Tag 127 – Bielefeld Tag 3 – Reisebericht Teil 2

Wie versprochen geht es weiter mit der Beschreibung unserer Reise ins schöne Bielefeld.
Wir waren ja von Herrn Paul am Flughafen abgeholt worden, dieser schnappte sich auch gleich gentlemanlike die zwei wirklich großen Koffer, und wir gingen zum Bus. Der Bus stand auch schon bereit und sollte in 2 Minuten abfahren. Ich musste noch den Trolley loswerden bevor ich in den Bus steigen konnte, während Herr Paul mit den beiden Riesenkoffern bereits einstieg. Dies veranlasste das Kind zu kurzer Panik, dass der komische Mann mit Bart unsere Koffer klauen wolle. Als es danach aber die Plätze im Bus aussuchen durfte (ganz hinten natürlich wo die coolen Kinder sitzen) war alles wieder gut. So fuhren wir mit dem Bus zu Herr Paul, wo Herr Pauls bezaubernde Frau Jott schon das Frühstück bereitet hatte. Das Kind forderte im Bus das Schicksal und sein Immunsystem heraus indem es die Fensterscheibe ableckte. 

Bei Herrn Paul angekommen freundete sich das Baby direkt mit Herrn Schnuffke, der bunten Spielmatte und dem einen Ende eines langen Babyspielzeugs an. So besabberten die Babys fröhlich den Fußboden, und ich hatte Zeit mit dem Kind aufs Klo zu gehen. Das Kind zeigte große Begeisterung für den Seifenschaumspender, zur Abwechslung musste ich es deshalb mal nicht zum Hände waschen zwingen. Dann gab es sehr leckeres Frühstück für alle mit leckerem Kaffee für die Großen. Das Kind wollte erst mal nur ein halbes Brötchen mit Schokocreme essen, dann war es sehr viel spannender, mit Jott ein Bild für Opa zu malen und zu kleben. Jott zeigte dabei ungeahntes Talent beim Zeichnen eines Elches, Respekt! Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit, und ich bin sehr froh, dass ich mich getraut habe Herrn Paul um dieses Treffen zu bitten. Dieses Internet ist eben doch gar nicht so unpersönlich wie man meinen könnte ;) Das Baby bekam dann noch eine frische Windel und einen sauberen Body angezogen, ich packte einen weiteren sauberen Body als Ersatzbody in meinen Rucksack und die versifften Klamotten in den Koffer. Dann war es schon wieder Zeit zum Bahnhof aufzubrechen, wir zogen uns umständlich an, das Kind schaffte es irgendwie noch Jott eine kleine Elsafigur abzuluchsen, der kleine Charmeur, und dann machten wir uns auf den Weg. 

Dank Schienenersatzverkehr mussten wir erst mal den Bus nehmen, wo es uns zunehmend schwer fiel, das Kind vom einschlafen abzuhalten. Als das Kind dann jedoch hörte, dass wir gleich mit der S-Bahn weiterfahren würden, waren seine Lebensgeister wieder geweckt. Dafür stellte es dann auf dem Bahnsteig fest, dass es dringend aufs Klo müsse. Netterweise durften wir im Kontrollhäuschen schnell pullern gehen. Dann fuhren wir mit der S-Bahn zum Ostkreuz, wo wir umsteigen mussten. Das Kind war ziemlich aufgekratzt, und rannte mehr als das es ging. Als wir aus dem Fahrstuhl ausstiegen konnte ich ihm gerade noch hinterherbrüllen, dass es nicht so schnell rennen solle, als es die wartende S-Bahn entdeckte. Das Kind rannte aber weiter auf die Bahn zu und schaffte es exakt in dem Moment, als die Türen der S-Bahn sich zu schließen begannen, in den Schuhgröße 25 großen Spalt zwischen Bahn und Bahnsteigkante zu treten. Das Resultat war: Oberkörper in der Bahn, Bein bis zur Hüfte im Spalt, die Türen im Schließen begriffen. Ich Beamte mich die drei Meter vorwärts, packte das Kind im Nacken an seiner Weste und riss es nach oben und hinten. Irgendwie glückte mir das Wunder, alle Körperteile aus dem Spalt und der Tür heile herauszubekommen, bevor die Bahn abfuhr. Danach musste das Kind vor Schreck ziemlich doll weinen, und auch mir stand die Pippi sehr weit oben in den Augen. Ich darf mir immer noch nicht ausmalen, was da alles hätte passieren können. Verkehrserziehung ÖPNV steht auf jeden Fall auf meiner inneren To-Do-Liste! 

