Tag 890 – Kurze Schnipsel.

Schon spät und ich fühle mich tatsächlich schon müde (Tadaaaaa, Fanfaren und so!), deshalb heut nur Halbgares.

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Habe mir – aus Gründen – heute viele Gedanken zum Sport gemacht. Morgen gehe ich Ski fahren (Langlauf). Zusammenhang nicht ausgeschlossen und demnächst vielleicht mehr.

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Bei der Endokrinologischen Poliklinik gewesen. Kurz gesagt: die Medikamente schlagen an, aber dieses Mal wirken sie schon nicht mehr sooooo durchschlagend wie bei der ersten Runde. Auch deshalb wird auf jeden Fall kein drittes Mal damit behandelt. Ich soll mir Gedanken über eine „endgültige Therapie“ machen – also Entfernung der Schilddrüse. Außerdem habe ich eine Überweisung zur Augen-Poliklinik bekommen um abchecken zu lassen, weshalb ich auf Selfies ein Auge mehr offen hab als das andere, im Spiegel aber nicht. Insgesamt ein erfolgreicher Termin, denn mir klang noch die Aussage meiner Freundin in den Ohren (hat auch Graves): „Mir hat der Arzt in der Poliklinik gesagt, das kann oft wiederkommen, aber am Ende wird man gesund.“. Ich finde die bloße Vorstellung, die nächsten ~15 Jahre im 3-Jahres-Rhythmus Rückfälle zu haben, Monatelang am Rad zu Drehen, mit dem Gewicht Achterbahn zu fahren und immer die Angst, dass die Aufen betroffen werden könnten, total gruselig. Endgültige Therapie (mein Hirn will immer Endlösung draus machen, MACH DAS NICHT, HIRN!) klingt zwar auch nicht schön, aber allemal besser als das. Hmmhmm.

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Datum für die Defense steht fest: 22.06. Badumm, Tsss.

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Traf einen Kollegen und verquatschte mich im Flur: selbst als Post-doc hat er nicht mehr so richtig Bock auf Science. Unsere Arbeitsgruppe scheint Leuten die Lust an Wissenschaft zu rauben. Tjanun. Ich bin da raus. Selbiger Post-doc sagte übrigens, dass die Defense bei uns nicht mehr als sechs Monate nach der Abgabe SEIN DARF. Schön.

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Ich mag keine Anrufbeantworter und welche, die die Zeit zum draufsprechen auf 30 Sekunden begrenzen, erst recht nicht. Peinliche Nachricht hinterlassen: ohne Name (glaube ich) und mit vielleicht nur halber Telefonnummer wegen Zeit. Und dabei hatte ich wirklich nicht viel gesagt. Hrmpf.

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Auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause unseren Fahrradanhänger gefunden. Hingeworfen in eine Ecke. Weil es schon dunkel war, fand ich den Schiebebügel nicht, ansonsten ist das Ding aber im gleichen Zustand wie am Sonntag. Und soll ich Ihnen mal was sagen: diese Achtlosigkeit ärgert mich fast noch mehr als hätte ich demnächst ne finanziell schlecht gestellte Person damit ihre Kinder rumfahren sehen. Nicht fast. Es ärgert mich noch mehr, denn es ist rücksichtslos und gedankenlos und zeigt meinem Wertesystem den Stinkefinger.

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Genäht. Ich glaube, nachdem ich noch fünf Stellen nachgebessert hab, ist der eine Pulli endlich wirklich fertig.

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PMS heute deutlich besser. Hurra!

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Muss Schluss machen. „Mama? Banane. Ginkem.“

Tag 889 – Zäh und ätzend.

Ist es ein Kopfschmerz?

Ist es eine schlechte Laune?

Nein! Es ist PMS!

(Vermutlich.)

Es ist früh dran, wir werden sehen, wie lange es bleibt und wie dringend da der Handlungsbedarf ist. In jedem Fall besteht welcher. Ist ja auch ne Einsicht.

Jedenfalls machte es mir den Tag heute schwer. Haben Sie mal versucht, alles hassend, allen voran sich selbst!, Bewerbungen zu schreiben? Wenn’s nur irgendeine gewesen wär, aber diese hier war mir wichtig und die werde ich modifiziert auch noch mehrmals an das gleiche Unternehmen schicken, denn da sind mehrere sehr ähnliche Post doc-Stellen ausgeschrieben. Und die heute, die erste, das ist die beste von denen und das Unternehmen ist jetzt aber auch nicht grad bekannt dadurch, Underachiever einzustellen, also: hui. Huiuiui. Ich habe schlussendlich nach Mittagessen, Dusche, drei Kaffee und einer Kopfschmerztablette doch noch etwas geschafft, mit dem ich zufrieden bin. Ich würde mich einstellen – und das sage ich nicht oft. Aber der Weg war steinig heute.

