Tag 1013 – Back in the game.

Pippi hat Fieber, schon seit Samstag, ist halt periodisch, das periodische Fiebersyndrom.

Ich schreibe wieder Bewerbungen.

Michel hat seinen allerbesten Freund immernoch sehr lieb.

Die Schnecken stehen wie letztes Jahr total auf Löwenzahn.

Auch die zur Promotion von der Fakultät geschenkt bekommene Orchidee geht mir ein (wirft zumindest die Blüten von sich, ja, ich weiß, dass man die nicht oft und nicht viel gießen soll, mache ich auch nicht, geht trotzdem kaputt).

Herr Rabe lädt Fotos hoch und killt damit wie immer unser Internet.

Ab morgen wieder KiTa für mindestens Michel, mal sehen, wie Pippis Nacht so wird.

Alles wieder wie immer also.

Tag 1012 – „Mama, weißt du was?“

„Zum Geburtstag wünsche ich mir ein Tellifon. Oder einen Roboter. Mit Fernsteuerung. Wenn ich kein Tellifon oder einen Roboter kriege, werde ich ganz sauer. Man kann auch einen Roboter haben, der mit dem Tellifon gesteuert wird. Dann drückt man auf das Tellifon und dann geht der Roboter los. Gibt es dass, Mama? Das wünsche ich mir. Und der Roboter, der muss drei Knöpfe haben. Wenn man auf einen Knopf drückt, dann verwandelt der sich. In ein Flugzeug. Und dann fliegt der so rum, fju fju, und dann, wenn man wieder auf den Knopf drückt, dann fliegt der so ganz nah am Boden und blüpdiblübbediblüp, ist der wieder ein Roboter. Und der Roboter muss auch aufgeladen werden, aber nicht mit einer Bratterie. Und dann, wenn der aufgeladen ist, dann macht der so „Miep Mop!“ und dann blinkt das auch. Miep Mop! Hehehe. Und wenn man auf einen anderen Knopf drückt, dann soll sich der Roboter in was anderes verwandeln. In einen T-Rex! Wääuuu! Wäääuuuuu! Und der muss auch, wenn gemeine Leute oder Kinder kommen, dann muss der so böse Augen kriegen. Und dann erschreckt der alle bösen Kinder. Alle die ich nicht kenne. Nicht M. und M. Und H. auch nicht. Aber K. und I. Weißt du was K. gemacht hat? Die hat mich gekniffen und getreten. Und dann kann der Roboter die erschrecken und dann so fju fju, kommen da Schießraketen aus den Armen, aber der schießt damit nicht, der erschreckt die nur und dann rennen die weg. Das ist cool. Das möchte ich haben. Kannst du das für mich finden, Mama? Du kannst das im Internet finden. In dein‘ Tellifon.“

Ich habe also noch knapp fünf Monate, um einen ferngesteuerten Flugzeug-T-Rex-Wachhund-Roboter zu finden, der „Miep Mop“ macht, wenn er aufgeladen ist. Aber ohne Batterie. Kein Ding.

Tag 1011 – Home, Sweet Home.

Wir sind wieder zu Hause. Die Abreise hat sehr gut geklappt und der Flug war auch bis auf die Landung echt ok, allerdings das „dazwischen“, nämlich der etwa einstündige Aufenthalt jenseits der Sicherheitskontrolle im Flughafen Split, das war recht schrecklich. Der Flughafen ist winzig klein, es gibt laaaaaaaaange nicht genug Sitzmöglichkeiten, und es war hoffnungslos überfüllt. Also so, dass mir der Gedanke durch den Kopf zuckte „Wenn’s hier ne Massenpanik gibt, dann gute Nacht“. Und dabei war es ja noch lange nicht Hauptsaison. In der Hauptsaison kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das gehen soll, ich stand so schon je 10 Minuten in der Klo-, der Kaffee- und der DutyFree-Shop-Schlange. Nun ja, wir haben es ohne Massenpanik und mit der korrekten Anzahl Kinder, die auch aussehen wie unsere, aus dem Flughafen und ins Flugzeug geschafft. Hurra.

Daheim in Trondheim dann auch endlich mal Frühling.

Und hier ist es auch jetzt, um fast halb elf, noch taghell.

