Tag 252 – Oh, toll, Hochzeit! Ein Vorab-Rant. Korfu Tag 22

Meine Cousine lebt in Kanada. Mit ihrem Verlobten. Einem Portugieser. Ich habe ihn noch nie gesehen, es war immer irgendwas, zum Beispiel sind wir meistens auf verschiedenen Kontinenten. Auf Facebook bin ich mit ihm befreundet und hatte tatsächlich schon das ein oder andere Kommentar-Scharmützelchen mit ihm. Er steht nämlich voll auf Waffen und ist quasi US-Amerikanischer Meinung (Unterart Texaner) zu „alle sollten Waffen haben“ und sagt tatsächlich so Sachen wie „not guns kill People. People kill people.“ Das ist für mich an Dummheit kaum zu überbieten und da kann ich auch nicht an mich halten. Und der Typ ist RECHTSANWALT. Der ist kein Vollidiot, der ist gebildet und so, der braucht auch keine Waffe, weil dauernd die Grizzlys seine Schafe reißen. Der will nur das „Recht auf Selbstverteidigung“. Also, kurz gesagt, der ist bestimmt total nett und so und ich kenn den ja quasi gar nicht und bin totaaaaaaal vorurteilsfrei ihm gegenüber. 

Und die heiraten jetzt. Also, im Oktober. Schön, ne? Es ist nicht so, als wüsste ich das durch eine Einladung* oder so. Nein. Zu meinem Geburtstag rief mein Onkel an und übermittelte ein Safe-the-Date. Mehr. Nicht. Ja, doch: dass die Hochzeit nicht in Kanana sein würde (puh) sondern in Portugal. Wheeee, immerhin der gleiche Kontinent!

Heute kam dann eine Mail von meiner Mutter wegen was ganz anderem und btw: meine Tante hätte Flüge für sie gebucht, sie sei vom 1. bis 9. (!!!) da, wir könnten uns doch ne Ferienwohnung teilen. 

Puh. Durchatmen. Also, wir in Norwegen haben nicht noch einen extra-Feiertag in dem Zeitraum. Also wenn die Hochzeit am 7. ist, können wir am 6. oder ALLERHÖCHSTENS am 5. anreisen. Und müssen am 8. oder 9. zurück. Am 11. ist Michels Geburtstag, da will ich nicht irgendwo in der Welt rumgondeln. Dann sind schon wieder Herbstferien in Norwegen und der Kindergarten macht die Woche drauf (also in der Woche mit Michels Geburtstag) eh zwei Tage zu und wir „dürfen“ Urlaub nehmen. Wir** haben ja auch nicht unendlich viele Urlaubstage. Und im August sind wir vermutlich auch schon ein paar Tage zu einem Geburtstag in Wien. 

Egal. Durchschnaufen. Ich hab dann trotzdem mal nach Flügen geguckt. Am 6. hin, am 9. zurück. Und es IST DER VERDAMMTE HELLE WAHNSINN!!! Der beste Flug geht um 06:45 hin, dann ist man um 15:45 da. Und am Sonntag um 06:00 zurück, um 22:00 da. MIT ZWEI KLEINEN KINDERN! Am nächsten Tag direkt wieder Arbeit und Kindergarten. UND DAS GANZE ZUM SPEKTAKULÄREN PREIS VON NUR (trommelwirbel) 567€ PRO F***ING PERSON!!!***

Äh, nee. 

(Da käme dann ja noch Hotelzimmer, Verpflegung und weiß nich was noch drauf. 2000 € oder so für ein langes Wochenende mit durchen Kindern.)

*kann natürlich sein, dass die inzwischen da ist und in Norwegen im Briefkasten liegt.

**Herr Rabe. Ich habe tatsächlich sehr viele Urlaubstage dieses Jahr weil ich letztes Jahr wegen schwanger und so kaum Urlaub genommen hab und das Maximum  an Urlaubstagen in dieses Jahr übertragen habe. Tja, wer wird da wohl die Herbstferientage nehmen****?

