Tag 486 – Von Zellen, vom Schwimmkurs und von Mandeln. 

Das Wichtigste vorweg: der Versuch ist bisher ganz gut gelaufen. Mit zwei Personen und zwei Zelllinien geht das viiiiieeeeeel entspannter als alleine mit drei Zelllinien. Es war fast schon zu einfach, es entstand nämlich eine etwa zweistündige Pause ohne was zu tun. Da dachte ich, ach komm, nächste mal eben die Abbildung, die der Chef haben will, fertig. Bisher sieht die so aus: 

Das hab ich in Excel gemacht, weil ich sowas in Excel in drei Minuten mit nem achtel Gehirn zusammenklicke. Übung und so. Was Excel aber nicht kann: für jeden Datenpunkt individuelle Fehlerbalken anzeigen. Also sollte ich Sigma Plot nehmen. Kein Problem, dachte ich, Sigma Plot habe ich damals auch für ein paar Abbildungen in meiner Masterarbeit benutzt, weil Excel nämlich auch nicht mehrere Y-Achsen pro Diagramm darstellen kann. Für Chromatogramme braucht man aber manchmal mehr. So… fünf oder so. Ist ja auch egal, ich machte mich also and Werk, installierte das Programm von unserer Uni-Programmbibliothek und… scheiterte kläglich. Nach den zwei Stunden war ich bereit, meinen ganzen Schreibtisch anzuzünden, als ich nämlich endlich geschafft hatte, ein halbwegs ansehnliches und vor allem nicht total falsche Daten enthaltendes Diagramm zu erzeugen stürzte das Programm ab, ich musste es kalt abwürgen, und danach hatte es alles vergessen, was ich mühselig erarbeitet hatte. Drecksprogramm. Alternativvorschläge werden gerne angenommen. 

—

Ich durfte heute mit Michel zum Schwimmkurs. Mein Großer. Er macht das echt super, am Anfang musste ich ihn zwar noch ein bisschen an die Hand nehmen, aber dann machte er anstandslos und mit großem Spaß alle Plantsch-Übungen mit. Nach Geplantsche im Wellenbecken (in einem extra abgesperrten, für Vierjährige Stehbaren Bereich und ohne Wellen) mit Sich-Gegenseitig-mit-Wasser-begießen und „Alle rennen so schnell sie können ans andere Ende und dann nochmal mit den Händen wie einen Pfeil vor uns geformt“ hopsten sie vom Rand ins tiefere Rutschenbecken. Da können die Zwerge nicht stehen, es geht darum Ihnen die Angst eben davor zu nehmen. Also hopste immer ein Kind in die Arme einer der Schwimmtrainerinnen, vorwärts, rückwärts, hoch, mit Quietschen und ohne. So niedlich. Und hab ich erwähnt, das Michel das unheimlich toll findet und ganz toll mitgemacht hat?

Ich saß übrigens die 45 Minuten einfach rum und strickte. Das war schön. Ab und an sah ich auf und lächelte Michel zu, zweimal hab ich sogar gewinkt. Die ruhigsten 45 Minuten der Woche: in einem Spaßbad. (Eine andere Mutter helikopterte brav ihrem Kind zum Rutschenbecken hinterher. Und zurück. In der Zwischenzeit hatten sich aber andere Leute an ihren Platz in der Eltern-Area gesetzt. Und kein Platz mehr frei. Fast gab es einen Eklat, ich packte schon vorsorglich die Stricknadeln fester um mich gegen eventuelle Angriffe verteidigen zu können, aber dann war der Kurs zu Ende und die Mama und ihr Kind zogen scharf ausatmend gen Dusche ab.)