Dafür überhaupt nicht drüber nachgedacht, dass hier ja am Donnerstag schon Feiertag war und am Montag auch Feiertag sein wird und was läge da näher, als heute (gestern auch) die Geschäfte einfach mal am Nachmittag schon zu schließen? Ja, alle. Da stand ich da mit meiner ausgetüftelten „Wir müssen jetzt echt wieder die Kröten zusammenhalten“-Einkaufsliste, vorm geschlossenen Supermarkt, und guckte doof. Beim zweiten Supermarkt guckte ich noch doofer. Beim dritten wurde ich langsam wütend und beim sechsten war ich so weit, alles in meinem heiligen Zorn niederzubrennen. Ich wollte doch keinen fancy Kram, ich wollte Milch, Eier und Käse kaufen, wir brauchen doch was zu essen die nächsten Tage. Herrje. Am Ende kaufte ich das Nötigste im einzigen geöffneten Laden weit und breit, einem wirklich winzig kleinen Joker der heute den Reibach schlechthin macht, indem er „das Nötigste“ an sämtliche verplanten Einkaufenden der Umgebung zu deutlich höheren Preisen als die großen Supermärkte es können verkauft. Aber hey, wir haben jetzt Milch und Eier, das Frühstück ist also gerettet. Und auch abends werden wir voraussichtlich nicht verhungern.

Ansonsten: getan, was man halt nach dem Urlaub tut. Wäsche gewaschen*, Schnecken**, Kaffeemaschine, Bett begrüßt***, sehr viel Blubberwasser ohne salzigen Geschmack getrunken, Zeug verräumt, Blumen gegossen. Jetzt Bett, in vollen Zügen genießend dass hier niemand auf die Idee käme, Raumbedufter zu verwenden****.

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*wir haben gar nicht mal so viel Dreckwäsche mitgebracht, weil wir Füchse nämlich schon im Urlaub zwei Maschinen gewaschen haben. Das nächste mal nehme ich ein bisschen von unserem Waschmittel mit, dann riecht die Wäsche auch nicht hinterher nach der kroatischen Auffassung von „angenehm blumig“.

**Die haben die Woche super überstanden, hatten ihren Apfel noch nicht ganz, den Arm voll Löwenzahn aber schon aufgefressen und die Erde war auch noch gut feucht. Es hatte sich noch nicht mal eine eingegraben.

***Hach, mein Bett, meine Matratze, mein Teddybär, meine Bettdecke, hachhachhach.

****Die Ferienwohnung war durchaus ok, vor allem für den Preis und in der Umgebung, aber die Gerüche waren schon nicht angenehm zum Teil. Ein Küchenschrank roch extrem muffig und selbst Gläser aus diesem Schrank rochen danach. Und in Kroatien stehen die Leute offenbar total auf alle Sorten von Beduftung. Raumsprays, Duft-Dingsis, die vor sich hinriechen, sehr stark parfümiertes Klo-Zeug, Wunderbäumchen in jedem (!) Auto. Die Vermieterin unserer Ferienwohnung beduftete den Flur mit penetrant vanillig riechendem Zeug, das löste bei mir schon fast Übelkeit aus. Nur die Handseife, die roch nach Klostein.

Tag 1010 – Krka Nationalpark.

Der Krka Nationalpark liegt nur ca. 75 km von Split entfernt und da kann man unter einem Wasserfall schwimmen. Das mussten wir sehen, also buchten wir einen Ausflug mit einer sympathisch anmutenden Reiseleitung. Und es war auch wirklich schön, auch wenn man natürlich nur von Juni bis September baden darf.

Zuerst ging es durch ein altes kroatisches Dorf, mit Mühle und Weberei und Korbflechterei und allem. Dann ging es zu den Wasserfällen. Hui, so viel grün. Und so viel Wasser.

Unsere Kinder so: „wie, nicht baden?!? Ok, dann matschen wir hier halt rum.“

Michel baute dann einen Kanal von diesem Mangroven-ähnlichen Tümpel zum nächsten Bach.

(Kurz der Blick auf die andere Seite: das ist alles extrem touristisch. Es war jetzt schon für meinen Geschmack grenzwertig voll, im Juli möchte ich hier gar nicht sein, trotz baden könnens. So, also noch nicht mega überfüllt und mit super gut ausgebauten Pfaden in der richtigen Länge auch für kürzere Beine, war’s aber echt auch für die und mit den Kindern toll.)