***Pro Erwachsenem. Pippi zahlt 10% davon, Michel 80%. Rechnen Sie selbst, ich reg mich da nur wieder auf. 

****Mütter ey. Die Arbeiten NIE. Immer ist was mit den Kindern. SCHRASTEAUUUUS!!!

Tag 251 – Schnüff. Korfu Tag 21

Heute hatte ich zwei Herzbrech-Momente. 

Erstmal: mein eigenes Kind, der „große“ Michel, saß im Babybett (in dem das Baby nicht schläft, wieso denn auch…) und spielte mit seinem potthässlichen aber heiß geliebten Werbegeschenk-Pinguin. Er dachte wohl, ich höre nicht zu weil ich handydaddelnd Pippi stillte. 

„Sooo, Pinguin, hier Kinnergarten is.“ 

*piepsig* „Nein, will nich Kinnergarten sein, will Hause bleiben!“

„Ok. Wir Hause bleiben.“

Schnüff. Heißt das, er mag wirklich nicht in den Kindergarten gehen? Neulich hat er uns noch erzählt, wer alles seine Freunde im Kindergarten sind. Und ich dachte auch, dieser lange Urlaub würde da gut tun, vor dem Urlaub war es ja mitunter schon etwas schwierig mit ihm und dem Kindergarten, weil er da immer „traurig“ wurde. Aber so klingt es jetzt irgendwie als würde er sich wünschen, zu Hause bleiben zu können. Was wohl eher nicht gehen wird. Schnüff. 

Die andere Geschichte: hier schleicht eine Katze herum. Das ist nichts außergewöhnliches, hier gibt es sehr viele streunende Katzen, aber diese ist ein anderer Fall. Als erstes ist uns aufgefallen, dass sie völlig angstfrei uns gegenüber ist. Also, wir grillten, die Katze kam an und maunzte uns die Ohren voll. Da sah ich dann auch, dass sie trächtig ist. Man sieht, wie sich die Babys im Bauch bewegen. Aber irgendwie war das Maul komisch. Ihr fehlt unten ein Eckzahn, das scheint sie aber nicht weiter zu stören, wahrscheinlich ist das schon älter. Nach näherem Betrachten kam ich zu dem Schluss, dass sie versucht haben muss, eine Hummel oder Biene zu fressen un fies in die Schnauze gestochen wurde. Die „Backen“ waren beide geschwollen, eine Seite mehr als die andere. Dadurch stand ihr die ganze Zeit das Maul offen. Also: eine trächtige, verletzte Katze, die so hungrig ist, dass sie freiwillig auf Menschen zugeht und quasi bettelt. Leider konnte man auch auf Anhieb sehen, dass sie Würmer und Flöhe hatte. Also nix mit Helfen, Anfassen oder sonstwas. Armes Tier. Und Füttern bringt ja auch nix, zumal der Vermieter gleich sagte, dass er nicht will, dass sie hier ihre Jungen bekommt (bei einem Haufen piepsender Babykätzchen könnte er nämlich auch nicht hart bleiben, vermute ich). Schnüffschnüff. 

Darauf Schokolade. 

