Tag 1839 – Tagwerk.

Ich habe gedugnad-et. Es ist ja das immer wiederkehrende norwegische Lied, dass wir zu irgendwelchen Gemeinschaftsaktionen antanzen dürfen und heute war es im Kindergarten wieder so weit. Da finde ich das ok, weil wir was direkt für den Kindergarten tun, das dringend nötig ist, man wirklich gut selbst kann und sonst eben irgendwer bezahlen müsste. Weil ich keinen Spaten dabei hatte (aber dafür zwei Kinder) kam der ursprüngliche Plan „Sand im Sandkasten wenden und gegebenenfalls auffüllen“ nicht zur Anwendung. Stattdessen habe ich zwei Stunden lang auf den Knien in dieser Spielhütte herumrobbend den Boden mit einem Buttermesser und einer Wurzelbürste von Dreck und zwischen den Bohlen festgetrampelten Kieststeinchen befreit, damit er morgen gestrichen werden kann:

Danach noch zwei mal mit Grønnsåpe drüber und gründlich ausgespült.

Das war ziemlich anstrengend. Aufgelockert immer wieder durch meine liebreizenden Kinder.

KiTa-Leiterin: wer ist das denn [Kind mit Kopfhörern auf Wiese vor Kindergarten] da?

Ich: Ach, das ist Michel, der große Bruder von Pippi, der spielt Pokémon Go.

KiTa-Leiterin: ist er ganz alleine unterwegs?

Ich: Ja.

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Pippi: Mama? Kann ich Farbe auf meine Jacke kriegen?

Ich: Pass bitte ein bisschen auf, dass nicht soooo viel Farbe auf die Jacke kommt.

Pippi: Ok! (Kam mit fleckenfreier Jacke zurück.)

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Michel, mit leerem Handyakku: packt sein Kornett aus und marschiert glücklich tutend über den Kindergartenhof

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Überhaupt hatten wir schon einen Loriotesken Kornett-Zwischenfall, als die Innenarchitektin und der Handwerker da waren um den Einbau des Dachfensters (aus Gründen wird es doch nur eines, schade) zu besprechen. Michel meinte nämlich mittendrin, er müsse jetzt üben, packte sein Kornett aus und marschierte damit über den Flur. Prööt Prööt Prööt während vier Erwachsene versuchten, sich einig zu werden über Fenster und Tür und sichtlich bemüht, sich nicht allzu offensichtlich totzulachen über diesen kleinen niedlichen Knirps der wichtig mit seiner Tute herummarschiert und klugscheißert „Das ist keine Klarinette!“

Tag 1837 – Null Pilze.

Ich war mit den Kindern im Wald, aber ich fürchte, wir waren viel zu spät dran um noch Pilze zu finden. Ein Mann kam uns zwar mit einem Korb voller Pfifferlinge entgegen, aber der kam auch aus dem Wald-Wald, während wir uns wegen Michels Fuß Ja eher auf den Wegen halten mussten. Michel fand den ganzen Ausflug eh scheiße und motzte in einer Tour, es war wirklich kaum auszuhalten, aber ich hatte Herrn Rabe gesagt, wir würden ihn ein bisschen arbeiten lassen. Tja. Da muss man dann durch.

Immerhin den Hurdal-See haben wir gefunden. Da kann man bestimmt auch baden, aber wir hatten keine Badesachen dabei. Warm genug wäre es wohl gewesen, mir war in langer Hose und langem, dünnen T-Shirt ziemlich warm.

Bild ohne Ton, das Gemotze hören Sie also nicht.

Auf dem Rückweg kam wirklich recht plötzlich eine fette schwarze Wolkenwand von hinten, weshalb ich kurzerhand beschloss, den kürzeren Weg an der Straße lang zurück zum Auto zu gehen, statt durch den Wald. Das war auch gut so, denn kaum waren wir am Auto, fing es an zu tröpfeln und fünf Minuten später goss es, wie gestern, wie aus Kübeln.

Pippi hat versucht, auf einen Baum zu klettern, wollte nicht hören, als ich gesagt habe, sie soll das lieber lassen, die Zweige seien zu kraaaach, direkt die dünnen Ästchen abgebrochen und fies am Bein aufgeschrabbt. Da hat sie ja morgen im Kindergarten was zu erzählen. Bis dahin war Pippi aber gut drauf und hat begeistert Blaubeeren gesammelt, auch die waren zwar schon sehr abgegrast, aber ich mag die eh nicht und Pippi steckte sie eben sofort in den Mund, da wäre eh keine Marmelade draus geworden. Am Ende hatte ich dann halt ein Kind mit roten Fingern, einer dunkelroten Zunge und einer Kriegsverletzung Schramme, und eines das auch in Stunde zwei noch unverändert motzte.