Es rauscht wirklich überall und dann hört man plötzlich ein sehr lautes Quaken.

(Suchbild mit mindestens zwei Fröschen.)

Das waren dann neben unzähligen Fischen und Libellen auch die einzigen Tiere, die wir gesehen haben. Wobei ich nicht ganz undankbar bin, keine Schlange getroffen zu haben.

Oh, doch noch eins:

Der Parkplatz-Schwan.

Ein wirklich schöner Ausflug an einem wirklich schönen Tag.

(Kurze Beobachtung: viele Leute scheinen nur zum Fotos machen herzukommen. Da ist alles bei, Mutti vorm Wasserfall, Vati in gewichtiger Denkerpose unter einem wasserumplätscherten Baum, Teenietochter und Freundinnen ignorieren das Badeverbot und präsentieren im glitzernden Wasser ihre jugendlich perfekten Körper und modischen Badeanzüge in gekonnter Instagram-Pose. Immer für ein Foto. Latschlatsch, unter den Baum, Foto, latschlatsch, auf die Empore, Foto, latschlatsch, ins Wasserhuikaltfoto. Mein Fall ist das ja nicht gerade.)

Tag 1009 – Sonnentag.

Unerwartet gutes Wetter heute, also gingen wir einfach an den Strand und Baden und ich ging ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann gingen wir Essen und dann war der Tag irgendwie sowie auch schon fast um.

Kleinigkeiten: ich liebe es ja, im Urlaub neuen Süßkram auszuprobieren. Heute kaufte ich so Waffeldinger, wie Männer-Waffeln, aber mit Zitronencreme drin. Mjammi! Was ich allerdings nicht vermissen werde: das Mineralwasser hier schmeckt richtig salzig. Bah.

Essen: es ist so ein Ding mit den Kindern. Die können sich schon benehmen. Wenn es Pommes gibt und es noch nicht allzu spät ist. Heute war es spät und es gab keine Pommes. Das ergab dann eine elende Spielerei mit der Salzmühle, bis sich Michel sein Brot so versalzen hatte, dass er’s nicht mehr mochte, Pippi verkrümelte eine Scheibe Brot überall und warf tausendundeine Sache mehr oder weniger absichtlich vom Tisch und dann noch ihr Glas um, kein Kind aß nennenswert was und Herr Rabe und ich waren recht gehetzt beim Essen. Das macht so ja auch nicht so viel Spaß. Vielleicht gehen wir doch dazu über, für solche Fälle immer das iPad dabeizuhaben, denn im Urlaub nicht mehr essen gehen? Kommt nicht in Frage. Dazu kam noch, dass Michel eine trockene Hautstelle am Po hat und (wie grad jeden Tag abends wegen irgendwelchen random Gründen) ein Heidentheater veranstaltete, dass man meinen konnte, es fräßen ihn grad die Lake Lachrymose Leeches* bei lebendigem Leib vom Po her auf. Wundersamer weise war das ganze Trara nach dem Verzehr eines am Kiosk gekauften Eises vergessen.

Pippi singt gern das Kaptein Sabeltann**-Lied. Aber statt „snart er skatten vår!“ [bald ist der Schatz unser!] singt sie „snart er katten vår!“ [bald ist die Katze unsre!] und das ist schon sehr niedlich. Auch wenn sie mit typisch norwegischem Sprachfehler – geschlagenes r wird zu l – weitersingt „så kan vi ta de‘ looooli‘ de neste hundle åååål!“. Hachja. Heute sagte ich zu ihr übrigens „Komm, Süße!“ und bekam zurück „Ich bin keine Süße! Ich bin Pippi.“ Okay, Süße!

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*Frau Brüllen hat eh oft recht und Lemony Snicket bei Netflix ist wirklich eine tolle Serie.

**Käpt’n Säbelzahn, das kennen alle norwegischen Kinder. (Dafür kennen die Wickie nicht, die armen Menschen hier, es ist schlimm. Bildungslücke!)

Tag 1008 – Glitzer drauf.

Nachdem ich mich ja eigentlich nur Schminke, wenn es mir gut geht, habe ich in den letzten Tagen die Konditionierung so gut es ging genutzt und mich geschminkt, um mich besser zu fühlen. Ging so halbwegs. Weil Glitzer aber ja bekanntlich gegen alles hilft, habe ich mir heute im Sonderangebot diverse Glitzerschminkdinge gekauft. Und Rasierklingen für 1/3 des Geldes, was ich dafür in Norwegen bezahlen müsste.

