Tag 1033 – Viel Gebacken und ein bisschen Kindergedöns.

Wenn der Sommer halt wieder sehr Trøndermäßig ist (also: um die 12 plus minus 5 Grad, plus minus Regen), macht man halt den Backofen an und backt gegen die mäßige Laune an. Heutige Ausbeute: zwei Brote und ein Rhabarberkuchen. Und zwei Flaschen Rhabarbersirup*. Herr Rabe hat jetzt gelernt, dass man Rezepte immer ganz lesen sollte, denn im letzten Satz könnte sowas stehen wie „Kuchen in der Form auskühlen lassen“. Lecker war’s trotzdem, auch wenn es eine leichte zerflossene Matsche war, die sich halt besser mit dem Löffel als einer Gabel essen ließ. (Kein Foto. War echt optisch nicht so ganz schön.)

Michel hat heute gelernt, dass er keinen Rhabarber mag (wie hätte es auch anders sein sollen, dieses Kind ernährt sich ja konsequent vitaminarm). Pippi hat gelernt, dass sie „Rababa“** schon mag, aber nicht, wenn Michel das verweigert. Und nicht roh, aber dann mag ich den ja auch nicht.

Generell ist das mit Michel grad wieder einigermaßen anstrengend. Weil einfach alles zu einem Wutanfall führt. Egal was, es ist ein Drama. Zum Beispiel: da war ja Rhabarber auf dem Kuchen. Ekelhafter, alles verseuchender Rhabarber. Streusel, Vanillecreme und Boden mochte er zwar, aber bekam schon mal vorsorglich einen Heul- und Wütanfall, weil das ja sicher quasi unmöglich sein würde, den Rhabarber zu entfernen. Anderes Beispiel: er möchte dauernd Sachen haben. Teure Sachen, zum Beispiel einen Lego-Zug oder das Lego-Batmobil. Wir erklären dann, dass wir das nicht einfach so kaufen (Schreul!!!), er sich das aber ja zum Geburtstag wünschen kann (Schreuuuuuldasistaberjanochsoooooolange!). Wir erklären „Geld“ und „Wert“ und auch, dass wer alles immer sofort bekommt, Sachen vermutlich nicht wertschätzen lernt (Schreulwüttob!!!). Solche Situationen, und davon gibt’s ja im Leben mit Kindern ständig welche, führen halt momentan direkt zum Tobsuchtsanfall. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich gar nicht weiß, woher er das hat, aber sagen wir’s mal so: der ist ich mit der Impuls- und emotionalen Kontrolle eines Fünfjährigen. Juchhe. Hoffentlich finden wir alle noch einen Weg, damit mit weniger Schreien umzugehen. Erstmal haben wir heute abgemacht, dass er ab den Sommerferien ein wöchentliches Taschengeld bekommt, damit er ein besseres Gefühl für den Wert von Geld bekommt. Vielleicht hilft’s ja. Wegen der Höhe haben wir ja null Ahnung, da kann man’s ja auch wieder nur falsch machen, aber wir fanden, dass der Gegenwert von einem im normalen Laden gekauften, normal großen Eises ganz gut ist. Das sind dann ca. 25 Kronen (etwa 2,70€) das kommt mir irre viel vor (ich bekam 1 DM damals!) aber Norwegen heute ist halt nicht Deutschland vor 27 Jahren und für 10 Kronen kriegt man hier nicht mal eine Packung Hubba Bubba (das kaufte ich damals dann für meine Mark, oder eben zwei (!) Kugeln Eis beim Bäcker oben an der Straße), das kann’s ja auch nicht sein irgendwie. Die Zuckerwatte beim Juba Juba Festival neulich kostete 50 (!!!) Kronen. So zum Vergleich.

Pippi versucht hingegen immer, ihren Willen zu kriegen, IMMER, jetzt hat sie zum gewöhnlichen Repertoire einer knapp Dreijährigen*** noch die Drohung „… eller så sier jeg ifra!“ (frei übersetzt: „… sonst petz‘ ich!“) hinzugefügt, sicher ein Kindergarten-Ding. Ist halt nur lustig, wenn sie das bei uns versucht, wem will sie da denn petzen? Ihrem Teddybär?

Insgesamt also alles vermutlich ziemlich normal hier, nur mit Rabarbra.

