Tag 821 – Ich könnte ja…

Mich aufregen. Über den Augenarzt*, oder darüber, dass ich jetzt für das Manuskript doch Word nehmen muss, weil meine Kolleg*Innen Journals LaTeX nicht schnallen akzeptieren, oder das Wetter, meinen Kreislauf, PMS, drei Tage Linsenlasagne, die Abwesenheit von Sankt Martin, den verlorenen Schlüssel, die Bewerbungen, die ich nicht schreibe, weil’s grad echt zu viel wäre, Kopfschmerzen, diverse Launen der Kinder, britzelige Vitamin C-Cremes, Extrasystolen, Zahnarzttermine, die einfach per SMS reinkommen oder darüber, dass ich’s immernoch nicht geschafft habe, die Miete korrekt zu überweisen.

Mache ich aber nicht. Hilft ja nix. Morgen (weiter) machen.

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*erinnert sich noch wer? Pippi schielt immer noch nicht, aber wegen dieser Geschichte dürfen wir das jetzt regelmäßig kontrollieren lassen. Wir haben ja sonst nichts zu tun**. Und weil’s gestern um 10:30 für Herrn Rabe so schön war, war dann der Augenarzt auch krank und der zweite Teil der Untersuchung wird dann Ende November sein. So schön.

**Ich hab das ehrlich erst getippt und dann den alten Text nochmal gelesen. Chrchrchr. Ist ja auch irgendwie schön, wenn man seinem Stil treu bleibt, ne?

Tag 820 – Produktiv, aber…

Ich habe ein Problem. Es gibt kein nicht-ableistisches Wort für blöd. Trottelig. Ich bin ein Vollhorst.

Ich war heute ziemlich produktiv bei der Arbeit, habe alle meine Rohdaten in Zahlen und Plots umgewandelt (Graph Pad Prism ist schon ganz schön fein für sowas), an den Daten herumgerechnet und normalisiert und tausendundeinen p-Value bestimmt und gemessen und zwischendurch habe ich dann immer mal Zwischenergebnisse („Hier die Survival-Kurven.“, „Hier Zahlen zu p-bodies.“, „Hier die Westerns mit relativen Proteinmengen.“) an den Chef geschickt, mir hier und da sowas wie Lob* abgeholt, aber im Großen und Ganzen saß ich 7 Stunden lang an zwei Computern, unterbrochen nur von Mittagessen. Das war der produktive Teil.

Und dann hab ich irgendwo zwischen dem Fahrradkäfig und zu Hause meinen Autoschlüssel verloren. Den Keyless-Go-Schlüssel, den zu ersetzen ca. 3500 NOK** kosten würde. An dem ein Anhänger ist, auf dem der Name des Toyotahändlers in Lippstadt steht. Der auch auf dem Auto einen (wenn auch unauffälligen, aber eben) Aufkleber angebracht hat. Also rein theoretisch müsste man nichtmal sehr gewitzt sein, als potentielle*r Schlüssel-Finder*In, um drauf zu kommen, dass allzu viele Toyotas mit einem Aufkleber eines deutschen Autohauses hier nicht rumstehen werden. Gnaaa. (Klar kann man quasi ein komplett neues Schließsystem kaufen. Aber das ist noch viiiieeeeeeel teurer. Andererseits lacht mich meine Versicherung ganz sicher aus, wenn unter diesen Umständen das Auto geklaut wird.) Rotze. Echt mal.

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* Norweger*Innen loben ja nicht so besonders enthusiastisch. Beziehungsweise: sie bewerten nicht so offensichtlich. Inzwischen bin ich aber soweit, dass ich mir einbilde, Lob und Tadel aus neutral klingendem herauszuhören. Und für „kjempebra jobba“ („super gut gemacht“) muss man auch das nicht können.

** Ich: „Hmm, Blogbuch kostet 3500 NOK, das ist schon viel Geld, das brauchen wir sicher für was dringenderes.“ Auch ich: *verschlürt Autoschlüssel*

Tag 819 – #WmDedgT im vorletzten Monat 2017.

Hui, wo ist denn das Jahr nur hin?

Egal. Heute ist der 5. und das heißt, dass wir alle aufschreiben, was wir den ganzen Tag so machen und dann verlinken wir das bei Frau Brüllen, die sammelt sowas. Heute viele Sonntage.

