Tag 2214 – Erledigt, erledigt, erledigt…

Die To-Do-Liste wurde diese Woche gut abgearbeitet und immerhin 4 Überstunden abgefeiert. Trotz Sommerarbeitszeit! Ich bin stolz auf mich.

Leider ergaben sich aus 2 der Punkte („XYZ Dokument lesen“) weitere To-Dos („XYZ zu Checkliste hinzufügen“), nächste Woche wird mir also auch nicht langweilig.

Pippis Pass ist jetzt beantragt. Sie war sehr niedlich, selbst als sie zu Herrn Rabes Chef (wir waren auf dem Weg kurz in Büro, weil Herr Rabe was abholen musste) als allererstes sagte „DU BIST GANZ KAHL!“. Sie kennt nicht soooo viele glatzköpfige Männer, ähäm. Der Chef nahm das mit Humor, hat ja selbst Kinder, wenn auch wesentlich ältere. Leider war sie, solange wir nicht mit Fremden in Räumen waren, eher zum „versehentlich“ irgendwo vergessen, Michel auch und huff, was freue ich mich auf nächste Woche, wenn die BEIDE GANZTÄGIG aus dem Haus sind. Die Erwachsenen hier im Haus brauchen Urlaub von den Ferien. Das können Sie jetzt verurteilen, oder sie laufen erst mal ein bisschen in unseren Schuhen, gerne auch auf Probe, Herr Rabe und ich ziehen so lange ins Hotel, während Sie alles viel besser machen.

Ich habe endlich rausbekommen, wie sich Michel in seine Mobilbank einloggen kann, das scheiterte bisher an einem nicht zugesandten PIN und der Tatsache, dass Michel nicht von Nummern kontaktiert werden kann, die nicht in seinem Handy gespeichert sind (also die wir in sein Handy gespeichert haben), also auch nicht von der Bank, die versucht hatte, ihm einen Code zuzuschicken. Jetzt ist aber alles eingerichtet, Michel hat den Einmalcode in einen persönlichen PIN-Code geändert und zumindest kann er jetzt auch dem Handy seinen Kontostand nachschauen (viel mehr geht mit seinem Konto eh nicht, eigentlich geht nur Kartenzahlung in physischen Geschäften und Geld abheben).

Montag rufe ich diverse Zahnärzte an und mache Termine und vielleicht rufe ich auch das Impfzentrum an, auch wenn das keine Lust hat, Zweitdosentermine zu ändern und lieber nach einer diffusen Prio-Liste die Leute kurzfristig anruft, wenn sie mal Dosen übrig haben. Leider schreiben so ziemlich alle Medien, dass so ziemlich alle sagen, dass das Intervall verkürzt wird und das FHI sagt, alle sollen so schnell wie möglich Dose 2 bekommen. Die Angst vor Delta ist endlich in Norwegen angekommen. Ich bin sehr gespannt ob beispielsweise übernächste Woche mein Handy klingelt und ich spontan zu Dose 2 antanzen soll. Und wenn man dann nicht in 5 Minuten da sein kann, heißt es dann „wollte nicht“?

Wir werden sehen.

Tag 2213 – Bloß schnell schlafen.

Hurra, ich darf ganz offiziell wieder baden! Ich habe mich also in sehr warmem Wasser gründlich eingeweicht, die Haare mit Silbershampoo einwirken lassen und leider keine Tuchmaske gemacht, weil die ne halbe Stunde hätte drauf liegen müssen und ich befürchtete, dann dabei einzuschlafen. Nach der Badewanne war das Tape am Hals gut aufgeweicht und ging ganz leicht ab, darunter saß einiges an tote-Hautschüppchen-Schmodder, den ich erst mal wegrubbelte, bevor neues Tape draufkam. Nur noch 50 mal üben und dann ist das Tape der Woche bestimmt auch nicht mehr schief oder zu breit oder zu hoch oder zu tief.

Morgen machen wir einen Familienausflug nach Oslo, um Pippis neuen Pass zu beantragen. Aus Gründen fahren wir alle, yeah, das wird super, um 08:30 Uhr im Zug zu sitzen mit Allemann. Pippi wird einen richtigen Reisepass kriegen, weil, wie ich heute las, nach dem 1.1.21 ausgestellte Kinderreisepässe nur noch ein Jahr lang gültig sind, danach kann man die jetzt um jeweils ein Jahr verlängern, wenn man ein neues Foto mitbringt. Was ja sinnvoll ist, weil so sieht Pippi wirklich gar nicht mehr aus:

Oh! Kein Hals.

