Tag 398 – Instagram-Spaß continued. 

Während der langen Inkubationszeiten bei meinen momentanen Experimenten tausche ich seit ein paar Tagen die Instagram-Fotos aus dem Blog gegen richtige Bilder aus. Das ist relativ ätzende Arbeit, ich möchte aber gerne bis Ende des Monats damit durch sein, damit ich das Blogbuch noch rechtzeitig nach Deutschland bestellen kann. Ich stelle mir das einfacher vor, als das Nicht-EU-Europa hier, mit komischen Einfuhrbestimmungen und Tralala. Tatsächlich ist die im-Internet-bestellen-Liste schon ziemlich lang, wir brauchen unter anderem ein neues Piep-Ei, ich möchte mir Tagescreme und Nachtcreme auf Halde legen, vielleicht werden wir noch so High-Tech-Steckdosen kaufen, die wir dann per Smartphone-App steuern können und zum Beispiel von der Arbeit aus schon mal die Heizung anmachen, ohne aber den ganzen Tag zu heizen (die 3000 kWh aus letztem Januar (?) sitzen noch tief!). Äh egal, zurück zum Thema: es gibt zwei Sachen, die besonders doof sind am Bilder austauschen. Erstens finde ich überall Typos, die mir dann peinlich sind, aber jeden einzelnen korrigieren? Da säße ich bis nächstes Jahr dran. Und zweitens muss ich mir all die Bilder wieder angucken, Pippi als Minibaby (Aaawwww), Michel, der Quatsch macht (Aaaawwwww), und heute besonders gemein: wir im Urlaub und Strand und Meer und Esel und Blumen, während hier die Blätter von den Bäumen fallen. Und dann schwelge ich in Erinnerungen und dann dauert das alles noch viel länger. Schlimmschlimmschlimm das alles. Aber die Hälfte ca. hab ich jetzt. Dann nur noch die 40 Bilder, die irgendwie beim Hochladen kaputt gegangen sind und voilà – ist es vollbracht. Bald. Hoffentlich. 

Update: Jetzt! \o/

Tag 399 – Geschafft!

Also, fast. Bis aufs 12von12 im August sind jetzt alle Instagram-Bilder von mir ausgetauscht. Uffz, was für eine Kackarbeit.

Jetzt fehlen noch Herr Rabes Bilder und dann kann ich mich an die richtig beschissene Arbeit machen, jeden einzelnen Post seit Tag 63 nochmal neu zu veröffentlichen, weil mir WordPress durch das Bearbeiten der alten Posts die Reihenfolge komplett zerschossen hat. Und zwar auch nicht nach irgend einem Muster, so wie „alle bearbeiteten rücken nach vorne, als wären sie neu erstellt“, sondern mal so, mal so. Als ich das heute feststellte, war ich kurz davor, alles anzuzünden, wirklich. Und am allerallerschlimmsten ist, dass aufrufen und aktualisieren der Posts nicht reicht, sondern ich muss tatsächlich irgendwas ändern. Das merkte ich eben, als ich für Euch, liebe Leser die ihr direkt von der Startseite lest, die Posts der letzten Woche nach vorne holen wollte. Auch da wieder ein kurzer Moment des grenzenlosen Hasses, aber dann beschlossen, dass ich mich nicht aufrege (Yoga und so, Sie wissen?) sondern es einfach so hinnehme und eben bei jedem Tag seit Tag 63 einen Typo korrigiere. Bald. (Bis dahin baue ich in jeden neuen Artikel einen Typo extra zum Korrigieren ein. Muhaha!)

Und jetzt so zum Abschluss ein Bild, das gar nix mit irgendwas zu tun hat, einfach weil ich Lust darauf habe, das Ihnen zu zeigen.

Meine Lieblingsmenschen.

Tag 396 – Dinge. 