Der Tag fing mit „Nane! Nane holn, Baba?“ und Kopfschmerzen an. Ich holte eine Banane und Pippi aß und ich hatte Kopfschmerzen und Pippi aß und sang und dann drehte sie sich um und ich dachte, sie schläft wieder ein, da wurstelte sich Michel am Fußende* aus der Decke und fragte irgendwas und dann war Pippi richtig wach. „Autehn, Mama? Autehn! Autehn!“ Ich motzte irgendwas und holte mir zwei Ibuprofen**, dann holte ich die auch motzenden Kinder und setzte uns drei aufs Sofa. Hier darf ja an jedem Wochenendtag einer ausschlafen, heute war Herr Rabe dran. Weil ich aber VERDAMMTNOCHMAL HÖLLISCHE KOPFSCHMERZEN HATTE, machte ich den Kindern Puffin Rock an und döste noch ein bisschen. Als ich wieder wach wurde, wirkten die Tabletten und ich sah mich in der Lage, Frühstück zu machen.

Wir frühstückten gemütlich und waren bis zum Mittag ordentlich faul, mit Sendung mit der Maus, Dinospielen, Angelspielen und „Michel spannt Pippi in ein Geschirr ein und Pippi rennt dann laut quietschend durch die Gegend“-spielen, Blogs lesen, twittern, versuchen, bei Frau Brüllen zu kommentieren und scheitern, dann bei Twitter kommentieren, hier Kommentare beantworten, sowas eben. Irgendwann machte Herr Rabe Pippi zwei kleine Zöpfchen und das ist so unglaublich niedlich, man könnte sie direkt fressen.

Dann war es Zeit zum Anziehen, denn Herr Rabe wollte mit den Kindern zu einem Kinder-Kultur-fest und ich musste zur Arbeit. Herr Rabe duschte und ich sortierte meine gestern gewaschenen Schminkpinsel in ihre Etuis*** und putzte den Kindern die Zähne und zog Pippi an. Michel kämmte sich mit viel Wasser den Pony akkurat an die Stirn und sah damit wirklich total *hust* dämlich *hust* aus. Glücklicherweise hat er ja Naturwellen und die Haare bleiben nicht so, wenn sie trocknen.

Als alle angezogen waren, wog ich noch schnell den Brief ans NAV, wegen der Erweiterung der Krankheitstage. 26,8 g, weil aus der einen Seite dank neuem Formular plus Deckblatt für die Scanzentrale vier geworden waren. Augenrollen.

Wir nahmen alle den Bus und die Kinder stiegen mit Herrn Rabe in der Stadt aus, während ich noch ein Stückchen weiter fuhr und am Krankenhaus ausstieg. Trist, so ein Krankenhaus am Sonntag. Ich holte mir einen großen Kaffee und kaufte eine weitere Briefmarke für den NAV-Brief, den ich dann direkt draußen einwarf. Hurra, ist das endlich weg. Ich ging ins Labor, stellte den Kaffee im Büro meiner Kollegen**** ab und schaltete das Mikroskop an. Den Kaffee trank ich dann während der ersten zwei Z-Scans, das dauert nämlich gut und gerne so 15 Minuten, da kann man also gut quer durchs ganze Labor zum Kaffee wandern. Und alte Proben wegwerfen. Und sich drüber freuen, dass ich andere alte Proben nicht weggeworfen hab.

Ich scannte mich erst durch die Multicolor-Proben. Jedes Mal: Objektiv runterdrehen, Öl drauf, Probe drauf, Zellen suchen*****, schöne****** Zellen suchen, Bild machen (1 Minute), Zoomen, Bild machen (1 Minute), Z-Scan******* machen (~15 Minuten). Bei 9 Proben dauert das etwas. Und danach hatte ich noch 4 Proben, von denen ich jeweils ca. 30 transfektierte******** Zellen brauchte. Uffz. Um sieben war ich endlich fertig. Fertig. FERTIG! FERTIG MIT ALLEM, WAS ICH FÜR DAS MANUSKRIPT BRAUCHE! Yeah.