Jedenfalls ist mir das zu doof, jedes Jahr mit Mann und Maus zur Botschaft zu gondeln, deshalb gibt es jetzt einen normalen Reisepass für sie, mit 5 Jahren Gültigkeit. Einziger Nachteil: höhere Passgebühr und wir können den neuen Pass nicht gleich mitnehmen, weil den, im Gegensatz zum Kinderreisepass, die Botschaft nicht selbst drucken kann. Wir müssen also morgen auch noch irgendwo einen Haufen Briefmarken auftreiben, weil ich ebenfalls keine Lust habe, fürs Ausweis abholen in drei bis vier Wochen wieder nach Oslo zu fahren. Noch ist ja reines Homeoffice – und wenn kein Homeoffice mehr ist, sind unsere Büros nicht mal eben nebenan und so gloriose Öffnungszeiten hat die Botschaft leider nicht, dass man mal schnell vor oder nach der Arbeit da vorbei geht.

Deshalb mache ich jetzt das Licht aus. Die erste Arbeitswoche nach den „großen Ferien“ war ganz schön anstrengend.

Tag 2212 – Kinder, Kinder.

Pippi hat heute einen Test zur Vorbereitung auf die Schule gemacht, das war lustig, fand sie. Danach wurde sie beim Hort wegen nicht vorhergesagtem Wolkenbruch klitschnass und fand auch das total lustig. (Puh! Wenigstens ein Kind mag den Sport-Hort. Und ein Hoch auf Wechselklamotten.)

Michel kann nicht schlafen, aber vielleicht bald schwimmen. Weiß grad nicht, ob andersrum nicht vielleicht besser wäre.

Wegen Kinder und COVID-19 Langzeitfolgen: ich hab es selbst nur überflogen, weil ich es eben erst entdeckt habe, aber das hier ist vielleicht etwas beruhigend für alle besonders mit noch kleineren Kindern: Kings College Lancet.

Tag 2211 – Buh!

Wir haben heute ein neues Passfoto von Pippi machen lassen und sie sieht darauf aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Aber hilft ja alles nix, Freitag ist der Termin bei der Botschaft für ihren neuen Kinderreisepass. Ich bin gespannt, ob sie den dann auch unterschreiben muss, wie Michel (der hatte da immerhin die erste Klasse schon hinter sich, aber Pippi bekam ihren ersten Pass ja mit drei Wochen, der läuft jetzt also ab). Es ist auch an der Zeit, das halslose, blauäugige Minibaby gegen das ziemlich große Kind einzutauschen, das Pippi geworden ist. Genau wie Michel geht die Tendenz immer mehr zu Spargel und mit dem Schulranzen auf sieht sie von hinten aus wie ein Rucksack mit blondem Schopf und Stöckchenbeinen. Heute hab ich sie vom Hort abgeholt und sie wollte am liebsten gar nicht nach Hause, sondern weiter mit ihren neuen Freundinnen spielen. So muss das.

(Trotzdem hab ich gestern eine etwas pissige Nachricht an die Schule geschrieben, denn die einzige (!) Info, die wir überhaupt bisher über den Schulanfang hatten, nämlich in welche Klasse Pippi kommen soll und welche Lehrerin sie bekommt, stellte sich nun nach den Ferien als falsch heraus. Das ist geändert worden, ohne die Eltern zu informieren, man muss in das Schulportal gehen, um das zu sehen. Als Mutter, eines Kindes, das keine Überraschungen mag (nicht das betreffende Kind, aber trotzdem!) und die auch selbst keine Überraschungen mag, finde ich sowas nicht erbaulich. Und wer nicht Bescheid sagt, der ändert auch nichts, ne? Meckerlise for life.)