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Auto-Lobhudelei: Recht gelassen die meiste Wut hingenommen. „Begleitet“, sagt man in Erzieher*Innen-Sprache.

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*gestern habe ich Rhabarber gekauft, weil ich eigentlich 1 kg einfrieren wollte, bis die norwegischen Erdbeeren kein Vermögen mehr kosten. Morgen muss ich dann also noch ein Kilo Rhabarber kaufen um es einzufrieren.

**Wir sind Westfalen, Rabaabaa. So.

***Also auch Schreulen und Hauen und sich auf den Boden werfen.

Tag 1032 – Hilfsbereit.

„Michel? Magst du mit zum Einkaufen kommen und mir helfen?“

„Nein, ich bleibe hier. Papa und ich müssen Aufräumen und Putzen!“

Echt so passiert. Es gab auch einen großen Geschwisterstreit um den Swiffer, weil beide unbedingt putzen wollten. Ich löste das dann, indem ich Pippi davon überzeugte, dass sie mir beim Einkaufen helfen muss, weil ich sonst ganz sicher die Erdbeeren vergesse.

Ich könnte jetzt natürlich so tun, als wären wir die ultimativ tollsten Supereltern der ganzen Welt, die das mit der intrinsischen Motivation fördern einfach voll raus haben, oder aber dass unsere Kinder einfach die hilfsbereitesten und empathischsten überhaupt sind, aber die Wahrheit ist ganz einfach:

Wir haben Michel versprochen, dass er, wenn die Bude sauber ist, Ninjago gucken darf. Und wenn Michel putzt, will Pippi das auch.

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Auto-Lobhudelei: Ich kämpfe weiterhin gegen das Loch, bisher einigermaßen erfolgreich, aber das ist echt ein Langstreckenlauf, sowas liegt mir ja gar nicht. Ich halte den Kopf oben, mit Mühe zwar, aber eben. Vielleicht ruft ja doch noch wer an.

Tag 1026 – Juba Juba Festival 2018.

Nach einem sehr warmen und einem langsam immer kälteren bis wirklich frischen Tag (und bevor der ganze Kram jetzt gleich wieder abgebaut werden muss), hier das Resümee zum Juba Juba Kinder-Festival 2018: toll war’s. Und das sag ich nicht nur meiner Freundin zuliebe. Es gab wie immer jede Menge ganz unterschiedliche Aktivitäten für Kinder, Kunst, Handwerkliches, Wissens-Dinge… von allem was dabei. Manches war eher so mittelmäßig durchdacht, aber dann am zweiten Tag geändert, zum Beispiel gab es dann heute eine zweite Kinderschminkstation, nachdem man da gestern eine

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Schwups, da hieß es „könnt Ihr zwei *jetzt* mitkommen?“ (Ja klar, dafür bin ich ja gekommen, ne?) und dann haben wir die Bühne abgebaut. Faszinierend und schweißtreibend und ich habe neue Sachen gelernt und so ein bisschen geil ist Arbeit, deren Ergebnis man buchstäblich sofort sieht, ja schon. Aber egal, wo war ich? Ach ja.

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Also jedenfalls war da gestern eine gefühlt kilometerlange Schlange beim Kinderschminken und heute dann eine weitere Station. Es gab ein ganz tolles Zelt für die Kleinsten, einen Bücherbus mit Literaturbühne dran, zwei Bühnen und die Turnhalle mit eher Theater-Bühnen und halt ganz viel Zeug zum machen, von dem wir auch in zwei Tagen nur einen kleinen Teil geschafft haben. Die Stimmung war überall entspannt, die meisten freundlich (Herr Rabe hat heute einem Mädchen den Todesblick verpasst, das Pippi unabsichtlich geschubst hat, sodass Pippis Lolli in den Dreck fiel und die aber, nachdem Pippi entrüstet zu brüllen anfing, nur doof glotzte und keine Anstalten machte, sich zu entschuldigen. Den Blick habe ich bei Herrn Rabe selbst noch nie gesehen, der lässt kochendes Wasser gefrieren. Aber alle anderen sonst waren schon wirklich entspannt!) und manche haben sich noch nicht mal vorgedrängelt, wenn man irgendwo in einer unförmigen Schlange anstehen musste. Wie das eben so ist, mit ganz vielen Kindern und Familien auf einem Haufen.

