Tag 530 – Bankett und Dings. 

Heute nur kurz. Weil Wein und jetzt soll gleich Party sein, aber die Blues-Lange-Frickel-Solos-Band* versucht uns gerade eher einzuschläfern. 

Heute war letzter Tag, morgen gehts nach Hause, es wird Zeit, ich saß heute mit 12 mir nahezu unbekannten Menschen in einem Jacuzi (schreibt man das so?) für 8 Personen und da jetzt alle wissen, dass ich mir nur sporadisch die Beine rasiere muss ich wohl abtauchen außerdem vermisse ich meine Familie gar sehr. 

Anbei noch ein bisschen Norwegerkitsch mit Troll-Fräulein. 


*es mag Ihnen jetzt übertrieben vorkommen, aber das Verfassen dieses Posts hat ein Gitarrensolo gedauert 

Tag 529 – Zukunftspläne. 

Schon damals als ich meinen Master machte schwebte es wie ein Damoklesschwert über mir. Seit ich sie das erste mal gesehen hatte, hatte ich Angst davor, dass mir das auch einmal blühen würde. Und jedes Mal, wenn sie kommen, sie emails schreiben, sie mit mir einen Kaffee trinken wollen, ganz unverbindlich versteht sich, und am allerschlimmsten auf Messen und Veranstaltungen, wenn sie verloren neben ihren Ständen stehen, wird diese Angst neu entfacht. 

Die Rede ist von Vertreter*Innen. 

Genauer: Vertreter*Innen für Labortralala und Biotechnologische Ausrüstung. 

Das heißt, heute heißt das ja gar nicht mehr so, sondern Sales Blabla oder Customer irgendwas. Aber sie sind eben Vertreter*Innen. Versuchen (hier jetzt gerade) nicht entscheidungsbefähigte Doktorand*Innen davon zu überzeugen, ihre Clean Benches, Photometer und Fluoreszenzscanner zu kaufen*. Und die Meute davon abzuhalten, einfach nur Kugelschreiber und Gummibärchen in Eppiform abzugreifen. Wenigstens nen blöden Flyer sollen die Masterand*Innen da doch bitte noch zu mitnehmen!

Und erschreckend viele von denen haben einen PhD. Mindestens Master of Science. Und noch viel erschreckender viele von denen** scheinen nicht besonders happy mit ihrem Job zu sein. Also sind das vermutlich Notlösungs-Jobs. Und da ist es wieder, das Damoklesschwert. Vielleicht kriege ich ja (auch?) keinen richtigen, echten Job? Vielleicht muss ich auch am Ende sowas machen? 

Ey, nee. Dann lieber Kellnern. 

(Schon alleine, weil ich ja meine Familie auch mag, also ist „Außendienst“ ganz hinten auf der Jobwunschliste. Auch wenn Videotelefonie mit den Kindern manchmal ganz lustig ist. 

)

*wohl wissend, dass das Gegenüber 1. keine Entscheidungsgewalt hat und 2. nur die Gummibärchen in Eppiform will. 

**bestimmt nicht alle, und ich will auch ganz sicher keinem auf den Schlips treten. Aber für mich wärs eben nix.

Tag 528 – Storefjell. 

Hallo, Treffen der norwegischen Vereinigung der Biochemiker. Im Nichts. Auf einem Berg. Hurra. 

Die Location ist auch so eher, Ähm, rustikal. 

Kein Witz.


Aber was solls. Grad bin ich eh bei was solls angekommen. Ich kenn eh keinen, also: was solls. 

Stimmt außerdem ja gar nicht, dass ich keinen kenne. Menschen die ich bisher getroffen habe:

  • Unsere Osloer Freundin, deren Miniminiminibaby wir im Frühjahr noch bewundert haben
  • Zwei Frauen, mit denen ich im rosa Fitnessstudio Muttisport gemacht habe
  • Zwei Typen, die ich mal auf dem Treffen der Trondheimer Fraktion der norwegischen Vereinigung der Biochemiker in Åre vor zwei Jahren kennen gelernt habe
  • Zwei Mädels, die bei uns ihren Master gemacht haben
  • Eine Frau, mit der ich vor drei Jahren auf einem zweiwöchigen Kurs in Tromsø ein Zimmer geteilt habe
  • Eine Dozentin und einen Professor, die bei ebendem Kurs unterrichtet haben

Meine Zimmernachbarin ist auch sehr nett, und das sage ich nicht nur, weil sie mich auf 27 geschätzt hat. (Als ich dann, verwirrt wie ich ja auch manchmal bin, sagte ich sei 32 (bin ich ja noch gar nicht, aber naja, die sechs Wochen…), fragte sie mich nach meinem Geheimnis. Ich empfahl ihr nen guten Concealer und Paulas Choice. Soweit hat mich das Internet schon gebracht.)