Ein zusammenhangloser Hinweis: angebrochene, sterile Medikamente (z.B. Injektionspräparate) bitte sofort anwenden und eventuelle Reste entsorgen. Nicht aufbewahren und erst recht nicht umfüllen, es sei denn, Sie tun das in einem Klasse A Isolator und füllen es in ein steriles Gefäß, dann können wir darüber reden. Sterilität ist nicht mehr garantiert, wenn ein Medikament angebrochen ist, es sei denn, die Verpackung ist dafür gemacht und validiert (zum Beispiel Mehrdosisbehälter mit Septum, wie sie beispielsweise für Impfstoffe verwendet werden). Das steht dann drauf, manchmal auch wie oft durchstechen das Septum aushält und gegebenenfalls mit welcher Nadelstärke. Unsterile Medikamente injizieren ist nicht cool.

Tag 2210 – Zurück im Homewerk.

Endlich wieder Arbeit, wo es seeeeehr ruhig ist zur Zeit. Lächerlich ruhig. Drei Inspekteurinnen sind da, eine macht parallel Kindergarteneingewöhnung, ist also eher wenig tatsächlich da. Ich hatte relativ entspannte 120 Mails in der Inbox, davon nichts mit Drama. Meine To-Do-Liste* ist zwar jetzt lang, aber gut machbar. Ich muss zwar bis Ende des Monats noch mal zusätzlich 12 Überstunden abfeiern und hatte bis heute Mittag keine Ahnung, wie das gehen soll, aber dann traute sich Michel nicht, allein beim Schwimmkurs zu bleiben** und ich saß eine Stunde in der Schwimmhalle herum, während Michel wirklich gut mitmachte und auch sofort Fortschritte machte und Erfolgserlebnisse hatte. Er kann jetzt auf dem Rücken treiben und dabei mit den Beinen paddeln, nach 45 Minuten Kurs. Vielleicht muss ich mir ja am Ende des Kurses tatsächlich keine so großen Sorgen mehr machen, dass er absaufen könnte.

Wird schon werden. Ich mag meine Arbeit ja immer noch sehr, aber nicht so sehr, dass ich meinem Arbeitgeber Stunden schenken möchte.

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* bester Artikel, der gestern bei NRK veröffentlicht wurde: wenn man unorganisiert ist und keinen Überblick über den Workload hat und man deshalb vorsichtshalber gar nichts sinnvolles tut, soll man *Trommelwirbel* sich einen Überblick verschaffen, mittels To-Do-Liste. Das schreibt eine Psychologin! Dann muss es stimmen. Erwarte nach „Unorganisierte sollten sich einfach organisieren!“ demnächst dann das allseits beliebte „Depressiv? Lach doch einfach mal!“ oder „Du hast Angst vor [Ding]? Aber [Ding] ist doch gar nicht gefährlich! Reiß dich zusammen.“ Es ist wohl echt Sommerloch, trotz Olympia.

** das klingt viel harmloser, als es war. Es war für alle Beteiligten schlimm, der arme Zwerg kämpft grad wirklich sehr mit seinem sich entwickelnden Gehirn. Umso besser, dass er dann Spaß und Erfolg hatte.

Tag 2209 – Niemals Symptome googeln.

Wie‘s mir so geht, wollen immer wieder Leute wissen (verständlich und lieb!).

Im Grunde gut. Ich habe, wie der Chirurg gesagt hatte, vor ein paar Tagen die Kalziumtabletten versuchsweise abgesetzt und habe keine Symptome von (erheblichem, akutem) Kalziummangel, da bleibt also nicht viel mehr als in wieder ca. 2 Wochen, wenn eh die Schilddrüsenhormone überprüft werden müssen, auch die Kalziumlevel zu checken, aber ich gehe mal davon aus, dass sich die Nebenschilddrüsen an ihre neue, etwas kahlere, Umgebung jetzt gewöhnt haben. Von den Narkosenachwirkungen, die die ersten Tage ziemlich fies waren, merke ich auch nichts mehr. Ich habe keine Schmerzen mehr, auch nicht beim Schlucken, auch nicht, wenn ich auf der Seite liegend schlucke (aus irgendeinem Grund war das etwas länger schmerzhaft). Die Narbe heilt, juckt nicht mehr, ist nicht mehr berührungsempfindlich, ich habe aber normales Gefühl dort. Das Gefühl, einen riesigen Kloß im Hals zu haben, ist schon deutlich weniger geworden, ist jetzt höchstens noch ein Grießklößchen und auch nur, wenn ich in gekrümmter Halshaltung sitze oder liege (Handynacken). Das einzige, was mich noch umtreibt, ist, dass meine Stimme nicht normal ist und ich nicht gewohnt viel und lange reden kann, dann wird sie müde und monoton. Mir fehlen nach oben noch ein paar Register und höhere Töne, auch beim Sprechen, sind nicht „spontan da“, sondern ich muss mich da rantasten. Ich merke, dass ich beim Sprechen dabei sehr viel presse, was vermutlich die Ermüdungserscheinungen erklärt. Beim Singen mache ich eine Art ungewolltes Glissando nach oben, um die Töne am momentanen oberen Rand meines Stimmumfanges überhaupt zu treffen.