—

Morgen ist im Kindergarten Weihnachtsfeier und jeder soll was zu Essen mitbringen. Mein Internet sagte im Vorfeld an verschiedensten, mir vertrauenswürdig erscheinenden Stellen, Gebrannte Mandeln selber machen sei total einfach. Ich mag sehr gerne gebrannte Mandeln und dachte deshalb schon am letzten Wochenende, dass ich das mal ausprobieren könnte. Der erste Versuch ging wegen Zaghaftigkeit in die Hose und ich fand auch einfach mal ca. tausend ziemlich ähnliche Rezepte, hier also das tausendunderste, mit Bildern, und sozusagen die Quintessenz aus allem was ich dazu las. 

Als erstes nimmt man Wasser und Zucker und Zimt, tut es in eine Pfanne und stellt den Herd auf Kernschmelze. Die Mengenverhältnisse sind so etwa 1:2-1:1 Zucker zu Mandeln, ca. 1:2 Wasser zu Zucker und Zimt nach Geschmack. Wir mögen Zimt: ich nahm für 500 g Mandeln einen Teelöffel. Und 400 g Zucker und 200 mL Wasser. Man kann wohl auch Vanille(-schote/-zucker) mit rein machen. Ich brauch das aber nicht. 

Naja, also das steht dann auf dem Herd, man kann das mal durchrühren, damit sich der Zimt etwas besser verteilt. Wenn es kocht, kommen die Mandeln mit rein. Man kann da aus dem Mandeln wohl auch ne Wissenschaft machen. Hier gibt es nur eine Sorte, die nahm ich. Das kocht dann eben so rum, ziemlich lange dauert das, bis das Wasser verkocht ist. Man kann das ab und an umrühren. 

Phase 1: noch Wasser da.


Wenn das Wasser dann endlich weg ist, wird das ganz schön trocken. Ab jetzt muss man rühren (und fotografieren wird schwierig). Beim 1. Versuch hab ich da abgebrochen, weil ich eins der tausend Rezepte so interpretiert hatte. Man kann, wenn einem sowas passiert, einfach alles nochmal in die Pfanne kippen, nen Schluck Wasser dazu und quasi von vorne anfangen. Hab ich ausprobiert. 

Phase 2: kein Wasser mehr da.


So, und jetzt rührt man so lange, bis man eine ansprechende Menge karamellisierten Zucker außen an den Mandeln kleben hat. 

Phase 3: der Zucker karamellisiert (n bisschen noch…)


Wenn man sich dann nicht mehr traut, weiter drauf rumzubraten, kippt man alles auf ein Backpapier. Abkühlen* lassen, fertig. 


* warm schmecken sie natürlich am Besten. Aber mit ein bisschen zu warm kann man sich echt fies die Zunge verbrennen. Machen Sie das nicht. 

Tag 485 – Weihnachtsdings 1

Ich bin nicht eingeschlafen. Trotz todesmutigen zwei Gläsern Wein. 

Ich hab immer noch Weihnachtliche Anwandlungen und alle lieb. 

Morgen früh um acht hab ich ein Date mit Mr. I trust you im Zelllabor. 

Ob ich mich jemals an die Diskrepanz zwischen betrunkenem Norweger und nüchternem Norweger gewöhne?

An meine besorgten Freund*Innen: wie süß ihr seid! Und Entwarnung. Die Fibroblasten müssen noch ein bisschen mehr wachsen. Also nur 72 Platten morgen. 

Tag 482 – Wochenende.

Hier mal wieder viele Bilder von unserem Wochenende. Kommen Sie, sehen Sie! Wilde Kinder in ihrer natürlichen Umgebung!

Frühstück. Pippi hat sich durch Gemecker auf meinen Schoß gemogelt und prökelt jetzt den Frischkäse von meinem Brötchen.

So sieht sie danach aus, die alte Rübennase. Außerdem hat sie Brötchen in den Haaren. Also gehen wir alle ausgiebige Körperpflege machen.

