Tag 858 – Ist auch vorbei.

Verschenkt ist der Tag. Ich kann nach wie vor nicht schlafen und all der Scheiß von gestern… ich hab den ganzen Tag im Bett gelegen und die Hälfte davon geheult und drüber nachgedacht, wie ich eine „ich geb’s auf, ich bin zu dumm und zu schwach“-Nachricht an den Chef formulieren soll.

Ich gebe noch nicht auf, aber ich laufe auf dem allerletzten Rest meiner Reserve. Es sind nur noch ein paar Tage. Wäre es mehr, keine Ahnung. Ich würde aufgeben, vermutlich und eventuell würde ich meinen täglichen Beitrag hier für ein paar… Tage? Wochen? Aus irgendeiner Psycho-Klinik schreiben. Denn, ja, so schlecht geht es mir.

Eventuell wird es hier die nächsten Tage nur ein kurzes Piep pro Tag geben. Das heißt dann „Ich lebe noch, ich stehe noch, ich melde mich bald wieder ausführlich, aber grad ist es nicht drin.“.

Ach, ach, ach.

(Ich wette meinen Arsch drauf, dass es am Ende scheitert, aber nicht an mir, sondern irgendeinem Scheiß Zettel, der nicht schnell genug zurück kommt.)

(Auto-Lobhudelei: gibt’s nicht. Sorry, ich habe grad wahnsinnige Probleme, mich nicht als Vollversagerin wahrzunehmen.)

Tag 843 – Der Normale Wahnsinn.

Ich muss echt mal langsam mein Review über den The Ordinary-Kram, den ich ja inzwischen schon ein paar Wochen benutze, schreiben, es brennt mir auf der Haut unter den Nägeln.

Aber nicht heute, ich bin müde. Müde sein ist momentan eine gute Sache, die genutzt werden muss. Ich schlafe sensationell schlecht und komme morgens deshalb überhaupt nicht aus dem Quark und wenn ich so weiter mache, wiege ich bis Weihnachten noch 45 kg.

Deshalb und wegen überhaupt war ich heute morgen ziemlich spontan beim Hausarzt, um Blut abzuliefern um die Schilddrüsenwerte checken zu lassen. Mich würde nicht mal wundern, wenn da wieder was im Busch wäre. Mein Erwachsenen-Konto füllte ich auch noch gleich auf, indem ich drauf bestand, dass auch die Antikörper bestimmt werden. Das ist ja einerseits praktisch, wenn man einfach hingehen kann und sagt: Einmal Routinecheck Schilddrüse, Autoimmun! Und muss nicht jedes mal erst mit dem Arzt sprechen, andererseits überhören die Sprechstundenhilfen den Hinweis „Autoimmun“ halt wirklich jedes mal und dann darf man mit denen rumdiskutieren, dass es doch geschickt wär, gleich ein extra Röhrchen Blut abzunehmen, statt erst mit dem Arzt zu sprechen und mir dann ein weiteres Loch in meine einstmals wunderschöne Vene zu bohren.

Die Idee von Frau Brüllen der ihrer Firma der ihr Achtsamkeits- Selfbranding-Dings* finde ich übrigens, entgegen möglicher Vermutungen, total gut und übernehme das mal direkt, ich hab das Gefühl, ich kann’s brauchen, mich täglich selbst Lobzuhudeln. Grade jetzt wo ich mir oft richtig dumm vorkomme und vermutlich ein Bilderbuch-Beispiel von Impostor-Syndrom habe. Heutiges Auto-Schulterklopfen: Ich habe das mit der Antikörperprobe durchgesetzt, eine (die letzte für dieses Jahr!!!) Bewerbung abgeschickt, die sehr unbescheiden formuliert und trotzdem ehrlich ist und die ich wirklich gut finde und meinen inneren Impostor mit Kaffee ersäuft und angefangen, die Einleitung für das Manuskript zu schreiben.

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*Ich bin Westfale.

Tag 827 – Bastel, bastel.