Mit Herrn Rabe hatte ich zwischenzeitlich abgesprochen, dass ich Pizza mitbringen würde. Ich rief also das Lieblingsrestaurant an und bestellte drei Pizzen, holte mir auf dem Weg zum Bus noch einen kleinen Kaffee (sonst würde ich jetzt vermutlich schon komatös schlafen) und nahm den Bus nach Hause. Holte die Pizza ab und klingelte an der Haustür, weil ich so beladen war. Hörte schon Pippi durch die Gegensprechanlage „Hallooo?“ und dann im Flur „Hallo, Mama! Hallooo-ooohhh!“ die ist so niedlich, ey.

Zu Hause erwartete mich eine überdrehte, weil müde und hungrige Kindermeute. Herr Rabe berichtete beim Essen über das Kinderfest, sie sind irgendwie natur-Dings-gesegnet worden und haben Buttons gemacht und ein Mann hat Didgeridoo gespielt und und und und. Ich glaube, sie hatten einen guten Tag.

Nach dem Essen war es sowas von dringend Schlafenszeit für die Kinder. Wir machten die übliche Klo-Schlafanzug-Zähneputzen-Kablette*********-Runde, dann las ich Michel ein Kapitel aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (auf Norwegisch) vor, Herr Rabe brachte Pippi ins Bett und die Kinder schliefen auch recht schnell ein.

Leider war da noch nicht Feierabend für uns. Ich machte die Wohnung für die Putzfrau fertig, Herr Rabe machte Linsenlasagne für morgen (und die nächsten drei Wochen, der Menge nach zu urteilen). Ich packte noch Michels Schwimmsachen ********** und machte Brotdosen für beide Kinder fertig, legte uns dreien mindestens Unterwäsche raus und ging duschen. Machte das Peeling fast leer (neues, mit A statt B, ist unterwegs), schnitt Fußnägel, piekte mich mit der Spitze der Nagelschere ein bisschen, fing wie verrückt an zu bluten und stellte daran fest, dass der Zyklus bald zu Ende sein muss. Ein Blick in die App verriet: so ist es. Bald also wieder PMS, aber dann auch wieder hormonelle Verhütung, um dieses PMS in der Intensität endlich abzustellen.

Nach der Dusche wohlriechend ins Bett und den Tag abtippen.

Morgen um spätestens neun bei der Arbeit sein: Michel muss wegen des Schwimmens eh vor neun da sein und wir haben um neun jetzt wieder Meeting. So schön.

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* Unser Familienbett-Kompromiss. Jeder schläft in seinem Bett ein und Michel schläft, wenn er nachts zu uns kommt, am Fußende.

** Wenn der Schmerz kurz vor Migräne ist, lieber gleich zwei.

*** das klingt fancier, als es ist. Ich habe ein Täschchen, da werfe ich alles rein und eine Rolle, da kommen die Pinsel wieder rein, die damit geliefert wurden.

**** die haben ihr Büro im Labor, aber es zählt als Büro, deshalb darf man da Kaffee trinken.

***** also Kreuz und quer auf dem Objektträger rumfahren, die Zellen sind nicht immer dicht genug, damit man überall was sieht.

****** in einer einzelnen Schicht gewachsen, intensiv genug gefärbt, möglichst noch mit den Compartments, die ich sehen will.

******* in verschiedenen Ebenen, von oben nach unten durch die Zelle gescannt. Das Ergebnis sind quasi Scheiben, die man zu einem 3D-Bild zusammensetzen kann.

******** mit einem Genstück aus Bakterien gebe ich den Zellen den Bauplan für ein Protein, das sie eh machen, mit einem Protein „drangeklebt“, das ich mit einem Laser zum Leuchten anregen kann. Das „geben“ nennt man Transfektion. Ich brauchte also ca. Dreißig blau leuchtende Zellen:

Wie man sieht leuchten nicht alle, weil eben nicht alle (genügend) fremde DNA aufgenommen haben.

********* Michel macht mit dem Kindergarten die ganze nächste Woche Schwimmkurs. 45 Minuten pro Tag. Genau das gleiche Lernziel, wie in dem teuer bezahlten und irgendwie doofen Kurs. Tjanun.

********** Morgens niedrig dosierte Eisentablette, abends Vitamin D, für alle, die wollen. Die Kinder wollen zumindest Vitamin D eigentlich immer, die sind aber auch echt lecker.

Tag 818 – Heute nix erlebt.

Ist auch mal schön.

