Tag 217 – Müüüüde!

Wir haben Pippis nicht genutztes Beisteillbett gegen die größere Variante eingetauscht. Es sieht aus als wolle sie sie nicht benutzen. (Hier mein hilfloses Schluchzen vorstellen.)

 

Nein, Pippi liegt nicht auf dem Kissen. Sie hat nur gerne was am Kopf, als Begrenzung.

 
Mal im Ernst: dieses Familienbett, das klingt so schön. Das klingt nach „ich kann sooo viel besser schlafen, wenn ich alle meine Babys ganz nah bei mir hab“. I call bullshit on that. Ich hab die letzten Nächte wieder ultra bescheiden geschlafen. Pippi mag gerne dauernuckeln, ich krieg schon davon zuviel, dann knetet sie aber auch gerne an meinen Brüsten herum oder grabbelt nach meiner Nase und mir kann doch keine weismachen, dass sie dabei „ganz schnell wieder einschläft“. Als Sahnehäubchen noch den hustenden und zähneknirschenden und sich breit machenden und rumwälzenden Michel oben drauf, ich, eingekeilt und bewegungsunfähig zwischen den Kindern, bekomme Schmerzen überall, in meinem Ohr piept es, Herr Rabe schnauft UND ICH RASTE INNERLICH AUS UND SCHREIE IN MEINEM KOPF ALLE AN UND ZIEHE ALLEINE NACH ALASKA aber natürlich bin ich leise und ziehe noch nicht mal nicht aufs Sofa um, denn ich will ja keinen wecken. Tagsüber ist mir dann die ganze Zeit zum Heulen. Weil ich eine Kackmama bin und es ja „so“ gewollt hab (nein, natürlich nicht, niemand denkt sich „ach, ich schlafe so gut, ich krieg mal ein Baby, damit das anders wird!“) und „man“ „soll“ „sowas“ nicht mal denken. Ja, wenn ichs aufschreibe klingt es für mich auch komplett albern, aber morgens um sieben, wenn der Wecker am Handy klingelt und ich nur mit äußerster Willenskraft mein Handy nicht gegen die Wand schmeiße, zerhacke und verbrenne, fühlt es sich anders an. 

Wenigstens bin ich nicht alleine müde.

Tag 216 – Der Mann hat Hunger…

… Deshalb muss ich jetzt hier ganz schnell schreiben, dass mir nichts einfällt, was ich schreiben könnte. Also, nix interessantes. Pippi und ich waren beim Sport, es ist gut, dass das bald vorbei ist wegen Ostern und Urlaub und Arbeit, weil mit mobilem Krabbelbaby macht das keinen Spaß. Vorm Sport waren wir bei der Entsorgungsstation am anderen Ende der Stadt und haben diversen mittelgroßen Müll (Kochtöpfe, Pappkartons, nen kaputter Tischsauger, sowas halt) weggebracht. Pippis Kitaplatz hab ich auch noch irgendwann angenommen. Und ihr ein paar Wollbodys bestellt. Für den Kindergarten eben, also für nächsten Herbst/Winter. Öhh, ach ja, dann war ich beim Ballett. Und dann rief meine Omi an um zum Geburtstag zu gratulieren und so wies aussieht werden wir wohl dieses Jahr einen 30. Geburtstag in Wien und eine Hochzeit in Portugal feiern. 

Aber sonst war nix. 

Tag 215 – Hurra! oder Wie ich mal fast im Knast war. 