Hahaha, dachten Sie an Papier? Nein. Ich habe mich heute, weil ich noch immer und mit zunehmender Ungeduld auf die Massenspektrometrieergebnisse warte, die ich für das dritte Manuskript brauche, an die zweite Abbildung für die Einleitung meiner Thesis gemacht. Die ersten zwei Stunden und mehrere ans Lächerliche grenzende Versuche mit verschiedenen iPad-Apps habe ich darauf verwendet, mich zum Benutzen von *Trommelwirbel* PowerPoint durchzuringen. Ich schäme mich dafür auch gebührend, aber ich habe grade leider gar keine Zeit mich erst ewig in irgendwas einzufuchsen. Um das wieder gut zu machen, habe ich mir aber alle Mühe gegeben, trotzdem etwas optisch ansprechendes zu kreieren, das sich auch harmonisch* ins Gesamtbild einfügt. Und ich muss mir mal ein bisschen auf die Schulter klopfen: das ist schon ganz gut** geworden.

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*“Palatino Linotype“ entspricht fast ganz genau „kp-fonts“. Falls Sie das mal brauchen.

**ok, die DNA ist immernoch nicht ganz perfekt oben und unten gleich breit aber das bleibt jetzt so. Das hat schon genug Zeit und Nerven gekostet. Effizienz und so. So wichtig.

Tag 820 – Produktiv, aber…

Ich habe ein Problem. Es gibt kein nicht-ableistisches Wort für blöd. Trottelig. Ich bin ein Vollhorst.

Ich war heute ziemlich produktiv bei der Arbeit, habe alle meine Rohdaten in Zahlen und Plots umgewandelt (Graph Pad Prism ist schon ganz schön fein für sowas), an den Daten herumgerechnet und normalisiert und tausendundeinen p-Value bestimmt und gemessen und zwischendurch habe ich dann immer mal Zwischenergebnisse („Hier die Survival-Kurven.“, „Hier Zahlen zu p-bodies.“, „Hier die Westerns mit relativen Proteinmengen.“) an den Chef geschickt, mir hier und da sowas wie Lob* abgeholt, aber im Großen und Ganzen saß ich 7 Stunden lang an zwei Computern, unterbrochen nur von Mittagessen. Das war der produktive Teil.

Und dann hab ich irgendwo zwischen dem Fahrradkäfig und zu Hause meinen Autoschlüssel verloren. Den Keyless-Go-Schlüssel, den zu ersetzen ca. 3500 NOK** kosten würde. An dem ein Anhänger ist, auf dem der Name des Toyotahändlers in Lippstadt steht. Der auch auf dem Auto einen (wenn auch unauffälligen, aber eben) Aufkleber angebracht hat. Also rein theoretisch müsste man nichtmal sehr gewitzt sein, als potentielle*r Schlüssel-Finder*In, um drauf zu kommen, dass allzu viele Toyotas mit einem Aufkleber eines deutschen Autohauses hier nicht rumstehen werden. Gnaaa. (Klar kann man quasi ein komplett neues Schließsystem kaufen. Aber das ist noch viiiieeeeeeel teurer. Andererseits lacht mich meine Versicherung ganz sicher aus, wenn unter diesen Umständen das Auto geklaut wird.) Rotze. Echt mal.

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* Norweger*Innen loben ja nicht so besonders enthusiastisch. Beziehungsweise: sie bewerten nicht so offensichtlich. Inzwischen bin ich aber soweit, dass ich mir einbilde, Lob und Tadel aus neutral klingendem herauszuhören. Und für „kjempebra jobba“ („super gut gemacht“) muss man auch das nicht können.

** Ich: „Hmm, Blogbuch kostet 3500 NOK, das ist schon viel Geld, das brauchen wir sicher für was dringenderes.“ Auch ich: *verschlürt Autoschlüssel*

Tag 751 – Achterbahn. 

Morgens Absage auf eine Bewerbung. 

Zur Arbeit durch den strömenden Regen. 

Bis zum Mittagessen anstrengender Versuch, stressstressstress. 

Dann auch noch kaum sichtbare Zellpellets, weil die Zentrifuge falsch eingestellt war. Mühsam Ausraster unterdrückt ob der Aussicht, den Versuch noch mal wiederholen zu müssen. 

Mittagessen alleine, weil jede Frage nach meinem Befinden unweigerlich zu einem Heulkrampf geführt hätte. 

Chef bestellt völlig irre Antikörperkombinationen. Er ist entweder ein Genie oder verrückt. Oder beides. Ich bestelle heimlich die sichere, wenn auch nicht ganz so geniale Variante. 