Ernsthaft, das spannendste heute war

  • Hygienespüler ist alle
  • Frau mit unfassbar schlechtem Make-up gesehen (zu viel viel zu dunkler Bronzer (eher Contouringpuder, aber herrje, wie käme man denn dann da drauf, das da hinzumachen?) fleckig an den falschen Stellen, sieht halt aus wie mit dem Gesicht voran in den Dreck gefallen und nach drölfzigtausend Schminkvideos kann ich das benennen und mache mir selbst ein bisschen Angst)
  • Fünf Minuten vor Ende der Bierverkaufszeit im Supermarkt Bier gekauft

Ich muss echt aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr aufrege, so viel Action vertrage ich ja nicht so gut.

Tag 817 – Pfannkuchenrezept mit etwas genaueren ungefähren Mengenangaben.

Es begab sich aber zu der Zeit:

(Also erstmal: das war das erste mal, dass ich Herrn Rabe einen Link von mir selbst geschickt hab, das mache ich nicht regelmäßig oder so. Aber das tut auch nichts zur Sache, eigentlich.)

Weil die Kinder dann auch noch das ins-Bett-gehen mit dem Angucken alter Fotobücher verzögerten, unter anderem unserem Hochzeitsbuch, und ich plötzlich schreckliche Oma-Vermissung hatte, hier also nochmal das Rezept für mein All-Time-Absolutes-Unsterbliches-Lieblingsessen: Pfannkuchen wie bei Oma.

Man nehme pro mitessender Person ein Ei und verquirle es mit einem knappen Esslöffel Zucker (p.P.) und einer Prise Salz. Dann gebe man Mehl und Milch abwechselnd hinzu, immer so viel Mehl, dass es ziemlich zäh wird, dann so viel Milch, dass es wieder dünnflüssig ist. Insgesamt wandern so pro Person ca. (!) 300 mL Milch und ca. (!) 250 g Mehl in den Teig. Irgendwann noch zu dem Mehl einen sehr knappen halben Teelöffel Backpulver pro Person dazumogeln (für vier Personen nehme ich einen gehäuften). Die Konsistenz und die Menge des Teigs entscheiden letztlich die Mehl- und Milchmenge: wir wollen einen mitteldicken Teig, der sich gut gießen lässt und in der Pfanne auch schön breitläuft, aber keine Suppe, wie bei Crêpe-Teig. Mit den Mengenangaben oben bekomme ich drei Pfannkuchen pro Person heraus, wobei die Kinderpfannkuchen kleiner sind. Das ganze lasse man jetzt ein wenig stehen, ungefähr so lange wie es dauert, pro Apfelessender Person eineinhalb normal große, säuerliche Äpfel zu schälen und zu entkernen und den ersten schon mal in ca. (!) 2 mm dicke Scheiben zu schneiden. Dann die Konsistenz des Teiges noch mal überprüfen, es kann sein, dass er durch das gequollene Mehl etwas dicker geworden ist, dann noch einen Schluck Milch dazugeben.

Jetzt werden die Pfannkuchen in (wirklich!) reichlich heißem Öl (neutrales Speiseöl, irgendeins) ausgebacken. Dazu eine Suppenkelle Teig in die Pfanne geben, Apfelscheiben drauf verteilen (pro Pfannkuchen ca. einen halben Apfel), nochmal etwas Teig zum Apfel fixieren darüber geben (nicht komplett, eher so wie ein Netz oder Schlangenlinien, hmm, jetzt wäre ein Bild nicht schlecht, ne?) und solange backen, bis der Rand braun wird. Dann mit Schwung umdrehen und aufpassen, dass die Apfelscheiben dranbleiben und man keine Fettspritzer abbekommt. Das ist die Kunst daran.

Mit Zimtzucker servieren. Und an meine Oma denken, die für die ganze Familie in zwei Pfannen gleichzeitig buk und nie die Äpfel vorher schnitt, sondern direkt über den Pfannen blitzschnell Scheiben runterschnibbelte.

Tag 816 – Gettin’ there.

