Tag 2350 – Hellschooling.

Heute dauerte es 30 Minuten Homeschooling, bis ich beide Kinder und eine Lehrerin gerne zum Mond geschossen hätte. Gerne zusammen. Ich tauge dafür nicht und die Kombi aus mir und Michel ist eine höchst explosive. Wenn Michel explodiert tut er das aber auch gleich richtig und ausdauernd und danach sind gerne Sachen kaputt und wir heulen beide. Kurz und gut: funktioniert nicht. Einfach nein. Singen und Klatschen geht vielleicht noch, aber die Lehrerin unterbindet jeden Kommunikationsversuch der Kinder untereinander, da macht auch Singen und Klatschen nicht so viel Spaß. Michel hatte aber nicht nur Singen und Klatschen auf, sondern auch Mathe und Norwegisch und an Mathe zerbrach die eh schon fragile weihnachtliche Harmonie sehr gründlich. Bei Pippi muss man sehr drauf achten, dass sie nicht mit ihrem iPad abhaut und statt Aufgaben darauf zu machen, Kinderfernsehen schaut (habe ich erwähnt, dass die Kinder im Browser absolut jede Webseite der Welt aufrufen können? Und dass wir Eltern das nicht begrenzen können? Und dass die Schule, die das begrenzen könnte, dazu sagt, wir Eltern müssten den Kindern eben Medienkompetenz beibringen? Das ist alles sehr schön und überhaupt gar kein wunder Punkt, wooooozaaaaaaa…). Morgen um zwölf endet der Schultag offiziell, ab dann machen die iPads auch Ferien. Und ich dreiundneunzig Kreuze.

Unsere Reise ist weiterhin ein unschöner Nervenkitzel. Heute wurde unsere Rückreise storniert – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hotline, die man zum Umbuchen kontaktieren muss, schon nicht mehr besetzt war. Deutlicher kann man den Kund*Innen den Mittelfinger auch nicht zeigen.

Keinen Bock mehr auf Corona. Das ist doch alles scheiße hoch zehn.

Tag 2347 – Spitzenideen, die 258.

Eigentlich hab ich jetzt Urlaub, uneigentlich haben die Kinder aber ab Montag Schule zu Hause, ich deshalb meinen Urlaub Montag und Dienstag zurückgegeben und wenn ich das eh schon hab, und aus Gründen auch eh erreichbar sein muss (ja, muss, aus Gründen) kann ich auch nachmittags ein bisschen arbeiten und fertig machen, was heute leider nicht mehr in einer sehr freien Interpretation von normaler Arbeitszeit erledigt werden konnte.

Weil ich aber ja eigentlich jetzt Urlaub hab und außerdem heute ein Mammutprojekt teil-abgeschlossen habe, habe ich mir abends ein Glas Rotwein gegönnt, während sich im Fernseher immer noch verschuldete Koreaner in Kinderspielen umbringen. Folgerichtig habe ich jetzt bereits Kopfschmerzen.

Körper einzutauschen gegen einen, der mich nicht für jede ruhige Minute postwendend mit Kopfschmerzen bestraft.

(Homeschooling ist ja auch so eine Sache. Ich bin sehr dafür, dass die letzten zwei Tage vor den Weihnachtsferien nicht mehr in Präsenz verbracht werden müssen. Auf dem Plan stand sowieso für beide Kinder nur noch singen und klatschen und Kekse essen. Aber es muss ja unbedingt digitaler Unterricht sein, also werden elterliche Kapazitäten gebunden und dafür verballere ich definitiv nicht meine Urlaubstage. Urlaub ist das nicht. Arbeit ist es aber auch nicht, fühlt sich jedenfalls nicht so an, wenn man pro Kind drei Lieder singen und fünf Kekse essen als „Aufgabe“ bekommt. Ich übertreibe hier, wir haben die Aufgaben noch nicht, aber die werden ja sicher nicht den Eltern auftragen, am Montag und Dienstag noch schnell Kurvendiskussion mit den Viertklässlern durchzugehen. Wir hatten den Plan für normale Schule bereits und da ist singen, klatschen und Kekse essen keine Übertreibung. Muss auch meiner Meinung nach nicht mehr sein an den letzten zwei Tagen vor den Weihnachtsferien! Aber kann man dann nicht einfach sagen, es gibt eben früher Ferien? Nein, man muss die Illusion der hart arbeitendenden, protestantischen Gesellschaft dringend aufrecht erhalten, auch schon in der Grundschule.)

