Tag 1385 – Unkrankes Kind die drölfzigste.

Pippi hat ja echt ein ausnehmendes Talent dafür, im Kindergarten seltsame Symptome zu zeigen, die dann ganz schnell wieder weg sind, sobald wir sie abgeholt haben. Heute neu im Angebot:

„Pippi hat den ganzen Morgen geweint und sich um 11:15 hingelegt. Wir müssen mal gucken, wie es ihr geht wenn sie aufwacht.“

Da war es zwölf.

Um zwei schrieb ich, wie es ihr denn ginge.

Da schlief sie immernoch und ich wurde gebeten, sie abzuholen, sie sei ja offenbar nicht fit.

(Exkurs: liebe Kindergartenmitarbeiter*Innen, wenn das Kind dann zwischendurch aufwacht, dann benachrichtigen Sie doch bitte die herbeieilende Mutter, denn die überlegt vielleicht grad im Zug, ob „hat sich hingelegt“ vielleicht ein Code für ganz stark sein müssen ist und das Kind vielleicht, aber lassen wir das, diese Gedanken sollen hier nicht sein.)

Mit schwärzesten, ungebetenen Phantasien kam ich jedenfalls in den Kindergarten, da war Pippi hoch erfreut, mich zu sehen, sprang zur Demonstration ihrer Fitness in jede Matschepfütze auf dem KiTa-Gelände und rannte dann singend zum Auto.

Ich glaube, das war den Kindergärtnerinnen auch ein bisschen peinlich.

Jedenfalls, ich bin ja total froh, dass sie nicht total krank ist, sondern halt Husten und ne Rotznase hat wie auch schon seit einer kompletten Woche und eben müde war, aber Himmel. Dieses Kind. Kann es nicht einfach mal ne Woche lang nicht solche Sachen machen?

(Morgen wird dem Kindergarten Herr Rabes Nummer gegeben. Morgen kann ich leider nicht mal eben von der Arbeit losspringen und dann halt zu Hause noch eine Stunde dranhängen. Und generell kann ich das halt genauso gut oder schlecht wie Herr Rabe und immer mich kontaktieren ist nervig für mich und zeugt nicht grad von Bewusstsein für gleichberechtigte Elternschaft. Außerdem ist Herr Rabe der empathische Krankheits-Kümmerer bei uns. )

Die Schule hat auch schöne Matschepfützen.

Tag 1384 – Ein bisschen von allem.

Gestern. Wir waren babysitten, alle zusammen, bei MM in Oslo, denn A. (w) wollte gerne 21 km rennen und A. (m) wandert momentan auf dem Machu Pichu. MM und Pippi sind ja bestevenner und deshalb war das ganze wirklich tiefenentspannt. Die Mädels bespaßten sich gegenseitig, ich redete und alberte viel mit Michel. Der braucht das grad, er klebt dauernd an mir und ich musste irgendwann wirklich sehr deutlich werden, dass ich nicht! Angeleckt! Werden! Will! Ich verstehe es ja, es ist alles viel, erst Mama ne Woche weg, dann Papa ne Woche weg, zwischendurch Feiertage und dann kommt noch das Hort-Ding dazu…

… ich habe heute den normalen Hort zu nach den Sommerferien gekündigt und den Sport-Hort für 5 Tage/Woche gebucht. Michel findet das blöd, weil er dann seine Freunde nicht mehr im Hort sieht. Ich verstehe das sehr gut und habe versprochen, öfter Nachmittagsbesuche und am Wochenende mit den beiden Freunden auszumachen. Ich habe Michel das gestern noch mal erklärt, dass ich den normalen Hort einfach nicht gut finde, dass er auch im Sport-Hort Freunde finden wird und dass es leider ein bisschen zu teuer ist, dauerhaft beide Horte zu haben. Er war wenig begeistert, hat sich aber darauf eingelassen, es zu probieren. Puh. PUH! Die Diskussion dann heute mit Herrn Rabe fortgesetzt, der gern hätte, dass sämtliche Transport-Optionen schon durchgesprochen und festgelegt wären, Michel soll ja dann ab Sommer mit den beiden Nachbarmädels eine zur-Schule-gebracht-werden-Gemeinschaft bilden und wir haben dann in 2 von 6 Wochen vermutlich 4 Kinder zu verteilen, das wird kuschelig im Auto und der 2. Erwachsene passt da definitiv nicht mit rein, aber es wird irgendwie gehen, es geht immer alles wenn’s muss. Außerdem ziehen die Nachbarn ja eh vermutlich im Winter um. Dann sind es 2/4 Wochen, aber auch nur 3 Kinder.

