Tag 2104 – Batterie halbwegs gefüllt.

Ein erfolgreiches Wochenende. Viel geschlafen, etwas gegammelt (gestern bis zum frühen Nachmittag ging es mir noch nicht soooo toll, also hing ich auf dem Sofa rum) und einiges geschafft. Heute bei bestem Wetter im Garten herumgerödelt, alte tote Pflanzen und -reste entfernt, jetzt ist alles soweit frühlingsfertig, es muss nur noch grüner werden. Der Estragon tut jedenfalls schon mal, was er kann, um dieses Jahr die Weltherrschaft an sich zu reißen.

(Bild nicht aus dem heimischen Garten, bei uns wachsen keine Krokusse.)

(Stimmt nicht ganz, einer wächst, hat aber noch keine Blüte.)

Estragon, ein lustiges Kraut, das wir so gut wie nie benutzen. Wozu benutzt man Estragon in rauhen Mengen? Her mit den Tipps!

Die Primeln kommen jedenfalls und entweder Hyazinthen oder Narzissen, wer weiß das schon so genau, vielleicht auch beides. Ich hatte ja auch darauf gehofft, dass die Tausendschön fancy Gänseblümchen wiederkommen, aber davon ist noch nichts zu sehen. Es ist aber ja auch echt noch Zeit, der Frühling ist hier noch nicht mal richtig in die Gänge gekommen.

Falls Sie mal über den deutschen Frühling meckern wollen, schicke ich Ihnen gerne Bilder, wie hier einfach alles gelb ist. Immer dran denken: bei anderen ist die Wiese tatsächlich bis in den Mai hinein nicht grün. Gar nicht.

Ich wurde letztes Jahr gebeten, unsere Erfahrung mit dem Warmkompost zu teilen. Hier ist sie also: Herr Rabe sagt, da sei Erde drin. Die sei jetzt soweit fertig, seinem Augenmaß nach zu urteilen. Letztes Jahr im Herbst war ziemlich viel Leben im Kompost, das fand ich dann schon etwas grenzwertig (uäh, Nacktschnecken) aber tatsächlich ist der geruchsdicht, solange man den Deckel drauf hat. Im Winter fror der Deckel leider fest, ich hab also keine Ahnung, ob der im Winter auch noch lebte, aber scheinbar ist er zumindest in den 11 Monaten soweit gekommen, dass wir ein paar Liter Kompost unter die Beete heben können. Das aber dann nächste Woche, heute war der Fokus eher auf Sonnenschein und Aufräumen.

Tag 2102 – 4%.

Exakt so fühle ich mich:

Keine Ahnung was das jetzt schon wieder ist, aber ich fühl mich wie durch die Mangel gedreht, körperlich völlig im Eimer.

Ich gehe jetzt schlafen und hoffe, dass es morgen besser ist.

(Heute passiert: Bullshit-Bingo mit den Kolleg*Innen (ausgerechnet denen!) über Sonnenschutz und Vitamin D, und mit Michel Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär angefangen, er fand es ganz ok. Natürlich kein Vergleich zu Harry Potter, vorerst.)

Tag 2099 – Mr. Recycle.

Ich kann nicht mehr. Nach einem 11-Stunden-Arbeitstag, plus 2 Stunden Fahrt, schaue ich das „Treppenmeeting“, das ich heute verpasst habe und… lache mich kaputt. Warum? Da hat jemand so eine super-KI drüber laufen lassen, die automatisch untertitelt, für Menschen mit Hörproblemen ist sowas bestimmt sinnvoll, WENN DIE SPRACHE PASST.

Wenn da aber jemand Norwegisch spricht, und die KI englisch interpretiert, kommt da so ein Müll raus, dass ich am Ende lachend auf dem Boden liege. Obwohl das Thema eigentlich sehr ernst ist, denn da kommt dann Mr. Recycle, creator of all liquid raus, let’s cover and deport some things, all the molar chloroform, sure you can.

Ok then!

#notallmenandsomewomentoo

Tag 2098 – 5 Tipps bei Spring Skin!

Es ist Frühling und nicht nur die Natur sprießt, sondern leider auch die Haut. Gerade jetzt, wo die Frühlingsgefühle uns aus dem Haus treiben und wir gerne jung und frisch wie ein Schneeglöckchen auf der frühlingsgrünen Wiese strahlen würden, macht die Haut uns einen Strich durch die Rechnung und präsentiert sich von der Schattenseite junger Haut: Pickel, Mitesser, Rötungen, Ölglanz. Hier präsentiere ich euch meine 5 wirkungsvollsten Tipps bei Spring Skin.

  1. Vitamin D. Die Haut bildet Vitamin D durch Sonneneinstrahlung. Das Vitamin beugt der Frühlingsmüdigkeit vor und macht auch irgendwas gutes mit der Knochendichte. Vor allem macht Sonnenlicht generell aber bessere Laune. Nachteil: Sonnenlicht beschleunigt die Hautalterung, freie Radikale, Falten, dingens und am Ende Krebs. Pro-Tipp also: nur mit Sonnenschutz raus, aber raus, davon gute Laune kriegen und falls Sie in Norwegen wohnen, nehmen Sie Vitamin D-Tabletten (möglichst vegetarischen Ursprungs) von Oktober bis Mai. Die gute Laune von der Sonne hilft dabei, dass einer die Pickel egaler sind.
  2. Homeoffice. Ach, Sie haben den ganzen Tag Videomeetings? Kamera aus. Ach, das schickt sich nicht? Weichzeichner-Effekt, alternativ setzen Sie sich mit dem Rücken zu einer starken Lichtquelle, zum Beispiel einem Fenster. Das macht dann auch eine schöne Glorie.
  3. Sex. Hilft gegen alles, warum also nicht auch gegen schlechte Haut. Genauere Begründung: Orgasmen entspannen die Gesichtszüge, dann kann der Talg besser aus den Poren abfließen. Außerdem wirken die beim Sex ausgeschütteten Pheromone entzündungshemmend. Rosige Wangen und leicht zerzaustes Haar führen zudem dazu, dass Sie sich schön fühlen und ihr Gegenüber sich fragt, ob Sie wohl gerade Sex hatten, was von Ihrer Spring Skin ablenken dürfte.
  4. Masken mit Aktivkohle. Keine Ahnung ob die irgendwas bringen, aber während so eine Maske drauf ist, sieht man garantiert keinen Pickel.
  5. Viel trinken. Siehe 3 – hilft gegen alles. Außerdem heißt es ja Spring Skin, Abwarten und (ungesüßten Kräuter- oder Früchte-) Tee trinken ist also der Schlüssel zur sommerbereiten Haut. (Sehen Sie hierzu auch mein dann erscheinendes Feature „Hups, Hummer! Was tun bei Sonnenbrand“)