Wir fuhren dann mit der S-Bahn ziemlich käsebleich zum Hauptbahnhof. Auf dem Weg freute sich das Kind: „Ein Leuchtturm!“. Den meisten ist dieser Leuchtturm besser bekannt als der Fernsehturm am Alex. 

Am Hauptbahnhof waren wir dann früh genug, um dem riesigen Weihnachtsbaum noch einen Besuch abzustatten. Das Kind war sichtlich beeindruckt und wir machten ein paar Fotos von uns und dem Baum und uns vor dem Baum. Dann gingen wir zum Gleis, immer noch sehr zeitig, und entdeckten eine Anzeige, die Wagenreihung sei aufgehoben und die Platzreservierung werde nicht angezeigt. Meine schöne mitten in der Nacht getätigte Reservierung im Kleinkindabteil war damit zum Teufel. Wegen des vielen Gepäcks blieb uns allerdings nicht viel anderes übrig, als uns rücksichtslos und mithilfe von Herrn Paul einen Weg in das erste Abteil zu bahnen, um uns dort augenblicklich mit unserem Gepäck sehr breit zu machen. Dann musste Herr Paul leider aussteigen (das Kind fand das sehr schade und wollte gerne dass Herr Paul mit nach Bielefeld fährt) und los ging die Fahrt. 

  
Morgen geht die Geschichte unserer Reise dann mit der Bahnfahrt und der Ankunft im schönen Bielefeld weiter. Freuen Sie sich auf meine aufgeregten Schwiegereltern, meine noch aufgeregtere Mutter, sowie drei komplett übermüdete Raben.

Tag 126 – Bielefeld Tag 2 – Reisebericht Teil 1

Wie versprochen hier der ausführlichere Reisebericht. Dies ist ein Fortsetzungsroman wegen Überlänge der Geschichte (und des Tages), meiner Unfähigkeit mich kurz zu fassen, und der späten Uhrzeit. 

Hier Teil 1: Zu Hause bis Berlin

Der Tag fing mit 4:00 Uhr Jahr zu einer wirklich unchristlichen Zeit an. Natürlich klappte es auch überhaupt nicht, sich aus dem Bett zu schleichen während die Kinder noch schlafen. So waren beide Kinder mit uns zusammen wach und aufgekratzt wie nie. Trotzdem schaffte ich es irgendwie zu duschen und Herr Rabe machte Kaffee und bespaßte dabei die Kinder. Dann packte ich den Rest und schon allein um mir das Kind vom Hals zu halten räumte Herr Rabe mit dem Kind gemeinsam den schon fertig gepackten Kram ins Auto. Durch diese grandiose Teamarbeit schaffen wir es tatsächlich nur 9 Minuten nach der angepeilten Abfahrtszeit loszufahren.

Am Flughafen angekommen mussten wir noch das PramPack abholen. Die Security-Angestellten waren dabei unheimlich langsam, was Herr Rabe zunehmend nervös machte. Nach abholen des PramPacks packten wir den Kinderwagen rein, noch das Kickboard und den Helm dazu, und machten uns daran unser Gepäck aufzugeben. Durch die Dödeligkeit der Security-Angestellten hatten wir das Gepäck genau 5 Minuten vor Abschluss des Check-Ins abgegeben. Gut, dass am Flughafen sowieso noch nichts aufhatte, so gingen wir einfach direkt durch die Sicherheitskontrolle. Auch gut, dass das Kind noch ziemlich müde war, so fiel der „Papa-bleibt-hier“-Protest ziemlich mild aus. Nach der Sicherheitskontrolle gingen wir direkt zum (am weitesten entfernten) Gate zum Boarding. Noch einmal schnell die Wasserflaschen aufgefüllt, und schon hörten wir die „letzter Aufruf“-Durchsage. Also direkt ins Flugzeug, irgendwie das Handgepäck ins Gepäcksfach gestopft, und umringt von sichtlich genervten Passagieren Platz genommen. 

