Tag 880 – Schäden behoben.

Alle meine Fingernägel sind jetzt raspelkurz und alle Ecken rund geschliffen und glatt poliert.

Ich habe diverse Stellen am Pulli noch mal aufgetrennt.

(Die Spätzlepresse… ich würde sie ja wegwerfen, aber die gehört ja genauso Herrn Rabe, der wiederum ungern Dinge wegwirft, bevor Ersatz da ist.)

Insgesamt ein entspannter Sonntag, an dessen Ende hier wieder sowas wie eine Grundordnung herrscht und ein paar Beschlüsse gefasst wurden. 1. werde ich in den nächsten Monaten immer mal wieder Kinderzeug ausmisten, also hauptsächlich Kleidung, denn damit umziehen wäre Blödsinn. 2. werden wir, zusammen mit Michel, diverse Spielkartons entsorgen, der hoarded die nämlich und mich nervt das total, dass hier momentan vier große Kartons, davon 2 kaputte, durch die Bude fliegen. 3. habe ich eine grobe To-Do-Liste erstellt:

Darauf fehlt noch (jeez, WordPress, wieso ist die Schrift denn jetzt so klein???)* Bewegung, da weiß ich aber auch noch nicht genau, wie ich das und was ich mache. Mal schaun. Frische Luft wäre auch gut, vielleicht lässt sich das ja verbinden.

Ehrlich gesagt kommt mir der Plan vor wie Reha.

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Auto-Lobhudelei: Pläne gemacht und bewusst wenig draufgepackt.

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*Ist nur im Editor so, puh.

Tag 879 – Mist, Mist, Mist.

Blöder Tag. Zu krank zum Rodeln, mein Pulli aus sauteurem, superkuscheligen Sweat sieht doof aus und ich weiß nur zum Teil, was ich falsch gemacht hab*, und dann ist mir grad beim Spülen der vef*ckten Spätzlepresse** auch noch der komplette Daumennagel abgerissen, bis ans Fleisch ran und obendrauf noch was abgesplittert. Mehr heut nicht.

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*Ich kann den Füßchendruck nicht reduzieren, meine Nähmaschine sieht das offenbar nicht vor. Bitte nicht mehr vorschlagen, bis ich eine andere hab. Danke.

**Ich hasse dieses Ding. Es ist unmöglich zu spülen und passt nicht in die Spülmaschine. Unhandlich und schwer ist es auch und beim Einfüllen von Teig tropft immer was vom Stempel in den Griff. Drecksding.

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Tag 878 – #WmDedgT im Januar ‘18.

Heute ist der 5. des ersten Monats des Jahres 2018, das heißt, Frau Brüllen will von uns, auch den faulen und kranken, wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
NIX!

Haha, das ging schnell, ne?

Hier etwas ausführlicher:
Der Wecker klingelte um 07:00 Uhr, das ist ja eigentlich eine humane Aufstehzeit, ich fühlte mich aber nach einer zerhackten, rumpelnden, eingeengten Nacht wie vom Zug überrollt statt darin transportiert. Außerdem war meine Stimme quasi weg („Grützig“ sagt man hier und das passt sehr schön, finde ich) und mein Rücken stand meinem Nacken in Sachen Schmerzen nichts nach und nunja. Die Laune war jetzt nicht so toll. Ich fühlte mich fiebrig und zerschlagen und war froh, als wir alle auf dem Bahnsteig in der kühlen Luft standen. Herr Rabe hatte im Zug schon Kaffee besorgt und am Bahnhof holten wir dann noch einen, plus Croissants für die noch müde und unwirsche Kindermeute. Ich holte Geld, weil die Werkstatt lieber Bares haben wollte. stellte fest, dass man nur 2000 NOK auf einmal abheben kann und hob dementsprechend 5 x 2000 NOK ab, den zunehmend laut stöhnenden, mit dem Fuß wippenden Mann hinter mir standhaft ignorierend. Hat ja nen Mund zum fragen, ne?

