Tag 2349 – Die Robbe.

Die Kinder kamen neulich aus dem Hort und wollten, dass wir auch mal machen, was sie dort gegessen hatten: ein traditionelles, norwegisches Weihnachtsessen namens Ribbe. In Norwegen ist das so: an Heiligabend isst man Ribbe oder Pinnekjøtt, und der Graben zwischen den zwei Gruppen ist tief. Eine kleine Gruppe mit sehr absonderlichem Geschmack isst noch Lutefisk. Niemand mag die Lutefisk-Fraktion, da ist man sich einig, man bekriegt lieber mit aller Kraft die jeweilige Gegenseite des Pinnekjøtt-Ribbe-Konflikts. Darüber kann man Familienfehden vom Zaun brechen, an deren Ende sich Teenager vergiften würden, wären wir noch im 16. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert versuchen dann gerne Frauen um die 40, sowohl ihren eigenen Vater als auch ihren eigenen Ehemann zufrieden zu stellen, indem sie beide Gerichte zubereiten. Wie ungeheuer fortschrittlich wir hier doch sind.

Jedenfalls stellte mich der Wunsch der Kinder vor eine Herausforderung, ich mag nämlich gar nicht so gerne Ribbe. Eigentlich gar nicht. Ribbe ist Rippe vom Schwein, also Knochen, eine recht dünne Schicht ziemlich stark mit Fett durchwachsenem Fleisch, eine dicke Schicht Fett und dann die Schwarte. Die Schwarte wird, wenn sie gut gemacht ist, wie beim Krustenbraten aufgebläht und knusprig. Oft ist sie aber gummiartig und labberig. Das galt es zu vermeiden, also bat ich eine vertrauenswürdige Quelle um ein Rezept und bekam es.

Heute war der Tag der Tage. Gestern hatte ich schon (mit Autokorrekturfail) mit Michel das übertrieben große, kleinste bestellbare Stück Fleisch gewürzt.

Die weitere Vorgehensweise war ähnlich wie beim Krustenbraten, außer, dass man hier noch aus Alufolie einen Keil bastelt, auf dem man das Fleisch dann so drappiert, dass das Fett aus der Kruste ablaufen kann. Es ist halt ein wirklich großes Stück Fleisch, und im Unterschied zu einem Krustenbraten auch nicht (grob) zylindrisch, sondern flach.

Ich schreibe das Rezept hier jetzt nicht hin, weil das Ergebnis zwar gut aussah, aber ich beim nächsten mal definitiv lieber wieder einen stinknormalen Krustenbraten mache.

As good as it can be.

Die Kruste ist richtig toll geworden, aber der Rest ist mir einfach viel zu fettig, selbst wenn man die dicke Fettschicht zwischen Kruste und Fleisch wegschneidet. Ich bin echt nicht zimperlich bei Fett, aber das hätte auch Robbe sein können, das wäre in meiner Vorstellung nicht wesentlich fettiger. (Mein Kollege, besagter mit dem Rezept, sagt, er habe mal Robbenfleisch angeboten bekommen, aber das gehöre zu den wenigen Dingen, die er ohne zu probieren abgelehnt habe, weil er die Farbe eklig fand. Aber das nur am Rande.) Die Kinder mochten es dann auch nicht soooo gerne. Der einzige, der nicht völlig underwhelmed war, war Herr Rabe. Was gut ist, denn wir haben noch 2/3 des Stückes übrig, für die nächsten Tage.

Ich bleibe Team Pinnekjøtt. Die Kinder bleiben Team Dasmagichnicht. Und Heiligabend gibt es wegen Virusvariantentralala und Reisegehampel aller Voraussicht nach Würstchen und Kartoffelsalat.

Tag 2329 – Kurzgeschichten.

In Deutschland, zumindest in manchen Ecken auf Twitter, scheint der Lack weiter im Angebot zu sein. Manchmal schicken mir Leute da was aus Absurdistan (ich lese immer noch nicht aktiv da, genau wegen solcher Leute, wenn ich mich sowas dauerhaft aussetze, ist es nicht mehr lustig sondern macht mich regelrecht fertig), wie zum Beispiel, dass Leute sich nicht gut damit fühlen, ihre Kinder off-Label (doppelt off-label, weil U5 und mit Erwachsenenimpfstoff) auf einem Parkplatz von einer Person impfen zu lassen, die nicht mal ihren Namen nennt. Die Impfperson beteuert, Ärztin zu sein, und ein Account aus dem Internet beteuert das auch. Legit! Dass die Elternperson unter diesen Bedingungen doch lieber nicht mit ihrem Kind an dem Experiment „ist es Comirnaty, Kochsalz oder aufgelöstes Backpulver?“ teilnimmt, finde ich überhaupt nicht verwunderlich, das kam jetzt vielleicht falsch rüber. Nein – Da machen random Menschen aus dem Internet diese Elternperson runter, als würde sie ihr Kind in der Wüste in einer Schlucht voller hungriger Koyoten zurücklassen. Die Kirche im Dorf lassen ist da schon lange nicht mehr.