  
Das Kind war total aufgeregt und konnte überhaupt nicht schlafen, guckte aber glücklich Cartoons auf dem kleinen Bildschirm ohne Ton. Das Baby hatte zuerst Hunger, schlief dann ein bisschen, wurde wach und drückte sich brummend die Hose voll. Zum schlafen hatte ich das Baby in die Trage gesteckt, was ich jetzt als fataler Fehler herausstellte. Denn in der Trage wird gewissermaßen die Windel komprimiert und hat dann so ungefähr gar kein Fassungsvermögen mehr. Und natürlich wollte auch das Kind nicht alleine auf dem Platz sitzen bleiben, so dass ich auf der super engen Flugzeugtoilette versuchte das Baby komplett umzuziehen (dabei hatte ich extra die super niedlichen Anziehsachen  ausgesucht), während das Kind sich auf den verbleibenden 20 Quadratzentimetern in die Toilette quetschte. Nach vollendeter Tat setzten wir uns wieder hin, weiterhin von genervten Fluggästen umringt. Nach 10 Minuten musste das Kind aufs Klo. Also machten wir uns wieder auf dem Weg aufs Klo, das Kind pieselte ein bisschen, und wieder hingesetzt. Da waren wir dann auch schon fast gelandet und mussten uns wieder anschnallen. Das Baby war irgendwie unruhig, aber ich schob das auf den Druckausgleich, was sich wenig später als Trugschluss herausstellte, als es zum zweiten Mal mit viel Gebrumm in die Hose machte. Mit einiger Verzweiflung weil kein zweiter Wechselbody zur Hand war, wechselte ich in Windeseile dem Baby die Windel, während die Passagiere langsam das Flugzeug verließen. Ja, auf dem Sitz. Ja, ich hatte etwas untergelegt. Ja, ich wurde von einem Steward angepampt. 

Als wir endlich fertig waren und unsere Sachen anhatten, raffte ich schnell unseren Kram zusammen und wir liefen als letzte aus dem Flugzeug. Dann mussten wir nur noch gefühlte 500 m über das Rollfeld laufen, durch Kälte und Nieselregen, und schon waren wir im Terminal. Die Gepäcksausgabe war so schnell, dass unsere Koffer schon an uns vorbei fuhren, so schnell konnte ich leider nicht reagieren, was das Kind zu einem kleinen Ausraster brachte. Als unsere Koffer wenig später wieder auf dem Band auftauchten war das Kind allerdings beruhigt, ich packte die Koffer auf einen Trolley, das Kind obendrauf und raus aus dem Terminal. Den eingepackten Kinderwagen zog ich dabei, und das war genau so schlimm wie ich mir das ausgemalt hatte. Und aus genau dem Grund hatte ich auch im Vorfeld Herrn Paul angefragt ob der uns nicht vom Flughafen abholen könne bzw. vor allem wolle. Der hatte nicht nur zugesagt sondern kam überpünktlich quasi zeitgleich mit uns in der Vorhalle an. Ich war nie so dankbar, einen nahezu völlig fremden Menschen zu treffen. Er war tatsächlich gekommen, mein Retter in der Gepäcknot. Uffz.  

Morgen dann Teil 2: Berlin und Familie Herr Paul-Schnuffke

Tag 124 – 12von12 Dezember 2015: ‚Samfassung

Der Tag war vollgepackt mit Reisevorbereitungen. Morgen früh geht es ja für mich und die Kinder auf in den Weihnachts-Heimaturlaub. Es ist alles ganz furchtbar und ich bin schrecklich aufgeregt, aber vorbereitet sind wir jetzt. Sehen Sie hier:

Das Kind weckt „sanft“ Herrn Rabe, indem es ihm auf den Kopf springt.