Mit Kaffee und der Tasche voll Geld zockelten wir zum Bus und dann nach Hause, bastelten Brotdosen für die Kinder (im Wesentlichen bestehend aus den Croissants, die nur kurz angenagt worden waren) und füllten die neuen Wasserflaschen auf, dann ging Herr Rabe zur Arbeit und ich brachte die Kinder mit dem Fahrradanhänger in den Kindergarten. Als wir ankamen, war ich völlig fertig, verschwitzt und die Rückenschmerzen waren nur schlimmer geworden, ich neige ja sehr zu Gliederschmerzen, wenn ich erkältet bin und das ist echt mistig. Himmel, war ich froh, als die Kinder abgeliefert waren und ich nach Hause gehen konnte. Auf dem Weg machte ich noch einen kleinen Umweg über den Bunnpris, um ein The Ordinary-Paket abzuholen. Zu Hause startete ich eine Waschmaschine, machte eine Kanne Tee und packte zuerst das Päckchen aus, das im Briefkasten auf mich gewartet hatte – ein Belohnungstütchen Katjes von der lieben Leserin Sunni, vielen Dank! – und dann das merkwürdig große von The Ordinary. Überraschung, die Natural moisturizing factors creme ist jetzt in 100 mL Größe und nicht mehr 30! Dabei ist sie nicht wirklich teurer geworden, deshalb war mir das nicht beim Bestellen schon aufgefallen und jetzt habe ich sehr viel von dieser Creme, weil die 30 mL jetzt nicht sooo lange gehalten hatten. Wenn ich so extrapoliere, komme ich mindestens 2018 mit der Creme aus, ist ja auch nicht schlimm. Ich fühlte mich aber weiter mehr als mies und entschied, mich ins Bett zu legen. Zog mein Kleid und die Strumpfhosen aus (ja, Plural, war kalt in Bodø! Erst Thermo, dann Wolle) und Jogginghose und T-Shirt an, schnitt meine fast leere Tube mit NMF-creme auf und schmierte mir den Rest ins Gesicht, wie eine Maske, nach dem Schwimmbadbesuch hatte es meine Haut ziemlich nötig. Grad wanderte ich mit meinem Teeglas Richtung Bett, als die Werkstatt anrief, das Auto sei fertig. Ich überlegte kurz, sagte dann aber doch, dass ich später käme und nicht gleich sofort. Und ging ins Bett. Bestellte noch im Sale bei einem mich zuspammenden Beauty-Versender das angeblich beste Lila-shampoo des Universums, las eine halbe Seite und schlief dann ein.

Um drei wachte ich wieder auf.

Zog mich an, setzte eine Mütze auf meine in alle Richtungen abstehenden Haare, putzte meine Zähne und holte das Auto ab. Das hat jetzt wieder norwegischen TÜV für die nächsten zwei Jahre und röhrt nicht mehr und alle Stoßdämpfer gehen, alle Bremsen und alle Lampen auch und weil der nette Automann mir „ungefähr 7800 Kronen“ mündlich vorveranschlagt hatte und das nicht brechen wollte, bezahlte ich nur drei Stunden Arbeitskraft, obwohl es natürlich viel länger gedauert hat. Netter Automann. Dann fuhr ich zum Toyota-Händler, wo mir die Dame erst 800 NOK mehr für den Spiegel abknöpfen wollte. Ich bestand aber darauf, dass der Mann am Telefon was anderes gesagt hatte, woraufhin sie das Angebot heraussuchte und tadaa – der hatte 800 Kronen weniger berechnet, warum auch immer, aber „ausnahmsweise“ kriege ich jetzt den zuerst angebotenen Preis, Angebote könne man eh leider nicht nachträglich ändern. Und das, meine lieben Leserinnen und Leser ist der Unterschied zwischen der Toyota-Werkstatt und dem netten Mann um die Ecke. Jedenfalls sind Spiegel und Schlüssel jetzt auch bestellt und bezahlt. Hurra.

Dann holte ich die Kinder aus der KiTa ab. Pippi hatte wieder keinen Mittagsschlaf gemacht und war zum Umfallen müde, Michel überdreht und grob. Gut, dass jetzt Wochenende ist, da können die ein bisschen runterkommen. Weil ich aber ja mit dem Auto da war, musste ich den Anhänger stehen lassen, da steht er auch noch, aber das ist hoffentlich kein Problem.

