinuierlich Sachen lernte, statt klar erkennbare Schübe zu haben. Und dann standen da halt so Sachen wie „8 Monate: versucht zu krabbeln“ und Michel robbte und robbte und versuchte gar nix, weil er beim Robben wunderbar voran kam. Am Ende krabbelte er vielleicht zwei Monate „so richtig“ und fing dann an zu Laufen. Aber egal, jedenfalls machte Michel nie das was im Buch stand und deshalb fand ich das Buch auch doof. 

Und bei Pippi so? „8 Monate: versucht zu krabbeln“. Hmm. Nee, krabbelt schon seit nem Monat recht erfolgreich. Zieht sich überall hoch. Sitzt sicher. Kniet. Zieht die Füße unter den Körper, um aufrechter zu stehen und die Füße unter dem Schwerpunkt zu haben. Dreht sich im Stehen vom Couchtisch zum Sofa. Versteht ein paar Wörter, zum Beispiel „Nein“*. Macht High Five (das haben Michel und Herr Rabe ihr beigebracht). Macht deutlich, was sie haben will, heute morgen zum Beispiel Banane. Schmatzte und reckte sich nach den Bananen. Alter, sie weiß, dass in der Banane das leckere Zeug drin ist! Sie weiß auch, dass in meinem Shirt meine Brüste sind, das ist weniger schön, weil sie recht hemmungslos grabbelt und versucht, ihr Gesicht in meinen Ausschnitt zu stecken. Wenn man Sachen vor ihr versteckt und sie sieht, wo man sie hingetan hat, findet sie sie wieder. (Michel konnte man noch mit einem Jahr glaubhaft versichern, die Kekse, die man gerade in den Schrank gelegt hatte, seien „weg“.)

Heute hat Pippi mich dann mit einem anderen Ding sehr überrascht, auf das ich bei Michel damals vergeblich gewartet habe**: sie spielt Kuckuck! Und das, ohne dass ich das überhaupt jemals mit ihr gespielt hätte! Aber heute am Strand, es war wirklich zu niedlich, zog sie sich dauernd das Handtuch vors Gesicht, wartete (nach den ersten Malen), bis ich „Kuckuck“ sagte und zog es dann wieder runter und grinste beim „Böööhhh!“. Und von vorn. Gefühlte hundert mal. Es war so niedlich. Jetzt kann man langsam richtig mit ihr spielen. Hachja. Das Buch ist also nur noch zu 50% blöd. Wäre schön, darüber mal ne Massenstatistik zu haben (statt der dämlichen Anekdoten „Mein Finn brachte mich in dem Alter ständig auf die Palme mit seinem Gequengel aber als der Schub vorbei war war er wieder das Engelchen von vorher!“). 

* hält sich aber nicht dran. Da sind sie dann wieder gleich, die Rübennasen.

** nicht, dass er nie Kuckuck gespielt hätte. Sogar mit großer Begeisterung. Aber es ging nicht von ihm aus, er hat sich nicht selbst versteckt. 

Tag 239 – Faul. Korfu Tag 9

Heute irgendwie fast nix gemacht, war wohl auch besser so, ich hab nämlich Kopfschmerzen und verdächtige Pippi, leichtes Fieber zu haben. Also Aufstehen, Frühstück, Gammeln mit schlafender Pippi auf dem Bauch, Strand, Strand, Strand, Abendessen, Michel vorlesen, fast in Michels Bett einschlafen, selbst ins Bett gehen. Tag aus. 

Herr Rabe guckt jetzt noch Champions League. Nichts könnte mich weniger interessieren. Ski vielleicht. Langlauf. Schnarch. 

Tag 238 – WMDEDGT Urlaubs Special April ’16. Korfu Tag 8

Frau Brüllen will wie an jedem 05. des Monats von uns wissen, was wir den ganzen Tag machen. So sei es denn. 

Um sieben klingelte mein Wecker. Ich stellte ihn auf acht. Sieben schien mir nach einer Nacht, in der ich mehrmals von Michels Gliedmaßen bzw. deren hartem Aufprall in meinem Gesicht geweckt wurde, doch etwas zu ambitioniert. 

