Ich bin zum Umfallen müde. Wirklich. Nix geht mehr. So viel schon mal: wir hatten einen schönen Tag, allesamt. Herzlichen Glückwunsch, kleiner Murch! <3
Kram
Tag 426 – Die Hochzeit.
Heute die Langfassung, nachdem ich ausgenüchtert bin.
Diese Hochzeit war ja einfach mal komplett anders, als alle anderen Hochzeiten auf denen ich überhaupt je war, und so langsam sind das ja auch einige. Sie war nämlich extrem durchgeplant von einem richtig echten Weddingplanner. Sowas kenne ich nur aus dem Fernsehen. Ehrlich. Meine Freunde machen sowas nicht, schon alleine weil es einen Haufen Geld kostet. Aber naja, diese (meines Onkels) Seite der Familie hat ja Geld. Es wurde also nichts dem Zufall überlassen. Von der Deko über das Essen (Probeessen zwei Tage vorher!) über die letzte Anpassung des Brautkleids am Vorabend zum Anschneiden der Torte auf einem beleuchteten Tisch mit Wunderkerzen mit dem Logo-Schriftzug der beiden Namen dran. Menükarten mit dem gleichen Design wie die Einladungkarten, Tischkarten, Sitzplan. Es gab sogar ne Hochzeitsprobe! Am faszinierenden fand ich aber, dass man von dem ganzen Brimborium im Hintergrund während der Feier selbst fast gar nichts merkte. Vermutlich macht das einen guten Weddingplanner aus: dass man ihn und seine Arbeit als Gast nicht bemerkt.
Die Trauung selbst war tatsächlich traumhaft schön, im Innenhof der Pousada unterm Orangenbaum. Zuerst marschierten die Trauzeugen und Brautjungfern (jaja, natürlich, je drei, und die Damen hatten ähnliche, aber nicht gleiche Kleider an, wie es muss.) zu Musik ein, dann der Bräutigam mit seiner Mutter (zum Allzeit-Karaoke-Schmetterklassiker „Wonderwall“) und dann die Braut mit ihrem Vater. Die Musik war eine tatsächlich gelungene Kombi aus Aufnahme und Live-Stehgeiger, mit E-Violine und vollem Emo-Körpereinsatz.
Den geringsten Redeanteil an der Trauung hatte die Standesbeamtin, die kurz zu Anfang was sagte, dann gab es je eine Rede vom Vater der Braut, von der Mutter des Bräutigams, vom Best Man und der Maid of Honour (die mir etwas leid tat, weil ihr zwei Monate altes Baby auf dem Arm des Papas die ganze Zeit wie am Spieß brüllte). Dann Trauzeremonie mit sämtlichen Formeln die es gibt bis auf das Ding mit dem Schweigen. Plus jeweils selbst geschriebene Vows von Braut und Bräutigam (in Heftchen mit dem Hochzeits-Design, natürlich), Ringtausch (die Ringe wurden von der zweijährigen Tochter der Maid of honour gebracht, und alle so: aaaaawwwwwwww!!!, es war aber auch so unheimlich süß) und Kuss und fertig. Klingt jetzt voll nüchtern, wenn ich das so schreibe, aber ich sachs mal so: ich brauchte sehr sehr viele Taschentücher und das lag nicht (nur) an der Sonne, die mir voll in die Augen schien. Und auch nicht daran, dass ich „bei Hochzeiten immer heule“, wie es ja vielen geht, mir nicht so, ich gehe ja auch immer erstmal nicht von einer Verbindung für immer und ewig aus, noch nicht mal (oder vor allem nicht?) bei meiner eigenen Hochzeit. Aber es war schon sehr schön, vor allem die Reden und überhaupt, das Ganze, so ein schönes Kleid, mit Schleier und dem ganzen Scheiß, den ich nie haben wollen würde, aber hier passte es einfach. Dann passt auch Heulen.