Wie gesagt, wir haben nicht alles geschafft, aber wir haben

  • Boote gebaut
  • Buttons gemacht
  • Jonglierbälle gemacht
  • Einen Skifahrenden Roboter gebastelt
  • Ballontutafone (it’s a thing! Und es klingt wie so ne Enten-Locktröte.) gebaut
  • Noch viel mehr Buttons gemacht
  • Origami gebastelt (da hat Michel vieeeeel mehr Talent für als ich. Und entspannt hat es mich auch nicht, im Gegensatz zu „Schlepp mal diese drülfzigtausend Metallstangen da hin und leg sie alle auf den Ständer da.“)
  • Und Michel hat eine Miesmuschel probiert, dafür einen Muschelorden bekommen und ganz viele (tote) Speisefische haben wir uns auch angeguckt

(Eins vorweg: was ich wirklich großartig finde, ist, dass alles auf allen Bühnen in Gebärdensprache gedolmetscht wird. Viele Daumen hoch dafür!)

Dann haben wir natürlich Musik gehört, super gut fand ich ja Hopalong Knut, Reggae und Ska für Kinder, und das Trondheimer Symphonieorchester mit Rasmus Rohde (norwegischer Kindermusiker), den Knabenchor des Doms haben wir uns dann lieber geschenkt (Knabenchor finde ich maximal gruselig, egal wie schön die singen, Gru-Se-Lig ist das in meinen Ohren) und die Physik-Show haben wir leider verpasst. Was ich aber (und die Kinder auch) noch viel besser fand, waren einerseits die Lesungen von Jørn Lier Horst, der sehr schön und Kindergerecht echte Fälle aus seiner Zeit als Polizeikommissar erzählt hat und wie er die in seiner Kinderkrimireihe verwurstet hat, mit ganz viel Raten von den Kindern (manch Achtjährige hat echt schon morbide Phantasien, in denen in einer Truhe unbekannten Inhalts auf dem Dachboden eines gefassten Bankräubers zerstückelten Leichen liegen. Würde ich dann aber doch eher in den Erwachsenenbüchern von Horst vermuten.) und ganz schön-gruseligen Geschichten (fand Michel auch. Der steht ja auch total auf die „Detektivbüro Nummer 2“-Bücher) ohne Mord und Totschlag, selbst wenn ein echtes Skelett darin vorkam. Mit Fotos! Von einem echten Skelett! Auf einer Lesung für Kinder! Kriegt manche vielleicht Schnappatmung von, die Kinder fanden das alle toll. Die zweite „Lesung“, die ganz ganz toll war, war von Ståle Gerhardsen. Der ist Künstler, Maler, Illustrator, Dings… und hat ganz mitreißend erzählt und die Kinder entertaint und die Erwachsenen gleich mit. Sein neueres Buch heißt „Hva som helst“ [irgendwas/alles mögliche] und handelt von Thea, die rausfinden möchte, was alles in einen Bleistift passt. Nachdem Aufsägen nicht besonders aufschlussreich war, malt sie also alles mögliche, großen Quatsch meist, und in den Bleistift passt das alles rein, sogar ein Pottwal auf einem Mond. Am Ende zeichnete er dann auch noch auf seinem iPad auf Kinderzuruf die quatschigen Kinderideen und Michel war kaum zu bremsen vor lauter Ideen, hat aber sich immer ganz brav gemeldet, mit „Æ! Æ!“ zwar, aber, eben, bis auf einmal. Da hatte Ståke grad eine Brille gemalt und gefragt, wer denn die Brille aufhat („wer benutzt Brillen?“), da rief Michel einfach ganz selbstverständlich „Meine Mama!“ und so kam es, dass ich mit einem „Mø!“-sagenden Vikinger in einem Drachenboot saß, über dem ein Elefantenbusflugzeug, das von einer Riesenameise mit Zylinder gesteuert wurde… aber das geht alles zu weit. Jedenfalls haben wir das Buch dann gekauft. Mit Widmung. Michel ist hin und weg.

