Mahlzeit! KW 1

Da Herr Paul in letzter Zeit so fleißig Essenspläne blogt, habe ich mir vorgenommen unsere Essenspläne hier retrospektiv zu verbloggen. Gewöhnlich planen wir Essen für 5 bis 7 Tage und kaufen dementsprechend ein. Aber wie schon mein Software-Engeneering-Prof lehrte – „Pläne werden gemacht um anschließend über den Haufen geworfen zu werden“ – wird unser Essensplan fortlaufend optimiert. Los geht es mit der Rückkehr aus dem Heimaturlaub.

Do. 7.1. Nudeln mit Zucchini-Paprika-Tomaten-Soße

Fr. 8.1. Fiskekake-Burger (Fiskekake sind so eine Art Fischbuletten)

Sa 9.1. Möhrenlasagne – Teil 1

So 10.1. Möhrenlasagne – Teil 2; extra Möhren für das Baby

Tag 161 – Wie man nicht einen Schlitten kaufen sollte

Mit einem eh schon übermüdeten Kleinkind, viel zu spät, unter Zeitdruck und in Verbindung mit dem Wocheneinkauf. Eins dieser Kriterien reicht eigentlich schon als knock-out Kriterium. Auf uns (also eigentlich nur Herrn Rabe, aber der hatte das dem Kind schließlich versprochen mit dem Schlitten) trafen alle diese Kriterien zu. Und natürlich wurde das im Auto eingeschlafene Kind beim Ausziehen wach und war dann, sagen wir mal, unleidlich. Als es endlich eingeschlafen war, brüllte das Baby. 

Was. Ein. Kackabend.

Tag 160 – Heia Kindergarten!

Der ElternRat der Villa Schaukelpferd tagt mal wieder und diesmal geht es um das Thema Fremdbetreuung: Ja oder Nein (und wenn ja, dann wie)? Das Thema brannte mir eh schon ein paar Tage unter den Nägeln, nachdem ich einige Blogartikel  zum Thema gelesen hatte. Also schreibe ich jetzt tatsächlich darüber (fast hätte mein Inneres „du kannst auch einfach mal die Fresse halten“ gewonnen, aber wenn ich quasi nach meiner Meinung gefragt werde…).

Zuerst nochmal: mein Motto ist ja immer „Leben und leben lassen“. Jede*r soll bitte für sich den Weg finden, der sie/ihn glücklich macht. Ich will hier nicht meine Lösung als Nonplusultra für alle Familien hinstellen, ich denke auch nicht schlecht über Leute, die die Dinge anders handhaben als wir. Anders herum reagiere ich aber auch allergisch darauf, wenn andere mir ihre Sichtweise aufdrücken wollen, ohne dafür andere Argumente zu haben als „bei uns funktionierts aber und gefällt uns so“. Das erstmal als Disclaimer. 

Ein Grund, weshalb wir nach Skandinavien gezogen sind, ist ja die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit hier. Das erste Mal war ich mit dem Thema konfrontiert, als ich meinem damaligen Chef von meiner Schwangerschaft berichtet habe:

Ich: „Chef, ich bin schwanger.“

Chef: „Super, herzlichen Glückwunsch! [blabla, Kinder sind so toll, braselfasel] Und, wie viele Jahre wolltest du wegbleiben?“

Ich: „Ähhhh, ich hatte an sieben Monate* gedacht…“

Ich hatte mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so viele Gedanken drum gemacht, ob eine mehrjährige Kinderauszeit für mich in Frage käme. Ich dachte nach dem Gespräch ca. drei Sekunden darüber nach und alles in mir schrie „Nein! Bloß nicht!“ . Man muss dazu vielleicht sagen, dass meine Mutter sehr plötzlich alleinerziehend wurde. Mein Vater war vom einen Tag auf den anderen weg (lies: tot) aber alle seine Schulden waren noch da. Wenn ich eins von meiner Mutter eingetrichtert bekommen habe, dann war es „Mach Dich nicht von einem Mann abhängig!“. Deshalb war es für mich klar: wenn die Zeit der staatlichen finanziellen Unterstützung zu Ende ist, gehe ich auch wieder arbeiten. Alles andere würde mich mindestens nervös, wahrscheinlich eher verrückt machen. Jeder sogenannte Versorger kann ganz plötzlich weg sein, da muss ich in der Lage sein, mich (und meine Kinder) zu versorgen. Schon der Gedanke daran, dass ich komplett von der Arbeitskraft und auch dem Wohlwollen meines Mannes abhängig wäre, verursacht mir körperliches Unbehagen. Ich habe tatsächlich großen Respekt vor Menschen, die so auf ihren Partner und das Schicksal vertrauen können, dass sie sich wirklich fallen lassen können, auch und gerade finanziell. 