Um acht klingelte mein Wecker. Hätte ich gar nicht gebraucht, weil um 07:56 Uhr (ca.) Pippi Hunger hatte. Ich stillte, las meinen Feedreader leer und stand dann auf. Katzenwäsche und rein in die Laufklamotten. 

Laufen. Es gibt Leute, die finden das richtig gut. Ich konzentriere mich vorerst noch aufs nicht verrecken. Heute lief ich dieselbe Runde wie beim letzten Mal und dann noch ein Stückchen weiter bis zum am weitesten entfernten Zitronenbaum. Da sprang ich frisch und dynamisch *hust* an einen Ast, zog ihn runter und pflückte die Zitrone des Tages. Dann lief ich zurück zum Ferienhaus, öffnete die Tür und erschreckte mich fast zu Tode vor Herrn Rabe, der mitten in der Wohnung stand. Offenbar war Pippi direkt als ich weg war wachgeworden und hatte erstmal gekackt. Tjanun. 

Ich atmete etwas vor mich hin und hoffte, nicht allzu Dampflockmäßig rüberzukommen. Setzte mich aufs Sofa und wartete auf Frühstück. Irgendwann stand auch Michel in der Tür und dann musste ich mit ihm erstmal die neu gekauften Trinkflaschen mit der neu gekauften Flaschenbürste spülen. Danach gab es Frühstück. Pippi wollte nichts essen, Michel auch nicht, stattdessen meckerte Pippi und Michel auch. Herr Rabe und ich versuchten zu essen. Es klappte mäßig. 

Dann Tisch abräumen, spülen, etc. Stillen und dann endlich duschen. Mit ausgiebiger Körperpflege und allem. Und Spinne über dem Spiegel. Mich gruselte es ein bisschen, ich setzte aber einfach meine Brille nicht auf und ignorierte den verschwommenen schwarzen Fleck nach Kräften. Dann wollte Herr Rabe duschen. Während er sich rasierte, kackte Pippi nochmal, strengte sich aber dabei so sehr an, dass Ihre Birne komplett rot anlief und dann weinte sie bitterlich. Offensichtlich ist Sand essen der Verdauung nicht gerade förderlich. Also massierte ich ihren dicken Bauch ein bisschen im Kreis, was sie zuerst hinnahm und dann genoss. Ich zog sie an und wartete dann mit Michel darauf, dass Herr Rabe fertig werden würde mit seiner Rasur, damit Michel mit ihm duschen könnte. 

Stattdessen kam die Vermieterin und brachte uns frische Handtücher und Bettwäsche. 

Als Herr Rabe und Michel und überhaupt alle frisch geduscht waren kackte Pippi tatsächlich noch mal – und weinte wieder. Kein Wunder, wenn man sich fünf Tage Zeit lässt, drückts irgendwann. Aber die arme Maus kennt das ja noch nicht und brüllte deshalb einfach los, als sie merkte, dass es wieder etwas schwerer gehen würde. Wir müssen diese Sandesserei unterbinden. Aber wenigstens hatte sie danach etwas Appetit und wir teilten uns einen griechischen Joghurt mit frisch gepresster Orange und Bananenscheiben drin. 

Dann zog ich die Betten ab und sammelte die gebrauchten Handtücher ein. Das wanderte nach draußen. Herr Rabe und ich machten einen Einkaufszettel. Noch schnell eine Maschine Wäsche gestartet und dann gings mit alle Mann los zum Einkaufen. 

Pippi schlief, von der Verdauung erschöpft, im Auto direkt ein, wachte aber am Supermarkt wieder auf. Zuerst kauften wir zwei Doraden, die wir später grillen wollten, dann den Rest in zwei verschiedenen Supermärkten, begleitet vom ständigen „Ich will dies, ich will das…“-Gebrüll von Michel. Pädagogisch wertvoll und auch total uneigennützig versprachen wir ihm, nach dem Einkaufen zur Eisdiele zu fahren, wenn er etwas weniger Terror schieben würde