Wovon Michel auch hin und weg war, und ich ehrlich gesagt auch, (und Pippi auch, die hat die eine Show sogar zweimal angeguckt, weil sie die so toll fand) waren die Shows und Aktionen vom Flying Seagull Projekt. Das ist eine Organisation von Artist*Innen und Clowns, die mit solchen Aktionen wie dem Juba Juba Festival finanzieren, was sie sonst tun, nämlich: herumreisen und Quatsch machen für Kinder, die flüchten mussten. Sie gehen in die Auffanglager und machen mit einfachen Mitteln halt Blödsinn für die Kinder und bringen sie zum Lachen, in einer Situation, in der normalerweise nicht viel zu Lachen ist. Sie spielen auch in Slums, Krankenhäusern und überall da, wo Kinder nicht viel zu Lachen haben. Ich finde das großartig und werde deshalb auch (sobald neues Geld vom NAV da ist) etwas für das Projekt spenden. Dass das mit dem Lachen definitiv klappt, davon konnten wir uns dieses Wochenende sehr ausführlich überzeugen, Michel und Pippi und eigentlich alle Kinder haben sich ausgeschüttet vor Lachen über die wirklich quatschigen und redundanten und komplett albernen Witze der Truppe. Wohlgemerkt, eigentlich ohne Sprache. „Uhlala!“ kann Pippi jetzt jedenfalls auch sagen. Und – für mich – unvergessen: der Witz des Truppenchefs, als sich eine andere Clownin anschickte, mit „Säbeln“ zu jonglieren, natürlich nachdem vorher immer alles schief gegangen war und sie auch gar nicht jonglieren kann, jedenfalls sagte der Chef, gewichtig und mit erhobenem Zeigefinger: „HMS“ [Helse, Miljø, Sikkerhet, also Safety, Environment, Health] und setzte sich einen Bauhelm auf. „Farlig!“ [Gefährlich]. Und dann konnte die wilde Messerjongliererei losgehen, Michel hat sich fast ein paar Nägel abgekaut vor Spannung. Hachja.

So, und jetzt noch Bilder.

was ich so bastle…und was Michel in der selben Zeit (mit Hilfe, aber nicht viel!) bastelt. Tjanun.

Abgebaut! Hurra! (Und Schleichwerbung. Wenn Sie mal zufällig in Trondheim und Umgebung ne mobile Bühne brauchen, melden Sie sich doch!)

Tag 1025* – Politikerschwund in Norwegen.

Hach, jetzt sollte hier die geradezu herzerweichende Geschichte stehen, wie Michel heute beim Frühstück in einem Gespräch, dass sich aus seiner Frage „Können zwei Jungen ein Baby zusammen machen?“ entsponnen hatte, vorschlug, wir sollten doch unsere norwegischen Politiker nach Deutschland schicken, damit die da mal sagen, dass das ganz ungerecht ist, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht so einfach Kinder adoptieren dürfen. Aber dann habe ich beim googeln festgestellt, dass das seit der „Ehe für alle“ gar nicht mehr so ist**, und das ist zwar für meine Geschichte jetzt blöd, aber ja aus dem besten denkbaren Grund.

Ansonsten waren wir heute auf dem Festival und es war sehr aufgebaut und wegen absolutem Bombenwetter einfach großartig, da kann man auch mal Sonnencremeflecken auf dem T-Shirt verzeihen. Bilder morgen, gesammelt vom Wochenende.

Auch ansonsten: in der Not frisst der Teufel fliegen und Frau Rabe bekämpft Migräne aus Mangel an Alternativen*** mit Paracetamol und… Magnesium. Das war ein „toller“ Tipp von der Apothekerin in Kroatien gewesen, wo Triptane auch alle rezeptpflichtig sind****. Nun. Es hat funktioniert. Allerdings mussten dafür 2000 mg Paracetamol her (1000 gestern abend und dann noch mal 1000 heute früh um fünf, als ich von Kopfschmerzen geweckt wurde, wenn das passiert, ist es normalerweise Alarmstufe rot) und 800 mg Magnesium. Und von so viel Magnesium auf einen Schlag kriegt man dann auch Durchfall. Aber besser das, als Migräne. Oder Legevakt. Aber ehrlich, wenn Sie Migräne haben: sprechen Sie mit der Ärztin Ihres Vertrauens, finden Sie möglichst ein Triptan, das Ihnen hilft, finden Sie möglichst einen Weg, Anfälle zu verringern, sei es durch Vermeidung bestimmter Trigger oder durch Medikamente, aber glauben Sie nicht der Frau aus dem Internet, die in ihrer Verzweiflung einmal Magnesium probierte und bei der es (vielleicht auch nur wegen der Verzweiflung) half.

