Zehn Minuten ist der Tag noch lang. Das ist machbar. Heute war nämlich auch nicht so wirklich viel los. Ist ja auch wirklich ganz schön, wenn man am Wochenende nicht arbeiten muss. Trotz Kindern, die um halb acht auf sind, trotz Wut-Michel, der für seine Maus tausend Dinge (best of heute: Rutsche, Schwimmbrille, Schlitten) einfordert, trotz Pippi, die man jedes Mal, wenn man am Esstisch vorbei geht, von selbigem pflücken kann, trotz Bügelwäsche und diversen Maschinen, die zwar trocken aber nicht zusammengelegt sind. Alles egal, wir haben uns. Am Ende sprang sogar Pärchenzeit für uns Große raus. <3
Kram
Tag 365 – Ein Jahr!
Prööööt! Der Rabensalat hat tatsächlich Geburtstag und das eigentlich sogar schon gestern, aber der erste Post war unnummeriert und deshalb passt das schon! Ich kann zählen, Juhuuu!
Ein Jahr Bloggerei, jeden Tag. Hammer. Obwohl ich ehrlich gesagt ja schon ein Typ bin, der Sachen einfach durchzieht, wenn sie vorgenommen sind, egal als wie scheiße sie sich zwischendurch herausstellen: allerallermeistens hat es Spaß gemacht. Allerallerallermeistens. Sogar viel. Hier hab ich ein Medium, dem ich mich mitteilen kann, das mich zuallererst mal nicht auslacht für den wirren Kram, der mitunter meinem Hirn entspringt. Dann hab ich jetzt auch ein online-Gedächtnis, das ist manchmal ganz praktisch und ich bin sicher, in ein paar Jahren wird es noch praktischer sein, die eigenen Erinnerungen quasi googeln zu können (wobei das auch ziemlich gruselig ist, wenn man so genauer drüber nachdenkt…). Und was mich ehrlich am meisten überrascht: hier sind total viele nette Leute. Also hier, auf dem Blog, Menschen die nur lesen, Menschen, die auch mal kommentieren, Menschen, bei denen man auch selber liest (das wird total weird sich irgendwann mal im richtigen Leben gegenüber zu stehen!) und irgendwie kennt man sich ein bisschen, obwohl man sich noch nie getroffen hat. Ich mag das sehr.
Auch bei Twitter habe ich mir inzwischen eine bunte Timeline zusammengebastelt und unheimlich nette Leute in 140-Zeichen-Häppchen kennengelernt. Manchmal wenn dann große Twitterer- oder Bloggertreffen sind, ärgere ich mich, so weit weg zu sein. Und dann fällt mir wieder ein, dass ich ja Westfale bin und bei zu vielen fremden Leuten um mich rum schweigsam in mein Bier starre. Aber schon allein mal persönlich Leuten danken: für Kindersitze in Wien, für Rat bei Hautproblemen, für Beruhigung bei „Hilfe, mein Baby hat da was am Zahnfleisch!“ – das würde ich gerne mal persönlich machen.
Insgesamt hier also große Blogbegeisterung nach dem ersten Jahr. Doch. Das mache ich noch eine Weile weiter.
Darauf ein Gläschen Weißweinschorle bei sommerlichen 6 Grad und Regen hier und dann bestelle ich mir das erste Jahr ausgedruckt als Buch. Weil ich das eine total tolle Idee finde, die ich Frau Brüllen abgeschaut hab (Ehre wem Ehre gebührt und 12 Jahre! Respekt.)
In diesem Sinne Prost und bis morgen –
Ihre Frau Rabe
Tag 363 – Schlaf.
Bin erst bei Michel, dann bei Pippi im Bett einfeschlafen. Ich bin so müde, ich schlafe auch auf 1,40 m. Jetzt großes Bett, schlafe einfach weiter. Nachti, Welt.
Tag 362 – Pickert! (Achtung: Rosinencontent.)