Im Auto schlief Pippi ein (3 Minuten dauert der Weg), wachte aber wieder auf, nachdem ich Michel grob angefahren hatte, weil der schon unten an der Haustür anfing zu nerven, er wolle Dinozug gucken. Dieses Generve, während ich Pippi, zwei Rucksäcke, tausend Paar Handschuhe und Michels Schneeanzug trage, kann ich absolut nicht ab. Gar. Nicht. Auch nicht gesund. Und es nervt wirklich, teilweise fragt er in so einer Frequenz, dass man es nicht mal schafft, eine Antwort dazwischenzuquetschen. Arrrrgh!

Was dann aber wichtiger war als Dinozug: Essen. Ich versorgte die Kinder mit Knäckebrot (mit Ketchup und Käse in der Mikrowelle kurz „überbacken“, dann Kräutersalz drauf) und Joghurt und „Affalsatt mit Bubawassa!“ Und räumte die Spülmaschine aus und wieder ein, während sie aßen. Dann machte ich Dinozug an und mir einen Kaffee, den ich dann während Pippi, „Bärsen“ und Michel Fern sahen, trank. Mein durch den langen Mittagsschlaf erreichtes Energiehoch war schon wieder aufgebraucht und ich schrieb Herrn Rabe, dass er bitte was zu Essen mitbringen sollte. Tat er dann auch, es gab Pizza, Pippi aß mit leerem Blick eineinhalb Stücke und leckte dann noch Knoblauchsoße von einem weiteren ab und dann war es Zeit, die todmüden Kinder ins Bett zu stecken. Dabei wieder die „Niemand hilft mir, die Welt ist schlecht“-Diskussion mit Michel, die mich inzwischen auch nur noch nervt. Es stimmt nicht, dass wir ihm nie helfen, wir erwarten nur auch ein kleines bisschen Selbständigkeit von einem Fünfjährigen. So Dinge wie sich selbst den Po abputzen, selbst Zähne putzen, selbst an- und ausziehen… Nichts davon tut er und es nervt ungemein. Egal, jedenfalls las ich Michel dann noch aus seinem Dino-Buch vor und dann schlief er sehr schnell ein. Hurra!

Herr Rabe und ich aßen noch ein bisschen kalte Pizza, ich trank Tee, wir twitterten ein bisschen herum und dann wollte Herr Rabe eigentlich Playstation spielen, aber ich… nicht so und stattdessen guckten wir „Please like me“, eine australische Serie über Anfang 20-Jährige, die Hauptfigur wird in der ersten Folge von seiner Freundin verlassen und stellt dann fest, dass sie mit ihrer Annahme, er könnte schwul sein, Recht hat. Gleichzeitig versucht sich seine Mutter das Leben zu nehmen, indem sie einen Haufen Paracetamol mit einer halben Flasche Baileys herunterspült. Weil sie nicht allein sein soll, zieht er wieder bei ihr ein. Soweit so gut, die erste Folge war so, dass wir hinterher kurz besprachen, wie viele Folgen wir der Serie geben sollen, bevor wir nicht weitergucken (drei, einstimmig), nach vier Folgen finden wir sie aber beide richtig gut. Nicht krass spannend, aber lustig und mit liebenswerten Charakteren. Kann man machen, wenn man was seichteres möchte.

Jetzt bloggen, Herr Rabe spielt sein Playstation-Spiel, ich muss noch die Wäsche aufhängen, wollte noch was auftrennen, Michel kam eben abgewandert und vermutlich sollten wir alle einfach ins Bett.

Schön, wieder zu Hause zu sein.

Tag 877 – Stengt wegen Rentieren auf den Gleisen.

Dafür, dass ich Transportmittel aller Art gruselig finde, verbringe ich gerade viel Zeit darin. Heute im Nachtzug. Zum ersten Mal in meinem Leben. Und – meine Fresse ist das gruselig! So unglaublich eng! Rentiere auf der Fahrbahn! Es ruckelt und rumpelt und das Bett ist so schmal, dass ich mich kaum umdrehen kann, ohne rauszufallen. Deshalb schläft Pippi oben, da gibt es wenigstens einen Rausfallschutz. Natürlich spielt mein Kopf sämtliche Zugunglücke der letzten 30 Jahre nach und überhaupt: wie bin ich denn auf diese beknackte Idee gekommen?