Frisch geduscht und gebadet machen wir einen Ausflug. Herr Rabe muss noch was von seiner Arbeit abholen und er zeigt uns das leere Großraumbüro. Michel ist beeindruckt von den hoch- und runterfahrbaren Schreibtischen und dem Wasserhahn, aus dem Sprudelwasser kommt. Ich bin beeindruckt davon, dass Menschen es schaffen, in so einem Großraumbüro irgendwas zustande zu kriegen. Für mich wär das nix.

Pippi schläft und hat sich dafür in alter Tradition das Licht ausgemacht. Michels Hund schläft auch.

In der Stadt wurde die Weihnachtsbeleuchtung angebracht.

Herr Rabe: „Guck mal, Michel, hast du schon die Sterne gesehen?“
Michel: „Hä?“

Herr Rabe: „Ja, da, die leuchtenden Sterne! Die Weihnachtsbeleuchtung!“

Michel: „Papa, das sind ja keine Sterne. Das sind Schneeflocken!“

Herr Rabe ist schwer begeistert von so viel Klugscheißertum. Siehe Bild. 

Zu Hause: kochen, essen, Quatschnasen bespaßen, Quatschnasen ins Bett bringen, Aufräumen, Schnecken füttern, Pilze ansprühen, Wäsche abhängen, Wäsche aufhängen, einen Haufen Teige ansetzen. So viele, dass ich sie beschriften muss. (Nicht im Bild: Vorteig für Pizzateig.)

Sonntag. Michel pellt sich sein Ei selbst und ist dabei dem Anlass entsprechend hoch konzentriert. Herr Rabe hat Pancakes gemacht und ja, wir haben einen Adventskranz.

Das war heute in meinem Adventskalender. Ich hoffe, ich schaffe es, mir bis Freitag die Fingernägel zu lackieren. Da haben wir nämlich Weihnachtsfeier und das Blau würde total gut zu meinem Kleid passen, dazu noch das Glitzerzeug vom 1., das wird fein!


Sonntag ist Maus-Zeit.


Das Wetter ist total mies und wir stubenhockern in Schlafanzügen herum. Ich bin mit meinen Teigen beschäftigt, versuche zwischendurch ein bisschen zu putzen und fahre zu allem Überfluss zwischendurch zur Arbeit. Hier der Ausblick aus dem Zelllabor. Es ist halb drei. Heute wurde es nicht richtig hell.


Wieder zu Hause, hilft mir Pippi tatkräftig beim Backen, indem sie sich die Topfhandschuhe anzieht und davonflitzt.

Eins der Resultate: ein Kassler. Sieht so hübsch aus, war aber dank totaler Übergare (Danke, blöde Zellkulturen, die ihr viel mehr gewachsen wart, als ich angenommen hatte) leider recht flach geblieben. Egal. Schmeckt trotzdem.


Beim Abendessen. Erst macht Pippi bei jedem Bissen „Hmmmmmmm, njomnjomnjomnjom!“, dann checkt Michel kurzerhand Pippis Zahnstatus und will danach Baby-Zahnarzt werden. Diese Kinder, ey. So niedlich. Hachz.


(Und außerdem hab ich gebrannte Mandeln gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.)

Tag 478 – Auf jeden Fall Rotwein!

Ich sachs mal so: 

  • Das mit zwei Adventskalender selber basteln war ne blöde Idee.
  • Das hat ca. fünfhundert mal so lange gedauert wie angedacht.
  • Ohne Rotwein schier unerträglich. 
  • Über härtere Drogen kurz nachgedacht, aber keine im Haus und eigentlich sind mir meine Gehirnzellen dafür auch nach wie vor zu schade. 
  • Dem Ergebnis gebe ich eine lieb gemeinte drei vier. 
  • Den Kindern ist ja glücklicherweise egal, wie das aussieht. Hauptsache es ist das Richtige drin. 
  • Bitte lass das Richtige drin sein. 
  • Ich definiere hiermit den Zeitpunkt, zu dem Kinder alt genug sind, Adventskalender selber zu basteln, als den, wenn sie be- oder anmerken, wie hässlich dieser ist. 

