12von12 im Juli

Wie jeden Monat am zwölften zwölf Fotos gemacht. Diesmal am dreizehnten veröffentlicht; sortiert nach Aufnahmedatum, denn es sind zwei latergrams dabei um das Dutzend voll zu machen. Los geht’s:

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Meine Haare feiern Nachts gerne mal ne Party.

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Das Baby bekuschelt mich. Und schnauft. Und kackt.

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Mini-Godzilla baut die Bahn auseinander und schmeißt die Schienen in die Box.

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Lesepause.

Übrigens habe ich zur Zeit beide Kinder den Tag über zu bespaßen, denn erstens habe ich immer noch Elternzeit und zweitens sind Kindergarten-Ferien. Also am besten raus gehen und was unternehmen, damit bei uns drei keine Langeweile aufkommt.

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Tour-Vorbereitung.

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Dank großem Bruder gibt es auch fürs Baby einen Weg-Keks.

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Heute am See so.

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Heute im Wald auf der Brücke so.

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Pause mit Seeblick. Geschwisterlicheres Teilen des Proviants.

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Tourabschluss: Der Sohn hat sich sein „Eis“ wirklich verdient. Ich mir den Kaffee auch. 😊

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OMG, der Sohn muss seine Nudeln auch fotografieren! 😱😂

Das Ergebniss kann man übrigens als 8 von 12 bei Frau Rabe bewundern.

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Der kleine Pilz hat sich noch ein Buch ausgesucht und jetzt geht es ab ins Bett.

Noch viel, viel mehr 12von12 gibt es beim Kännchen-Blog.

Tag 335 – #12von12 im Juli ’16

Was #12von12 ist und noch sehr viel mehr davon, wie immer im Kännchen-Blog.

Der Tag fing heute ohne Weckerklingeln an. Da ja eh keiner bei der Arbeit ist und sich somit auch niemand um Kernarbeitszeiten etc. schert, nutze ich die Kindergartenferien zum „Ausschlafen“. Das klappt bisher mäßig: gestern war Pippi um halb sieben wach, heute Michel um viertel nach sieben. Natürlich fand Michel auch direkt die neuen Zugschienen, die Herr Rabe nebst anderem Krams gebraucht aufgetan hat. 

Mama, die Maus kann hier warten, ich muss aufs Klo.


Nach einer ersten kurzen Zugbau-Session machte ich mir einen Kaffee. Michel ist bei seinem eigenen „Kaffee“ inzwischen sehr selbständig. 

Mit Kaffee in der Hand machte ich dann erst mal die Pflaumenmarmelade fertig. Ich kaufte letzte Woche total günstig viel zu viele Pflaumen (keine Zwetschgen, leider), ein Teil davon wurde zu Kuchen, der Rest wurde eben etwas mehr als zwei Gläser marmeladiges Pflaumenmus. Gestern hatte ich die Pflaumen schon soweit eingekocht, dass ich heute nur noch mal aufkochen und abfüllen musste. 

Was Mutti eben so vor der (Erwerbs-)Arbeit tut.


Danach wollte ich gerne duschen, wurde aber zuvor von Michel gezwungen gebeten, eine riesige Zugbahn aufzubauen. Als das Wohnzimmer zugebaut war, weckte Michel Herrn Rabe zum Spielen und ich durfte duschen. 

Hmm ja. Also aufräumen, Dusche mit Badreiniger einsprühen, alles einmal mit dem Mikrofasertuch abrubbeln, abspülen und dann Duschen. 

Dann noch ein Marmeladenbrot (lecker!) und auf zur Arbeit, mit dem Rad natürlich. 

Bei der Arbeit angekommen versuchte ich ein Fahrstuhlselfie zu machen, scheiterte aber an der Kombination aus meiner Eitelkeit und meinen Augenringen. Deshalb fotografierte ich lieber meinen Haufen Zellkulturen. 

Den kleinen Freunden ging es gut, ich schob sie alle wieder in den Brutschrank zurück. Dann setzte ich was an, was 1,5 h, 45 min und 1 h Inkubationszeit hat. Meeehhhhhh. 

My job in a nutshell.