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Heute in Bodø gewesen und alles war stengt (geschlossen). Wegen Umbau, Ferien, Filmarbeiten… gut, dass ich herausgefunden hatte, dass Bodø ein Spaßbad hat, da haben wir uns die Zeit sehr gut vertrieben. Vor allem die kleinen Wasserratten waren total in ihrem Element und gar nicht wieder da wegzukriegen. Hachja, die sind schon manchmal echt toll! Meistens. Heute jedenfalls. Hachz!

Tag 876 – MS Trollfjord.

Ein ausführlichere Bericht folgt, wenn wir stabiles W-LAN oder mehr mobiles Netz als Edge haben. Jetzt muss Ihnen reichen, dass wir alle wohlauf sind, der Seegang ist auszuhalten und die Betten könnten eins mehr sein. Das Bier könnte auch billiger sein und unsere brilliante Idee, per FaceTime ein Babyphon zu improvisieren hätte geklappt haben können (das W-LAN, Sie verstehen?), aber es ist schon alles ganz in Ordnung.

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Ich überlege, meine ja eh fehlgefärbten Haare silbrig-blau* zu färben. Tipps sind sehr willkommen.

So, und jetzt mal sehen, ob der Beitrag heute noch hochgeladen wird.

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*rot steht mir nicht, wäre mir auch zu „normal“. Alle dunklen Brauntöne, Aubergine etc. lassen mich noch viel bleicher erscheinen, als ich eh bin. Lila beißt sich mit 2/3 meines Kleiderschranks, genau wie Pink. Grün ginge noch. Aber ich möchte was kühles. Eiskalt. Bitte.

Tag 875 – Wieder im Trott aber doch nicht.

Heute erster Tag KiTa für die Kinder nach den Weihnachtsferien. Beide freuten sich, beide standen fast ohne Meckern auf*, ließen sich fast ohne Meckern anziehen, frühstückten (Michel) bzw. klemmten sich zwei Joghurts unter den Arm (Pippi) und ließen sich aufgeregt, aber anstandslos in der KiTa abliefern. Ich war ja heute zum ersten Mal in meinem Leben so richtig arbeitslos, also rödelte ich etwas ziellos zu Hause herum und machte dann eine To-Do-Liste, sonst mache ich nämlich gar nichts richtig. So war ich sogar recht produktiv, ich nähte ein Kleid fertig, färbte meine Haare nochmal**, testete, ob es nicht vielleicht das Puder ist, das meine Haut kaputt macht (sieht so aus… Nyx HD pressed finishing powder translucent, anyone? Kaum gebraucht, super Puder***). Mittendrin rief die KiTa an, ich hatte direkt Puls, aber es ging nur drum, ob Pippi schlafen sollte oder nicht, sie wolle nämlich nicht und die anderen Kinder in ihrem Alter sollen auch nicht mehr. Ich sagte, wenn sie nicht will, muss sie nicht. Wenn sie will, soll sie nicht mehr als 45 Minuten schlafen. Dann wusch ich ein bisschen Wäsche, räumte die Spülmaschine ein und startete sie, machte Kaffee… das Übliche eben. Auf meiner Liste stand aber auch noch, bei diversen Werkstätten Termine auszumachen, nämlich einmal bei Toyota, wegen des Spiegels und des Schlüssels, und dann bei einer günstigeren Werkstatt um die Ecke, für AU/HU, plus vorher alle nötigen Reparaturen. Die Toyota-Werkstatt ist nämlich 1. teuer und 2. doof, denen will ich nicht mehr Geld als unbedingt nötig in den Rachen werfen. Die Toyota-Werkstatt war dann auch weiterhin doof: den Schlüssel bestellen sie nur gegen Vorkasse, dafür muss ich da morgen ganz früh**** hin. Yeah. Dafür ging es in der anderen Werkstatt total fix und ich sollte direkt vorbeikommen. Wie zu erwarten war***** fiel mein geliebtes Autoli durch den norwegischen TÜV, wird aber in den nächsten Tagen direkt repariert, wenn alle Teile da sind. Das wird leider teuer, aber wenn wir das Auto entweder noch ne Weile fahren oder aber in absehbarer Zeit verkaufen wollen, muss TÜV drauf sein. Seufziseufz.