Super bisher: das Nachtischbuffet. So lecker. Die Hauptspeisen gingen alle eher so (wobei ich die Fleischgerichte nicht gegessen hab, also kann ich dazu nix sagen), aber das Salatbuffet und die Nachtische sind richtig gut. Reicht ja dann auch. 

Gut ist auch, dass ich nur zum Spaß hier bin, weil zum Zeitpunkt meiner Anmeldung schon alle Deadlines für PosterTalkTralala vorbei waren. Machste nix. *hier Schulterzucken vorstellen*

Und das Beste: ein Talk von Emmanuelle Charpentier. Hachjaja. (Inspirierende Frau, wirklich. Ich hoffe, die kriegt mal nen Nobelpreis dafür.)

Und jetzt: acht Stunden Schlaf am Stück, Ich jauchze und frohlocke! 

Tag 527 – When the shit hits the fan…

Ok. Gaaaaanz so schlimm war mein Tag nicht. Aber ich finde diese Redewendung so gut. Ich wollte die immer schon mal benutzen. 

Tatsächlich war mein Tag aber auch nicht sooooooo toll. Weil irgendwie ab dem Zeitpunkt, als wir das Haus verließen, alles in die Hose ging. Aber sehen Sie selbst. 

PROLOG: Michel hatte gestern seinen Schlitten mit im Kindergarten und der wurde mit dem eines anderen Kindes verwechselt. Heute war dementsprechend Schlitten-Austausch verabredet. Der Schnee ist aber zu 90% weg, es bleibt Eis und Schneematsch, je nachdem, wie festgetreten der Schnee vorher war. In den Fahrradanhänger passt der Schlitten auch nicht. Also war geplant, die Kinder und den Schlitten mit dem Auto zu fahren und dann zur Arbeit den Bus zu nehmen. 

