Tag 437 – Die Hochzeit. (Die in Bielefeld.)

Heute auf dem Programm: der Grund unserer Reise nach Bielefeld. Die Hochzeit meines Schwagers. Also Herrn Rabes jüngsten älteren Halbgeschwisters, mit seiner Frau, die sind nämlich schon neun Jahre standesamtlich verheiratet, heute folgte der kirchliche Teil und zwar ökumenisch in der Neuapostolischen Kirche. Soviel vorweg (Achtung, Spoiler!): es war das komplette Kontrastprogramm zur Hochzeit letzte Woche.

Erstmal: sich fertig machen und so, das klappt ja ohne Kinder auch irgendwie besser als mit. Letzte Woche war ich 40 Minuten zu früh fertig. Heute verkrümelte Pippi noch 15 Minuten nach der angepeilten Abfahrtszeit Maiswaffeln während ich hektisch Dinge in Rucksäcke stopfte (Lätzchen, Snacks, Windeln, Schlafanzüge, Draußensachen, Mützen, Puschen…), dann vergaß Herr Rabe noch sein Jackett, sodass wir noch mal umdrehen mussten. Am Ende waren wir zwei Minuten vor Beginn der Trauung in der Kirche. Puh. Aber unentspannt.

Minipferd mit Hut und Schleife. Und Nagellack.


Die Kirche. Also ich kann ja eh mit Kirche nichts anfangen, dann wurde auch noch versucht, mich mitsamt der potentiellen Krawallstifterin Pippi in den Mutter-Kind-Raum abzuschieben (eine Art schallisolierte Kammer mit Glasscheibe zum Kirchenraum, mit Lautsprechern, damit man die Predigt hören kann, die Gemeinde aber die furchtbar nervigen Kindergeräusche nicht), kurz: meine linke Augenbraue war schon wieder kurz vorm Haaransatz, als es losging. Wir trällerten dann fröhlich (manche) bis resigniert (ich) ein Lied in dem es viel um Vergebung und den Herrn und Gnade und so ging, währenddessen glotzte mir Pippi dauernd auf den Mund, das muss sehr komisch ausgesehen haben. Oder geklungen, obwohl ich nicht schlecht singe, piepsig vielleicht, aber ich treffe die Töne oder lasse es mit dem Singen ganz sein. Naja, danach hatte Pippi keine Lust mehr auf Stillsitzen, wir probierten es daraufhin doch kurz mit der Isolationshaft Mutter-Kind-Abteilung, aber da wollte Pippi auch nicht bleiben also wanderten wir durch die Kirche. Irgendwann war Ringtausch (die Ringe wurden von einem der Shetlandponys der Braut hereingetragen, das war schon sehr niedlich), Kuss, fertig, Anstehen zum Gratulieren. Gratulation, danach: eeeewiges Herumstehen. Es waren aber noch einige etwas zu spät zur Trauung gekommen, die begrüßten wir noch, zum Beispile Herr Rabes Cousinen plus Babys. Dabei ein Moment der Irritation, daran kann ich mich immer noch nicht gewöhnen:

Cousine S.: „Ich bin ja Fan.“
Ich: „???“
Cousine S.: „Ich les jeden Tag deinen Blog. Das ist wie so ne Sucht.“
Ich: „Oh! …“

Cousine S. hat übrigens das niedlichste Baby der Welt. Man vergisst ja so schnell, wie klein so kleine Babys anfangs sind.

Beim Herumstehen gab es außerdem noch einen kleinen Eklat: Herr Rabes Onkel hatte Michel vollmundig bei der Begrüßung ein Geschenk versprochen und hatte es dann aber zu Hause vergessen, das nahm Michel nicht ganz so positiv auf. Da hockte ich also 10 Minuten mit heulendem Kleinkind auf dem Boden, bis er sich ausgeheult hatte und es weiterging zur Party. Natürlich musste Michel dann doch nochmal aufs Klo („Nein, Michel, wir gehen ganz bestimmt nicht hier aufs Baumklo, das ist eine Kirche, hier gehen wir rein!“ – „Ooorrrr, das ist gar keine Kirche, die hat gar keinen Turm!“) und hatte dann plötzlich so riesigen Hunger, dass der Hungertod nah schien, also verfütterten wir während der zwanzigminütugen Fahrt fast eine ganze Tüte Knabberigel an die meuternde Brut auf dem Rücksitz.