Auf dem Weg räumte ich noch schnell die Einkäufe in den Kühlschrank, Pippi schlief schon wieder und so blieb die Familie im Auto sitzen. Dann Eisdiele. Moahhhhh, so leckeres Eis! Ich liebe ja Joghurteis, die hatten alleine vier (oder fünf?) Sorten Joghurteis. Plus drölfzig andere. Und geeisten Cappuccino. Leider vergaßen sie den für Herrn Rabe und das war seiner heute eh schlechten Laune nicht gerade zuträglich. Ich hatte die schlafende Pippi auf dem Arm, war also auch etwas eingeschränkt in der Michel-Betreuung und dann landete noch ein Glas Wasser auf Herr Rabes Schoß und die Laune war ganz hin. Als Pippi aufwachte, ging ich mit ihr zu Michel auf den kleinen Spielplatz neben der Eisdiele und sie schaukelte das erste Mal in ihren Leben. Sie war schwer begeistert. Schaukelte und schaukelte und sah Michel beim Rutschen zu und schaukelte. Und lachte eigentlich die ganze Zeit. Das war sehr schön. Ich weiß jetzt auch, dass Spiderman total cool ist, weil er seitwärts rutschen kann. Also so wie Michel. Voll cool. Herr Rabe reagierte sich an seinem Handy etwas ab. 

Wieder zu Hause begab ich mich in die Küche, um Reissalat zum Abendessen zu machen. Und dann um den ganzen Grillkram vorzubereiten. Herr Rabe und Michel machten Feuer am Grill auf der Poolterasse an. Pippi ölte zwischen meinen Füßen rum, wollte dann auf den Arm und ich brachte sie auch zu Herrn Rabe, weil ich einarmig nicht schnippeln kann. Am Pool war sie dann total zufrieden, zog sich an den Liegen hoch und haute darauf herum, krabbelte rum und versuchte Ameisen zu fangen. Ich machte derweil Reissalat für eine zwölfköpfige Familie (Hupsi) und schleppte Geschirr und Essen und Getränke und Gedöns nach oben. 

Das mit dem Grill dauerte ewig und Michel wollte unbedingt Baden. Im Pool. Um sieben. Herr Rabe ging tapfer mit ihm rein. Es war ein Bild für die Götter. Zu gerne *hust* wäre ich ja auch reingegangen, aber ich bin *hust, hust* weiblich verhindert.  Zu schade. 

Irgendwann gab es endlich essen. War ok. Aber Fisch machen wir das nächste Mal doch lieber wieder im Ofen oder der Pfanne. Und Reissalat gibt es morgen zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Eigentlich war es auch schon zu kalt zum draußen essen, als dann auch noch Mücken kamen, gingen wir mit den letzten Happen rein. Da Pippi schon wieder auf meinem Arm schlief, las ich Michel was auf dem Sofa vor, dann kam Herr Rabe und putzte ihm die Zähne und steckte ihn ins Bett. Ich schrieb währenddessen schon mal den Tag auf, döste kurz ein, wachte wieder auf, machte mich bettfertig und liege jetzt tippend im Bett. Gleich werde ich noch ein bisschen in meinem Jo Nesbø-Buch lesen („Schneemann“, ich lese die Harry Hole Bücher nicht der Reihe nach, das hat sich so ergeben, ist aber auch besser so weil ich sonst wohl die Spannung nicht ertragen könnte) und dann schlafen. Ohne Wecker. 

Tag 237 – Korfu Tag 7

Schreiben im Blindflug und ohne zu wissen, ob ich das hochladen können werde. Weil das Internet nach wie vor doof ist. Hmnaja.  

Auch noch von gestern nachgereicht. Aber so ein schönes Bild wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.


Heute waren wir in Korfu Stadt (Kerkyra). Erst in einem riesigen Laden voller Gedöns, um Babysocken zu kaufen. Wir kauften: Babysocken, Kindersocken, zwei Trinkflaschen, eine Flaschenbürste, ein Matchboxauto, eine Unterhose für Herrn Rabe (fragen Sie nicht…) und einen Sonnenhut für mich.  Und eine Rolle Mentos. Der Laden war echt krass, da gab es wirklich alles außer Still-BHs. Und billig. Wie ne Mischung aus kik, 1€-Läden, Billigspielzeug-Marktstand und taiwanesischem Babyzubehörladen (nicht dass ich je in einem war, aber so stelle ich es mir vor). 