Nach der Trauung gab es nach den obligatorischen Gratulationsschlangen erstmal Snacks und Getränke, ich fokussierte mich auf Snacks, weil ich sonst wohl wen angefallen hätte vor Hunger. Das Paar machte dann weiter Fotos, es wurde überhaupt wahnsinnig viel fotografiert und gefilmt, später wurde das etwas nervig, als nicht nur ein Fotograf, sondern auch ein Videograf und ein Beleuchtungsheini mit einer grellen Lichtstange zwischen den Tanzenden auf der Tanzfläche herumhüpften. Jedenfalls war mit den Snacks quasi ein sechsstündiger Fressmarathon eingeläutet, mit vier Gängen und dann noch Hochzeitstorte, von der ich mein Stück da schon nicht mehr aufessen konnte, weil ich sonst echt einfach geplatzt wär. Das Essen war größtenteils echt sehr gut, der Nachtisch war bombastisch gut, dazu musste man etwas aufpassen, dass man nicht zu schnell den Wein trank, weil die Kellner das Glas immer voll hielten.
Wie das aber ja so ist, ist das Interessante bei sowas eher das Drumrum, deshalb hier ein paar Highlights aus den Tischgesprächen:
- Mein („kleiner“) Cousin, der sich aufregte, dass die kulturlosen Kanadier alle schon ihre Jackets ausgezogen hatten, obwohl der Bräutigam seins noch anhatte. Er ging dann echt hin und machte die an, worauf einer von denen mit ihm zum Bräutigam ging, der nur sagte „You know, I don’t give a f*ck.“.
- Mein („großer“) Cousin https://twitter.com/rabensalat/status/784496913231990784
- Meine Mutter (natürlich), die sich nur mit Mühe von der Idee abbringen ließ, man könne die Army-Kanadier bestimmt zum Pazifismus bekehren, wenn man nur gewaltfrei kommunizieren würde. Bei der Vorstellung, wie meine Mutter zu den Army-Kanadiern marschiert (die sich ja alle für lange Jahre, teilweise Lebenszeit, verpflichtet haben!) und denen sagt „Dass ihr Soldaten seid, macht mich sehr traurig, ich möchte gerne verstehen, warum ihr das System Konflikt wertschätzt!“ muss ich immer noch lachen. Das Beste war dann aber folgender Dialog zwischen meiner Mutter und meinem Cousin, der meine Auffassung teilte, dass die Army-Kanadier eine wie gewaltfrei auch immer geäußerte Kritik an der Armee mit großer Sicherheit als Angriff auf sie selbst und ihre Lebensentscheidung interpretieren würden: https://twitter.com/rabensalat/status/784526587224096769
- Die kleine Ringträgerin, die total begeistert davon war, dass ihr jemand vier Gabeln, drei Messer und drei langstielige Weingläser gedeckt hatte. Und ihr Papa, der panisch versuchte, ihr ohne Geschrei das meiste davon abzuluchsen. Dafür viel <3.
Danach eben mehr Fotos, mehr Wein, Hochzeitstorte (Uffz) und dann: Party. Da dann endlich auch größere Durchmischung der Gäste, noch mehr Wein (eieiei), irgendwann Whisky (der ging noch) und danach ein Zeug, was aussah wie Whisky und mir einfach in die Hand gedrückt wurde, ich ohne Hinterfragen herunterstürzte, das Gesicht ob des definitiv nicht Whisky-igen Geschmacks verzog und naja, danach war ich sehr lustig. Ich fragte den Typen, der mir das gegeben hatte noch, was das war und bekam die Antwort „I don’t have a clue. It sure tasted like the sum of bad life decisions.“. Möglicherweise war es Captain Morgan. Ist ja auch egal, danach war es wirklich lustig, es kam dann noch zu der Sache mit den Anklebe-Schnurrbärten, der Sache mit des Kanadiers Handy in diesem Tümpel (und vier Männern, die sich weigern, das wieder rauszuholen, weil is ja voll eklig, so Wasser. Aber Leute abknallen. Naja, Schwamm drüber.) und der Sache mit dem Wein auf und in meinen Schuhen. Ich schaffte es, der Braut auf der Tanzfläche für ein Foto ein Getränk in die Hand zu drücken, das Tanzen im Hochzeitskleid mit alkoholischem Getränk in der Hand ist eine Familientradition, die ich vor sieben Jahren startete. Zu dem Zeitpunkt trank sie aber schon gar nichts mehr, weil es ihr nicht soooo gut ging, also leerte ich das Glas auch noch. Die Musik war echt schräg, aber es wurde trotzdem viel getanzt, bis um drei Uhr die Party für beendet erklärt wurde.