Der Rotwein spricht aus mir. Gute Nacht.

Tag 2346 – K(r)ampf.

Bei der Arbeit gegen die Technik gekämpft. Wie unnötig das ist. Technik, die einfach funktioniert, könnte so schön sein. Stattdessen führen ein, zwei falsche Klicks seit einem Update unseres Archives direkt in eine unlösbare Situation, bei der nur noch bleibt, das Archiv-Team mit „Hilfe, ich kann gar nichts mehr machen“ zu kontaktieren. Einzig der Cache-Speicher war mir wohlgesonnen und hob für mich die Datei auf, an der ich eigentlich arbeitete und deren Original im Archiv gelöscht werden musste, da unerklärlich und unwiederbringlich kaputt.

Dieses sogenannte Update wird als Verschlimmbesserung des Jahrzehnts in die Annalen des Werkes eingehen.*

Reise weiter unsicher.

Die Kommune hat eine 180 Grad-Wendung vollzogen und ist jetzt nicht mehr auf dem „Alles unter Kontrolle, bitte gehen Sie weiter [zur Schule], hier gibt es nichts zu sehen!“-Trip, sondern macht ab Montag Ferien digitalen Unterricht. Ich bin SEHR gespannt, ob sich da seit Anfang Mai 2020 überhaupt was, und wenn ja, wie viel, getan hat. Ich gehe davon aus, dass wir so für 5 Minuten Aufgaben bekommen und den Rest des Tages gehen die Kinder die Wände hoch.

Da gingen sie hin, meine zwei freien Tage ohne Arbeit und ohne Kinder zu Hause. (Soll nicht heißen, dass ich die Maßnahme nicht sinnvoll und richtig finde, ne?)

Noch ein Tag Arbeit, dann Ferien. Die To-Do-Liste für morgen ist lang wie eine Klopapierrolle, aber nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.

Michel hatte heute Abend im Bett einen Krampf im Fuß. Ich habe mal gehört**, dass (kleinere) Kinder keine Krämpfe bekommen (und auch keine muskulären Ermüdungserscheinungen haben, wie „dicke Arme“ beim Klettern). Das würde zumindest erklären, weshalb Michel das sehr erschreckt hat, dass sein Fuß plötzlich weh tat, sich nicht bewegen ließ und in komischem Winkel „abstand“. Der erste Krampf, ein Meilenstein! Und ich durfte dabei sein.

Meine Augen haben eine starke Ermüdungserscheinung genau jetzt. Deshalb gute Nacht!

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*Immerhin hat es dazu geführt, dass mehr und mehr meiner Kolleg*Innen die Vorzüge von gifs entdecken. Nichts drückt die Genervtheit über das Schneckentempo des Programms so schön aus, wie ein „waiting“ gif.

**Reine Anekdote, weiß noch nicht mal mehr, wo ich das gehört habe oder von wem.

Tag 2345 – Total sinnvoll und logisch.

Wir haben eine Entscheidung getroffen, basiert auf Annahmen und dem, was wir über die geltenden Reisebedingungen rausfinden konnten. Wir rechnen erstmal damit, dass wir fahren. Wir können theoretisch bis 5 Minuten vor Abreise noch umbuchen. Falls Norwegen auf die Liste der Hochrisikogebiete oder der Virusvariantengebiete gesetzt wird, reisen wir nicht. (Ich sage jetzt mal nicht, was ich darüber denke, dass Norwegen auf keiner dieser Listen steht, aber der ironisch zu lesende Titel gibt gewisse Hinweise.) Wenn Norwegen, während wir in Deutschland sind, zum Virusvariantengebiet erklärt wird, haben wir einen Tag, um auszureisen. Natürlich machen wir alle nötigen Tests, wobei scheinbar zur Zeit gar keine (???) nötig sind, wenn man von hier aus nach Deutschland reist. Wie gesagt, ich sage nicht, was ich davon halte.