Email vom Konfokalobermotz: Kurs am Donnerstag. Da geht er hin, mein potentiell freier Tag, den ich so nötig hätte. 

Ich isoliere RNA aus den unsichtbaren Zellen. Es reicht, ich muss den Versuch nicht wiederholen. 

Während ich eigenmächtig Zellen färbe, um den Konfokalkurs schamlos ausnutzen zu können, kommt der Chef ins Labor und grinst über beide Backen: „Ich hab Geld ausgegraben, Du und die Bürokollegin könnt bis Ende des Jahres voll bezahlt werden.“ 

Ich sähe Zellen aus, fahre durch den Sonnenschein nach Hause, habe endlich mal wieder eine gute Zeit mit den Kindern, esse, bringe Michel ins Bett, fahre wieder zur Arbeit, ernte ein paar Zellen, kaufe Schokopudding.

Komme nach Hause. Pippi liegt bei Herrn Rabe auf dem Sofa, sie hat eine Erkältung (nicht so schlimm) und Ohrenschmerzen (Alarm!), Herr Rabe hat seine Kindkrank-Tage aufgebraucht, ich muss (mussmussmuss!!!) morgen diesen Versuch fertig machen, aber hilft ja nix, außer Daumen drücken können wir wohl nix machen. 

Mit der Schwägerin telefoniert, sehr aufmunternd war das. 

Jetzt merke ich erst, wie müde ich bin. Ich könnte hundert Jahre schlafen. 

Und morgen freue ich mich dann bestimmt auch mal über die zwei Monate mehr Zeit. 

Bestimmt. 

Tag 748 – Noch mehr Gejammer. 

Ich weiß. Ich kann’s selbst auch schon nicht mehr hören. Aber wenn zum Besten des Tages gehört, dass man es geschafft hat, niemanden zu verprügeln (heiße Bewerber*Innen: – die Kassiererin im Supermarkt mit ihrem „nee, das ist nicht kaputt, wollen Sie das jetzt oder was?“ und dem Laufband hinter der Kasse, mit dem sie meine gerade gekauften Bananen und Zucchinis und Kiwis zermanscht; – Arschlöcher mit dicken Autos und ohne Umweltbewusstsein), dass man ferner nur zwei- bis dreimal und nur ein bisschen vor Überforderung geheult hat, dass das Abendessen überaus lecker war und man danach gemütlich im Kinderbett mit eingeschlafen ist, dann ist das eine etwas dürftige Bilanz für einen Wochenend-Tag. Stresslevel: 10/10, so geht das nicht weiter. Beschluss ist gefasst, ich muss ihn nur noch umsetzen.  

Good news: Michel liest seine ersten Wörter. Ich bin sehr stolz. Mein Baby! Hachz. 

Tag 747 – Boing. 

Wie so ne Comic-Figur, die grad was richtig doofes und frustrierendes gemacht hat und dann ist so ne schwarze Spirale über dem Kopf. Ungefähr so machte mein Kopf heute, als ich mit dem Core Facility-Mann vorm Mikroskop saß und… nichts sah. Frustrierend wenig jedenfalls. Wenigstens ist dieser Mensch mit Humor gesegnet, sonst hätte ich vielleicht geheult. So zeigte er mir ein lustiges Artefakt, das aussah, wie Pacman und wir lachten gemeinsam drüber, dass wir das sicher direkt in Nature kriegen würden: „Protein Dings forms Pacman-like foci upon treatment with alkylating agents“. Ich mag den Typen. Aber trotzdem… alle (!!!) der 59 Slides, die ich gestern bis spät abends noch gemacht hab, sind, bei Licht betrachtet, für die Tonne. In den einen überlappen zwei Farbstoffe, in den anderen hat eine Färbung nicht geklappt, in manchen beides. Wenn ich nicht wüsste, dass ich dann vermutlich nicht mehr aufhören würde, würde ich heulen. Entsprechend bin ich jetzt nach einem einzigen Feierabendbier (kein Schnaps, erwähnte ich schon mal, dass ich aufgrund meiner Familiengeschichte überaus vorsichtig damit bin, in „schlechten Zeiten“ ernsthaft zu trinken? Ich scherze trotzdem oft damit rum, kann man auch mal drüber nachdenken, warum das so ist, aber nicht jetzt, der Kopf ist ja eh übervoll) so müde, dass mir dauernd die Augen zuklappen. 