Nach mehreren Jahren Pause stelle ich mir einen beruflichen Wiedereinstieg zumindest holpriger vor, als nach ein paar Monaten. Zumindest in Deutschland. Ich verfolge zwar keine großen Karriereambitionen, aber mein Job sollte uns eben im Notfall auch ohne anderweitige Unterstützung durchbringen. Dafür muss ich nur einen solchen Job auch finden oder schon haben und vor dem altbekannten „Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf…“ hätte ich ebenfalls ziemliche Angst. 

Wir stellen also fest, meine Gründe, zu arbeiten und das Kind betreuen zu lassen sind total egoistisch und ich habe gar nicht ans Kind gedacht. Vielleicht hätte ich mal besser dieses Finanztrauma aufarbeiten sollen, dann könnte ich ohne Panik** zu Hause bleiben. Oder? Zumal ich ja jetzt im Moment wieder in Elternzeit bin und den Großen auch aus der Kita hätte nehmen können, das würde die Haushaltskasse um gut 300 € im Monat entlasten und unseren Tagesplan entzerren. Warum also „schicke“ ich das Kind trotzdem in die „Fremdbetreuung“? Nun, zum einen finde ich das ein unsägliches Wort, denn niemals würde ich mein Kind irgendwelchen Fremden überlassen. Ich kenne die Betreuer aus dem Kindergarten, ich mag die meisten gerne, und was viel wichtiger ist, das Kind mag die auch sehr gerne und geht ausgesprochen gerne in den Kindergarten und fühlt sich bei den Betreuern sicher und geborgen (ich nehme das zumindest an, sprachlich ist es noch nicht ganz so weit, aber dass es 1. da genauso ist wie zu Hause, sich also nicht zurücknimmt und 2. gerne seine heiß geliebte kleine Schwester mitnehmen will, spricht für mich dafür). Es ist also keine Fremdbetreuung, sondern eben Betreuung. Das englische Daycare finde ich sehr viel besser, da wertneutraler. Zum anderen bin ich eben „nur“ die Mama. Ich bin keine ausgebildete oder sogar studierte Pädagogin. Ich bin nicht drei Männer und drei Frauen gleichzeitig. Ich bin nicht zweiundwanzig andere Kinder zwischen 1 und 6 Jahre. Ich finde basteln doof. Malen auch. Ich mag nicht bei jedem Wetter raus. Mein norwegisch ist zwar gut, aber nicht gut genug um es als zweite Muttersprache zu vermitteln (ne, die Migranten, die zu Hause nicht die Landessprache sprechen und sich gar nicht integrieren und so). Und ich habe ein Baby, das Aufmerksamkeit braucht und dem ich diese exklusive Mama-Zeit auch nicht vorenthalten möchte. Ich bin überzeugt, dass mein Kind sich mit mir zu Hause langweilen würde. Vielleicht nicht nach einer Woche, aber nach einem Monat sicher. (Ich fange hier nicht an von Entwicklungsfortschritten zu erzählen, denn ich habe ja keinen Vergleich. Vielleicht hätte sich das Kind exakt so entwickelt auch ohne Kindergarten. Da glaube ich nur an Studien und grade bin ich zu faul, welche zu suchen.) Da ich im Moment nicht arbeiten muss, gönnen wir uns den Luxus, morgens herumtrödeln zu können, wenn das Kind das möchte. Das Kind kann dann länger schlafen oder wir kuscheln noch oder das Kind schmeißt sich auf dem Weg in jeden einzelnen Schneehaufen. Aber in den Kindergarten geht es schon. Und das gern. 

Ich bin die beste Mama für mein Kind, das ganz sicher. Es wird (hoffentlich) die Werte, die ich und sein Vater ihm vorleben, weiter tragen. Ich würde mir aber nicht anmaßen wollen, zu sagen, ich alleine könnte mein Kind erziehen. Nur bei mir hätte es es gut. Zu einem guten Kindergarten gehört für mich sympathisches und empatisches Personal, das echtes Interesse an meinem Kind hat und das eine Bindung zu ihm eingehen will. Eine Tagesbetreuung sollte  das Kind eben nicht nur 8 Stunden lang verwahren, sauber und satt halten, sondern wirklich betreuen, begleiten und beachten. Wenn diese Rahmenbedingungen gegeben sind, und das sind sie bei uns, finde ich Kindergarten super. Ja, auch schon ab 1***. Ja. Heia, Kindergarten!

