Wer müde ist, der sollte schlafen.
Gute Nacht.
Wer müde ist, der sollte schlafen.
Gute Nacht.
Ich habe zwar nichts bahnbrechendes zu sagen heute, aber ich muss nach dem Gemecker von gestern doch loswerden, dass es mir viel besser geht, die Heuli-/Aggressionsphase ist weg. Wie immer beim PMS bei mir, es geht halt nur einen Tag. Aber dafür so stark, dass es langsam mehr als nervt.
Ansonsten… war nicht viel heute, sorry. Naja, ich war arbeiten und weiß jetzt, dass mein Antikörper eigentlich ganz gut funktioniert, uneigentlich aber ein bisschen was von irgendwas detektiert, was ich nicht so genau weiß, was es ist. Wir hatten Besuch von Michels bestem Freund, das war… ganz ok, aber man merkt halt, dass er wegen des Schulanfangs echt durch ist. Weshalb dann auch Michel nach dem Besuch erstmal wegen Nix* einen Heulanfall haben musste. Pippi hat schon wieder Fieber und sonst nix. Ich habe nach dem sensationellen Erfolg der Zimtschneckenwaffeln vom letzten Wochenende heute Pizzaschnecken im Waffeleisen gemacht und das war auch leider geil.
Das übliche halt. Nur mit Brötchen und Eis**.
___
*Herr Rabe hat bei einem von fünf Klebetattoos vergessen, die Plastikfolie abzuziehen, das Tattoo klebte dann an der Folie statt am Arm. WELTUNTERGANG!
**Brötchen gibt es Samstags und Sonntags, Eis Freitags und Samstags.
Wissen Sie noch, wie ich mal sagte, ich würde jetzt das letzte Experiment machen? Ich und meine vier Experimente lange To-Do-Liste lachen immer noch.
Es ist eine Krux. Es hört nie auf. Teilweise bin ich auch selbst schuld, ein Experiment habe ich nämlich komplett vergessen. Das ist, zu allem Überfluss, für eine andere Gruppe, mit der wir zusammenarbeiten und die Zellen haben wir auch schon seit Ende Mai. Peinlich. Weiterhin muss ich ein Experiment (das „letzte“, muhahaha) wiederholen, um mehr Replikate zu bekommen, weil label free proteomics halt tausend mindestens fünf, besser mehr replikate braucht, um irgendwelche statistisch relevanten Aussagen treffen zu können (hätte mir ja auch mal vorher wer sagen können, dann hätte ich SILAC gemacht). Da hab ich heute die Puffer für vorbereitet, hatte ich nämlich alle für die letzten drei Replikate (hier Augenrollen vorstellen) aufgebraucht. Dann steht ja auch noch das ewig lang verschleppte Paper an, da haben wir jetzt die „Ergebnisse“* bekommen und ich sag mal so: ich mache das jetzt alleine nochmal. Komplett alles. Heute habe ich Zellen ausgesäht**, die hatte ich Freitag aufgetaut . Morgen werde ich transfektieren, Donnerstag fixieren und färben und Freitag oder nächste Woche irgendwann mikroskopieren. Das alles habe ich das letzte Mal vor 10 Jahren gemacht, aber damals war das schon auch cool. Ist halt nur kacke, dass wir das auch schon vor, ach, 8 Monaten oder so hätten haben können, dann käme jetzt auch nicht alles auf einmal, aber, achja, hätte hätte Fahrradkette. Das beste draus machen. Kann ich mir „Konfokalmikroskopie“ auch wieder guten Gewissens in den Methoden-CV schreiben. Und zuguterletzt kamen letzte Woche noch mal knock-outs, die muss ich hochziehen und für einen collaborator DNA und RNA und mRNA isolieren, in Triplikaten, versteht sich, wir schauen dann nach bestimmten Methylbasen. Wenn die Ergebnisse schön werden, komme ich da so vielleicht auch noch in letzter Sekunde auf ein Manuskript, das sich organisch in meine Thesis einfügen würde. Naja, naja. Mal sehen. Erstmal machen, ne?
Jedenfalls überraschend viel Labor für jemanden, der am Computer sitzen und seine Thesis (lies: das Manuscript über das drölfzig-Replikate-Experiment) fertig schreiben sollte.
___
*Sowohl der Chef als auch Mr. I-Trust-You waren, gelinde gesagt, not amused, genauso wie ich: der Mikroskopmensch hat einfach mal von 5 abgegebenen Zelllinien nur 2 angeguckt und dabei auch nur nach 2 von 3 Dingen geschaut. Ich brüllte deswegen die Tage schon auf Twitter rum.
**Wenn Sie wen echt nicht mögen, lassen Sie ihn oder sie mal 100 12 mm-Durchmesser-Deckgläschen in 24-well-Platten sortieren. Die sind quasi unsichtbar. Und kleben aneinander. Und sind mit der Pinzette echt schwer zu packen. Aseptisch, versteht sich, also unter der Clean-Bench, mit Handschuhen und dem blöden Papiermantel, der überall hängen bleibt. Eine wahre Freude.
Den Schock vom Dienstag habe ich einigermaßen verdaut. Ich bin immernoch sauer, aber nicht mehr unproduktiv-blockiert. Vorherrschendes Gefühl da: fuck it. War jetzt kacke, ham‘ wa draus gelernt (Zeug muss raus, nen dreiviertel Jahr auf eine einzige Analyse warten ist absurd.), jetzt weiter rumheulen bringt aber auch niemanden weiter.