Wir, also der Rest, der den Diskoschluss nicht als willkommene Gelegenheit zum ins-Bett-Gehen nutzte, nahmen dann noch die angebrochenen Flaschen aus der Bar mit (jaja, dämlich…) und setzten uns auf die Terrasse, einer der Kanadier heulte sich bei mir aus, wie unheimlich schlecht es ihm ginge, seine Frau hat sich von ihm getrennt und lässt sich scheiden, die 18 Monate alte Tochter sieht er deshalb nur alle zwei Wochen für vier Tage, es ist alles ganz schrecklich. Vielleicht strahle ich so große Mütterlichkeit aus, dass man mir sowas erzählt. Oder er hatte sich eine andere Reaktion erhofft, vielleicht in Richtung „warmer Schlafplatz neben Frau“ anstatt „Oh, I’m sorry to hear that!“. Kurz drauf war der Wein leer und nur noch Portwein da (bläh), da fand ich es sinnvoll, ins Bett zu gehen.
Insgesamt war es wirklich eine wunderbare Hochzeit. Und mein besonderes <3 geht an:
- Die Freundin meines Cousins, die sicher 1,85 m groß ist und mit unheimlichem Selbstbewusstsein krass hohe Schuhe trug und damit sogar meinen Cousin deutlich überragte, der 1,90 m groß ist. (Und die den Brautstrauß fing, zwinkerzwinker.)
- Die Portugiesische Cousine, die trotz Gipsbein mit Krücken wild tanzte und bis zum Schluss durchhielt. (Und die das coolste Kleid von allen anhatte.)
- Den Bad-life-decisions-Typen, der irgendwann aus Solidarität mit den barfuß tanzenden Damen die Schuhe auszog. Der auch echt gut tanzen konnte und drauf bestand, die Dame zu sein: wenn ich mich schon nicht führen lasse dann aber richtig.
- Die 87 Jahre alte Oma des Bräutigams, die konsequent mit allen Anwesenden Portugiesisch sprach.
Ach ja, doch, war schön. Und jetzt bin ich gleich wieder zu Hause, bei meinen Babies, das ist noch viel schöner.
Tag 425 – Kater.
Ähm ja. Das mit dem nicht so viel trinken hat nicht ganz so gut geklappt. Kurzzusammenfassung: die Trauung war sehr schön, das Essen größtenteils super, die Gespräche so hmm, alles war Bombe durchgeplant, die Party war trotz echt nicht so guter Musik echt gut.
Ich fischte das Handy eines der Armykanadier aus einem Tümpel, da war viel Moos involviert und ich muss jetzt mein Kleid waschen. Aus einem nicht mehr ganz vollständig zu rekonstruierenden Grund sind meine Schuhe gebadet in Wein, ich habe Sonnenbrand vom verkaterten Rumschimmeln heute, eine Blase auf dem großen Zeh vom Tanzen und bin nach vier Stunden „Schlaf“ letzte Nacht unendlich müde. Und zufrieden. Und müde. Morgen um sechs geht mein Flug.
Tag 424 – Portugal.
Ich bin ja jetzt in Portugal. Genau genommen bin ich in einer Pousada oben auf einem Berg hinter einem Kaff hinter einem etwas größeren Kaff hinter Porto. Oder, wie ich es gestern bei der Ankunft nannte:
Die Reise hierher war ok, lang halt, und anstrengend auch, die letzte Etappe mit der S-Bahn und dann die allerletzte mit dem Taxi zogen sich gefühlte Ewigkeiten, aber ich kam irgendwann doch an und wurde von meiner Mutter und meiner Tante empfangen. Großes Hallo und Sachen ins Hotelzimmer (ich wohne direkt in der Pousada, das kostet ein Schweinegeld, aber man gönnt sich ja sonst nichts, nicht wahr?) bringen, die Kleider aufhängen, dann: Menschen treffen.
- Meine Mutter: hat jetzt künstliche Wimpern. Ich brauchte mich schon keinem mehr vorstellen, ich bin „die Tochter“. Offensichtlich hat sie die letzten Tage allen von mir erzählt.
- Meine Tante: angeheiratet, zweite Frau von meinem Onkel, deshalb nicht die Mutter der Braut, die lebt leider nicht mehr. Trotzdem so aufgeregt wie die Mutter der Braut wohl wäre und außerdem angenervt vom Organisieren von allem.