* 7 Monate, weil wir uns die 14 Monate Elternzeit gerecht aufteilen wollten bzw. aufgeteilt haben. 

** Naja, nicht ganz ohne Panik. Ich könnte ja immer noch Angst haben vor Altersarmut und Co. In Diesem Video ist das in witzig gezeigt. 

*** Heute beantragt. Das Baby ist dann 1 Jahr und ein bisschen, wenns klappt mit dem selben Kindergarten, in den auch das Kind geht. 

Tag 159 – Es schneit!

Der Wetterbericht hatte doch recht. Es hat den ganzen Tag in dicken Flocken geschneit. Wäre der Schnee weniger Geräuschdämpfend wären wir sicher um sieben vom Geräusch zigtausender Norweger, die ihre Ski ins Auto laden, geweckt worden. Nun ja, Schnee ist ja schön, es sei denn er weht einem frontal ins Gesicht, dann geht’s so mit der Begeisterung. Was auch der einzige Grund ist, weshalb wir das Bauen eines Schneemanns („Viel eschneit, große Schneemann baun. Gestern klein eschneit bare (nur), geht nix Schneemann baun.“) auf nach unserem eigentlich angepeilten Termin schieben konnten. Wir waren nämlich zu einem „Freundschaftstag“ verabredet, da kamen viele Leute unterschiedlicher Nationalitäten zusammen, die Kinder dölmerten herum und es gab jede Menge zu essen. Weil es Kinderschminken gab verbrachten wir Ca eine Stunde in Angst vor einem gefährlichen Tiger, aber ansonsten war es sehr nett und den Verein kann man sich mal merken, die scheinen gute Sachen zu machen. 

Danach musste aber dringend noch ein Schneemann gebaut werden. 

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Two snowmen

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Das Zwiebackexperiment ist so halb gelungen. Ich schreibe das Rezept hier mal auf und schreibe dazu, was ich beim nächsten mal anders machen werde:

Baby-Dinkelzwieback

  • 500 g Dinkelmehl
  • 20 g Frischhefe
  • Ca. 270 mL Vollmilch
  • Eine Miniprise Salz
  • 50 g geschmolzene Butter (ungesalzen)

Daraus einen Teig kneten (ich liebe dich, Knetmaschine!) und abgedeckt warm stehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (das waren so gut 45 Minuten). Teig halbieren und zwei Würste formen. Jede Wurst in eine gefettete Kastenform legen. Ofen auf 150 Grad vorheizen (das nächste Mal würde ich heißer und dafür kürzer backen: 180 Grad für hmmm… 20-30 Minuten?) Abgedeckt nochmal gehen lassen, bis das Volumen mindestens verdoppelt ist (eher mehr, dauerte so 30 Minuten). Dann backen (nächstes Mal: mit Dampf) für 40 Minuten. Abkühlen lassen und am nächsten Tag (nächstes mal: direkt) in 10 mm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben nochmal 30 (15–20) Minuten von jeder Seite bei 150 (180) Grad backen. 

Das Ergebnis ist Zwieback, eindeutig. Dadurch, dass kein Zucker drin ist, schmeckt der so ziemlich nach nix, aber soll ja auch fürs Baby sein, dem ist das egal. Die Porung ist gut, dementsprechend passte die Teigkonsistenz, Hefemenge und Gehzeiten. Allerdings war das Brot nach dem Backen schon sehr trocken und am nächsten Tag bröselte es extrem beim Schneiden. Deshalb nächstes Mal kürzer und dafür heißer backen und nach dem Abkühlen direkt weitermachen. Falls das jemand der Lesenden hier vor mir probiert, freue ich mich über Feedback, es müssen ja nicht zwei Leute den gleichen Murks machen, ne? (Ach so, falls Sie nicht für Babys backen, können Sie natürlich die 30 g Zucker aus dem Originalrezept dran tun. Dann muss der Teig wahrscheinlich kürzer gehen, weil der reine Zucker von der Hefe wesentlich besser vergärt werden kann, als wenn die Hefe den Zucker erst aus dem Mehl holen muss.)