  • Meine Mütze hab ich oben vergessen. Und die Regenhose auch, zum ersten Mal seit Monaten. Egal, wir fahren ja Auto. 
  • Draußen plumpst Pippi erstmal in eine Schneematschpfütze. Egal, das trocknet ja wieder. 
  • Das Auto geht nicht auf. Oh. Oh, oh. Das hatten wir doch schon mal. Hat wieder wer das Licht oder die Innenbeleuchtung angelassen? Herr Rabe sagt nein. Aber die Batterie ist definitiv tot. Was jetzt? Ok, Rad. Und den Schlitten an den Anhänger binden. 
  • Keine Mütze, keine Regenhose, Schlüpfriger Schneematsch, der Schlitten kratzt ohrenbetäubend laut über den Asphalt und die Kiesbedeckten Gehwege. Mein Lenker ist etwas schief seit dem Sturz am 12. Also in die andere Richtung schief als nach dem Sturz am 21.12. Stellenweise muss ich schieben weil es zu matschig ist und komme mir vor wie ein Schneepflug.
  • Am Kindergarten steht das ganze Draußengelände unter Wasser. Unter dem Wasser ist Eis. Pippi hat einen Stock dabei, den tunkt sie in das Dreckwasser und lutscht dann dran. Ich denke an Bandwürmer. Dann legt sie sich gleich nochmal auf den Bart und ist jetzt endgültig nass. 
  • Zum ersten Mal seit Monaten wieder Weinen beim Abgeben in der KiTa. 
  • Beim Losschnallen meines Fahrrads vom Anhänger fällt mein Fahrrad um und in den Schneematschwasserdreck. 
  • Zu Hause stelle ich das Fahrrad ab und nehme den Helm ab. Dank der Luftfeuchtigkeit von ca. 1000 % sehe ich jetzt aus wie ein Schaf. Außerdem ist meine Hose unten nass und Dreckbesprenkelt. 
  • Es kommt 8 Minuten lang kein Bus. (Das passiert sonst nur Sonntags morgens.)
  • Der Bus hat unfassbar dreckige Scheiben. Ich kann den rosaorangenen Wolkenporno beim Sonnenaufgang gar nicht richtig sehen. 
  • Ich hole mir Kaffee beim 7Eleven. Meine Lieblings-Kaffeemaschine ist kaputt. Ich nehme eine der zwei anderen. Erst kommt Espresso und dann sehr viel heißer Dampf: Milch ist alle. 
  • An der dritten Maschine zapft grad wer den ersten von vier Kaffee. 
  • Mein Computer geht wieder mal erst beim dritten Hochfahren richtig. 
  • Ich versuche mir Visitenkarten zu bestellen. Als ich mich endlich, endlich zu einem Entschluss durchgerungen habe, scheitere ich am Eingabefeld „Rekvisisjonsnummer“. Habe ich nicht. Muss ich mir holen. 
  • Die Dame, die so Nummern vergibt, ist Mittwochs nicht da. 
  • In der Mittagspause führe ich wahnsinnig aufmunternde (hier sehr viel Ironie denken) Gespräche mit dem serbischen Postdoc über die Zeit nach unserer Zeit in dieser AG. 
  • Ich hefte Gedöns ab, dabei bricht mir ein Fingernagel ab. 
  • Ich versuche ein paar Artikel auszudrucken. Nach der Hälfte vom Ersten ist der Toner alle und der Drucker tut gar nix mehr. 
  • Ich gehe einfach nach Hause. 
  • Zu Hause geht das Internet nicht wirklich. Es ist super langsam. 
  • Im Kindergarten sind meine Kinder um kurz nach vier die letzten. Ich fürchte, da ist auch der Wettbewerb, wer sein Kind zuerst abholt losgegangen. 
  • Michel weigert sich seinen Draußenanzug anzuziehen. 
  • Michel legt sich draußen erstmal komplett lang. 
  • Macht nix, der Anhänger ist eh von innen komplett nass, weil er mit dem Boden in einer Pfütze hing und sich vollgesogen hat. 
  • Michels Schlitten lasse ich einfach da. 
  • An der Bahnunterführung komme ich wegen Matsch nicht mehr auf der anderen Seite hoch. Ein Passant muss mir helfen und von hinten schieben. 
  • Herr Rabe fährt mit Michel zum Schwimmkurs. Ich bleibe mit Pippi zu Hause, will aber noch einkaufen. 
  • Ich versuche mir eine Einkaufs-App, mit der man Rabatte bekommt, herunterzuladen. Die gibt es nur im norwegischen App-Store. Für den mein Account offenbar nicht zugelassen ist. 
  • Das Autobatterie-Ladegerät lädt noch. 
  • Als ich mit Pippi endlich loskomme, gießt es wie aus Eimern. 
  • Was Pippi nicht davon abhält, sich aus der Regenpelle zu wurschteln. Und mich anzuschreien, weil das ja nass und kalt ist. 
  • Zu Hause. Ich koche. Es brennen nur die Zwiebeln ein bisschen an. 
  • Ich backe ein Brot. Es wird obendrauf viel zu schwarz. 

Womit alles begann.


Ich betrachte es als Zeichen, dass ich mir weder beim Duschen den Hals gebrochen hab, noch beim Packen der Koffer in tausend Teile zerfallen ist. Genug Pech gehabt. So für die nächsten drei, vier Jahre. Bestimmt wird jetzt auch die Konferenz, auf der ich ab morgen bin, total super. 

Tag 519 – Bitte gehen Sie weiter…

Nix berichtenswertes passiert heute. Herr Rabe war mit Pippi und Pipi (haha) bei der Ärztin, alles ok, hat halt Fieber, tjanun. Ich war arbeiten und hab mich ein bisschen über meinen Chef geärgert, der so tut als hätte ich noch ewig Zeit oder könnte mal eben ein paar Monate ohne Geld sein. Da muss ich nochmal mit ihm drüber reden. Aber nicht morgen, morgen bin ich wieder dran mit Pippi-Betreuung. 

Sonst war nix. 

Tag 511 – Fehlplanung. 