Nachdem dieser Teil der Unternehmung erfolgreich und ohne Kauf eines Lightning McQueen-Kinderfahrrads geglückt war, fuhren wir nach Kerkyra rein. Die Griechen fahren recht rücksichtslos Auto, aber nach einigem Gewusel und Gesuhe fanden wir einen Parkplatz nahe der Altstadt. Weil wir dann alle erstmal Hunger und die Großen von uns Kaffeedurst hatten, steuerten wir das erstbeste der drölfzigtausend Cafés an. Herr Rabe bekam seinen griechischen Mokka stilecht im Kupferstieltöpfchen und auch mein geeister Cappuccino war sehr lecker und belebend. Dazu gab es Sandwich, gegrilltes Gemüse und Chipspommes. Sehr lecker alles. Wenn ich hier leben würde, ich wäre kugelrund. 

Mit Michel auf dem Designerklo war spannend, man kann die Türen der Klokabinen hier nicht abschließen, sodass ich ca. 20 mal pro Minute sagen musste „Nein, Michel, lass die Tür zu, ich bin noch nicht fertig!“ Oder „Ich muss noch meine Hose hochziehen. Warum? Ähh…“. Was man auch wissen muss: man darf hier oft kein Papier ins Klo werfen. Also wirklich gar kein Papier. Das benutzte Klopapier wird in einen Eimer geschmissen. Die Rohre sind halt alt, eng und verstopfen sehr schnell. Aber für mich ist es irgendwie komisch und meine Hand zuckt jedes Mal zum Klo. Michels Hand auch, wie ich jetzt weiß. 

Nachdem wir alle gestärkt und frisch waren, gingen wir uns die (Alt-)Stadt ansehen. Die ist wirklich schön. Und so wie man sich das vorstellt: alte, venezianisch-griechisch anmutende Häuser mit Holzfensterläden, enge Gassen mit kleinen Lädchen, zwischen den Häusern hängt Wäsche, zu kleinen Innenhöfen haben manche Häuser winzige Balkone und ab und an stehen ein paar Palmen und Olivenbäume auf kleinen Plätzchen. Echt richtig schön. 

Wir liefen uns etwa zweieinhalb Stunden die Füße platt, kauften ein paar Leckereien und Ohrringe und vorerst keine Sandalen, obwohl die echt bequem waren. Dann wollte Michel auf den Spielplatz. An der Esplanade in der Nähe des Parkplatzes hatten wir einen gesehen und steuerten ihn an. Michel rannte glücklich durch die Gegend und machte viel Quatsch, Pippi bekam eine frische Windel und stillte und schlief ein und wachte sofort wieder auf und machte Mordsterror als wir sie in den Wagen legen wollten. Ich suchte mir im Reiseführer ein Restaurant aus und nach der ausgiebigen Spielplatzpause steuerten wir dieses an. Es hatte zu. Also gingen wir zu einem anderen, das ich am Nachmittag gesehen hatte. Da gab es auch gutes Essen (etwas teurer als hier auf dem Dorf) und ein lauschiges Palmenhinterhofplätzchen obendrauf. Und WLAN! Hurra. Ich lud direkt erstmal Fotos von gestern bei Instagram hoch. Heute hat wieder nur Herr Rabe welche gemacht, ich hatte ziemlich oft und lange Pippi auf dem Arm.


Ruin for sale


Rückfahrt war dann wieder mit konstantem Babygebrüll. Auf dem Hinweg hatte Pippi so schön geschlafen. Man kann halt nicht alles haben, nech?

Was schön war: der Ausdruck „platte Pommes“ von Michel für die in Chipsform geschnittenen Pommes. Und der Satz „Pippi eineschlafet!“ von Michel auf der Hinfahrt. 

Tag 236 – Hübsche Bilder und schreiendes Baby. Korfu Tag 6

Das blöde Internet ist blöd. Deshalb gibt’s jetzt bloß die drei Bilder, die ich erfolgreich in Instagram hochgeladen habe. Wir waren nämlich heute in Paleoperitheia (Alt Perithia) und da war es zum Ausrasten schön. Man muss sich das so vorstellen: damals, als es noch Piraten gab, die Küstendörfer überfielen, wohnten die Leute lieber in den Bergen. Irgendwann gab es keine Piraten mehr und die Bergdörfer wurden verlassen und verfielen. Und wieder später wurden diese hübschen Ruinen wiederentdeckt, teilweise gekauft und restauriert und jetzt ist da ein Dorf, das zu 90% aus hübschen Ruinen besteht und die restlichen Häuser sind sehr schön restauriert und beinhalten Tavernen und ein Minihotel. Und das ganze im Frühling: alles blüht, ist grün, summt und LEBT! Es. Ist. So. Schön. 