Ergebnis einer fünfstündigen Mikroskopsession:

  • Fünf wunderschöne Bilder
  • Eine angepasste Hypothese
  • Kopfschmerzen
  • Ich weiß jetzt, dass der schöne Mikroskopmann einen putzigen Welpen hat

Ergebnis davon, dass der Mikroskopmann sich ein bisschen (30 Minuten) verspätet hat, weil er in einem Meeting saß, mir aber per SMS Bescheid gab:

  • zwei weitere abgeschickte Bewerbungen
  • Erst um sechs zu Hause
  • Furchtbarer Hunger (vermutlich daher auch die Kopfschmerzen)

Da der Mikroskopmann die Bearbeitung der Bilder machen wird bin ich damit fertig mit meinem Teil für das unendliche Manuskript. Noch ein bisschen auf Daten warten, den Chef seine Hypothesen umformulieren lassen und dann: ab dafür.

Oh, und: das Nature-Paper kommt am 16. raus! Hurra!

(Ich bin’s so leid, das Bewerbungen schreiben. Es kommt mir unheimlich sinnlos vor.)

Tag 0815 – A. is the nicest guy ever.

Also, he is incredibly smart AND handsome. Welcome, Mr. Computerinder!

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Mein Kollege hat meinen Blog gefunden. Tjanun*, ich hab es ja nicht aktiv verheimlicht, aber ich bin tatsächlich ein bisschen nervös, dass das jetzt hier Kreise zieht und demnächst mein Chef** besser weiß als mir lieb ist, wie wenig ich mit der norwegischen Art, Konflikte zu hantieren*** zurechtkomme. Aber egal, mich hemmt das ja nicht (muhahaha).

Leider ist ansonsten heut wenig passiert. Ich saß laaaaaaange am Mikroskop, ich habe ein (in Worten: ein) Stress granules gesehen, ich habe auch herbes Photobleaching gesehen (und die Pi-Elektronen sind schuld, wie an allem) und konnte deshalb nicht gerade schöne 3D-Bilder von dem Stress granule machen. Zwei Bewerbungen geschrieben, eine davon ohne zu wissen, worauf genau, weil außer der Überschrift und dem Standort keine Information abrufbar war. TJANUN. Daten ausgewertet und Unterschiede gesehen. Hurra! Wir mögen Unterschiede. Unterschiede lassen sich viel besser diskutieren, als keine Unterschiede.

Sonst war nix. Aber hier ein „Video“ von meinen schnaufi-schnarch-fiependen Kindern. Ich geh tot, so niedlich sind die. Wenn sie schlafen.

Fehler
Dieses Video existiert nicht

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* Was macht Google Translate eigentlich aus Tjanun? Hmm?

** Who, by the way, is the best supervisor ever. Of course. Very supportive.

*** Ich überlege grade: das sagt man auf deutsch nicht so, oder? Oje, was ist nur aus mir geworden.

Tag 814 – Grumpy Pumpkin.

Halloween mag ich nicht. So, jetzt ist’s raus. Hier waren diesmal auch zum ersten mal überhaupt Kinder. Zwei. Von denen ich eins sah. Und so ganz schienen sie das Konzept nicht verstanden zu haben, denn das ganze lief ca. so ab:

*ring*

Ich, in den Hörer: „Hallo?“

Kinderstimme: „Hallo?“

Ich: „…“

Kinderstimme: „Äh, können wir rein?“

Ich: „Ihr müsst schon erst was sagen.“

Kinderstimme: „Äh, wir wollen rein um Süßigkeiten zu kriegen?“

Ich, nach kurzem Lachanfall: „Na, dann kommt mal hoch.“

Ja, und wie gesagt: gesehen hab ich dann von zwei Kindern nur eins (ca. 8 oder 9 Jahre alt, also auch kein schüchternes Kleinkind), das hatte seine Hexen-Gummimaske in der Hand (vermutlich ist die halt schwitzig-eklig innendrin, Augen auf und Hirn an beim Kostümkauf, würde ich da sagen) und war schneller wieder weg, als ich gucken konnte.

Laaaaangweilig!

(Außerdem vermisse ich ECHT RICHTIG DOLL Laterne-singen. Dafür würde ich sogar basteln. Und dass Michel heute einen Heulanfall bekam, weil ich ihm keine Fledermausflügel genäht hab (hahaha, wann denn? Ich hab noch nicht mal schwarzen Stoff!), macht’s auch nicht grad besser.)