- Mein Onkel: tiefenentspannt. Ich bin ewig dankbar, dass er mir zwei Bananen holte, nachdem mir um sieben (ja eigentlich schon acht) eröffnet wurde, Essen gäbe es erst in einer Stunde.
- Meine Omi: beängstigend dünn und noch beängstigender schusselig. In dauerndem Nörgel-Modus über die Pousada/den Service/das Essen. Emily Gilmore, nur älter.
- Mein Opi: dement halt. Es ist hart, das mit anzusehen. Furchtbar dünn, Kurzzeitgedächtnis eigentlich nicht mehr vorhanden, dazu ein unfassbar großes Veilchen mit Pflaster auf der Augenbraue, weil er am Dienstag gestürzt ist.
- Meine angeheiratete Cousine und ihr chilenischer Freund (Barbier, mit vielen Tätowierungen. Meine Omi findet ihn unmöglich.), die sind lustig. <3
- Meine tatsächliche Cousine (die Braut): aufgeregt, aber glücklich.
- Ihre Freundinnen samt Familien (Kinder: 2 Monate, 10 Monate, 2,5 Jahre): die kenne ich noch von vor 15 Jahren (also die Freundinnen, nicht die Kinder), die sind auch nett und lustig.
- Der Bräutigam und seine Freunde: schwieriges Thema. Ich kenn den ja gar nicht, ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wer da nachher meine Cousine heiratet. Gestern Unterhaltung mit seinem Mentor bei der Armee, der ihn gerne als Armee-Anwalt im Irak oder Afghanistan oder so hätte. Great opportunity, honour und so. Der Pazifist in mir sitzt weinend in der Ecke, der Pazifist an meiner Außenseite nickt, lächelt und schluckt alle Kommentare runter, es bringt doch einfach mal gar nix, mich hier mit Armee-Menschen anzulegen.
- Meine Cousins samt Freundinnen traf ich erst heute, mein kleiner Cousin (den wir in Wien trafen) ist sehr nett wie immer, meinen großen Cousin hab ich erst nicht erkannt, weil er jetzt eine lange Wallemähne hat, aber nicht wie so ein Mettler oder Hippie, sondern wie der Münchner Schnösel, der er ja auch ist. Seine Freundin wurde mit „Diejana“ vorgestellt, das sorgte für Verwirrung, weil ich „Die Anna“ verstanden hatte, meine Omi „Diana“ („Die hat aber rein deutsche Vorfahren!“) und mein kleiner Cousin sagte „Die Jana“. Letzteres stellte sich in einem längeren Gespräch mit ihr als Richtig heraus. Außerdem ist sie Lehrerin, Gymnasium, Geschichte, Deutsch, SoWi und verbeamtet in Lüneburg. Knapp 30, sehr nett und erstaunlich gewitzt, schlau und bestimmt für meinen Cousin, der sonst auch gerne mal reine Deko-Mädchen anschleppte. Also, damals, als wir noch mehr Kontakt hatten.
Dieses ganze Familiendings ist für mich sehr anstrengend, deshalb lieber noch ein paar Fotos von der Location, dazu ein paar Verdrängungsmechanismen und ein Bad, dann bin ich fertig für die Trauung nachher. (Dann ist meine Hauptaufgabe, mich nicht abzuschießen. Ich hab absolut keinen Nerv auf nen Kater morgen.)
So, auf geht’s. Trauung in 15 Minuten.
Tag 421 – Zeitsprung.
Tadaaaaaa! Ich hab das Blogbuch endlich bestellt. Dafür hab ich heute während ewig langer Inkubationszeiten die durcheinandergeratenen Posts wieder auf Linie gebracht, mich dabei über die Entdeckung gefreut, dass man „einfach“ das Veröffentlichungsdatum der Posts ändern kann (so einfach ist es nicht, man muss schon wissen, wie man das Fenster findet, wo das geht), mich dann geärgert, dass ich ganz offensichtlich einen Post von Weihnachten komplett gelöscht hab (klassischer Mausrutscher), mich dann nochmal etwas geärgert, dass ich zwei Tage doppelt hab und dann hab ichs auch schon hochgeladen.