Danach war sogar noch Zeit für eine wichtige und lange wegprokrastinierte Mail und das Auffrischen meines CV****** samt Hochladen in ein******* Bewerbungsportal, dann holte ich die Kinder ab und Pippi schlief natürlich direkt unweckbar ein. Nach einer guten halben Stunde bekam ich sie wieder wach, puh, sonst wäre das heute wieder so ein Schlaf-Drama geworden.

Und morgen ist dann wieder alles anders, denn wir fahren spontan mit der Hurtigruten eine Station nach Bodø und dann mit dem Nachtzug zurück.

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Auto-Lobhudelei: ein bisschen shit done gekriegt.

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*Pippi mit ein bisschen Meckern, aber die soll sich mal nicht beschweren, ich hab von der Nacht mit ihr in Michels Bett furchtbare Nackenschmerzen.

**Die waren nach „Lorreall preferongs lös blondissimäs“ leider gar nicht Platin, sondern gelb. Richtig krass, als hätte ich versucht, schwarze oder rote Haare zu blondieren. Heute mit Blondierpulver und Entwickler aus dem Friseurshop noch mal drüber gegangen, hat ein bisschen geholfen.

***für andere Hauttypen als mich

****nachdem ich beim Fundbüro angerufen hab, aber bevor wir die Familie zum Frühstück treffen

*****wenn ein Prius röhrt wie ein getunter Golf III, ist wohl der Endtopf durchgerostet

******“submitted 22.12.17, tentative date for defense: 22.03.18″

*******weitere werden folgen, auch neue Bewerbungen, aber erstmal klein anfangen, ne?

Tag 874 – Sleepless im Rabe-Haus.

Pippi machte Mittagsschlaf. Pippi darf keinen Mittagsschlaf machen, sonst schläft sie abends nämlich nicht. Jetzt zum Beispiel schläft sie nicht. Michel schläft deshalb auch nicht, denn erst brüllte sie ihn wach, dann merkte er, dass niemand mit ihm im Bett liegt und jetzt ist sie halt wach und tut, was wache, fröhliche Kleinkinder eben tun: Singen, Klatschen, erzählen, am Bett kratzen… ich schlafe also auch nicht, ich liege hier mit zwei wachen Kindern. Herr Rabe schläft auch nicht, der hat zwei Stunden lang versucht, Brüll-Pippi ins Bett zu kriegen und vermutlich steigen immernoch Rauchwölkchen über seinem Kopf auf.

Morgen ist KiTa (und Arbeit für Herrn Rabe), ich bin darüber offen gestanden sehr froh. Auch wenn wir keine Badewanne haben.

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Auto-Lobhudelei: ich habe heute Arbeitslosengeld beantragt, geflucht und mich geärgert, aber mich wertlos fühlen – das gönne ich denen nicht.

Tag 873 – Letzter Abend 2017.

Kommen Sie alle gut rüber, wir machen das jedenfalls. (Und dann ist dieses Jahr endlich rum!)

(Wie Herr Rabe so schön bemerkte: die Brille verdeckt mein Augenmakeup. Stellen Sie sich einen Glitzertraum in Blau, Lila und Dunkellila mit Extra-Glitzer vor (highlights in Superglitzer-Rosa. Passend übrigens zum Pulli, Lippenstift UND zum Dunkellilafastschwarz-Nagellack mit Effekt-Rosaglitzer auf je einem Nagel pro Hand.)

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Auto-Lobhudelei: zwei Abende ohne Betablocker ausgekommen. Einen schicken Pulli genäht (Fotos bald.)

Tag 872 – Nur nicht stressen lassen.

Hui, sobald ich ein bisschen Druck habe, ist das Zittern wieder da. Das merkte ich heute, als ich nach zwei erfolglosen Versuchen nur noch dreißig Minuten Zeit hatte, um eine Foundation-Probe (wegen der Haut, ich kaufe sicher nicht eine Flasche für 50€, die ich dann nicht vertrage!) und Espressobohnen zu ergattern, in einem riesigen Einkaufszentrum und mit der langsam-quatschig-sturen Pippi im Schlepptau. Ächz. Hat aber geklappt, ich habe jetzt Foundation hier, die für ein-zweimal Schminken reichen müsste und Espressobohnen haben wir auch. Hurra. Und zur Erheiterung noch die Geschichte, wie ich versehentlich, zum ersten Mal seit meiner Teenie-Mutproben-Zeit, etwas stahl.