Die ewigen Inkubationszeiten vertrieb ich mir mit Zelllabor-Gemeinschafts-Arbeit. Wasserbad reinigen, Sachen autoklavieren, Kittel austauschen. Im Sommer gibt’s nämlich keinen Labordienst der das macht und da ich eine von sehr wenigen bin die da im Moment arbeitet, ich aber gleichzeitig sehr viel Wert auf Reinlichkeit im Zelllabor lege, mache ich es eben. Vielleicht folgt ja jemand meinem guten Beispiel (nein, da glaube ich nicht wirklich selbst dran). 

Leider autoklavierte* ich auch ein Dings von der Pipettierhilfe zu viel und musste es dann neu bestellen. Hupsi. (Und ich winke mal kurz der Ex-Kollegin, die hier mitliest und der das auch mal passiert ist. Huhu!)

Und schwuppsi, war dann auch mal Feierabend. 

Der Nachmittag verlief dank noch angeschlagener und anhänglicher Pippi und ebenfalls weiterhin nöligem Michel etwas zäh. Irgendwann gab es aber Essen. Ich versuchte, meine Nudeln mit Soße ansprechend zu fotografieren (scheiterte). Daraufhin meinte Michel, ich solle ihn fotografieren. Er machte allerlei Faxen und am Ende, als ich grade ein Bild bei Instagram hochladen wollte, nahm er mir das Handy weg und sagte „Ich mein Nudeln auch noch Foto machen!“. 

Der Sohn fotografiert auch sein Essen schon selbst. Mutti ist sehr stolz.


Ein bisschen Kunst, finde ich. Wie die Gabel spitz und glänzend wie ein Speer da die matschigen, schlaffen Teigwaren dominant überlagert, im Hintergrund bewusst unscharf gehalten die Fruchtbarkeitssymbole der Biene und der Blume…

Nun ja. Nach dem Essen war Bettzeit, zumindest für Pippi. 

Bettzeit vs. Hampeln.

Letztlich schlief sie dann aber doch schnell ein. Bisher dreimal. 


Tja, ich teste eben. Meine Haut findet den Reiniger total blöd, denn sie wird davon total trocken (viel schlimmer als mit dem anderen aus der Clear-Reihe). Das Peeling mache ich auf Anraten des Internets nur noch jeden zweiten Tag abends, seitdem ist das mit den Rötungen  sehr viel besser geworden. Die Feuchtigkeitscreme möchte ich gerne heiraten. Und für die aufmerksamen Mitleser: ich denke, ich kann sagen, dass Eucerin Sunfluid einen Tucken besser ist als PC Fluid aus der Reihe da. Ich habe jetzt die Gesichtshälften gewechselt für den Gegentest. 

Dann wollte ich die Schnecken versorgen, altes Futter und die kleinen Schneckenkackhäufchen rausmachen und so. Aber die Schnecken hatten grade Abendbrotzeit und da wollte ich natürlich nicht stören. 

Morgen Nachmittag hole ich ein gebrauchtes Regal ab, da kommt das Terrarium drauf und dann ziehen sie um. 

Jetzt noch Zähne putzen, Klo, ab ins Bett. 

Ungeschminkt sehr ich aus wie einesehr müde Version meines Bruders. Herrje.

Ja, das ist ein riesiger Pickel da auf meiner Stirn. Ja, der tut weh. Meh. 

* autoklavieren: unter Druck (damits nicht „kocht“) für einige Minuten auf 120 Grad erhitzen, zum Sterilisieren. Manches Plastik verformt sich da *hust*.

Tag 334 – Fetzen

Kennen Sie das, wenn so viel war, dass sie sich für nix entscheiden können? 

Pippi kriegt einen neuen Zahn (vielleicht) und hat Fieber. 

Michel ist einfach so nölig, vielleicht lernt er was Neues. 

Ich habe heute auf Michels Wunsch hin erst seine und dann noch meine Fingernägel lackiert. 

Der Kindergarten hat Ferien. 

Bei der Arbeit hab ich mich heute total verschätzt und einfach mal doppelt solange für meine Zellkulturen gebraucht, wie ich die Cleanbench reserviert hatte. 