Lebenselixier.


Dann ging es auf zum Kindertanzen, da war heute Weihnachtsabschluss mit Nisse und allem, deshalb ist Herr Rabe auch mitgekommen. Und durfte gleich das Kind fliegen lassen.

Nach dem Tanzen anderthalbtes Frühstück.

Adventskalender-Kaffee: Kenia.

Und dann das Gefrierfach auffüllen, für wenn wir wieder nach Hause kommen.

Tausend Teige.


Und zwischen der Backerei habe ich die Koffer gepackt. Und bin vor dem Kind geflohen. Und bin mehr und mehr in Panik geraten.

Reiseüberraschung.

Fast fertig mit Packen. Kein Bock mehr auch.


Herr Rabe hatte zwischendurch die Kinder zum Einkaufen entführt. Deshalb das eingepackte Buch. Als dann das meiste weggepackt war, hatte ich auch genug Ruhe um mit dem Kind Flugzeug zu spielen. Erst packte es meinen Koffer, den vom Baby auch und dann seinen. Dann baute es ein Flugzeug und schnallte mich darin an. Dann ging leider das Flugzeug kaputt.


Und der Mann kochte währenddessen. <3

Wenn der Mann und ich nicht schon lange verheiratet wären, würde ich ihm jetzt einen Antrag machen.

Fragrn Sie mich nicht, wann ich das heute noch gemacht hab. Ich weiß es grad auch nicht mehr.

Noch „schnell“ nen Film runterladen. Um vier klingelt der Wecker.


Während ich diesen Artikel so schrob, kroch der Ladebalken ca. 3 cm weiter. Gnarf.

Und jetzt muss ich wirklich ins Bett.

Gute Nacht und Sie wissen ja: Ganz viel #12von12 gibt’s im Kännchen-Blog!

 

Tag 123 – Füße in die Luft!

Hallo! Hallo, Sie! Ich hab Ihnen doch schon mal was erzählt, da war ich ziemlich angepisst, aber jetzt bin ich total fröhlich, wissen Sie, wieso?