Tag 249 – Roadtrip. Korfu Tag 19

Wir sind heute die nördliche Ostküste abgefahren. Das war, tja Hmm, also nicht soooo spannend. Die Strände sind nicht so der Hammer, meist Kies und kein Schatten. Die Orte sind klein und bergig und ganz im Nordosten recht bonzig. Ferienvilla an Ferienvilla, alles eingezäunt und eingemauert. In den Ortschaften selbst nur so Beachwear-Läden und Minimarkets und Tavernen „Greek Family Style“. Naja. Was dann aber sehr schön war, war nach einem kleinen Kiesstrandaufenthalt ein Trip in die Berge. Über eine Panoramastraße (eng, steil, Serpentinen. Ich wünschte mir meine Reiseübelkeitsscheißegaltabletten sehnlichst herbei) fuhren wir nach Sokraki. Das ist ein sehr (sehrsehrsehr) verschlafenes und malerisches Dörfchen am Pantokrator. 
Total schön da, wirklich. Und ganz nebenbei das Epizentrum des Tzitzimbirra, der Korfiotischen Ingwer-Zitronen-Limo. Die wird nur da in einer einzigen Brauerei gemacht und schmeckt sehr lecker. (Für eventuell mitlesende Chemiker oder Biologen: ich tippe auf ne Milchsäuregärung. Zutaten laut Liste: Ingwer, Zitronen, Zucker, Wasser. Schäumt wie Hulle, ist säuerlich, trüb und unten setzt sich was ab. Angeblich enthält es gar keinen Alkohol.)
Im einzigen geöffneten Café tranken Herr Rabe und ich Tzitzimbirra und Michel „Ich-hab-keinen-Hunger-doch-wohl-hab-ich-Hunger-jetzt-doch-nicht-mehr-ich-will-Kekse!!!“ verschlang ein Omelette, für dessen Zubereitung der Wirt seine Mama anrief, die dann auch brav durch das halbe Dorf angeschlurft kam. Gegenüber betreibt der Wirt einen Olivenholzgedönssouvenirshop. Hinter dem Laden ist die Werkstatt, in der er selbst alles mögliche drechselt und feilt und sägt. Aber (im Gegensatz zu dem Laden mit dem Papagei hier in Acharavi) die Sachen waren wirklich sehr schön und so bin ich jetzt stolze Besitzerin einer Vase aus Olivenholz („Germans like it when it’s rough, the wood, when it has the black parts. I try to get rid of them as good as I can, and the Germans like it. The English, too.). Und eines Pfannenwenders, naja, brauch man halt ab und an mal und hält hoffentlich etwas länger als die dünnen Dinger von IKEA. Wenn ich totaaaaaal viel Geld hätte, hätte ich noch ein Schneide/Servierbrett aus Olivenholzwurzel mit wunderschöner Maserung gekauft. Aber ich habe nicht totaaaaal viel Geld. Leider. Ich hatte auch nicht genug Geld dabei, sonst hätte ich jetzt vielleicht ein Geburtstagsgeschenk für Herrn Rabe. Tja. Hätte ich eh nicht unauffällig wegtransportieren können. 

Danach Draußendusche mit Michel, Pippi ist so geil aufs Duschen, dass Herr Rabe sie irgendwann einfach auszog und mitduschen ließ, ich kochte derweil die frischen Ravioli und ne Soße dazu, Essen, zwei Kinder nacheinander Einschlafbegleiten (Jucheh!), zum Nachtisch griechischen Joghurt mit griechischen Erdbeeren, dann das kleinere Kind nochmal Einschlafbegleiten (Jucheh!) und dabei bloggen. 

Ist schon auch immer noch ganz ok hier. 

Tag 248 – Mäuse(-Insel). Korfu Tag 18

Heute sind wir auf den Wetterbericht hereingefallen. Weil, wer will schon bei 21 Grad am Strand sein? Da wird man offensichtlich innerhalb von zweieinhalb Wochen zum Wetter-Snob. Also überlegten wir uns, was wir noch nicht gesehen haben. Und fuhren kurzentschlossen nach Kerkyra zum Britischen Friedhof, wo zu dieser Jahreszeit die Lilien und die wilden Orchideen und die Agaven blühen. Alles sehr hübsch. Und, Tadaaa, super warm. In der Stadt weht halt kein Lüftchen und es waren 25 Grad. Familie Schwitzebär on Tour. 

 

Wilde Orchideen. Deswegen waren wir eigentlich hergekommen. Ich fand sie dann etwas unspektakulär.

 
 

Die hier waren da schon hübscher, schon allein wegen der Farben.


 

Das sind gar keine Lilien, sondern Zantedeschien, auch Calla-Lilien genannt. Wusste ich nicht, musste ich mir gerade ergoogeln. Man lernt ja nie aus.

