Tag 643 – Saftlos. 

Auch heute ein Tag eher zum Wegwerfen. Aber ich möchte ja nicht mehr so negativ sein, also erwähne ich nur ganz kurz den deutlich länger als geplant abgeschalteten Strom, die Kinderstreitereien, die kack Ergebnisse im Labor*, die Probleme mit dem einen Artikel und die Probleme mit dem anderen Artikel. Und jetzt konzentriere ich mich dann wieder auf das Gute:

  • Wunderbarstes Wetter. Echt mal. Besser als 15 Grad und Sonnenschein Mitte Mai hier in Trondheim geht nicht wirklich. 
  • Zu Fuß gehen tut mir wirklich gut und ich bin immer froh, wenn ich mir die Zeit nehme(n kann).
  • Ich habe heute meine Experimentreihe mit zwei Experimenten angefangen, die eine etwas schwierige Person aus unserer Gruppe gerne gemacht haben wollte. Sie war total überzeugt davon, dass das so nicht gehen könne, weil… Tja. Geht ja wohl. Ätschibätsch. (‚N bisschen Ahnung von Proteinen hab ich dann ja doch, nä?)
  • Überhaupt habe ich heute viel geschafft. Dass es nicht unbedingt viel gebracht hat, ist ja davon erstmal unabhängig. 
  • Sehr nettes Mittagessen mit Lieblingskollegin (there, i said it). 
  • Einen Kontakt zum wissenschaftlichen Schreiben in Unternehmen vermittelt bekommen. 
  • Ganz viele neue falsche Freunde Kontakte im Networkingnetzwerk.
  • Beide Kinder sind recht schnell eingeschlafen und liegen bisher noch in ihren eigenen Betten. 
  • Liv kommt morgen. 

Insgesamt ok, aber ich bin auch nicht traurig, dass der Tag jetzt vorbei ist. 

    * Interessantes Ergebnis: ich habe ein Protein aufkonzentriert, um dessen Bindung an ein anderes Protein besser untersuchen zu können. Nach dem Aufkonzentrieren bindet es aber gar nicht mehr an das andere Protein, und zwar egal in welcher Konzentration es eingesetzt wird. (Das aufkonzentrierte Protein ist aber  schon noch da, das habe ich als erstes überprüft. Aber vielleicht ist es kaputtgegangen? Hmmhmm…

    Tag 642 – Was für eine schöne Zahl.

    Ich bin total genervt von allem, deshalb nur kurze Meldung. 

    Die Bauarbeiten sind zu ca. 7/8 fertig. Es fehlen nur noch so Kleinigkeiten, wie Latten auf den Löchern die beim Türeneinbau gerissen wurden und irgendwie hat es auch keinen Sinn, für den Warmwasserbereiter extra einen Raum mit Brandschutztür zu bauen, wenn man dann das Stromkabel für selbigen Warmwasserbereiter durch die Tür legt, sodass man diese nicht mehr schließen kann. 


    Außerdem ist es überall furchtbar dreckig und der Staub von den Rigipsplatten hat sich in jede Pore der Holzdielen im hinteren Flur gesetzt, sodass man jetzt immer weiße Fußsohlen bekommt, wenn man da lang geht. Trotz Fegens und dann Staubsaugens auf „Saugt Wurmlöcher auf“-Stufe. 

    Außerdem Kinderkram, der mich doll orrren lässt, aber dazu eventuell später mal, es geht eh nur indirekt um unsere Kinder. 

    Stoff reichte nicht mehr für ein Kleid. 

    Und müde. Müde bin ich auch. Sehr. Letzte Nacht um eins war Pippi fast aus dem Bett gefallen (nur der Kopf lag noch auf der Matratze, der Rest auf dem Boden) und da begann eine Nacht in der ich von Bett zu Bett wanderte. Sowas strengt an. 

    So, genug genörgelt. Morgen ist ein neuer Tag.

    Tag 641 – Deilig!