Ich kann jetzt voll die Sachen. Also richtig richtig tolle Sachen. Ich kann Sachen in eine Hand nehmen und dann in die andere Hand tun. Ich kann auch Sachen in die Hand nehmen und dann in den Mund stopfen. Also, wenn die Sachen lose sind. Mit Mamas Nase funktioniert das nicht, das ist doof. Ich will die so gerne mal in den Mund nehmen, die sieht lecker aus! Ich kann auch an meinen Fingern lutschen und ich krieg auch richtig viele davon gleichzeitig in den Mund, nur manchmal muss ich dann kotzen, das ist eklig. Dann weine ich. Letztens hab ich Kartoffel gegessen. Die war zu groß, da musste ich auch kotzen, aber bis dahin war sie lecker gewesen. Obwohl mir Milch immer noch am allerliebsten ist, das andere Essen, das ist interessant da zuzugucken, wenn die Großen das essen, man scheint das kauen zu müssen, das sieht lustig aus, aber das lass ich nach dem Kartoffelunfall glaub ich erst noch ne Weile.
Ich kann mich jetzt auch auf den Bauch drehen wenn ich will, egal, was mir die Großen um den Po gebunden haben. Ist das nicht toll? Und ich hab auch schon ein paar mal geschafft, mich wieder zurück zu drehen. Aber irgendwie ist mir das unheimlich, den Kopf so nach hinten ins nichts zu legen, bis der dann auf dem Boden ist, das ist so weit, verstehen Sie? Meistens überleg ich es mir deshalb kurz vorher noch mal anders und bleib einfach auf dem Bauch. Das ist ja auch ganz toll eigentlich, da kann ich mich hochdrücken und an den Querstreben vom Spieltrapez saugen, das ist auch lustig. Oder ich guck mir das Bärchen mal aus der Perspektive an. Oder ich drücke mich nur auf einem Arm hoch, dann kann ich mich drehen, also wie ein Propeller. Ich versuche auch manchmal, vorwärts zu kommen, ich hab das gesehen, wie das geht, da muss man so den Po hochkochen und die Knie dann so… Aber das geht irgendwie noch nicht. Naja, später. Erst mal ist es voll cool, so rumgucken zu können, sieht alles ganz anders aus. Mamas Füße zum Beispiel, die sehen ganz anders aus als meine.
Ja, genau, das hab ich ja noch gar nicht erzählt, dabei ist das doch das allerbeste! Ich kann jetzt nämlich auch meine Füße in die Hände nehmen und festhalten. Dann kann ich die auch mit den Händen bewegen. Füße sind eh das alleecoolste auf der ganzen Welt. Papa sagt, meine sehen lustig aus, wie aufgepumpt. Ich finde, die sehen lecker aus. Und lustig. Da hat Papa schon recht. Ich freue mich immer, wenn meine Füße da sind. Meistens sind die irgendwie versteckt, dann sind die nicht so toll, aber wenn man die richtig sehen kann sind die witzig! Wenn dann noch Mama da dran pupst, freue ich mich immer total, auch wenn Mama immer sagt, dass die nach Käse riechen. Weiß ich auch nicht, wie das kommen soll, ich kann ja gar nicht laufen, und wenn, würd ich wahrscheinlich nicht auf Käse laufen, aber das kann man ja auch wieder nicht wissen, Große Leute machen viele komische Sachen, vielleicht laufen die ja auch auf Käse.
Meine Mama und meinen Papa versuche ich auch immer davon zu überzeugen, dass ich schon stehen kann. Ehrlich, in Echt kann ich das total gut! Glauben Sie mir das auch nicht? Menno! Ich kann das echt! Ok, Sie müssen mich vielleicht ein bisschen festhalten. Ja, vielleicht auch ein bisschen mehr. Aber ich schaff das schon! Und eigentlich kann ich sogar tanzen. Ja, da staunen Sie jetzt, ne? Aber kann ich echt! Wenn mich einer unter den Achseln festhält. Dann tanze ich. Und weil das so witzig ist, dass ich schon tanzen kann, lache ich mich dabei kaputt. Und dann muss ich meine Hände in den Mund stecken, dann kann ich zwar nicht mehr so gut lachen, aber sonst wird das zu aufregend.

Das wars erst mal von mir, ich muss jetzt Milch trinken, sehr viel, sehen Sie, wenn man so viele tolle Sachen kann, dann muss man auch sehr viel Milch trinken. Außerdem ist das ja auch schön, da kann ich meine Mama immer bei angucken und das ist total gemütlich. Am besten fände ich ja, wenn meine Mama einfach den ganzen Tag nackig wäre, aber irgendwie findet die das nicht so gut. Versteh ich nicht.

Bis bald mal –

Das Baby

Tag 122 – Weihnachtsfeier

Ich war mit dem Baby heute bei der Weihnachtsfeier meiner Arbeitsgruppe an der Uni. Da bringt jede Person was zu Essen mit, aus einer Kasse werden Weinschläuche und Bier besorgt, irgendwie gibt es auch immer Schnaps und viele bringen ihr selbst gebrautes Bier mit. Ich habe zum Zwecke der Schonung meiner Energiereserven eine Packung fertigen Kartoffelsalat mit einigen frischen Pellkartoffeln gestreckt, oben drauf ein paar hartgekochte Eier in Vierteln verteilt und etwas Petersilie dazwischen dekoriert. Dazu kleingeschnittene Wiener Würstchen (von einer Delikatessenmarke und Bio, also quasi in Gold aufgewogen), die ich vor Ort mittels Zahnstochern in hübsche Spießchen verwandelte. Und dann hatte ich auch noch dieses super niedliche Baby dabei… Call me Supermom! 

Leider war das Baby gegen halb sieben nicht mehr ganz so niedlich und wollte nach Hause. Als ich ging, holte mein Chef grade den Schnaps aus dem Kühlschrank. 