Heute tat ich viele Dinge, und das obwohl ich mit fürchterlichen Kopfschmerzen und einem allgemeinen Unwohlsein wach wurde, das auch erst nach zwei Ibuprofen besser wurde. Dann waren da aber ja die gestern angesetzten Sauerteige, die verarbeitet werden wollten, also backte ich zwei Brote, dann lagen da ca. fünf Kilo norwegische Äpfel (im Angebot und halt auch einfach lecker), also machte ich Apfelmus, die Kinder mussten auch gelüftet werden, also gingen wir im Wald spazieren (und fanden einen mutmaßlichen Wiesel-Täubling, den wir uns dann aber doch nicht zu essen trauten, ansonsten war die Gegend in der wir heute waren viel zu nass und zu sehr mit Beeren bewachsen, um da Pilze zu suchen) und als wir wieder zu Hause waren fiel mir noch der Weißkohl ein, den verarbeitete ich noch zu Sauerkraut.

Also doch ein sehr produktiver Tag. Aber dafür bin ich jetzt auch total fertig. Und Pippi turnt hier noch rum, die mag nicht schlafen. Das wird schön morgen früh…

Tag 395 – Dieser Titel ist im Nebel verschwunden. 

Die einzige Möglichkeit, mir den Herbst hier schön zu machen, ist Pilze sammeln im Wald. Also zogen wir heute los, fanden nach ziemlich viel Sucherei genug Pfifferlinge fürs Abendessen, fanden sogar drei Steinpilze (die aber schon so schneckenzerfressen waren, dass wir sie einfach da ließen), stapften durchs Moos und prökelten mit Stöckern an merkwürdig aussehenden Pilzen herum. Sogar Michel fand es gut, bis auf die letzten zehn Minuten, da hatte er keinen Bock mehr.

Andererseits: es ist Herbst und bald wird es hier wieder dauernd dunkel und kalt und grau sein. Das nimmt mich grade mehr mit, als es sollte. Ich glaube, ich sollte wieder mit den Vitamin-D-Tabletten anfangen. Und Feuerholz bestellen.

Tag 394 – Riesling. 

Es war ja heute die am Montag mit dem Slogan „Socializing ist wichtig!“ angekündigte Shrimp-Party. Auf der Dachterasse, weil es da schön ist und heute, weil heute das Wetter schön sein sollte.


2 Stunden vor der Party goss es in Strömen auf das auf der Dachterasse wegen Dachdeckerarbeiten installierte Baugerüst.

30 Minuten vor der Party hatte es immerhin aufgehört zu regnen und weil Norweger auch ein klitzekleines bisschen stur sind, wurden stoisch Stühle und Tische unter dem Baugerüst aufgebaut.

Pünktlich zur Party wurde das Baugerüst dann sogar von ein paar Sonnenstrahlen beschienen. Und trotz totaler Unlust meinerseits war es dann doch sehr nett, der Chardonnay machte sich auch sehr gut zu den Shrimps und weckte ein paar tief verbuddelte Alleinunterhalter-Skills in mir. Dann trank ich aber leider auch ein Glas Plastikbecher Riesling (lieblich! Ich hätte es beim ersten Schluck wissen und lassen sollen!) und aß zwei Stück Schokolade dazu (Gesichtspalme galore!) und ab da konnte ich der Migräne leider beim Wachsen zusehen, trotz zwei Becher schwarzen Kaffees und Unmengen von Leitungswasser. Zur Heimfahrt nahm ich eine von den Ultra starken griechischen Flughafen-Ibuprofen-Tabletten, legte mich zu Hause aufs Sofa, kuschelte versehentlich Michel in den Schlaf und jetzt hab ich nur noch eine viertel Migräne und mir ist auch nicht mehr übel, den Rest erledigt hoffentlich der Schlaf.