Pippi hat einen Kitaplatz in Michels Kita bekommen! Heute Morgen kam eine SMS und eine Mail, jetzt müssen wir den Platz natürlich noch annehmen aber das geht auch online und ist kein Problem (nur dran denken muss man). Puhhhhh, da fällt mir nicht nur ein Stein vom Herzen. Ich gestehe, ich war ziemlich nervös, obwohls ja eigentlich klar war, aber nachdem wir im letzten Jahr eben auch schon einmal einen Platz (für Michel) in der Kita „sicher“ hatten und den dann eben doch nicht bekamen war ich eben etwas besorgt. Damals kamen wir im Kindergarten an, Michel im Schlepptau, eigentlich nur um den Kindergarten nochmal genauer anzugucken, in dem wir sicher waren einen Platz zu haben, nachdem Leitung und Kommune uns das zugesichert hatten. Und dann war irgendwie Michel wegen Chaos mit unseren Personnennummern nicht auf der Liste gewesen und die Kitaleitung musste den Platz an andere Kinder vergeben. Als ich das endlich raffte, fing ich (voll erwachsen) im Essensraum der Kita an zu flennen und konnte nicht mehr aufhören (immerhin war ich ja auch schwanger und stand voll unter Hormonen). Nachdem ich mich zu Hause von meiner Heulerei halbwegs erholt hatte, schrieb ich eine wütende, aber noch sachliche Mail an die Kommune, wie das passieren konnte. Die Kommune schob es auf die Kita, die Kita auf die Kommune (Spoiler: es war der Fehler der Kommune). Es folgte ein Tag, an dem drölfzig emails in scharfem (ich) bzw. desinteressiertem (die Kommune) Ton* hin und her gingen, bis ich irgendwann versehentlich den Reply- statt des Forward-Buttons erwischte, als ich eine, in meinen Augen, besonders dreiste mail der Kommune mit dem wütenden Kommentar „Ich töte sie alle!“ versehen an Herrn Rabe weiterleiten wollte. Die Mail ging also wieder an die Kommune, ich entschuldigte mich zwar sofort aber es folgten zwei Tage eisige Stille und dann eine Mail in astreinem Juristendeutsch, dass die Mitarbeiter der Kommune vor Morddrohungen und ähnlichem geschützt würden und sie deshalb die Mail an die Ermittlungsbehörden weitergereicht hätten. Hupsi. Ich sah mich schon im Knast, meine Kinder würden mir weggenommen, schlimmste Albträume, Heulkrampf. Herr Rabe wurde kurzerhand Familie Rabes Single Point of Contact mit der Kommune, ich entschuldigte mich ausführlich und reumütig und erklärend nochmals bei der Kommune (ließ aber das „und ich bin auch schwanger und quasi unzurechnungsfähig“ weg) und harrte der Dinge die da kommen mochten. Im Endeffekt rief mich ein Herr von der Polizei irgendwann im Juni (?) einmal an, nahm mir das Versprechen ab, in Zukunft keine Menschen mehr mit dem Tod zu bedrohen und legte dann das Verfahren zu den Akten. Und dann bekamen wir doch noch den Platz, zwei Tage bevor die Eingewöhnung in einer wieder anderen Kita starten sollte. Wieder Heulkrampf, diesmal aber wegen frisch entbunden und Babyblues und Pläne kaputt und doppeltem Kitabeitrag für drei Monate wegen Kündigungsfrist (waren am Ende dann doch nur zwei, aber trotzdem teuer). 

Dieses Mal also einfach total froh, dass es ganz ohne Tränen mit dem Kitaplatz geklappt hat. 

(*Was sich auch scheiße anfühlt: wenn man sich Mühe gibt und auf Norwegisch schreibt und Antworten konsequent auf Englisch kommen.)

Tag 214 – #12von12 März ’16

Es ist wieder der 12., das heißt der Kännchen-Blog sammelt wieder jeweils 12 Bilder von allen, die mögen. Und glauben Sie mir, das sind viele.

Bei uns ging es heute um halb sieben noch vor dem Wecker los, weil Michel herumwühlte und Pippi Hunger hatte (wie auch schon die ganze Nacht…).

Die Kinder und ich sind schon wach. WARUM???

Pippi döste dann noch mal ein, ich stand mit Michel auf und ging duschen und machte mich und ihn fertig. Irgendwann zwischen „Mama, mach mir eine Fledermaus aus Knetseife!“ und „Mama, Hilfe, der Pulli geht nicht!“ (der Ärmel war verkrömpelt) schaffte ich es sogar, Kaffee zu machen.


Vom Kleid gibt’s morgen Detailfotos. Ich bin jedenfalls zufrieden mit mir, das kann ich ja schon mal sagen.

Gerade so pünktlich kamen wir beim Kindertanzen an, wo Michel ziemlich viel Quatsch machte und süß war.

Alle Kinder spielen mit Bällen. Alle Kinder? Nein, Michel raupt im Spieltunnel durch den Raum.

Und danach direkt zu Michels Kumpel E., wo es Kaffee und Waffeln und jede Menge Spielzeug gab.