Dazu kam:

  • Mahnung über die längst bezahlte Miete.
  • Nervige Korrespondenz mit der Mietmakleragentur, über die die Wohnung hier gemietet ist. Fazit: Verlängerung nur um zwei Monate (bis Ende April) möglich, danach muss ein neuer Vertrag her, mit dem wir uns dann wieder eine ewig lange Kündigungsfrist ans Bein binden.
  • SAS stellt sich quer, mich für die gecancelten Flüge zu entschädigen.
  • Nachricht, wann meine Defense sein wird: am 22. *grobe Flüche einfügen* JUNI. Aus Gründen, aber: ALTER!!! Das sind noch mehr als 5 Monate, what the actual eff. 5 Monate, um wirklich sicher zu gehen, dass ich verrückt werde. Ich hasse es. In Kombination mit dem zweiten Punkt besonders prickelnd.

Darf ich in meiner pessimistischen, misanthropischen Grundhaltung mal kurz was prophezeien? Nein? Mir egal: die Versicherung wird nicht für die gestohlenen Sachen aufkommen, die Firma mit dem vergeigten Vorstellungsgespräch nicht für die Reisekosten aufkommen, SAS wird einfach weiter behaupten, das Wetter war schuld und das Restaurant wird am 22.06. nicht können, weil die Cousine des Schwagers des Inhabers da heiratet. Und Job kriegen/Umziehen/KiTa-Plätze besorgen wird die Hölle auf Erden.

So, dann wäre ich jetzt bereit, mich positiv überraschen zu lassender wenigstens sagen zu können: tja, hab ich ja gesagt, dass es so kommen wird.

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Auto-Lobhudelei: Bewerbung geschrieben, nur kurz wegen des Datums für die Verteidigung geheult, nichts angezündet.

Tag 888 – Tatsächlich ein Tag für Schnaps.

Heute morgen, es war alles etwas hektisch. Gestern Nacht hatte es so laut* gestürmt, dass ich vor irrationaler „Ach du kacke, was, wenn der Wind die Fenster eindrückt/den riesigen Baum umwirft/Flugzeuge aufs Dach pustet?!?“-Gedankenmacherei nicht so richtig entspannt geschlafen habe. Jedenfalls kam ich mit Pippi und dem Auftrag „setz‘ sie schon mal in den Anhänger“ die Treppe runter und stolperte fast über das Stützrad vom Anhänger. Das lag da einfach auf dem Boden rum, mitten im Weg. Moment? War es vom Anhänger abgefallen? Das macht keinen Sinn, das ist da mit so nem verfluchten Schnappbolzen, der mich schon einige Fingernägel gekostet hat, dran fest gemacht. Dran fest – aber wo?

„Äh, Felix? Ist geklaut!“ rief ich ins Treppenhaus wieder hoch.

Damn. Ist tatsächlich in der Nacht, in der eh alles klapperte und dengelte und laut war, in unseren Hausflur eingebrochen und hat den Anhänger geklaut. Den ollen, auseinanderfallenden Anhänger, den ich in ein paar Monaten, wenn wir egal wohin umziehen, auf den Schrott gebracht hätte, weil der echt zu kaputt zum Verschenken ist! War. Ist. Dafuq? Ich nehme an, der (einzelne) Mann (oder die Frau mit sehr großen Füßen) hat ihn an Herrn Rabes Fahrrad (Jupp…) gehängt, um meine ja doch schwere Fahrradbatterie (Aaaargh!) zu transportieren. Der Fahrradcomputer (Augenrollen) ist ja klein, der passt in die Jackentasche.

Weshalb ich annehme, dass es ein Mann war. CSI Trondheim ermittelt.

Wir haben jetzt also keinen Fahrradanhänger mehr und kein Fahrrad, das zu 100% einsatzbereit ist. Der Kinderwagen steht in der Wohnung (alter, der hat über 1000€ gekostet, das ist dem vielleicht nicht bewusst gewesen oder er hatte keine Möglichkeit, ihn mitzunehmen, aber: Puh!), die Kinderfahrräder und Schlitten wandern gleich noch in den Keller. Die Hintertür wird repariert, ich werd vermutlich auch heute Nacht nicht so ganz toll schlafen und muss mich zusätzlich zu allem anderen nun auch noch mit Polizei (Anzeige heute direkt erledigt, die Polizei macht da genau gar nix, leitet es aber immerhin direkt an die Versicherung weiter) und Versicherung rumschlagen, mein Rad reparieren lassen (die Batteriehalterung ist, da die Batterie ja abgeschlossen war, durch die grobe Gewalt einfach zerbrochen) und den Kindern, vor allem Michel, versichern, dass das gar nicht schlimm ist, dass die Polizei die Diebe nicht einfängt. Dabei finde ich das ja auch zwar verständlich, aber schlimm.

Achgnarfz. Jetzt ist dann auch mal genug Mist passiert, für die nächsten, hmmm, drei Jahre ca.