Dann: die Feier. Im Kreuzkruuuch in Großdoaanbeaach, wie man in Bielefeld sagt. Das ist alles ziemlich, ähh, urig da. Urig as in Holzvertäfelung. Und urig as in „Wie, es gibt Leute, die kein Fleisch essen???“. Aber was will man machen, Herr Rabes Familie feiert da seit Anbeginn der Zeiten alle Familienfeste. Familien-Reunions, runde Geburtstage und jetzt eben auch Hochzeiten. Holzvertäfelung hin oder her. Aber irgendwie passt es zu Herrn Rabes Familie, da tragen ja auch Menschen gerne mal Bärchen- oder Snoopy-Krawatten zu solchen Anlässen, und irgendwie schaffen Herr Rabe und ich es grundsätzlich overdressed (und over-make-upped, ich zumindest) zu sein, wenn seine Familie feiert. Bei meiner Familie passiert mir das fast nie, da brezeln sich die meisten sehr gerne auf. So sagte ich auch zu Herrn Rabe, der im Vorfeld wegen des an der Schulter nicht ganz perfekten Sitzes seines schmal geschnittenen Dreiteilers besorgt war: Das ist deine Familie, das sieht keiner. Meiner Oma oder meinem Cousin würde das auffallen, bei deinen Leuten… Naja. Wir haben trotzdem noch eine neue Krawatte für ihn gekauft, weil halt (und wenn ich weiß, das sich da was farblich beißt, kanns so dunkel gar nicht sein, und der Alkohol gar nicht so viel dass ich das vergesse). Apropos Alkohol: Herr Rabe und ich beschlossen, dass wir nach dem Glas zum Anstoßen aushandeln würden, wer uns alle nach Hause fährt. Nach dem Glas lieblichen (!!!) Sektes, eigentlich schon nach dem ersten Schluck, verzichtete ich dann dankend auf weitere solche Experimente und hielt mich für den Rest des Abends an Kaffee, Wasser und Cola fest. Und an meinen Kindern. 

Überhaupt die Kinder. Erstaunliches Durchhaltevermögen. Zwischen Ankunft im Kreuzkruuuch und Essen spielten sie schon recht fröhlich, es waren ja auch noch andere Kinder da, es gab also genug Partner für „Tanzen“ (=Rennen) und sonstigen Quatsch. Dabei blieben sie aber immer niedlich und unauffällig, quasi Vorzeigekinder, allesamt. Zum Essen (urig…) schaufelten dann zumindest meine Kinder einen Haufen aus der Rinderbrühe gefischte Nudeln und ein paar Pommes in sich rein, turnten dann wieder kurz und aßen dann jeder einen kompletten Nachtisch. 