Im Garten wächst und gedeiht alles, das macht sehr viel Freude. Ich habe heute ein noch recht kleines Radieschen gegessen und Kräuter geerntet und ich hab so viel Pfefferminze, dass es für ein paar Monate täglichen Tee reichen müsste. Immer wieder faszinierend. Nur Gurki ist eine Sorgenpflanze.

Europa hat gewählt, viel grün, viel braun aber auch. Ach, ach. Wer wählt denn solche ekelhaften Figuren, frage ich mich immer, naja, Sachsen zum Beispiel, aber auch Frankreich. Ach, ach, ach. Darf ich nicht so viel drüber nachdenken, das lähmt mich und dann will ich wieder in einen Bunker im Wald ziehen und da meine Kinder vorm Klimawandel und Nazis beschützen.

Ich wäre echt gern mal wieder abends früher müde und dafür morgens nicht wie erschlagen. Die nächste Woche hat nur 3 Arbeitstage und dann 4 freie Tage ohne große Pläne, das wird bestimmt schön. Vielleicht kann ich etwas Schlaf nachholen. Jetzt aber erst mal dringend Licht aus.

Tag 1382 – Geschafft!!!

Uff.

Die Woche ist geschafft. Geschafft! Alle haben ausreichend Nahrung zu sich genommen, sind bekleidet mit einigermaßen sauberen Sachen und mit geputzten Zähnen morgens aus dem Haus gegangen, waren alle zu ihren Kernzeiten (bis auf Pippi und mich am Dienstag) bei ihren Tagesbeschäftigungen anwesend und haben sich nur selten gegenseitig angeschrien. Minimalziel erreicht, nächstes mal arbeiten wir dann am Ausbau dieser, nennen wir es optimistisch „soliden Grundleistung“.

Herr Rabe ist jedenfalls wieder da und nicht nur hab ich jetzt wieder wen zum Drag Race gucken, nein, der Sohn hat auch neue items zum Angeben:

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Putting some conference swag to use 😎

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und Herr Rabe hat 8 (!) neue T-Shirts sowie echt fancy anderen Kram. Es gibt Kinderbücher „A Children’s Guide to Kubernetes“, wo die kleine Giraffe App Phippy neue Freunde und ein Zuhause endlich zu Kubernetes findet und da musste ich so lachen, dass ich immernoch nicht verstanden habe, was Kubernetes jetzt genau ist. Ich muss mal dafür sorgen, dass wir auf Konferenzen und Meetings fahren, wo es „A Children’s Guide to the Centralised Procedure“ oder „A Children’s Guide to Inspections of Pharmaceutical Manufacturers“ gibt. Da ist bestimmt ein Markt!

Nun schon wieder seit ewig im Kinderbett weil Pippi erkältet ist und schlecht schläft. Ich möchte doch auch schlafen. Meh.

Tag 1378 – Erster Tag geschafft.

Pippi war um viertel vor fünf wach und dann um viertel vor sieben (aka viertel vor Abfahrt) wieder total müde. Das ist nicht schön, beides. Es regt mich sogar richtig auf aber was soll man machen. Gut, das schabende und am Bettlaken rumzupfende Kind fesseln und knebeln hätte mir vielleicht die fehlende Dreiviertelstunde Schlaf gesichert, aber das kommt ja irgendwie nicht so richtig gut an. Jedenfalls hatte ich um halb acht beide Kinder samt Kram verteilt und saß im Zug, hatte aber auch die Krawatte echt auf. Dann im Zug arbeiten macht es auch nicht besser. Nunja. Der Arbeitstag war dann auch… interessant (hier Biolek-Gesicht vorstellen). Mit einem deutlichen Tief am späten Vormittag, danach ging es aber bergauf. Seit 14:08 denke ich mit einem Teil meines Hirns darüber nach, ob ich meine Telefonnummer wohl erfolgreich und verständlich auf einen Anrufbeantworter gesprochen habe. Meine Telefonnummer enthält die Nummern 7 (sprich: schüh) und 22 (sprich schüetu) direkt hintereinander und das ist echt mein Endgegner im Norwegischen, weshalb ich dazu übergegangen bin, die 7 als sühv und die 22 überbetont als chüeh-tuh auszusprechen. Aber genau wie bei meinem Namen (Rave? Raabe? Und den Vornamen vergessen wir einfach mal komplett.) scheint da die Verbindung von meinem Mund zum Ohr des Gegenübers sehr oft sehr verschlungen zu sein. Angenehm für die nächsten Wochen ist auch, dass ich mich nicht langweilen werde. Das war bis nach dem Mittagessen eine ernsthafte Befürchtung von mir. Die A-Karte ist nämlich seit heute auch abgearbeitet und weg, weg, weg!