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Auto-Lobhudelei: einen Teil der Wut in Energie umgemünzt und Bewerbungen quasi am Fließband generiert. Tjanun, wenn die Stellen super ähnlich sind, nur einmal mit øko vorne (und je einmal befristet/fest angestellt), und ich von beidem keine Ahnung hab und deshalb auf meine außerordentlich schnelle Auffassungsgabe und mein Engagement und meine Motivation, meine Fähigkeiten zum Wohle der Gesellschaft/Umwelt einzusetzen poche, dann geht sowas fix. Außerdem will das NAV (Arbeits-/Sozialamt) halt ne bestimmte Anzahl an Bewerbungen sehen und ich weiß nicht, ob diese Anzahl die internationalen mit einschließt, also: auf, auf. Ging heute recht gut.

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*ja genau. Ein Teil des Lärms war gar nicht der Sturm.

Tag 887 – Familienbett-Rant.

Auch, was war das schön, damals, als Michel ein Baby war. Er schlief im von Herrn Rabe selbst gebauten Beistellbett direkt neben mir. Meistens lief es so ab: Michel wurde gestillt, gewickelt und dann in seinen Schlafanzug gepackt, eingepuckt, ins Bett gelegt und schlief dann recht fix ein. Wir konnten sogar rausgehen, während er noch wach war. Übers Babyphone hörte man exakt nichts und irgendwann tiefe Babyschnaufatemzüge. Ich klopfte mir feste auf die Schultern und fand, ich müsste ja alles richtig gemacht haben, dass mein Baby so super einschläft. Auch wenn er natürlich nicht durchschlief, ich stillte mehrmals nachts, aber da ich damals noch nicht raushatte, wie man im Liegen stillt, war ich ja eh jedes mal wach und legte ihn, sobald er satt war, wieder in sein Bett zurück. Später bekam er die Flasche nachts, aber auch der Mann legte ihn nachts wieder zurück. Als Umzugsvorbereitung wollten wir eine Beistellbettentwöhnung machen und stellten sein neues Babygitterbett immer weiter von unserem Bett weg. War auch kein Problem.

Dann zogen wir nach Norwegen, alles war furchtbar aufregend, Michel schlief quasi mit Kindergartenanfang gar nicht mehr und schon gar nicht in seinem Bett. Stunden, wirklich Stunden im Plural und GROß verbrachten wir als Einschlafbegleitung neben dem selben versch*ssenen Babybett, in dem er doch in Deutschland noch prima geschlafen hatte. Und er schlief nicht. Er erzählte, stand wieder auf, rüttelte an den Gittern, hopste in seinem Schlafsack. Wir bauten die Gitter ab, weil wir dachten, dass er sich vielleicht eingesperrt fühlt. Er hopste nicht mehr, war aber trotzdem nach dem Hinlegen noch ewig wach und laberte uns Knöpfe an die Backe. Wir sangen, wir lasen vor, wir verhielten uns möglichst langweilig und nicht-responsiv, NICHTS half. Und immer wenn er dann eingeschlafen war, ging der Zirkus nach maximal zwei Stunden von vorne los. Gerne auch mit Brüllen. Ich glaube, es dauerte keine drei Wochen, bis wir die Segel strichen und Michel, wenn er nachts wach wurde, zu uns ins Bett holten. Wo er dann mehr oder weniger gut weiterschlief, aber allemal besser als in seinem Zimmer, wo ja jemand dann auch auf dem kalten Fußboden neben ihm hocken musste. Stundenlang. Interessanterweise konnte er ab da auch besser einschlafen – war ja eh nur für ein paar Stunden. Nach einem viertel Jahr ca. Hatte Michel raus, dass er auch einfach zu uns kommen kann, statt uns übers Babyphone wachzubrüllen uns sich holen zu lassen. Und kam fortan von selbst in unser Bett gekrochen. Heute weiß ich: das war der Anfang vom Ende. Damals dachte ich: Der wird schon nicht für immer in unserem Bett schlafen wollen.