Erst dachte ich, dass es schon cool ist, wenn man die Links als QR-Codes hat, aber dann waren das plötzlich 30 Seiten voller QR-Codes hinten im eh schon 420 Seiten langen Buch, das gefiel mir nicht. Außerdem war ein Beitrag zu viel mit reingerutscht, das gefiel mir auch nicht, das soll schließlich Bitteschön dann auch mit dem ersten Jubiläum abschließen. Also löschte ich das Ganze und lud es mit den Änderungen neu hoch. Dann passte alles und ich bestellte.
Wie man an dem folgenden Bild unschwer erkennen kann, habe ich bei Into Real Pages bestellt, weil mir das Layout* besser gefiel und es günstiger schien als Blog2Print. Tjanun, das mit dem günstiger war eine Fehlannahme, am Ende des Bestellprozesses erschien dann doch eine recht stattliche Summe, aber mit extra Sommer-Gutscheincode ging es halbwegs. Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Rechtfertigung ist alles.
Jetzt heißt es hoffen, dass das Buch nur vier Tage zum Drucken braucht und nicht sieben und auch nur zwei Tage zum Liefern und nicht fünf und dann ist alles geritzt!
Was man jetzt hier nicht sieht: wie total niedlich der amerikanische Hipster-Slang der Webseite ins deutsche übersetzt ist.
Außerdem hab ich mich entschlossen, die zwei doppelten Tage einfach zu korrigieren. Es gibt daher Tag 419 und 420 nicht. Nächstes Jahr beim neuen Blogbuch bestellen werde ich mich dann vermutlich wieder fragen, was ich da vermurkst hab, aber dann hoffentlich diese Erklärung finden. Future me: des passt scho.
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* Team Form!
Tag 418 – Schluss mit Nörgeln.
So, nachdem gestern Panik war, ist heute Tatendrang. Deshalb hatte ich auch einen ziemlich produktiven Tag.
- Das Holz kam und ich hatte tatsächlich auch genug Bargeld schon morgens geholt (und Michel rechtzeitig im Kindergarten und so!). Der Holzheini, der ein ganz netter war, fuhr mit dem Hänger ganz and Haus, gab mir dann die Säcke an und ich stapelte sie im Flur. 21 mal 80 L und 6 mal 60 L. Weil das Holz aber viel trockener ist als das vom letzten Jahr war, ging das erstaunlich gut.
- Ich habe bestellt: bei Amazon (Piep-Ei und diversen Schnick-Schnack), bei der online-Apotheke (30 Euro für ne komplette aufgestockte Hausapotheke. Das.ist.nix. Medikamente sind in Norwegen so teuer, hier hätte ich sicher das Fünffache bezahlt. Oder mehr. Wenn man bedenkt, dass es von vielen Dingen nur das „Original“ gibt und keine Generika… doch, mehr.), bei Paulas Choice, mit Rabattcode (mal sehen ob diesmal alles klappt…).
- Ich war bei IKEA und hab Michel ein Geburtstagsgeschenk zum Auspacken besorgt UND ES GLEICH EINGEPACKT!!!
- Ok, ich hab auch noch ein paar andere Dinge bei IKEA gekauft, unter anderem ein Bügelbrett, damit sich der arme Herr Rabe nicht seinen Rücken kaputtbügelt auf unserer ollen Möhre von Bügelbrett-Erbstück.
- Danach war ich sogar noch bei Clas Ohlsson und hab eine neue Halogenbirne für meinen WeckerSlashNachtlicht gekauft, der gestern runtergefallen war UND ICH HAB SIE GLEICH REINGEMACHT! UND DANACH DIE ZWEITE WEGGERÄUMT!!!1elf!
- Ich habe Herrn Rabe die Pistole auf die Brust gesetzt: ich werde vor Portugal das Blogbuch bestellen. Wenn seine Bilder bis dahin nicht hochgeladen sind, fehlen sie halt.
- Ich habe meine Cousine und nebenher noch jemanden aus diesem Internet um Infos zum Transport vom Flughafen zur Hochzeitslocation gebeten.
- Ich habe mir – wieder mit Unterstützung aus diesem Internet – ein Geschenk für meine Cousine überlegt, damit ich nicht mit ganz leeren Händen mein Nichts überreiche. Muss ich dann jetzt nur noch basteln.
- Ich habe M. für morgen eingeladen zwecks Planung von Michels und H.s Geburtstag.