Wofür man seine Doktorarbeit im Zweifel auch nutzen kann: die Dame, die diese hier schrieb, bekam kürzlich ein Baby, das sehr viel spuckt. Ihr Mann nahm die Bücher mit (man muss ja immer drölfzig drucken lassen und was soll man sonst damit machen? Auf der Straße verscherbeln „Ich hab ein Baby, ich muss Windeln kaufen, prekäre Verhältnisse in der Wissenschaft…“?) um das Babybett am Kopfende etwas anzuheben, damit das Kind hoffentlich etwas weniger spuckt und die Eltern hoffentlich ein klitzekleines bisschen mehr schlafen lässt.

Tag 393 – Kann weg. 

Eigentlich heute auch viel Gutes passiert, zum Beispiel kommt ganz vielleicht unter Umständen eventuell mein Name auf ein Paper in Nature. Aber dann war auch so viel Mist, das fing schon beim fertig machen für den Kindergarten und der totalen Eskalation eines Streites um Socken (Michel wollte die von gestern, mit denen er auch ins Bett gegangen war, anlassen, ich sagte nein) an und ging über einen total misglückten aber echt wichtigen Teilversuch weiter (und jetzt muss ich wieder erst Gedöns bestellen und dann drei Schritte zurück und die wiederholen und grrrrrrr…) und dann hörte ich noch was, das mich gar nicht betrifft und trotzdem total wütend macht: dass sich manche Kindergärten wohl wegen irgend welcher fadenscheiniger Versicherungssachen weigern, die Kinder mit Sonnencreme einzuschmieren. Mein Gehirn hat da einen Kurzschluss bei der ‚ALTER, SONST GEHTS ABER NOCH???!!!?!‘-Stufe, ich kann gar nicht recht erklären, warum, vielleicht ist heute einfach so ein Tag, an dem mein innerer Dreijähriger die Oberhand hat und der nun mal wegen Socken Sonnencreme jetzt Theater machen will.

Deshalb trinke ich jetzt gleich einfach einen Kakao und schreibe vielleicht morgen über die Ballettstunde.

Tag 392 – Es war einmal…

… ein junges Pärchen, das war sehr verliebt. Und weil sie so verliebt waren verlobten sie sich schon recht bald. Erstmal nicht offiziell, dann aber auch irgendwann richtig mit Antrag und Ring und dem ganzen kitschigen Scheiß.

Alsbald stellten sie fest, dass alles, worauf ‚Hochzeit‘ oder ‚Ehe‘ oder ‚Braut‘ steht, ziemlich teuer war. Brautkleid, Brautschuhe, Hochzeitseinladungen, Eheringe – alles kostete direkt das doppelte oder mehr vom Äquivalent ohne Ehegedöns drauf. Vor allem die Eheringe stellten das junge Paar auf eine harte Probe, denn nicht nur waren alle Ringe die sie sahen sehr sehr teuer, sondern vor allem fanden sie sie auch sehr sehr hässlich.

Eines schönen Tages stand jedoch die junge Braut in einem Designladen in Stockholm vor einer Glasvitrine. Da drin waren Ringe ganz nach ihrem und ihres Verlobten Geschmack. Der Designer stand auch dabei. Sie suchte denn auch alsbald den Designer in seinem Ateljer auf, in Begleitung des Verlobten, und gemeinsam entschieden sie sich schnell für eine Variante: nicht zu eckig, nicht zu platt, ganz schlicht, keine Steinchen, aus Titan und mit einem schmalen Streifen aus Platin. Und weil da nicht Ehe oder sonstwas dranstand, kostete der ganze Spaß gerade mal 4000 Schwedische Kronen (bei einem Wechselkurs von 1:11 damals). Der Designer empfahl noch eine Bekannte für die Gravur, denn Titan gravieren machen nicht viele, und so bekam das Pärchen noch eine wunderschöne handgemachte Inschrift in ihre Ringe. An einem der letzten Tage ihres Aufenthalts in Stockholm holte die junge Braut die gravierten Ringe ab und war sich sicher, dass diese traumhaften Ringe die Ehe besiegeln und sicher für immer halten würden.

Fast forward 5 Jahre.

