Tag 1548 – Kurzer Abstecher.

War heute im Büro. Gefühlt das erste mal seit zweieinhalb Wochen (letzte Woche Montag zählt nicht so ganz). Lustig da. Leider viel zu viele Leute die „nur mal kurz“ was von einer wollen und am Ende hat man irgendwie nur 1/3 von dem geschafft was man hätte schaffen wollen und sollen. Tjanun, ne? Wird alles schön aufgeschrieben, ich sammle das jetzt in einer Tabelle mit dem Titel „Zeitfresser“. Alles, was nicht in meiner Stellenbeschreibung stand, ich aber trotzdem machen muss. Und glauben Sie mir, das ist nicht wenig und ein so bunter Strauß an Problemstellungen, dass ich hin und her gerissen bin zwischen Jauchzen wegen Abwechslung und Herausforderungen und Weinen wegen Ahnungslosigkeit und Überforderung. Ich sammle das, weil ich meine Arbeitsbelastung sichtbar machen möchte, bevor es wieder heißt „und in welchen Gruppen möchtest du sonst noch beitragen?“. Because ain’t nobody got time for that. Außerdem kann man mit so ner Übersicht eventuelle neue Stellenbeschreibungen besser machen und hat genauere Zahlen zur Hand wenn es um die Einstellung neuer allwissender Inspektøre geht.

Genug des Gemeckers. Morgen Homeoffice mit Arzttermin, etwas länger schlafen und ich hege Hoffnung wenigstens noch schnell im Einkaufscenter eine neue Handyhülle besorgen zu können, wenn ich schon mal da bin. Meine hat nämlich, wie in so nem Werbevideo für Fahrradhelme, einen Sturz sehr effektiv abgewehrt, ist aber dabei selbst kaputt gegangen. Nach 10 Monaten, der Geiz, die Umwelt, alles schreit aber immer noch besser als eventuell ein neues Handy zu brauchen, weil es doof auf die Kante gefallen ist.

Tag 1546 – Abspaziert.

Heute tatsächlich die To-Do-Liste abgehakt, ENDLICH EINEN TERMIN BEI DER PHYSIOTHERAPIE BEKOMMEN ist es denn zu fassen halleloo, aus Gründen unseren Hauskredit untersucht und eine einen Tucken günstigere Bank zwecks Finanzierungsangebot angefragt, an deren Online-Tool gescheitert und dann sogar noch richtig rumgeschlunzt und einfach auf dem Sofa ferngesehen. Wie früher. Das war schön.

Recht wenig getwittert und abends, als ich mal reinschaute, festgestellt, dass das eine gute Entscheidung war, es gibt ja die seltsamsten Seltsamkeiten in diesem Internet.

Mit Herrn Rabe die vierte (und letzte) Folge Queer Eye in Japan geguckt und furchtbar rumgeheult.

Insgesamt ein schöner Tag. Solche Inseln muss ich mir öfter einbauen (und nicht erst wenn es an allen Ecken und Enden blau brennt).

Tag 1545 – Hehre Pläne.

Heute wieder wenig gemacht. Lag aber heute unter anderem an Migräne. Mantel fertig genäht und einen Haufen Blusen und Hosen gebügelt, jetzt bin ich vorerst wieder versorgt. Sowas stumpfsinniges wie Bügeln und Knöpfe annähen geht ja auch mit Matschbirne.

Der Mantel ist sehr schön, sieht laut Herrn Rabe ein bisschen lustig aus, ist, glaube ich, sehr schön warm und – sehr schwer. Überlege, ob ich in der Mitte einmal rundum steppe, damit sich das nicht alles aushängt und unten ausbeult. Hmmhmm.

Pippi ist heute beim Orchideen gießen vom Stuhl gefallen und hat jetzt ne riesen Beule am Hinterkopf. Wir haben ein ernsthaftes Gespräch zu den Themen Orchideenpflege und auf Stühle klettern geführt. Ich hoffe es hilft.

Morgen habe ich frei. Eigentlich habe ich auch Dienstag frei aber das tausche ich eventuell um gegen Donnerstag (Homeoffice) aus Gründen. Jedenfalls, morgen. Ich möchte Sport machen, Mittagsschlaf machen, die Schneckenerde tauschen, aus Gründen die Hausarztpraxis anrufen, aus Gründen die Physiotherapiepraxis anrufen, aus Gründen die Bank kontaktieren, aus Gründen meine ehemalige deutsche Krankenkasse kontaktieren und vermutlich ist dann der Tag auch schon wieder rum und ich werde das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben, noch nicht mal, gezielt nichts zu tun. Das wird super.