Die neuen Kartoffeln sind da und lecker und günstig (naja, norwegisch günstig halt) und deshalb haben wir heute Pickert gemacht. Wer das nicht kennt: Pickert ist eine sehr Westfälische Sache, im Grunde ist es wie ein Pfannkuchen aus Kartoffel-Hefe-Teig. Komische Leute machen auch Pickert in Kastenform, der dann in Scheiben geschnitten wird (Kastenpickert) oder so dünne Fladen, fast wie große, labbrige Reibekuchen (Lappenpickert). Aber die einzig wahre Pickertform ist der Lippische Pickert, wie ihm mein Opa machte. Weil halt. Das Rezept habe ich von meiner Oma bekommen, mein Opa machte es so jedes Jahr, aus ca. tausend Kilo Kartoffeln. Da kam dann die ganze Familie und außerdem wurde auf Vorrat eingefroren. So machen wir es auch, nur von der Hälfte vom Rezept hier. Also von der Hälfte dieses Rezeptes werden sicher 6 Erwachsene satt!
- Die größte Schüssel des Haushalts für den Teig suchen. Es gehen auch Waschwannen.
- 2 kg Kartoffeln, geschält und fein gerieben (Ein Loblied auf den Messerschmidt Alleskönner!)
- 2 kg Weizenmehl, zu den Kartoffeln geben
- 5 Eier, dazu geben
- 1/2 Liter Milch leicht anwärmen und darin
- 4 Klötze Frischhefe und (!)
- 4 Päckchen Trockenhefe (eins hat 7 g, ich musste das googeln, hier hat es nämlich viel viel mehr) und
- 2 gestrichene Esslöffel Zucker auflösen
- Aus den Kartoffeln, dem Mehl, den Eiern, der Milch-Hefe und 2 gestrichenen Esslöffeln Salz einen Teig machen. Der Teig sollte dickflüssig aber zäh sein, dafür soviel zusätzliche Milch zugeben, bis es eben passt, ca. 1/2 Liter.
- Am Ende entweder für die Rosinophobiker einen Teil des Teiges abnehmen und die Rosinenmenge im Restteig entsprechend reduzieren oder in den ganzen Teig 1 1/2 Pfund (Pfund, nicht Kilo, obwohls auch mit der doppelten Menge schmeckt, das weiß ich… zufällig.) Rosinen kloppen.
- Den Teig abgedeckt gehen lassen, bis er sichtbar blubbert und ca. 1/3 an Volumen zugenommen hat. Das geht ziemlich schnell (4 Klötze Frischhefe…)
- Je eine Suppenkelle Teig pro Pickert in reichlich geschmacksneutralem Öl relativ heiß (hier scheiden sich die Geister: ich bin eher für heiß, der Herr Rabe steht gerne lange am Herd) ausbacken. Es sollten so Kleintellergroße, ca. Fingerdicke Fladen werden. Zwischendurch wenden. Es empfiehlt sich, mindestens 2 Pfannen zu haben.
Tja, und das wars schon. Dann hat man einen Haufen Pickert. Oben drauf kommt (klassisch) Rübenkraut oder (puristisch) Butter oder (hartgesotten) Leberwurst oder (ketzerisch) Mayonnaise oder (noch ketzerischer) Zimtzucker.
Und wie schmeckt das?
Nach Familie und nach Heimat. Nach eng auf die Eckbank gequetscht sein und im Wohnzimmer essen und sich lustig machen mit denen, die Leberwurst drauf schmieren. Nach Zwiebelmustergeschirr und uralten Pfannen und Häkeldeckchen. Nach sich überfressen aber trotzdem noch Platz für ein paar eingemachte Pflaumen haben. Oder für Eis mit Sirup.
Tag 360 – Alles Anzünden auf 3…2…1…
Ich sitze in einem Biot nach Munkholmen und will da schon gar nicht mehr hin. Warum?
Wir waren verabredet um 14:00 Uhr zur Abfahrt am Pier. Das wurde zu Fuß knapp wegen Brot. Also gingen die anderen vor und ich nahm das Rad. So weit so gut.