Tag 121 – Julegrøt

Wir waren heute beim besten Freund (sofern man das bei Dreijährigen sagen kann) des Kindes Julegrøt essen. Das ist Milchreis mit einer Mandel drin, wer die findet bekommt eine Überraschung. Bei Erwachsenen wäre das Schnaps gewesen. Bei Kindern eher nicht. Zufällig *hier riiieeesiges Augenzwinkern vorstellen* waren zwei Mandeln im Milchreis, und beide (!!!) waren in den zuvor für die Kinder bereitgestellten Tellern. Verrückt, nicht wahr? So ein Zufall. 

Jedenfalls hatte ich eine Vorahnung, dass es möglicherweise zu einem Geschenkeaustausch kommen könnte und habe in Windeseile heute Mittag eine Mütze genäht. Und eingepackt*. Und ein Kärtchen geschrieben. Und das alles, während das Baby wach war! Aber dafür können die Jungs beim nächsten Mal die Bude im mützenmäßigen Partnerlook auseinandernehmen. 

Ich bin jetzt reif fürs Bett. 

*und danach hab ich dann dran gedacht, das man ja auch mal ein Foto hätte machen können. Nun gut. Roter Jersey mit blauen Sternen, zum Wenden. Müssen Sie sich jetzt eben vorstellen. 

Tag 120 – Lagerkoller

Ich war heute fast den ganzen Tag draußen und trotzdem hat mein Körper nullkommagarkein Vitamin D produziert. Das Baby und ich sind direkt vom Kindergarten zum Weihnachtsshoppen aufgebrochen. Da regnete es. Als wir beim ersten Laden ankamen, regnete es immer noch. Im Laden regnete es natürlich nicht, dafür wurde mir wieder schmerzlich bewusst, was für furchtbare Babymädchenkleidung es gibt. Und was für ungeheure Mengen an Geld man für diese ausgesuchten Scheußlichkeiten ausgeben kann. Nach tausend Stunden langem Herumgesuche fand ich ein paar gefütterte Lederpuschen, das Baby hat ja immer kalte Füße und außerdem traf ich fast genau den Betrag des Gutscheins, den ich für den Laden hatte und muss da jetzt nie wieder hin, hurra. Als ich rauskam regnete es immer noch. Die Lichtstimmung war so Ca. Bei halb vier, dabei war es 12. Nächster Laden. Einen orange-rot geringelten Anzug gefunden, Preis ok. Kasse kaputt, Kartenzahlung geht nicht. Wieder raus, Geld holen. Es regnet. In Strömen. Anzug bezahlt, nächster Laden. Magnetbuchstaben für das Kind erstanden, Baby wurde wach und hatte Hunger (verständlicherweise). Auf ins Kaffee. Durch den Regen. Kaffee zu voll, kein Platz mehr frei. Ok, dann ein anderes Kaffee. Das ist in einem Hotel, in dem ich mal eine der furchtbarsten Nächte meines Lebens verbracht habe. Also 4 Stunden davon. Aber der Kaffee ist gut da. Ich trank meinen Kaffee, das Baby trank Milch, dann brauchte es eine frische Windel, und dann wieder raus. Halb zwei, nur noch Nieselregen, aber dafür quasi dunkel. Zum Bastelladen. Der hat nicht, was ich will, und das was er hat ist komplett überteuert. Um zwei Uhr raus aus dem Bastelladen. 