Auch gut hier: sehr viel gutes Essen. Für nicht gerade billig, dafür guten Rotwein dazu (gestern) oder auch für, für norwegische Verhältnisse, spottbillig und gutem Bier dazu (heute und vorgestern). Das macht zwar nicht alles gut, aber schon etwas besser.

Jetzt ins Bett. Müdemüdemüde. Augenringe bis zum Kinn. Und das im Urlaub.

Ach so, bevor ich’s vergesse: Kommentare, die ganz offensichtlich nur dazu gedacht sind, mich zu verletzen, schalte ich nicht frei. Wenn mir jemand auf die Türschwelle kackt, putze ich das ja auch weg, nicht wahr? Das können Sie jetzt total fies finden und „Zensur!“ rufen, das ist ihr gutes Recht, genauso wie hier einfach nicht zu lesen. In diesem Sinne – bussi.

Tag 1007 – Klarstellung.

Also, weil das wohl vor lauter Kryptik hier nicht klar wurde:

Ich habe hier keine Trollkommentare. Die allerallermeisten sind nicht mal direkt übergriffig. Ich schreibe aber zum Beispiel nicht, dass wir mit dem Taxi von A nach B gefahren sind, denn Oh mein Gott, Uber, da hat man ja schon so viel von gehört und das hatte auch keine Kindersitze. Ich schreibe nicht mehr, wie ultra beschissen es mir geht, weil mein Wunsch nach einem (wirklich: ir.gend.ei.nem) Job ja nun echt einfach auch ein bisschen unverschämt ist, so kurz nach dem Abschluss. Weil ich doch die Zeit mit den Kindern genießen könnte und dass ich Herrn Rabe jetzt entlasten könnte und überhaupt: es ist ja nur ein Problem, wenn man es dazu macht, nicht wahr? Ich schreibe schon mal gar nicht, dass ich mich selbst definitiv nicht als Ent- sondern im Gegenteil als Belastung für Herrn Rabe empfinde. Emotional (der muss ja permanent das Häuflein Elend zusammenkehren, die geknallten Türen aushalten, die Kinder betreuen, wenn ich im Bett liege…) und auch finanziell. Ich schreibe auch nicht, dass ich mich als absolut schlimmste Mutter der Welt empfinde und der Ansicht bin, dass die Kinder in jeder KiTa und jeder Schule besser aufgehoben wären als 24/7 bei mir. Ich meine, ich lasse die Kinder in einem Uber ohne Kindersitze mitfahren. Ich schreibe auch nicht, dass dieses Mutterding mich nicht erfüllt, dass ich zum Teufel noch mal nie gelernt habe, dass man einfach nur Mutter sein und damit zufrieden sein kann, dass Mütter, die zu Hause waren in meinem Zuhause naserümpfend betrachtet und mit dem Satz „Wird schon sehen, was sie davon hat, wenn der Alte erstmal weg ist“ bedacht wurden, wie oft ich gehört habe, dass meine Mutter mir aus der Tageszeitung vorgelesen hat und abends die Mathematikstudienbücher meines Vaters las, weil sie „Angst hatte, zu verblöden“, das schreibe ich nicht, weil Alter Verwalter, was ist das für ein schreckliches Weltbild, was mir da mit der Muttermilch schon eingeflößt wurde. Ein unfreies, geldgeiles, Kapitalistisches, Karriere-Feministisches. Eines, in dem selbst-erhaltende Erwerbsarbeit die einzige valide Option ist. Alles andere der schiere Wahnsinn, der unbedingt abgewendet werden muss. Um jeden! Preis! Und geklappt hat die Erziehung bei mir, weiß Gott, ich bin jedenfalls vor meinem eigenen Auge der Dreck unter dem Schuh der anonymen HR-Person, die meine Bewerbung direkt bei „Oha, frische Absolventin“ auf den Nein-Stapel legt. Und das schreibe ich auch nicht, weil ich das „alles wird gut“ nicht mehr hören kann, kein „Kopf hoch“ mehr, kein „also jetzt muss aber doch mal was Gutes passieren!“ mehr glauben kann.