Dann fiel uns kurz vor Abmarsch der Vorgänger ein, dass man auf dem Boot nur bar zahlen kann. Herr Rabe hatte nicht mehr genug Bargeld für uns alle und bat mich, noch Geld zu holen. Ok. Wird knapp, müsste aber gehen. So dachte ich.
Womit ich nicht gerechnet hatte: übervolle Innenstadt voller Fußgänger, quasi kein Vorankommen mit dem Rad. Und: Ampelphasen, während derer kein Auto kommt, aber ich Hornochse stehe mir natürlich an der komplett freien Kreuzung die Beine in den Bauch. 13:58, noch hundert Meter. Lese Bachricht von Herrn Rabe: ‚Hab grad Geld geholt‘. Toll, das hätte ich mir also (inklusive Umweg durch die Stadt) sparen können.
13:59. Ich bin da, bei rot gegangen, winke Herrn Rabe (auf dem Boot), klappe den Fahrradständer runter. Das Boot fährt los.
Wtf? Kann der nicht mal ne Minute warten??? Mooooment, die Minute hätte der sicher gewartet, wenn ihm wer Bescheid gesagt und drum gebeten hätte. Das heißt…
Ich koche innerlich. Vielleicht kotze ich auch ein bisschen, innerlich.
Dann fahre ich nach zwei fiesen Nachrichten an Herrn Rabe zur Arbeit. Das Boot fährt nur zur vollen Stunde, da ne Stunde abhängen? Nein danke. Mal nach den Zellen gucken.
Ich bin grade bei der Arbeit angekommen, da ruft Herr Rabe an. Das Boot fährt heute jede halbe Stunde. Tja, das ist jetzt wohl auch egal. Mikroskop an.
Die Zellen wachsen wie verrückt. Die Flaschen sind voll. Verdammt. Vier Wochen wachsen sie gar nicht und dann fangen Sie heute an? WARUM??? Gnarfz. Die kann ich entweder heute noch einfrieren oder morgen wegschmeißen. Einfrieren dauert ne Stunde. Fuck. Fuckfuckfuck.
Ich schalte Wasserbad und Zentrifuge an und mache Schildchen an alles: bitte anlassen. Hole schon mal Medium aus dem Kühlschrank. Hole Einfrierröhrchen und -Boxen und schreibe meinen Namen auf alles. Fahre wieder zum Pier, zum Boot. Um 14:56 bin ich da und habe mein Fahrrad abgeschlossen.
Am Bootshäuschen ein Schild: wir nehmen Karten und Bargeld. Also Geld holen hätte ich mir doppelt sparen können. Dafür ist es 30 Kronen teurer geworden. 90 Kronen! Für zwei mal fünf Minuten Fahrt. Ey…
Und auf Herrn Rabe bin ich auch noch sauer.
Tag 358 – Wir haben es getan!
Herr Rabe hat mir heute die Haare gefärbt. Schon gestern hatte ich die Farbe besorgt (auch schon teuer, aber nix gegen die Friseurkosten), nämlich 9.13 (also helles Blond mit Blau- und Goldtönen). Mir schien das eine gute Wahl, die nicht zu weit von meiner Naturhaarfarbe abweicht, und auch von der zuletzt gefärbten (Sand, ich nehme mal an irgendwas 8.23 oder so) nicht zu weit weg ist.
Trotzdem brauchte ich erstmal ein Bier (dank Duty-Free-Shop-Bier vom angekommenen Besuch kein Problem) um meine doch flattrigen Nerven zu beruhigen. Und weils schmeckt und man ja auch nutzen muss, dass Pippi kaum noch stillt sondern hauptsächlich nuckelt und kuschelt.
Pippi sah uns bei dem Spaß vom TrippTrapp aus zu, weil sie partout nicht schlafen wollte.