Das hatte ich als Kind auch!

Nach dem Playdate wollten wir einkaufen, allerdings schliefen beide Kinder im Auto ein und so ging ich alleine los.

Wenn Süßkram im Angebot ist.

Konsum!!!1!


Wieder zu Hause angekommen verstauten wir nur die Einkäufe und machten uns wieder auf den Weg, um das schöne Wetter zu genießen. Michel staubte erstmal Süßkram ab. Pippi futterte im Laden eine Banane.

Moods of Norway-Lolli.

Wir shoppten ein bisschen am Super-Sale-Tag, ich erstand neue Hausschuhe ( meine sind durch) und Handschuhe (auch durch) für zusammen nur 7€, dann fuhr ich mit Michel im überfüllten Bus nach Hause, während Herr Rabe mit Pippi, die im Kinderwagen wieder eingeschlafen war, zu Fuß ging. Michel wollte zu Hause erst mal die Sendung mit dem Elefanten sehen, was ich nutzte um in Frieden kochen zu können.

 

Frevel! Mandelkartoffeln schälen.

Als hätte Ichs geahnt… Michel wollte erst gar nichts essen, aß am Ende aber doch wenigstens ein bisschen Kartoffelbrei. Diese Kochsache ist ziemlich frustrierend grade.

Vom Kind verschmähtes Kinderessen.

Michel liegt im Bett, was macht Pippi? Seine Duplokiste ausräumen natürlich! Geht am Besten im Stehen. Guter Anreiz.

Pippi erreicht ihre Meilensteine gerne am 12. Heute: Hochziehen und Stehen.

Und ich? Ich stopfe und flicke und verwünsche Michels Hosen. Das ist auch ziemlich frustrierend weil Sisyphosarbeit.


Sooo, das war es schon. Ein langer Tag, sagen auch meine zufallenden Augen. Jetzt Bett und auf eine bessere Nacht hoffen.

Tag 213 – Vergessenes nachgereicht

Also erstmal die Bilder. Haha. Voll vergessen, die Bilder hochzuladen in meiner Sektdödeligen Laune gestern. 

 

Der Kuchen, angeschnitten. Michel hat schon mal angefangen mit Kuchen essen.

  

Geburtstagstisch mit Fahne, Kuchen, Kaffee und Geschenken. Die Maus probiert schon mal vom Kuchen.

  

Paaaaarteeeeyyyyy!

 
Und dann das Kuchenrezept. Also das war ja so:

*Tuuut, tuuuut* „Helga Schulz?*“

„Hallo Oma, ich bins! Naaaa, wie is?“

„Ach *Vorname Frau Rabe*, wie schön! Ja, ach, es muss ja. Und selbst?“

„Ja, ach, ich bin grad arbeiten und mache ganz langweilige Sachen, da kann ich nebenher telefonieren. Aber ich ruf eigentlich an wegen dem Rezept für den Schichtkuchen. Ich wollte den für meinen Geburtstag backen, ich weiß ja dass ihr nich mehr so gut in der Küche stehen könnt…“

„Ich würd dir den aber auch backen!“

„Nee lass ma, wenn du mir das Rezept gibst ist das schon ok.“

„Ja, also da machste nen Pfundsteig.“

„???“

„Ein Pfund Butter, ein Pfund Eier, ein Pfund Zucker, das rührste schaumig, dann noch ein Pfund Mehl.“

„Ein Pfund Eier??? Mit oder ohne Schale?“

„Hehe, ohne. Das ist so ungefähr ein Dutzend. Und dann streichste das aufs Blech, das werden vier Bleche. Und dann backste das.“

„Hmhm, bei wieviel Grad?“

„Ach, so hundertachtzig, da kommts nicht so drauf an. So zehn Minuten ungefähr. Dass der Rand nicht zu braun wird.“

„Ok, und dann kommt da Holundergelée zwischen, und dann Dritteln und stapeln und so und wie lange lässt man das dann stehen?“

„Das machste am besten mit nem schweren Topf voll Wasser über Nacht. Das reicht. Der Holundergelée muss auf die heißen Platten, dann zieht der gut ein. Und am nächsten Tag machste Kuvertüre drauf. Musste natürlich vorher den Rand abschneiden.“

„Hmhm. Ok, das krieg ich hin. Danke Dir!“

„Ach, das freut mich ja, dass du den Kuchen backen willst. Den mochtest du ja immer schon so gerne. Du bist eine ganz tolle Frau geworden. Wirklich, eine tolle Frau!**“

„Ähhhh… Danke! Dann machts ma gut, ne? Grüß Opa schön von mir! Und wir sehen uns dann ja am Samstag***.“

„Das machen wa. Tschüss!“

„Tschüss!“
Hach ja. Ich vermiss dich, Oma. 