Kurzes Update zum Stand der Gesundheit: ich möchte am liebsten nur schlafen und meine Nase tut immer noch weh. Heute musste ich in einem Meeting Protokoll schreiben und das war ein ernüchterndes Erlebnis – ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Völlig unmöglich: einen Satz zum vorherigen Agendapunkt zuende schreiben und gleichzeitig dem nächsten Agendapunkt zuhören. Haha, nice try. Einzige Beruhigung (Spaß, überhaupt gar nicht beruhigend sondern überaus beängstigend), ist, dass es allein in unserem Kaff allein aus der letzten Woche vermutlich ca. 75 Personen so gehen wird, denn so viele voll geimpfte haben letzte Woche allein hier Covid nachgewiesen bekommen. Dass sich Hausstandsmitglieder von infizierten (meist Kindern) testen lassen müssen, ist ja noch neu, also vermutlich ist die Dunkelziffer immer noch hoch. 75, in unserem Kaff, sind viele. Wir haben halt eine Pandemie. Trotzdem tun alle so, als wäre das alles kein Problem, easy peasy bisschen Corona haben ist doch nicht schlimm, wenn man geimpft ist… doch. Ist es. Ich hatte noch Glück, ich kenne auch Leute, die liegen nach zwei Wochen immer noch im Bett und sind schon froh, dass sie inzwischen wieder selbst das Hörbuch am Handy wechseln können. [This is fine-gif]

Ich hab mir nahtlose, bügellose, verschlusslose BHs gekauft. Homeoffice-BHs. Ich erhoffe mir größtmögliche Bequemlichkeit, beim gleichzeitigen Vermeiden von Haut auf Haut und leichten Entgegenwirken der Schwerkraft. Ich werde berichten. Vom Anprobieren bin ich erst mal sehr angetan, ich glaub das sind so Dinger, die manche Menschen nachts tragen (da hab ich keine Meinung zu, macht man, wie man mag, ne? Es ist mir auch egal, ob Sie überhaupt BHs tragen oder nicht, wirklich).

Für die Weihnachtsferien ist ein Schweinesitter organisiert. Vermutlich rentiert sich das sogar (leider kein Scherz), denn dann können wir eine Woche lang die Heizung runterdrehen. Strompreise sind DAS Gesprächsthema. Jeden Tag neue Rekorde, heute waren wir bei 53 Cent/kWh, das ist… absurd teuer für unsere Verhältnisse. Es wird dann gerne gesagt, wir müssten uns an „europäische“ Strompreise gewöhnen, ich kann mich aber aus Deutschland nicht an 500€-Stromrechnungen (im Monat) erinnern, irgendwie, was aber diesen Winter so das ist, auf das wir uns einstellen müssen (und mehr, wenn es so weitergeht, zahlen wir im Januar/Februar ca. 1000€ für Strom). Winter geht bis einschließlich März, mit Pech muss man bis weit in den Mai rein viel heizen. Lustige Anekdote: im Büro ging heute aus unerfindlichen Gründen kurz das Licht aus, was jemand trocken mit „Tja, Strom ist halt teuer“ kommentierte.

Galgenhumor können wir, auf allen Gebieten.

Tag 2326 – Windmühlen.

Der Schulelternrat hat von der Schulleitung den Auftrag bekommen, zu diskutieren, ob Weihnachtsfeiern mit den Eltern und sonstigen Interessierten stattfinden sollten. Ja, das lesen Sie richtig, die Schulleitung selbst hat offenbar keine Lust, das zu entscheiden. Wir haben das also heute diskutiert und ich bin jetzt sehr müde, weil das hier halt Norwegen ist. Ich hab mir den Mund fusselig geredet bzw. die Finger wund getippt, aber niemanden überzeugt. Ich hoffe, die Leiterin vermittelt wenigstens unseren Dissens weiter, und sagt nicht „Wir finden Weihnachtsfeiern alle supi!“ zur Schulleitung.

Unsere 7-Tages-Inzidenz in unserem Kaff ist derweil bei 550, norwegenweit ist sie bei 350 (das schließt ja immer auch die dünn besiedelten Gebiete mit ein), die Krankenhäuser füllen sich, aber weil die Regierung nicht aus dem Quark kommt mit Regeln, kommen die Kommunen nicht aus dem Quark mit Regeln und damit kommen auch Schulelternräte nicht aus dem Quark mit Regeln. Denn „die Kommune ist auf grünem Niveau“* „die Kinder kriegen es doch eh irgendwann“** und „die Kinder sind doch eh schon den ganzen Tag in Schule und Hort“***.