    Quasi den ganzen Tag* in der Sonne** gesessen, Waffeln gegessen, geschnackt und das Wochenende genossen, während die Kinder sich im Garten unsere Freundin austobten. Ich frage mich ja schon***, wie es sein kann, dass zwei Dinge zeitlich exakt zusammentreffen: a) ein Wegziehen aus Trondheim ist, wenn auch vielleicht noch nicht ganz in Sicht, so doch als Sache an sich zumindest beschlossen und b) ich freunde mich mit Trondheim an. 

    * mit einem kleinen Abstecher ins Büro, um ein Schnittmuster auszudrucken und einmal gaaaaaanz kurz nach den Zellen zu gucken 
    ** Kein Sonnenbrand, keine Allergie. Ich möchte die Coop-Billig-Eigenmarke und insbesondere die Sensitiv-Sonnencreme**** an dieser Stelle lobend erwähnen!
    *** eigentlich nicht. Es wundert mich noch nicht mal, Hobbypsychologin, die ich bin.


    **** mit Hormonen*****! Muhahahaha!!!


    ***** (möglicherweise eventuell unter bestimmten Bedingungen hormonähnlich wirksamen Bestandteilen)

    Tag 640 – Bekymringswochenabschluss und #12von12 im Mai ’17.

    Was ein Tag. Aber es wäre nicht der 12., wenn man nicht 12von12 machen könnte (für mehr Informationen dazu und zur Sammlung der 12von12-Beiträge gucken Sie doch im Kännchen-Blog vorbei). 

    Der Tag fing etwas hektisch an, weil um acht der Strom abgestellt werden sollte. Wurde er dann nicht, aber Tjanun. 


    #1von12 von #12von12 Fahrradakku kann nach wie vor nicht geladen werden, ohne Akku fahren macht wegen des Fahrradgewichts nicht so richtig Spaß. Ich parke mein Fahrrad im Garten, weil im Flur (Yeah, Bauarbeiten) kein Platz ist.


    #2von12 von #12von12 Definiere Luxusproblem: ich hab meine Sonnenbrille vergessen und muss nochmal in die Wohnung hoch. Außerdem schwitze ich mit Schal. Es ist wirklich sehr schlimm alles.


    #3von12 von #12von12 Gleich gibt’s Frühstück.

    Mittlerweile ging mir der Magen ziemlich auf den Knien, also war das ganz gut, dass es mal es zu essen gab. 


    #4von12 von #12von12 Mein (geteiltes) Büro ist überfüllt. Ich kann so nicht #KW19.

    Tja. Die Masterstudentin muss Montag abgeben und sitzt mit ihrem Betreuer und dem Chef am Rechner um die letzten Korrekturen einzuarbeiten. Zwischendurch steht der Chef immer wieder auf und diktiert im Gehen Sätze. Er macht mich wahnsinnig damit. Trotzdem kriege ich irgendwie den CV fertig. 


    #5von12 von #12von12 Mittach mit Aussicht. (DEILIIIII!)

    Jaja, es ist schlimm, ich sag’s doch. 

    (Leider erwischten mich diverse Leute in der Mittagspause, darunter der Chef. Es wird beschlossen, ein Experiment zu wiederholen. Asap. Ich soll noch heute Zellen auftauen. Was tut man nicht alles für Nature, ne?)


    #6von12 von #12von12 CAPSLOCK IST KAPUTT!!! (Nicht mein Ordner!)

    Apropos Zellen auftauen. Mache ich dann mal. Seufzend. 


    #7von12 von #12von12 Na toll. Erst stand da „nur CV“, jetzt doch cover letter. Ja. Schreibe ich mal eben, ne?

    Dann wollte ich den CV hochladen. Und stellte fest: man darf auch nen Cover letter dazu tun. Mir kommt das im Grunde sehr gelegen, so nen Anschreiben bringt ja doch nochmal viel mehr Persönlichkeit rüber. Aber eigentlich wollte ich dich früh nach Hause… egal. Das mache ich noch. 


    #8von12 von #12von12 Manche Dinge kann ich auch einfach nicht lassen.

    Man wird übrigens später gefragt, was für ein Geschlecht man den habe, es gibt aber auch die Ankreuzmöglichkeit „I prefer not to disclose this information“. 