Zu Cleanbench sagen sie hier ‚hood‘ und ich finde das total falsch. 

Alle sind im Urlaub. 

Die Schnecken mögen sehr gerne Auberginen aber keine Champignons. 

Das Terrarium ist jetzt komplett und nahezu alle Teile sind nahezu heile. 

Eine Schnecke mag gerne Schale (von Gurke, Zuccini, Kartoffel, etc.), die anderen nur Inneres. 

Pippi wird nächste Woche schon ein Jahr alt und das finde ich total krass. 

Ich muss jetzt Stillen, es wird wohl ne lange Nacht.

Tag 333 – Schaps!!!

Ein Prööööt für die Schnapszahl!

Wir haben heute die erste Tour mit dem Fahrradanhänger gemacht. Michel, Pippi und ich, denn Herr Rabe musste fertig putzen. Das Putzen war ziemlich überfällig und dauerte deshalb schon den halben Tag, plus einen halben Tag Bäckerei (Pflaumenkuchen, Brötchen und Brot), da war meine Laune schon echt im Keller (wie ich putzen hasse. Echt. Kann es nicht endlich September sein und zwei volle Gehälter reinkommen und wir uns eine Putzhilfe suchen?). Der Ausflug kam da wie gerufen. Es war natürlich auch total aufregend für alle, ich mit dem schweren Ding hinten dran und dann gleich mit der kostbarsten Fracht. Zuerst mussten wir leider feststellen, dass der Hänger echt nur grade so durch die Tür passt. Ich muss also erst die Kinder fertig machen (Pippi sieht mit dem Fahrradhelm aus wie ein Super Mario Toad, das ist sooooo niedlich!) und in den Hänger setzen, dann das Fahrrad rausbringen, dann den Hänger samt Kindern rausbringen, dann den Hänger draußen ans Rad hängen und los geht’s. 

Jedenfalls machten wir einen Ausflug nach Korsvika zum Strand, Terrariendeko* suchen. Bei jedem Stückchen bergauf war ich extrem froh, ein E-Fahrrad gekauft zu haben, bei jedem Stückchen bergab freute ich mich über die superguten Bremsen an diesem. Michel schob etwas Panik bei Geschwindigkeiten über 15 km/h und rief immer von hinten „Mama, ich kann die Bremse nicht hören!!!“. Pippi hatte Mordsspaß und brabbelte munter vor sich hin. Am Strand suchten wir dann ca. tausend Miesmuschelschalen und ein Stück Holz, Pippi schaufelte sich Sand in den Mund (ganz ordentlich: Schaufel in den Sand stecken, zum Mund führen, Sand runter essen, von vorne) und Michel machte Eistüten aus Sand mit Zimt aus Sand obendrauf für alle. Wir genossen etwas die Sonne und den Wind vom Fjord, Michel fand leider keinen Krebs** und irgendwann blies ich zum Abmarsch, als mir Pippis Sandesserei zu arg wurde. 

Sandverschmiertes Baby, Michel passt auf seine gesammelten Schätze auf.


Doch, ein richtig schöner Mini-Ausflug. So kann das öfter sein. 

* Das Terrarium kriegt einen eigenen Blogpost, sobald alle Teile davon heile hier sind. 

** Mit dem Kindergarten haben sie den ein oder anderen kleinen Krebs am Fjord gefunden. Jetzt wird jeder feuchte Stein von Michel umgedreht, um nachzuschauen, was darunter ist. 

Tag 332 – Hoch hinaus. 

Michel kletterte nicht auf Sachen. Überhaupt war Michel auch eher vorsichtig, mit allem. Er lief nicht schneller als er konnte, er ging Treppen weder hoch noch runter, als er mal vom Sofa fiel war er danach wochenlang super vorsichtig und hielt sich mindestens 15 cm vom Rand fern. Die 2 cm hohen Türschwellen waren bei Michel lange so wirkungsvoll wie ein Laufgitter. 