Ach ja, Boosterdosen für alle ab 45 und Kinder werden erst mal nur geimpft, wenn sie schwere Vorerkrankungen (Krebs, Immunschwäche, Organtransplantationen) haben, „damit diese Kinder ein normales Leben leben können“. Will ich sehen, wie ein beispielsweise organtransplantiertes Kind ein normales Leben lebt, während außer Covid auch noch RS-Virus, Noro, Grippe und (in Pippis Stufe) Windpocken umgeht. Und Krätze.

Was ganz anderes: diese Weihnachtskonzerte, auf die man als Eltern muss, das ist auch sowas wie ein Generationenvertrag, oder? Wir hatten da heute ein recht lorioteskes Erlebnis. Ich glaube nicht, dass meine Schulkonzerte damals so… äh… herausfordernd für die Selbstbeherrschung waren. Ich glaube, lachen kommt nicht gut bei sowas, aber das ist nicht so einfach, wenn jede Instrumentengruppe in einem ganz eigenen Tempo vor sich hintutet, während jemand völlig random ab und zu mit Klanghölzern dazwischenklönkt. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel kriegt dadurch ganz interessante Dimensionen, fast wie Jazz, sage ich Ihnen. Ja, ich verstehe ja, dass viele dieser klassischen Kirchen-Weihnachtslieder auch noch in wenig gefälligen Rhythmen und heutzutage komischen Melodieführungen geschrieben sind, mit 6 bis 13 Jahren ist „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ sicher nicht ohne, aber Jingle Bells fällt für mich jetzt nicht unter diese Kategorie. Michel hat das eine Stück, was er mitgespielt hat, aber super gemacht und ist einen Meter gewachsen.

Und ja, ich denke eigentlich gehört auch sowas abgesagt, bei einer Inzidenz von über 500.

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*sollte sie aber vielleicht nicht sein

**ja, aber das muss man doch deshalb nicht unnötig befeuern, und dann auch noch direkt vor Weihnachten, wo man vielleicht ältere Verwandschaft treffen möchte

***ja, aber zusätzliches Risiko kann man doch trotzdem meiden? Man macht doch auch nicht auf der trockenen Wiese Lagerfeuer, bloß weil der Wald daneben eh schon brennt? Außer man will kontrolliert abbrennen, aber das traue ich den Schulelternratsmitgliedern nicht zu, so weit zu denken. Der Politik (Immunitätslücken schließen, bevor die Eltern anfangen, ernsthaft nach Impfungen für ihre Kinder zu verlangen) hingegen schon.

Tag 2320 – Es werde Licht.

Uff, Ende November in Norwegen, es gibt schöneres. Es ist kalt, aber schneit nicht, es ist nass, und vor allem ist es dunkel. Da hilft auch alles künstlich zugeführte Vitamin D nichts. Noch vier Wochen, dann wird es wieder heller.

Strom, immer so ein Thema. Jetzt verrät mir die App, dass bei uns Beleuchtung, was so ziemlich das einzige Thema ist, an dem wir noch, ohne erstmal was zu investieren, Strom sparen können, im Schnitt 3% unseres monatlichen Stromverbrauchs ausmacht. Tja, hmm. Vielleicht kann ich dann aufhören, mich ständig zu ärgern, dass die Kinder immer überall Festbeleuchtung machen und anlassen. Großverbraucher, nicht überraschend: Heizung, Warmwasser, Autos. Alles nichts, bei dem man in der Menge wirklich sparen kann. Kalt duschen kommt nicht in die Tüte, im Kalten sitzen auch nicht, die Autos tanken nun mal Strom. Letztere laden wir bereits nachts, wenn der Strom am billigsten ist. An unserem Stromverbrauch 2019-2021 sieht man aber sehr schön zwei Dinge: wann wir Carona bekommen haben (Verbrauchssprung), wann wir den Durchlauferhitzer bekommen haben (kleine Einsparung) und dass Cardos den Kohl nicht fett macht, im Gegenteil, dadurch dass wir ein bisschen weniger Carona laden müssen, sparen wir Strom. Es ist halt schon auch ein Unterschied ob ein Auto mehr oder weniger Strom pro 100 km verbraucht. Wir haben nahezu die beiden Verbrauchsextreme vor der Haustür stehen, obwohl Cardos ja schon älter ist und modernere E-Autos in seiner Größe sicherlich noch effizienter sind. Jedenfalls, ich schweife ab, was ich eigentlich sagen wollte: wir haben dieses Jahr einen geringeren Verbrauch als letztes Jahr zur gleichen Zeit (war es da kälter?), die Rechnung ist aber doppelt so hoch und mehr. Es ist frustrierend. (Gleichzeitig bin ich froh, dass wir das jeden Monat direkt merken und nicht irgendwann eine Jahresendabrechnung mit einer ganz bösen Überraschung kommt.)

Gesundheitlich geht es eindeutig bergauf. Herr Rabe war auf den Beinen und hat unter anderem Post von der Post geholt und Kleinigkeiten eingekauft, ich war auf den Beinen und habe mich darauf sogar lange genug halten können, um Geige zu spielen. Danach habe ich aus Gründen „how to play chords on violin“ gegoogelt und festgestellt, dass ich das intuitiv richtig mache, nur noch zu langsam bin. Wie immer zu langsam.