 

Und dann gan es noch diese überraschend flinke Schildkröte (die sich grade Michels Lieblingsthema widmet: dem Ausscheiden von Stoffwechselendprodukten.)

Danach gab es Kaffee/Trinkpäckchen und wir überlegten weiter: Shopping oder Sightseeing? Die Wahl fiel angesichts der vermutlich am Freitag Nachmittag ziemlich vollen Innenstadt auf Sightseeing. Also fuhren wir weiter zur Mäuseinsel. 
Die Mäuseinsel ist eine minikleine vorgelagerte Insel vor Kerkyra, mit einem Boot kommt man da hin und zurück. Auf der Insel ist ein winziges Kloster. Und ein verrückter kleiner Souvenirladen mit selbst gebasteltem Kram aller Art und drei Hunden und einem Pfau. 

 

Die Kapelle des Klosters.

 
 

Was ist es? Golden Retriever-Dackel-Mischling???

 
 

Der Pfau verhielt sich nicht besonders Foto-Kooperativ, ist aber erkennbar, denke ich.

 
 

Michel rannte die ganze Zeit hin und her um Steine zu sammeln und dann ins Wasser zu schmeißen.

 
Im Souvenirladen kaufte ich mir ein paar Ohrringe (ich hab da so ne Art Fetisch, glaube ich. Ich besitze sicher 30 Paar Ohrringe. Oder mehr.), die gab es nur im Set mit einem echt hässlichen Ring. Bzw. ist hässlich das falsche Wort, aber eben gar nicht mein Geschmack. Der Souvenirheini war aber als Geschäftsmann nicht ganz so versiert, mein Angebot, das ganze Set zu bezahlen aber den Ring einfach dazulassen (den er dann „nochmal“ hätte verkaufen können, so ähnliche Ringe gabs auch einzeln), schlug er aus. Nun ja. Wenn (also, falls) Michel den Ring wieder rausrückt, kann ich ja hier mal fragen, ob ihn jemand haben mag. 

Dann ging es entspannt nach Hause, Pippi schlief mit einer Sesamstange in der Hand ein, Michel spielte mit seinem Ring und seinem Bären und ich durfte nie zuhören oder hingucken, er wollte alleine spielen. Dabei hätte ich so gerne Mäuschen gespielt…

Zum Abendessen gab es eine schnelle Runde Crêpes auf Wunsch von Michel. Pippi aß einen Haufen Erdbeeren, da steht sie total drauf und im Gegensatz zu Tomaten und Gurken kriegt sie die auch gut klein. Blöd nur, dass sie mich beim Essen dauernd begrabbeln möchte und in meinen Arm kneift. So habe ich ca. 20 cm zum selber sitzen und essen, während Pippi sich strahlend zu mir herüberwirft und mit Erdbeerfingern nach meinem Arm grabscht. Komisches Kind. Aber so niedlich dabei. Vielleicht tauschen Herr Rabe und ich mal die Sitzplätze. Ich mag auch mal wieder Platz beim Essen haben. 

Tag 247 – Die Piraten! Korfu Tag 17

Heute, auf dem Weg durch ein ziemlich runtergerocktes weil halb verlassenes Dorf.

Ich: „Boah, hier is aber auch ganz schön viel kaputt…“

Michel: „Kuful [Warum, Anm.d.Red.] Häuser schön kaputt is?“

Ich: „Naja, weil eben keiner drin wohnt und das dann keiner repariert, wenn was kaputt ist.“

Michel: „Kuful keiner drin wohnt?“

Ich: „Die Leute sind bestimmt weggezogen, vielleicht in die Stadt, wo es mehr Jobs gibt…“

Michel: „Ja, oder velleicht in Urlaub efahrn!“

Ich: „Ja, vielleicht sind die Leute auch im Urlaub.“

Michel: „Ja, in Urlaub nach Trondheim efahrn.“

Herr Rabe und Ich: *verkneifen uns das Lachen*

Michel: „Oder Kaptain Sabeltann* komme ist, alles kaputteschossen hat. Das war egentlich so.“

Herr Rabe und Ich: *Lachen verkneifen klappt nicht mehr*

Etwas später. Ich versuche, auf der Karte die Orte zu finden, die in Griechischer Schrift auf den Schildern stehen. 