Trotzdem mache ich morgen Homeoffice. Oder „Homeoffice“. Mal sehen. Aber ich muss nichts vor Ort im Büro oder Labor machen, meine Lieblingskollegin ist nicht da, alles dauert schon wieder ewig, ich mag nicht mehr. Und der Chef ist ja auch nicht da, denn…
… er versteckt sich vor mir. Nennen Sie das vermessen, aber ich glaube, er geht mir aktiv aus dem Weg. Konflikte sind offenbar nicht so seins, mit Ansage („Wir müssen reden.“-Mail vom Montag) schon mal gar nicht und dann noch mit einer potentiell (ok, ganz sicher) emotionalen Frau, da macht der gemeine Norweger gern mal den Vogel Strauß. Und reagiert nicht auf SMS oder mail.
Man sollte öfter einfach Besuch einladen. Vor allem, wenn nette Menschen, die kluge Bücher schreiben, auf der Durchreise von den Lofoten wieder gen Süden sind. Es war ein total netter (früher) Abend, mit vielen interessanten Gesprächen und leckerem Essen. Niemand hat gebissen, und ich bin nur ganz kurz fast unterm Tisch versunken, als Herr Rabe unser Buch zum Signieren holte. Trotzdem sollte man wirklich einfach öfter mal Leute auch zu sich nach Hause einladen, die man eh nett findet. Was soll passieren? Also außer das mit dem Signieren. Ich wünsche jedenfalls Almut, Sascha und den Kindern noch eine gute Weiterreise und gutes Wetter zum Fjorde anschauen!
Viel über Netflix und ein wenig über Birgit Kelle nachgedacht. Vielleicht sollte Birgit Kelle öfter mal netflixen, dann hätte sie weniger Zeit und würde nicht so schwurbeliges, in sich widersprüchliches Zeugs verzapfen. (Ich verlinke das nicht. Keine Gratis-Klicks für Mist!)
Die Schnecken brauchen, glaube ich, mehr Kalk (also zugesetzten Kalk in der Erde) und bei der Gelegenhei werde ich auch einen Farn ins Terrarium pflanzen. Auf das selbiges die Feuchtigkeit besser halte und etwas hübscher aussehe.
Huch, es ist schon der 5. im JULI! Wo ist denn das letzte halbe Jahr hin, bitte?
Aber egal, wie an jedem 5. will Frau Brüllen wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen. Dann wollen wir mal, nicht wahr?
Erstmal: irgendwie halb verschlafen, aber doch nicht so richtig und, ach, es gibt irgendwie bessere Starts in den Tag. Ist gibt auch bestimmt bald wieder Nächte, in denen ich nicht davon träume, dass ich in Proteinseen ertrinke während all die Leute, deren Arbeiten ich zitiert habe, lachend am Rand stehen und mich mit Stöckern immer weiter reinschubsen. Für manche Träume braucht man auch einfach keinen Deuter.
Nach dem Aufstehen Haare waschen, Gesicht waschen, anziehen. Jeans, es ist kalt. Michel zieht sich eine lange Wollunterhose an. Den Gürtel schließe ich auf dem letzten Loch und, naja, ich überlege kurz, ob ich nicht doch noch ein neues Loch reinstanzen soll. Aber nein. Ich mache Brotdosen für die Kinder fertig, Herr Rabe macht die Kinder selbst fertig, muss dann aber los. Ich putze Michel die Zähne und überrede ihn zu einer Windhose und -Jacke, quatsche Pippi in die Schuhe und eine Jacke, versuche ihr mehrmals den Kamm abzuluchsen, den sie aber nicht hergibt und dann wird es aber echt mal Zeit, dass wir loskommen.
Pippi will auch gar keinen Fall im Anhänger sitzen und macht Mordstheater, obwohl wir ihr „Fahrrad“ sogar dabei haben. Im Kindergarten angekommen, will sie dann erst den Helm nicht absetzen und dann den Kamm nicht hergeben. Ich nehme ihn ihr weg und ernte Geschrei. Halte Geschrei aus, bekomme irgendwann ein schnoddrigen Kuss und kann gehen. Sage noch Bescheid, dass die Kinder nicht mit Sonnencreme eingecremt sind und sie aber zumindest Michel bitte eincremen sollen, wenn sie rausgehen und es so sonnig bleibt.