Das Platininlay des Ringes der Braut fängt an, sich aus dem Ring zu lösen. Ein winziger Spalt ist aufgetaucht. Fortan nimmt sie den Ring zum Duschen und Spülen und Eincremen ab, damit es nicht schlimmer wird und sich kein Schmodder in den Spalt setzt.

Fast forward 2 Jahre.

Es ist trotzdem schlimmer geworden. So schlimm, dass jedes Mal, wenn sich die Frau unbedarft in die Haare fasst, sich ein  einzelnes Haar in dem Spalt verklemmt und unsanft aus der Kopfhaut gerissen wird. Und so schreibt die Frau den Designer an, dessen Ateljer es glücklicherweise noch gibt, ob er das reparieren könne. Klar, antwortet der, am Besten käme sie einfach vorbei.

Die Frau googelt kurz nach Möglichkeiten, mit Kind und Kegel nach Stockholm zu kommen, gleicht die Ergebnisse mit dem Sparkonto ab und schickt den Ring seufzend per Post.

Murch!

Und weil sich die Hand ohne den sieben lange Jahre getragenen Ring ganz nackt anfühlt, kramt sie zu Hause den Verlobungsring wieder hervor, poliert das Angelaufene mit Zahnpasta und einem Wattepad weg und trägt jetzt den so lange, bis der Ehering wieder da ist.

Wieder was angezogen.

To Be continued.  (Update: der Ring ist laut Post angekommen. Puh.)

Tag 389 – Wilde Pinguine. 

Wir haben heute einen richtigen Sonntagsausflug gemacht, nach Rønningen, das ist quasi mitten im Wald. Schon auf dem Weg ergaben sich interessante Gespräche mit Michel: 

*wir fahren über eine Kuppe*

Michel: „Oahhh, ich kann ganz weit gucken! Bis nach Afrika!“

Wir: „hmmhmm…“

Michel: „In Trondheim gibt es auch ein Afrika.“

Ich: „Nee, Michel, Afrika ist ja ein Kontinent und…

Michel: *unterbricht mich* „In Afrika gibt es wilde Tiere. Und Dschungel. Wir fahren jetzt auch so Dschungel. Da auch wilde Tiere.“

Ich: „Ja, wilde Amseln…“

Herr Rabe: „… und Eichhörnchen…“

Michel: „… und vielleicht Bär.“

Wir haben dann noch nicht mal Eichhörnchen gesehen, was vermutlich am total überlaufenen Wanderweg zur Hütte lag. Es war nämlich „Komm raus- Tag“ mit Ponyreiten und Hindernisrennen und tausend Lagerfeuern und allem Tamtam an der Hütte. 

Da waren wir gerade los gelaufen. ca 500 m später musste Herr Rabe das Fahrrad doch wieder zum Auto zurück bringen.


Dank Michels Kumpel E. den wir auf dem Weg trafen, wurde der Weg nicht so lang (3 km hoch und runter sind mit Kleinkindern ja mitunter ein mehrstündiges Unterfangen und eine Meisterleistung der Motivationskunst – so man denn ankommt) und man konnte wieder jede Menge Norweger auf Outdoor-Modenschau beobachten. Weil einfach so den gut ausgebauten (siehe Bild) Weg in Jeans oder ähnlichem gehen, das geht für Norweger*Innen nicht. Da muss man mindestens ne hautenge Sporthose oder so ne Funktions-Tourhose (siehe Herr Rabe, der alte Norweger, auf dem Bild) anhaben, Stirnband, Woll- oder Funktionsshirt und KEINE Wanderschuhe, das machen nur (deutsche) Touristen, sondern Lauf- oder sonstige Sportschuhe. Als Assessoire eignen sich ähnlich ausstaffierte Kinder aller Altersstufen, (Rasse-)Hunde oder Beeren- und Pilzesammel-Ausrüstung (natürlich professionell). 