Das wird ein riskantes Unterfangen, aber alles abblasen ist auch kacke. Man kann es nur falsch machen.

P.S. Bürokratendeutsch amüsiert mich immer mehr. Hier wird viel Wert auf verständliche Sprache gelegt, gerade in Behördenkommunikation. Wir kriegen Kurse in sowas. Norwegische Gesetzestexte halte ich für interessierte Laien für (im Großen und Ganzen – nicht mal Gesetzestexte sind immer eindeutige oder auch nur fehlerfrei, das weiß ich… zufällig) verständlich. Es ist ja ein wesentlicher Teil meines Jobs, sowas zu lesen. Gelegentlich stöhne ich über EU-Regelwerk, weil das schon so viel ätzender zu lesen ist (vor allem überaus ermüdend). Und dann lese ich Bandwurmsätze auf deutschen Webseiten, versuche, aus der Coronaschutzverordnung des Landes NRW schlau zu werden oder auch nur rauszufinden, was und wo denn diese Virusvariantengebiete sind und wundere mich doch sehr. Offenbar möchte in deutschen Behörden und Instituten (looking at you, RKI) niemand verstanden werden.

Nicht, dass ich selber nicht Fan von langen und verworrenen Sätzen wäre, aber auf meiner Webseite versucht ja auch hoffentlich keine*r, irgendwelche wichtigen Informationen nachzuschlagen. Falls doch: sorry, das Lektorat ist 2015 Zigaretten holen gegangen.

Tag 2344 – Allem so müde.

Niemand hier hat Lust zu entscheiden, ob wir nächste Woche nach Deutschland fahren oder nicht. Allerdings kriegen einige von uns (ok, eigentlich fast alle) auch schon nervöse Zuckungen bei dem Gedanken daran, dass das nicht entschieden ist. Grad sieht es mehr nach Absage aus, einfach weil es so riskant ist, mit Kindern in irgendeiner doofen Situation (Fähre, Hotel…) in spontaner Quarantäne zu landen. Keine Ahnung, ob all unsere schicken Zertifikate angesichts von Omicron noch lange gelten. Nach Deutschland fahren und sich dann da im Haus des Schwiegervaters einbunkern und niemanden sonst sehen ist auch Käse, aber man soll ja nicht so viele Leute treffen und das aus gutem Grund. Mir ist schon klar, dass in Deutschland die Regeln anders sind, aber ich gehe stark davon aus, dass da in ein paar Tagen ganz plötzlich die Panik ausbricht, weil man feststellt, dass Omicron schon überall ist und sich genau wie überall sonst rasend schnell verbreitet und rund um diese Tage herum möchte ich echt lieber nicht in Deutschland sein. Mir reicht das jetzt hier ein mal.

Eine Umfrage will wissen, wie ich mich so fühle, insgesamt. Müde bin ich. Müde, gereizt, kraftlos. Ausgepumpt von den letzten zwei Jahren und hoffnungslos, dass es irgendwann mal wieder wirklich dauerhaft besser wird. Wie vorher wird es für uns als Familie eh nicht, denn vorher war Michel in der zweiten Klasse und Pippi im Kindergarten. In dem diffusen „danach“ können wir wohl vergessen, dass Michel wieder oder weiter zum Hort geht, außerdem ist er dann fast oder ganz fertig mit der „Småskolen“, also den ersten vier Jahren der Grundschule. Es steht dann zwar kein Schulwechsel an, aber schon ein Übergang, unter anderem mit neuen und mehr verschiedenen Lehrpersonen. Pippi ist schon lange nicht mehr vier Jahre alt, sondern auf dem besten Weg, genauso ein schlacksiges, eigentlich nur aus Beinen bestehendes Kind zu werden, wie Michel. Sie singt, tanzt, bastelt und erzählt den ganzen Tag. Den ganzen Tag. Noch ein bisschen und Corona ist 1/3 ihres Lebens.