Michel: „Mama, du mir Reiseführer gibst, ich gucke.“

Ich: „Hier, du kannst das Reiseführerbuch haben, das brauche ich grade nicht.“

Michel: „Nein, kleine Reiseführer!“

Ich: „???“

Michel: „Da, so kleine Reiseführer, du da hast! *Ton wird schon weinerlich*“

Ich: „Meinst du die Karte?“

Michel: „Ja! Ich will auch Karte gucken!“

Ich: „Aber die brauche ich doch…“

Michel: *fängt an zu nölweinen*

Ich: „Ok, aber gleich brauche ich die wieder!“

Michel: *nimmt Karte* „Da muss ich erstmal so groß basteln…“ *faltet umständlich Karte auseinander* „Da hier so rekks, links fahren, hier so links schwiu, schwiu, hier! Da sind wir, Mama! *zeigt auf Punkt ganz im Süden von Korfu*

Ich, zu Herrn Rabe: „Oh, wir sind aus Versehen ganz in den Süden gefahren.“

Michel, zu sich selbst: „Musse hier wieder so klein basteln… So basteln und so und so… Klarte det! [Geschafft!, Anm.d.Red.]“ *“liest“ singend von der zusammengefalteten Karte ab* Eeeeeeesseeeeeellll, Mama Bustabe, Papa Bustabeeeee, Pipi Bustageeeeeee, Michel Bustage!!! Lalalalaaaaaninaaaaaniiiinaaa, Kindergartenkumpelbustageeeeeeneeeeeneeeeneeee…“

Es. Ist. So. Niedlich! Dieses Kind. HACHZ. 

*Käptn Säbelzahn. Norwegische Kinderserie über den Piratenkapitän Säbelzahn, Schrecken der Meere und so. Hat Michel nie gesehen, aber er weiß trotzdem alles darüber. Und singt die Titelmelodie, tagaus, tagein. Also, wenn er nicht Geburtstagslieder singt. 

Tag 246 – Berg. Korfu Tag 16

Falls Sie mal nach Korfu fahren: der Pantokrator lohnt sich nicht. Ne halbe Stunde nervenzerfetzendes Gegurke mit schreiender Pippi und nöligem Michel und Serpentinen und ANGST über schmalste Bergstraßenserpentinen und dann biste oben und: toll. Ganz viele Strommasten, Sendemasten, ein geschlossener Kiosk (da wohnt wohl eigentlich ein Mönch) und ein bisschen Aussicht.  

(Hier sollte ein Beweisfoto von mir auf dem Gipfel sein. Aber das Internet ist mal wieder zu schlecht.)
 Der Rest des Tages war gemütlich und eigentlich nicht besonders spannend. Vielleicht noch, dass ich Gehalt bekommen habe, das hat also scheinbar geklappt mit dem Übergang Elternzeit–>Urlaub. (Meine Elternzeit ist vorbei. Ach du Schreck!!!) Und Pippi hat das erste Mal Kuchen gegessen. Die Kinderfreundlichen Griechen halt… Orange fand sie aber besser. Erdbeeren auch. 

(Update: jetzt ist da doch ein Bild??? Spinne ich jetzt komplett? Sehen Sie auch ein Bild?)

Tag 245 – #12von12 April ’16 Urlaubs Spezial. Korfu Tag 15

Bergfest! Bergfest war immer das Beste früher auf den Ferienfreizeiten. (Schade, Zitrone da, aber kein Mützenmann. Wir sind echt voll die Eltern geworden…)

Egal, heute ist auch der 12., das heißt ich bekomme Gehalt. Und es ist 12von12, also alle die Bock haben machen 12 Fotos von ihrem Tag und verlinken den Spaß dann beim Kännchen-Blog. Hier also unsere 12 Fotos.