PUSTEKUCHEN! Dieses Kind wird vermutlich auch noch mit 15 seine*n erste*n Partner*In mit in unser Bett schleifen! Ich kriege bekanntermaßen schon bei zu viel Nähe zu viel und dann ist das ja nicht nur Nähe! Familienbett, das klingt kuschlig und nach süß duftenden Babyfüßen und kleinen Babynasen, die niedlich rumschnaufen. Vergesst es! Familienbett ist kleinkindliches Zähneknirschen, Schnarchen wegen vergrößerter Polypen, Füße, die sich in den Unterhosenbund mogeln und dann mit den Zehen das Gummi schnippen lassen, Hände mit rasiermesserscharfen Fingernägeln, die sich unter den Rücken schieben, Beine, die sich auf volle Blasen legen, Arme, die einem volle Möhre in das schutzlose, weil verdammt noch mal schlafende Gesicht hauen. UND DABEI SCHLAFEN DIE! Es kommt noch das nicht-schlafen hinzu, wenn man dann nachts direkt ins Ohr gebrüllt bekommt, Banane verfüttert, das Bett abzieht, weil unverdaute oder verdaute Flüssigkeiten drin gelandet sind, wenn man mit Wutanfallzwergen wrestelt, die mit allen Vieren auskeilen, weil ihnen hinter dem rechten Ohr was juckt und sie das nicht mitteilen können, weil sie mit „NEIIIIN!!! NEIIIIIN!!!“-Brüllen beschäftigt sind. DAS, meine Lieben, ist Familienbett. Und ich sag das jetzt mal nicht durch die Blume: Sex hat man auch nur noch alle Jubeljahre. Einstmals hatten Herr Rabe und ich ein erfülltes und reges Sexleben. JETZT HABEN WIR DAS GOTTVERDAMMTE FAMILIENBETT! Was ein Tausch! Lose-lose! Ich höre schon die süffisanten „also man kann ja nicht nur im Bett…“-Kommentare, und soll ich euch was sagen: Das geht euch nen Scheiß an, wo ich gern Sex habe. Solange das nicht auf Eurem Küchentisch ist, jedenfalls. Und im Übrigen ist für mich das Bett nicht nur ein Ort für entweder Schlafen oder Sex. Ich kuschle zum Beispiel gern mit dem Mann. Ja, das können wir auch auf dem Sofa. ABER DAS IST NICHT DAS GLEICHE! Ich habe auch große Teile meiner Master- und kleinere Teile meiner Doktorarbeit im Bett geschrieben. Weil das Bett der beste Ort der ganzen Welt ist! Ich lese da, ich regeneriere da und all das geht nur mittelgut, wenn ich auf 20 cm an den Rand geschoben werde und mir „ööhnnnn, öhnnnn!“ Ins Ohr gestöhnt wird, weil mein funzliges Leselicht an ist und man da ja nicht schlafen kann. Kleiner Tipp, Kind: in deinem eigenen Bett ist Platz und es ist dunkel und keiner atmet für deinen Geschmack zu laut!

Was ich auch nicht mehr hören kann: Ihr braucht ein größeres Bett. Nein. Dieses Kind würde auch in einem doppelt so großen Bett auf mir drauf liegen wollen. Dann wären eben 2 m Bett leer, 1 m Herr Rabe, 20 cm Michel und ich. Noch so was: macht doch ein Matratzenlager! WIE WOHNLICH! Und so gesund! Matratzen auf den Boden legen ist mindestens wegen Rücken, aber auch wegen Schimmel eine echt schlechte Idee. UND ICH WILL DAS AUCH EINFACH NICHT! Das ist mein Schlafzimmer, mein Tanzbereich, es reicht, dass alle anderen Räume von den Kindern gekapert sind und ich noch mindestens 10 Jahre drauf warten darf, alles wieder so einzurichten, wie ich das will (ich werde mindestens 5 Jahre lang in sterilen, weißen und äußerst karg eingerichteten Räumen leben. Im Wohnzimmer möchte ich eine Badewanne mit Löwenfüßen und eine lila Chaiselongue, der Rest bitte weiß und WENIG! Das wird schön). Es wird in meinem Schlafzimmer kein Matratzenlager geben, fertig.

Was übrigens fast das allerschlimmste ist: ich kann noch nicht mal sagen, dass ich was falsch gemacht hab. Oder besser, wir was falsch gemacht haben. Denn Pippi, die von Anfang an das Beistellbett blöd fand und Schlafsäcke und einpucken auch und die deshalb schon als Minibaby (OH SCHRECK!) direkt mit uns im Bett schlief, die schläft inzwischen im Grunde recht gut in ihrem Bett ein und oft auch durch (minus Bananenhunger). Das war ne harte Woche und dann ging das. Michel hingegen, wenn der nachts wach wird (meistens weil er pullern muss, manchmal aber auch WEIL NIEMAND DA IST MIT DEM ER KUSCHELN KANN) und wir auch nur versuchen, ihn in sein Bett zurückzubringen, fängt er an zu weinen und schläft dann einfach nicht wieder ein, wenn wir ihm sagen, dass wir uns zum Einschlafen zu ihm legen. Der ist so stur, oder hat so viel Angst, allein gelassen zu werden (wohlgemerkt während Pippi unter ihm im Bett ihre nicht-so-super-niedlichen Kleinkindschnarcher von sich gibt), der kann sich dann ewig halb wach halten, alle Antennen auf Empfang, und sobald wir aus dem Bett kriechen, kommt er hinterher. ICH. WERD. IRRE! Aber das andere Kind hat die Kurve ja prima gekriegt, alleine schlafen können scheint also auch wieder so eine Typ- statt einer Erziehungssache zu sein und ich wette, Michel gehört zu den Kindern, die dafür eben länger, so ca. bis zum Auszug, brauchen. Kommt mir nicht mit Hirnentwicklung, ey.