Dann fahre ich mit dem Rad zur Arbeit, obwohl ich viel lieber zu Fuß gehen würde. Aber ich hab ja keine Zeit. Nachdem das Fahrrad abgeschlossen ist, schreibe ich der Lieblingskollegin, ob sie einen Kaffee möchte, ja, möchte sie. Ich warte auf sie und beantworte dabei Urlaubsplanungs-Nachrichten. Nachdem mir heute morgen schon die Wettervorhersage zugespielt wurde, freue ich mich noch mehr als eh schon auf den Urlaub. Wir holen Kaffee und trinken ihn auf dem (gemütlichen) Weg zurück ins Büro. Da lade ich meinen Kram ab und …
… gehe ins Labor. „Das letzte“ Experiment. Das bestimmt genauso wenig das letzte sein wird, wie das letzte letzte das letzte war. Ich suche Kram zusammen und hole meine Proben, überlege und inkubiere und dann erzeuge ich (hoffentlich) kovalente Verbindungen zwischen RNA und Proteinen mit UV-Licht. Ich wasche meine Proben und bereite sie für den Proteinverdau vor. Dabei habe ich zwei mal eine halbe Stunde Inkubationszeit, eine nutze ich dazu, für die Masterstudentin haarklein aufzuschreiben, was ich mache und wo sie die Reagenzien findet, die andere für eine frühe Mittagspause. Nach der Mittagspause noch schnell den Enzymcocktail zur Verdauung von RNA und Proteinen dazu und ab dafür in den Thermoblock bis morgen. Noch ein schneller Kaffee und dann:
Schreibschreibschreib. Die Zeit rennt. Zwei Stunden später habe ich etwas über eine Seite geschrieben und es ist irgendwie schon halb vier. Aber so rein vom Schreibfluss auch ein guter Zeitpunkt für eine Unterbrechung, mir fehlt nämlich nur noch ein Unterkapitel. Außerdem kriege ich Hunger, das Mittagessen war eher spärlich. Ich füge noch ein paar Referenzen ein und…
… frage Mr. I-Trust-you wies denn mit meinen Zellen so gelaufen ist. Schlecht, sagt er, der Mikroskopmann ist nicht aufgetaucht. Ob ich denn nach den Zellen geschaut hätte, wenn die zu dicht werden, müsste er eben den Mikroskopmann anrufen. Nee, bisher nicht, ich gehe also ins Labor und sehe nach den Zellen, die sind aber noch nicht zu dicht. Dann verquatsche ich mich noch kurz mit unserem Computerinder (Selbstbezeichnung von ihm!), der mir dieses lustige und dieses nützliche tool zeigt und dann gehts endlich ab nach Hause.
Obwohl, nein, ich muss noch einkaufen. Wir haben kein Brot mehr und zum Abendessen soll es Fisch geben, den wir auch noch nicht haben. Es gibt frische, norwegische Erdbeeren (dass ich mal von norwegischen Erdbeeren schwärmen würde, hätte ich auch nie gedacht, aber: norwegische Erdbeeren sind die Besten!), Ørret von der Frischetheke und leckeres Brot, aber keine, äh, Dinge nach denen ich auch noch gucken wollte.
Zu Hause angekommen bin ich unterzuckert und bekomme Kopfschmerzen. Dieses dauernde Wettergewechsle, gepaart mit dem nicht so ganz unerheblichen Stresslevel, das bekommt meinem Kopf gar nicht. Herr Rabe ist auch gestresst. Die Kinder gucken DinoTrux und ich setze mich für die letzten zehn Minuten dazu. Herr Rabe auch – und schläft direkt ein. Als DinoTrux vorbei ist, ist Michel sauer, weil es nur eine Folge gibt. Herr Rabe ist sauer, weil ich ihn wecke. Pippi leert Puzzles aus. Ich frage Herrn Rabe, ob ich einkaufen gehen soll. Ja, bitte. Ok. Michel will mit. Ich seufze. Ok. Ich erkläre, dass wir für ihn nichts kaufen. Er will trotzdem mit und wir fahren los. Auf dem Weg raus nehme ich mir noch einen Brotknust mit, um den Unterzucker zu bekämpfen. (Wundert dann auch keinen mehr, dass ich abnehme.)
Erst kaufen wir einen Trunki für Pippi. Michel sucht ein Kuh-Muster aus. Mir ist alles recht, ich bin von den Preisen paralysiert und nur froh, dass die Kinder so großzügige Großeltern haben. Wir gucken in dem Laden auch noch nach Dingen, die gibt es auch, aber Michel ist dagegen. Also ab in den Nachbarladen, für Pippi Kopfhörer kaufen. Und hier finden wir dann auch endlich Dinge und andere Dinge und dann will Michel Crocs haben (sind im Angebot) und die sind zwar noch zu groß, aber er will unbedingt und setzt den Dackelblick auf und naja. Wir kaufen also Dinge, Dinge, Kopfhörer und Crocs. Dann hat Michel Hunger. Ich habe auch schon wieder Hunger. Noch schnell in den Supermarkt, denke ich, fahre ins Parkhaus, es ist voll, Michel labert mich voll, jemand hat einen Einkaufswagen so blöd stehen gelassen, dass ich beim Einparken Probleme habe, ich hätte rückwärts einparken sollen, denke ich noch, das kann ich besser, jemand wedelt hektisch und es macht „Popp“ während mein linker Außenspiegel den linken Außenspiegel den nebenstehenden Autos umklappt.
Der hektische Wedler war der Fahrer des anderen Wagens gewesen. Maximal 20 Jahre alt und garantiert mit Papis (oder Mamis) recht neuem, schicken, sauberen Auto unterwegs. Während ich noch das Auto gerade hinstelle, rubbelt er schon an der feinen roten Linie herum, die mein Auto an dem weißen Außenspiegel hinterlassen hat. Nichts passiert, die Linie ist hartnäckig. Ich steige aus und entschuldige mich und kratze Dreiviertel der Linie mit meinem Fingernagel weg, Michel klopft von innen an die Autotür, der junge Typ rubbelt, ich lasse Michel raus und fluche und rubble und fluche noch mehr, weil ich keine Feuchttücher dabei habe, mit Feuchttüchern geht bekanntermaßen alles weg. Michel labert, der Typ leuchtet mit dem gnadenlosen Handylicht die Linie aus, da ist kein Kratzer, aber ich krieg es so auch nicht weg. Mir fällt das Mikrofasertuch ein, das zur Kondenswasserentfernung im Auto liegt und damit (und Spucke, jaja, so eine bin ich, wenn ich keine Feuchttücher hab) kriege ich nochmal ein bisschen Linie entfernt. Michel hampelt rum und stresst mich und den Typen, der meint, er könne das sicher wegpolieren (bloß weg von der hektischen Mutti). Ich gebe ihm meine Telefonnummer, falls das nicht hinhauen sollte, er fährt. Ich besehe mir meinen eigenen Außenspiegel, der hat auch drölfzig Macken, die sind aber nicht von ihm, einer sieht eher aus wie… Wand? Naja. Vorm Auto verkaufen linken Außenspiegel polieren und Lack ausbessern. Gut, dass die Dinger nicht mehr aus Metall sind, wie früher.