Der Tag startete mit aus diversen Gründen schlechter Laune meinerseits.

Komm, Kaffee, mach gute Laune. Bitte.

Frühstück. Die Familie lässt auf sich warten.

Es wurde minimal besser, nachdem ich Pippi hübsch angezogen hatte. Und sie eben einfach so niedlich aussieht in der Buchse.

Käferhosenliebe.

Hier einer der Gründe für meine unterirdische Laune:

Allesanzündinternethasssymbolbild.

Dann hab ich durch duschen und mich schminken und Ohrringe reinmachen Fröhlichkeit gefaked, bis sie echt war.

Auf gehts, Esel angucken!

Und bei Eseln kann wohl keiner schlechte Laune haben.


Bei den Eseln war es wirklich ganz toll. Das ist ein gemeinnütziger Verein, die alte, kranke und sonstwie „nutzlose“ Esel aufnehmen und Ihnen einen schönen Lebensabend bieten. Manche von den Eseln sahen echt sehr schlimm aus. Die meisten aber eigentlich nicht. Außerdem gab es Hunde und Katzen. Jede Menge. Ich kam aus dem Streicheln kaum wieder raus. Hachz.

Dann ging es weiter nach Paleokastritsa. Da gab es pornöse Strände und Buchten, da müssen wir noch mal mit Badezeug hinfahren. Ansonsten gab es da nicht so wirklich viel. Ja doch, ein Kloster.

Das Kloster roch übrigens stellenweise ziemlich stark nach Katzenpipi. Könnte an den Topfkatzen liegen.


Nach dem Klosterbesuch hatten wir alle Hunger. Herr Rabe hatte da einen Tipp im Reiseführer gelesen, also fuhren wir ins nächste Dorf zum Speisen (in Paleokastritsa hatte eh nix auf).


Das Essen war unheimlich gut und die Leute super toll. Echt. Pippi und Michel wurden direkt mit Spielzeug versorgt, uns wurde ganz lieb geraten, Michel nix extra zu bestellen, weil „sein“ Essen eh Bestandteil unserer Vorspeise sei, Pippi wurde bespaßt und Michel durfte am Ende sogar Kinderfernsehen gucken. Auf Griechisch, aber das juckte ihn nicht im mindesten. (Dafür hat die Inhaberin ihre Telenovela ausgemacht! Michel weiß gar nicht, was das für ne Ehre ist!)


Und jetzt so? Jeder wird hier von einem Kind angeschnauft, hachz.


So schön. Und jetzt ab ins Bett.

Tag 244 – Wirren. Korfu Tag 14

  
Eigentlich wollten wir heute auf den höchsten Berg Korfus, den Pantokrator.  Der ist neunhundertnochwas Meter hoch. Die Wolken hingen allerdings an den Bergen fest auf ca. 900 m Höhe. Also entschieden wir uns um. Und fuhren zum Kap Drastis (da, wo wir schonmal gewesen waren, aber dann nicht runtergingen, wegen müder Kinder, Sie erinnern sich?).

  
Babääääm. Schick, ne? Dann gingen wir weiter. 

  
Tja. Was man jetzt nicht sieht, ist das komische Tipizelt aus Schilf und Palmenblättern hinter dem Tor, in dem scheinbar eine hutzelige und möglicherweise geistig nicht ganz fitte ältere Dame haust. Die uns auch freundlich auf Griechisch vollaberte, aber mitnichten das Tor öffnete. 