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(Ganz kurzes Karri-Update: heute hab ich das Haus verlassen und es war wohl etwas übermütig, dass ich noch einen Espresso auswärts getrunken hab, jedenfalls brüllte Pippi ziemlich als ich zurückkam und wollte danach am liebsten in mich reinkriechen. Hmmhmmhmm. Donnerstag geht’s weiter, dann aber mit Herrn Rabe – ich werde mal wieder am Mikroskop sitzen.)

Tag 813 – Sichelzellanämie ist es auch nicht.

Heute waren drei Dinge:

  • Kackwetter
  • Kinderarzttermin
  • Start der Pippi-Karri-Gewöhnung

Bis auf das Wetter lief alles super, also das Wetter war auch echt grandios im Kacke sein und ich bin jetzt um die Erkenntnis reicher, dass der heutige ColourPop-Lippenstift (Bichette Matte Lippie Stix) zwar Essen, Trinken und allgemein langes draufsein tadellos übersteht, aber bei eiskaltem Wasser (ok, es war eher so Eisstrahlen) blättert der einfach ab. Vielleicht lässt sich das ja zum Abschminken nutzen.

Jedenfalls ließ ich nach dem Weg zur Arbeit für die weiteren Wege des Tages dann doch lieber das Fahrrad stehen, auf dem einen Weg musste ich schon drei mal anhalten und warten, bis meine Augen, in die es die ganze Zeit quasi reinhagelte, aufgehört hatten zu tränen. Dann fing es noch an zu schneien, alles war voller Schneematsch, ich hab noch keine Spikes aufgezogen und muss dringend meine Bremsen nachziehen, die funktionieren nämlich bei kalt und nass nur mäßig und überhaupt war wirklich Fahrrad-feindseliges Wetter. Also nahm ich den Bus von der Arbeit nach Hause, dann das Auto (nachdem ich den Reboarder eingebaut und die Bezüge wieder aufgezogen hatte…) von zu Hause zum Kindergarten, sammelte Pippi ein, fuhr mit ihr zum Kinderarzt, legte mich fast auf die Fresse, weil der Lehmboden am abschüssigen Parkplatz so nass und glibschig war, kam mit Pippi um 12:59 in die Kinderarztpraxis und schaffte es nicht mal, meine Schuhe auszuziehen*, da wurden wir schon aufgerufen.

Dann der Arzttermin. Also, Herr Prof. Dr. Stein Dingenskirchen, der war sehr nett. Er erinnerte mich sehr an meinen alten Frauenarzt. Erstens war er alt. Richtig alt. Die Hände schon voll Altersflecken-alt. Und dabei ein gutmütiger, etwas behäbiger Opa. Er machte sich handschriftlich Notizen zu allem möglichen (Ich kam mir vor wie beim Heilpraktiker, so lange und ausführliche Anamnesegespräche hab ich bisher selten erlebt), während Pippi vor sich hin spielte. Er fragte wirklich alles ab, von ihrem Geburtsgewicht zu ihrem aktuellen Gewicht, wie lange ich gestillt habe, wie lange voll, was und wie viel sie so isst, ob es ihr im Kindergarten gefällt und so weiter. Dann fragte er erst nach dem mysteriösen Fieber. Und zum ersten Mal sagte mein Gegenüber nicht „also ca. einmal im Monat?“ als ich sagte, dass sie alle drei Wochen Fieber bekommt, wie ein Uhrwerk. Er fragte dann noch ein paar Sachen, hörte Pippi ab, guckte in ihren Hals, fühlte an ihrem Bauch, bewunderte ihr Pflaster an der Hand**, tastete alle möglichen Lymphknoten ab, kitzelte sie hinterm Ohr und dann durfte Pippi wieder spielen während ich erklärt bekam, was er für die wahrscheinlichste Erklärung hält. Und das ging so: „Also, erstmal um dich zu beruhigen: das ist keine Leukämie und auch kein Rheuma. Bei Erwachsenen würde man das bei solchen Symptomen vermuten und deshalb wollte Euch wohl auch die Hausärztin herschicken. Es könnte noch Sichelzellanämie sein, aber das wüsstest du sicher, wenn das in eurer Familie vorkäme. Bei so kleinen Kindern und nachdem das andere ausgeschlossen ist, gibt es noch etwas, das Periodisches Fiebersyndrom heißt. Da schreibe ich mal hier einen Artikel*** auf, da ist das sehr gut beschrieben. Im Grunde ist es genau das: alle drei bis vier Wochen Fieber für ein paar Tage, ohne weitere Symptome. Manchmal geht damit eine Schwellung der Lymphknoten**** oder eine Mandelentzündung einher. Das ist nicht schlimm und geht von selbst wieder weg, man kann auch mit einem Hals-Nasen-Ohrenarzt mal überlegen, ob die Mandeln entfernt werden sollten, wenn es zu häufige oder zu lange Episoden werden.“ Dann fragte er noch, ob ich noch Fragen hätte (nein, also ja, aber nein, ich muss das erstmal verdauen) und füllte mir einen Antrag auf Erweiterung der (bezahlten) Kindkrank-Tage aus, damit wir nicht jedes Mal einzeln zum Arzt rennen müssen. Und dann wars auch schon vorbei, 45 Minuten waren wir „behandelt“ worden, Pippi sagte ganz bezaubernd Tschüss zu allen Spielzeugen, die in der Praxis wohnen und ich fuhr sie zurück zum Kindergarten. Ohne Kind auf dem Schoß arbeitet es sich einfach besser, vor allem im Labor. Auch wenn es dann nur noch ne Stunde war, bis ich wieder losmusste um Karri zu treffen.