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Langsam wirds was mit dem selbst essen vom Baby: jetzt ist es schon ganz begeistert-aufgeregt sobald wir ihm den Fresskittel anziehen. Heute Abend wurden eine halbe Möhre und drei Kartoffelachtel gegessen, mit nur wenig Herumgemansche. Es wird. (Für alle mit Zähnen gab es dazu Lammrippe. Schwer zu essen, aber lecker.)

Tag 158 – Achtung, es geht um Beinbehaarung bei Frauen!

Ich hab mir mal einen Sommer lang nicht die Beine rasiert. Aus mehreren Gründen.
Erstens wollte ich wissen, wieviel Behaarung denn da überhaupt wächst, wenn ich sie lasse, schließlich enthaarte ich meine Beine seit meinem 12. Lebensjahr.
(Kurzer, aber lustiger Exkurs: als ich mir die Beine das erste Mal rasierte, kurz vorm Schwimmbadbesuch und ohne meine Mutter, die da eh Kind der 60er ist, zu Rate zu ziehen, wusste ich nicht, dass Feuchtigkeit ein essentieller Faktor dabei ist. Ich rasierte also trocken mit dem stumpfen Nassrasierer (jaja, wieso heißt das wohl so, hmmmm?) meiner Mutter. Im Schwimmbad sah ich dann aus als wäre ich durch Ameisenhaufen dorthin gewatet. Meine damals beste Freundin sagte auch sofort als ich aus der Dusche kam: „OH GOTT, HAST DU ETWA KEINEN SCHAUM GENOMMEN???“. Ich horchte sie daraufhin vorsichtig über die richtige Technik aus. Sonst wäre es wohl bei dem einen Versuch geblieben.)
Zweitens hatte ich die (zwei? drei?) Jahre davor ausschließlich epiliert, in der Hoffnung, die Behaarung würde weniger borstig-pieksig und insgesamt weniger werden. (Spoiler: Nö. Weniger borstig-pieksig wird’s wenn die Haare länger werden. Und weniger… naja. Siehe unten.) Ich hoffte also auf mäßige Befolgung, ich bin ja auch blond, so sehr sollte das also nicht auffallen.
Drittens stellte ich irgendwann beim Epilieren fest, dass ich alle 2-3 Wochen 30-40 Minuten damit beschäftigt war, mir Haare auszureißen, also ziemlich viel Zeit darauf verwendete, mir Schmerzen zuzufügen (Ja, man gewöhnt sich dran. Nein, es tut nicht irgendwann gar nicht mehr weh. Hallo, Ameisenhaufen.).
Und viertens ist ja aus einer feministischen Perspektive dieses ganze Entfernen von bei erwachsenen Frauen völlig natürlicher Behaarung  auch totaler Schwachsinn und eine neumodische Erscheinung sowieso und wann hat sich eigentlich das letzte Mal ein Mann für mich die Beine rasiert??? (2004, und ich fands furchtbar, der Mann piekste und kratzte von Brust bis Wade).
Also probierte ich es einfach aus. Und hatte bald recht flauschige Beine. Blonde Behaarung sieht man vielleicht nicht so wie braune, aber dafür werden meine Beinhaare echt lang und locken sich auch irgendwann, kurz gesagt, ich sah bis zur Mitte des Oberschenkels exakt so aus wie mein Bruder. Ich erwischte mich manchmal dabei, wie ich versonnen meine Schienenbeine kraulte, weil sich das so witzig anfühlte. Am wenigsten störten mich unerwarteter Weise die Blicke der Anderen. Feministisches Statement und so. Die Argumente hatte ich parat, nur leider sprach mich nie (!) jemand direkt darauf an. Also dachte ich mir, soll se doch gucken, mir Wurscht. Aber mich störte es irgendwann dann doch. Mich störte, dass die Haare sich unter Strumpfhosen komisch abzeichnen oder durch den Stoff nach draußen pieken. Mich störte, dass mich die Haare bei bestimmten Hosen oder Socken kitzelten. Ich hatte Angst, dass mich der Ballettlehrer zum Korrigieren anfassen und flauschiges Bein merken würde. Und als dann ein Termin im Spa anstand entschloss ich mich, das Experiment abzubrechen. Für mich.
Ein bisschen überlegte ich dann, wie ich das machen sollte. Beim nass Rasieren (mit Schaum) hab ich mir mal eine 5 cm lange Narbe am Schienenbein zugefügt, die sieht man immer noch (Stichwort Sparschäler). Außerdem sind die Klingen teuer und ungerechtfertigter Weise auch für Frauen nur wegen irgend welchem unnötigen Aloe-Vera-Gedön und Goldbeschichtung und trallala nochmal viel teurer als für Männer mit ihrem genauso unnötigen Lithium-High-Tech-Ultra-Sound-Quatsch. Vom Epilieren hatte ich aber immer erstmal einen Tag rote Punkte (der Spa-Termin war am nächsten Tag) und dann später dauernd eingewachsene Härchen, das war also auch nicht soooo der Knüller. Zudem immer einige Härchen stehen blieben, die mich fortan bis zur nächsten Epiliertour wahnsinnig machten.
Schlussendlich entschied ich mich für den Kompromiss nämlich trocken rasieren mit der Rasierfunktion des Epilierers. Und es war super. Super glatt, kein Haar übrig gelassen, wesentlich schneller und vor allem schmerzloser gemacht als Epilieren, keine Hautreaktionen, schneiden kann man sich auch nicht dabei. Ein Träumchen.
Leider geht der Rasierer seit Kurzem nicht mehr. Hat wohl den Heimaturlaub nicht vertragen. Jedenfalls wollte ich heute meine Beine rasieren und es passierte ungefähr nix. Und da stand ich wieder, die feministisches Statement-Überlegung ist immer noch da, es ist weiterhin eigentlich Quatsch und zeugt nur von bekloppter „Hygiene“-Sozialisation (als wären Haare an den Beinen unhygienisch) und „Du musst immer alle sexuell zumindest nicht abstoßen“-Denke aka schlechtem Selbstwertgefühl. Plus ein bisschen An-den-Beinen-kitzeln.
Jedenfalls hab ich gleich heute einen neuen Rasierer gekauft.