Es muss aufhören, dieses Familienbett, denn ich hassehassehasse es. Hartes Wort, dreimal wiederholt, weil: so isses halt.

Tag 886 – Chill mal.

Heute quasi nix gemacht. Und das, vor dem mir am meisten graute: mit Pippi (aka. the Motzmaus aka. Trotzkind aka Die-Stur-Wie-Ein-Stier-Ist) alleine den Wocheneinkauf machen, war dann ganz entspannt und lustig. Tja, aber so hat man halt nix zu schreiben… Ist das jetzt schlimm, frage ich mich, müsste ich mehr schreiben, laufen mir die Leser*Innen sonst davon? Ist es Zeit für Nacktbilder oder wenigstens Bjutivideos? Elternsex im Familienbett, aber erst wenn alle geimpft sind?

Und dann denke ich: nee. Das ist ja hier mein Tagebuch, an manchen Tagen passiert nichts bahnbrechendes und manchmal (heute) sind das sogar die besten Tage von allen.

Und ein Durchbruch ist mir heute ja doch gelungen: ich habe endlich eine perfekt zu mir passende Foundation(-farbe) gefunden. Also, genau genommen, zu meiner wirklich unfassbar hellen, blaustichig-rosanen, fast durchsichtigen Winterhaut. Es ist – Überraschung! – die hellste Nuance. Badumm, Tss, wer hätte es gedacht. Die Verkäuferin jedenfalls nicht, die meinte schon zu der eine Stufe dunkleren (und dann auch noch mit gelben Untertönen, herrje, damit sehe ich wirklich wie ein Gouda aus), die sei vermutlich noch zu hell. Aber so sieht man jetzt keinen Unterschied mehr zum Dekolleté/ den Schultern und so soll es ja sein. Und aus jux und dollerei habe ich mir dann einfach mal ein samstägliches Gemütlichkeits Make-Up gemacht, mit dem ich auch im Supermarkt kaum auffiel.

(Get the party startet.)

Jetzt noch blaue Haare und die dann wieder in ne Frisur.

Auch im Bild, aber schlecht zu erkennen: mein einer neu genähter Pulli. Über den (und andere neue Teile) werde ich noch mal gesondert schreiben.

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Auto-Lobhudelei: gechillt, Herrn Rabe eine Sache mitgeteilt, die mich an unserem Zusammenleben grad stört* und relativ wenig die Kinder angemeckert.

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*Es gibt in unserer Beziehung zwei Arten, wie Konflikte ausgetragen werden: entweder, es schwelt ewig und beide meinen, der andere könnte ja mal was merken und dann kommen ab und an mal schnippische Kommentare und passiv aggressives Verhalten und dann hat man ja ein bisschen Dampf abgelassen und es schwelt wieder ewig und wenn sie nicht gestorben sind, dann zicken sie sich noch heute an; oder, das passiert wesentlich seltener, es ist so wichtig, dass es aus einem von uns (ok, mir) sofort Vulkanartig herausbricht, es wird sich angebrüllt, mit Türen geknallt und geheult und dann redet man drüber und findet eine Lösung und dann ist es das gewesen. Aus meiner Herkunftsfamilie kenne ich eigentlich nur letzteres, Herr Rabe aber nur ersteres. Ich versuchte heute morgen einen neuen Ausweg aus der ersten Variante zu finden, ohne irgendwann Weg 2 einzuschlagen.

Tag 885: 12/2 von 12.

Es ist der 12. Januar und das bedeutet: Caro von Draußen nur Kännchen sammelt unsere 12 Bilder!

Hier gab es heute nur 6, weil der Tag müde und bescheiden war und ich dann am Ende auf dem Sofa einschlief. Aber fangen wir von vorne an.

[ohne Bild]

Der Wecker klingelt, ich liege mit Pippi in Michels Bett, Pippi hat in 2-Stunden-Intervallen wie am Spieß gebrüllt. Ich schalte offenbar im Tran alle meine Wecker aus und schlafe wieder ein.

[ohne Bild]

Pippi seufzt und drückt – sie pullert. Mich an, denn die Windel läuft aus. Ich bin dann wach (um 08:15 auch allerhöchste Zeit) aber huiii, meine Laune.

[ohne Bild]

Ich bin richtig fies zu den Kindern, die sich beim Anziehen und Frühstücken wie immer viel Zeit lassen. Pippi schmaddert sich außerdem so gründlich mit Joghurt zu, dass ich sie komplett umziehen muss. Es bewahrheitet sich auch ein mal wieder: selbst, wenn ich mich nur anziehe und Zähne putze, nicht meine Haare wasche oder mein Gesicht irgendwie auch nur anfasse, brauchen wir ne Stunde bis aus dem Haus. Was sich auch bewahrheitet: in der Stunde ist dann keine Zeit für Kaffee und dann bin ich gar kein Zombie, sondern ein tollwütiger Terrier.