Wir Erwachsenen schnackten über dies und das, das war alles sehr nett, doch, auch wenn man natürlich keine Zeit dafür hatte, mit allen zu sprechen. Dann aber wurde nach dem Essen das Tanzen eingeleitet, da war es dann schon aufgrund der Lautstärke vorbei mit dem Unterhalten. Und leider driftete der DJ nach den ersten drei Liedern „Pop Aktuell“, die ich mit Pippi auf dem Arm tanzte (mit Pippi, die sich jauchzend, giggelnd und hüpfend an meinem Kleid festhält, macht Tanzen fast so viel Spaß, wie ohne) ziemlich schnell erst Richtung 80er-Jahre-Pop und dann zu Schlager ab. Ich hasse Schlager. Echt. Herr Rabes Cousinen machten sich auch vom Acker, verständlicherweise, wegen langer Heimfahrten, ebenso der lustige Onkel, es blieben nur der nicht ganz so lustige aber dafür sehr verrückte Onkel und der Patenonkel mit der Bärchenkrawatte. Aus Verlegenheit schaukelte ich erstmal die inzwischen (es war neun) total fertige Pippi in den Schlaf. Dann legte ich sie in den Kinderwagen, wo sie, zerschossen wie sie nach einem 13-Stunden-Tag mit nur 10 Minuten Mittagsschlaf war, trotz der Lautstärke erstmal weiterschlief. Ich trank mit Herrn Rabe einen Kaffee und wir stellten fest, dass es unser 9. Jahrestag war, zumindest der offizielle, nachträglich festgelegte (ja, das war alles etwas chaotisch damals, als wir „einfach nur total gute Freunde“ waren), dann war Herr Rabe plötzlich weg und ich würde von einer meiner Schwägerinnen über die Demenz meiner Schwiegermutter (es geht rasant bergab, ziemlich schlimm mit anzusehen) vollgeschwafelt, und wie sie mit Demenzkranken mal gearbeitet hat und die eine, die war erst vierzig, die vergaß wie man isst und ist dann verhungert… Da war ich dann kurz fast froh, dass sich Michel mit den anderen Kindern und wegen totaler Erschöpfung über irgendwas in die Haare gekriegt hatte und ich ihn trösten musste. Ich schleppte also den 17 kg schweren Michel auf dem Arm herum, der wurde dann auch immer schwerer und schlief nach ca. 2 Minuten sang- und klanglos ein. Mein Glück, denn so bekam ich den von Herrn Rabe und seinen Schwestern aufgeführten Sketch (!!!) nur am Rande mit und entging überdies der direkt danach durchgeführten Polonaise (!!!). Passend zum Syrtaki (!!!) wurde Pippi wach, also holte ich sie mit auf meinen Arm. Da saß ich also, begraben unter Kindern und war damit nicht allzu unzufrieden. 

Pippi schaut entgeistert dem Syrtaki zu.


Danach mussten wir leider, leider gehen. So schade. (Tatsächlich wurden wir noch belabert, zu so ner kitschigen Knicklicht-Ballon-steigen-lassen-Aktion zu bleiben. Nur ganz kurz. Es war sehr kalt, die Kinder meckerten im Halbschlaf, alles dauerte ewig und was Anzünden wäre vielleicht wenigstens insofern sinnvoll gewesen, als dass es warm gewesen wäre…)

Alles in allem: skurril wie es nur meine Schwiegerfamile schafft, aber irgendwie schön auch. 

Tag 434 – Huch. Bielefeld Tag 5

Oh so spät schon. In fünfeinhalb Stunden klingelt der Wecker. 

Nix neues in Pippis Mund. Sie ist und isst fröhlich, möglicherweise ist Backenzahn 2 oben auch bald durch, gesabbert und im Mund gefummelt wird weiterhin, sowas wie Bläschen sieht man manchmal an der Zunge. Wir haben jetzt alles gegen Mundsoor UND Hand-Fuß-Mund und warten erstmal ab, ob wir’s brauchen.

Michel ist im Stress. Zwei eingepullerte Hosen in zwei Tagen, nach Eeeeewigkeiten ohne Unfälle. Zu Hause erstmal Extremkuscheln und Nixtun für ihn. 

Heute (und gestern, und vorgestern, und Freitag…) so viele schöne Gespräche mit so vielen Leuten, die wir viel zu selten sehen, dass man mich vielleicht morgen früh strampelnd zum Taxi tragen müssen wird. 

Bielefelder-Westen. Siggi. Hachz. In Bielefeld könnte ich wohl nie mehr woanders wohnen. Überhaupt, Bielefeld, ich mag dich. Du passt schon. 

Tag 433 – Ähm. 