Es war einmal eine zittrige Frau in einem Laden voller Schminke. Mit dabei: eine aufgekratzte Zweieinhalbjährige. Die Frau will eine, oder vielleicht zwei, Proben einer bestimmten Foundation. Sie ist sich wegen der Farbe nicht sicher, deshalb vielleicht zwei. Die Frau steht sich vor dem Aufsteller die Beine in den Bauch. Der ganze Laden wird von einer Dame betreut, die für Kasse und Beratung zuständig ist, das ist Käse, die arme Frau rotiert ziemlich, an der Kasse stehen vier Kundinnen an und drei diffundieren durch den Laden. Die zittrige Frau steht demonstrativ und „Ich weiß genau, was ich will!“ Ausstrahlend an dem Aufsteller. Die Ladenfrau aber rotiert. Die zittrige Frau sieht sich in Aufsteller-Nähe um. Sie sieht einen Schminkpinsel, der sie interessiert, zieht die Handschuhe aus und befühlt den Pinsel, entscheidet sich dafür, ihn zu kaufen, er wandert mit den Handschuhen in die linke Hand. Ihr Kind sortiert die Nagellacke im Aufsteller um. Die Ladenfrau rotiert weiter. Es gibt einen Tisch mit reduziertem Kram, unter anderem gibt es Peelinghandschuhe für 29 Kronen, hihi, genauso pink wie die Handschuhe der Frau. Gerade als sie eine Packung ergreift kommt die Ladenfrau. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ – „Ich habe diese Foundation empfohlen bekommen, weiß aber nicht so genau ob 005 oder 010 besser ist, außerdem vertrage ich Schminke nicht so gut und muss das mal im ganzen Gesicht ausprobieren, können Sie mir eine größere Probe mitgeben?“ – „Ähhhm, von der haben wir 005 nicht da, nur 10, das ist aber fast leer, da kann ich Ihnen keine Probe von machen. Sie können hier das andere von der gleichen Marke probieren [eine Stick-foundation, also eine ganz andere Art von Make-Up, anm. d. Red.], das ist auch 005, das müsste ja vielleicht passen?“ – „Ja, nee, dann, äh, halt nicht…“ – „Fragen Sie mal unten bei der anderen Kette, vielleicht haben die noch was, ich muss wieder an die Kasse.“ – „Ok, dann mache ich das. Pippi, nicht den Nagellack anlecken. Nein, das ist nicht Mamma sin. Komm, wir gehen unten zu der anderen Kette.“

Sprach’s und verließ den Laden, in der Hand noch den Pinsel und die Handschuhe. Bemerkte es auch erst im übernächsten Laden – da hatte der bestohlene schon geschlossen.

Tag 871 – Jahresendfragebogen 2017.

Der alljährliche Jahresrückblick, und von mir auch der einzige, ich möchte das Jahr am liebsten schnell vergessen. Ich hätte hier auch gern den Urheber des Fragebogens verlinkt, aber ich fand keinen, es ist halt einfach so eine Tradition und immerhin mache ich das ja jetzt auch schon zum dritten mal, wooohoo!

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Puhhhhh, ich gebe dem Jahr lieb gemeinte 4 Punkte.

Zugenommen oder abgenommen?

Ich besitze nach wie vor keine Waage, aber da mir viele meiner Klamotten in den letzten drei Monaten zu groß geworden sind, ist die Antwort wohl ab. Ich tippe auf ca. 5 kg.

Haare länger oder kürzer?

Erst länger, dann wieder so kurz wie inzwischen seit einigen Jahren.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Schwer zu sagen, vermutlich inflationsbereinigt etwa gleich. Obwohl, nee, Putzfrau und Kinderfrau: Familie Rabe als Gemeinschaft hat also mehr ausgegeben.

Der hirnrissigste Plan?

„Das schreibe ich morgen noch schnell, kein Ding.“, dicht gefolgt von „Klar, im Dezember spontan durch die Gegend fliegen, what could possibly go wrong?“

Die gefährlichste Unternehmung?