Nachmittags dann zu Vikinger-Babysitter und aufgedrehten Kindern nach Hause gekommen, die Wäsche war noch nicht trocken, der Garten dank Regen nicht zu wässern und Kartoffeln kochen ist ja auch nicht grad mit daneben stehen verbunden, also hatte ich tatsächlich einen recht entspannten Abend, bis dann die Kinder ins Bett sollten. Die überdrehte und völlig übermüdete Pippi wollte nämlich ü-ber-haupt-gar-nicht schlafen und hampelte noch ewig rum, dann döste ich auch weg und das macht mir ja immer schlechte Laune, zumal ja noch Brotdosen gerichtet und Klamotten rausgelegt werden wollten. Also zwang ich mich aus dem Kinderbett, aber nun ist alles so weit für morgen bereit.

Ach ja: Michels Hausaufgabe war, das Märchen von Goldlöckchen und den drei Bären nachzuerzählen. Er stellte sich ungemein an, er könne das nicht und die Geschichte sei sowieso doof und wenn überhaupt würde er das lieber malen als erzählen. Und dann erzählte er murrend die Geschichte nach. Quasi wortgetreu. Nur mit mehr „und der kleine Bär so… und der große Bär so…“. Goldig. (Wenn bloß das Gemecker vorher nicht immer wär.)

Snipp snapp pute, eventyret er ute!

Tag 1373 – Rasenflaum und Sommergeruch.

Off topic: das ist ja wohl ne Zahl zum davor gruseln. Mir als bekennender Geradzahlfreundin rollen sich dabei die Fußnägel nach oben. Ist das eine Primzahl? Ja, oder? Irgs.

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Ich hab die Arschkarte weggearbeitet. Es war schlimm und stumpfsinnig aber hell yeah, ich bin fertig und habe das gut gemacht. Sogar einen halben Tag eher als geplant. Da kann ich mich ab morgen wieder dem Aufbau meines theoretischen Wissens widmen.

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Der Rasen sprießt, der Briefkasten ist umgehangen (dass ich das noch erleben darf!) und das Blumenbeet blüht komplett. Das ganze Blumenbeet? Nein, die Kugelprimeln sehen unglücklich aus und ich weiß nicht, warum. Der Rest der Blumen macht sich aber sehr gut, das Kastenbeet steht nun auch und bald können da diverse Pflanzenkinder einziehen.

Wenn ich jetzt noch wüsste, was Gurki hat.

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Beide Kinder, aber besonders Pippi, kamen heute dreckig und sommerduftend nach Hause. Dieser ganz spezielle Geruch nach… wahrscheinlich einfach Dreck und Sonnencreme, romantisiert halt Sonne, Wind und wildes Toben, der ist schon ganz speziell. Falls Sie sich fragen, ob der einen Namen hat: natürlich. Seit heute. Sogar zwei.

Ich mag den Sommer.
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Heute schon war alles viel besser als gestern. Wahrscheinlich waren das gestern also nur Hormone. Hormone sind doch echt doof.

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Heute auf dem Rückweg von der Arbeit hörte ich ein wenig (laut) Montreal auf Spotify. Die habe ich mit Herrn Rabe zusammen vor gefühlten 100 ca. 8 Jahren mal auf irgendeinem Festival gesehen und da waren die so lala, jedenfalls nicht so toll, dass ich mir ein Album hätte kaufen wollen. Aber so vom Band als Datei kann man das gut anhören (wenn man melodischen Lärm mag).

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Sonst war nix, nein sonst war nix, sonst war nix, sonst war nix (Peter Licht).

Tag 1371 – Großes Herz.