Was die Kinder angeht habe ich nur eine Anekdote von Michel zu teilen. Ich glaube nämlich langsam, dass er ohne uns im Grunde besser schläft, als wenn wir ewig neben ihm sitzen bleiben. Weil er, solange wir da sitzen, einen so leichten Schlaf hat, dass er SOFORT, wenn wir irgendwann aufstehen (egal, wann das ist), senkrecht im Bett sitzt und fragt, was wir wollen. Heute sogar ganz eindeutig im Schlaf, denn auf meine Antwort „runter zu Papa, soll ich die Tür auflassen, damit du uns hören kannst?“ kam nur unzusammenhängendes Gestammel zurück, und kaum lag er wieder, schnarchte er. Wenn ich aber irgendwann genervt aufgebe und er allein, mit Musik an, Nachtlicht und offener Tür einschläft (wenn auch unter Protest und manchmal leider auch Heulen und Zähneklappern), schläft er meistens die ersten Stunden wie ein Stein und manchmal sogar im eigenen Bett die ganze Nacht durch. Aber dass diese Erkenntnis von allein kommt, oder irgendeine magische Hirnreife eintritt und mein Baby seinen Schnuller selbst an den Weihnachtsmann schicken will (hoppla, falsches Alter), darauf warten wir bei Michel vielleicht einfach vergebens. Was ok ist, so ist er halt, er braucht da mehr Vorgaben und Regeln als manch ein anderes Kind. Vielleicht führen wir demnächst mal eine neue Regel ein, die in die Richtung geht, dass wir vorlesen, noch x Minuten kuscheln und dann seine Einschlafmusik anmachen und gehen. Ich glaube, das würde uns allen gut tun. Ich glaube aber auch, dass Michel von der Idee nicht begeistert sein wird, weil sich in seinem Kopf schon sehr festgesetzt hat, dass er alleine nicht einschlafen kann.

Tag 2260 – Noch platter.

Sport, also, warum macht man das überhaupt. Au Füße. Au alles.

Ich hoffe wenigstens auf guten Schlaf zur Belohnung.

Ansonsten ist Homeoffice ja auch ganz schön, Homeoffice alleine hat auch was für sich. Das muss alles in die Planung der teilweisen Rückkehr ins Büro mit einfließen.

Michel hatte heute wie jeden Dienstag Korps und fand das zwar nach dem Hort erst eine totale Zumutung, nachdem er was gegessen hatte gar nicht mehr so schlimm und dann war es wie immer gut. Was haben sie gemacht? „Na Musik.“ Ja, ach so. Hinterher meinte er zu mir, ich könne mich doch auch beim Korps anmelden, einem für Erwachsene und mit Geigen. Das gäbe es nämlich. „Meinst du ein Orchester?“ Ja, das meinte er. Aber Korps für Erwachsene mit Geigen find ich auch gut.

(Tatsächlich hab ich da schon öfter drüber nachgedacht, aber ich hab so unregelmäßig Zeit, das macht mich als Ensemblespielerin nun nicht sonderlich attraktiv. Naja, mal gucken.)

Mehr war heute nicht. Doch – ich hab eine Erinnerung bekommen, doch bitte mal wieder zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge zu gehen. Sind schon wieder drei Jahre rum, na sowas. Mache ich natürlich, man muss hier in Norwegen jede Vorsorge mitnehmen, die man kriegen kann.

Tag 2213 – Bloß schnell schlafen.

Hurra, ich darf ganz offiziell wieder baden! Ich habe mich also in sehr warmem Wasser gründlich eingeweicht, die Haare mit Silbershampoo einwirken lassen und leider keine Tuchmaske gemacht, weil die ne halbe Stunde hätte drauf liegen müssen und ich befürchtete, dann dabei einzuschlafen. Nach der Badewanne war das Tape am Hals gut aufgeweicht und ging ganz leicht ab, darunter saß einiges an tote-Hautschüppchen-Schmodder, den ich erst mal wegrubbelte, bevor neues Tape draufkam. Nur noch 50 mal üben und dann ist das Tape der Woche bestimmt auch nicht mehr schief oder zu breit oder zu hoch oder zu tief.

Morgen machen wir einen Familienausflug nach Oslo, um Pippis neuen Pass zu beantragen. Aus Gründen fahren wir alle, yeah, das wird super, um 08:30 Uhr im Zug zu sitzen mit Allemann. Pippi wird einen richtigen Reisepass kriegen, weil, wie ich heute las, nach dem 1.1.21 ausgestellte Kinderreisepässe nur noch ein Jahr lang gültig sind, danach kann man die jetzt um jeweils ein Jahr verlängern, wenn man ein neues Foto mitbringt. Was ja sinnvoll ist, weil so sieht Pippi wirklich gar nicht mehr aus:

Oh! Kein Hals.