Pippi hat irgendwas. Seit ein paar Tagen hat sie dauernd die Finger im Mund und sabbert auch ordentlich, Profi-Eltern denken da natürlich sofort an Zähne, zumal sie ja auch erst vier Schneidezähne hat. Einen neuen Schneidezahn vermutete ich auch schon im Oberkiefer, allerdings nicht so richtig kurz vorm Durchbruch. 

Dann sah ich heute Nachmittag einige weiße Flecken an ihrer Zunge. Ich vermutete Soor. Dann brüllte sie nach dem Essen plötzlich wie am Spieß, wir wechselten ihre Windel und sahen kleine Pustelchen. Ich vermutete weiterhin Soor und fragte bei Twitter obs dagegen was rezeptfrei in der Apotheke gibt. 

Ich bekam eine Antwort (von einer Ärztin), es könne auch Hand-Fuß-Mund sein. Das Brüllen (also Schmerzen) spräche dafür. Auch die Punkte auf der Zunge, ohne Belag. Ich möchte nicht, dass sie HMF hat, weil ich das mal mit Michel hatte und eine Woche lang nicht essen konnte, so voll war mein Mund mit offenen Stellen. Das war die Hölle. Das wünsche ich keinem. 

Sie wurde wieder wach, brüllend. Wir gaben ihr ein Zäpfchen, denn offenbar tat ihr ja was sehr weh. Ich versuchte, die Stellen in Pippis Mund zu fotografieren, es klappte nicht, denn: sie waren irgendwie weg. 

Dafür fand ich einen halben Backenzahn oben rechts. 

Dann aß Pippi nach ungeheurem Gebrüll ein halbes Hörnchen. Jetzt sitzt sie friedlich neben mir und wischt sich die Zunge mit Feuchttüchern ab. Total glücklich. Und ich weiß auch nicht. 

Update: zehn Minuten später kam sie angemurcht, legte sich auf meine Brust und – schlief einfach ein. 

Mein komisches Kind.

Tag 431 – Pakete! Pakete! Bielefeld Tag 2

Es ist da, es ist da, es ist da! 


Auf 433 Seiten das letzte Jahr ausgedruckt. Die Qualität ist ganz ordentlich, würde ich sagen, eben automatisch gesetzt, da ginge noch was, wenn man es alles nochmal manuell durchsehen würde (oder überhaupt könnte), aber ich finde es in Ordnung. Die Bindung ist absolut professionell und hochwertig, der Druck auch, die Farben bei den Abbildungen sind klar und die Bilder scharf. Insgesamt hat das jetzt seit Hochladen 10 Tage gedauert, bis es geliefert war, das finde ich aus UK durchaus im Rahmen. Einziges Manko eventuell: die Seiten sind sehr sehr dünn, aber sonst würde das wahrscheinlich auch drei Kilo wiegen und wäre zehn Zentimeter dick. Insofern passt auch das. Daumen hoch, Into Real Pages!

Und damit sich die Koffer-Im-Koffer-Taktik auch gelohnt hat, haben wir den riesigen Stapel Pakete von meinen Schwiegereltern abgeholt, den Spaß ausgepackt und auf eine der Kisten zusammengedampft (80% von dem, was die Post ausliefert ist scheinbar Luft), waren dann noch shoppen bei dm und in unserem Bielefelder Lieblingsladen und sind jetzt mit Einkaufen durch. Hurra! Nach dem Shoppen hab ich auch ein schickes Kleid für morgen* und muss auch nicht am Dienstag nackt zurückfliegen. Wegen „Ach, ich pack ja den Pulli noch ein der noch auf der Leine hängt, dann brauch ich den hier ja doch nicht“ und dann den Pulli auf der Leine vergessen (zusammen mit den Lätzchen für Pippi und den Schlafanzügen für beide Kinder) habe ich nämlich tatsächlich zu wenig Klamotten dabei. Also, gehabt, jetzt hab ich einen neuen, dazu ein Kleid und ein T-Shirt aus dem Sale. Plus eben Kinderzahnpasta, Gesichtsreinigungsöl und Vitamin-D-Tabletten für die gesamte Familie für den gesamten Winter (Nieder mit Tran! Tran ist des Teufels!), jetzt ist der Koffer voll, wie geplant. 