Da streift mich ein Gedanke: vielleicht hat man in Deutschland so große Angst davor, doch wieder Freiheiten einschränken zu müssen, dass die entscheidenden Personen grad die Finger in den Ohren haben und lalala machen, während sie sich (vermutlich mit den Zehen, die Finger sind ja in den Ohren) die Augen zuhalten? Weil sie wissen, dass eine Reaktion wie bei mir, nämlich in das mutlose Loch zu plumpsen, gar nicht so ungewöhnlich ist und man das eigentlich keinem mehr zumuten will und sich als Gesellschaft auch kaum noch leisten kann? (Spoiler: dann mutet man halt Omicron zu und leistet sich noch mehr Tote. Es ist nur eine Illusion, dass man die Wahl hat zwischen Einschränkungen und nichts passiert.)

Aber vielleicht wird ja auch alles gut.

Tag 2343 – Mal wieder tiltak.

Alles ist schlimm. Schlimmschlimmschlimm. Infektionszahlen schlimm, 958 Omicronfälle schlimm (Julebord-Update: 140 Infizierte, alle Omicron), Krankenhausbelegungen schlimm, Kinderwelle schlimm. Krankenhauspersonal in Quarantäne oder Isolation, Lehrpersonal in Quarantäne oder Isolation, stellenweise kaum Leute bei der Arbeit – schlimm. Folgerichtig gab es heute eine recht spontane Pressekonferenz und unfassbar sinnvolle Maßnahmen ab… wann eigentlich? Nochmal nachschauen. Ah, Nacht auf Mittwoch. (Geil, dann kann ich morgen noch zum Ballett gehen. Spässken.*)

„Sinnvolle“ Maßnahmen:

  • Kein Alkoholausschank mehr, gar keiner, auch nicht zum Essen, einfach nein, sauft zuhause
  • ÖPNV ist wieder pfui
  • Kinder über 15 müssen einen Meter Abstand in der Freizeit halten
  • „Gelbes Niveau“ in Schulen und Kindergärten. In unserer Schule war das zumindest vor den Sommerferien „Grünes Niveau mit Händewaschen und nicht mit den Kindern aus den anderen Klassen spielen (außer im Hort, da ist das ok)“

Tatsächlich sinnvolle Maßnahmen:

  • Weitere starke Beschränkungen bei indoor-Veranstaltungen (20 Personen wenn keine festen Sitzplätze sowie Übersicht, wer wo sitzt, 50 Personen wenn feste Sitzplätze)
  • Wer Homeoffice haben kann, soll Homeoffice machen und der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass das ermöglicht und eingehalten wird
  • Mundbindenpflicht. Allerdings nicht überall und immer, sondern nur, wenn man indoor den norwegischen, unantastbaren Meter nicht einhalten kann
  • Die Quarantäneregeln werden verschärft und vereinheitlicht, weil man davon ausgehen kann, dass Omicron binnen quasi keiner Zeit dominiert

Meter, Schmeter.

Bezeichnend finde ich: man wollte wohl wieder die Kinder von Maßnahmen verschonen, aber das Gesundheitsdirektorat geht jetzt schon davon aus, dass die Maßnahmen, insbesondere die geringen Einschränkungen der Kontakte unter Kindern, nicht ausreichen werden, um Omicron ausreichend abzubremsen. YOLO, sag ich da nur, hoch die Tassen, alles brennt. Prognose sagt, wir könnten in drei Wochen 90.000 – 300.000 Fälle TÄGLICH haben. Das sind doch mal Aussichten. Da muss man dringend die Kinder davor bewahren, mehr Einschränkungen als häufigeres Händewaschen zu erfahren!