Pippi ist nicht so. Pippi klettert auf alles. Seit Wochen will sie die Treppen selbst hochklettern, im Kindergarten (1,5tes OG) und auch bei uns zu Hause (2. OG). Bei uns klettert sie dann immer noch weiter, das heißt, wenn ich fertig bin mit Tür aufschließen kann ich sie meistens auf Brusthöhe von der Treppe nach oben pflücken. Das findet sie natürlich scheiße, ist doch Treppensteigen ihr größtes Hobby! Michel kriegt auch immer Panik, wenn er das sieht und brüllt mich dann an „Mama! Pippi da hochgeht! Du AUFPASSEN!!!“. Da bin ich doch ganz entspannt, wenn der Schlüssel dann wieder hakt…

Auch in der Wohnung wird auf alles draufgestiegen. Unser Bad ist etwa 8 cm höher als der Rest der Wohnung: da wurde sich mit 8 Monaten schon rücksichtslos drüber geraupt, auch oft genug mit dem Gesicht unten gebremst, aber Pippi scheint das egal zu sein. Unser Sofa hat sehr breite Lehnen und von da kann man mit etwas Geschick und wenn Mama lange genug nicht guckt auf die Fensterbank klettern. Wenn man dann da aber rumhampelt, fällt man in den Spalt zwischen Sofa und Wand. Aber selbst das störte sie heute nicht weiter (hätte sie Theater gemacht oder sich weh getan, hätte ich natürlich auch nicht erst noch ein Foto gemacht).


Ich frage mich nur: wo soll das noch hinführen, wenn sie erstmal Laufen kann? (Heute übrigens zwei mal zwei zwei Zentimeter lange Schritte! Wir sind alle sehr stolz auf die kleine zukünftige Rennmaus!) Müssen wir dann ernsthaft alle Möbel an der Wand festschrauben? Geht ja gar nicht bei allem, Stühlen zum Beispiel. Aber so wie sie rumturnt, steigt sie bald auch aus dem Hochstuhl aus und tanzt auf dem Tisch rum. 

Es ist etwas beängstigend. Kann nicht Laufen, aber Klettern, die kleine Rübennase. Tze.

(War aber auch einfach zu putzig, wie sie heute auf die Fensterbank stieg. Ich hab das sehr wohl gesehen, Pippimaus! 💚)

Tag 381 genau!!! Hahaha. Nein. Tag 331 – Kleiner Ärztinnen-Rant

Heute wirklich Mühe gehabt, nicht ständig Leute (meine Kinder, meinen Mann…) anzuschreien und/oder loszuheulen. Ich war nämlich gestern bei der Vertretung meines noch-Hausarztes und das war total für den A… Ich ging hin wegen Zyklusstörungen und Hautproblemen und der komisch harten Schilddrüse. Sie fragte mich, ob ich verheiratet sei und wann denn der letzte Test auf Chlamydien gewesen sei. Ich meine, Hallo? Nein, ich vögel nicht wild in der Gegend rum und mein Mann (soweit ich weiß) auch nicht. Dann suchte sie meine Schilddrüse ungefähr in der Halsgrube und als ich sie ihr (sehr viel weiter oben) zeigte, meinte sie, das sei alles normal so, das sei da sicher nur verhärtet weil ich da ja dran rumgedrückt hätte. Zum Abschluss nahm sie noch ihre vermaledeite Chlamydienprobe und direkt noch nen Zellabstrich (Jucheh!) und meinte danach nur trocken zu mir „Oh, Sie bluten aber auch wirklich schnell.“. Ey. Orr. 

Dann bekam ich noch Blut abgenommen. Diesmal mal wieder zwei Röhrchen, also mehr als nur Schilddrüsenhormone. (Exkurs: damals™ als ich noch direkt in der Poliklinik die Blutabnahmen machen lassen konnte, nahmen sie immer zwei Röhrchen. Einmal Blut, für die Hormone, einmal Serum, für die Antikörper. Das versteh nun wer will, wie die Praxis da mit nur Blut beides gemessen haben will…). Meine geheime Superkraft ist übrigens auch, dass ich beim Stechen schon weiß, obs nen blauen Fleck gibt. Diesmal eindeutig: ja. 