Morgen dann neue Färbung ansetzen, bei den heute aufgetauten Zellen (das auch noch, mimimi) das Medium tauschen, übermorgen weiter färben und Zellen für den nochmal zu wiederholenden Höllen-Versuch aussähen (MIMIMI!!!) und dann ist auch schon wieder Montag und ich kann neue Antikörper bestellen. 

Zwei Monate und ein bisschen noch. Gerade erscheint es völlig unmöglich. 

Tag 743 – Mal nachdenken. 

Ich schrieb es ja schon mal: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ sitzt tief in mir. Und Vergnügen ist in dem Zusammenhang auch oft genug einfach als Ruhepause zu verstehen, Arbeit aber gleichzeitig mit Perfektionismus garniert, gewürzt und angerichtet. Da kann man jetzt irgendwen zwischen Luther und meiner Mutter für blamen*, aber das bringt ja auch nur minimal weiter. Woran ich halt arbeiten muss, um nicht mit schöner Regelmäßigkeit wieder kaputt (oder fast kaputt) zu gehen, ist, die Überforderung früh genug zu erkennen. Das klappt manchmal recht gut und ich mache mir dann Strategien, wie ich mit der Situation zurechtkomme. Manchmal klappt es gar nicht. Manchmal ignoriere ich die Anzeichen. Aber was sind denn die Anzeichen überhaupt genau? Spontanes Brainstorming mit mir selbst ergab: 

  • Essen. Ich vergesse das, habe auch keinen Appetit auf nix, manchmal dann Heißhunger. Langfristig nehme ich in Stressphasen immer ab. 
  • Schlafen. Ich stehe voll unter Strom bis zehn, elf Uhr, gehe ins Bett, lese bis zwölf, kann trotzdem nicht einschlafen bis… eins? Halb zwei? Zwei? Morgens komme ich dann nicht aus dem Bett und fühle mich direkt wegen der ersten Tätigkeit des Tages (Aufstehen) schon als Versagerin.
  • Wut. Mein Geduldsfaden ist am Ende nicht mehr vorhanden und ich kann auch meine Wut, wenn sie kommt, nur noch sehr schwer kontrollieren. Spätestens wenn ich anfange, wegen Nichtigkeiten gegen Wände zu schlagen, sollten alle, aber auch wirklich alle, Alarmglocken heulen. Aber gereizt und ungeduldig bin ich auch schon weit vorher. 
  • Konzentration. Wenn die flöten geht, ist’s aus. Leider gibt’s da keine Vorzeichen, mein Verstand läuft auf Hochtouren mit Karacho an die Wand.  Jedes Mal. 
  • Aufschieberitis. Dinge, die nicht supersupersuperwichtig sind, bleiben liegen. Seit Wochen ist das Laborbuch eine lose Blattsammlung? Hmm…
  • Self Care (ich hasse das Wort). Sport? Keine Zeit. Frisör? Keine Zeit. Neue Unterhosen besorgen, weil die alten alle ausgeleierte Gummis haben? Ach, nächstes Jahr vielleicht. Der Gedanke „Oh bitte jetzt nicht krank werden, Ich hab dafür keine Zeit!“ klingt selbst in meinen Ohren nach „Wheeeoooooeeeeeooooo!!!“, aber ich denke den oft. Wirklich erschreckend oft. 
  • „Nur noch diese Woche.“ Stimmt leider fast nie, denn dann kommt das nächste. Aber allein der Gedanke lässt ja darauf schließen, dass mir die Überforderung durchaus bewusst ist. 

Tja, ich würde sagen, ich habe gerade so ca. eine 8-9 auf der 10-Punkte-Stressskala. 

Nur noch… zwei Monate**. 

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*es tut mir echt leid, das Denglisch bricht sich seinen Bahn, das bringt das dreisprachige Leben hier so mit sich. Ich denke auch so und mir fallen manche Formulierungen echt erst nach langem Nachdenken auf Deutsch ein. 