 
Dafür fanden Michel und ich zwei Schnecken. Die eine kam auch nochmal aus ihrem Haus, fiel dann aber um und nachdem ich sie zurückgedreht hatte, mochte sie nicht mehr rauskommen. Schade. Ich finde Schnecken ganz toll und habe fast Herrn Rabe soweit, dass ich Riesenschnecken haben darf, wenn wir wieder in Norwegen sind. Die Schnecken haben wir dann vorsichtig ins Gras gesetzt, wo Schatten und Feuchtigkeit ist. Und dann sind wir zum Auto zurückgegangen. Michel quetschte mich derweil aus, wieso manche Schnecken „tot geworden“ sind und „die Augen zu gemacht“ haben. Ich erklärte ihm den Kreislauf des Lebens und dass alles und alle mal geboren werden und mal sterben. Ich hoffe, er hat es verstanden. Schwieriges Thema. Aber besser anhand eines leeren Schneckenhauses zuerst damit konfrontiert werden, als weil Oma nicht mehr da ist. Oder so. 
Auf dem Rückweg waren wir in Acharavi in einem Olivenholzschnitzwerkstattshopdings. Der hatte eigentlich noch gar nicht auf, aber wir durften uns trotzdem umsehen. Da gab es alles und nichts aus Olivenholz. Leider keine schönen Ohrringe für mich. Dafür einen großen blauen Ara, der hoffentlich einfach nur sehr sehr alt war und sich nicht aus Frust komplett selbst zerfleddert und fast nackt gerupft hat. Der Ara sah aus wie ein kümmerliches, zitterndes Brathühnchen. Konnte aber sehr unvermittelt sehr laut schreien, was Michel etwas verstörte. Ohne was zu kaufen verließen wir den Laden, mir war zu warm da drin und der Vogel stresste mich total. 

Dann waren wir in Acharavi noch Essen für die nächsten Tage einkaufen, mit Horror-Meltdown von Michel. Hysterisches Schreien und auf den Boden werfen und um sich schlagen und uns hauen. Ziemlich schnell schleifte Herr Rabe das Zeter und Mordio brüllende Kind aus dem Laden, ich kaufte alleine fertig ein. Der Grund für den Anfall ist leider völlig egal: er sucht im Moment gerne mal Reibungspunkte mit uns. Und dann wird gerieben, was das Zeug hält, bis zur totalen Eskalation. Gerne sind die „vorgeschobenen“ Auslöser Dinge der Unmöglichkeit, so wie im Laden plötzlich Sendung mit der Maus gucken wollen. Machste also nix, fällt aber auch schwer auszuhalten und wegen des Hauens waren auch sowohl Herr Rabe als auch ich noch ganz schön lange sauer. Und weil wir auch Wasser einkaufen mussten und ich ja noch Pippi auf dem Arm hatte, war ich sehr dankbar, dass mir ein älterer griechischer Herr die Wasser-Einkäufe zum Auto trug. Und peinlich wars mir auch ein bisschen. 

Auf dem Sofa dann noch ein paar Blogs gelesen, gegessen (Herr Rabe hat gekocht), Michel ins Bett gebracht. Jetzt müde und ausgelaugt vom zornigen Kind. Noch eine Handvoll Erdbeeren und ab ins Bett. 

Tag 243 – Regensonntag. Korfu Tag 13

Es hat den ganzen Tag geschüttet. Nachts noch richtig mit Gewitter und allem drum und dran, dann irgendwann ab Morgengrauen nur noch Regen. Dementsprechend haben wir ungefähr nix gemacht heute. Nach der Maus haben wir noch Märchen geguckt, dann rumgerödelt, dann hat Herr Rabe die Kinder zu einem Regenspaziergang mitgenommen, weil Michel sonst vermutlich die Bude abgerissen hätte, in der Zeit habe ich Sport gemacht mit meinem Theraband und ohne, dann habe ich Gemüsesuppe zum Abendbrot gekocht, wir aßen sie, kurzer Abstecher zur Eisdiele (Mokkaeis! Das MOKKAEIS!!!), Tag fertig.

Jetzt bringt Herr Rabe Michel ins Bett, Pippi ist auch eingeschlafen und wir werden es uns gleich mit Bier/Zitronenwasser und Tatort auf unserem winzigen Sofa gemütlich machen. 

Schöner Tag.