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Auto-Lobhudelei*****: Heute die meiste Zeit recht gut mit den Kindern gewesen, obwohl Michel ziemlich am Flippen war, vermutlich wegen des Festivals. Ungeduldig, nah am Wasser gebaut, sofort auf der Palme und auf 180 und „nienienie werde ich [akuten Aufreger einfügen]“. So wie ich sonst. Gemessen daran eigentlich Supermutti gewesen. Und gesunde Snacks dabei gehabt (und den Kindern trotzdem Zuckerwatte gekauft).

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*Na super, Tag 1024 einfach übergangen. Sorry, 2^10-Tag.

**auf dem Papier jedenfalls, praktisch sieht es wohl anders aus.

***kurz vor Kroatien bestürzt festgestellt, dass nur noch 1 Tablette des OTC in Deutschland gekauften Triptans da ist und die quasi aus Schock direkt zwei Tage später nehmen gemusst. Dann gedacht, ach, ich bin ja in Kroatien, da sind Triptane bestimmt auch OTC. Nein, sind sie nicht****. Und die Ibuprofen-Lysinat-Tabletten sind auch irgendwie schon wieder alle. Die gibt’s hier ja auch nicht. Seufz.

****Ich finde das eigentlich nicht schlimm, in Deutschland war es ja auch bis vor ~10 Jahren so, nur im Akutfall ist es halt blöd, wenn man sich statt zur Apotheke dann zur (Notfall-, wenn Wochenende oder spät) Praxis schleppen muss, da ewig wartet und die Migräne in der Zeit völlig eskaliert. Aber Montag habe ich einen Arzttermin, ich hab schon ne Liste an Dingen, die ich ihm vortragen werde.

*****hab ich ja auch schleifen lassen, ne? Ich werd mich bemühen, das wieder einzuführen.

Tag 1023 – Laufen, Atmen, Kind einschulen.

Michels Einschulung stresst mich ja aus mehreren Gründen sehr. Da ist zum einen das leidige Thema Jobsuche, eigentlich wollten wir ja schon längst hier weg sein, aber, Tamara, sind wir nicht. Herr Rabe hat das Thema „dann halt trotzdem nach Oslo ziehen, arbeitslos sein kann man da ja auch“ eigenmächtig ad Acta gelegt, und weil er außerdem 100 Jahre mit dem Bloglesen hinterher ist aber weil das ca. monatlich schwankt, kann ich das auch schreiben. Jedenfalls sieht es so aus, als würde Michel an der Stadtteilschule anfangen. An der gemobbt wird. Mit dem unangenehmen Kind (das wird auch nicht besser, sondern schlimmer) in einer Klasse. Und das Ganze, wie ich finde, ein Jahr zu früh. Er ist doch noch so klein.

Aber er freut sich auch wahnsinnig doll und deshalb haben wir uns heute Nachmittag alle vier auf den Weg zur Schule gemacht. Die Kinder frisch geduscht, Michel frisch entladen, denn er freut sich zwar, aber es stresst ihn eben auch und dann zettelt er wegen irgendwas Streit an und bricht dann ein unfassbares Drama vom Zaun, um sich mal wieder ordentlich auszuheulen. Ganz die Mama. Ähämm. Ich war – quasi zur Vorbereitung – heute morgen schon zu Fuß einkaufen und mich beim Kinderfestival akkreditieren*, das machte dann vor 12 schon 14.000 Schritte und etwas über 10 km und das war dann meine Form von Entladung. Bei dem Einschulungsdings schluckte ich alle meine Negativität runter, mit sehr viel Mühe, er freut sich so, er freut sich so, er freut sich so. Und weil ich ja grad nicht twittern möchte, bekamen Menschen einen Teil meiner Boshaftigkeiten über What’s App ab, der Rest jetzt hier (sorry, wirklich, aber es geht nicht anders, es muss raus, sonst kriege ich davon Magengeschwüre): Michel wird also mit dem Kind in eine Klasse gehen, das immer ohne Sitz und ohne Helm auf dem Gepäckträger seiner Mutter transportiert wird, mit zwei sechsjährigen Mädchen mit Kopftuch (das haben die natürlich aus ganz freien Stücken auf und ja, ich müsste auch bei deutlich sichtbaren christlichen Symbolen mindestens eine Augenbraue sehr weit hochziehen), mit mehreren Kindern, die auf dem Weg zu ner „gesunden Bräune“ offenbar auch den ein oder anderen Sonnenbrand mitnehmen, mit dem unangenehmen Kind aus der KiTa, mit Hermione Granger aka myself when I was 6, und zu guter Letzt mit dem Sohn eines Biotech-Professors, den ich schon oft an allen möglichen Orten getroffen habe, zuletzt gestern (!) in seinem eigenen f*cking Lunchroom und der trotzdem grundsätzlich so tut, als würde er mich nicht kennen gar nicht wahrnehmen. Hrmpf.