Tag 157 – Backtag und so

Heute habe ich Brot, Brötchen und eine Art Toastbrot gebacken, das soll Zwieback werden fürs Baby. Das Rezept ist relativ Freistil von mir, wenns klappt schreibe ich das auch hier auf. Ohne Zucker und nur 1 Prise Salz, auf Salz ganz verzichten hab ich mich nicht getraut, es werden dem ja ganz viele Sachen nachgesagt (in so Backblogs geht es immer entweder um die Krume oder die Kruste, ich dachte ganz lange die Krume wäre die Kruste, aber das stimmt gar nicht, die Krume ist das Innere vom Brot. Die Kruste ist die Kruste. Die Krume soll oft fluffig oder wattig sein, das wär für die Kruste eher nicht so wünschenswert.). Fürs Backen ging 2/3 vom Tag drauf, danach waren dann auch schon Mann und Kind zurück und ich merkte an, dass ich gerne duschen würde. Daraufhin duschte ich dann mit Kind (hrmpf). Adé, 20 Minuten Alleine-Zeit… Nach dem Duschen war es schon Zeit für Abendessen, es gab Kartoffelsticks mit Sesam und dazu Joghurt-Knobi-Dip von gestern, Kräuterquark und Avocadodip. War sehr lecker, nur das Kind wollte nix. Das Baby lutschte glücklich ein Stück Kartoffel in sich rein und aß zum Nachtisch noch die zwei Stücke gedünstete Birne, die es heute Mittag wegen satt nicht wollte. Bisher klappt das mit dem selber essen so mäßig, das Baby hat halt noch keine gute Kontrolle über „wie fest muss ich drücken“ und ist dann immer sehr dankbar, wenn wir ihm die Stücke hinhalten und es nur noch abbeißen muss. Das klappt aber ganz gut und wenn das Baby nicht direkt nach dem Abbeißen breit Grinsen muss, bleibt das Essen auch tatsächlich im Mund, wird etwas gekaut und dann geschluckt. 

Nach dem Essen Kind ins Bett und dann Dogma geguckt, hurra. So ein Quatsch, aber guter Quatsch und außerdem erinnert der Film mich total an Früher und Filmabende mit 10 Freunden im 10 qm Wohnzimmer meiner Mutter damals. 

Leider danach wieder Babygeschrei, ich weiß nicht wieso, aber wenn wir ins Bett wollen muss es seit ein paar Tagen erstmal eine Weile brüllen. Das ist sehr unschön. Ich kann da auch nichts machen, in der Situation ist nur Herr Rabe gefragt und der soll es dann Bitteschön in der dunklen Wohnung herumtragen. Doof. Vielleicht liegts am Robben? Ich habe heute gesehen, wie das Baby im Bad Ca. 2 cm vorwärts gerobbt ist, vielleicht ist das sehr aufregend. Also bestimmt. Hoffentlich beruhigt sich das bald. 