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Ich hoffe, Sie haben das nicht ernst genommen. Also hier jetzt noch mal ganz deutlich: ich habe mir all das ausgedacht. Inklusive des Begriffes Spring Skin und dass das ein Ding ist, das mehr Menschen als mich betrifft. Wenn Sie Hautprobleme haben, unter denen Sie ernsthaft leiden (körperlich oder psychisch), gehen Sie bitte zu einer*m Dermatolog*In Ihres Vertrauens. Wenn sie sich phasenweise fragen, wie man gleichzeitig Pickel und Falten haben kann: willkommen im Club, sinnvolle Tipps hab ich keine, außer: is halt so, wird auch wieder anders. Bis dahin trinke ich Wasser, warte auf den Sommer und übe mich in Akzeptanz meiner Sperenzchen machenden Haut, da können Sie gerne mitmachen.

Und glauben Sie niemals alles, was im Internet steht.

Tag 2097 – Kunst.

In Oslo gibt es eine Galerie. Diese Galerie bietet Gemälde und Fotografien verschiedener Künstler*Innen an. Die Werke eines dieser Künstler kosten dort zwischen 10 und 40 tausend Kronen (große, bunte, abstrakte Gemälde. Ich finde so was ja schön, aber 10.000 Kronen aufwärts? Äh, naja.) und offenbar finden genug Leute diese Bilder schön genug, als dass sie das dafür hinblättern. Seit 25 Jahren.

Natürlich hat die Galerie auch Hintergrundinfo zu dem Künstler, er lebt in Berlin und war auf irgendwelchen berühmten Kunstschulen und so weiter, als wär das irgendwie ausschlaggebend dafür, ob man sich was an die Wand hängen will oder nicht, aber vielleicht bin ich da auch seltsam denn…

… diesen Künstler, der in Berlin lebt, den gibt es nicht. Die Bilder malt der osloer Galerist selbst, unter Pseudonym, und der CV des Künstlers ist frei erfunden. Er malt auch noch unter einem anderen Pseudonym in einem anderen Stil und fotografiert unter einem dritten Pseudonym.

Und das hat die Polizei jetzt rausbekommen und es werden jetzt ganz viele Gemälde vernichtet und der Galerist/Künstler wird wegen Betruges angeklagt. Weil er kein in Berlin lebender Künstler ist, sondern ein in Oslo lebender Künstler.

Als wären die Bilder dadurch irgendwie weniger schön anzusehen.

Bevor die verbrannt werden, würde ich sie mir zum Teil schon hinhängen, ob ich mich da irgendwo melden kann? (Wie kann man Kunst vernichten???)

Manche Dinge werde ich wohl nie verstehen.

(Nachzusehen auf Norwegisch ist die Geschichte unter folgendem Link, und wäre der 1. April, hätte ich „haha“ gedacht. https://www.nrk.no/video/c98e5d9d-a676-4b93-9d98-2e34391c6162)

Tag 2095 – Endlich da.

Der Schrank, auf dessen Scharniere und Schubladenauszugsleisten wir gefühlt ewig gewartet haben, ist endlich da und zu 95% fertig. Es fehlen noch Türgriffe (ups, vergessen), Beleuchtung von innen, eine Schublade muss etwas weniger tief gemacht werden, weil dahinter eine Steckdose ist und die ganzen Leisten müssen wieder dran. Für all das kommt der Tischler also noch mal wieder. (Im Rahmen unserer Coronaregeln war das alles komplett legal, fühlt sich trotzdem seltsam an, aber es fühlt sich auch nicht gut an, zugesagte Aufträge an Selbständige rauszuschieben. Momentan macht man es halt immer irgendwie falsch. Das darf bald auch mal wieder anders werden.)

Ein Teil des Innenlebens.

Ich bin bisher schon mal sehr zufrieden.

Arbeit und Kinder waren heute auch, reden wir einfach nicht drüber. (Vorschulphase. Hurra.)

Tag 2094 – Im Eimer.

Es war ein Tag. Aus Gründen war er in weiten Teilen scheiße.

Dieses ganze erwachsen-sein-Ding: ich tauge nicht dazu, glaube ich. Aber muss ja. Wie Corona. Muss ja weiter gehen. Muss erwachsene Dinge tun.

Innendrin will ich nicht und – Millennial durch und durch – mein Körper will das auch nicht und macht lauter lustige Dinge, damit ich mich ins Bett lege und betuddeln lasse*, aber – flink pike durch und durch – ich mache es halt trotzdem.

Es ist nicht einfach mit mir.

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*as if, ich werde aggressiv, wenn ich krank bin und mich betuddeln kommt überhaupt nicht in Frage, dann beiße ich, mindestens verbal