Das habe ich gegoogelt und naja, also entweder ist der Kehlkopfnerv bei der OP verletzt worden, dagegen spricht aber, dass ich nicht heiser bin und auch nicht war. Auch eine Nervenverletzung wäre in den meisten Fällen transient und man gibt dem so ca. drei Monate, sagt das Internet. Oder es liegt einfach daran, dass da ordentlich ummöbliert wurde in meinem Hals, die Muskeln bei der OP weggezogen wurden, damit man an die Schilddrüse kommt und die Stimme unter anderem mit Muskeln zu tun hat, die die Schilddrüse bewegen und da ist ja nun nix mehr, also muss sich der Stimmapparat erst mal umgewöhnen. Auch dem gibt man laut Internet erst mal etwas Zeit.

So oder so werde ich das sämtlichen Ärzt*Innen, denen ich im Zusammenhang mit dieser OP noch begegnen werde, auf die Nase binden, vor allem, weil ich halt ganz und gar nicht weiß, wann ich mir Gedanken machen sollte. Das hätte man mir gut mal vorher sagen können, dass, auch unabhängig von der Intaktheit der Stimmbandnerven selbst, die Stimme anders sein kann.

Aber ein Gutes hatte das Googeln (außer der Beruhigung, dass es vermutlich weggehen wird, da es ja schon besser wird, nur halt langsam): ich weiß jetzt, dass Toiletten im Hals eine Möglichkeit gewesen wären und die habe ich schon mal nicht.

Und ansonsten, wie geht’s sonst so? Auch gut. Insgesamt gut, doch. Ich bin tatsächlich arbeitsreif nach den langen Ferien, und auch (vor allem?) Kinder-aus-dem-Haus-reif. Corona stinkt weiterhin*, klar. Vieles stinkt, Klimawandel usw., keine Frage. Aber wenn ich mal so ein bisschen Nabelschau betreibe, geht es mir grad** wirklich gut. Ich bin zufrieden mit mir*** und meinen Beziehungen****und meiner persönlichen Gesamtsituation so allgemein.

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* haben Sie mitbekommen, dass Norwegen in Bloombergs Pandemie-Rating auf dem 1. Platz gelandet ist? Jajaja, wir sind so supi hier. Da muss ich aber mal gesondert drüber schreiben, wenn ich in einer Rant-igeren Stimmung bin.

** gesehen auf die letzten ca. 2 Jahre (?)

*** je älter ich werde, desto besser kann ich mit meinen Eigenheiten leben

**** also denen zu Herrn Rabe und den Kindern, sowie meinen Freundschaften, ein paar sind es ja doch. Ein paar problematische Beziehungen hab ich natürlich auch, wer hat die nicht, aber die belasten mich zur Zeit nicht. Dito die kleineren und größeren Reibereien mit den MitbewohnerInnen.

Tag 2208 – Eigenes Bett ist bestes Bett.

Tatsächlich war das Schlafen in der „Podhytte“ sehr angenehm, trotz (oder wegen?) nächtlichem Regen, aber so eine richtige Matratze hat ja schon auch was. Vor allem in unserem *hust* fortgeschrittenen Alter, in dem man auch gar nicht mal so unbedingt den vom Freizeitparktag geschundenen Körper über eine Sitzbank in das halbhohe Hochbett wuchten will.

Aber schön war’s, insgesamt. Jetzt morgen noch Wäsche waschen und den letzten Urlaubstag genießen und dann geht es wieder los mit der Erwerbsarbeit, und Pippi fängt im Hort an, huiiii, so aufregend!

Tag 2207 – Affenbabys.