Tag 156 – Babymassage

Als das Kind damals ein Baby war, machten wir einen Babymassagekurs. Der ging über mehrere Termine (4? 5?) und jeweils 30 Minuten. Geleitet war der Kurs von einer Hebamme mit irgendeiner Babymassagefortbildung, wir saßen zu sechst mit unseren nackten Speckbabys auf dem Boden in einem krass überheizten Raum und massierten was das Zeug hielt. Das Babykind pullerte mich in den 30 Minuten jedes Mal zwei- bis dreimal an, sodass ich ab dem zweiten Mal nur noch in abgeranzter Jogginghose und bei 60 Grad waschbarem Hemdchen hinging. Das Babykind genoss die Massage eigentlich immer sehr und hielt mir irgendwann sogar zufrieden Grinsend seine Füße hin, damit ich die auch gut kneten konnte. Nur Gesicht und Kopf allgemein, das konnte es nicht haben und fing an zu weinen oder den Kopf wegzudrehen. Das ist die Vorgeschichte.

Heute war ich mit dem Baby beim Babymassagekurs. Ein Termin, 45 Minuten. Geleitet von einer Physiotherapeutin mit irgend einer Babymassagefortbildung, ich weiß nicht, wie viele wir waren, vielleicht so 40? Es war jedenfalls super voll. Wir saßen mit unseren Speckbabys, die alle noch eine Windel anhatten, in einem krass überheizten Raum und versuchten, vor lauter Babygequengel und -geschrei* irgendwas von dem zu verstehen, was die Physiotherapeutin erzählte. Um das Baby vernünftig massieren zu können, hatte ich ihm irgendwann trotz der pikierten Blicke meiner Nachbar*Innen (es waren auch zwei Papas da) die Windel auch ausgezogen, ich bin ja eine erfahrene Babymasseurin und hatte eine saugfähige Wegwerfwickelunterlage mitgebracht. Nun ist ja das Baby sehr mobil und außerdem gab es ja sooooo viel für das Baby zu sehen, andere Babys, andere Mütter, die Spielzeuge anderer Babys, die Wasserflaschen anderer Mütter, jedenfalls drehte sich das Baby ständig weg und rum und interessierte sich eher am Rande für meine Massageversuche. Mit zunehmender Menge auf dem Baby verteilten Babyöls wurde es auch immer schwieriger, das zappelnde Baby in eine Maggagegerechte Position zu bringen, bis es mehr einem ungleichen Wrestlingkampf (schon mal versucht, eine mit Seife eingeschmierte Babyrobbe festzuhalten? Ich auch nicht. Aber so stelle ich es mir vor.) glich. Das war mir dann zu doof und ich massierte ein bisschen den Rücken des im Vierfüßlerstand wesentlich weniger zappeligen Babys. Das fand das Baby offensichtlich toll, so toll, dass es auf die Unterlage pullerte (mehr pikierte Blicke meiner Nachbar*Innen), aber dafür war die Unterlage ja da. Nachdem die Blase leer war, durfte ich das Baby sogar wieder rumdrehen und ihm das Gesicht massieren, was es, im Gegensatz zu wirklich allen anderen Babys im Raum, sehr genoss. 

Was ich damit sagen will: das Baby und das Kind sehen sich so ähnlich, aber sie sind so unterschiedlich im Wesen, es ist faszinierend. 

Und: was haben die Norweger*Innen eigentlich für ein Problem mit Nacktheit?

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Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt gleich alle hassen: mit David Bowie kann ich so gar nix anfangen. Mein einziger Bezug zu ihm ist „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, in dem Christiane F. auf einem David Bowie-Konzert ihren ersten Schuss von einem Freund gesetzt bekommt. Dieses Buch hat bei mir einen extrem nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aus Gründen, und deshalb war mir Bowie völlig unverschuldet immer irgendwie suspekt. 

Aber die Nachricht von Alan Rickmans Tod hat mich, ja, getroffen klingt irgendwie blöd, aber berührt passt auch nicht, vielleicht am ehesten kurz traurig gemacht. So ein guter Schauspieler. Krebs ist echt scheiße. Und je mehr ich über Krebs weiß, desto scheißerer finde ich den. 

Und den Film gabs dann weder bei Netflix, noch bei iTunes. Und YouTube ging auch irgendwie nicht. Hrmpf. Muss ich wohl doch alle Harry Potter-Filme nochmal gucken. Und Das Parfum. Und Stirb Langsam. Und Robin Hood. Das wird ein faules Wochenende. 