Es regnet im Urlaub. Den wir uns eigentlich nicht leisten können. Schreibe ich nicht, könnte undankbar und arrogant wirken.

Ich bin sehr sehr müde. Von allem. Mein Leben ist eigentlich gut, ich weiß das, ich habe es gut, die Kinder haben es gut. Und von innen fühlt es sich an wie die Hölle. Und ich möchte dazu einfach gar nichts mehr von außen hören.

Tag 1006 – Smile and wave.

Erste Male: fertigen Blog-Text gelöscht, weil kein Nerv mehr übrig für Kommentare. Mir ging’s heute nicht besonders, ich habe große Schwierigkeiten, meine/unsere grundlegend unentspannte Gesamtsituation auszublenden und Seize the Day! jubelnd herumzuspringen, das wäre auch so dermaßen nicht Ich, dass mich Herr Rabe wohl einweisen lassen würde. Es dauerte bis zum späten Vormittag, einen fiesen Albtraum soweit abzuschütteln, dass wir zum Strand und später in die Stadt gehen konnten. Split ist wirklich sehr schön und gefühlt gibt es hier mehr Restaurants als Einwohner, verhungern werden wir also eher nicht in den nächsten Tagen. Die Kinder waren bis auf einige Laune-Schwächeleien am Ende des Tages auch schon deutlich besser drauf als gestern und das Essen, was ich mir über Trip-Advisor ausgesucht hatte, war auch wirklich sehr lecker und kostete uns vier so viel wie einmal Eis essen gehen in Trondheim. Als Bonus war das Wetter lange nicht so schlecht wie erwartet, es gewitterte einmal kurz am Vormittag, aber dann war es heiter bis wolkig aber bei recht konstanten um die 20 Grad, also wirklich nichts, worüber wir uns direkt beschweren würden. Und jetzt gehe ich mal in mich, wie ich hier in Zukunft bloggen möchte. So ist nämlich auch irgendwie blöd. Fühlt sich an wie mit angezogener Handbremse Auto fahren.

Tag 1005 – Geht grad so.

Gestern im Flugbuss fiel mir ein, was ich vergessen hatte: meinen Bikini. Aber jetzt soll ja das Wetter ab morgen nicht mehr so prall sein, heute schien aber die Sonne und alles war so grün und das Wasser glitzerte so verlockend zu uns rüber, also gingen wir eben doch über die Straße. Höhö. Das Meer ist nämlich direkt über die Straße! Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Und schön war’s, wenn auch in der Sonne wirklich sehr heiß und im Kleid nicht so erfrischend. Deshalb beendeten wir den Ausflug nach etwa eineinhalb Stunden und fuhren in ein „nahe“ gelegenes Einkaufzentrum, mir einen Bikini zu kaufen. Die Anführungszeichen sind dem geschuldet, dass es nah aussieht, man aber irgendwie einmal komplett um Split rumgurken muss, um da hinzukommen. Wie dem auch sei, ich kaufte im erstbesten Laden einen Bikini (in Türkis, weil <3 Türkis, in Wickeloptik oben, weil ist grad in, mit Push-up oben, weil sah gut aus und mit einem für meine Verhältnisse knappen Höschen, das noch nicht mal mein Feuermal auf dem Po komplett bedeckt. Auf meine alten Tage wird’s mir tatsächlich egal.), verkniff mir dann in Laden 2-73 nachzuschauen, ob’s sowas ähnliches nicht auch für viel billiger gegeben hätte und wegen quengeliger, müder (war spät gestern) und absolut konzentrationsloser Kinder war es dann auch schon wieder spät und bis wir wieder am Strand waren ganz schön kalt. Aber da bin ich ja härter.

(Mein Mascara ist auch härter.)

Hier noch ein paar Bilder von Strand-Ausflug 1:

(Die Kinder sind so weiß wie ich, wobei man bei Pippi schon deutlich dunklere Töne sieht als bei mir und vor allem Michel, dem weißen Spargel. Und allesamt haben wir etwa die Farbe der Steine.)

Ein paar Fossilien. Wir haben wirklich viele gefunden, von Schnecken und Moosen und so, Michel ist ganz aus dem Häuschen.