Michel und ich gehen in den Supermarkt und kaufen ein bisschen Lebensmittel ein, ich kaufe Michel ein Brötchen und irgendwann sind wir wieder im Auto und Michel nervt mit Forderungen im Sekundentakt und, als ich dem nicht nachkomme, Genöle. „HmmmmmmHmmmmmmHmmmmm“ macht er und ich werde langsam wahnsinnig. Der Supermarkt ist mit dem Auto fünf Minuten von zu Hause weg und er treibt mich auf die Palme. Zu Hause ist Michel dann zu müde um die Treppe hochzugehen und zu schwach, um seine Jacke zu tragen. Ich ertrage alles stoisch mit der Aussicht auf Essen. Das ist fertig, aber die Stimmung ist… also. Äh. Ich weiß nicht, was Pippi gemacht hat, aber Herr Rabe ist total abgenervt und ranzt Michel an, der müde ist und fordertfordertfordert und dann heult Michel weil er angeranzt wird und Herr Rabe knallt ihm das gewünschte Schälchen auf den Tisch und Michel heult noch mehr und an der Stelle bin ich alleine im Schlafzimmer essen gegangen, weil *das* ertrage ich heute nicht auch noch. Die Kopfschmerzen werden auch immer fieser.
Ich höre die Kinder ins Bad gehen und Herrn Rabe Orren und mache die Kinder mit Bettfertig. Ich bringe Michel ins Bett, dann blogge ich schon mal ein bisschen, döse aber dabei dauernd ein. Pippi will nicht schlafen und Herr Rabe lässt sie herumölen. Dann kommen Pippi und Herr Rabe und Herr Rabe versucht, Pippi zum Schlafen zu überreden, aber irgendwann sitzt sie oben im Bett und ich liege eingepfercht zwischen zwei Kindern, von denen eins schläft und eins herumhampelt und mich kneift und an meinem Fingernagel schnippt in einem 90 cm Bett. Irgendwann schläft Pippi doch tatsächlich ein und ich flüchte aus dem Kinderzimmer. Herr Rabe versucht, Pippi in ihr eigenes Bett zu verfrachten, sie wird wach und schreit aber das ist jetzt nicht mehr mein Problem, einmal EInschlafbegleitung reicht dann auch pro Tag.
Bloggen im Bett, ich müsste eigentlich noch schreiben, das eine Unterkapitel, aber, ach, die Kopfschmerzen, die Müdigkeit, morgen ist auch noch ein Tag.
Aber ne Maschine Wäsche, die muss ich noch anwerfen, sonst habe ich zu wenig saubere Unterwäsche für knapp zwei Wochen Urlaub.
Urlaub. Das wird schön.
Ich war heute, obwohl ich kaum was echt geschrieben habe, halbwegs produktiv bei der Arbeit. Ich vergesse ja immer wieder die kleinen Tücken von LaTeX, aber am Ende des Arbeitstages hatte ich ein funktionierendes Dokument mit alles und scharf, also einer ansprechenden Bibliographie und einem Abkürzungsverzeichnis, das als umnummeriertes Kapitel im Inhaltsverzeichnis auftaucht. Ich glaube, ich mache für das Abkürzungsverzeichnis noch römische Seitenzahlen, weil ichs kann (und es cool ist, wenn die Einleitung dann auch mit arabisch 1 auf Seite arabisch 1 anfängt). Eine klitzekleine Herausforderung wird dann noch am Ende das Einfügen mehrseitiger PDFs (also der Artikel), Tipps dazu nehme ich gerne an. Etwaige Manuskripte werden ja in Word erstellt (ja, ich weiß, ich möchte das ehrlich gesagt auch nicht, aber Chef ist da uneinsichtig), da weiß ich noch nicht, wie ich die dann einfüge, vielleicht auch einfach als PDF vom .doc. Weil alles „nachtexen“ ist unspaßig, been there, done that. Neben der Arbeit her habe ich dann noch mit der Masterstudentin besprochen, was sie nächste Woche nach ihrem Ferienjob für spaßige Sachen für mich tun soll, unser Sequenzier-Experiment ist nämlich wieder in die Hose gegangen und liegt jetzt bis auf Weiteres auf Eis wegen akuter Unlust, noch mehr Geld zum Fenster rauszuwerfen. Dann musste ich leider ziemlich überstürzt abhauen, mein Biorhythmus ist ja eher auf nachmittägliches Arbeiten ausgelegt, deshalb werde ich in den nächsten Wochen die Kinder wohl vermehrt morgens bringen, dann kann ich nachmittags entspannter noch weiterarbeiten und muss nicht mitten im Flow aufspringen. So war ich heute dann wirklich kurz vor knapp im Kindergarten und fühlte mich sowohl wegen der Kinder, als auch wegen der abgewürgten Arbeit schlecht.