Abends habe ich unseren Kartoffeleimer abgeerntet. Ich weiß ja nicht. Soll das so? Gefühlt haben wir aus drei großen die selbe Nettomenge Zwergenkartoffeln gemacht. Lecker waren sie aber.

„Ich kaufe 200 Gramm Kartoffeln…“

Die hier war die allerkleinste:

Eher Erbse als Kartoffel.

Wie gesagt, war aber lecker. Der gefüllte Patisson-Kürbis dazu war auch ok, die Füllung aus veganem Hack, Schafskäse, Zwiebeln, Tomaten und frischen Kräutern ist sehr lecker, der Kürbis selbst schmeckt allerdings wirklich nach gar nichts. Da ist jede Zucchini geschmacksintensiver. Also, kann man machen, sieht hübsch aus, aber vom Geschmack her fülle ich dann doch lieber eben eine Zucchini oder so ca. jede andere Kürbissorte. Die Konsistenz war aber schön knackig, das ist vielleicht was für Leute, denen andere Kürbissorten schnell zu schlonzig werden.

Vielleicht probiere ich es nächstes Wochenende noch mal mit den Pilzen. Falls ich dafür die Motzekinder zu Hause lassen darf. Man kann Kürbis mit mehr Eigengeschmack bestimmt auch super mit Pilzen füllen.

Jetzt zackig schlafen. Morgen ist wieder Präsenztag im Büro!

Tag 1836 – Irgendwas ist komisch.

Huch, ich hab fast vergessen, zu bloggen! Ich liege schon im Bett und hatte schon das Einschlafgeräusch an, aber irgendwas war noch komisch. Jetzt weiß ich’s.

Möglicherweise liegt das Vergessen daran, dass ich den halben Abend schon am Handy gedaddelt habe. Ich hatte seit dem 13. März kein Harry Potter Wizards Unite mehr gespielt, einfach gar nicht, aber vor knapp zwei Wochen habe ich wieder angefangen und jetzt ist grad so ein Event, bei dem man… halt besondere Sachen machen kann. Und weil ich eh auch heute noch schlechte Laune und ein Bedürfnis nach Realitätsflucht hatte…

Vorm Daddeln habe ich ein Stretching-„Workout“ für Rückengesundheit gemacht und das hat sehr gut getan, trotz heftigem Muskelkater im ganzen Oberkörper. Oder gerade weil – die geschundenen Muskeln mal gründlich lang ziehen war ein schöner, entspannender Schmerz.

Die Meerschweinchen haben heute versehentlich ihren ersten (soweit ich weiß jedenfalls) richtigen Regenguss erlebt. Das Gewitter kam so unerwartet und schnell während wir beim Einkaufen waren, dass keine Chance bestand, nach Hause zu fahren und die Schweinchen schnell ins Haus zu schaffen. Die Schweinchen sind aber immerhin so klug, dass sie sich alle unter die regendichteren Unterschlüpfe gekauert und einfach abgewartet haben. Jetzt müssen wir nur hoffen, dass sich keins erkältet hat. Aber sie waren nicht sonderlich nass, als wir nach Hause kamen und sie rein holten, das lässt in dieser Hinsicht hoffen.

Das war aber auch ein Guss. Kaum 10 Minuten in der Dauer aber so heftig, dass ich im Auto kaum noch was sah und mich auf die Sensoren verlassend um die Kurve tastete. Uff.

Tag 1835 – Hoffnung auf Pilze.

Ich weiß, Sie haben noch Hitzewelle, jaja. Wir nicht so, beziehungsweise seit heute ist auch die norwegische Version von Hitzewelle vorbei und es regnet. Immerhin regnet es noch bei 20 Grad und noch nicht wieder bei 10.

Wenn der Sommer vorbei ist, kommen die Pilze und hier könnte ich jetzt sehr viel Häschtäck Pilzliebe reinkübeln, aber eigentlich trauere ich noch dem Sommer hinterher. Ich will jetzt keinen Herbst mit Corona und allem, noch nicht mal mit Pilzen.