Jedenfalls ist mir das zu doof, jedes Jahr mit Mann und Maus zur Botschaft zu gondeln, deshalb gibt es jetzt einen normalen Reisepass für sie, mit 5 Jahren Gültigkeit. Einziger Nachteil: höhere Passgebühr und wir können den neuen Pass nicht gleich mitnehmen, weil den, im Gegensatz zum Kinderreisepass, die Botschaft nicht selbst drucken kann. Wir müssen also morgen auch noch irgendwo einen Haufen Briefmarken auftreiben, weil ich ebenfalls keine Lust habe, fürs Ausweis abholen in drei bis vier Wochen wieder nach Oslo zu fahren. Noch ist ja reines Homeoffice – und wenn kein Homeoffice mehr ist, sind unsere Büros nicht mal eben nebenan und so gloriose Öffnungszeiten hat die Botschaft leider nicht, dass man mal schnell vor oder nach der Arbeit da vorbei geht.

Deshalb mache ich jetzt das Licht aus. Die erste Arbeitswoche nach den „großen Ferien“ war ganz schön anstrengend.

Tag 2187 – Freizeit.

Wir waren ja nun zwei Tage im Freizeitpark, beziehungsweise einen Tag im Freizeitpark, einen Tag im Kinderbauernhof. Das war der Hunderfossen Park in Lillehammer, wenn Sie zufällig mal da sind und Kinder so im Alter von 3-10 Jahre haben, fahren sie da ruhig vorbei, das ist sehr schön da. Für größere Kinder ist es glaube ich zu lahm, aber für die Altersklasse von Pippi und Michel jetzt (also fast sechs und bald neun) gibt es ganz viel zu sehen, zu machen und zu erleben, aber angenehm ruhig (für einen Freizeitpark). Es laufen KEINE Gestalten in Kostümen rum und auf Kinder zu, es ist nicht überall ständig Musik und der Park ist groß genug, dass sich die Menschen darin recht gut verteilen*.

Wir konnten mal wieder sehr schön beobachten, wie unterschiedlich unsere Kinder sind. Während Pippi ihren „Führerschein“ machte (auf einem kleinen Elektro-Mercedes AMG, wenn schon, denn schon!) war ich mit Michel erst mal im Energisenteret, einer Art Mitmachausstellung zu verschiedenen Aspekten von Energie – Licht, Wasser, Wärme, Biomasse, smarte Häuser und Tierhaltung, inklusive „Wie man sich in einen Schweinestall einschleust“

Mit Dusche! (Man musste aber nicht in echt duschen.)

Dort konnte man an einer Umfrage teilnehmen, bei der man auch was gewinnen konnte. Michel ist unter anderem der Meinung, dass wir alle der Umwelt zuliebe weniger Fleisch essen sollten und dass Erwachsene in Klimafragen mehr auf Kinder hören sollten, weil die es schließlich in vollem Umfang ausbaden müssen, was heute so verzapft wird. Ich finde, ich habe ein sehr kluges Kind.

Anekdote: Michel wird in absoluter Dunkelheit leicht panisch, auch wenn er die ganze Zeit Körperkontakt zu mir hat. Außerdem fand er völlig unerhört, dass ich, um den Umfragezettel an der richtigen Stelle wieder abzugeben, einfach an der Schlange am Eingang des Energisenterets vorbei gegangen bin, er fand, wir sollten uns lieber anstellen, auch wenn wir mit dem senter an sich ja schon durch waren.

Als nächstes wollten wir dann gerne Achterbahn fahren. Alle zusammen. Der Park hat genau eine richtige Achterbahn, die recht harmlos** ist, alles das, was bei mir zu grenzwertigem Grusel, auch wenn der ja das Schöne an der Sache ist, führt – Loopings, Holzgerüste, nahe 90 Grad-Gefälle, frei baumelnde Beine – hat die nicht. Michel befürchtete aber in der Schlange stehend zusehends immer mehr. Dass die Achterbahn kaputt gehen könnte und entgleist. Dass die Sicherungen an den Sitzen aufgehen könnten und man rausfliegt. Dass die Sonnencreme macht, dass er zu flutschig wird. Trotz Versicherungen, dass all das sehr unwahrscheinlich ist, wollte er dann, als wir an der Reihe gewesen wären, doch einfach lieber nicht, also setzte ich mit ihm aus und wartete auf Pippi und Herrn Rabe, die ohne uns fuhren. Pippi hatte jedoch die Kräfte, die auf einen wirken, nicht vorhergesehen und will jetzt nie wieder Achterbahn fahren. Nach einigen Minuten auf dem Arm ging es wieder bei ihr und wir spazierten weiter.

