Pippi war heute recht fit. Ja, mit Rotznase, ja, ich musste sie die meiste Zeit tragen, weil sie keine Lust hatte zu laufen, aber so fit, dass ich das triumphale im „Ich bin nicht im Kindergarten, ich bin nämlich KRANK!“ gegenüber der ebenfalls kranken Nachbarstochter deutlich rausgehört hab. Dass sie halbwegs fit war, war gut, weil wir so nach Oslo fahren konnten um endlich meinen norwegischen Führerschein zu beantragen. Den Termin hatte ich gestern noch von 08:15 auf 11:45 gelegt, damit ich nicht um halb sieben mit Pippi los musste und so fuhren wir recht gemütlich in die Hauptstadt. Meine Unterlagen hatte ich ja alle beisammen und ich dachte deshalb auch, dass direkt ein Foto von mir für den norwegischen Führerschein gemacht würde, aber nein. Der Antrag, den ich abgegeben habe, ist gar kein Antrag auf einen Führerschein, sondern nur der Antrag auf einen Tausch des Führerscheins. Nachdem nun meine Daten ins System eingedutzelt sind, mein Führerschein eingezogen wurde und ich einen drei Monate gültigen Ersatzzettel als Fahrerlaubnis bekam, wird nun Norwegen in Deutschland anrufen und checken, dass ich nicht sechstausend Punkte in Flensburg habe, welche Gefährte ich überhaupt fahren darf und so weiter. Das dauert etwa vier Wochen. Und *dann* kann ich, auch wieder in Oslo, die Ausstellung eines norwegischen Führerscheins beantragen. *dann* wird auch ein Foto gemacht. Und die Gebühr bezahlt. Und überhaupt. Und *dann* warte ich vermutlich noch mal eine Weile, bis mir die norwegische Entsprechung der Bundesdruckerei die Førerkort fertig gemacht hat. Die ich dann auch wieder in Oslo abholen muss, weil unsere Dorf-Trafikkstasjon „nur Fahrzeugangelegenheiten“ erledigt.
Das ist alles unerwartet kompliziert und ich bin einfach froh, dass ich nun in Oslo arbeite. Wenn auch, natürlich, nicht so ganz in der Nähe dieser Trafikkstasjon.

Pippi und ich fuhren dann einfach wieder zurück. Auf dem Weg noch ein Croissant und ein Baguette. Wie ich dann so am Bahnhof stand, sah ich eine Autowerkstatt. Da ließ ich spontan einmal nach dem seltsamen und Unheil verheißenden Geräusch schauen, mit dem wir schon seit *hust* Weihnachten *hust* rumfahren. Das Auto hat einen Lagerschaden vorne links. Nichts, von dem einem morgen der Reifen bei voller Fahrt abfällt (das sind meine schlimmen Vorstellungen, die ich bei komischen Geräuschen am Auto immer gleich hab), aber schon was, was bald behoben werden sollte, damit’s nicht noch schlimmer wird und dann am Ende nämlich doch der Reifen abfällt. Montag früh werd ich also das Auto da abliefern, auf dass das neue Lager eingebaut werde. Herr Rabe macht Homeoffice und holt das Auto dann ab, wenn der Elektriker, der passenderweise auch Montag kommt, uns ein paar mehr Steckdosen in Küche und (hoffentlich, pleaaaase!) Bad gebaut hat. Tschö Geld auch. Grüß mir den Führerschein.