Möchte außerdem meinen Twitter-Konsum minimal halten, wenigstens an diesen freien Tagen. Das tut mir da alles nicht gut momentan.

Ab ins Bett. Routine ins frühe(re) ins Bett gehen kriegen.

Tag 1544 – Arbeitskater.

Herr Rabe hat heute dieses schöne Wort erfunden, das den Zustand nach sehr arbeitsintensiven Phasen beschreibt. Ich wusste heute nichts mit mir anzufangen, hätte am liebsten den ganzen Tag nur geschlafen, war schon von Minimaltätigkeiten wie „Duschen“ überfordert und hatte auch zeitweise echt schlechte Laune wegen dem allen.

Immerhin habe ich ein wenig genäht und dabei Michel unsäglich gelangweilt (er wollte wohl gerne von mir unterhalten werden, aber ich bin ja kein Clown, nicht wahr?). Zu einer Entscheidung, ob ich eine Kapuze an meinen Mantel mache, konnte ich mich aber nicht durchringen, also habe ich die Naht einfach nur „normal“ geschlossen und nicht mit Fake-Overlock-Stich, denn jetzt kann ich es entweder so lassen oder irgendwann relativ einfach auftrennen und eben noch was anbauen. (Auch entscheiden wollte ich heute nicht. Oder sonst irgendwie an einem Erwachsenenleben teilhaben.) Vorteil an einer Kapuze wären halt Aufhänger*. Nachteil an einer Kapuze wären… es gibt keine Nachteile an Kapuzen.

Hoffentlich geht morgen wieder mehr bei mir. Ist ja nicht auszuhalten, diese Ziellosigkeit.

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*das müsste ich wohl erklären, aber das zeige ich Ihnen, wenn ich Bilder habe, das ist einfacher.

Tag 1538 – Abschlappen.

Wir haben heute alle eher wenig gemacht, die Kinder quasi gar nichts. Die Kinder weil sie beide ein bisschen angeschlagen sind und morgen zur Schule fit sein wichtiger ist als Sonntags Kastanienmännchen zu basteln, wir weil es nötig war.

Ich habe sehr viel Wäsche gemacht und genäht und war beim Sport.

Herr Rabe hat den Rasen winterfertig gemacht. Wir haben es tatsächlich geschafft, unseren Rasen in diesem Jahr von „Wüste“ zu „Man möchte sich reinlegen“ zu verwandeln und das soll bitte im nächsten Jahr nicht wieder so eine riesige Aktion sein sondern einfach hübsch nachwachsen.

Ansonsten viel Organisationsarbeit, die aber bisher nur in meinem Kopf ist. Wir werden hier mal umstrukturieren müssen, es läuft nämlich eher unrund und knirscht ein wenig im Getriebe, was hauptsächlich daran liegt, dass wir beide glauben jeweils mehr Familienarbeit zu erledigen als der andere. Da hilft leider nix als mal wirklich aufzudröseln, wer was macht, inklusive Zeiterfassung und Zielerreichung. Das klingt furchtbar unromantisch aber so ein ständig auf Halbmast hängender Haussegen ist tatsächlich auch sehr unromantisch und sparkt kein joy.

Endlich gehen die Uhren wieder richtig. Trotzdem muss ich jetzt schlafen, morgen geht es wieder früh raus und für einen Tag inkognito (ich habe die Out-of-Office-Nachricht bis 6.11. eingestellt) ins Büro. Motivation dafür eher gering, aber Tjanun, auch das ist halt manchmal so.

Tag 1537 – Uff, Menschen.

Einen eigentlich netten Abend gebracht, aber uneigentlich gar nicht in der Stimmung gewesen

  • Schon wieder Norwegisch zu sprechen
  • Smalltalk zu machen
  • Generell Menschen zu treffen

Ich war dann auch eher still und dankbar über eine Aufgabe, die sich am besten schweigsam und mit einem großen, scharfen Messer in der Hand erledigen lässt: Kürbis schnitzen. Ich find sowas ja eigentlich doof aber so musste ich wenigstens nicht mit Leuten reden.