Den Kindern hat glaube ich am besten gefallen, dass es da ein kleines Schwimmbad gibt, mit in erster Linie viel Wasserspielzeug. Das wussten wir vorher und hatten deshalb auch Badesachen dabei, und während Pippi und Michel in maximal knietiefem Wasser plantschten***, aßen Herr Rabe und ich das einzige vegetarische Essen, das ich weit und breit auftreiben konnte. Ach, Norwegen, du und dein Schinken-und-Hühnchen-Wahn. Es war eine Focaccia mit Tomaten, Pesto und Mozarella, an sich lecker aber etwas sehr fettig.

Bei den Kindern stand ebenfalls hoch im Kurs der kleine „Aussichtsturm“, auf den man sich selbst hochziehen muss (maschinell unterstützt). Dadurch hat das höhenängstliche Kind selbst in der Hand, wie schnell es wie hoch geht, unter „HÖHER! HÖHER!“-Rufen der kleinen Schwester zwar, aber auch die ist ja noch drei bis sieben mal mit ihm mit gefahren.

Fast zum Schluss nahmen wir noch die „Rafting“-Bahn, bei der alle, Kinder wie Erwachsene, einen Heidenspaß hatten.

Eigentlich waren dann alle schon ziemlich gar, Michel wurde zappelig und motzig und Pippi weinerlich, und wir tauschten den Märchenzug gegen „4D“-Kino ein. Das soll so viel heißen, wie „Kino mit visuellen Tiefeneindrücken durch polarisiertes Licht und entsprechende Brillen plus Wind-, Sprühnebel- und Seifenblasenerzeugung über in das Mobiliar integrierte Düsen“. Der Film war eine Art Fortsetzung von „Der kleine Prinz“ und sehr niedlich und nett gemacht, aber am Ende mit dem größten Plothole aller Zeiten****. Den Kindern fiel das nicht weiter auf und sie waren danach auch entspannter und bereit, zum Campingplatz zu fahren. Das nächste mal machen wir dann auch noch das 5D-Dings mit, einfach um zu erfahren, was die 5. Dimension sein soll. Vermutlich Bewegung, aber herrje, so viele seltsam verwendete Ds!

Zu dem Bauernhof gibt es nicht soooo viel zu sagen, außer, dass mir die meisten Tiere da ziemlich leid tun*****, und wenn ich eine Streichelzooziege wäre, würde ich mich auch sehr schnell darauf spezialisieren, kleinen, unbedarften Menschenkindern die Futtertüte im Ganzen zu entreißen. Volle Soli mit den Ziegen! Michel fand die Minischweine gut, Pippi die Kaninchen, beide die Truthähne, die haben nämlich sehr hübsche Federn. Und die „Försterautos“, mit denen Kinder eine Runde durch den Wald drehen können, inklusive dicker Pfütze, durch die man fahren muss. Ich hab mich mit einem Esel angefreundet und ein fremdes Kind zurechtgewiesen, das die Pferde mit den Futterpellets fütterte, obwohl jedem mit Kauf der Tüte mehrmals gesagt wird, dass man alle Tiere damit füttern darf, AUSSER PFERDE UND ESEL. Man bekommt dann auch noch einen Zettel, auf dem genau das steht. Aber die Eltern dieses speziellen Kindes waren auch nirgends zu sehen, sonst hätte ich denen das auch noch mal gesagt.

Insgesamt hatten wir 2 gute Tage alle zusammen, das war nötig und richtig.

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So langsam setzt bei mir Erholung ein, nach zweieinhalb Wochen Ferien. Interessant, auch im Hinblick auf zukünftige Ferien.

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* nun ist natürlich grad Corona und laut Webseite sind die Besucherzahlen beschränkt worden, also vielleicht ist es da sonst brechend voll und superlaut und es gibt ständig Feuerwerk. Ich glaube es aber nicht.

** also wenn man die Maßstäbe von Heidepark Soltau und co. anlegt

*** ein Hoch auf Kinder, bei denen man wenigstens in der Tiefe keine Angst mehr haben muss, dass sie sofort ertrinken, wenn sie nur umkippen

**** vielleicht war der Film eigentlich wesentlich länger und wurde auf 15 Minuten amputiert, es wirkte etwas so

***** welche Tiere mögen schon ständig von random Menschenkindern begrabbelt werden

Tag 2149 – Fleißbienchen.

Ich hab heute bei der Arbeit viel Kleinscheiß weggearbeitet und wieder festgestellt, dass einige auf das Empfangen von Mails reagieren, indem sie der Absenderin sofort weitere Dokumente schicken, mit dem Hinweis, weiteres käme in den nächsten Tagen. (Falls Sie mir mal viele Donumente schicken wollen: ich bevorzuge, alles auf einmal zu bekommen. Übersicht über lauter halb fertige Dinge zu behalten, fällt mir schwer. Andere Sachbearbeiter*Innen mögen anders ticken, aber ich sag das schon immer, dass ich bitte nicht kleckerweise Dokumentation haben will, sondern in großen Stapeln. Vielleicht hört mir aber auch nie wer zu, auch möglich.) So richtig viel kleiner wird mein Kleinscheißstapel dadurch leider nicht, aber vielleicht der der anderen Seite? Ich weiß es nicht.