Generell war meine Stimmung heute irgendwo nah am Gefrierpunkt. Abends hab ich dann noch mit Herrn Rabe gestritten. Regen, innen wie außen.

Tag 1834 – Platt und missmutig.

Diese monatlichen Stimmungsschwankungen sind etwas anstrengend, auch heute wieder. Je normaler der Zyklus*, desto schlimmer das PMDS, desto früher will ich also Leute anlasslos langsam zu Tode foltern. Was, das vermute ich allerdings nur, eigentlich eine Projektion meines – genauso anlasslosen – Selbsthasses ist. Hormone. Geile Sache.

Jetzt liege ich also auf dem Sofa und hoffe, dass ich noch mal hoch komme, sehe da aber die ein oder andere Herausforderung drin. Ich muss aber noch so viel, Pizzateig machen zum Beispiel, und Sport machen. Ich möchte aber ein weiteres Schokoladeneis (eins hatte ich schon beim Arbeiten) und schlafen, schlafen, schlafen, auf dass die Laune morgen besser ist. Als würde ich nie dazu lernen, weil die Laune einfach nicht von sich aus besser werden wird, weil die Hormone erst kurz vor der Periode fertig sind damit, mir die Laune zu verhageln. Biologie. SO SCHÖN.

(Ach würd ich nur hormonelle Verhütung besser vertragen. Aber das ist es nicht wert.)

Dabei war heute gar kein schlechter Tag, so insgesamt. Wir inspizieren wieder, und zwar zum Ausprobieren Teil-Remote. Wir gehen schon vor der eigentlichen Inspektion einen ordentlichen Batzen Dokumentation durch, treffen mit dem Hersteller auch schon mal detaillierte Absprachen, was wir alles noch anschauen wollen, damit die entsprechend vorausplanen können, wer wann erreichbar oder vor Ort sein muss und eventuell Leute instruieren können, Verfahren xyz zusätzlich zu ihrem eigentlichen Spezialgebiet abc zu präsentieren. Wir versuchen dadurch, Zeit On-Site zu sparen und auch Kontakte On-Site zu minimieren. Das macht für uns unterm Strich leider mehr Arbeit, aber so ist das eben 2020. Ich finde es allerdings tatsächlich spannend, neue Wege auszuprobieren und es war auch offen gestanden eine wahre Wohltat, wieder ganz stinknormale Inspektionsaufgaben zu erledigen. Insofern war der Arbeitstag gut.

Jetzt muss ich nur noch, aus Gründen, wie so eine Löwenmutter drum kämpfen, dass unser neuer Kollege, der in eineinhalb Wochen anfängt, nicht ganz allein in eine andere Etage gesetzt wird. Herrje. Wer denkt sich sowas aus???**

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*Ich habe jetzt ab und an anovulatorische Zyklen. Das ist in meinem fortgeschrittenen (hahaha) Alter wohl normal, finde das trotzdem nicht unbedingt amüsant.

**HR.

Tag 1833 – Nicht viel los gewesen.

Alltag halt (yeah!). Homeoffice mit vielen Meetings und emails. Michel hat’s in der Schule mit dem Fuß übertrieben und jetzt ist der Fuß wieder ein bisschen dick und tut auch wieder weh. Michel war nach der Schule im Hort und die waren wieder bei der Betreuerin mit den Pferden, diesmal haben wir ihm aber Ceterizin mitgegeben und die Betreuer*Innen instruiert, dass er eine halbe davon nehmen soll, bevor sie los fahren. Das hat gut geklappt und Michel konnte dann sogar ein bisschen Sulky fahren. Pippi war im Kindergarten und die haben einen Ausflug nur mit den Vorschulkindern gemacht. Dementsprechend platt war Pippi aber nachmittags. Abends Sport mit Herrn Rabe und uns tut inzwischen alles weh vor Muskelkater aber das ist das gute Wehtun, nicht das verspannte Homeoffice-blöde-Stühle Wehtun.

Jetzt Bett. Die neue Unsicherheit angesichts steigender Fallzahlen überall frisst viel meiner Energie und ich brauche wieder mehr Schlaf. Gute Nacht!

Tag 1829 – Dies und das.