So, jetzt ist es raus, dann mal der Rest: Das mit der Einschulung läuft hier ja ganz anders als in Deutschland, denn am 1. Schultag gibt man das Kind recht unaufgeregt beim SFO (Skole-fritids-ordning, wie Randstunden- und Ferienbetreuung in einem) ab, bleibt eventuell noch ein wenig da und dann ist die ersten drei Wochen eben eh nur SFO, das Schuljahr geht erst in der zweiten Augusthälfte richtig los. Keine Feier**, keine Schultüte***. Dafür ist der Tag wichtig, an dem die Kinder ihre Schulranzen bekommen. Nicht so feierlich wie in Deutschland, aber schon halt ein großes Ding. In Norwegen bekommen Erstklässler*Innen einen Rucksack vom „Fylke“, also in unserem Fall (dem frisch vereinten) Trøndelag. Das finde ich aus tausend Gründen wiederum gut, denn so hat man als Eltern dieses, wie ich auf Twitter immer wieder beobachten darf****, völlig irrsinnige Thema Ranzenkauf („Welcher! Ergonomisch! Preis! Muster!“ und am Ende gehen alle mit einem Ding nach Hause, das fast größer als das Kind ist, eine Niere kostet und in dem dann trotzdem die Schulbrote vergammeln) umschifft*****, es gibt keinen Wettbewerb unter den Eltern Kindern, wer den ergonomisch besten coolsten Ranzen hat, der ist nicht besonders groß, also geht auch nicht viel rein, also wenig Geschleppe und wenig vergessenes Gedöns, der hat drülfzig Reflexstreifen und weil der eben als Erstklässlerrucksack erkennbar ist, wissen auch Unbeteiligte gleich, dass das ein Erstklässler ist und kein KiTa- oder älteres Kind. Nun denn. Heute gab es also diesen Rucksack, Michel ist unglaublich stolz und Pippi unglaublich traurig, dass sie keinen bekommen hat.

(Da steht, total witzig, hahaha, drauf: „Erstklassiger Trønder“. Groan.)

Ansonsten fangen in der ersten Klasse 32 Kinder an, genauso viele wie in meiner Grundschulklasse waren. Allerdings wird Michel immer 3 Lehrerinnen****** in der Klasse haben, ich hatte damals exakt 1 und dass das nicht so gut funktioniert hat, hat dann in meinem Fall sogar die Schule eingesehen und die Klasse aufgeteilt. Wie es bei Michel mit 3 Lehrerinnen wird, wird man sehen. Für mich wären ja 33 Sechsjährige in einem Raum schlimmer als Folter, aber deshalb bin ich ja auch nicht Grundschullehrerin, ne? Vielleicht wird das ja alles ganz gut. Persönlich finde ich ja, so langsam kann dann auch mal was überraschend gut laufen, statt immer nur Mist und noch mehr Mist. Ich wünsche mir für Michel so sehr, dass das gut wird, sogar noch besser, als er sich das jetzt vorstellt. Mein großer kleiner Zwerg.

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*Dazu mehr dann morgen.

**Wobei ich auch da schon des öfteren sehr verwundert war, zu was das teilweise in Deutschland aufgeblasen wird, inklusive gemieteten Räumlichkeiten und eeeewig im Voraus ausgebuchten Restaurants und Familie, die durch halb Europa anreist. Äh, ok. Kann man halt machen, ne? Muss ich ja nicht. Und n bisschen bekloppt kann ich’s schon auch finden.

***Eine Schultüte hingegen werden meine Kinder kriegen. In Deutschland würde ich wohl eine kaufen, da es hier aber keine gibt, muss ich die wohl basteln. Sei’s drum. Schultüte muss sein.

****Grad halt nicht und der Teil des Twitter-Verzichts, nämlich das wesentlich weniger häufige #alleirre-denken, der ist echt schön.