Naja, und als wäre der Termin an sich nicht schon schlimm genug gewesen kam heute das Ergebnis der Blutuntersuchung, per SMS, nach Praxis-Telefon-Zeit: ‚Stoffwechsel wie zuvor, niedriges Eisenlager. Empfehle 6 Wochen Eisenergänzung. Danach Kontrolle in der Praxis.‘

Warum mir das den Tag komplett verdorben hat? WEIL DAS NICHT DIE ANTWORT AUF MEINE FRAGE WAR, VERDAMMT! Ich will wissen, was mit meinem Zyklus falsch läuft, da ist doch irgendwas am Gange, wenn jemand drei verf***te Wochen am Stück Blutungen hat! Und es ist ja schön, irgendwie, dass es nicht die Schilddrüse ist, aber das heißt ja nur, dass eine (naheliegende) Ursache ausgeschlossen* werden kann. Nicht, dass das Problem damit weg ist. Und das Ganze nach der Praxisöffnungszeit zu machen fand sie sicher nett von sich, aber damit nahm sie mir auch jede Möglichkeit, vor Montag noch irgendwen oder irgendwas zu erreichen. 

Man merkt vielleicht: ich bin recht angepisst. Denn jetzt muss ich bis Montag warten, um dann da anzurufen und mir eine beka**te Überweisung in die endokrinologische Poliklinik zu erbetteln. Plus dass ich das Gefühl hab, eine hysterische Hypochonder-Kuh zu sein, weil Hey, sie haben ja echt was gemacht und sogar was gefunden (Eisenmangel. Nach drei Wochen Blutung, bei einem (fast) Vegetarier. ÜBERRASCHUNG!). 

Dass eine Bekannte aus dem Internet heute netterweise ihren Endokrinologen zu meinem Fall befragte und der sagte: ‚Auf jeden Fall Blut und Ultraschall und Spezialist und eventuell könnte OP im Raum stehen‘ macht es nicht ein einziges Stück besser. 

Bisher fühlte ich mich ein bisschen schlecht, dass ich die Praxis zum 1.8. wechsle. Denn meinen eigentlichen Arzt finde ich sehr nett und verständig und kompetent. Aber die Frau muss ich echt nicht noch mal konsultieren (war übrigens die Gleiche, die vor 9 Monaten oder so Pippi die Cortisoncreme wegen „Windelpilz“** aufschrieb. Was ich damals auch schon kacke fand.). 

Orrrrr. 

P.S. Und wenn sie jetzt ankommen mit: aber vor ein paar Wochen, da klang das noch anders: mit dem Text von vor ein paar Wochen meinte ich kompetente Ärzte. Diese fällt offensichtlich (siehe Schilddrüse tasten an falscher Stelle) nicht in diese Kategorie. 

* Bloß dass sie halt hart ist. Wie Stein. Auf einer Seite. Auf der anderen nicht. Ich denke, das sollte nicht so sein. 

** war keiner, da bin ich ziemlich sicher. Nicht jedes „wund“ ist gleich ein Pilz. 

Tag 329 – Runtime err-orrrr. 

Heute bei der Arbeit wollte ich, getragen vom Hochgefühl, dass die Zellkulturen sich zu berappeln scheinen, ein paar Proben für meinen Kollegen messen. Auch, um einen großen Batzen von der To-Do-Liste zu streichen, damit ich mir Freitag guten Gewissens frei nehmen kann. Jedenfalls, wir messen die Aktivität für unsere Enzyme mit einem tausend zwanzig Jahre alten Assay. Da wird auch noch fröhlich mit (sehr schwacher) Radioaktivität herumgepanscht und ich musste damals als ich hier anfing extra zu einem dreitägigen Radioaktivitätskurs, in dem wir so Blödsinn ausrechnen mussten wie wieviel nach Tschernobyl immer noch strahlendes Rentierfleisch wir essen können, um die Grenzwerte zu erreichen. Es war viel. Sehr viel. Irgendwie sowas bei 70 kg im Jahr oder so. Den Kurs musste ich tatsächlich nur wegen dem einen Assay machen, den ich seither so fünf mal gemacht hab. 