Morgen spaziere ich einen halben Tag ab, vielleicht komme ich diese Woche dann bei null Flexizeit-Stunden raus. Ich soll aufpassen, dass es nicht zu viele werden, weil alle über 50 zum 1. September gestrichen wird. Jaja, schön, und welche meiner Arbeitsaufgaben soll ich dann lassen?

Um das Abspazieren richtig zu genießen nehme ich den Zug um vier vor acht in die Großstadt und gehe zum Arzt, damit ich Hypochonder nicht schon wieder mit irgendwas bei der Hausärztin auftauche. Danach gehe ich zum Instrumentenbauer und hoffe, dass der Kinnstützen hat, die mir keine Druckstellen am Kiefer machen. Danach Update im Büro, wir wurden, wie letztes Jahr, dorthin einbestellt, weil wir dieses Update nur da machen können: nach sage und schreibe 15 Monaten Homeoffice bekommen wir nämlich endlich VPN damit wir demnächst Updates auch zu Hause machen können. Tadaaa! Japp, wir sind von der ganz fixen Sorte, kann man anders nicht sagen.

Status potentielle Steuerverbrechen: unser Sachbearbeiter ist sehr nett, wir haben beide den gleichen und wir sind keine Steuerverbrecher, im Gegenteil. Ich mag den Dialekt des Sachbearbeiters und dessen entspannte Grundhaltung und dass man ihn auch mal im Auto erwischt, während im Hintergrund Kinder „PAPAAAAA WER IST DAS???“ krähen. Insgesamt mag ich Norwegen halt schon.

Tag 2133 – Hipp Hipp Hurra!

Grunnlovsdagen, 205 Jahre lang hat Norwegen nun ein Grundgesetz. Unser 7. 17. Mai und der erste, an dem so richtig besch… Wetter war. Leider auch der erste, an dem wir nicht zu Hause bleiben konnten. Stellen Sie sich einfach nach zweieinhalb Stunden im Regen durchgefrorene, durchgeweichte Kinder und Jugendliche im Korps vor, die zitternd „Ja, vi elsker“ spielen, Instrumente ausleeren dass es nur so schwappt, und ihre Noten trotz Hülle nicht mehr lesen können, sowie einen winzigen Kindergartenumzug, eine Runde um den Platz vor der Kirche, Eis für alle Kinder und ab nach Hause, weil man wirklich keine unnötige Minute draußen verbringen will*. So war das. Traurige Flaggen hängen klitschnass im Regen. Willkommen in Norwegen.

Erst mal alles wieder trocken bekommen.

Michel hat das Marschieren tapfer durchgezogen, brach aber danach in Tränen aus, weil es, bei Licht betrachtet, eigentlich ziemlich scheiße war, da im Regen. Eine lange, warme Dusche und ein Wärmekissen im Bett später war aber alles wieder gut und naja, scheißerer geht’s ja kaum, er ist jetzt also quasi Korpsgetauft. Erstaunlicherweise ist bisher keine Rede davon, das in Zukunft zu lassen.

Nachdem Michel wieder warm und trocken war, fuhren wir zu unseren Corontänefreunden und feierten mit denen und der Nähmutterfamilie (unsere Familien überschneiden sich ohnehin an mehreren Stellen kohortenmäßig) 17. Mai, mit spielenden Kindern, jede Menge gutem Essen und Menschen in 3D, hui, so aufregend.

Mein inniger Wunsch: dass das der letzte Corona-17. Mai war.

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*Pippi bekam von der Babysittermama, die vollständig geimpft ist und extra und trotz des Wetters zu dem Kindergartenumzug gekommen war, eine Umarmung. Hach.

Tag 2110 – Kleine Rundreise.

Der Antrag auf norwegische Staatsbürgerschaft liegt jetzt bei den zuständigen Behörden. Die Kopien wurden alle auf ihre Korrektheit geprüft, ich wurde sehr eingehend gemustert, ob ich wirklich die Person auf dem Passbild bin (ich hätte mich vielleicht schminken sollen…) und ich musste kurz das mit dem „Geburtsnamen“ erklären und dass ich jetzt wirklich nicht mehr so sondern nur noch Rabe heiße. Für den Notfall hatte ich auch unser Stammbuch dabei, um solche Dinge, wenn auch auf deutsch, belegen zu können, das war aber nicht nötig. Insgesamt dauerte der Termin ca. 10 Minuten und war Infektionsschutzmäßig so gut wie sowas sein kann. Es waren 2 Beamtinnen bei der Arbeit, jede in ihrer Luke, dazu waren die am weitesten voneinander entfernten Luken ausgewählt worden. Es durften nur 2 Personen in das wirklich geräumige Lokal, eine Sicherheitspersonal achtete darauf, dass der Rest draußen wartete, dass alle einen Termin hatten, dass man die Maske trug, die Hände desinfizierte und Abstand hielt. Alle Angestellten trugen Maske, trotz Plexiglasschutz (looking at you here, Ahus) und als mir die Beamtin meine Originaldokumente zurückgegeben hatte und ich alles eingepackt hatte, desinfizierte sie ihren Schreibtisch und die Ablage, auf der ich meinen Kram gehabt hatte. Besser wäre vielleicht noch draußen gewesen, aber das macht bei 5 Grad jetzt eher nicht so viel Spaß für die Angestellten.