Es regnete nur ein bisschen, aber mal ehrlich, so kann man doch nicht leben, wenn es den ganzen Tag über eigentlich nicht hell wird? Das ist doch komplett zum Kotzen. Grummelig zu Fuß nach Hause, auf dem Weg aus Frust ein ganz ganz ganz tolles Kleid für das Baby gekauft und Fisch für 15€, 6 Wiener Würstchen (Bio) für 6 €, plus Gedöns fürs Abendessen, für die Weihnachtsfeiern und Milch (Liter 2€, nicht Bio) eingekauft. Inzwischen 15 Uhr und Nacht. Und wieder Regen. Bio-Eier in allen Supermärkten, in denen ich war (3) ausverkauft. Andere Eier kaufe ich nicht, nienieniemals. Um halb vier war ich wieder zu Hause, kalt und nass. Das Baby hatte natürlich wieder Hunger und hörte nur auf zu Futtern, um die Windel bis kurz vorm Überlaufen zu füllen (und überhaupt: wieso laufen denn die Kack* Windeln dauernd aus im Moment??? Orrrr…). Dazu Kopfschmerzen und eine gereizte Blase von zu viel Kaffee und zu wenig anderer Flüssigkeitszufuhr. Bett musste ich auch noch abziehen, weil ich letztens ner Freundin erzählt habe, dass das Kind schon lange nicht mehr ins Bett gepullert hat. Seit ich das ausgesprochen habe (ich Idiot. Ich lerns auch nie), hat das Kind JEDE Nacht ins Bett gepullert. In UNSER Bett. Und die Waschmaschine schafft es nicht, den Matratzenschoner trocken zu schleudern, das gibt ne Unwucht, wenn der nass ist. Also braucht das blöde Ding ewig im Trockner. Da kann man schon mal etwas angepisst* sein. 

Das Essen war sehr lecker. Und das Baby wollte gerne Kartoffel probieren. Durfte es auch. Fand es auch lecker. Zutzelte sich ein zu großes Stück ab, bekam es in den falschen Hals und kotzte mir sehr viel Milch mit etwas Kartoffel auf die Hose. 

Ich geh jetzt schlafen und freue mich auf Urlaub und Sonnenlicht. 

* im wahrsten Sinne des Wortes 

Tag 119 – … und immer schön an den Beckenboden denken!

Das Baby und ich waren heute bei einem Physiotherapeuten-Gruppentreff mit anderen Babys. Ich dachte, das sei Pflicht, sonst hätte ich mir das gespart, denn die Informationen waren ungefähr wie folgt:

– Babys, die robben, aber nicht krabbeln können, auf glatten Boden legen

– Babys, die gerade krabbeln lernen auf rutschfesten Boden legen

– Babys nicht zu lange in Wippen/Kindersitzen/Türhopsern o.ä. sitzen lassen

– Beim Tragen auch an den eigenen Rücken denken

– zwischen 9 und 18 Monaten ist der Normalbereich fürs Laufen lernen, der Durchschnitt ist bei 13-15 Monaten

Und last but not least:

– Nicht das Beckenbodentraining vernachlässigen!!!

Danach sind das Baby und ich endlich mal wieder zum Sport gegangen. Beckenbodentraining machen. 

Tag 118 – Wochenende in Bildern 05./06.12.15

Dieses Wochenende habe ich mal wieder Bilder von uns und dem was wir so gemacht haben gemacht. Gemacht haben wir gar nicht so viel, aber sehen sie selbst.

Samstag vormittag: ich fange mit der Brötchenteigvorbereitung an.

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30 g Dinkelmehl. Die Laborratte in mir MUSS das auf zwei Nachkommastellen genau abmessen.

Danach duschen und so, die Familie chillt auf dem Sofa. Aus dem Bad bringe ich mir etwas Arbeit mit.

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Kann der blöde Wäscheberg nicht von alleine weggehen? Im Hintergrund das schlafende Baby, das netterweise lange genug für den kompletten Korb schlief…

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Babysachen umräumen. Zu kleines weg, passendes hin. Die Schublade am Wickeltisch platzt aus allen Nähten, dabei hab ich schon vieles aussortiert obwohl es passt (aber eben nicht mehr gefällt). Gleichzeitig freue ich mich über die süßen Sachen, die wir schon beim Kind hatten und die ich jetzt wiederfinde.

Irgendwann war das Baby aber dann doch mal wach und Herr Rabe ging mit den Kindern einkaufen. Ich putzte in der Zeit das Bad. Ohne Bilder.