    #9von12 von #12von12 #Nachhausewegselfie (endlich!) Vor meinem Lieblingsgebäude hier.

    Doch wieder etwas frisch, deshalb doch der Schal. Aber total happy, kein Wunder: ich hab ja gerade locker drei Stunden darüber meditiert, warum ich total toll bin und man mich unbedingt einstellen sollte. 


    #10von12 von #12von12 Obligatorisches Abendessenbild (Reis mit Scheiß). K2 is(s)t fröhlich, K1 is(s)t bei seinem Kumpel.


    #11von12 von #12von12 K2 hat sich selbst den Schlafanzug angezogen. Inklusive Schuhe.

    Während Herr Rabe Michel abholt, habe ich sehr viel Spaß mit Pippi. Die ist so unglaublich niedlich! Ich krieg mich fast nicht mehr ein vor lauter Hachzen. Sie spricht jetzt auch Mehrwortsätze, zum Beispiel: „Se! Schuh-ä! Mama sin!“ (Guck mal! Schuhe! Mama ihre!) was übrigens völlig korrektes Norwegisch oder auch westfälisch ist. 

    Irgendwann sind die Kinder im Bett und ich tatsächlich noch wach. Auf dem Sofa TeX-e ich das Abschreiben zur Bewerbung und schicke es Herrn Rabe zum drüberlesen. Dann schrauben wir gemeinsam an ein paar Formulierungen rum, Herr Rabe zerhackt drei bis vier Satzschlangen und wir teilen uns ein bisschen Osterschoki. Und irgendwann lade ich tatsächlich die Bewerbung und den CV hoch. Verrückt. 


    #12von12 von #12von12 Die Bewerbung ist weg. Ich fühle mich in etwa so wie dieser Hase aussieht.

    (Nämlich leer und ein bisschen kopflos.)

    So, und jetzt erklärt mir mal bitte wer, wieso WordPress mal wieder keine Bildunterschriften haben will? 

    Tag 639 – Bekymringswoche Tag 4. 

    Heute früh dachte ich noch, ich müsse Pippi zu Hause betreuen, weil die gestern Abend echt mies drauf war und auch Fieber hatte. Als wir dann aber Michel im Kindergarten abliefern wollten, wollte sie unbedingt dableiben und war auch super gut drauf und fit. Ich ließ sie also da und fuhr alleine nach Hause – meinem Chef hatte ich nämlich schon mitgeteilt, dass ich heute nicht käme. Zu Hause prokrastinierte ich dann ein Weilchen und setzte mich irgendwann hin um mir ein Networking-Netzwerk-Profil anzulegen. Das tat ich auch, wurde aber nicht wirklich fertig, weil mir das Bild noch fehlt. Herr Rabe hat gestern Nachmittag von mir eins gemacht, auf dem ich normal (also nicht verrückt, albern oder viel müder als ich in echt bin) aussehe. Hurra. Aber es ist noch auf der Kamera, aus Nörgelkindergründen. Also machte ich da erstmal Pause und machte mich an die E-Mail-Allerts der größeren Firmen. Ich kam nicht sooo weit damit, weil ich schon bei der dritten Firma über eine Stellenanzeige stolperte, die mir leichte Schnappatmung verursachte. Ich beschloss nach dem ersten Schreck, es einfach drauf ankommen zu lassen, und mich da zu bewerben. Ha. Falls ich den Job kriege (nein, wenn ich den Job dann habe, positiv denken ist wichtig!) muss ich halt wirklich fix aufschreiben, das ist dann eben so. Vielleicht nicht das schlimmste, da ein festes Datum für mich und auch für meinen „Du könntest doch noch fünftausend Experimente machen“-Chef zu haben. Naja, jedenfalls war das Resultat meines Vorhabens, dass ich meinen Lebenslauf aktualisieren musste. Und während ich so aktualisierte, merkte ich, dass das ganz und gar uninteressant für die Stelle ist, mit welchen Massenspektrometern ich gearbeitet hab und dass ich mal Pilot-Scale DSP gemacht hab. Also schrieb ich alles nochmal um und hielt Rücksprache mit LittleB und dann schrieb ich nochmal Sachen rein und andere raus und sortierte um und dann war ich sehr müde und morgen geht’s damit weiter. Puh. Diese Bekymringswoche hat’s echt in sich. 