Weil ich dann ja eh fast in Oslo war, fuhr ich noch die reparierte Felge abholen. Sieht aus wie neu, war aber teuer genug, als dass ich in Zukunft besser aufpasse. Dann können wir tatsächlich planmäßig Anfang Mai auf Sommerreifen wechseln.

Und weil ich dann ja eh in Oslo war, fuhr ich kurz zur Arbeit, um im dortigen W-LAN vom Auto aus ein Passwort zu ändern, das hatte ich letzte Woche vergessen und nichts ist schlimmer, als wenn 3 von 4 Passwörtern (planmäßig) gleich sind, nur eines ist noch das alte.

Auf dem Rückweg fuhr ich in Jessheim ab, denn der Lieblings-Blumenmarkt/-Pflanzschule hat seine Fläche verkleinert um wenigstens die nicht haltbaren Frühlingsblumen verkaufen zu dürfen. Und alles, worüber ich mich bei der Polizei gefreut hatte, wurde durch winzige Mundvisiere bei den Angestellten zunichte gemacht. Danke, Merkel FHI, dafür dass du weiterhin Aerosole leugnest, was solche schlechten Witze von Infektionsschutz in der Vorstellung einiger Leute okay macht. FU.

Nun ja und weil ich dann ja eh in Jessheim war und es inzwischen drei war und ich zur Apotheke musste, die in unserem Kaff aber um drei schließen, ging ich im pseudo-geschlossenen Einkaufszentrum (das Zentrum selbst hat auf, aber die meisten Geschäfte nicht, außer für Click&Collect. Apotheken aber schon.) in die Apotheke und weil ich dann eh im Einkaufszentrum war und es da einen Drop-In-Friseur gibt, der quasi in einem Flur liegt, ging ich 15 Minuten später von einem guten Teil der Haarmassen auf meinem Kopf befreit zurück zum Auto.

Man muss echt nicht lächerliche Menschenwürde-Argumente dafür heranziehen, aber sich frisiert fühlen ist schon sehr schön, muss ich sagen. Herr Rabe hat grad nicht so viel Zeit und Muße mir die Haare zu schneiden, der braucht auch ein bisschen mehr als 15 Minuten dafür (hat das ja auch nicht gelernt, im Gegensatz zu den Friseur*Innen dort). Was aber nicht so schön war: Haare überall, jetzt neu auch auf der Maske und am Rand zwischen Maske und Gesichtshaut pieksend. Ich war froh, als ich wieder am Auto war und mir das jetzt juckende Ding vom Gesicht reißen konnte.

Abschweifung: ich bin ja generell ein ehrlicher Mensch und ich kann das nicht beschönigen: ich finde das Maske tragen nicht sonderlich schön. Und zwar im Grunde egal welche, aber FFP2 ist noch nen Tacken unangenehmer. Ja, ich mache es natürlich trotzdem, immer und ordentlich, aber ich glaube nicht, dass ich zu denen gehören werde, die Post-Pandemie einfach weiter Maske tragen werden, weil das ja überhaupt gar kein Problem ist und vor allem und weiß nicht was schützt. Hmm, ja, vielleicht im Flugzeug, aber nicht in jedem Laden, in jedem Café, im Bahnhof während ich versuche, den Zug zu erwischen… da brauche ich widerstandsfreien Luftfluss in meine Lungen. Alternativ brauche ich deutlich mehr Zeit, damit ich nie schneller Atmen muss als sagen wir mal im Wartezimmer sitzend, bessere Ohren, damit ich Leute auch trotz Maskenuscheln noch verstehe, sowie eine Augenoperation, bei der mir automatisch verdunkelnde Linsen eingesetzt werden, weil auch Sonnenbrillen beschlagen, durfte ich lernen.

Das alles entschuldigt keine Maskenverweigerung und Kinn-Spuckschütze WÄHREND der Pandemie. JETZT GRAD ist es das mindeste, was man tun kann, um nicht mit etwas Pech am viel viel unangenehmeren Respirator zu landen. Aber ich bin froh, wenn man das nicht mehr muss. Ich bin auch froh, wenn man wieder ins Café gehen und dort seinen Kaffee trinken darf, statt ihn draußen frierend zu trinken oder das ganze gleich ganz zu lassen und damit dafür zu sorgen, dass die Cafés endgültig pleite gehen.

Pandemie stinkt und soll weggehen.