Aber: die Kinder. Wie putzig die manchmal sind. Und wie sehr die mich manchmal auf die Palme bringen*. Heute Nachmittag waren Michel und ich ein Geburtstagsgeschenk für seinen KiTa-Kumpel kaufen, der morgen sechs wird. Ich dachte , das sei eine gute Idee, wenn Michel das aussucht. Dann lernte ich etwas über mein Kind, nämlich, dass der noch entscheidungsschwacher bei sowas ist, als ich. Wir waren im großen Supermarkt, der auch eine relativ große Spielzeugabteilung hat. Erst wollte Michel die Autos angucken. Jedes. Einzeln. Ich zeigte ihm schon extra nur die, die im Preisrahmen waren, trotzdem fragte er links und rechts natürlich, ob wir nicht das nehmen könnten. Ich erklärte einigermaßen geduldig an die 150 mal, dass alles mit Fernsteuerung und alles aus Disney-Filmen (Cars) zu teuer ist, dass ich keine echt aussehenden Schießdinger kaufen werde und dass ich Star Wars noch nicht so gut finde für Kinder, die noch nicht mal zur Schule gehen. Michel war auch einig darin, dass Star Wars sehr gruselig sei (jetzt, wo ich The Force Awakens gesehen habe, frage ich mich ja schon sehr, wieso die ganzen Figuren und trallala die man so kriegt Klonkrieger sind. Nix Rae (Rea? Ray?), nix Finn. Ballum???). Aber für die verbleibenden fünf AUtos konnte er sich auch nicht so recht erwärmen. Er wollte doch noch mal beim Lego gucken. Auch da war es schwer, Sets im Kindergeburtstag-nicht allerbester Freund-Rahmen zu finden. Genau genommen gab es sieben: zwei Lego Creator (Zug und Rennauto, das hätte ich ja gut gefunden, aber was weiß ich schon), ein Lego City und vier von diesen Basic-Kits in verschiedenen Farben. Und dann gab es ganz viel Lego Friends, aber, Sie ahnen es schon, das kam Michel nicht in die Tüte wegen des ganzen Rosas, der Katzen mit den riesigen Augen, der Muffins und „weil da nur Mädchen drin sind“. Geilomat, mein Kind ist total stereotyp drauf (hier mütterliches Haareraufen vorstellen). Michel betrachtete also die sieben Sets ausgiebigst. Wog das Rennauto-Set in der Hand. Machte HmmmmHmmmm. Und sagte dann:
„Ich glaube ein Auto ist doch besser.“
Und ging zurück zu den Spielzeugautos. Wo wir uns dann gemeinsam für ein Motorrad entschieden.
(Dann suchten wir noch eine Karte mit Mickey Mouse drauf aus und ich sage es mal so: Vierjährigen eine Karte mitsamt Umschlag in die Hand drücken „zum Festhalten bis zur Kasse“ und denen dann den Rücken zudrehen kann bestimmt auch gut gehen. Mein Kind hat dann aber bis zum Milchregal das Kärtchen in den Umschlag gesteckt und diesen fein säuberlich zugeklebt.)
___
*gestern zum Beispiel, als das eine Kind, das nach Absprache nur dann keine Schlüpferwindel nachts anziehen muss, wenn die vorherige Nacht trocken war, seine rausgelegte Schlüpferwindel klammheimlich liegen ließ und ich erst nach dem Ins-Bett-bringen dachte „hmm? So ein knackiger, kleiner Windelpo…?“. Rübennase.
Es ist der 12. des Monats, wie ich schon um elf oder so bemerkte. Das heißt, wer mag, macht 12 Fotos von seinem Tag und verlinkt sie beim Kännchen-Blog.
Heute etwas arbeitslastig, ich entschuldige mich schon mal dafür, aber so ist es nun mal eben. Noch vier Wochen, dann ist Urlaub. Jetzt ist schreiben.
Der Tag ging denkbar bescheiden los, mit einem Vortrag nach dem ich mir unsäglich dumm vorkam. Auf Twitter wurde ich daraufhin dazu aufgefordert, einen Schreibehashtag einzuführen, der auch mein Impostor-Syndrom gut unterstreicht. Spoiler: am Ende des (Arbeits-)Tages habe ich einen.

Menschen, die auf Inhaltsverzeichnisse starren. Mensch nicht abgebildet. #1von12 von #12von12 #PhDFreuden #mimimi #ichkanndasnicht #hashtagvorschlägewerdengerneangenommen

#Nachhausewegselfie aus dem Trøndersommer #7von12 von #12von12 Diese große Straße direkt vor unserer Haustür wird Ende des Monats testweise für Durchgangsverkehr gesperrt. Dann muss auch keiner mehr auf dem Bürgersteig Fahrrad fahren.

Auf uralter externer Festplatte tatsächlich meine Masterarbeit gefunden. Hurra! #11von12 von #12von12 #LaTeX #shareLaTeXlove #ImpostDoc (Warum Hurra? Weil mir das eine Menge Formatierungsarbeit erspart. Und eine Möglichkeit der Prokrastination eliminiert.)
Und dann ist es auch schon Zeit fürs Bett.