Anekdoten:

  • Michel am Geldautomaten, als die Quittung zur Abhebung rauskommt: „Hast du jetzt gewonnen, Mama?“ (in Norwegen haben wir nur alle Jubeljahre Bargeld, dafür drücken wir bei der Pfandrückgabe immer den Lotterieknopf, auf dem Pfandbon steht dann eben, ob man gewonnen hat oder nicht.)
  • Auch Michel: „Murmelmurmelmurmel?“ Ich: „Was hast du gesagt?“ – „Hatteledessu?“ – „Ich versteh dich nicht, sag’s mal auf deutsch.“ – „Hat den* Läden ssu?“ (Hupsi. Hatte er vorher auch gesagt. Auf deutsch.)
  • Pippi, die ihren ersten Stein ins Wasser schmiss. Und freudig auf das Plumpsen wartete. Was nicht kam. Es war ein Bimsstein. Und Pippi dann sehr verwirrt.
  • Pippi, die auf den Schultern von Herrn Rabe einfach einschlief.

Dochdoch, schon schön hier.

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*typisch Michel: alle Artikel im Deutschen werden kurzerhand durch das norwegische „den“ ersetzt, Fälle gibt’s auch keine mehr, fertig ist die Laube. Manchmal zweifle ich dieses Zweisprachigkeitsding echt stark an.

Tag 1004 – #12von12 im Mai ’18.

Heute ist der 12. Mai, und wie an jedem 12. machen alle, die wollen, 12 Bilder von ihrem Tag und die werden dann bei Caro von Draußen nur Kännchen gesammelt.

Bis 13 Uhr habe ich keine Fotos gemacht. War ein bisschen stressig alles.

Endlich Zeit zum Fotos machen 🤪. #1von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Da meinte das FitBit übrigens schon: „Tolles Workout heute!“ Äh ja.

Drucker kaputt, Personal verwirrt, Kofferscanner kaputt… aber so hat man immerhin Zeit, nen Bildausschnitt zu finden, auf dem sonst niemand zu erkennen ist. #2von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Über die Sinnhaftigkeit dieser Angaben lässt sich auch streiten. #3von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Und dann saßen wir endlich im Flugzeug. Mit einem sehr und einem nicht so aufgeregten Kind, und umgeben von einer Renter*Innen-Reisegruppe, die meisten mit Armbändern auf denen stand „Team Parkinson – shaken, not stirred“ und die waren zwar allesamt ziemlich zittrig aber sehr nett und auch aufgeregt. Niedlich irgendwie.

Kinderessen aka „das will ich nicht“. #4von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Erwachsenenessen mit nicht gerade appetitanregender Lektüre. #5von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Und Zack (nicht wirklich, eher so schnaaaarch) waren wir da.

… und wieder anstehen. #6von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Am Flughafen wurden wir von Taxi abgeholt und beim Supermarkt kurz abgesetzt. War alles im Vorfeld so geklärt worden, hat tadellos geklappt. Und ich konnte auf dem Weg schon einige Palmen und Grün bestaunen.

Supermarktbesuch. Die Kinder sind langsam etwas ungeduldig. #7von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Dann weiter ins Apartment und…

Geschafft! #8von12 von #12von12 #esc2018lisbon

Ich mag ja den ESC. Das ist so herrlich schräg. Mehr als einmal im Jahr muss ich das nicht haben, aber doch, das eine mal, das schaue ich richtig gerne. Heute halt nebenbei, während des Auspackens.

Man kennt das, diese freiheitsliebenden Plastikpflanzen. #9von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit #DekoPerlenInFerienhäusern

Übrigens sind unsere Ferienwohnungsvermieter sehr nett, die Dame spricht zwar nicht so sehr viel Englisch, aber dafür ist ihr Sohn, Luca, ca. 14 (?) sehr hilfsbereit und spricht wirklich sehr gut Englisch. Quasi ein Privatdolmetscher.

One down, one to go. #10von12 von #12von12

Beim Fernsehen eingeschlafen. In dem Bett, das eigentlich für Michel vorgesehen war. Der aber noch rumturnte und mit uns ESC guckte.

Fuego an Fuego. #11von12 von #12von12

Den Wein hatte ich im Supermarkt gekauft. War ok. Keine Offenbarung.

So, Nr. 2 hat den Kampf gegen den Schlaf auch aufgegeben. #12von12 von #12von12

Und jetzt schauen wir noch nebenher ein bisschen Auswertung und werden auch gleich ins Bett plumpsen. Der Tag war doch etwas anstrengend.