Vielleicht ist das Geheimnis, gut und ausreichend geschlafen zu haben, heute ging es jedenfalls bei allen irgendwie besser mit Tierpark und anderer Action. Oder es liegt am Wetter, das war heute super.

Jedenfalls, Fazit zum Kristiansand Dyrepark: Tierpark Hop, Freizeitparkteil eher Flop. Wenn man nicht riiiieeeesiger Kaptain Sabeltann-Fan ist, kann man den Teil vom Park gut überspringen. Der Tierpark ist aber wirklich schön und wir haben dann heute die Tiere nachgeholt, die wir gestern aus Wetter- und Schlangestehgründen nicht geschafft oder gesehen haben:

Die Giraffen waren gestern nicht draußen.
BABYLEMUR!!!

Achtung, es folgen ein paar Bilder mit unter anderem Schlangen (keine Spinnen, keine Insekten).

Schlangi!
Alli-alli-gatoah.
Chamäleon-Po.
Schlangi 2!
Missmutiger Frosch.

So, fertig mit Reptilien und Amphibien.

Die Capybara-Kinder waren mindestens so neugierig auf die Rabenkinder, wie umgekehrt.
Ein Herz für No-Bullshit-Tiere wie Capybaras und Hornfrösche.
Orang-Utan-Junges versucht unter Beobachtung durch die Mutter mit einem Stock nach dem Futter in der Kiste zu prökeln. Die Kiste hat ein Loch im Boden, die Affen müssen also die richtige Seite der Kiste mit dem Stock nach oben schieben, damit das Futter raus fällt. Mama Affe weiß das offenbar, Affenkind auch, aber Affenkind muss noch üben. Macht es auch, unermüdlich und die Mutter am Arm herumzerrend.

Orang-Utans sind vielleicht unter den coolsten Tieren der Welt, ich hätte denen stundenlang zusehen können. Ich muss wirklich aufpassen, die nicht noch mehr zu vermenschlichen, es drängt sich bei deren Verhaltensweisen wirklich auf.

Nach Affen und Reptilien hatten wir Eishunger, auf dem Weg kamen die Knie- und Ellenbogenpflaster zum Einsatz, die die kluge und fürsorgliche Mutter Rabe natürlich dabei hat um etwaiges Geschreul sofort im Keim zu ersticken.

Und nach dem Eis: Baden. Badeland: topp. Herr Rabe und ich wären gerne auch auf mindestens einer der drölfzig Rutschen gerutscht, aber das fanden die Kinder blöd und am Ende so eines Tages sind zumindest unsere Kinderüberredungskapazitäten aufgebraucht, also machten wir, was die Kinder wollten. Pippi wollte hauptsächlich in einem der Kinderbecken tauchen. Das Becken hatte sicher 28 Grad Wassertemperatur, ich saß da also einfach bis zur Brust drin und ließ Pippi tauchen, dabei dachte ich an wenig und wartete aufs Verschrumpeln, während mir die Sonne auf den Rücken schien (Ich sollte mir eine Sonnenbrille fürs sommerliche im-Wasser-sein anschaffen). Super gut war das. Das Becken hat außerdem eine der Attraktionen in klein: eine Art aufgeblasenen Hüpf-Hügel, der von oben die ganze Zeit mit Wasser begossen wird, und auf den man drauf klettern kann, um dann oben zu hopsen, runter zu rutschen und beim Rutschen zu bouncen. Das fand Pippi erst blöd und dann super. Wir badeten bis das Bad schloss (gestern waren wir hingegen um halb sechs alle so gar, dass wir die letzten eineinhalb Stunden sausen ließen). Ich hatte mir extra so Bandagen-Abdeckungs-Film gekauft, das hat zumindest heute sehr gut geklappt, nachdem ich gestern gelernt hatte, dass man die Schutzfolien von der mit 1 gekennzeichneten Seite wirklich zuerst abziehen sollte. Für ein optisch optimales Ergebnis, funktioniert hat es gestern auch, sah aber halt nicht hübsch aus. Leider bin ich gegen den Kleber von dem Film allergisch und hab jetzt Pickel am Hals. Etwas Schwund ist immer.

Also: Badeland lohnt sich, da ist für jede Alters- und Risikogruppe was dabei.

Den Campingplatz hingegen (Roligheden Camping) kann ich nicht wirklich empfehlen. Die Klos müffeln und es sind Unisex-Klos (Einzelkabinen), in einem Land in dem Kindern mit Penis von klein auf beigebracht wird, im Stehen zu pinkeln. Ihbah.