Nach einer Nacht mit permanent brüllendem und um sich tretendem Kleinkind werden das heute vielleicht 12 Shades of Aggro. Dies ist außerdem mein 1. Kaffee. #1von12 von #12von12

[ohneBild]

Wütend und frierend sitze ich auf dem Sofa und sabotiere mich selbst im Bewerbung schreiben.

Mittagessen. Ok, Frühstück. #2von12 von #12von12

Ich backe dann auch noch Brötchen, nach diesem Rezept, den Poolish hatte ich gestern Abend angesetzt, dann muss der halt weg.

Brötchen in the making. Symbolbild. #3von12 von #12von12

Ich tue dann auch noch so als würde ich arbeiten:

Esstisch-Office. #4von12 von #12von12

Aber in echt mache ich nichts produktives, dödele herum, twittere und Backe zwischendurch. Ich telefoniere mit einer HR-Frau und kriege schlechte Nachrichten von der Fakultät: möglicherweise wird meine Defense erst Ende Mai oder im Juni sein. Das wäre… schlecht für meine Nerven. Ich darf aber auch nichts selbst unternehmen, weil ich die Opponenten nicht kontaktieren darf. Wie man weiß, kann ich mit so Ohnmachts-Situationen voll gut umgehen.

Brötchen! #5von12 von #12von12

Da sind sie fertig. Ich gehe duschen, in der Hoffnung, dass ich mich danach besser motivieren kann und nicht mehr sehnsüchtig zum Bett schiele.

Selbst wenn ich gar nicht aus dem Haus gehe: mit den beiden hier fühle ich mich doch mehr wie ich selbst. #6von12 von #12von12

Tja, und dann war ich grade fertig und top-motiviert (najaaa…) da rief Herr Rabe an, ob ich die Kinder abholen kann. Seufz. Na klar.

[ohne Bilder]:

Kinder abholen, Milchreis kochen, Dinozug anmachen, essen, Wutausbrüchen heute mal wegen echt dünner Nerven* aus dem Weg gehen, statt auszuhalten und dann kam Michel an, als er sich abgeregt hatte und kuschelte sich an und dann sind wir beide eingeschlafen.

Ein irgendwie käsiger Tag.

Und weil Fristen ablaufen, muss ich am Wochenende wenigstens eine Bewerbung schreiben.

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*Als ich dreizehn war, hatte meine Mutter schon seit langer Zeit einen Freund. Zum Essen gaben wir uns immer die Hand und sagten alle einen Spruch auf, in dem wir uns einen guten Appetit wünschten. An dem Tag wollte ich nicht, also nicht ihm die Hand geben. Es gab Milchreis mit Kirschen und ich war halt pubertär motzig und wollte mal wieder klar machen, dass dieser Typ mir nichts zu sagen hätte. Ich weiß nicht mehr, was ich sagte, aber danach stand er hinter mir und knallte mir links, recht, links, rechts eine, auf die Ohren (zum ersten und einzigen Mal, meine Mutter hat ihn danach vor die Tür gesetzt). Dann nahm er wutschnaubend seinen Teller um ihn mit nach oben in sein Zimmer zu nehmen, überlegte es sich im Flur aber anders und warf den Teller mit voller Wucht gegen die Wand. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft, wie meine Mutter versuchte, die Kirschflecken vom pfirsichfarbenen Strukturputz zu waschen. Am Ende haben wir die Stellen übergestrichen. Und Milchreis mit Kirschen ist bis heute ein echt schwieriges Essen für mich. Obwohl ich das sehr gern mag.

Tag 884 – So groß.

Michel kommt dieses Jahr in die Schule. Jedenfalls, wenn wir in Norwegen bleiben. Jeden Tag erinnert mich ein Zettel am Kühlschrank daran. Darauf steht: Du, Michel Rabe, hast einen Platz in der Schule um die Ecke.

Pippi macht wieder einen Entwicklungsschub durch. Dieses Mal wohl sprachlich. Sie reden in ganzen Sätzen (mit konfusem Satzbau, aber so what) und kann Vergangenheit und Zukunft benennen, und elementare Gefühle von anderen beschreiben. Leider geht auch dieser Entwicklungsschub mit Brüllerei und Trotzanfällen allererster Güte einher, aber das kennen wir ja auch schon.

Michel hat jetzt schon zwei mal bei seinem besten Freund übernachtet.

Pippi zählt. Ein, fei, dei, sju, åtte, ni.