- Irgendwann zwischendurch war ich auch noch beim Friseur (holla, das war nötig. Aber ja auch generalstabsmäßig geplant: vor einer Woche Strähnchen blondiert, Samstag den Rest gefärbt, heute geschnitten. Wenn ich muss, kann ich total organisiert sein.).
- Und ich hab die Schnecken endlich wieder in ihr Terrarium umgesetzt, dabei ein paar Bilder für die Schneckenversenderin gemacht UND DEN ZWEITEN SACK BLUMENERDE HAB ICH AUCH DIREKT WEGGERÄUMT UND DANACH GESAUGT!!!
Das Ganze natürlich die ganze Zeit mit Pippi im Schlepptau, die aber heute kein Fieber mehr hatte und deshalb morgen wieder in den Kindergarten gehen kann.

Zwei Minuten später: die großen Schnecken haben die Auberginenscheibe umgerissen und dabei Baby-Schnecke begraben.
Als letztes ein Hinweis zu Ihrem eigenen Besten: falls sie auch so einen Feed-Reader haben, der ihnen jede Änderung an einem Artikel als bahnbrechend neuen Artikel verkaufen will, oder ihr Handy jedes Mal plüngelt, wenn wir hier husten: entfernen Sie den Rabensalat für die nächsten zwei Tage. Operation „alles Umräumen“ startet hier sehr bald und wird
Tag 415 – Nix zu erzählen.
Beim besten Willen. Seien Sie froh, dass ich normalerweise nicht so viele Serien sehe (holladiewaldfee, hat Gilmore Girls viele Folgen pro Staffel!), sonst wäre das öfter so.
Tageszusammenfassung: Arbeit war, Pippi ist immernoch fiebrig, mit Zäpfchen/Saft geht’s aber, Michel war baden, es gab Pfannkuchen zum Abendessen, das war lecker.
Tag 413 – Fragebögchen.
Heute, ich auf dem Weg zum Meeting.
Telefon: bsssbssssbssss (Trondheimer Nummer, kommt mir vage bekannt vor. Wieder so Verkaufsheinis? Egal, im Abwimmeln bin ich Profi.)
Ich: Ja, hei?
Frau: Ja, hei, Strindheim Helsestasjon. Bin ich da bei Frau Rabe?
Ich: Jaaaa…? (Oh weh. Hab ich nen Gesundheitscheck verpasst???)
Frau: Wir hätten morgen einen Termin für Michel zur 4-Jahres-Kontrolle, können Sie da?
Ich: Äähhhh. Wann denn morgen? (Morgen? MORGEN???)
Frau: Um 08:30 oder 09:30.
Ich: Ähh. Ok. Dann nehmen wir doch 08:30.
Frau: Gut, dann kriegen Sie gleich ne Terminbestätigung. Sagen Sie mir noch Ihre E-Mail-Adresse, wir haben da einen kleinen Fragebogen, wenn Sie den morgen mitbringen könnten…?
Ich: Vorname.Nachname (Wie heißt das @ auf norwegisch??? Krølledings.) krølledlglln NTNU.no
Frau: Gut, dann schicken wir Ihnen das per Mail. Bis morgen dann! Ha det!
Ich: Ja, danke! Ha det!
Tja, und jetzt entschuldigen Sie uns bitte, wir müssen noch 16 (!!!) Seiten Fragebogen ausfüllen.
(Alle irre.)
P.S. Ist morgen ohne Impfung, so weit ich weiß. Wenn es Sie interessiert, können Sie aber meine Waldorf-Abenteuer nachlesen, da steht es sehr kurz umrissen.
Tag 412 – Titeldummie.
In meinem Kopf heute nur konfuses.
Nächste Woche fahre ich schon nach Portugal. Das ist ziemlich verrückt.
Der Chef besprach mit jemand anderem die Ergebnisse von meinem Experiment. Niemand sprach mit mir. Der Chef sagte „Ich muss nachdenken.“ und schloss die Tür zu seinem Büro hinter sich. Das macht er sonst nie.
Die GEZ-Scheiße ist immer noch nicht vorbei. Es lässt einen schier verzweifeln, obwohl das alles über nen Anwalt läuft. Trotzdem: zum dritten Mal die Ummeldebestätigung aus September ’13 scannen, weil die jetzt behaupten, ich sei „laut Ihrer Unterlagen“ ja mindestens bis April ’15 beitragspflichtig, ist überaus nervtötend. (Ich auch übrigens völlig alleine. Herr Rabe wurde noch gar nicht mit 7000 €- Nachforderungen beglückt. WARUUUUUM???)