Ich war heute relativ viel alleine und das war schön. Erst war ich bei der Friseurin, jetzt sehe ich etwas anders aus als vorher:

Undercut und Jutebeutel…

Dann bin ich ins große Einkaufszentrum gefahren, dabei habe ich laut Musik gehört (wieder einmal eine ausgeprägte Muse-Phase bei mir, ich liebe es einfach) und im Einkaufszentrum habe ich dann außer der Dinge auf der Liste (Federmappe für Michel, Anspitzer, Trinkflasche, Socken für Michel) noch Zeug für mich gekauft, nämlich einen Arbeitsrucksack, der nett aussieht, bequeme Gurte hat und in den mein Laptop samt Lade- und sonstigem Gedöns passt:

War im Angebot. Hätte ich vielleicht auch für den eigentlichen Preis gekauft, weil ich nach sowas schon länger erfolglos gesucht habe.

und Socken und Unterhosen. Alle 5 Jahre kann eine mal neue Unterhosen kaufen, finde ich. Zum ersten Mal habe ich gleich einen ganzen Satz gekauft, obwohl die einzeln und nicht im x-Fach-Pack verkauft wurden. Über sowas preislich nicht so sehr nachdenken müssen, ist schon sehr schön und auch privilegiert, ich weiß das aus erster Hand, leider. Als nächstes kaufe ich mir dann 10-20 Paar Falke-Socken (nein, Happy Socks können nicht gegen Falke anstinken, sorry). Bis dahin müssen es die Lindex-Socken tun, aber die haben in der Qualität leider stark nachgelassen, von den zuletzt gekauften 4 Paar lebt nach nicht mal zwei Jahren nur noch eines.

Abends habe ich dann mit Herrn Rabe erst die Bude gründlich gelüftet (Hitzewelle jetzt auch bei uns, aber voll im Rahmen mit knapp unter 30 Grad und nächtlicher, deutlicher Abkühlung) und dann Pippis Geburtstagskuchen gebacken, für die Kinderparty morgen. Es wird ein Regenbogenkuchen mit… naja. Interessanten Farben. Vom Regenbogen inspiriert. Oder so.

Leberwurst und grau dürfen halt in keinem Regenbogen fehlen.

In der Form sah es schon besser aus.

Ich werde berichten, wie es fertig gebacken aussah. Von außen schon mal gut, von innen gibt es eben erst morgen.

Tag 1828 – Wer kann da widerstehen?

Heute war Michel, aus Gründen, nicht im Sporthort. Pippis Kindergarten hat heute und Montag zu, Aber Pippi spielte den ganzen Tag mit und bei den Nachbarsmädchen, deren Kindergärten auch alle geschlossen waren. Michel nicht. Michel wollte unterhalten werden. Möglichst mit wenig bewegen. Ich hatte aber auch Pläne und so kam es, dass ich mit Michel zum Bauernhof fuhr, wo ich Gemüse erntete und Eier holte, während Michel im Auto ein Stück namens „Pro kil“ komponierte. Ich war nach dem Ernten gar gekocht – erst auf dem Feld bei 30 Grad und dann noch im Gewächshaus aka Riesensauna mit Kräuter-Tomaten-Gurkengrünaufguss – Michel hatte die Klimaanlage laufen und sehr viel Spaß. Ich hatte auch Spaß, so ist das ja nicht, ich krieche da gerne durchs Feld.

Diese wunderbare Insektenweide ist nicht rechtzeitig geernteter Brokkoli. Ja, aus den grünen Köpfen entwickeln sich die Blüten.
Roter Grünkohl, hübsch und lecker. Nein, man muss wohl heutzutage nicht mehr bis zum Frost warten, um Grünkohl zu ernten.

Ich werde noch Grünkohl-Missionarin. Das ist so lecker! Mjaaaamm!

Das war wie immer schön und mit ein paar rhythmischen Anpassungen ist auch „Pro kil“ ein cooles Lied.

Tag 1827 – Endlich wieder Blasen an den Füßen.

Herr Rabe musste heute alleine trainieren, denn ich war fremdsporteln. Meine Freundin M. (schon wieder ne M. Hmm also für die Referenz: die Nähmutter) hat organisiert, dass der Papa eines weiteren Kindergartenfreundes von Pippi und auch I. während der Sommerferien ein kleines Grüppchen Ex-Tanz-Mütter unterrichtet. Bei ihr zu Hause. Gestern lud sie mich dazu ein, ich guckte ein Video an, es sah beim groben Drübergucken ohne Ton aus wie HipHop, ich dachte „scheiß drauf, Hauptsache Tanzen“ und sagte zu.