*****Zumindest aufgeschoben, aber ich hab noch nie mitbekommen, dass hier um den Ranzen so ein Gewese gemacht wird wie in Deutschland.

******Leider keine mitzumeinenden Männer.

Tag 1020 – Schwere Gespräche.

„Mama, gibt es Leute, die Kinder klauen?“

Mein erster Reflex war „Nein, nicht hier, nicht euch, ich passe einfach immer auf euch auf und lasse euch nicht aus den Augen, nienienieniemals!“, aber das stimmt ja nun leider nicht. Michel fährt schon manchmal allein zum Kindergarten und im Zweifel reicht ja einmal kurz nicht hingeschaut. Also führten Michel und ich ein Gespräch, das mir sehr schwer fiel, weil das mein Herz herausreißt, schockgefriert, in Tausend Stücke schlägt und die Brösel zu Stein werden lässt, wenn ich daran denke, was manchen Kindern angetan wird. Michel nahm das ganze auch in seiner ganzen Fünfjährigenart nicht so wirklich ernst und ich kann ihm ja auch nicht „Vergewaltigt, erwürgt, im Wald verscharrt“ erklären, da müsste ich weinen und er hätte vermutlich Albträume, deshalb ließ ich es bei „böse Menschen“* und dass er nie, nie, NIE!!! bei irgendwem mitgehen darf, den (oder die) er nicht kennt, auch nicht wenn der (oder die) seinen Namen kennt oder unsere Namen, oder Babykatzen/echte Dinoeier/Eis/Lollis im Auto hat. Einfach nie. Für den Fall, dass wer sagt, „Deine Eltern haben gesagt/sind im Krankenhaus/können grad nicht…“ soll er nach dem Passwort fragen und wenn das nicht sofort kommt, rennen, so schnell er kann, dahin wo Leute sind.

Bleibt zu hoffen, dass er jetzt keine große Angst bekommt, er das nienienie anwenden muss und wenn, dass er nicht wirklich versucht, die Bösen mit seinem Fahrradschloss zu fesseln oder unter dem Tisch** heimlich die Polizei anzurufen.

Und irgendwann ist mir bestimmt auch nicht mehr übel.

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*Er kam auf die Idee, dass die ihn auf dem Lagerfeuer grillen wollen und das ist zwar weniger realistisch, aber doch ausreichend makaber um es einfach so stehen zu lassen.

**Woher der Tisch nun plötzlich kam, oder auch das Telefon, man weiß es nicht.

Tag 1019 – Gråkallen.

Heute haben wir uns sehr spontan der Familie von Michels bestem Freund angeschlossen und sind auf den Gråkallen gestiegen. Wir, das waren in diesem Fall Michel, Pippi und ich. Der Gråkallen ist ein kleinerer Berg oder größerer Hügel*, von dem aus man einen schönen Blick über Trondheim und den Fjord hat und es geht ein Weg von Skistua den Berg hoch. Das hörte sich alles ganz gut an, es war strahlender Sonnenschein bei 20 Grad (Sommer!) also packte ich die Kraxe mit Sonnencreme, Wasser und Keksen und wir fuhren los. Es wurde dann auch ein wirklich schöner Ausflug, Michel lief ohne Gemecker den Berg hoch und wieder runter, Pippi hätte ich nur auf dem Rückweg mal kurz aussetzen können, als sie „Renn doch, Mama, Heia! Heia!“ von meinem Rücken skandierte, und leider hab ich nur dieses eine Bild gemacht:

Aber nachdem ich Pippi samt Traxe den ganzen Berg hoch- und wieder runter geschleppt habe, über Stocksteinfels und sogar durch Mooriges Gelände, brauchte ich heute auch echt kein extra Bein-Workout mehr. Aber etwa 2 Extraliter Wasser. Uffz.

Abends dann noch mit der Lieblingskollegin (Ex-Kollegin) gegrillt, das war auch sehr schön und jetzt liegen drei sehr erledigte und ein nicht ganz so erledigter Rabe im Bett und freuen sich** auf eine neue Woche.