Nach einer Odysee der Nachbarschaftskommunikation über Nachrichten-Gruppen habe ich endlich Feuerholz bestellt. Es wird nächste Woche geliefert. Der Holzmann (nicht der vom letzten Jahr!) will wissen, ob er noch mehr liefern soll. Meine Motivation, das gerade so geschlossene Fass wieder aufzumachen und zu fragen, ob wer noch mehr Holz haben will, geht gegen null.
Ich wollte für Herrn Rabe was ganz tolles zu Weihnachten nach Deutschland bestellen, also so dass wir das jetzt im Oktober mitnehmen können, und das gibt es (noch?) nicht.
Michel hat übernächste Woche schon Geburtstag. Aaaahhhh!!! (Noch kein Geschenk besorgt, er soll nen Schwimmkurs kriegen, aber man kann sich noch nicht anmelden, Partyplanung hab ich so halb wegdelegiert an M., deren Sohn und bester Kumpel von Michel die Woche drauf 5 wird, wir wollen eventuell zusammen feiern, die Gäste wären wohl eh zu 90% redundant und Norweger haben absolut kein Problem mit Vorfeiern.)
Michel sorgt sich immer noch über Kampfflugzeuge und ob wir im Falle einer Flucht wohl Spielzeug und alle (!) unsere Bücher mitnehmen könnten.
Pippi mag nicht einschlafen im Moment, ich glaube sie weiß selbst nicht so ganz, was sie will, mal will sie raus aus der Trage, dann will sie wieder auf den Arm, dann Trage, aber bitte mit Mama in den Hals kneifen, dann schlägt sie mich plötzlich oder dreht meinen Kopf weg, dann schlingt sie wieder ihre Ärmchen um meinen Hals und zieht mich ganz nah ran: das ist alles sehr wirr. Das geht dann so zwanzig Minuten, dann schläft sie doch ein und dann erstmal wie ein Stein.
Ich habe gestern mein Fahrrad repariert. Das Hinterrad hatte sich nach vorne geruckelt, ich nehme an eine ungute Kombi aus Anhänger und Kopfsteinpflaster ist schuld. Gestern war ich dann doch etwas panisch und ließ das Rad zu Hause, fuhr mit dem Bus zur Arbeit und ging zu Fuß zurück. Reparierte unter Einsatz aller meiner Muttisport-gestählten Muskeln das Rad und fuhr heute mit gutem Gewissen und festem Reifen wieder Fahrrad.
Ich machte Pizza und wollte zwischendurch alles hinschmeißen. Kack Teig, einen Tacken zu klebrig, dann hings am Schieber fest, Käse auf meinem schönen Backstein. Hrmpf. Aber lecker. Sogar Michel aß ein Stück eines Stücks weißer Pizza mit Lachs, gegrillter Zucchini und frischem Rosmarin. Ich konnte meinen Augen kaum glauben.
So müde, dass mir die Augen zufallen. Gute Nacht!
Tag 409 – Samstag in Bildern.
Menschen, die ihr „Blog Frau Rabe“ googelt: Hallo! Willkommen in meiner chaotischen Welt! Dies ist sowas wie mein Tagebuch, nix groß politisches, viel Kinderblabla, manchmal Zeug über meine Arbeit, manchmal Zeug über Norwegen. Ich hoffe, das enttäuscht Sie jetzt nicht total.
Außerdem möchte ich aus Gründen mal nach Finnland rüberwinken! Kippis! (Mehr Finnisch kann ich leider nicht, ich stelle mir das auch super schwer zu lernen vor, oder?)
So, jetzt ist aber auch genug des Vorabgeplänkels. Es folgen ein paar Impressionen von heute.