Genug gelästert, die Veranstaltung war dann sehr nett, Michel ritt eine Runde nach eeewigem Anstehen auf einem Pony und war sehr glücklich darüber, dass das Pony sogar die Blumen, die er extra zu diesem Zweck auf dem Weg schon gepflückt hatte, brav auffraß, es gab Waffeln und Kaffee und mitgebrachte Brötchen für alle, alles hübsch. Etwas ärgerte ich mich über das Kinderschminken, weil die Hälfte der abgefertigten Mädels als rosa Tiger da rauskam. Ja, Sie haben das richtig gelesen, ROSA. Diese Generation Kinder glaubt vielleicht nicht, dass Milch von Lila Kühen kommt, aber dafür dass die weiblichen Tiger rosa sind WEIL HALT! Ich finde, Kinderschminkmenschen sollten den Anstand besitzen und sich so einem Bullshit verweigern. Es gibt doch so viele schöne rosa Schmetterling-Blume-Fee-Gesichter, das muss doch reichen. Später sah ich dann noch ein Mädchen, dass einen rosa Batman-Schatten auf dem Gesicht hatte, aber da war mein Gehirn wohl schon wieder durch die Rosaplosion aller Orten abgestumpft, jedenfalls regte ich mich nicht auf. 

(Wenn meine willensstarke kleine Pippi irgendwann in die Rosa-Phase kommt muss ich mir entweder meinen Geschmack amputieren lassen, meine Augen ausstechen oder mir irgendwelche Nerven-Durchhalte-Drogen zusammenbrauen.)

Zurück zum Thema: irgendwann waren wir wieder am Auto, Herr Rabe hatte sogar noch ein paar Pfifferlinge gefunden, die Verabschiedung von E. ging wegen ausgepowertem Michel überraschend gut und so fuhren wir nach Hause. Insgesamt waren wir fünf Stunden draußen, im Wald, an der frischen, herbstlichen (wäääähhhhhh!!!) Luft und dass niemand im Auto einschlief, ist ein Wunder. 

Danach Resteessen mit Pfifferlings-Add-On und Pinguinpulliprojekt. 

Der wirre Blick ist der Uhrzeit geschuldet.

Tag 388 – Tagwerk.

Dank Herr Rabe und seiner Kinderbetreuungsskills habe ich jetzt zwei neue T-Shirts. 

Nämlich Lucille und Shelly. Für große Worte bin ich jetzt gerade viel zu platt, deshalb lasse ich einfach Bilder sprechen, die Bilder sind zwar auch schlecht, weil ich die selbst machen musste, weil Herr Rabe schon schlief, aber was solls. Also hier:

Nummer eins: Shelly, als Kurzarm-Version, weil meine T-Shirts alle Löcher haben.


Shelly geht wirklich ganz einfach, allerdings würde ich beim nächsten Mal, weil ich ja jetzt weiß, dass das mit dem Kragen schon so passt, doch die Ärmel-und Seitennaht in eins Schließen, nachdem der Ärmel schon eingepasst ist. Das führt sonst zu Gemurkse in der Achsel *hust*.


Kragen-Detail.


Nummer zwei: Lucille, auch als Kurzarm-Version und erstmal schlicht, zum Üben. Vielleicht mache ich noch ne Blume oder ne Schleife dran.


Kleiner Tipp: Oberarmumfang > Handgelenkumfang, die 23 cm Armbündchen reichen bei der Kurzarmversion so eben, wenn der Stoff sehr stretchy ist (so wie dieser). Sonst gefällt mir der Schnitt sehr gut, obwohl ich meistens nicht so auf gerafftes stehe (vor allem an den Schultern).