Was war sonst so: Sorgen wegen des einen Kindes, das dann aber abends so niedlich im Schlaf ist, dass ich es auffressen könnte. Warum können die nicht immer klein bleiben und kleine Probleme haben?

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*Die „was erlaubt ist wird gemacht“-Einstellung macht mich fertig, unter anderem der Schulelternrat ist ganz extrem so drauf. Ich habe mich auch heute wieder sehr unbeliebt gemacht, aber ich verstehe wirklich nicht, warum man nicht bereit ist, sich selbst auch nur den Hauch eines Gedankens zu machen, ob das, was erlaubt ist, auch klug ist.

Tag 2342 – Jahresendspurt.

Noch eine Woche arbeiten, uff uff.

Heute war ein motivationsloser Tag. Immerhin verkaufsoffen, also nutzten wir ihn zu einem schnellen Ausflug nach Jessheim, kurz vor Ladenschluss, um die nahezu leergefegten Läden zum Kauf diverser notwendiger Dinge für Groß und Klein zu nutzen (sexy Zeug wie Tackerklammern und Winterschuhe). Außerdem ließ ich mich scheren und fühle mich jetzt wieder ordentlicher obenrum. Ich stellte aber wieder fest, dass man die FFP2-Masken nach einem Friseurbesuch nur noch wegwerfen kann, weil sich die ganzen abgeschnittenen kleinen Haare überall reinsetzen und dann pieken. In Zukunft also eine alte Maske dafür nehmen, die man eh nicht noch mal verwenden wollte.

Es nähert sich Weihnachten, mit großen Schritten, ohne dass sich Weihnachtsstimmung einstellen will. Pippi findet, das dauere alles noch viel zu lange, während ich langsam Panik schiebe, weil nichts noch viel zu wenig organisiert ist. Aber wie denn auch, wir wissen ja noch nicht mal, ob wir wirklich nach Deutschland fahren können. Ursprünglich wollten wir alle Geschenke direkt da hin bestellen, das erscheint jetzt etwas riskant.

Corona soll jetzt endlich weggehen.

Tag 2340 – Here we go again.

Es ist ein bisschen ein Flashback in 2020 kurz vor Weihnachten. Homeoffice den ganzen lieben langen Tag, jeden Tag, Remote-Inspektionen planen, sich über Pandemiemanagement im Großen und Kleinen ärgern. Ich will das alles nicht mehr, aber hilft ja nichts, ich wollte das auch schon vor nem Jahr nicht mehr und das hat die Pandemie da auch schon nicht interessiert.

Noch eine Woche Arbeit, dann ist Urlaub und ganz egal, ob wir nun weg fahren oder nicht – ich hab den nötig.

Notiz am Rande: Bester Tipp, den ich lesen durfte, zum Thema Wintersmüdigkeit: „30 Minuten Sonnenlicht am Tag sind ratsam, am besten direkt nach dem Aufstehen.“ Montag stehe ich also erst um viertel nach neun auf, das kommt meiner inneren Uhr sehr entgegen.

Ob ich dann auch um drei wieder ins Bett kann? Mir wäre danach, um ehrlich zu sein.

Tag 2338 – Einfach schwimmen.

Ständig wird alles geändert. Alles mögliche fällt spontan aus, weil Leute krank sind oder in Quarantäne und es plötzlich verboten ist. Man kriegt mit Glück mit ein paar Stunden Vorlauf Bescheid.