Frühstück und so ohne Bilder. Frühstück halt, Besonderheit vielleicht die frischen Brötchen, die Herr Rabe wegen akuter Backfaulheit seiner Frau heute früh holte. Waren aber nicht so der Knüller und ziemlich teuer. Nach dem Frühstück gab es etwas Reibereien zwischen den Kindern: Michel spielt gerne mit Dingen direkt vor Pippis Nase, rastet dann aber aus, wenn sie ankommt und es antatscht. Ja, sie macht dann auch mal Duplogebäude oder Zugschienen kaputt oder isst ein Gemälde, aber tjanun, dann soll er mit seinem Krams woanders hingehen, die Wohnung ist wahrlich groß genug und ich kann Pippi ja auch nicht anbinden. Naja, jedenfalls brüllte Michel in einer Tour „NEIN! NEINEINEIN!!! Mamaaaaa! PIPPI WEGNEHMEN!!!“ was mich dezent auf die Palme brachte, allerdings schaffte ich es diesmal, nicht die Kinder anzuschreien, sondern steckte sie einfach in die Badewannen. Das klappte wunderbar. Plötzlich spielten sie friedlich, Michel gab Pippi was von seinem Kochgeschirr, das er in die Wanne mitgenommen hatte, ab und beide plantschten vergnügt vor sich hin.

Michel ist bald echt einfach zu groß für die Wanne, was machen wir dann nur als Deeskalationsprogramm?
Während die Kinder badeten und ich duschte kaufte Herr Rabe ein und besorgte ein Geschenk für Michels Kumpel E., der am Donnerstag 4 wurde und heute feierte. Als er wiederkam empfingen ihn drei fröhliche, wohlriechende und streichelzart eingecremte Menschen, mit Kleidung an und geföhnten Haaren. Ich bin darauf ein bisschen stolz, ja. Außerdem rief Michel zur Begrüßung: „Papa! Mama un ich Muffins machen!“.
Nach einem kurzen Mittagsschlaf für Pippi und Muffinbäckerei und Geschenk einpacken ging es los zu E.s Geburtstag. Da waren ca. 1000 Leute und ich war davon dezent überfordert, also hielt ich mich an Pippi fest.

Pippi steht auf Autos. Das hier ist sogar ein Transformer, der sich nach dem Ausflug in den „Sand“kasten nun etwas schwerer transformieren lässt, als vorher.
Auf dem Geburtstag war auch ein großer Spiderman (E.s Onkel), den fand Michel, der sonst dauernd von Spiderman redet (Spiderman boxt so cool, das macht er gerne vor. Er hat Spiderman noch nie gesehen, weder als Comic noch als Film.) ziemlich unheimlich. Beim Geschenke angeln traute er sich dann aber doch wieder von meiner bzw. Herr Rabes Seite.
Wir blieben nach dem Aufräumen noch auf einen schnellen Kaffee, weil die Kinder noch spielen wollten. Pippi atmete schnell die Reste an Blau- und Erdbeeren ein, ich überlegte, wie ich den furchbaren Kaffee, der sicher schon drei Stunden in der Thermoskanne zugebracht hatte, runter kriegen sollte. Ich entschied mich für kurz und schmerzlos, exte die Tasse, als sie nur noch lauwarm war, hielt mit Mühe meine Gesichtsmuskulatur im Zaum und bekam postwendend Sodbrennen. Ziemlich bald drauf fuhren wir nach Hause.
Pippi war auf der Rückfahrt eingeschlafen und wachte auch nicht auf, als wir sie ins Bett legten. Genau genommen wachte sie bis zum Abendessen nicht mehr auf. In der Zeit, in der sie schlief, räumte ich etwas auf.

Vorher. Es fehlen: zwei Feuerwehrleute, ein Papagei, ein Panda, Trauben, das Herz, ein pinker und ein blauer Fisch und zwei Bauklötze.

Nachher. Ich fand auch noch den Papagei. Der Rest ist weder unterm noch im Sofa, noch im Regal. Vermutlich in irgendeiner Spielzeugkiste.
Nach dem Essen (Rest von gestern) wurde unter den kritischen Blicken der Kunden am Lernturm gebaut.

Sie denken jetzt vielleicht, dass die gar nicht kritisch aussehen, sondern eher wie Quatschnasen in Schlafanzügen, aber das täuscht. Michel hat’s schon voll raus. Sowohl das Posen fürs Foto als auch kritische Anmerkungen. „Zwei Schrauben!“ und „Nein, das muss da so nach innen!“ und „Das dauert mir zu lange!!!“ – Herr Rabe tat mir schon etwas leid.
