Und so hatte ich dann etwas unvorbereitet eine Stunde in zeitgenössischem afrikanischen Tanz. Nix HipHop. (Was gut war, HipHop hab ich zuletzt vor mindestens 15 Jahren getanzt.) Es war richtig gut und sau anstrengend, der Lehrer hat ein ordentliches Tempo vorgelegt und die Musik wurde immer schneller. Die Musik hat mir auch sehr gut gefallen, aktuelle afrikanische Club-Musik kannte ich noch nicht, macht aber Spaß. Ich würde mich sonst wohl eher nicht zu afrikanischem Tanz anmelden, weil ich ganz schreckliche Cringe-Gefühle beim Gedanken an kalkweiße Nordeuropäer*Innen in erdfarbenen Gewändern, die sich zu Trommelmusik wiegen, kriege. (Diese Sorge ist nicht unbegründet, ich habe da viel Schlimmes gesehen, als ich noch deutlich aktiver getanzt habe. Da kannte ich den Ausdruck kulturelle Aneignung noch nicht, aber das hat wohl das Fremdschämen ausgelöst.) Heute waren aber keine erdfarbenen Gewänder zu sehen, nur schwitzende Mittdreißigerinnen und ein gut gelaunter und sehr professioneller und auch schwitzender Tanzlehrer, der uns Ex-Ballerinas geduldig sozusagen immer tiefer in den Boden drückte. Mit guter Laune und ohne Erbarmen. Kurz was trinken und dann nochmal und nochmal und nochmal. Der Schweiß lief, aber nochmal und nochmal und so lange bis die Choreografie sitzt und dann noch mal so lange bis die Konzentration zu sehr nachlässt und man wieder anfängt, sich zu vertun. Dann kurz was anderes zum Hirn auflockern und dann noch drei mal. So muss ein gutes Tanztraining sein.

Ich hab sicher 2 Liter Wasser ausgeschwitzt, laut Uhr 497 kCal verbrannt, mir an jedem großen Zeh eine fette Blase geholt und habe eine Stunde lang zwar sehr viel geschnauft, aber auch fast durchgehend gegrinst. Herrje, wie mir das Tanzen fehlt. Herrje, wie albern glücklich mich das macht.

(Netter Nebeneffekt: bis auf die Blasen tut mir endlich mal wieder NICHTS weh. Einmal alles durchgeschüttelt.)

Hach ja. Vielleicht sollte ich mich doch in der Tanzschule anmelden. Dann kann ich halt die Hälfte der Termine nicht. An der anderen Hälfte hab ich aber Spaß.

Tag 1824 – Uffz.

Ein etwas zäher aber im Großen und Ganzen ereignisloser Arbeitstag liegt hinter mir. Was gut ist, in Covid19-Zeiten* als Medikamentenbehörde, denn das heißt, es brennt grad nicht überall die Hütte. Hinter Herrn Rabe liegt ein aufregenderer Arbeitstag, denn der hat heute bei einem neuen Kunden angefangen und arbeitet jetzt für das norwegische Finanzamt. Auch da macht er natürlich wieder irgendwas mit Computern, fragen Sie mich einfach nicht, sondern im Zweifel ihn auf einem Kanal Ihrer Wahl. Morgen ist er auch wieder im Büro und ich fahre auch ins Büro, aufregend, alle aus dem Haus!

Hier ist der Spätsommer noch mal im vollen Gange. Generell nicht meine allerliebste Jahreszeit aber es ist wenigstens warm und sonnig und die Hitzewelle bedeutet für uns bis knapp unter 30 Grad mit dem üblichen Wind – es ist sehr gut auszuhalten. Selbst die gestrige Gartenarbeit ging sehr gut bei dem Wetter.

Herr Rabe hat heute mein Sportprogramm mitgemacht, das möchte er jetzt öfter machen, er ist nämlich neidisch auf meine schicken Muckis schmerzfreien Schultern. Es hat auch echt Spaß gemacht, nicht alleine zu sporteln. Meine Beine sind jetzt zwar der totale Pudding aber von nichts kommt ja nichts, auch keine starken Oberschenkel.

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*die norwegischen Zahlen deuten den Beginn einer zweiten Welle an. Tourismus, Studentenfeiern, Familienzusammenkünfte. Schkotze ehrlich gesagt, und sehe schon unseren Inspektionsplan für den Herbst wanken. Das wäre gelinde gesagt uncool, denn das ist ja alles nur aufgeschoben und wird eh durch den Backlog von März-Juni schon einigermaßen stressig.