*So hieß sie wirklich. Mein Opa hieß Karl. Karl und Helga Schulz, Namen wie aus ner Karikatur über deutsche Rentner. 

**Warum auch immer sie das damals sagte, sah ihr eigentlich nicht so ähnlich. Aber vergessen werde ich es wohl nie, denn es war das letzte, was sie zu mir sagte. 

***Leider kam es dazu dann ja nicht. 

Tag 212 – Hicks!

Ich hatte ein ganzes Glas Sekt, ergo bin ich jetzt etwas beschwipst. Falls ich Quatsch schreibe, verzeihen Sie bitte. 

Wheeeee Geburtstag! Ich hab ein Pony bekommen (ein sehr kleines zwar und gerade schläft es mit Michel im Bett, aber immerhin!), eine Krone, einen Korfu-Reiseführer, ein Buch, das mir als „extrem hart aber auch extrem gut“ angepriesen wurde (ich werde berichten), eine gemalte Rakete, eine ausgelaufene Windel und (da hatte ich vor Freude Pipi in den Augen) eine Spende an eine syrische Organisation, die Kindern auf der Flucht hilft. 

Die Gefühle waren über den Tag sehr gemischt, heute morgen habe ich die Beste Freundin zum Flughafen gebracht, das war recht traurig und ich danach auch eigentlich bedient, aber dann schickte mir Herr Rabe ein Bild von einem lustigen Spruch bei Facebook von einer Person namens @Rabensalat, da musste ich dann doch lachen, und dann lud mich Herr Rabe auch noch zum Mittagessen in das einzige vegetarisch-vegane Restaurant der Stadt ein, das war alles sehr schön und feierlich. Dann nähte ich ein bisschen an meinem Kleid rum, das war mäßig spannend aber befriedigend für mich. Lediglich als ich einen total aufgekratzten und quatschigen Michelaus dem Kindergarten abholte, bekam die Laune einen Dämpfer (ey, der hat da einfach ne Schokiecke abgebrochen von MEINEM Kuchen! Weil er nur die Schoki wollte!) und als Herr Rabe endlich zu Hause war, mich die Kinder zu Tode genervt hatten UND meine Mutter bereits zweimal versucht hatte, mich anzurufen und beide Male etwas seltsame Nachrichteb auf der Mailbox hinterlassen hatte, war ich echt bedient. 

Als dann aber irgendwann Michel ganz niedlich mit Maus und Pferd eingeschlafen war und viele viele Menschen aus diesem Internet und per WhatsApp und so mir gratulierten, wurde es etwas besser, mit Sekt im Glas und Kuchen auf dem Teller noch ein bisschen mehr und dann Skypte ich noch mit meiner Mutter, was… absurd war. Kostprobe gefällig?

Sie: „Ich soll dich von ganz vielen Leuten grüßen und gratulieren und so.“

Ich: „Hmhm.“

Sie: „Aaaaaaalso, da war der Frank Sowienoch, unbekannter Weise, und mein kleiner Chef, auch unbekannter Weise. Dann haben wir den *Uralt-Spitzname von Schulfreund, zu dem seit Jahren kein Kontakt besteht*, und dann *Exfreund, mit dem ich lange zusammen war*, aber nur wenn du ihn nicht haust?“

Ich: „Wieso sollte ich ihn denn hauen? Bin ja auch ganz schön weit weg, nä?“

Sie: „Nee, ach, weißte schon wie ich das meine!“

Ich: „…“

Sie: „Ja und hmmmmmm wer war da noch, also der *Exfreund, mit dem ich unrühmlicher Weise wegen Herrn Rabe Schluss machte*, der NICHT, hmmmmm, wer war das denn?“

Ich: *twittert heimlich*

Sie: „Ahhhhh, ich weiß, der D.! Da war ich nämlich heute!“

Ich: „Ja dann sag mal Dankeschön!“

Ja. Das hob die Laune auf einer Metaebene, auf der ich unser Gespräch von außen betrachtete (macht der Sekt, dass man das kann?) doch ungemein. 