Auf der anderen Seite dann ich, mit Handtuch um die Schultern, Herr Rabe machte die Farbe drauf. Der kann das gut, hat er sich von unserer Bielefelder Friseurin erklären und zeigen lassen.
Zuerst der Ansatz, 15 Minuten und dann nochmal alles 15 Minuten. Was weiß denn ich, wie die alte Farbe auf die neue reagiert.
Zwischendurch hätte ich lieber nicht in den Spiegel gucken sollen, das sah alles so rot aus, dass ich kurz in Versuchung geriet, alles Panikartig auszuspülen. Dann erinnerte ich mich an die „10 schlimmsten Haarfärbefehler“ (oder so), die ich irgendwo gelesen hab und wo Nr. 2 (nach: total falsche Farbe ausgewählt) war: Einwirkzeit nicht eingehalten.
Nach der Einwirkzeit dann also nach Anleitung ausgespült und das Color-Lock-Zeug rein und wieder gewartet und wieder ausgespült und geföhnt und aaaahhhhhh.
Viel besser als vorher. Der Ansatz ist noch zu sehen, aber nicht mehr schlimm, die Farbe ist insgesamt schön und recht natürlich, die griechischen Reststrähnchen sorgen noch für ein paar hübsche Reflexe: ich bin total zufrieden.
Nächste Woche dann Schimpfe vom Friseur anhören. Und schneiden lassen, weil am Helm-Look ändert auch die schickste Farbe nix.
Tag 357 – Das zweite Leben der Lieblingshose.
Vor etwa zwei Jahren passierte der Super-Gau. Bei der Arbeit. Ich beugte mich vor um nach der Mittagspause mein Geschirr in die Spülmaschine zu räumen und *rrriiitsch* war meine Hose am Po aufgerissen. So richtig längs neben der Naht lang. Ziemlich lang. Materialermüdung.
Meine Lieblingshose! Sie war so perfekt gewesen! Schöne Farben, luftig, bequem, überall zum Schnüren und deshalb sogar mit 8-Monats-Murmel mit Michel drin noch tragbar. Kaputt, einfach so. In solchen Momenten bin ich irrational. Ich behielt die Hose*. Kann man ja vielleicht noch was draus machen.
Heute, mehr als zwei Jahre später, machte ich noch was draus. Eigentlich weil die Nähmaschine im Weg stand und wir für Pippi noch einen Kindergarten-Bus-Beutel für Wechselkleidung brauchen** und dann wollte ich den Rest der Hose nicht wieder in den Schrank räumen, also machte ich aus einem Bein den Beutel (praktisch gleich mit Kordelzug, der war unten am Bein) und dann aus dem anderen Bein zwei Nackenkissen für die Kinder im Auto und Fahrradanhänger, damit denen die Köpfe nicht so abknicken, wenn die einschlafen (und ich Sympathie-Nackenschmerzen kriege, wenn ich das sehe).
Und tatsächlich warf ich den Rest vom Hosenrest einfach weg.
*Ich bin bei den meisten Sachen echt gut im Wegwerfen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel, nicht wahr?
** Also, irgendwann. Die Kleinen fahren erstmal noch nicht mit auf Ausflüge. Aber was man hat, das hat man, nicht wahr***?
*** Jaja, das Phrasenschwein wird heute gut gemästet. Und das Wiederholungs-Schwein auch.
Tag 356 – Von Haarfarben und Regenhosen.
Ich radelte heute zur Arbeit. Aus Geiz, denn ein Busticket kostet fast 4€ plus das Gleiche für den Rückweg… Ach nee.
Es goss in Strömen und als ich ankam sah ich aus wie ne gebadete Katze.