Oben Pippi, unten Michel. Vorne Rotwein.


Morgen wird direkt erstmal ne Legofliege gebaut. Hurra!

Tag 476 – Information zum Schwimmkurs Woche 48-49-50

Morgen geht Michels Geburtstags-Schwimmkurs los. Etwas ungeplant wird es ein kurzer Kurs mit zwei Terminen pro Woche, aber er hat sich so drauf gefreut, dass ich es nicht übers Herz gebracht hätte, ihn bis Februar hinzuhalten, wenn die normal langen Kurse mit 12 Terminen und 1 Termin pro Woche starten. 

Wie dem auch sei, damit wir nichts falsch machen, bekamen wir eine Mail vom Veranstalter, die ich unten einfach mal übersetzen werde. Damit Sie auch was davon haben. 


Info Schwimmkurs Woche 48-49-50

Trondheims Schwimm- und Lebensrettungsverein wünscht alle angemeldeten Teilnehmer Willkommen zum Schwimmkurs im Pirbadet, der in Woche 48 startet. Diese Kursphase geht über sechs Termine, mit zwei Terminen pro Woche. Die Kurse finden im Wellenbadbecken statt, aber manche der fortgeschrittenen Kurse finden im großen Becken statt. Wünschst du mehr Information zum Kursbetrieb, schau auf unsere Website.

Zugangsticket

  • Jeder Teilnehmer bekommt ein Zugangsticket ausgehändigt, das für alle 6 Kurstermine gültig ist. Dieses Ticket ist gültig ab 15 Minuten vor Kursbeginn und bis 35 Minuten nachdem der Kurs im Becken beendet ist. 
  • Bei verlorenem/ vergessenem Ticket kontaktiere (mailadresse). Ein Tagesticket wird gegen eine Gebühr von 20 NOK an der Kasse ausgestellt. 

Eintreffen 

Alle Kursteilnehmer werden von den Instruktoren begrüßt, wenn sie aus der Dusche kommen. Ankunft ist 5 Minuten vor Kursstart.  Von da gehen alle gesammelt zum Kursbereich. Nach dem Kurs werden alle zurück zum Zreffpunkt begleitet. 

Eltern/Begleiter

Eltern/ Begleiter bekommen  EIN Begleiterticket, das im gleichen Zeitraum gültig ist, wie das Ticket des Kindes. Der Verein macht darauf Aufmerksam, dass den Eltern nicht gestattet ist, die Badeanlage zu benutzen, während der Kurs läuft, <ROT> das kann gemacht werden, wenn man 65 NOK bezahlt, bevor man rein geht (gilt nur, während das Kind Unterricht hat). Niemand hat Zugang zum Beckenbereich mit normaler Kleidung, nur Badezeug oder Shorts und T-Shirt. </ROT> Es ist eine eigene Zone für Eltern markiert, die an Land sitzen sollen während der Kurs läuft. Das muss eingehalten werden. 

Extra Baden

Es ist für Kursteilnehmer möglich, nach dem Kurs gegen eine Extragebühr von 60 NOK pro Person zu* baden. Wird an der Kasse bezahlt bevor man in die Garderobe geht. 
Achtung! Teilnehmer unter 10 Jahren dürfen dieses Angebot nicht wahrnehmen, ohne Begleitung eines Erwachsenen im Becken. 



Ausgabe der Zugangstickets

Um Schlangen/Stress zu vermeiden, empfehlen wir, dass das Zugangsticket 25-30 Minuten vor dem ersten Kursabend des Teilnehmers im Pirbadet abgeholt wird. 

Bewertung/Empfehlung

Du kannst die Webseite verfolgen, Empfehlungen für neue Kurse werden nach Kursende hier veröffentlicht. 

Eventuelle Fragen können an den Schwimmkurstyp gerichtet werden. 

Wir wünschen alle Teilnehmer herzlich Willkommen beim TS&LK und Pirbadet.