Vorher.

Nachher.


Irgendwann zwischen allem waren wir auf dem Markt, trafen unverhofft meine ehemalige Balletttrainerin nebst Kind und eine ehemalige Klassenkameradin nebst Kind**, besuchten sehr schnell Freunde und lieferten ein Geburtstagsgeschenk ab, trafen sehr schnell einen Freund, der inzwischen zu 90% in der Schweiz lebt und erfuhren, dass er in ca. 25 Wochen Papa wird (<3!!!) und trafen Flavius und Brutus, samt Jenni, Mister Geilo und Monstro auf dem Spielplatz bei Herrn Rabes Elternhaus. Das war sehr schön, wenn auch viel zu kurz und irgendwie gab es auch einen Konflikt, es hatte irgendwas mit Sandkuchenförmchen und Sandkuchen und Michel und Flavius zu tun, jedenfalls war Flavius hinterher ziemlich sauer auf uns und er hofft jetzt, dass wir erstmal in Norwegen bleiben. Dabei war er so herzerfrischend ehrlich und direkt, dass er mich sofort als seinen größten Fan gewonnen hat!

Zum Abendessen ne Pizza vom Lieferdienst, die echt lecker war und einen nicht arm macht, dazu ein kaltes Bier und Findet Nemo (Michel sagt, er war spannend, aber nicht zu spannend, mal sehen, was für Fragen in den nächsten Tagen kommen…). Der Tag kriegt ein <3 von mir. 

*Ach ja, dann hätte ich den Pulli ja doch nicht gebraucht, ich hab ja jetzt ein Kleid übrig. Ach, egal. Man gönnt sich ja sonst nichts.

**Wir sind jetzt in dem Alter, in dem alle Kinder kriegen. Die gucken dann immer total ungläubig auf unsere „total großen“ Kinder. Echt wahr. 

Tag 429 – #12von12 im Oktober ’16

Heute gibt es hier 12 Bilder von einem stressigen und streckenweise echt bescheidenen Tag. Ich nehme mal an, dass andere schönere Tage hatten, die Sie bei Draußen nur Kännchen nachlesen können. 

Strubbelfrisurencontest


Los gings früh, alles wie immer, nur dass Michel ein Aua an seinem Po hat, dass er mit Hingabe aufkratzt. Wir mussten da viel Salbe draufschmieren heute morgen, dann wollte er sich nicht auf sein Fahrrad setzen und schob lieber. Nach der Hälfte des Weges meinte er dann plötzlich „Ah! Ich glaube, meine Creme ist weggeschmolzen!“, setzte sich auf sein Rad und fuhr los. 

Zum Kindergarten bringen: läuft.


Tatsächlich geht es mit dem Abliefern im Kindergarten jetzt meistens richtig gut. Sobald ich Pippi aus dem Anhänger nehme, tapst sie los, und je nach Betreuer*In, die sie begrüßen, gibt es kein oder nur kurzes Weinen. Puh. 

Aus der Reihe: Schmöschte das nischt.

Äh ja. Winter is coming. Memo an mich: Wenn wir aus Deutschland wieder da sind, muss ich Winterräder mit Spikes für mein Fahrrad kaufen. 

Auf der Arbeit erst mal Haare machen.

Wegen Mütze und Helm auf gewachstem Haar sah ich die letzten zwei Tage bei der Arbeit sehr lustig aus, deshalb mache ich mir die Haare jetzt erst bei der Arbeit. 

Nun ja, dann war Arbeit, alles wie immer, ein langweiliges Meeting zwischendurch, irgendwann in Inkubationspausen Kaffee holen. 

Müde. Mimimi.

Kurz nach dem nächsten Foto entglitt mir dann irgendwie alles innerhalb von kurzer Zeit. Vor allem meine Laune entglitt mir sehr. 