Nun ja, ich strahlte also lustig rum und machte die 24 Proben fertig und sprotzte mit der (total giftigen) Zählerflüssigkeit und das dauerte alles ziemlich lange und war nervig und wirklich keine spaßige Laborarbeit. Und wie ich so mit meinen fertigen Proben zum Szintillationszähler Anno 1990 gehe, sehe ich, dass der aus ist. Ach nee, es war nur der Bildschirm aus. Den schaltete ich wieder an. (Alter Röhrenbildschirm, die machen noch dieses schöne „Fump“ beim Anschalten, erinnern Sie sich?) Aber das Programm war aus. Wenn ich auf das Icon klickte, passierte nichts. Ich versuchte den Computer herunterzufahren. Ich hatte angeblich nicht die Rechte. Ich suchte den Ausschalter, fand aber zuerst nur ein Diskettenlaufwerk. Nach langem Gesuche und der Überlegung, einfach den Stecker zu ziehen, fand ich doch noch einen Schalter. Ich machte das ganze Ding samt seinem On-Board Computer aus und wieder an. 

Dann sah ich einer Weile den rennenden Zahlen beim Booten von Windows XP (nicht mal irgendwie Service Pack 2 oder so. Aber ich sollte wahrscheinlich froh sein, dass es nicht Windows 95 war) zu. Es dauerte zwar ewig, aber der Rechner startete letztlich problemlos. Das Programm ging aber immer noch nicht. Immerhin bekam ich jetzt aber eine Fehlermeldung: „Runtime error“.


Ich probierte noch ein Weilchen herum mit aus- und anmachen, länger auslassen und so weiter. Dann warf ich das Handtuch, sagte der Geräteverantwortlichen* Bescheid und ging einfach nach Hause. 

So nen Mist braucht echt kein Mensch. 

* Die ging übrigens zum Gerät und fragte mich, ob ich es ausgemacht hätte. Ich sagte ja. Sie machte den Bildschirm aus und wieder an und sagte: stimmt, geht nicht. Das ließ ich dann mal so stehen. Sie ruft ja eh den Techniker. 

Tag 328 – WMDEDGT Juli ’16

Heute ist wieder der fünfte und das heißt, Frau Brüllen will von uns wissen, was wir den ganzen Tag so machen.

Heute begann damit, dass ich nach einer weiteren ziemlich schrecklichen Nacht eigentlich beim Weckerklingeln beschlossen habe, noch eine Stunde liegen zu bleiben. Fünfzehn Minuten später war Pippi wach und weckte durch ihr Herumgeturne auch direkt Michel mit auf. Gaaaanz toll. Also stand ich doch mit beiden auf, wechselte Pippis Windel, machte mir Kaffee, ging duschen, putze Michels Po ab, schmierte Michel Brote. Alles im Zombiemodus. Und während Herr Rabe weiterschlief.

Wie immer in den letzten Tagen überlegte sich Michel just in dem Moment, als ich zur Tür raus wollte, dass er von mir in den Kindergarten gebracht werden wollte. Ich erklärte, ich müsse zur Arbeit. Er brach in Geheul aus. Ich tröstete nach Kräften, kuschelte noch ein bisschen mit ihm, erklärte und machte und tat, aber es half alles nichts. Am Ende musste ich wirklich dringend los und ließ ein brüllendes Kleinkind und ein hungriges Baby bei Herrn Rabe.

Dann bastelte ich fluchend den Fahrradschlosshalter an ein anderes Rohr an meinem Fahrrad, weil an der alten Anbringestelle irgendeine ungute Schloss-Kabel-Kombination nervtötend gequietscht hatte. Quietschfrei* fuhr ich zur Arbeit. 10 Minuten frische Luft und Bewegung und ich bin ein fast ganz anderer Mensch.