    Tag 637 – Bekymringswoche Tag 2.

    Totaler Durchhänger, nachdem ich die 25 größten Biotech-Unternehmen auf Sitze in Norwegen überprüft hatte. Also, fast jedes Unternehmen hat hier natürlich ein Office, aber die allermeisten machen halt nur Sales und Marketing und Customer Relations und so hier. Das ist alles nicht mein Fall. Es blieben, wenn ich mich recht erinnere, 2-3 Unternehmen, die hier ernsthaft Dinge tun, davon macht eins aber Zeug mit radioaktiven Isotopen gegen Krebs, das ist jetzt auch nicht grad meine Kernkompetenz. Bleiben 1-2. Das ist keine Perspektive, sondern ein Witz.

    Dann Suche ausgedehnt auf ganz Skandinavien. Wenig überraschend: Kopenhagen is the place to be. Aber alle ausgeschriebenen Stellen* klangen in etwa so „Du musst mindestens einen Professortitel haben und 15 Jahre Berufserfahrung mit top Referenzen von noch größeren Global Playern, als wir es sind, in GENAU DEM futzikleinen Spezialgebiet, was du hier machen sollst“ oder eben „Ach, Hauptschulabschluss reicht eigentlich und wir gucken mal, was du dann machen kannst, aber mach dir keine große Hoffnung darauf, dass das irgendwas interessantes sein könnte“. Frustrierend, sowas.

    Zu Hause heulte ich deswegen ein bisschen den Mann voll, fasste dann den Beschluss, am Donnerstag endlich ein LinkedIn-Profil zu erstellen und mich außerdem bei all den Unternehmen in die „Wir melden uns, wenn wir ne Stelle haben, die du vielleicht eventuell möglicherweise haben wollen würdest“-Liste einzutragen, die sowas haben. Kann ja nicht schaden. Und morgen werde ich noch ein bisschen über den Sinn und Unsinn von Trainee-Programmen meditieren.

    Und zum Abschluss des Tages Skypte ich länglich (nicht so sehr wie gestern, das eskalierte etwas…) mit einem Ex-KollegenSlashKommilitonen, der lange in Dänemark gearbeitet hat, jetzt aber da weggezogen ist, aber nicht wegen Dänemark sondern aus Gründen halt. Dänemark klingt (Shitstorm in drei, zwei, eins) wie der kleine, unsportliche und bebrillte Bruder von Norwegen, mit längerem Sommer und undeutlicher Aussprache. Also, da das gestern nicht so ironisch rüberkam, wie es sich in meinem Kopf anhörte: Ich finde weder die Schweiz noch Dänemark wirklich furchtbar. Ich habe diffuse Bauchgefühle und weiß abseits von Käse, Schokolade, Schweinen und Strand quasi nichts über diese Länder. Weshalb ich mich, manche vermuteten es schon, mit Frau Brüllen über die Schweiz unterhielt und jetzt eben mit dem Ex-KollegenSlashKommilitonen über Dänemark. Weil Erfahrung aus erster Hand dann doch Bauchgefühle schlägt. Hätte ich mich mal mit jemandem unterhalten, der in Trondheim lebt, bevor ich herzog, wäre ich vielleicht besser vorbereitet gewesen. 

    Hoffen Wir mal auf einen klärenden Schlaf. (Der auch gerne länger als 4 Stunden am Stück sein darf, liebe Pippi und lieber Michel ;) )

    ___

    *Nein, ich will mich nicht jetzt schon bewerben. Macht ja null Sinn. Aber mal die Fühler ausstrecken, was gesucht wird. Noch habe ich ein bisschen Zeit, um mich eventuell gezielter vorzubereiten. Wenn ich denn erstmal weiß, was ich machen will (Kollege heute meinte auf die Bemerkung „Ich krieg zu viel in Uni-Laboren, ich brauche mehr Regeln, sonst will ich schnell alle erwürgen.“ von mir hin : eher D als R. Immerhin schon mal was.)