Ich möchte trotzdem Handschuhe anziehen, aber reiße mich zusammen.

Der mistige Computer wollte dann meine Daten, die er zwar gemessen, aber nicht prozessiert hatte, nicht speichern. Nur als .jpg , also als verdammte Bilddatei, könnte ich die Daten abspeichern. Irgendwie hat das Programm nen Hau, aber warten bis irgendwer kommt, der sich damit auskennt, hätte mir auch nix gebracht, dann hätte ich das Experiment gleich in den Müll werfen können. Also speicherte ich die drei Platten à 96 Messwerte schlussendlich als .jpg und freute mich schon auf die Auswertung. 

Dann wollte ich los, noch ganz schnell bei einem Laden vorbei, der Online ein paar hübsche Kleider gehabt hatte. Ich hab nämlich nix zum Anziehen für die Hochzeit am Samstag. Kleiner Tipp: wenn Sie mich zu einer größeren Feier einladen, feiern Sie doch bitte im Sommer oder so richtig im Winter. Für dazwischen hab ich nix. Jedenfalls wollte ich also los, aber mein Bediencomputer vom Fahrrad ging nicht an. 

Hat sich aufgehängt.

Egal wie lange ich welche Knöpfe drückte, es tat sich nix. Die Zeit wurde aber langsam knapp, also fuhr ich ohne Motorunterstützung (die geht ohne die Steuerung  nicht) in die Stadt. Ohne Motor fährt sich mein Fahrrad schon aufgrund seines Gewichts relativ bescheiden. 

Im ersten Laden hatten sie nichts. Bzw. natürlich hatten sie haufenweise Klamotten, aber nichts, was mir auch nur halbwegs gefiel. Ich beschloss, noch zu einem anderen Laden zu fahren. Da hatten sie ein okes Kleid und ein super tolles – in XS und M. Leider war M wirklich zu groß und XS wirklich zu klein. Aus Verzweiflung kaufte ich das Oke und rannte förmlich aus dem Laden. Es war fünf vor vier und um vier sollte ich mit dem Auto (!) bei Herrn Rabes Firmas Parkplatz sein. 

Verschwitzt und gefrustet wegen allem war ich um 16:10 da, außer mir aber niemand. Ich schrieb Herrn Rabe, der stand dann aber plötzlich neben dem Auto und meinte „Du bist hier falsch!“. Ganz ehrlich: woher soll ich denn wissen, dass die Firma ihren Parkplatz nach dem Umzug vor einem Jahr immer noch am alten Firmensitz hat? 

Mit 25 Minuten Verspätung kam ich dann am richtigen Parkplatz an. Glücklicherweise war unser Freund mit den Schafen noch da und lud mir fix 10,6 kg Lamm in den Kofferraum. 

Dann fuhr ich ins Einkaufszentrum, zu einer anderen Filiale des Ladens mit dem tollen Kleid. Und zu Eis. 

Ich besänftige mich selbst.

Um das Ganze abzukürzen: nein, ich hab das Kleid nicht bekommen. 

Wieder zu Hause verstauten wir das Lamm im Gefriehrfach. Es war sogar noch Platz für den Schnaps. 

Lamm in bester Gesellschaft.

Ich wusch noch eine Maschine Wäsche. Böser Fehler, denn ich verfärbte mir grandioser Weise den Pinguin-Kragen von meinem Selbstgenähten Pulli fleckig rot.

Gleich nochmal anmachen mit Oxi-Action. Brachte nix.

Auf dem Einkaufszettel für Deutschland steht jetzt auch Entfärber. 

Tja, und dann eben Packen. Klamotten in kleinen Koffer in großen Koffer. 

Es wird langsam.

Pippi wollte nur auf Herrn Rabe schlafen, er schleppte sie tapfer in der Trage herum, aber irgendwann wollte er sie doch gerne loswerden – und ich ins Bett. Trifft sich gut. 

Dem Mann die Maus abnehmen.


So, jetzt schnell schlafen, damit wir morgen fit in den Tag starten können!