Ach, ach, ach. Ich hab schon tolle Kinder. Zwei Stück. Zwei super Kinder. Pippi zum Beispiel, diese kleine Dreckspätzin mit Nagellack und Kleid, die grad alles alleine kann, außer sie will grad nicht, dann kann sie gaaaaar nichts, es ist alles schlimm und überhaupt sind ihre Knie müde. Alleine den Rucksack aus dem Kindergarten holen, auf Michels Sitz sitzen, alleine Blumen pflücken, aber bitte die Treppen rauf getragen werden. Sie versucht grad oft, ihren Willen mit Geschrei durchzusetzen, was gestern dazu führte, dass Michel heimlich tat, was Pippi hätte tun sollen (ihre Schuhe wegräumen), weil Michel das nicht mehr ertrug, dass sie so brüllte. Aber Michel wär ja nicht Michel, wenn er nicht ne schlaue Antwort auf mein „das war sehr lieb von dir, aber so lernt Pippi leider nicht, dass sie manche Sachen selbst machen muss“ parat hätte: „Ich wollte ihr nur zeigen, wie das geht, dann kann sie es beim nächsten mal selber.“ Das sind meine Kinder grad: die sture Kleine und der gewitzte Große. Michel hat weiterhin den Kopf voller wilder Ideen. Langsam kann man manchmal mit ihm ernsthaftere Gespräche führen. Ihm wirklich Dinge erklären. Weil hier am Freitag ja Nationalfeiertag ist, lesen die Kinder viel Zeug über die „Eidsvollsmennene“, die damals das Grundgesetz verfasst haben und ich konnte es nicht lassen, anzumerken, dass Frauen da nicht gefragt wurden. „Wer hat den Frauen denn eigentlich erlaubt, das [also mitentscheiden] heute zu machen?“ „Da haben viele Frauen lange für gekämpft, dass wir das heute dürfen, mitentscheiden.“ „Mit Pistolen?“ (da hab ich den Teil mit den Bomben legenden Suffragetten dann einfach mal ausgelassen, an „Krieg ist NICHT COOL“ arbeiten wir weiterhin) „Vor allem mit Worten. Die haben so lange gesagt, dass Frauen genauso kluge und gute Entscheidungen treffen können, wie Männer, bis sie die Politik mitbestimmen durften.“ „Was ist Politik?“ (und so weiter). Gut, zwanzig Minuten später sagt er, er will bei seinem nächsten Geburtstag nur Jungen einladen und Mädchen sind doof, aber mühsam ernährt sich das feministische Muttereichhorn. Und wieder zwanzig Minuten später, beim Prä-Bettzeit-Laberflash, der ihn fast täglich überkommt, erzählt er, wenn man schlafwandelt, kann man auch Computer spielen, mit geschlossenen Augen, nämlich, und im Comic, da malen die nämlich ZZZzzz an die schlafenden Leute, so wie bei Donald Duck und 100 + 105, was ist das, Mama, 501? Nein, 150. Und so weiter und so fort und mit Zahnbürste im Mund noch „Isch musch dir wasch schagen, Mama!“, das kann dann keine zwei Minuten warten, auf gar keinen Fall denn das ist ganz wichtig, dass ich weiß, dass es ja viele, viele McDonalds gibt. Jetzt sofort muss ich das wissen.

In solchen Momenten bläst sich mein Herz auf wie ein Luftballon und platzt fast. Ich hab die zwei so schrecklich lieb, ich würd jedem eine Niere spenden, wenn sie eine bräuchten. Meine großen, kleinen, wilden, kuschligen, klugen, albernen und einfach wunderbaren Rübennasen.

Tag 1365 – „Ferien“.

„Mama, wann kommst du wieder von deinen Ferien?“ sagte Michel am Wochenende. Nun ist das hier ganz und gar kein Urlaub, das Überstundenkonto lacht über die Vorstellung und – ich will nicht meckern, aber – das ist hier auch echt nicht einfach, aber es gibt rein landschaftlich deutlich schlimmere Orte, an denen man arbeiten kann. Heute haben wir das gute Wetter genutzt und zwischen Inspektion und internem Durchgang einen kleinen Ausflug gemacht, das war schon wirklich toll. Der Kopf wurde auch gut durchgepustet, genau das richtige an so einem FerienTag.

Tag 1359 – Hach, hach!

Heute sind drei tolle Sachen gewesen:

  • Frau Halbesachen ist da und es ist wunderbar
  • Pippi ist bis ins Dorf und zurück bis auf wirklich kleine Pausen Fahrrad gefahren und ist dann abends auf meinem Arm eingeschlafen
  • Michel hat geduldig ein im Dunkeln leuchtendes Dino-Skelett ausgebuddelt und war dann völlig aus dem Häuschen darüber, dass das IM DUNKELN LEUCHTET, GUCK MAL MAMA, ES LEUCHTET WIRKLICH, J., DU MUSST AUCH KOMMEN UND GUCKEN, ES LEUCHTET!!!

Alles sehr glücklich machend heute.

Tag 1358 – Zackizacki.