*genau genommen steht da ‚und‘ und nicht ‚zu‘. Sehr häufiger Fehler, den Norweger*Innen im Norwegischen machen. Og (Und) und å (zu) spricht sich nämlich im Sprachzusammenhang identisch aus. Ein Vokal zwischen A und O, wenn Sie’s genau wissen wollen. 

—

Morgen geht Herr Rabe mit Michel, aber ich muss da auch mal hin und mir den eingezäunten markierten Elternbereich ansehen. 

Tag 475 – Grummeltag. 

Eigentlich guter Tag, einiges geschafft, aber dank PMS ne Laune zum alles anzünden bei jeder Kleinigkeit. Ich spare mir die Worte jetzt auch und notiere nur kurz was gut war:

  • Super aussehendes Paderborner gebacken. 
  • Mein Roggensauer hat sich erholt. 
  • Die Austernpilze sind zum Teil sehr bald erntereif. 
  • Der Rotwein den ich gestern aufgemacht hab schmeckt echt saulecker und macht keine Kopfschmerzen. 
  • Pippi hat total niedlich gesungen heute. Sie singt die Lieder, die sie aus dem Kindergarten kennt, man erkennt es bloß nicht sofort. Heute: „Aaahhhhh hödeldödeldödel Aaaahhhh hödelblödelblödel aaaaaahhhhh blödelblödelblödel… Daaaaaa!!!“ *klatschen*. Übersetzt heißt das „Ooohhhh boogieboogieboogie, Ooohhhh boogieboogieboogie, Ooohhhh boogieboogieboogie, og så er vi klar igjen!“. Es. Ist. So. Niedlich. Vor allem, wie sie beim Singen schräg nach oben schaut. Man weiß direkt, wie die Kinder im Kindergarten beim Singen gucken. 
  • Michel hält oben genanntes Lied für ein Weihnachtslied, weil sie das auf der Weihnachtsfeier singen werden. 
  • Michel zieht sich jetzt alleine um, wenn er ins Bett will. Scheinbar geht die Taktik „wenns irgendwie einrichtbar ist, helfe ich ihm bei Sachen, die er eigentlich schon kann, weil er sich dann besonders lieb gehabt fühlt“ endlich auf und er will endlich mal Dinge selbst machen. 
  • Ich hab das Bad geputzt und Haare gefärbt. (Gleichzeitig. Ammoniak, Chlor, Essigsäure. Vielleicht fällt mir jetzt ein paar Tage lang mal nicht auf, wie schlecht manche Menschen riechen.)
  • Punkt. 

Gute Nacht. Morgen dann: Post vom Schwimmkurs. Denken Sie, Deutsche hätten einen Hang zum Orgawahn? Dann waren Sie noch nicht in Norwegen.

Tag 473 – Schön, schön. 

Ein Tag, der sehr viel Potential hatte, richtig bescheiden zu werden, das aber nie tat. Angefangen hat es mit Kindern, die sich beim Abliefern im Kindergarten kaum noch verabschieden, weil sie es so eilig haben, mit Peers und Betreuer*Innen zu spielen und Weihnachtslieder zu singen und Raritäten für die Weihnachtszeit anzufertigen. Bei der Arbeit setzte ich mich dann direkt an die Präsentation, die ich um zwölf halten sollte, was ich seit, hmmm, drei Monaten weiß. Gestern hatte ich schon meine Daten eine Stunde lang mit meinem german stare sauer angestarrt, leider wurden sie davon auch nicht besser. Das war allerdings auch schon alles, was ich für die Präsentation bisher getan hatte. Also bastelte ich gute drei Stunden an der Präsentation, verzichtete auf so gut wie allen Text (keine Zeit!) und ein paar unwichtige Ergebnisse (keine Zeit!!!), machte aber ein paar hübsche Bildchen und Modelle in Power Point, weil ich das auch selber mag, hübsche Bildchen und Modelle gezeigt zu bekommen. Um zwanzig vor zwölf war ich fertig, wog kurz zwischen Kaffee und richtigem Mittagessen ab, schmierte mir dann ein Brot und aß es auf dem Weg zum Kaffee holen. 