Ich wollte eigentlich jetzt schon im Bett liegen. Aber erstens ist Pippi hellwach (wieder, nachdem ihre Nacht kurz war und sie dementsprechend heute Nachmittag total gerädert schlief sie früh ein) und zweitens habe ich über der neuen Sherlock-Folge vergessen, das Brot einzuschießen. Und jetzt muss ich noch 15 Minuten auf das Brot und vermutlich ca. 2 Stunden auf Pippis Schlaf warten. 

Reines Weizen(weiß-)brot ohne Hefe. Ziemlich viel Ofentrieb, gut, dass die Gare unbeabsichtigt verlängert wurde.


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Was anderes: ich war heute arbeiten und endlich bekam ich nach einer 3. e-mail Prism 7 installiert. Dann spielte ich den Tag über damit herum und jetzt bin ich sehr verliebt. So schöne Bildchen. Und so einfach! So muss das, Sigma Plot! Da bezahle ich (also von meinem Projektgeld) doch gerne für.

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Wenn man nur ein paar Stunden am Tag zu Hause ist, geht’s eigentlich mit dem Besuch haben. 

Tag 510 – Huch, wo ist der Urlaub hin?

Morgen muss ich wieder arbeiten. Und die Kinder müssen in den Kindergarten. Das ging mir jetzt doch etwas zu schnell, muss ich sagen. Ich habe eigentlich noch so viel vor. Zum Beispiel wird das sonst nie was mit der Ablage. Und hier ist es auch schon wieder so dreckig… Wischen müsste man mal. Und das Bad und die Küche putzen. Der Reparaturstapel zum nähenflickenstopfen ist auch nicht kleiner geworden. Immerhin haben wir die Kinderklamotten (und zwar alle!) durchsortiert und umgeordnet, damit uns nicht wieder Dinge durch die Lappen gehen, weil sie aus irgendeinem nicht mehr nachvollziehbaren Grund in irgendeiner ganz anderen Kiste als der vermuteten gelandet sind. Dafür hat sich dabei auch gleich der nächste Punkt auf die ToDo-Liste gemogelt: Zwei riesige Tüten zum Altkleidercontainer schleppen. Ach ja, ach ja. Aber mal ehrlich: besser, ich gehe morgen arbeiten, als dass ich hier alleine mit meiner Mutter hocke. Ist das schon fies, das zu sagen? Nun ja, sei’s drum. 

5/8


Vielleicht nehme ich mir Donnerstag dann frei zum Ablegen und Putzen. (Ja, das macht gar keinen Sinn, mir zum Putzen freizunehmen, weil mein Stundenlohn ja viel viel höher als der einer Putzhilfe ist, aber das ist ein ganz anderes Thema.)

Tag 494 – Ufffffz. Und Weihnachtsdings 4.

Ich hab’s geschafft. Ich habe für dieses Jahr fertig gearbeitet. Unheimlich befriedigend, wenn man dann drei Boxen mit Proben in den -80er räumt, zwei Boxen mit Zellen vom -80er in den Stickstofftank räumt, überschüssiges Medium wegschüttet, den Laborkittel in die Wäsche stopft, nochmal über die Arbeitsplatte wischt und dann ENDLICH DIE LABORTÜR HINTER SICH SCHLIESST. Hachja. 

Dann Weihnachtsfeier, quasi nahtloser Übergang, nur ne Tour zum Supermarkt, Bier kaufen, war noch drin. Zum Vinmonopolet, Wein kaufen, hätte ich nicht mehr geschafft, leider. Tjanun. Also Bier und dazu das ganze tolle Essen. Ich liebe ja meine Gruppe für Ihre Internationalität, da gibt es dann auf der Weihnachtsfeier ordentlich scharfes indisches Curry, pakistanisches Chicken Biryani, Stollen, Lasagne und Rakfisk (marinierter, roher Laks) alles durcheinander. Mjammi. Leider trank ich mein Bier etwas zu schnell und war um sechs ziemlich betrunken, da gab es erstmal ne Weile Wasser und Unterhaltungen im Stehen, den Aquavit lehnte ich auch ab, obwohl er mir mehrfach von allen möglichen Seiten angepriesen wurde. Nach Bier Nummer drei wurde etwas albern zu alberner Musik getanzt, ich dachte kurz drüber nach, ob es auch kulturelle Aneignung ist, wenn die indische Kollegin begeistert den Time Warp tanzt (dabei war sie erstaunlich textsicher. Es stellte sich heraus: wie bei so vielen Filmen gibt es auch die Rocky Horror Picture Show als Bollywood-Kopie) und dann wurde die Musik sehr weird (die 6 (!) italienischen PhD-Studenten hatten die Musikanlage gekapert) und ich schloss mich dem nächsten Heimgeh-Trupp an. 