Heute Dinge erledigt. Zeitdruck macht das, weiß ich ja, kenne ich schon. Die SOP ist an die Kolleg*Innen zur Durchsicht verschickt. Der Report, der Freitag raus soll, enthält nun auch alle meine Notizen. Die Checkliste für nächste Woche ist… naja zu 50% fertig, aber ganz fertig muss sie ja auch nicht sein, ich gehe da ja nicht alleine durch alles. Zu Hause dann endlich die meine Bügelwäsche weggebügelt und einen groben Plan gefasst, was ich nächste Woche anziehen könnte und entsprechend einpacken muss. Jetzt kann morgen die Frau Halbesachen kommen und wenn ich heute Abend noch durch ein bis drei Dokumente durchkomme, muss ich morgen nicht mehr ran und kann Spargel essen Wein trinken. Ach ja, Blumen gegossen habe ich auch, den Rasen gesprengt und die Einkaufslieferung verräumt. Die Brotdosen aus den Kinderrucksäcken geholt. Wenn ich’s nicht besser wüsste, würd ich mich für Superfrau halten, aber ich bin nur ich und ohne den Zeitdruck wäre das meiste davon nicht passiert (bzw. sind ja große Teile davon schon seit Wochen nicht passiert).

Was schön war, war Michel beim Erfinden zuhören weil Pippi beim Fernsehen eingeschlafen ist. Ich hab ein ganz wunderbar kreatives großes Kind. Und ein sehr gesprächiges auch. Und niedliches. Und kluges. Und überhaupt. Auch wenn ich mich ein biiiiisschen drauf freue, vier Nächte am Stück allein in einem Bett zu schlafen, ich werd die alle vermissen.

Tag 1353 – Rechner.

Michels Lehrerin rief heute Mittag auf meinem Handy an. Ich denke dann ja immer direkt an BeinbruchGehirnerschütterungPlatzwunde, aber das war es nicht, auch kein Magen-Darm oder ähnliches Grauen, nein, sie wollte nur sagen, dass Michel bei der Lernstandserhebung sehr gut gewesen wäre, Lesen und Schreiben sei top, hören, welcher Buchstabe wo ist und so weiter, alles prima, auch Leseverständnis sei sehr gut und er mache auch im Unterricht sehr gut und eifrig mit. Auch Rechnen klappt gut, manchmal ist er übermütig und macht dann schnellschnell leider manchmal knapp daneben, aber die Konzepte könne er alle und das ist eigentlich alles, was sie von den Kindern zum jetzigen Zeitpunkt erwarten. Also sie sei sehr zufrieden und da könnten wir ja heute gut zu Burger K*ng gehen. Wie auch immer sie darauf kommt, wir waren noch nie mit den Kindern beim Restaurant Zum Goldenen Bogen oder der Konkurrenz. Doch! Letzte Woche als ich mit Pippi beim Baumarkt war, da hab ich mir im Mc Drive einen Kaffee geholt und wär Eis nicht ausverkauft gewesen, hätte ich auch jeder von uns eins gekauft. Aber Eis war aus oder wie Pippi sagt „Wir haben kein Eis gegessen, nur Mama Kaffee.“ Jedenfalls Michels schulische Leistung ist super, das hab ich ihm auch heute Abend gesagt, dass ich das super gut finde, dass er in der Schule gut mitmacht und ihm das Spaß macht und dass er schon ganz viel ganz gut könne, habe die Lehrerin gesagt. Darüber hinaus wird das mit den Kindern von der Lehrerin nicht besprochen, was ich gut finde, ich glaube fest daran, dass man mit Druck (und nichts anderes ist ja öffentliches Leistungs-Vergleichen) in dem Alter mehr kaputt macht als erreicht.

Michel also top Rechner, im Gegensatz zu meinem Arbeits-Rechner (wow, was für eine Überleitung und auch so gar nicht konstruiert oder so…). Mein Account ist seit dem Passwort-Wechsel vor fast einem Monat kaum benutzbar, ständig werde ich rausgeworfen und der Account gesperrt. Meine kleine Morgenroutine sieht deshalb so aus, dass ich bei der Arbeit ankomme, mir einen Kaffee hole, mich an den Rechner setze, 10 Minuten arbeiten kann und dann den Support anrufe, sie mögen doch bitte meinen Account entsperren. Dann kann ich wieder 1-3 Stunden arbeiten und dann beginnt das lustige Spiel von vorn. Es ist zum Haare ausraufen. Der Kollege hinter mir, der im Sommer in Rente geht, bekam heute meine doch deutliche Irritation mit und sorgte kurzerhand dafür, dass ich einen mistneuen Rechner bekam. Hmm, sagte ich noch, ich glaube eigentlich nicht, dass der Rechner schuld ist, es ist irgendwie der Account in dem der Wurm drin ist, aber Widerstand war zwecklos, ich bekam einen neuen. Immerhin durfte ich meinen alten behalten, „falls es doch nix hilft“ zwinkerte mir die IT-Frau zu. Jetzt habe ich also zwei Rechner – meinen ömmeligen alten und einen super schicken neuen. Und die Account-Probleme habe ich selbstredend auch weiter.