Dieser Kürbis hat 4 Gesichter und ich habe noch einen weiteren gemacht.

Nicht falsch verstehen, ich hab die Freunde wirklich gern und auch die Leute die da waren (Freunde und Bekannte) mag ich alle gerne, aber heute war halt einfach ein bisschen viel.

Und dann wieder toben 8 Kinder johlend durchs Haus und ich denke, dass an solchen Abenden vielleicht Erinnerungen bei ihnen gemacht werden, die für immer bleiben.

Ich hoffe es sehr.

(Am Ende ist Pippi auf meinem Arm eingeschlafen. „Mama, ich bin müde, ich will kuscheln und schlafen“, war die Ankündigung. Da platzt ja dann immer noch mein Herz, wenn sie dann auf meinem Arm ganz schwer wird und der Ohrknibbelarm runtersinkt und hach.)

Tag 1531 – Fertig. Und wach.

Ich! Habe! Einen! Mantel! Genäht!

Hat ja auch nur 10 Monate gedauert, obwohl man ja schon zugeben muss, dass von Januar bis Ende September da rein gar nichts dran passiert ist.

Foto gibt es noch nicht, Sie müssen mir das vorläufig einfach glauben. Vielleicht kriege ich im Hotel morgen was fotografiert, oder ich müsste meine Kollegen bitten (not gonna happen), wir werden sehen. Jedenfalls FERTIG!

Außerdem war heute Michels Kindergeburtstag in der Turnhalle, aber das war so entspannt, dass es sich kaum lohnt, darüber Worte zu verlieren. Mir graute davor wirklich, einfach wegen der Menge Kinder (11) aber die spielten und tanzten ganz zufrieden und es war wirklich einfacher als zu Hause, schon allein weil wir null geplantes Programm hatten (das dann ja auch durchgezogen werden will, bei den leicht zwanghaften Migranten).

Vielleicht wurde ich auch gehirngewaschen in den letzten sechs Jahren, schleichend vermutlich.

Gebügelt und gepackt ist für die nächste Woche, eine Woche Inspektion, eine Woche ohne Familie, seltsam, obwohl ich das ja im Mai auch schon mal gemacht hab. Trotzdem – halt seltsam.

Jetzt viel zu spät im Bett, also wirklich zwei Stunden zu spät aber der Mantel ist fertig und gebügelt ist, man kann nicht alles UND ausreichend Schlaf haben, ich jedenfalls nicht.

Tag 1529 – Mehr Alltag.

Viel Kleinscheiß bei der Arbeit weggerödelt, bevor ich zwei Wochen lang quasi nicht im Büro sein werde. Leider hört der Kleinscheiß nie ganz auf und ich und meine Kollegin werden trotz all meiner Bemühungen eben weil wir jetzt zwei Wochen lang nicht da sind eine Frist reißen. Das stresst mich, lässt sich aber nicht (mehr) ändern, die Kollegin hat halt heute ihren eigenen Kleinscheiß gehabt.

Abends mit Michel zusammen auf dem Sofa eingeschlafen, wir wollten uns nur ganz kurz hinsetzen und Zack… aber nur für ca. 30 Minuten, dann war Pippi, die kleine Dreckspatz, mit Baden fertig.

Apropos baden. Die Tage der Kinderklappbadewanne sind gezählt, sie hat einen Riss. Leider geht ja momentan jede Øre die übrig ist aufs Auto-Konto. Ich möchte immer noch so gerne eine Badewanne haben. Und einen Durchlauferhitzer. Und Starkstrom im Bad, für den Durchlauferhitzer. Und überhaupt.

Mit Herrn Rabe „Exit“ geguckt, also zwei Folgen, eine norwegische Serie über superreiche Banker. Das hatte uns die Babysittermama empfohlen, aber vor den ersten 5 Minuten gewarnt, die seien echt übel. Ich sag es mal so: die Norweger sind ja schon irgendwie putzig. Ernsthaft, Ja, also da bumsen zwei recht explizit und man sieht einen erigierten Penis. Huiuiuiuiui. Übel! Penis. Hihi. Die Serie ist auch… naja. Überzogen, dabei aber wenig lustig. Sorry, norwegisches Fernsehen.

Morgen „ausschlafen“. So wie man eben ausschlägt mit Kindern. Aber besser als um halb sechs vom Wecker geweckt werden allemal.