Jetzt Bett und morgen hoffentlich keine Kopfschmerzen. 

Tag 491 – Dublin oder Lissabon? 

Wenn Sie ich wären, würden Sie dann eher auf eine Konferenz in Dublin fahren, die Mitte Juli ist, also innerhalb der KiTa-Ferien, oder auf eine in Lissabon, Die Anfang Juli ist, also außerhalb der KiTa-Ferien?

Zusatzinformationen: 

  • das mit den KiTa-Ferien erwähne ich deshalb, weil sich Herr Rabe für die Dublin-Konferenz dann in jedem Fall Urlaub nehmen müsste. 
  • Frau Brüllen kommt nach Norwegen und wir treffen uns vermutlich in Bergen und ich bin schon ganz doll aufgeregt. 
  • Am 1. August ist mein funding alle. Da muss ich abgegeben haben, wir müssen eventuell dann irgendwie umziehen und überhaupt wird dann alles der blanke Horror hoffentlich nicht ganz so schlimm wie ich es mir momentan nachts ausmale. 
  • Nein, keine von beiden ist keine Option, leider. 
  • Nach Dublin fliegt es sich sehr viel kürzer als nach Lissabon. 
  • Thema ist quasi identisch. 

UPDATE:

Vergessen Sie alles, was da oben steht. Ich hab die perfekte Konferenz gefunden. Sie ist in *trommelwirbel* Kalifornien. Nicht so ganz Europa. Im März. Vermutlich würde ich meinen Geburtstag dann im Flieger verbringen. Aber egal: da kommen schon alleine 5, 6 Menschen hin, deren Artikel ich mit großer Bewunderung gelesen hab. Wahrscheinlich puller ich mir dann vor meinem Poster (oh Gott, muss ich ein Poster machen???) in die Hose, ABER EGAL!

Gleich mal dem Chef schreiben.  

Tag 486 – Von Zellen, vom Schwimmkurs und von Mandeln. 

Das Wichtigste vorweg: der Versuch ist bisher ganz gut gelaufen. Mit zwei Personen und zwei Zelllinien geht das viiiiieeeeeel entspannter als alleine mit drei Zelllinien. Es war fast schon zu einfach, es entstand nämlich eine etwa zweistündige Pause ohne was zu tun. Da dachte ich, ach komm, nächste mal eben die Abbildung, die der Chef haben will, fertig. Bisher sieht die so aus: 

Das hab ich in Excel gemacht, weil ich sowas in Excel in drei Minuten mit nem achtel Gehirn zusammenklicke. Übung und so. Was Excel aber nicht kann: für jeden Datenpunkt individuelle Fehlerbalken anzeigen. Also sollte ich Sigma Plot nehmen. Kein Problem, dachte ich, Sigma Plot habe ich damals auch für ein paar Abbildungen in meiner Masterarbeit benutzt, weil Excel nämlich auch nicht mehrere Y-Achsen pro Diagramm darstellen kann. Für Chromatogramme braucht man aber manchmal mehr. So… fünf oder so. Ist ja auch egal, ich machte mich also and Werk, installierte das Programm von unserer Uni-Programmbibliothek und… scheiterte kläglich. Nach den zwei Stunden war ich bereit, meinen ganzen Schreibtisch anzuzünden, als ich nämlich endlich geschafft hatte, ein halbwegs ansehnliches und vor allem nicht total falsche Daten enthaltendes Diagramm zu erzeugen stürzte das Programm ab, ich musste es kalt abwürgen, und danach hatte es alles vergessen, was ich mühselig erarbeitet hatte. Drecksprogramm. Alternativvorschläge werden gerne angenommen. 