Was bleibt zu sagen? Hmm, vielleicht dass die Größe bei beiden S ist, das passt gut (gruselig aber wahr: ich bin wieder bei fast der gleichen Figur wie vor Pippi (ja, als ich die Hyperthyreose hatte und furchtbar abnahm, genau!) und deutlich schlanker als vor Michel), dass ich mich wie bei allen Schnittmustern wieder gefragt habe, ob XXL-tragende Menschen wirklich automatisch auch immer längere Arme haben, dass die Stoffbedarf-Abgaben wohl auf Größe XXL berechnet sind und ich jetzt massig Stoff übrig habe und dass ich mir, hoffentlich morgen schon, einen Lucille-Rollkragenpulli mit Pinguinkragen machen werde. Weil, Pinguine! 

Tag 387 – So lala, so lala. 

Viele Ups and downs heute. 

Aufwachen um fünf wegen ach lassen wir das, jedenfalls schnell ins Bad gesprintet und danach nicht wieder richtig einschlafen können. Kann man machen, ist aber blöd. 

Ich durfte Pippi im Kindergarten lassen. Hurra. Sie war sogar kurz begeistert, ihre Bezugserzieherin zu sehen und wollte zu ihr auf den Arm. Dann lachte sie kurz und  als ihr das auffiel, geriet sie direkt in einen Loyalitätskonflikt gepaart mit dem üblichen Trennungsschmerz und weinte. Allerdings bekam ich sehr schnell eine Nachricht vom Kindergarten, dass sie sich schnell beruhigt hätte und spielt und lacht. 

Arbeit war dann aber nur so mittelgut, es geht alles soooo laaaangsaaaaaam und es nervt mich unendlich. Obendrein ein Meeting (immerhin mit Kuchen) und Lab Duty, also Dinge kalibrieren (mach ich gerne), putzen (mach ich generell nicht gerne, aber am liebsten noch im Labor), Sachen auffüllen (ist etwas nervig, aber im Großen und Ganzen ok) und Lösungen herstellen und abfüllen (mag niemand, deshalb ist die Liste herzustellender Sachen immer lang und es greift die Verantwortungsdiffusion, leider fühle ich mich oft mehr verantwortlich als andere und deshalb mache ich gefühlt immer viel viel mehr als viele andere). Und Zack, war der Tag auch wieder rum, ich druckte noch schnell (halb legal) ein zwei Schnittmuster aus, die ich mir aus Langeweile während irgendeiner Inkubationszeit herausgesucht hatte und fuhr nach Hause. 

Zu Hause festgestellt, dass die Ibuprofentablettenwirkung vom Morgen alle war und eine neue genommen. Trotzdem mit Menstruationskrämpfen from hell zum Stoffladen gefahren. 

Im Stoffladen voll günstig genau ausreichende, schlichte Stoffreste für die Schnittmuster  bekommen. Dann noch dies… Und das… Oh, Pinguine! Und Füchse! Zack, 400 Kronen. Naja, hätte schlimmer kommen können. Ist schon oft schlimmer gekommen, könnte man auch sagen. 

Zu Hause fröhliche Pippi und eskalierender Michel, weil Pippi zwei seiner dreitausend Duplosteine hatte. Dann fröhlich kleine Fressmaschine Pippi (Herr Rabe hatte gekocht) und eskalierender Michel, weil wir ihm nur eine Portion Nudeln ohne Soße abgenommen hatten und dann die restlichen Nudeln mit der Soße vermischt hatten und uns in seinen Augen dadurch als absolute Unmenschen qualifizierten. Dann fröhliche kleine Schlafanzug-Pippi und eskalierender Michel, weil Bettzeit. Dann sehr schnell zwei schlafende Kinder. 

Ehrlich, diese A-Phase raubt mir noch den letzten Nerv. Es ist meine tägliche Zen-Übung nicht das Kind an die Wand zu nageln  möglichst wenig herumzuschreien. Wann hört das nur endlich auf?

Wegen schlafender Kinder wenigstens genug freie Zeit gehabt, um für das erste Shirt den Stoff (den ich natürlich schon gewaschen habe, irgendwann am Abend) zuzuschneiden. Das wird schön morgen. Wenn Falls die Kinder mich Nähen lassen.