Exkurs: ich hasse es, vor Leuten zu reden. Selbst, wenn es nur zwanzig sind und die alle meine Kollegen sind und ich wirklich, wirklich weiß, dass die mir nix böses wollen, ich mag es einfach nicht. Gar nicht. 

Der Vortrag war auf zwanzig Minuten ausgelegt, aber quasi dreigeteilt, weil das Projekt momentan drei lose Enden hat. Nach jedem Teil der Präsentation hatte ich sozusagen eine Diskussionsrunde eingeplant, weil wir teilweise echt festhängen und nicht weiter wissen und ich bat also um Input. Und Input und Diskussion bekam ich, niemand hielt mich für blöd, weil ich festhänge oder die Daten zu schlecht oder zu unaussagekräftig zum Publizieren sind. Voll supi, echt. Jetzt habe ich ein paar neue Ideen, was ich noch machen kann, um die losen Enden festzuzurren und etwas neue Motivation. Allerdings zog sich die Präsentiererei durch die viele Diskussion auf, tadadaaa, fast eineinhalb Stunden. Was mich am meisten überraschte, war dass ich hinterher von zwei Seiten spontanes Feedback zum Vortrag bekam, nämlich, dass das sehr gut gewesen sei, so viel Raum für Austausch zu schaffen und ich hätte eine unterhaltsame Art* zu präsentieren, schöne Modelle seien das gewesen. Sehr klar und übersichtlich**. Ich schaffte es sogar, das Kompliment einfach anzunehmen und nicht irgendsowas wie „ach, das hab ich heute morgen schnell zusammengeklöppelt, das war echt nicht der Rede wert“ rauszuhauen, wie sonst meistens. Ich muss mir dafür selbst mal auf die Schulter klopfen. Ich werde besser. (Also nicht beim Prokrastinieren, da werde ich schlimmer.)

Danach hatte ich mörderische Kopfschmerzen, aber noch Laborarbeit zu machen, das lief so lala. Zwischendurch trank ich noch einen (widerlichen Brüh-)Kaffee mit einem meiner Lieblingskollegen, der heute morgen schon angefragt hatte, was ich aber wegen des Vortrags ablehnen musste. Wir schnackten ein bisschen über sein neues Haus und Arbeit und mit wem von unseren Kollegen man lieber nicht zusammenarbeiten möchte, dann ging ich zurück ins Labor um weitere verrückte Ergebnisse zu erzeugen und dann war endlich, endlich Feierabend. Der gemeldete Starkregen passierte gerade, im Bus saßen viele nasse Menschen, meine Kopfschmerzen wurden nicht besser, dafür meldete sich mein Magen ziemlich deutlich. Insgesamt eine eher unschöne Heimfahrt. 

Auch eine eher unschöne Ankunft, denn nachdem Herr Rabe mit Blick auf seinen Kontostand*** meinte, wir könnten doch mal wieder auswärts Pizza essen, rastete Michel aus und wollte zu Hause bleiben. Tja, ich (mühsam unterdrückt) hangry, Michel (ohne es zu wissen) hangry, ungute Kombi. Wir kamen trotzdem ohne Mord im Restaurant an und nachdem die Kinderpizza auf dem Tisch stand war auch Michel wieder mehr als verträglich. Er aß sogar ein Stück von Herr Rabes und meiner**** Pizza und bat um extra viel Ruccola. Salat, so erklärte er mir beim ins Bett gehen, ist nämlich sein Lieblingsessen*****. Überhaupt war das Essen total lecker, die Kinder friedlich und niedlich und auch halbwegs sauber und insgesamt gesellschaftsfähig. Das kann man ja von einem 4- und einer 1-Jährigen auch weder erwarten noch immer behaupten. 