    Tag 636 – Bekymringswoche Tag 1

    Erinnerungen Sie sich noch an das Gespräch mit Cecilie? Da hatte ich ja festgelegt, dass ich mir in KW 19 ordentlich Sorgen um meine berufliche Zukunft machen würde und vorher aber nicht (mehr). Das mit dem ‚vorher nicht mehr‘ hat tatsächlich relativ gut geklappt, wobei sich mehr und mehr ein grober Plan herauskristallisiert hat, der im Wesentlichen aus einer örtlichen Wunschliste bestand, nämlich (in der Reihenfolge)

    1. Norwegen, speziell Oslo
    2. Schweden (Göteborg, Stockholm, Malmö)
    3. Dänemark (Kopenhagen)
    4. Schweiz (Basel)

    Das schöne an dem Plan war, dass er sich grob genug anfühlte um nicht zu viel Druck auszuüben, aber auch konkret genug war um meine innere Unruhe im Zaum zu halten.

    Und dann wurde mir letzte Woche irgendwann – während ich so mit ca. 20 Zellkulturflaschen jonglierte – klar, dass KW 19 ja am 8. Mai anfängt. Wie soll ich sagen, der Rest der Woche war dann relativ vollgepfropft, um diese Woche halbwegs frei zu haben, aber es hat funktioniert. 

    Und seit heute früh mache ich mir eben aktiv und bewusst Sorgen. Mein bisheriger größter Meilenstein ist das hier*:


    Joa. Ich werde mich noch eingehender mit dem Thema „Wissenschaftliches Schreiben als Broterwerb, eventuell sogar in einem Unternehmen angestellt“ beschäftigen, weil ich viel zu wenig darüber weiß, um es als Vergiss-den-Quatsch abzutun. 

    An der Stelle hätte ich vermutlich abbrechen und nach Hause gehen und Kleider nähen sollen, stattdessen machte ich den Fehler und googelte Unternehmen, die Menschen wie mich möglicherweise anstellen wollen könnten. In Norwegen. Das Ergebnis war mehr als ernüchternd: es gibt hier (also, in Oslo) kaum entsprechende Unternehmen. Wirklich nur ganz ganz wenige und die sind zum allergrößten Teil sehr kleine Buden. Und als ich meine Suche ausdehnte, kam einiges weniges in Schweden dazu, etwas mehr in Dänemark und sehr, sehr viel in der Schweiz und in Deutschland. An der Stelle machte ich das einzig Sinnvolle und ging mit meiner Kollegin draußen in der „Sonne“ (lies: Nieselregen) einen Kaffee trinken. Danach war ich wenigstens wieder so gut drauf um die Google-Ergebnisse Google-Ergebnisse sein zu lassen und statt mich zu grämen, weil wir eventuell in ein so grauenvolles Land wie Dänemark oder gar die Schweiz zu ziehen, Gespräche mit Menschen anzuleiern, die eben da wohnen. Und obendrein noch eins zum Thema Schreiben. Alleine komme ich da auf keinen grünen Zweig und „Wie ist das Leben in der Schweiz“ zu Googlen macht vermutlich in etwa so viel Sinn, wie eine Suchmaschine nach „was ist das für ein komischer Knubbel an meinem Finger“ zu befragen.

    Außerdem ist das DIE Gelegenheit, mal mit Leuten in echt zu reden. 

    Wird schon. Morgen gehts weiter.

    *Ach, schade, ich dachte, ich hätte den ganzen Zettel fotografiert. Naja, dann zeige ich Ihnen den morgen. 

    Tag 635 – Katzen! Pinguine! Schafe!

    Ich habe Binge-genäht. 

    Dieses Bild ist hier nur, damit es in der Beitragsvorschau erscheint.