Nein, ich putze meine Zähne normalerweise nicht in der Küche, aber Herr Rabe duscht gerade und in unserem Bad gibt es keinen Foto-Winkel, aus dem man ihn nicht selbst oder im Spiegel sieht.
Und jetzt werde ich mich mal fix selbst Einschlafbegleiten. Das kann ich ja so langsam.
Mir mangelte es heute an Ideen, also fragte ich auf Twitter nach, wozu ich denn heute schreiben solle. Es wurde vorgeschlagen, das hier mal näher zu erläutern:
Nun. Es ist ja so, dass meine Familie als ich Teenager war nicht grade im Geld schwamm. Ich bekam, wenn ich mich recht erinnere, mit 15 Jahren 35 DM Taschengeld im Monat. Ein Paar Adidas Superstar kostete 120 DM. Meine Mutter kaufte mir zwar Schuhe, aber keinen Markenquatsch, sondern robuste Dinger von Reno, die durfte ich mir zwar aussuchen, aber naja, es waren halt keine Adidas Superstar. Ich brauchte also einen Job. Einen richtigen, nicht nur Katzen füttern von Leuten, die im Urlaub sind, weil Leute eben nur so zwei Wochen im Urlaub sind und auch maximal drei Mal im Jahr. So gefühlt einen Tag nach meinem 16. Geburtstag heuerte ich deshalb beim Obi an. Als Kassenkraft. Das war der Anfang einer langen Reihe Nebenjobs.
Hier nicht aufgezählt sind: Babysitten, Katzensitten, Nachhilfe (Biologie und… Philosophie, of all things) und Schwangerschaftsvertretung in den Kindergruppen meiner Tanztrainerin.
Doch, ich hab echt schon so einiges gemacht.
Im Moment großes Thema: mein eigentliches PhD-Projekt. Es ist zum heulen. Ich messe mir seit über einer Woche an dem Ding nen Wolf, ohne nennenswerte Ergebnisse. Und wenn ich die dann kommuniziere, also die Nicht-Ergebnisse, sind alle total aus dem Häuschen und brummen mir weitere zehntausend Experimente auf. Und ja, sie brummen auf, sie schlagen nicht vor oder bitten darum, es geht so „Das ist ja alles sehr vielversprechend, da mach mal noch dies und das und jenes und Check das und achte auf das und dann kommen wir sicher schon ein Stück weiter.“. Das ist sicher auch zum Teil der Norwegischen Kommunikation geschuldet, da wird ja auf sämtliche Höflichkeitsfloskeln verzichtet. Das zweite Problem ist, dass ich einfach nie was sage*, sondern mit hängendem Kopf ins Labor zurückgehe und noch drölfzig Messungen mache, bis meine Frustrationstoleranz in Scherben am Boden liegt und ich abends beim Erzählen von „wie war dein Tag?“ in Tränen ausbreche. Weil ich verdammt noch mal keine Zeit habe für so einen Scheiß. Ich habe keine Zeit mehr, tagelang nichts anderes zu machen, als Dinge in sechtausend verschiedenen Puffern (darfs noch ein millimolarchen mehr Salz sein? Wir haben hier ja auch noch dieses allerfeinste Kaliumchlorid?) zu verdünnen und dann Kapillaren reinzustecken und die in meinem kleinen Maschinchen mit einer LED beleuchten zu lassen. Und – ohne Witz – bei 29 von 30 Messungen kam *nichts* raus. Das ist, bei aller Liebe, nicht vielversprechend, sondern großer Scheiß. Und vor allem ist das Scheiß, für den ich, ich erwähnte es bereits, keine Zeit habe. Ich sollte in meinem Büro sitzen und meine Dissertation schreiben. Ich sitze im Labor und komme nicht mal zum Essen.
Jedenfalls, dieses Verfügen über meine Zeit überschreitet meine Grenzen. Ich hasse das Wort ‚Fremdbestimmung‘ wirklich, weil es so krass inflationär gebraucht wird und ja auch außerdem das neue ‚böse‘ ist. Aber das ist eine Form der Fremdbestimmung, bei der es einfach jetzt reicht. Ich will das so nicht mehr und muss das den beteiligten Personen sagen, bevor mir im Meeting beim nächsten Mal der Arsch platzt, und ich wirklich wütend werde, wenn irgendwer das Wort ‚vielversprechend‘ im Zusammenhang mit meinen Daten verwendet.
Da steht ein Gespräch mit dem Chef an. Das machen wir morgen früh direkt. Haha. Grenze zwei: früh aufstehen, erst stehen die Kinder gar nicht auf, dann hab ich zwei Nörgelkinder am Bein, Herr Rabe duscht erst mal 10 Minuten, die Uhr, sie tickt, keine Zeit, Kinder nörgeln, ahhh. Je.den. Mor.gen. Da muss eine andere Routine her. Ich weiß aber noch nicht, welche. Im Moment komme ich jedenfalls jeden Morgen zu spät und bin eigentlich schon reif für Schnaps, wenn die Kinder endlich in der KiTa sind. Meine Lieblingskollegin schlug heute vor, Geld fürs Snoozen zu bezahlen. 1 x Snooze, 10 Kronen. Vielleicht mache ich das. Ich bin so simpel, Gelddruck zieht bei mir immer. Hilft nur nicht gegen die nörgeligen, trödelnden Spätaufsteherkinder.