Weil ich bei der Arbeit eh durchs Labor reinkomme, guckte ich kurz auf meine Zellkulturen und entwarf fix einen Arbeitsplan. Medium ins Wasserbad und weiter ins Büro. Kram abladen und Frühstück holen. Dann Frühstück vorm Computer und dabei verzweifelte Suche nach den richtigen Zellen in unseren drei Stickstofftanks. In Power-Point-Sheets ist da eigentlich alles vermerkt, aber ich bin ja immer hypergenau und wenn dann da „HeLa S3 old“ steht, wo ich nach „HeLa“ gesucht habe, macht mich das total nervös. Egal. Letzten Endes taute ich dann „HeLa S3“ ohne alt oder neu, dafür von ’98 auf. Mal sehen, wie die sich so machen. Keine zwanzig Minuten später kam eine e-mail, in zwei der Stickstofftanks seien lose Boxen gefallen, da kriege man die Türme jetzt nicht mehr rein. Die müssen geleert werden, um an die Boxen zu kommen, das passiert jetzt über den Sommer und überhaupt könne man dann mal Ordnung in die Zellen bringen. Jaja.

Nach Zellkulturpflege ging ich Mittagessen kaufen. Kirschtomaten für 10 €/kg, ein Kohlrabi für knapp 2 €/Stück (es gibt grade Kohlrabi! ich raste aus!), eine Birne für fast 4 €/kg. Es ist zum heulen hier.

Mittagspause alleine. Juli in Norwegen ist einsam.

Bewaffnet mit diversen Protokollen wieder ins Labor. Hydrolyse von ein paar Proben, während der Wartezeiten Puffer und Gedöns angesetzt. Pakete entgegengenommen. Dabei Podcast gehört (ein <3 an den kleinerdrei-Podcast). Irgendwann fertig mit Puffern aber trotzdem noch Wartezeiten übrig: Kaffee geholt und in der Sonne draußen getrunken (heute ohne Besuch von jungen Möwen. Die machen mich immer sehr nervös, weil wo junge Möwen sind, sind die Eltern nicht weit. Und wenn die Eltern finden, dass man zu nah an ihren Babies ist, greifen die an.). Noch ein paar Handgriffe, alles ins Papierlose (Neuerung!) Laborjournal eingetragen und Feierabend. Quasi auf dem Weg aus der Tür kam mir mein Schweizer „Kollege“ (nicht wirklich, er macht nur einen Forschungsaufenthalt bei uns) entgegen und berichtete von der Horrortour des Wochenendes: Er, seine Frau und die drei Kinder (alle unter 5) sollten Sonntag Mittag von Zürich über Oslo nach Trondheim fliegen. Dann hatte der Flug von Zürich Verspätung, sodass sie den Anschluss in Oslo nicht bekommen hätten. Sie wurden also umgebucht auf einen Flug nach Stockholm, der dann (spät) abends Anschluss nach Trondheim hätte haben sollen. Der hatte dann aber auch Verspätung, sie kamen zwar nach Stockholm, wurden da aber direkt ins Hotel verfrachtet. Am Flughafen, wohlgemerkt, nicht IN Stockholm. Für ZWEI Nächte, denn Montag seien alle Flüge schon voll. Tja, so gewannen sie einen Tag im Flughafenhotel Arlanda Airport (sie fuhren in die Stadt, aber alle waren ziemlich fertig und gerädert) und kamen heute nach zwei Tagen Tortour endlich in Trondheim an.

Nun ja, ich fuhr nach dieser fürchterlichen Geschichte los, traf Herrn Rabe und Pippi, die auf Shoppingtour waren und begleitete sie ein Stückchen. Fuhr dann fix weiter nach Hause, schmiss meinen Rucksack rein und fuhr wieder los um Michel abzuholen.

Michel abholen dauerte eine geschlagene Stunde, weil sein Kumpel H. wieder da ist und wir mit denen ein Stück Weg „gingen“, also spielten und turnten und Quatsch machten. Und dann musste Michel noch Blumen am Weg pflücken. Und an jedem Hundehaufen anhalten. Gnaaaaahhhh.

Wieder zu Hause gab es eine fixe Wäsche für Michel, ein paar Erdbeeren für Pippi, ein trockenes Brötchen für mich, weil ich sonst wen gebissen hätte, und dann irgendwann endlich Essen für alle. Während des Essens sprach ich mit H.s Mutter ab, dass wir uns später noch im Park treffen würden. Nach dem Essen machte ich Pippi schon mal Bettfertig, Michel zog sich was halbwegs sauberes an, wir packten die letzten zwei kleinen Vanilleeis ein und dann gingen wir mit Fahrrad und Kinderwagen in den Park.