Wenigstens war die Regenjacke dicht. Meine Jeans war aber auch klatschnass, das war recht unspaßig, und so zogen wir alle am späten Nachmittag los, eine Regenhose zu kaufen…
… Plus tausend andere Dinge. Einen Kitarucksack für Pippi zum Beispiel. Wir kauften im Endeffekt einen für Michel und Pippi erbt Michels alten, weil auf den nicht-blauen Rucksäcken überall Kätzchen und Häschen und rosa Scheiß drauf war. Außerdem wollte ich nach Haarfarben gucken. Ich habe mich nämlich dazu durchgerungen, meine Haare selbst zu färben. Nicht komplett blondieren, sondern mit so einer 3-4 Stufen Aufhellung slash Farbe etwas aufzupeppen, im Grunde so wie es jetzt ist, gerne etwas kühler im Ton, aber vor allem minus 80% der Kosten. Ich fragte auf Twitter (ich habe ja nach wie vor von diesen Beauty-Dingen keinen Schimmer) und bekam eine Marke empfohlen.
Jetzt gibt es ja aber hier keine Drogerien wie dm oder so. Haarfarbe kauft man bei so, hmmm, „Schminkeläden“, im Supermarkt oder bei Lindex oder H&M. Es gibt so Läden für Friseurbedarf, allerdings gehören die immer zu einem Friseursalon und haben zwar drölfzig Versionen von Matt-Wachs und Brillianz-Shampoo, aber Haarbarbe? Höchstens Directions. Im Supermarkt stand Michel auch schon vor den lustigen Modefarben und hielt mir dann eine Packung Pokémon-Lila hin, das fände er schick. Nunja. Nicht ganz mein Fall, danke Michel. Im Schminkeladen hatten sie eine Große Auswahl. Im Angebot war eine Farbe, die sich Pure Blond (9.0) nannte – und schon auf der Packung gelb aussah. Nein danke. Bei Lindex gab es nur Aufheller stark und extra stark. Bei H&M gab es immerhin die gewünschte Marke – braun, dunkelbraun und fast schwarz. Entnervt gab ich auf und kaufte eine Pokémon-Lilane Regenhose.
Zu Hause wollte ich dann die gewünschte Farbe bestellen (btw: wer nennt denn ne Haarfarbe 8-15? „Welche Farbe ist denn das?“ – „Ach, das ist bloß 08-15…“) und kam bis zur Eingabe meiner Kreditkartendaten, dann war plötzlich der Shop down (also vor der Eingabe, glücklicher Weise, sonst würde ich mir jetzt wohl Sorgen um mein Geld machen). Amazon will 31€ (!!!) Versandkosten. Unser Kumpel, der Donnerstag kommt, fliegt nur mit Handgepäck und darf sicher keine super fiesen Chemikalien mitnehmen. Sind das Zeichen? Soll ich es lassen? Lieber nochmal 100€ (!!!) beim Friseur fürs Färben lassen und ihm direkt sagen, dass ich das lieber zu Hause machen würde, weil TEUER!!!, aber am Erwerb anständiger Farbe scheiterte? Vielleicht ist er so toll, wie ich beim ersten Mal den Eindruck hatte und verkauft mir Farbe. Allerdings ist der Friseur auch noch bis nächste Woche im Urlaub und ich fühle mich Wischmoppig. Kann aber ja auch an der unfreiwilligen Dusche heute morgen gelegen haben. Was wird siegen? Geiz oder Vernunft?
Es bleibt spannend.
Tag 352 – Der Dinosaurier.
Michel hat von seiner Tante ein Dinosaurierei geschenkt bekommen. Und das war super. Michel steht ja eh ziemlich auf Dinosaurier (und Drachen, Dukkeldile, Haie, Zrebras, Ellifanten und eigentlich alles, was jemals auf der Erde rumgekreucht ist) und dann so ein Ei zum selbst ausbrüten – der Hammer.
Ich habe das grade mal gegoogelt, es gibt die in Deutschland auch, wir hatten glaube ich eines von dieser Marke. Die Tante kaufte das Ei in Canada (?), die Verpackung ist schon weg, so einfach ist das also nicht mehr nachzuvollziehen. Aber die Größe und die Zeitangaben passen.