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Kaffeepause mit Kaffee aus Ruanda (aus dem Kaffeeadventskalender). Vorläufiges Ergebnis des Kalenders übrigens: Herr Rabe und ich mögen keine Südamerikanischen Kaffees. Zu sauer.

Nach dem Kaffee war es Zeit für Herrn Rabe sich für die Weihnachtsfeier fertig zu machen.

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Von diesem Bild hab ich ca. 1000 Versionen, die alle irgendwie komisch aussehen. Hier ist Herr Rabe fertig für die Weihnachtsfeier. Nur echt mit Norwegermütze. Und Fahne. (Höhö, Fahne…)

Das Kind war dann etwas traurig, dass Herr Rabe das Haus verließ, aber wir wollten ja noch Keksteig machen und es startete direkt einen Probelauf im Kekse backen.

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Das Kind backt Kekse. Die sind natürlich heiß und deswegen braucht es Ofenhandschuhe.

Dann rief der Brötchenteig nach mir und ich hatte ca. 10 Minuten nicht beide Augen auf dem Kind. Resultat: Küche nass.

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Wasserpanscherei, weil ich mal kurz beschäftigt war. Und ne Hose hat das Kind auch nicht mehr an, warum auch immer.

Den Keksteig haben wir aber trotzdem noch gemacht und das Kind hat ganz prima mitgeholfen. Aber für Eier aufschlagen dürfen tut es auch einfach alles.

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Der Keksteig ist fertig und wird noch etwas verziert, bevor er im Kühlschrank übernachten muss. (Ja, das Kind hat das Gesicht ganz alleine gemacht. Augen, Nase und Mund. Stolze Mama hier.)

Eigentlich war dann schon Bettzeit, aber wir hatten ja noch nichts gegessen, also schnell Abendbrot gemacht und die Brötchen gebacken.

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Abendessen: vegetarisches Moussaka und „Vill ikke sånn!“ („Will nich sowas!“) aka. Brot mit Weihnachtskäse.

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Die Brötchen sind auch aufbackfertig und müssen abkühlen.

Am Sonntag morgen habe ich dann das Frühstück gemacht, damit Herr Rabe noch ein bisschen schlafen konnte.

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Frühstück. Kaffee ist wichtig für mich, der Weihnachtskäse ist wichtig fürs Kind.

Nach dem Frühstück das Kind darauf hingewiesen, dass der Nikolaus da war:

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Der Nikolaus war da! Das Kind packt sofort die Schoki aus (weshalb ich extra bis nach dem Frühstück mit dem Hinweis gewartet habe).

Nach dem Genuss von drei Minischokonikoläusen war das Kind dann wie auf Speed für die nächsten zwei Stunden. Die Mandarine wurde mit einem schnöden „Mag nich.“ an Papa verschenkt.

Zum Kekse backen kam meine Freundin A. (die aus Oslo) und sie, das Baby, das Kind und ich backten ca. 10 Minuten zusammen. Dann hatte das Kind keinen Bock mehr und rannte lieber wie verrückt durch die Gegend, ging mit Herrn Rabe auf den Dachboden, holte die Weihnachtsdeko, packte alles aus und verteilte es sonstwo, und schleppte mit seinem Zug die Keksförmchen ab.

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Der Zug entführt die Keksausstecher!

Nach dem Backen folgte das Anmalen der Kekse, da war der Zuckerschock abgeklungen und das Kind wieder konzentrierter dabei.

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Fleißige Keksanmalerei.

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Die Keksausbeute fertig verziert.

Und auch die Adventsdeko hat, in abgespeckten Form dieses Jahr, weil wir ja eh nicht bis Weihnachten hier sind, ihren Platz gefunden.

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Endlich haben wir auch ein bisschen Advendsdeko. Hier der letzte Woche gekaufte Stern.

Jetzt noch Kamin, Kakao und kreischendes Baby und dann ab ins Bett.

Mehr Wochenenden in Bildern finden Sie wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen. Diese Woche mit der Frage: Gasherd oder Induktion? (Gas! Gaaaas!!!)