Jetzt Bett und Zufriedenheit. 

31. 

Ist ok. 

Tag 210 – Druck und Rotation

Heute war sooooo schönes Wetter, dass wir Schwimmbad ausfallen ließen. Stattdessen fuhren die beste Freundin, Pippi und ich zum Fernsehturm um den Ausblick zu genießen, einen Kaffee und ein Häppchen zu Essen im Restaurant zu uns zu nehmen und ganz nebenbei ein wenig an meiner Höhenangst zu arbeiten *hust*. Ich hab echt vor allem möglichen Angst, Flugzeuge, Tunnel, Höhen, Krebs, verrückte Psychokiller, etc. pp. Oben auf dem Turm ging es dann halbwegs, nur zu nah an die Panoramafenster konnte ich nicht gehen. Es war mir sogar fast egal, dass das Restaurant innen rotiert. Fast. Ein bisschen war mir auch die ganze Zeit schlecht. Aber für schöne Bilder machen war es ein toller Ausflug.


Als wir nach drei bis vier Umdrehungen wieder unten waren, liefen wir zu Fuß durch das immer noch wunderbare Wetter nach Hause, trafen auf dem Weg Michel und Herrn Rabe und waren gut durchgelüftet, als wir zu Hause ankamen. Wunderbar.

Den Kuchen haben wir dann nach dem Abendessen noch in Gemeinschaftsarbeit gebacken. Also, fertig ist er noch nicht, denn er muss bis morgen pressen.



Diesen Kuchen backe ich mir jedes Jahr zum Geburtstag, seit meine Oma an meinem 25. Geburtstag sehr plötzlich gestorben ist. Wenige Tage vorher hatte ich sie angerufen und nach dem Rezept gefragt. Denn diesen Kuchen wollte ich als Kind immer von ihr zum Geburtstag haben, es ist ein eigentlich ganz schlichter Schichtkuchen mit einem Rührteig und Holundergelée zwischen den Schichten, am Schluss kommt noch Schoki drauf und fertig. Ich liebe diesen Kuchen. Leider gibt es hier keinen Holundersaft und der Holundergelée ist schon auch essentiell dabei, vielleicht muss ich im Herbst mal selbst Holunder entsaften oder so. Holunder gibt’s nämlich, massig sogar, auch allen möglichen Kram aus den Blüten, aber die Früchte kennen die scheinbar nicht hier. Nun ja. Morgen kommt die Glasur drauf und dann kanns losgehen mit der Schlemmerei!

Tag 209 – Shoppen

Ich habe mir heute einen neuen Bikini gekauft. Mutig trotz Noch-Stillens. Er ist schlicht und schwarz und falls meine Brüste nicht nach der Stillzeit drei Nummern kleiner werden, sollte er auch dann noch passen. Um diesen passenden Bikini zu finden, musste ich allerdings zwei Bikinis in jeweils 4 Größen anprobieren. Gut, dass Pippi die ganze Zeit geschlafen hat, wie ein Stein. Auch gut, dass man mit der besten Freundin so gut einkaufen kann, sie ist immer ehrlich und im Gegensatz zu Herrn Rabe, der mich gerne auch mal zu überaus unvernünftigen Käufen verleitet, überaus sparsam. Wenn was nicht 100% überzeugt, wirds nicht gekauft. Ergo kam bei der dreistündigen Bummeltour durch die Innenstadt außer dem Bikini nur ein Gürtel (braunes Leder, schlichte Schnalle, breit: genau was ich gesucht hatte) bei rum, und das war sehr gut so. Beim Kaffee fragte sie mich dann, was ich denn so machen würde, wenn sie nicht da wäre, ich sagte wahrheitsgemäß ich würde mir ein Kleid nähen und heute Abend nach dem Essen schlug sie mir dann vor, doch damit anzufangen. Die Taschen hab ich jetzt schon fertig und den Stoff habe ich zugeschnitten während wir uns über dies und das unterhielten und Pippi auf ihrem Bauch schlief. Pippi hat jetzt manchmal Albträume, dann weint sie im Schlaf und schlägt um sich, so auch heute auf dem Bauch der Freundin, aber ansonsten war es sehr gemütlich. Überhaupt Pippi so: sitzt jetzt richtig stabil aufrecht, krabbelt ziemlich fix in der Gegend rum und zieht sich an allem hoch. Imitiert Geräusche, die man macht (Schmatzen, Schnalzen, Dadada, Prusten,…). Die große kleine Maus.