    Das kam so: Michel und Herr Rabe wachten beide relativ krank auf und ein Sofatag wurde schnell beschlossen. Ich hatte gestern abend noch mein Shirt vom Freitag zerschnitten und den „Schnitt“ abgenommen (die Gänsefüßchen sind da, weil das wirklich so simpel ist, dass die Hälfte von Ihnen vermutlich gleich lacht). Naja, die Familie hing also eh rum, Brot hatte ich keins zu backen, also: Nähmaschine raus. 

    Das „Schnittmuster“. Einzige Schwierigkeit: die asymmetrischen Ärmel. Wobei ich mich ja auch oft frage, was schwieriger ist: ein ganzes Teil rundum sauber ausschneiden oder den Stoff exakt glatt im Bruch auslegen und dann zuschneiden. Letzteres dauert bei mir jedenfalls immer sehr lange und – siehe Muster – es geht auch oft etwas schief.


    Das Shirt ist wirklich ganz schnell gemacht. Ganz ganz schnell. Und irgendwann lerne ich auch noch, die Muster grade hinzubekommen. Bis dahin muss meine Umwelt mit leicht schiefen Mustern leben. 

    Cat-content!


    Jupp, mein Kreuz *ist* so breit. Das, liebe Kinder, passiert, wenn man in früher Adoleszenz unter entsprechendem körpereigenen Hormoneinfluss sehr viel schwimmt.

     

    Der dunkelgraue Jersey ist so dünn und weich, dass er sich etwas zickig nähte. Aber nix Wildes. Man sieht es ein bisschen an den Ärmeln, was ich meine: obwohl ich (ich schwöre!) nicht am Stoff gezogen habe, sieht die Naht etwas gestaucht aus. Auf meiner Wunschliste ist für irgendwann später, wenn wir mal voll viel Geld haben und auch entsprechend viel Platz: eine Overlocknähmaschine und für deutlich zeitnaher: eine Zwillingsnadel. 

    Michel hat übrigens beim Nähen geholfen. Er hat den Fadenvernähknopf am Anfang und Ende jeder Naht gedrückt, Unterfaden aufgespult und Stecknadeln gereicht und wieder angenommen. Der Preis für seine Hilfe war, dass er auch etwas genäht haben wollte. Also habe ich ein Kinder-T-Shirt genäht, für das er sich (mit leichter Unterstützung) den Stoff selbst ausgesucht hat. Den „Schnitt“ habe ich fix von einem gut passenden T-Shirt in Größe 110 abgepaust. Polarn o‘ Pyret fällt immer recht groß aus… 


    Jetzt können Michel und ich im Partnerlook gehen! Zweimal! (Und der lila Stoff ist immer noch nicht ganz alle, herrje.)

    Michel machte dann noch einen späten Mittagsschlaf, er ist also wirklich krank, der arme Zwerg. Ich nutzte die Zeit für noch ein Shirt für mich, diesmal mit Schafen und blau. 


    Im Vergleich zum grauen Oberteil habe ich den Rücken oben ca. drei cm schmaler gemacht. So ist der Halsausschnitt nicht so groß und es steht auch hinten nichts mehr ab.


    Doch, ich bin zufrieden mit mir. Das hat mir wieder richtig Spaß gemacht. Als nächstes dann vermutlich ein Kleid. 

    Tag 634 – Herr Rabe…

    … ist der Beste. 

    Erstens hat der heute Geburtstag. 

    Zweitens hat der sich überlegt, dass er gerne mal echte Carbonara-Soße machen möchte. An seinem Geburtstag. 

    Drittens ist ihm beim Rezept lesen aufgefallen, dass er da vier Eigelb, aber null Eiweiß braucht. 

    Viertens hat er sich daraufhin ein Rezept für einen Baiserlastigen Zuckerschock als Geburtstagskuchen herausgesucht. 

    Fünftens hat er sich das selbst gebacken. 

    Ich bin hier völlig überflüssig. 

    Ich lieb‘ Dich!

    Murch!
    P.S. Herr Rabe hat gesagt, ich soll auch schreiben, dass er jetzt seine Socken auf einen Sockenring zieht und sie in die Wäsche in ein Wäschenetz tut, auch wenn er das ein bisschen spießig findet.