Dritte Grenze: Pippi ins Bett bringen. Weil es einfach ewig dauert, bis sie schläft. Weil sie mich (unabsichtlich) dabei haut und tritt. Weil sie nochmal was essen will, trinken, ja, alles kein Problem, wenn du dann schläfst, liebes Kind, ach, tust du nicht, du hampelst noch rum und reißt dir am Ohr und an den Haaren und dann singst du und schau mal Schatz, ich bin hundemüde und hab noch so viel zu tun, ich kann einfach nicht mehr, ich will hier nicht den ganzen Abend sitzen und dir dabei zuschauen wie DU DICH SELBST VOM SCHLAFEN ABHÄLTST. Und morgen bist du dann wieder müde und magst nicht aufstehen. JETZT SCHLAF ENDLICH, VERDAMMT NOCH MAL!
Und dann knallen mir irgendwann die Sicherungen durch und dann fliegen Türen oder Kissen und es fließen Tränen und das ist schon alles nur meiner gut trainierten Selbstbeherrschung zu verdanken, früher** gingen in solchen Situationen Dinge kaputt.
Da muss also auch noch was passieren.
Morgen. Oder Übermorgen.
—
*was ich sagen will: „Das ist nicht vielversprechend, habt ihr mir zugehört? Das ist gar nichts, nicht signifikant, nichts! Hört auf in dieses Scheißprotein irgendeinen Kack reinzuinterpretieren, der da nicht ist! Und vor allem lasst mich da raus!“
**vor den Kindern, das letzte Mal war’s eine Schranktür in der Schwangerschaft mit Michel.
Whee, es ist der 05. und da braucht sich der Tagebuchbloggende Mensch nichts besonderes ausdenken, denn wir erzählen heute alle einfach Frau Brüllen, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.
Aufgestanden bin ich. Jawohl. Sogar schon nach nur recht kurzem Rumgesnooze. Als ich Michel weckte, sagte er „Aber meine Augen sind doch noch ganz müde!“ das war sehr niedlich und ich kann das auch sehr gut verstehen. Meine Augen und auch der ganze Rest von mir waren heute morgen auch noch müde. Nach ner Dusche ging das aber schon besser, dann hab ich mich im Gesicht angemalt (mit ein bisschen Glitzer, Glitzer hilft gegen innerlich müde Augen enorm!), meinen Teil zum Kinder anziehen beigetragen (ich weiß nicht mehr genau, in was der bestand) und dann die Kinder zum Kindergarten gebracht, in der Praxis heute: Pippi im Anhänger mit dem Fahrrad gezogen und Michels Geheul wegen „Ich hab kein Cap mitgenommen, buhuhuuuuu!“ (Übersetzt: „Ich bin total müde weil ich gestern erst um neun im Bett war, buhuhuuuuuu!“) während des Fahrradfahrens ertragen.
Kinder im Kindergarten abgeliefert, mit Zusatzinfo: Pippi war sehr früh wach heute morgen und Michel sehr spät gestern Abend noch, also haben beide Kinder potentiell schlechte Laune (Übersetzt: „Wenn die komisch drauf sind heute, steckt ihnen bitte nicht sofort ein Fieberthermometer in den Po.“). Kein Problem. Wieder nach Hause, das Fahrrad abgestellt. Da ist nämlich schon wieder was losgeruckelt und mit so einem laut klappernden Rad fahren macht viel weniger Spaß, als im Sonnenschein zur Arbeit zu spazieren.
Spaziergang zur Arbeit. Vor der Krankenhausapotheke meinen Co-Supervisor getroffen, bei dessen Anblick mir auch siedend heiß einfiel, dass wir später ein Meeting haben würden. Kurz Hallo gesagt und Bis später und dann öffnete auch schon die Apotheke und er ging rein.
Noch auf dem Weg gedacht: hoffentlich geht es Frau Herzmolekül gut, die meldet sich gar nicht. Dann große Freude: sie hat sich gemeldet und die Twin-Moleküle sind jetzt da und da musste ich glatt ein Tränchen verdrücken und auch von hier sei noch mal ganz herzlich gratuliert!
Arbeit, Arbeit. Emails, Reisekostenabrechnung noch mal kontrollieren, kurz mit dem Chef gesprochen. Dann kurzes Motivationsloch, das ich durch Erledigen meiner Steuererklärung gestopft habe. Wie auch schon im letzten Jahr hat das ca. 5 Minuten gedauert, wovon der Größte Teil für das Einloggen mit gefühlter fünfzig-Phasen-Authentifizierung draufging. Fazit: meine Daten waren alle korrekt bei der Steuerbehörde eingegangen, im Juni werde ich dann etwas unter 8000 NOK an zuviel gezahlter Einkommenssteuer erstattet bekommen. Schön, schön. Beflügelt beim Hausarzt angerufen, ob ich einen Termin zur Blutabnahme brauche, das halbe Jahr seit der letzten Kontrolle der Schilddrüsenwerte ist schon wieder rum. Ich brauche keinen Termin und außer Freitags kann ich immer einfach vor elf Uhr vorbei kommen. Gut, das mache ich gleich morgen.
Dann Labor, Mittagessen, Labor. Verzweifelte Suche nach Glykogen, weil die *miieeep* Stoffkartothek der Uni mich nicht einloggen ließ. Irgendwann im anderen Stockwerk Glykogen gefunden, 12 mikroliter entnommen und zu meiner Probe gegeben, alles eingefroren und fertig. Auf dem Weg aus dem Gefrierschrankraum dem Typen in die Arme gelaufen, dem ich von meiner Glykogen-Suche berichtet hatte und der mir Glykogen geben wollte. Ihm stattdessen das Röhrchen zurück gegeben.