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*(wenn man doch merkt, dass dem Baby das so gar nicht gefällt, warum massiert man dann stoisch am hysterisch brüllenden Säugling herum? Mir schoss schon die Milch ein, das arme Würmchen.)

Tag 155 – Laaaangweilig

Unspektakulärer Tag heute. Das Baby war nach der gestrigen Impfung noch etwas mitgenommen und hat die erste Tageshälfte eigentlich komplett verschlafen. Dann haben wir Mittag gegessen: Rest vom Reis mit Scheiß von gestern und vorgestern für mich und etwas Karotte und Reis fürs Baby. Merke: Reis ist noch echt schwierig, selbst zu essen, wird aber gerne vom Löffel probiert. Was etwas lustiger war, war dass das Baby auch unbedingt mein Getränk (der ewige Stilltee…) probieren wollte. Ich tat also ein minibisschen in einen Spielzeugbecher und ließ es nippen. Der Gesichtsausdruck des Babys changierte daraufhin zwischen „Willst du mich vergiften???“ und „Das ist ja toll, gib mir mehr davon!“, und das bei jedem Schluck aufs Neue. So hatten wir unseren Spaß, bis mir einfiel, dass wir heute noch einkaufen mussten. Heute Kleinigkeiten, morgen Großeinkauf, so dachte ich, aber Herr Rabe dachte anders und so holte er uns zu Hause ab, dann holten wir das Kind, während er im Kindergarten war schrieb ich im Auto den Einkaufszettel fertig und dann gingen wir alle zusammen Einkaufen. Jetzt haben wir fast alles was wir bis nächsten Dienstag brauchen und können theoretisch eingeschneit werden. Nicht dass es schneien soll, die Vorhersage ist Saukalt – eventuell Schnee am Wochenende – Saukalt, sodass ich an den Schnee nicht recht glaube. Aber wir werden sehen. 

Heute geht’s mal früh ins Bett, morgen muss ich um viertel nach Acht beim Arzt sein, das heißt ich muss um viertel vor acht das Kind im Kindergarten abgeliefert haben, das heißt, es frühstückt da, das hat bei dem neuen Kindergarten noch nie so recht geklappt, wird also spannend. Und danach hat das rosa Frauenfitnessstudio „Magic Thursday“ mit drölfzig Extrakursen und Gedön und weil ich ja Mitglied bin kostet mich der Spaß nichts extra. Deshalb gehe ich morgen zum Babymassagekurs (hoffe doch sehr, dass die Babys uns gut massieren, höhöhö) und zu „Mama und Mini Magic“, was auch immer das sein mag.

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Im Zuge des Liebster-Award-Artikels noch mal wehmütig daran gedacht, dass ich damals mit der noch ziemlich kleinen Babykugel im Regenponcho in der norddeutschen Pampa unter 69.999 anderen Leuten geweint hab, weil Blink182 einfach so eine unfassbar gute Show abgeliefert haben (und ich ein emotionales Hormonopfer war). 

Zwölfies 

Schon wieder der 12. eines Monats. Heißt: 12 Fotos machen. Meine an mich selbst gestellte Challange: Zwölf Selfies machen. :)

Los geht es mit dem Wecker, den ich aber mind. 2 Mal wegdrücke und noch ein bisschen liegen bleibe.

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Snooze game.

Dann duschen, anziehen und Frühstück machen. Klassischer norwegischer Haferflockenbrei. Liebt das Kind auch.

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Grøt machen.

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Frühstück. Blaubeer-Kiwi-Grøt.

Anschließend zur Arbeit radeln. Mit der richtigen Ausrüstung auch bei Minusgraden kein Problem.

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Fahrrad fahren in Norwegen.

Viel gearbeitet, bin seit gestern in einem neuen Team, da gibt es viel zu lernen und viele kurze Meetings. Deswegen nur ein Bild zum Abschluss.

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Letzter Schluck Kaffee vor Feierabend.

Dann das Kind aus dem Kindergarten abgeholt. Und anschließend irgendwie hauptsächlich als Kuschelunterlage hergehalten. ;)

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Müdes Kindergarten-Kind die Treppe hochtragen.

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Wir machen Selfies von uns, während die Kinder Maus gucken. 😆

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Das Baby döst auf mir. 😍

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Das Kind ins Bett gebracht, schläft und hält noch meinen Finger fest. Hachz 😍

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Und schon wieder schläft das Baby auf mir.