Dank Espresso nach und Cola zum und Ibuprofen vorm Essen waren wieder zu Hause sogar die Kopfschmerzen weg, Ich gönnte mir ein Mini Glas Rotwein (jaja, die Leber schreit, ich weiß) zu Gilmore Girls****** und Stricken und ja, doch, das war ein richtig feiner Tag. Meist. 

* Galgenhumor

** gezwungenermaßen, ain’t nobody got time for mehr als ein Ribosom pro RNA

*** im Dezember zahlen wir nur die Hälfte der Einkommenssteuer*******

**** wir hatten jeder eine, aber tauschten nach der Hälfte

***** und Zebra, sagte er. In echt ist sein Lieblingsessen nach wie vor Nudeln ohne alles. 

****** noch nicht die neuen Folgen, ich bin jetzt bei S07E20

******* Dafür zahlen wir sonst halt mehr. Die Jahressteuer teilt sich auf 10,5 Beitragsmonate auf. Im Juni zahlen wir keine, im Dezember nur die halbe Einkommenssteuer. So hat man, unabhängig von irgendwelchen Betriebs- oder Gewerkschafts-Vereinbarungen quasi Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das man übers Jahr selbst anspart. Ist ne nette Sache, aber nicht(!) ein Geschenk vom Staat, wie es gerne mal auf Facebook behauptet wird. 

Tag 471 – Sie werden so schnell groß…

Ich rede von den Schnecken. 



Ja, sie hat probiert, ob ich essbar bin. Ja, das fühlt sich sehr lustig an. Ja, auch das auf der Hand rumkriechen fühlt sich lustig an. 

Wussten Sie, dass Schnecken beim Kriechen tatsächlich Geräusche machen? Ich auch nicht. So ein leises Geschmatze ist das. 

Zu Weihnachten wünschen sich die Schnecken eine Heizmatte fürs Terrarium, tagsüber kühlt die Wohnung doch ganz schön ab und wir sehen die Schnecken kaum noch, weil sie sich immer komplett eingraben. Eier haben sie auch noch keine gelegt, das heißt wohl, dass sie sich nicht ganz wohl fühlen. Ab und zu buddeln wir sie aus, um zu gucken, ob es ihnen gut geht. Tut es, aber optimal ist’s halt nicht. 

Tag 470 – Hupsi. 

Hab ich mich doch versehentlich selbst mit Einschlafbegleitet. Tja. Also Pippi schläft jetzt. Ich wurde durch einen emailplingelton wieder wach, weil ich nämlich eine Mail auf meine RICHTIG EIGENE Blog-Mailadresse bekam. Die gab es nämlich zur *Trommelwirbel* neuen blogdomain dazu. Gestern Abend überzeugte mich Herr Rabe sehr spontan vom Erwerb der rabensalat.blog Domain, ich wollte dann noch ein mach-die -Werbung-weg-Paket dazu und Herr Rabe meinte, ein Privacy-Dings (das unsere Namen nicht als Seiteninhaber angezeigt werden) sei auch nicht schlecht. Und siehe da: nach nur kurzer Verwirrung klappt das alles wie am Schnürchen. Ich mag WordPress. Dafür kostet mein kleines Hobby hier jetzt ein bisschen was. Aber echt nur ein bisschen. 

Also: Fanpost an die Mailadresse, die ich gleich noch ins Impressum schreibe (haben Sie überhaupt gemerkt, dass ich jetzt ein Impressum habe? Mir wurde gesagt, man bräuchte eins. Also machte ich eins, halbherzig und bestimmt nicht rechtssicher, und die ersten fünf Monate war es außerdem unsichtbar, wegen Dooftrotteligkeit meinerseits, aber hey, man kann nicht alles haben.) und Bilder von Schnecken auch gerne (Dankeschön, ich hab mich sehr gefreut!).