Ich freue mich auf zu Hause.

Tag 2206 – Uuuuuufffffff.

Ich gehe nie wieder einen Schritt.

Dieses Mal Freizeitpark ist wesentlich anstrengender als das letzte, keine Ahnung warum.

Hier ein Suchbild mit Löwe:

Ich muss sagen, für einen Tierpark (!) ist das hier wirklich ok, die Tiere haben alle sehr, sehr viel Platz vor allem die, die auch sehr viel Platz brauchen, und das führt halt dazu, dass man die meisten Tiere nicht sieht.

Wettermäßig heute leider eher scheiße, launemäßig hatten wir ein Kind, das dauernd vorrannte und ein Kind, das wir dauernd antreiben mussten und zwei Eltern sind jetzt sehr sehr müde und heiser vom ständigen rufen.

Was ich mir auch lieber gar nicht erst vorstellen will: wie voll der Park sein muss, wenn sie die Besucherzahl nicht begrenzen.

Morgen noch mal, mit laut Vorhersage besserem Wetter und Fokus eher auf Freizeit- als auf Tierpark.

Protipp für Eltern: wenn man mehrere Kinder hat, die NIEMALS irgendwelche Glücksspiele machen lassen. Wenn ein Kind gewinnt und ein anderes nicht, haben sie den Super-GAU.

Tag 2205 – Grüße vom Campingplatz.

Das Puzzleteil ist wieder aufgetaucht, es war in Michels Hosentasche, aus welchen Gründen auch immer.

Es ist ja aber typisch, dass ich in den Ferien ausgerechnet eine Nacht durchmache, wo ich am nächsten Tag nicht einfach bis ewig schlafen kann, sondern an dem wir eigentlich um 11 Uhr aufbrechen wollten, um 4,5 Stunden plus Laden nach Kristiansand zu fahren. Naja, aus 11 Uhr wurde aus diversen Gründen (unter anderem damit ich wenigstens so 4 Stunden geschlafen hatte) 14 Uhr und dann war auch noch Stau, aber jetzt haben wir unsere Planwagenähnliche Hütte bezogen, ein Würstchenabendessen abgehalten, die Sanitäranlagen inspiziert und jetzt schlafen die zwei völlig überdrehten Rübennasen hoffentlich gleich mal (und ich auch).

Die zwei haben sich dauernd in den Haaren, wenn die so weitermachen, könnte es gut sein, dass wir sie im Tierpark einfach irgendwo vergessen, bei den Erdmännchen oder so, hups, über die Mauer gefallen, gar nicht gemerkt.

Ich habe gestern das Pflaster gewechselt, todesmutig, weil es halt eh nur noch in der Mitte hielt. Hab mir das ganze beschaut, ja, auch Fotos gemacht, die sind auch nicht schlimm, aber manche Leute wollen frische OP-Narben vielleicht trotzdem nicht ungefragt sehen. Es sieht super aus, alles ist schön geschlossen, kein Faden ist zu sehen, es ist nicht sonderlich wülstig, und nachdem ich mit viel Geduld und viel Reinigungsöl gaaaaaaaanz vorsichtig die Pflasterreste entfernt hatte, auch nicht mehr verfärbt (diese durchsichtigen Film-Pflaster die man im Krankenhaus manchmal kriegt, werden irgendwann gelb, weiß ich jetzt, und die Haut darunter sieht auch gelb aus, das war bei mir aber nur Schmodder von abgestorbenen Hautschüppchen plus Pflasterkleber). Das, was für einen dezenten Frankensteineffekt gesorgt hatte, war wirklich nur getrocknetes Blut vom Nähen gewesen, und jetzt, mit neuem Tape drauf, sieht es so aus:

(Ja, asymmetrisch, das stört mich mehr als Sie, das können Sie mir glauben.)

Von den Einstichstellen für die Stimmbandnervstimulation sieht man schon gar nichts mehr.

Außerdem hab ich mich gestern gefreut, dass auch Musiker, die auf einem ganz anderen Level operieren als ich, mit Tonarten mit vielen Kreuzen oder bs kämpfen und fluchen. Achtung, Bratschenwitze, 40 Stunden am Tag.