Das funktioniert nämlich so: das Dinosaurierei wird in eine große Schale mit Wasser gelegt. Der Dino drinnen (man weiß nicht, was schlüpft, also extra spannend!) quillt dann auf, gleichzeitig löst sich die Schale etwas auf, kriegt irgendwann Risse und nach zwei Tagen „schlüpft“ der Dinosaurier, also er ist dann weit genug aufgequollen und die Schale instabil genug geworden, dass die Schale bricht. Von der Chemieseite hab ich da keine Ahnung, ich sag mal so: irgendwas mit Polymeren. Klingt schlau.
Danach muss der Dino noch ein bis zwei Tage in frischem Wasser liegen bleiben. (Dabei wuchs Michels Stegosaurus nochmal ganz ordentlich.) Und fertig ist der selbst ausgebrütete Dino! Etwas glibschig bleibt er, und er schrumpft auch wieder, aber nur sehr langsam und das ist bestimmt durch neues Einlegen in Wasser zu beheben.

Und jetzt zum Erfahrungsbericht: voll super. Michel war natürlich Mega aufgeregt und klebte förmlich an der Dinoei-Schüssel. „Da! Da so Risse sind, kumma, Mama! Da!“. Als dann am zweiten Morgen der Dino endlich geschlüpft war, war er komplett aus dem Häuschen. Sein eigener Baby-Dino. Von der Tante ordentlich angeheizt („Du bist jetzt ein Dinosaurier-Papa, da musst du guuuuut auf dein Baby aufpassen…“) fühle er sich direkt total verantwortlich und als wir dann zum Zelten fuhren und den Dino in seiner Schüssel zurückließen, müssten wir uns im Auto die Geschichten anhören, wie traurig der Dinosaurier jetzt ist, weil er alleine ist und er (also Michel) nicht da ist und der Dinosaurier doch auch in den Zoo gehen und Tiger angucken und im Zelt schlafen will.
Umso größer die Freude, als wir nach Hause kamen und der Dino riesig groß geworden war! Erstmal wurde er abgetrocknet, im Handtuch rumgetragen und dann wurde ihm die Welt gezeigt. Also, unsere kleine Wohnungs-Welt, aber immerhin. Auch die (Selbst-)Gespräche (Michel quasselt momentan von früh bis spät, Herrn Rabe und mir fallen langsam die Ohren ab) handelten erstmal nur noch vom Dinosaurier. Der Dino wurde gefüttert und umsorgt. Mit ins Bett genommen. Es war wirklich total niedlich. (Und vor allem hält er das auch aus. Fühlt sich jetzt an, wie ein großes, leicht wabbeliges Gummitier.)
Langer Rede kurzer Sinn: Dinoeier sind super. Wenn sie mal einem Kind in der Dinophase eine Freude machen wollen: Dinoeier.
Tag 351 – Nörgel
Kacklaune weil Erkältung und PMS (hoffentlich), höllischen Schmerzen im rechten Handgelenk bei fast allem und überhaupt. Arbeit doof, die Zellen wollen einfach nicht so wie ich, die RNA auch nicht (Polyklonale Antikörper sind des Teufels, ich sage es Ihnen!) und das was ich für meine Kollegen gemacht hab, hab ich wegen unzureichender Information falsch gemacht und muss es jetzt morgen im richtigen Puffer nochmal machen. Immerhin geht der Beta-Zähler jetzt wieder. Und kaum zu glauben aber wahr: die Proben, die ich im Juni LETZTEN JAHRES noch kurz vor meinem Mutterschutz mit einem riesigen Aufwand erstellt habe, sind jetzt ENDLICH analysiert worden. Also, gemessen, nicht analysiert, der Analysator muss das machen, das kann ich nicht selbst (zu viel Informatik). Mal sehen, wann ich die Daten dann kriege. Nächstes Jahr oder so.
Was gut war: Meine Proben wurden gemessen, ich habe jetzt haufenweise RNA, mit der ich Quatsch machen kann und außerdem habe ich sehr niedliche Kinder. Ja.