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Ich durfte heute mit Michel zum Schwimmkurs. Mein Großer. Er macht das echt super, am Anfang musste ich ihn zwar noch ein bisschen an die Hand nehmen, aber dann machte er anstandslos und mit großem Spaß alle Plantsch-Übungen mit. Nach Geplantsche im Wellenbecken (in einem extra abgesperrten, für Vierjährige Stehbaren Bereich und ohne Wellen) mit Sich-Gegenseitig-mit-Wasser-begießen und „Alle rennen so schnell sie können ans andere Ende und dann nochmal mit den Händen wie einen Pfeil vor uns geformt“ hopsten sie vom Rand ins tiefere Rutschenbecken. Da können die Zwerge nicht stehen, es geht darum Ihnen die Angst eben davor zu nehmen. Also hopste immer ein Kind in die Arme einer der Schwimmtrainerinnen, vorwärts, rückwärts, hoch, mit Quietschen und ohne. So niedlich. Und hab ich erwähnt, das Michel das unheimlich toll findet und ganz toll mitgemacht hat?

Ich saß übrigens die 45 Minuten einfach rum und strickte. Das war schön. Ab und an sah ich auf und lächelte Michel zu, zweimal hab ich sogar gewinkt. Die ruhigsten 45 Minuten der Woche: in einem Spaßbad. (Eine andere Mutter helikopterte brav ihrem Kind zum Rutschenbecken hinterher. Und zurück. In der Zwischenzeit hatten sich aber andere Leute an ihren Platz in der Eltern-Area gesetzt. Und kein Platz mehr frei. Fast gab es einen Eklat, ich packte schon vorsorglich die Stricknadeln fester um mich gegen eventuelle Angriffe verteidigen zu können, aber dann war der Kurs zu Ende und die Mama und ihr Kind zogen scharf ausatmend gen Dusche ab.)

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Morgen ist im Kindergarten Weihnachtsfeier und jeder soll was zu Essen mitbringen. Mein Internet sagte im Vorfeld an verschiedensten, mir vertrauenswürdig erscheinenden Stellen, Gebrannte Mandeln selber machen sei total einfach. Ich mag sehr gerne gebrannte Mandeln und dachte deshalb schon am letzten Wochenende, dass ich das mal ausprobieren könnte. Der erste Versuch ging wegen Zaghaftigkeit in die Hose und ich fand auch einfach mal ca. tausend ziemlich ähnliche Rezepte, hier also das tausendunderste, mit Bildern, und sozusagen die Quintessenz aus allem was ich dazu las. 

Als erstes nimmt man Wasser und Zucker und Zimt, tut es in eine Pfanne und stellt den Herd auf Kernschmelze. Die Mengenverhältnisse sind so etwa 1:2-1:1 Zucker zu Mandeln, ca. 1:2 Wasser zu Zucker und Zimt nach Geschmack. Wir mögen Zimt: ich nahm für 500 g Mandeln einen Teelöffel. Und 400 g Zucker und 200 mL Wasser. Man kann wohl auch Vanille(-schote/-zucker) mit rein machen. Ich brauch das aber nicht. 

Naja, also das steht dann auf dem Herd, man kann das mal durchrühren, damit sich der Zimt etwas besser verteilt. Wenn es kocht, kommen die Mandeln mit rein. Man kann da aus dem Mandeln wohl auch ne Wissenschaft machen. Hier gibt es nur eine Sorte, die nahm ich. Das kocht dann eben so rum, ziemlich lange dauert das, bis das Wasser verkocht ist. Man kann das ab und an umrühren. 

Phase 1: noch Wasser da.


Wenn das Wasser dann endlich weg ist, wird das ganz schön trocken. Ab jetzt muss man rühren (und fotografieren wird schwierig). Beim 1. Versuch hab ich da abgebrochen, weil ich eins der tausend Rezepte so interpretiert hatte. Man kann, wenn einem sowas passiert, einfach alles nochmal in die Pfanne kippen, nen Schluck Wasser dazu und quasi von vorne anfangen. Hab ich ausprobiert. 

Phase 2: kein Wasser mehr da.


So, und jetzt rührt man so lange, bis man eine ansprechende Menge karamellisierten Zucker außen an den Mandeln kleben hat. 

Phase 3: der Zucker karamellisiert (n bisschen noch…)


Wenn man sich dann nicht mehr traut, weiter drauf rumzubraten, kippt man alles auf ein Backpapier. Abkühlen* lassen, fertig. 


* warm schmecken sie natürlich am Besten. Aber mit ein bisschen zu warm kann man sich echt fies die Zunge verbrennen. Machen Sie das nicht.