**maximal ein Monat Labor, ein Monat am Schreibtisch. Ich bin jetzt in der Phase des PhD angelangt, wo ich noch bevor ich meinen Kram in mein Büro bringe in des Chefs Büro gehe, um irgendwelche bahnbrechenden Neuigkeiten, Versuchsergebnisse oder die vielfältigen Verfehlungen des Konfokalheinis zu besprechen. 

Tag 736 – Never ending story. 

Wissen Sie noch, wie ich mal sagte, ich würde jetzt das letzte Experiment machen? Ich und meine vier Experimente lange To-Do-Liste lachen immer noch. 

Es ist eine Krux. Es hört nie auf. Teilweise bin ich auch selbst schuld, ein Experiment habe ich nämlich komplett vergessen. Das ist, zu allem Überfluss, für eine andere Gruppe, mit der wir zusammenarbeiten und die Zellen haben wir auch schon seit Ende Mai. Peinlich. Weiterhin muss ich ein Experiment (das „letzte“, muhahaha) wiederholen, um mehr Replikate zu bekommen, weil label free proteomics halt tausend mindestens fünf, besser mehr replikate braucht, um irgendwelche statistisch relevanten Aussagen treffen zu können (hätte mir ja auch mal vorher wer sagen können, dann hätte ich SILAC gemacht). Da hab ich heute die Puffer für vorbereitet, hatte ich nämlich alle für die letzten drei Replikate (hier Augenrollen vorstellen) aufgebraucht. Dann steht ja auch noch das ewig lang verschleppte Paper an, da haben wir jetzt die „Ergebnisse“* bekommen und ich sag mal so: ich mache das jetzt alleine nochmal.  Komplett alles. Heute habe ich Zellen ausgesäht**, die hatte ich Freitag aufgetaut . Morgen werde ich transfektieren, Donnerstag fixieren und färben und Freitag oder nächste Woche irgendwann mikroskopieren. Das alles habe ich das letzte Mal vor 10 Jahren gemacht, aber damals war das schon auch cool. Ist halt nur kacke, dass wir das auch schon vor, ach, 8 Monaten oder so hätten haben können, dann käme jetzt auch nicht alles auf einmal, aber, achja, hätte hätte Fahrradkette. Das beste draus machen. Kann ich mir „Konfokalmikroskopie“ auch wieder guten Gewissens in den Methoden-CV schreiben. Und zuguterletzt kamen letzte Woche noch mal knock-outs, die muss ich hochziehen und für einen collaborator DNA und RNA und mRNA isolieren, in Triplikaten, versteht sich, wir schauen dann nach bestimmten Methylbasen. Wenn die Ergebnisse schön werden, komme ich da so vielleicht auch noch in letzter Sekunde auf ein Manuskript, das sich organisch in meine Thesis einfügen würde. Naja, naja. Mal sehen. Erstmal machen, ne?

Jedenfalls überraschend viel Labor für jemanden, der am Computer sitzen und seine Thesis (lies: das Manuscript über das drölfzig-Replikate-Experiment) fertig schreiben sollte. 

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*Sowohl der Chef als auch Mr. I-Trust-You waren, gelinde gesagt, not amused, genauso wie ich: der Mikroskopmensch hat einfach mal von 5 abgegebenen Zelllinien nur 2 angeguckt und dabei auch nur nach 2 von 3 Dingen geschaut. Ich brüllte deswegen die Tage schon auf Twitter rum. 

**Wenn Sie wen echt nicht mögen, lassen Sie ihn oder sie mal 100 12 mm-Durchmesser-Deckgläschen in 24-well-Platten sortieren. Die sind quasi unsichtbar. Und kleben aneinander. Und sind mit der Pinzette echt schwer zu packen. Aseptisch, versteht sich, also unter der Clean-Bench, mit Handschuhen und dem blöden Papiermantel, der überall hängen bleibt. Eine wahre Freude. 

Tag 697 – Und… abgeschickt!

Ich habe meinen Chef soeben zu meinem Dokument eingeladen, ihm das pdf mit der Einleitung geschickt und ganz fix eine Präsentation zurechtgebastelt und jetzt bin ich erstmal reichlich fertig. ABER ICH BIN FERTIG! (Ich bin da vielleicht übermäßig euphorisch, aber egaaaaaal, ich bin fertig, ich habe eine fast fertige Einleitung zu meiner Dissertation in nicht mal drei Wochen geschrieben, Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!)

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