Um exakt 15:45 parkte ich vor unserer Haustür, wo auch schon Karri stand (aber noch nicht lange, puh) und wir gingen – immernoch durch den Schneeregen – zum Kindergarten. Michel wollte unbedingt zu seinem besten Freund, weil da heute „ein Kürbis gemacht wurde“, whatever, ich fand eine Solo-Gewöhnung von Pippi für den ersten Tag auch gar nicht schlecht, also sagte ich ja. Ich stellte Karri den verbliebenen Kindergärtner*Innen vor und erklärte ihr das nötige. Und dann rollten wir gemeinsam das Kind im triefenden Fahrradanhänger nach Hause. Da kam ich mir dann kurzzeitig sehr Gutsherrinnenmäßig vor, weil ja Liv heute da gewesen war und alles blitzte und blinkte und ich komme mit meiner Nanny zur Tür rein… Naja. Pippi war überraschend fröhlich, ließ sich von Karri direkt ein Brot schmieren und wollte dann unbedingt Peppa Wutz gucken (etwas peinlich für die Mama, das Fernsehsüchtige Kind…). Aber sie darf ja eine Folge gucken und Karri bekam dann auch gleich einen astreinen Wutanfall mit, als die Folge vorbei war und ich ausschaltete. Ganz reale Bedingungen also. Während der Folge hatte ich Karri weitere nötige Dinge gezeigt (Klo, Windeln, Kleidung, Essen…) und ihr alle unsere Nummern gegeben und meinen Plan erläutert, nämlich zwar hier zu sein, aber eben Kram zu machen, auf den Dachboden zu gehen und so weiter. Und das machte ich dann auch, fast gar nicht nervös, und als ich vom Dachboden wiederkam, die Hände voller Kinderstiefel, hörte ich Pippi fröhlich quietschen. Pippi und Karri bauten Lego, das Kunstwerk würde mir stolz präsentiert und dann rödelte ich weiter. Einmal rief Pippi im Wohnzimmer „Mama?“ und ich rief aus dem Schlafzimmer „Ich bin hier!“ und das war‘s. Für einen ersten Tag mit meinem bisher eher klammerigen Kind bombastisch gut. Vielleicht hat sie ja endlich verstanden, dass wir sie nicht bei Kinderessern lassen würden.

So kann’s gern morgen weiter gehen. Also, minus den Arzt, dafür mehr Arbeit.

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*Nein, das macht man in Norwegen nicht in jeder Arztpraxis so, aber da stand ein Schild, man solle das doch tun, weil Babys herumkriechen. Und innerhalb der Praxis ist handyfreie Zone.

**glorreicher Moment der Mutterschaft gestern: am Herd herumwurschteln und vergessen, das kleine, sehr scharfe Gemüsemesser außer Reichweite von Pippi zu legen. So schnell wird sie wohl kein Messer mehr anpacken.

*** einen richtigen, Wissenschaftlichen Journal-Artikel. Hachz!

**** zum Abschluss zeigte er mir noch, wie man die Lymphknoten am Hals und im Nacken abtastet, damit ich überprüfen kann, ob die bei den Fieberepisoden anschwellen. Hachz!