Jetzt noch etwas Purity (dieses Buch muss ich ja auch irgendwie mal durchkriegen!) und dann Augen zu. Morgen wird Geburtstagskuchen gebacken und wir gehen ins Schwimmbad, den neuen Bikini auf Badetauglichkeit testen. 

Tag 208 – Hyttetur

Heute haben wir einen wunderwunderwunderbaren Ausflug zur Hütte gemacht, wie die Norweger das halt so machen am Sonntag. Es war sonnig, kalt, Schnee und frische Luft. Ja, der Satz „Es war Schnee.“ ist sehr falsch, das ist mir gerade aber sowas von egal! 

Am Freitag hat Herr Rabe einem Kollegen eine Kraxe abgekauft, er hatte bei der Arbeit erwähnt, dass wir für den Urlaub eine gebrauchte suchen und dann sagte jemand „Ach, ich hab eine, die krieg ich nicht verkauft.“. Tja, und heute wurde sie ausprobiert. Weil ich paranoid bin, dass sie frieren könnte, habe ich Pippi folgendes angezogen:

  • Body
  • Wollstrumpfhose
  • Dünnen Wollanzug
  • Dicke Wollhose
  • Wollsocken
  • Nikijacke
  • Wolljacke
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Fellschuhe

Und dann in die Trage. Sie konnte sich zwar kaum bewegen, fand das aber nicht weiter schlimm und guckte den Hinweg über in der Gegend herum. Michel, der tapfere Schneezwerg, lief mit nur wenig Genörgel den Berg hoch. Das dauerte natürlich ein bisschen, auch wenn es nur etwas mehr als ein Kilometer war, mit so kurzen Beinen und stetig bergauf ist das schon auch anstrengend. Wir motivierten ihn mit Eis, das es auf der Hütte sicherlich gäbe. 

Nach einer knappen Stunde waren wir oben auf dem Berg angekommen und suchten uns einen freien Platz in der Hütte. Es gab genau einen freien Tisch. Und kein Eis. Um Katastrophen (also einen Wutanfall ähnlich dem gestrigen) abzuwenden, gestanden wir Michel freie Wahl beim Gebäck zu, in logischer Folge aß er einen kompletten Riesen-Schokomuffin. Pippi aß zwei Maispinns, stillte dann ausgiebig und zog sich als Nachtisch eine komplette Banane rein. Wir tranken Kaffee und aßen Bulle und Käsebrötchen. Dann nochmal alle schnell Pipi (aufm Plumpsklo: ahhhhhh, ist das kalt von unten!!!) und wieder zurück, diesmal den längeren Weg (2,5 km). 

Michel rannte den größten Teil des Weges befeuert durch den Schokomuffin und zwei Gläser Saft den Berg runter, dass mir schon vom Zugucken ganz anders wurde. Ich trabte so gut es ging hinterher, rief ab und an, worauf er auch immer stehen blieb und mit rot leuchtenden Wangen auf mich wartete. Pippi schlief nach wenigen Metern wahrscheinlich wegen des Bananenvollen Magens ein und sah sehr niedlich aus, wie sie so das (extra dafür vorgesehene) Kissen vollsabberte:

  
Noch ein Selfie mit allen am See und dann weiter dem Kind nach den Berg runtergerannt. Im Endeffekt dauerte der Rückweg genauso lange wie der Hinweg und alle kamen rotwangig und aufgeräumt wieder am Auto an.

Zu Hause holten wir uns eine Pizza von dem Restaurant, wo wir am Mittwoch gewesen waren (wieder sehr lecker und nicht sooo teuer!), ich brachte Michel ins Bett, kochte sehr fix Gelee aus dem von der besten Freundin mitgebrachten Holundersaft und schaute dann mit der besten Freundin Tatort. 

Hachz. So könnte es öfter sein. <3