So, und damit jetzt zu dem unschönen Teil des Tages (bevor mich hier noch alle hassen wegen dieses Urlaubs und meines dauernden Generves damit). Pippi hasst Auto fahren. Da oben auf den Berg hoch ist von uns aus nicht weit. Vielleicht 20 Minuten. Aber mit hysterisch brüllendem Baby auf der Rückbank kommt einem das vor wie ne Weltreise. Und oben angekommen graut einem schon vor der Rückfahrt. Die tatsächlich auch genauso schlimm wurde. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es hier so extrem ist. Aber jede einzelne Autofahrt hier ist furchtbar. Zu Hause gehen immerhin so 30-50% der Autofahrten. Es ist auch egal, ob ich hinten sitze, ob wir mit ihr reden, sie was zum Spielen hat, satt ist, müde ist, wach und fröhlich ist, alles Wurscht. Michel bemüht sich redlich, Quatsch für sie zu machen, dann geht es ein Minibisschen besser. Aber irgendwann meinte er heute auch (sich die Ohren zuhaltend): „Warum Pippi so brüllt? Pippi soll nich so laut weinen!“. Tja. Finde ich auch. Kann ich aber nicht ändern und bricht mir auch das Herz. 

Was mir auch das Herz bricht: im Moment (bittebittebitte lass es nur im Moment sein!!!) brüllt Pippi untröstlich los, sobald ich kurz weg bin. Also zum Beispiel, wenn ich laufen gehe. Oder Michel ins Bett bringe. Oder aufs Klo gehe und die Tür hinter mir schließe. Und mit untröstlich meine ich untröstlich. Herr Rabe hat alles probiert, es hilft eigentlich nur mit ihr Duschen zu gehen. Aber das kann der ja nicht stundenlang oder dreimal am Tag machen. Und in vier Wochen muss ich wieder arbeiten. Das wird ja sicher ganz toll für uns alle. Nicht. Und das wo ich eh schon so keinen Bock auf Arbeiten habe. Hrmpf. 

Was gut war (Herr Paul hat recht: man sollte nicht so negativ abschließen mit dem Tag): Michels Erzählungen aus seinem früheren Leben als Ameise und wie er den Ameisen aus Kieselsteinchen ein Haus gebaut hat. Und dass ich meine Steuererklärung innerhalb von fünf Minuten inklusive Einloggen heute am Handy erledigt hab. 

 
    

Tag 235 – Mein erstes Mal: Taverne. Korfu Tag 5

Beginnen wir chronologisch: mein Wecker klingelte heute früh um 07:00 Uhr. Um 07:18 stand ich endlich auf. Um 07:35 war ich fertig zum Laufen. Und ich lief und ich starb nicht, deshalb werte ich das mal als Erfolg. Auch wenn ich nur 20 Minuten unterwegs war. 

Herr Rabe hat am Vormittag eingekauft und dann ein Auto gemietet, sodass wir jetzt mobil sind. Hurra! Und wir können im Auto Musik hören, was Michel sehr freut. 

Mit dem Auto waren wir dann in Sidari und am Canal de Amour. Sidari ist eine Geisterstadt außerhalb der Saison. Richtig krass, mit Holzwegen, bei denen ein Drittel der Planken fehlt und so. Aber Canal de Amour ist schön, doch. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, aber Herr Rabe hat ca. drölfzig. Zum Abschluss und weil Michel aufgedreht war ohne Ende waren wir noch auf einem völlig verlassenen Spielplatz. Das hatte schon fast Endzeitstimmung, wie da das Unkraut zwischen den Gummimatten hervorquoll. 