Mit einer Kollegin Kaffee geholt und dabei über Literatur gesprochen, sie mag Kafka, ich nicht so.
Mit halb ausgetrunkenem Kaffee zum Meeting spaziert. Mein Chef hat jetzt so ein Hipster-Fahrrad ohne Gänge. Außerdem hat er ab nächstem Jahr eine Woche Urlaub mehr pro Jahr, weil er nächstes Jahr 60 wird. Ich war aber auf dem Weg hauptsächlich damit beschäftigt, mich über meine Fitness zu freuen, ich schnaufe nämlich jetzt nicht mehr wie eine Dampflock, wenn ich auf dem Hauptcampus der Uni (auf einem Berg) angekommen bin. Das war vor drei Jahren eine reine Katastrophe, mit meinen Schilddrüsenwerten musste ich teilweise 10 Minuten eher losgehen als alle anderen, weil ich immer wieder so aus der Puste war auf dem kurzen Weg, dass ich anhalten musste. Heute war das also gar kein Problem und ich sehe dem Termin morgen gelassen entgegen. Tatsächlich erwischte ich mich kurz bei dem Gedanken, dass es endlich mal normale Verhältnisse sind: Ich (Anfang 30) bin deutlich fitter als Mr. I trust you (Mitte 40), der wiederum ist deutlich fitter als der Chef (fast 60).
Meeting. Langweilig. Sehr. Es geht voran (gut), „wir“ (die PostDoc vom Co-Supervisor) schreiben fleißig an Artikeln (gut), für ein Journal mit hohem Impact-Factor brauchen wir aber noch dies und das und jenes und Mr. I trust You und ich haben da grad keine Kapazitäten für, so sad (natürlich ist das wirklich doof, aber ich nehme mir das nicht persönlich zu Herzen. Wenn ich ein Laboräffchen bekomme, mache ich das, ein nicht, mache ich das vielleicht in einem halben Jahr). Viel Gelaber über Impact Factors. Nervt mich unendlich ab, das ist echt der Schwanzvergleich der Wissenschaftler*Innen: alle wissen, es ist Quatsch und sagt eigentlich nichts aus, aber es wollen trotzdem alle den längsten, ähh, höchsten Impact Factor haben.
Nach dem Meeting in die Stadt spaziert um *ZENSIERT* zu kaufen. Ich scheiterte fast am Kauf von *ZENSIERT*, am Ende und im dritten Laden gelang es mir aber doch, etwas meine hohen Ansprüche halbwegs befriedigendes zu finden. Kurz durch die Sale-Artikel für mich geschaut, aber alles war entweder aus ekligem Plastik-Stoff, den ich nicht auf der Haut haben mag, oder unmöglich geschnitten oder grauslich gemustert. Meh. Weiter in Richtung Solsiden spaziert, da bei Clas Ohlsson eine größere Ferien-Box für die stark gewachsenen Schnecken gekauft, in die ich noch Löcher machen muss, die Schnecken werden in unserem Urlaub wieder bei meiner Kollegin und von ihren Kindern betreut.
Nach Hause spaziert. 15.500 Schritte heute.
Kurz für ein halbes Stündchen auf dem Sofa versackt und mit Herrn Rabe geschnackt, während die Kinder Mausclips guckten. Dann gekocht, gespült, Spülmaschine ausgeräumt. Gegessen (Gefüllte Paprika* und dazu Vollkornreis mit Tomatensauße, sehr lecker das alles) und dann wollte auch schon Michel in Bett gebracht werden, der war auch einfach reichlich fertig. Pippi war beim Essen erst sehr zufrieden, dann kurz angestrengt und dann wollte sie mal wieder partout nicht ausgezogen werden, was zum Windeln wechseln aber nun mal unumgänglich ist. Entsprechend hörte ich sie noch aus Michels Bett im Bad kreischen. Armer Herr Rabe. Als Michel eingeschlafen war, las ich noch ein bisschen bei Twitter herum und kämpfte gegen den Schlaf an.
Irgendwann dann doch wieder aufgestanden, etwas in der Küche gerödelt und jetzt sitze ich hier und tippe, auch schon seit einer guten Weile. Eigentlich wollte ich für das Geburtstagskind morgen noch eine Mütze nähen, aber vielleicht mache ich das zugunsten von Schlaf einfach nicht. Ich habe das Gefühl, das mit dem Schlafen könnte heute vielleicht sogar vor Mitternacht klappen, das sollte ich dann wohl nutzen.
___
*Paprika-Füllung: ca. 4 Scheiben weißes Brot in kleine Würfelchen schneiden und in Olivenöl mit Knoblauch anrösten. Dazu ein ordentliches Stück Feta (in Würfeln) geben, ein bis zwei Esslöffel saure Sahne, vier in Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln und das Ganze gut vermanschen. Mit weißem Pfeffer, Kräutern nach Gusto und Paprikapulver würzen und in entdeckelte Paprika stopfen (ca. 4). Den Paprika-Deckel wieder draufstehen, auf ein Tomatensoßenbett setzen und bei ca. 200 °C ca. 30 Minuten bei Umluft backen. Fertig. Lecker.