Öhm… Ich mache eigentlich keine gefährlichen Sachen… Rückblickend betrachtet ist es sicher nichts, das ich meiner Tochter empfehlen würde, zu fremden Menschen in Taxis zu steigen, oder sich darauf zu verlassen, dass Leute, die man nur aus dem Internet kennt einen schon nett behandeln vom Flughafen abholen werden. Andererseits waren das die eher guten Ideen des Jahres. Tjanun. No risk, no friends.

Der beste Sex?

Oh, da war dieses eine Mal, das war echt der Hammer, wüsste ich nur noch, wie die andere Person hieß…

Spaß beiseite, Sex insgesamt macht halt mehr Spaß, wenn man nicht immer ein Ohr im Kinderzimmer hat, aber das kommt sicher auch wieder.

Die teuerste Anschaffung?

Mein iPad.

Das leckerste Essen?

Die Knoblauchplosion beim Arbeits-Weihnachtsessen im „Bakgården“ war echt lecker, aber irgendwie hat mich dieses Jahr nichts richtig vom Hocker gehauen.

Das beeindruckenste Buch?

Habe ich gelesen dieses Jahr? Irgendwas anderes als skandinavische Krimis? Äh…

Der ergreifendste Film?

Ich bin ja von Filmen sehr sehr schnell ergriffen. Andererseits meide ich *wirklich* ergreifendes, wenn ich den Kopf nicht frei habe. Länger Rede kurzer Sinn: ich habe heute keine Dramen-Empfehlung für Sie.

Die beste CD?

Das nullte Kapitel – Käpt’n Peng und die Tentakel von Delphi

Das schönste Konzert?

Auch dieses Jahr war ich auf keinem Konzert und finde es schlimm.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Arbeit und Familie halten sich knapp die Waage.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Meiner Nähmaschine. Den Rübennasen und Herrn Rabe.

Vorherrschendes Gefühl 2017?

Can we panic now?

2017 zum ersten Mal getan?

Mich wegen der Psyche krankschreiben lassen. Echte face-to-face Vorstellungsgespräche gehabt. Auf einer Konferenz was präsentiert. Die USA besucht.

2017 nach langer Zeit wieder getan?

Mit beiden Kindern allein verreist. Menschen aus dem Internet getroffen. Neue Freunde (ok, vor allem -Innen) gefunden. Schilddrüsenblocker und Betablocker genommen. Hormonell verhütet. Viel bunte Schminke gekauft. Meiner Bruder getroffen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Nur drei?

– Die furchtbare Stressphase der Diss-Schreiberei

– Die Schilddrüsenscheiße

– Gescoopt werden

– Eine Freundin finden und gleich wieder verlieren (hups, doch vier)

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Du schaffst das, noch ein bisschen, du wirst fertig. Mich selbst, und geglaubt hab ich’s mir bis zum letzten Tag nicht.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Da sein.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Oh, da kann ich mich kaum entscheiden. Die Geldsammelaktion hat mich zutiefst gerührt. Und Das Paket. Und überhaupt, all die vielen kleinen Aufmerksamkeiten und lieben Worte. Ich weiß nicht, wie ich mich dafür jemals bedanken soll.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ja, takk, da var det i boks, da må du ha en riktig god jul!“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Was fragen Sie da mich?

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Yeah, jährliche Gehaltserhöhung!

Besseren Job oder schlechteren?
Den selben und er ist jetzt VORBEI.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erfahrungen. Eier. Einen deutlich längeren CV. Und Freund*Innen.

Mehr bewegt oder weniger?
Ist sich pushen bewegen? Dann mehr. Viel mehr.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
1 große, läuft noch. Der Rest war nicht der Rede wert. (Ok, die Augensache war fies. Echt.)

Davon war für Dich die Schlimmste?
Die Schilddrüse.

Dein Wort des Jahres?
Internetliebe.

Dein Unwort des Jahres?
Thesis.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Zu viele, aber mein Ersatz für ergreifende Bücher UND Filme dieses Jahr: Mademoiselle ReadOn (Wenn Sie dieses Jahr nur einen Blogtext außer diesem hier lesen wollen, lesen Sie Eine Banane.)

2017 war mit einem Wort…?
Anstrengend.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Ein guter (also interessanter und angemessen bezahlter) Job an einem Ort, an dem ich endlich Wurzeln schlagen kann.