Michel liest, ein bisschen jedenfalls. Auf jeden Fall sitzt er schon gerne irgendwo und guckt sich Bücher an. Und er kann die meisten Großbuchstaben erkennen und sehr, sehr langsam auch Wörter daraus zusammenbasteln. Auch diese Entwicklungen: Lesen, woanders schlafen, bald Schule (und die Sache mit dem Umzug macht ihm auch jetzt schon riesige Sorgen), sind nicht ohne Nebenwirkungen und wir waschen jetzt wieder öfter mal Bettwäsche, halten mehr oder weniger gut Wutanfälle und Gebrüll und Trotz und Verzweiflung aus und haben nur wenig Platz in unserem Bett.

Ach ja. Same, same, but different.

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Auto-Lobhudelei: im Bewerbungs-Soll, noch nichts angezündet, sogar wo angerufen (aber die Dame war nicht da). Aber angerufen! Mit einem Telefon! Bereit, mit richtigen, echten Menschen zu sprechen!

Tag 883 – Laaaaangweilig.

Heute:

  • 1 Bewerbung geschrieben
  • Bank- und Finanzplanungskram erledigt
  • 2 Brote gebacken
  • 1 Schnittmuster (aus Papier) zusammengebastelt
  • Wäsche zusammengelegt, aufgehängt, verräumt, in den Trockner gesteckt…
  • Suppe versalzen*
  • Pippis Wutanfall** im Kindergarten ertragen ohne auszuflippen

War aber alles eher lahm, nix spannendes, oder vielleicht kommt mir das auch einfach nicht so besonders fancy vor. Das Hausfrauenleben.

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Auto-Lobhudelei: Ich bin soweit im Soll mit meiner Planung und habe noch nicht völlig resigniert. Yeah.

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*Jaaaa, natürlich bin ich verliebt! Was sonst. Seit >10 Jahren in den Selben.

**Der goldene*** Pädagogenpreis geht heute an die KiTa-Betreuerin, die mir beim Abholen lang und breit von Pippis Wutanfall beim Mittagessen erzählen musste, während Pippi daneben stand. Unter Nennung aller relevanten Stichworte, wie zum Beispiel „Joghurt“ und „hatte keinen“. Ich durfte dann das Re-Enactment ausbaden.

***aus Pappmaché, das liebevoll um eine Plastikflasche geklatscht und mit schadstoffarmer orangener Farbe ungleichmäßig und nicht-deckend angesprüht wurde.

Tag 882 – Lilashampoo ist kein Spielzeug!

Heute Nachmittag, nachdem ich heute früh mal nachgehakt hatte, kam mein bestelltes Lilashampoo an. Ich hatte ja bei einem Versender für Beauty-Krams bestellt, da bin ich dann, wie eigentlich immer, den Bewertungen gefolgt. Und das hier sollte sehr gut gelbtöne neutralisieren, deshalb kaufte ich es. Und probierte es eben aus. Und ich sag mal so: ALTAAAAAAA!!!

Hier die Flasche*:

Vorher gülden:

Mittendrin**, nachdem ich versucht hatte, mir die Hände wieder sauber zu schrubben, die komplett lila geworden waren, weil ich gedacht hatte, aaaaach, Shampoo, was soll das schon tun???

Nachher:

Und hier noch die Ecke, an der ich nicht so gründlich mit dem Auftragen war, weil ich ja auch dachte, aaaach, Shampoo, WAS SOLL SCHON PASSIEREN???

Hell, yeah. Blau kann kommen.

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*Selbst gekauft, keine Werbung.

**Das Internet hat gesagt, man kann das ruhig ne Stunde drauflassen. Ich wollte 30 Minuten ausprobieren, aber dann wurde Pippi wach und es wurden doch 40. Jedenfalls ist das Internet schuld.

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Auto-Lobhudelei: mich dazu gezwungen, zwei Bewerbungen zu schreiben.

Tag 881 – So war’s auf der Hurtigruten.

Ich hatte ja einen abschließenden Bericht zu unserer Fahrt mit der MS Trollfjord versprochen. Und so sei es denn!

(Awwww… Ja, hübsch ist es stellenweise schon. Aber: Sonnenuntergang um halb drei.)

Erst mal, wie es dazu kam.

Herr Rabes Vater ist im November 80 geworden. Da gab es natürlich eine große Feier und ich war mit den Kindern allein daheim und drehte am Rad größere Geschenke als gewöhnlich. Ein paar Wochen vorher kam meine Schwägerin mit der Idee, doch im Januar mit der Hurtigrute von Bergen nach Kirkenes zu fahren. Da gäbe es nämlich Sonderangebote. Wir hätten dann in Trondheim zusteigen und bis Kirkenes mitfahren könnendürfensollen. Ich war aus mehreren Gründen dagegen, mitzufahren und eigentlich auch gegen die Sache an sich, denn

  • Das war immer noch sehr weit entfernt von billig, für den Preis von einer Woche Kreuzfahrt waren wir 4 Wochen auf Korfu, und da waren die Flüge von Kirkenes zurück noch nicht mit drin
  • Im Januar geht ab 400 km nördlich von hier die Sonne gar nicht mehr auf man sieht von der tollen Küstenlandschaft (die auch nicht sooooo abwechslungsreich ist) herzlich wenig
  • Es ist saukalt. Man möchte nicht im Januar im Schnee(-matsch) Norwegische Kleinstädte besichtigen. Ich möchte das jedenfalls nicht