Abends einen „Tee“ trinken. Also schwarzer Johannisbeer-Sirup mit heißem Wasser aufgegossen.

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Vorm Schlafen nochmal tief ins Tee-Glas geschaut.

Nach so einer Zuckerbombe aber unbedingt Zähne putzen!

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Fähne pupfen! 😁

Das wars erstmal von mir, mal gucken, was ich im Februar mach. Frau Rabe hat übrigens auch Fotos gemacht. Und noch viel mehr Links zu Teilnehmenden Blogs gibt’s wie immer beim Kännchen.

Tag 154 – #12von12 Januar ’16

Heute ist wieder der 12., das erste Mal in diesem Jahr und das heißt, es ist #12von12! Hurra! (Für die, die hier neu sind und nicht schon anderswoher wissen, was das ist: Man macht am 12. des Monats 12 Bilder, schreibt eventuell noch was dazu und verlinkt den ganzen Spaß dann beim Kännchen-Blog.)

Hier ging der Tag los wie immer, die Kinder schliefen noch und ich schlich mich aus dem Bett. Erstmal Kaffee.

Nach dem Anziehen und dem ersten Schluck Kaffee dann die Kinder wecken.

Plan scheiterte zunächst an deren Niedlichkeit.

Irgendwann war ich dann aber doch fertig mit die beiden Anhimmeln und weckte das Kind. Das Kind himmelte dann ein bisschen das schlafende Baby an, streichelte ihm über den Kopf und weckte es mit einem Küsschen (!!!) und freute sich dann darüber, dass das Baby so niedlich rumblinzelte und ihn dann fett angrinste. Da kriegte das Baby noch eine dicke Umarmung und ich schmolz vor Rührung über so viel Geschwisterliebe. Hachz.

Dann Kindergartenabliefern und so, unspektakulär das Ganze. Das Baby schlief auf dem Rückweg ein und so konnte ich noch schnell die Betten abziehen, bevor es wieder wach wurde. Denn von beiden Betten mussten die Laken gewaschen werden. Das Kind sollte wirklich abends nichts mehr trinken. Oder wir müssen es nochmal wecken, um aufs Klo zu gehen.

Zum Duschen noch nen Käffchen. Das Baby spielt auf dem Fußboden vor der Dusche rum und freut sich über seine nackte Mama das lustige Plätschern. 

Sie nehmen doch auch ne Kanne Kaffee mit zum Duschen, oder?


Auf zum Gesundheitszentrum, Kontrolle steht heute an. Etwas spät dran, eigentlich sollte die zum 5. Monat sein, aber da waren wir ja in Deutschland. Baby pennt natürlich genau passend vor der Tür ein.

Das Baby ist (Überraschung!!!) für sein Alter auf allen Gebieten (also motorisch und „sprachlich“) sehr weit. Was ich wirklich nicht wusste, ist dass die meisten Babys erst später mit „Bwwwww“ und „Wewewewewewewe“ und „Mamamamamamama“ anfangen. Größe, Gewicht, BMI, Kopfumfang sind alles totaler Durchschnitt, kein Gerede mehr von „hat zu wenig zugenommen“. Dafür war Impfen wieder fies (und später wurde mir dann klar, wieso in den Nebenwirkungslisten „vermehrtes Schreien“ steht. Eieiei. Aber besser als Keuchhusten allemal.).

Erst mal Nickerchen/Netflixen.


Netflixen war nicht wegen technischem Problem, also döste ich auch mit dem Baby herum bis die anderen Familienmitglieder wieder da waren.

12von12-ing. Das Baby ist in der Mundwinkelgrabschphase.


Das Baby wollte auch mal auf Papa schlafen und sorgte für einen weiteren Awwwww-Moment.

Auch im Schlaf noch den Fuß festhalten.


Jaha, I’m a weirdo.

Mein meditativer Moment des Tages: Kinderzahnbürste ausspülen. Die Zahnpasta schält sich in so lustigen Würstchen zwischen den Borsten her.


Nach dem Essen und dem Kind-ins-Bett-bringen (Kind war total übermüdet und rastete komplett aus, weil ich ihm die Zähne putzen wollte und dann nochmal, weil ich ihm nicht die Zähne geputzt hatte…) dann Aufgabenverteilung: einer Baby, einer Küche. Naja. Ich hab das Baby ja schon den ganzen Tag an der Backe um mich rum.

Und dann: Jetzt.

Zum Bloggen was härteres sls Stilltee: alkoholfreies Bier. Ich bin so Punk.