Und dann diese ganzen Widersprüchlichkeiten. Zur Arbeit dürfen wir, wenn wir müssen (oder uns im Speichern von Dateien schulen lassen sollen, was übrigens auch dank meines vehementen Einsatzes für uns Inspektøre komplett abgeblasen wurde), da ist alles tutti, weil wir ja Plexiglas zwischen den Tischen haben. Inspizieren dürfen wir nicht, weil das mega gefährlich ist. Vielleicht sollte ich fragen, ob’s ok wäre, zu Herstellern zu fahren, wenn ich eine eigene Plexiglasscheibe mitbringe? Die Kinder dürfen alles, weil sie in der Grundschule sind und deshalb per def ja nicht krank werden. Vielleicht sind wir durch unsere Impfung plus Delta-Infektion quasi gar nicht vor Omicron geschützt, aber auch wir werden ja nicht krank, und kriegen deshalb vielleicht gar keinen Booster. In Deutschland geht man von sehr wenigen (unter dreistelligen) Omicron-Fällen aus, während sich hier so ziemlich alle Anwesenden in einem Lokal bei einer einzigen Person angesteckt haben, obwohl man von den allerallermeisten davon weiß, dass sie voll geimpft waren.

All das macht müde und unproduktiv. Außerdem ist Zyklusende und ich mache mir demnächst vielleicht einfach ab Zyklustag 20 vorbeugende Kohlwickel. Michel schläft schlecht ein, Pippi steht morgens sehr früh auf (weshalb jetzt die Fernbedienung neben mir liegt), ich hatte vergessen, dass ich noch für die Putzhilfe aufräumen muss und saniere bald einfach warm.

So ein Tag ist halt heute. Ein Tag, an dem eins der Kaffegläser auf dem Parkett zerschellt und eine Kaffee-Glasscherben-Pfütze aufgewischt werden will.

Morgen wird bestimmt besser.

Tag 2337 – Allein, aber mit Meter.

Herr Rabes Konferenz läuft jetzt so: heute war nicht, bzw. nur Aufbau. Morgen ist mit drei Kohorten á maximal 200 Gästen (die Kohorten wurden wohl nicht voll, so groß war das Interesse an physischer Teilnahme dann doch nicht). Dann werden über Nacht wieder die Regeln geändert und deshalb ist Donnerstag dann ganz ohne Publikum.

Weil die Tage für die Orga- und Ordnungstruppe aber trotzdem lang werden, ist Herr Rabe im Hotel in Oslo. Das hat auch für mich viele Vorteile, zum Beispiel könnte ich theoretisch sogar mit offenem Fenster schlafen*. Ich muss niemandem sagen, dass Waschmaschine und Trockner bevorzugt nachts um drei laufen sollten (weil da der Strom am billigsten ist) und es klingelt kein Wecker zu völlig irrwitzigen Zeiten, weil Advent of Code ist und um sechs Uhr die Aufgaben veröffentlicht werden.

Dafür muss ich halt alleine alles machen, Kinder rumfahren, Arbeiten, zusehen, dass ich vernünftig esse.

Wird schon werden.

Osloer Julebord-Update: es sind wohl bei der Chipsfabrik noch ein paar dazu gekommen, genaue Zahlen konnte ich aber grad so schnell nicht finden. Insgesamt knackt Norwegen heute aber die 500er-Inzidenz und Oslo marschiert auf die 1000 zu (900 heute). 320 liegen im Krankenhaus, damit sind wir nur noch 5 belegte Betten vom Allzeit-Coronahoch vom 1.4.2020 entfernt. Es ist alles total toll, und deshalb haben wir jetzt den Meter wieder und Norwegen hat jetzt auch beschlossen, dass Lüften ne gute Idee ist. Ich bin gespannt, ob der Zaunpfahl „MEHR Homeoffice“ dieses Mal von meinem Arbeitgeber aufgegriffen wird. Mir ist es ja egal, niemand zwingt mich ins Büro, aber ich denke, es wäre ein gutes Signal, dass man die Entwicklung auch bei uns ernst nimmt. Außerdem ist die Ventilation bei uns grottig.

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*praktisch wäre selbst mir das jetzt grad zu kalt, draußen sind nachts so -15 Grad. Außerdem muss ich dann erst die Geige ausquartieren, neulich hatten sich nämlich schon zwei Wirbel gelöst, durch, so vermute ich jedenfalls, zu starke Temperaturschwankungen bei gleichzeitig sehr trockener Winterluft.