Die Familie entschied das aber ohne mich und so ging es für den Schwiegervater und meine zwei Schwägerinnen und meinen Schwager am 1. Januar in Bergen los. Eine Kollegin von mir hatte gesagt, dass die Preise last Minute oft noch mal reduziert sind (das Boot fährt ja eh, ob nun leer oder nicht ist ne wirtschaftliche Frage) und so entschieden wir uns Ende Dezember, doch mitzufahren, aber nur eine Nacht. Dabei hatten wir uns noch einen in die Tasche gerechnet, weil zwar die Mitfahrt deutlich günstiger ist, aber die Vollpension natürlich nicht. Mööp. Michel zahlt auch keinen krass reduzierten Preis mehr. Dadurch war das Ganze eben doch… nicht gerade günstig. (Ich war auch gar nicht voreingenommen, merkt man, ne?)

Aber vielleicht war’s ja ganz toll?

Najaaaaa…

Auf dem Boot sind halt zu 70% deutsche Rentner*Innen, zu 25% norwegische Rentner*Innen und die restlichen 5% verteilen sich auf Familienmitglieder von Rentner*Innen und Deutsche, die „ICH WILL NORDLICHTER SEHEN“ genauso gut auf ihre Jack-Wolfskin-Outdoorjacken drucken könnten, würde das nicht die wasserabweisende High-Tech-Membran (mit breathable Dings und schau mal, ne Innentasche!) zerstören.. Die Crew war zwar überaus kinderfreundlich, und die Rentner*Innen eigentlich auch alle, aber so richtig Funfunfun ist das eben nicht, weder für die Kinder noch für die Eltern der gelangweilten Kinder. Wenn ich das so mit den großen Color Line Fähren vergleiche… mega lahm. Es gibt zwei Whirlpools – auf dem Aussichtsdeck. Draußen. Wir erinnern uns? Saukalt. Also auch das jetzt eher nix für Kinder. Eine 2 qm Spielecke. Eine Bar, die selbst für Norwegen extrem hohe Preise hat (200 Kronen für 2 Bier). Es gibt ein Unterhaltungsprogramm mit so unfassbar witzigen Dingen wie der Polartaufe (eine Kelle Eiswasser in den Nacken, IN DEN KRAGEN, ich hätte sie wohl ernsthaft mit der Eiswasserkelle erschlagen, wäre ich da gewesen. Es wundert mich auch, dass da noch nie ne Omi mit Kreislauf zusammengebrochen ist) beim Überqueren des Polarkreises. Für den wirklich saftigen Preis der Vollpension bekommt man: Mittagessenbuffet (ok), Abendessen a la Carte (gut, aber recht wenig für Leute mit Schilddrüsenproblemen etwas größerem Hunger), keinen Wein dazu (geschenkt, obwohl im Preis ruhig noch was anderes als seltsam schmeckendes stilles Wasser hätte inbegriffen sein können, auch für die Kinder) und Kaffee-/Tee-Flatrate, aber nur der eklige Brühkaffee! Richtiger Kaffee ist nur im Premiumpaket mit drin, das eine Fantastilliarde Euro und dein erstgeborenes Enkel-Kind kostet. Und wenn du nicht 4000 Kronen PRO NACHT für ne Suite drauflegst, sieht die Aussicht aus dem Zimmer unter Umständen eben so aus…

(Wetter war auch supi!)

… und man teilt sich ein 90 cm-Bett mit einer wild fuchtelnden Zweieinhalbjährigen.

UND DANN WIRD MAN NOCH MITTEN IN DER NACHT VOM NORDLICHTALARM GEWECKT!

Abschließendes Fazit: Kann man machen, wenn man Rentner*In ist, Rentner*Innen sehr gern mag, sehr viel Geld übrig hat und unbedingt die Norwegische Küste in all seiner Eintönigkeit rauhen Schönheit sehen möchte. Ich war danach sehr froh, dass wir nur eine Nacht auf dem Boot waren und in Bodø das Spaßbad gefunden hatten, in dem sich die Kinder noch mal richtig austoben konnten. Die Kinder fanden super, der Opa fand es super, dass wir noch ein Stückchen mitgefahren sind, statt uns nur in Trondheim zu treffen, insofern: passt schon. Mache ich aber sicher nicht nochmal. Ach, und wenn Sie Nordlichter sehen wollen: Fliegen Sie direkt nach Tromsø, das ist ein ganz bezauberndes Städtchen, bleiben Sie da ne Woche, vielleicht eher im März und nicht im Januar, dann ist es wenigstens zwischendurch mal kurz hell. Nordlichter sieht man eh fast nur in der (zeitlichen) Nacht.