Michel und H. spielten ziemlich wild, aber alleine, Pippi turnte auf einer Bank herum und wir Erwachsenen unterhielten uns. Irgendwann war Michel im Brunnen, weil H. das Duplo-Auto etwas zu weit hereingeworfen hatte. Immerhin hatte er sich vorher die Schuhe ausgezogen und die Hose hochgekrempelt, deshalb war nur die Hose nur untern ein bisschen nass. Herr Rabe zog trotzdem los, ein Handtuch holen. Kaum hatte er sich umgedreht, rutschte Michel im Brunnen aus und landete auf dem Po. Bis zur Brust im Wasser. Er kam dann auch gleich angewackelt, H.s Mutter und ich zogen ihm die klitschnassen und eiskalten Sachen aus und Michel bekam die Jacke von H.s Mutter geliehen, damit ihm nicht zu kalt sei. Also flitzte er mit einem Hoodie Größe L über den Spielplatz, bis Herr Rabe zurückkam. Und dann noch etwas mehr, bis Herr Rabe ihn einfangen konnte.

Irgendwann schafften wir es dann aber doch nach Hause. Ich verfrachtete Pippi direkt ins Bett, während Herr Rabe Michel noch mal warm abduschte und dann auch bettfertig machte. Pippi schlief beim Stillen sehr schnell ein, war dann aber auch schnell wieder wach und wollte ewig Nuckeln. Nach einigem Hin und Her und Diskussion und Gebrüll schlief sie aber dann doch wieder ein und ich sitze jetzt hier und schreibe auf und möchte sehr gerne ein Eis, aber ich befürchte, sobald ich hier fertig bin und zum Kühlschrank gehe, wird Pippi wieder wach.

Also gucke ich noch ein bisschen die Schnecken an, die hier neben mir stehen und Süßkartoffel fressen. Der einen klebt ein Stückchen Eierschale am Häuschen. Papa-Schnecke ist schon ziemlich gewachsen. Die anderen auch, aber bei Papa-Schnecke fällt es mehr auf. Morgen wird das große Terrarium geliefert. Dann können sie eventuell umziehen, mal sehen. Nötig ist es glaube ich noch nicht.

 

*Ein Kabel ist komisch verlegt und quietscht immer noch. Es nervt mich zu Tode. Tipps?

 

Tag 327 – Schlafen wie ein Baby, wer will das schon?

Pippi ist vom Wochenende total geschafft. Gestern waren wir auf einem ersten Geburtstag und da fiel der Mittagsschlaf bis auf 5 Minuten im Auto für sie aus. Als wir dann nach Hause fuhren, schlief sie natürlich wie ein Stein ein und wir mussten sie zum Abendessen wecken, was sie uns ziemlich übel nahm. Die Nacht war dann furchtbar. Dauergestille vom Feinsten. Das heißt, sie stillt ja nicht mehr richtig, und das Dauergenuckel habe ich auch scheinbar erfolgreich unterbunden. Also nuckelt sie kurz, ich docke sie ab, sie rollt sich weg und schläft weiter. Aber letzte Nacht wollte sie halt jede Stunde (oder öfter?) kurz Nuckeln. Vielleicht lag es auch dran, dass sie, scheinbar angepisst, weil ich auch das Kneifen und Kratzen nicht möchte, nach ausgiebigem Stillen dann erst noch herumlabern und zappeln wollte, bevor sie ohne Brust einschlief. Neben mir, einfach so. Vielleicht war das noch zu viel Neues. Jedenfalls war sie heute auch einfach k.o. und machte zwei Stunden Mittagsschlaf auf Herr Rabe. Danach war sie den ganzen Nachmittag wach, ohne das sonst übliche zweite Schläfchen. 

Ich glaube langsam, dass sie sich auf den Kindergartenrythmus vorbereitet. Ein ausgedehnter Mittagsschlaf, ansonsten Spielen, Quatsch machen, Sachen lernen. Abends dann nach dem Essen direkt ins Koma fallen. 

Mir solls recht sein. Solange ich irgendwann auch mal wieder etwas Schlaf am Stück kriege.