Weil wir dann ja eh in der Ecke waren, waren wir noch kurz beim Kap Drastis. Da fahren wir nochmal mit weniger nöligen Kindern hin, das sah nämlich von oben so aus:

 

Als Tagesabschluss ging es dann zum Essen in eine Taverne. Hier um die Ecke ist eine, die macht aber erst am 15. regulär auf, deshalb wanderten wir in den Ort, zur nächsten geöffneten. Atmosphäre war so mäßig, sehr britisch-touristisch, aber die Leute waren  unfassbar nett. Und Kinderfreundlich ohne Ende sind die Griechen. Oder vielleicht nur ohne Berührunsängste, ich weiß es nicht, jedenfalls wird mit Michel und Pippi geschäkert und gealbert woimmer wir hinkommen. So auch da. Und das Essen war einfach mjammijammischmackofatz! Herr Rabe und ich hatten beide was von der Korfiotische-Spezialitäten-Karte, er geschmortes Lamm, ich Pasta mit so einer Art Rinderschmorsauße. Köstlich. Mit Zimt und möglicherweise Nelken, das klingt jetzt vielleicht komisch, war aber wirklich richtig lecker. Michel hatte Pommes, wir hatten noch Tomaten-Gurken-Salat als Vorspeise, kostenlos gab es Fladenbrot mit Knobidipp und als Nachtisch Obst mit Zimt. Pippi aß begeistert ein paar Pommes und ziemlich viel Fladenbrot, überhaupt steht sie ja voll auf Brot, da passte das. Am Ende waren wir alle vier fast am Platzen. Und glücklich. Dazu ein Wein, ein Bier, ein Apfelsaft: 34€. Echt. 10% Trinkgeld kamen uns da etwas dürftig vor, zumal eben der Service auch sehr nett gewesen war, Michel total begeistert davon war, dass direkt vor der Taverne ein paar Wippen standen, ich wirklich das Gefühl hatte, als Familie mit Kindern willkommen zu sein, und so weiter. Wir ließen dann 5 € da (man will ja auch nicht gönnerhaft erscheinen, ich tue mich da immer schwer…). Und apropos Wippen: Michel wippte und wippte und wippte mit einem etwas älteren Jungen, vielleicht 6,7 Jahre alt, Brite. Michel sprach mit dem Jungen konsequent norwegisch. (Ich glaube, er denkt, alle die nicht deutsch sprechen, sprechen norwegisch.) Der Junge sprach Englisch. Es war recht amüsant anzusehen. Am Ende sagten wir Michel, er könne sich mit „Good bye!“ verabschieden. Das tat er dann auch. „Guubei! … Warum ich guubei esacht, Mama?“

Ach ja, das war ein schöner Abend. 

Tag 234 – Zitronenliebe. Korfu Tag 4

Gibt es eine Religion, bei der man Zitronen anbetet? Oder täglich Zitronen essen muss, um der gelbglänzenden Gottheit zu huldigen? Da wäre ich dann gerne religiös. Hier wachsen ja überall Zitronenbäume, es ist das Paradies meiner Zitronenreligion! Gelegentlich sind auch mal Orangenbäume dabei, wir haben heute eine gepflückt. Die war auch lecker, aber der Baum summte so dermaßen (bei Orangen sind Blüten und Früchte in allen Reifestadien gleichzeitig am Baum) dass wir es dabei belassen haben. Dafür kam unser Vermieter in der Abenddämmerung mit einer ganzen Tüte frisch gepflückter Orangen für uns. Es kommt also noch Vermieterliebe dazu. Und Strandliebe: wir haben heute einen menschenleeren* Strand gefunden. Einen richtigen Sandstrand. Ich will hier nie mehr weg. 

*naja, als wir kamen war da noch ein händchenhaltendes Pärchen. Aber irgendwie fühlten die sich wohl durch uns beim Händchenhalten gestört und gingen dann recht schnell. 

Mahlzeit! KW 12

Mo. 21.3. Möhrenlasagne

Di. 22.3. Falafel mit Ofenkartoffeln

Mi. 23.3. Nudeln mit Tomatensoße

Gründonnerstag 24.3. Ofengemüse (Kartoffeln, Fenchel, Möhre, Süßkartoffel, Paprika) mit Frischkäse-Rømme-Creme

Karfreitag, 25.3. Oster-Grillen auswärts + Reste vom Vortag (Nudeln für Michel)

Sa. 26.3. Apfelpfannkuchen

Ostersonntag 26.3. Lachs mit Nudeln