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Außerdem: ein Missverständnis geklärt, was mich seit einer guten Woche sehr beschäftigt und meine Selbstzweifel ordentlich befeuert hat. Wegen nix, weil mir da offenbar mein Unterbewusstsein einen komplett unlustigen Streich gespielt und mir was vorgegaukelt hat, was da gar nicht war. Wie froh ich bin, dass es nur Einbildung war, kann ich gar nicht sagen. Sehr froh. Auch darüber, nicht gleich meinen ganzen schon vorbereiteten Vorwurfs-Sermon abgelassen zu haben. Das wäre eventuell ziemlich peinlich geworden.

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Auch außerdem: möchte Twittergebrauch für eine Weile sehr stark einschränken. #AusGründen. Mal sehen, wie es klappt und was es bringt.

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Auch außerdem: muss einen Plan haben, was ich die nächsten Monate mache. Herr Rabe schlug vor, R zu lernen und darüber zu bloggen. Ich finde die Idee gut, aber das würde ich dann anderswo verbloggen, mal sehen wo.

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*551 Meter

**(Hoppla, den hatte ich vergessen.) Also wir freuen uns alle so mittel auf die neue Woche, wie das halt so ist, Wochenende ist ja doch ganz schön.

Tag 1015 – Dr. Sommer.

„Mama? Weißt du was das hier ist?“ Sprach das Kind, formte Zeigefinger und Daumen der einen Hand zu einem O und schob den Zeigefinger der anderen Hand in dem O hin und her. „Ähm…“ machte ich, aber Michel löste schon auf: „Jentetiss mot guttetiss! Hihihi!“ [Mädchenpiller gegen Jungenpiller]. Hihihi indeed. Eine Ecke meines Gehirns freute sich kurz daran, dass es hier für das, was in der Unterhose ist, das Geschlechtsneutrale Wort tiss gibt, eine andere war empört über das beknackte „gegen“ und eine wieder andere wusste die Antwort auf meine nicht so kluge Frage leider schon vorher: „Von wem hast du das denn?“ – „Von M.“ Ja klar, es ist immer M. M.s tiss hab ich auch schon gesehen. Und M. wartet ja auch mit so Weisheiten auf wie „Von Knäckebrot kriegt man große Eier.“ Yeah. Nicht. Aber egal, ich verdaute kurz daran herum, dass mein Kind irgendwie Mädchengeschlechtsteil gegen Jungengeschlechtsteil zeigt, ohne zu wissen was das heißt und sagte dann, auch nicht so ganz geistreich: „Ich möchte aber nicht, dass du so Zeichen machst.“. „Warum?“ „Weil das ganz schön unanständig ist. Und weil du ja nicht mal weißt, was das heißt.“ „?“ „Weißt du denn, was jentetiss mot guttetiss ist?“ „Nein…?“ Tja. Und dann wurde ich ein bisschen rot, aber hauptsächlich weil mich Herr Rabe von der Seite anstarrte, als hätte ich vor, aus dem Stand einen doppelten Salto über den Küchentresen zu schlagen, also zu 90% deshalb, rede ich mir ein. „Das ist eigentlich ein Zeichen für Sex haben. Weißt du was das ist?“ „?“* „Ja, also, wenn zwei Erwachsene sich sehr gern haben, und die sich gern ganz nah sein wollen, dann ziehen die sich manchmal nackt aus und haben Sex, dabei kommt auch manchmal der Penis in die Scheide, aber es gibt auch ganz viele andere Arten, Sex zu haben. Und das ist einfach ganz schön und macht viel Freude und da muss man sich nicht mit so Zeichen drüber lustig machen.“ „Das sag ich M. morgen.“ „Ja. Das sag dem ruhig mal.“ Und dann fiel mir noch was ein. „Es ist halt wichtig, dass beide das wollen. Und man muss zum Sex haben Erwachsen sein.“ „Warum?“ „Ähh…“ „Das ist wie Kaffee. Oder Bier. Manche Sachen dürfen halt nur Erwachsene.“ sagte der Mann da. Und Michel: „Und Jugendliche.“ und ich hoffe doch sehr, dass zumindest das mit dem Bier und dem Sex noch mindestens 11 Jahre kein Thema sein wird.

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*da war eine Ecke meines Gehirns dann kurz sehr froh, erinnere ich mich doch noch sehr genau an sein lachendes und sehr waches Babygesicht, das ich im Tiefschlaf wähnte, damals, als… naja, lassen wir das.

Tag 1014 – To-Do.

Wie ich schon des Öfteren beschrieb, brauche ich einen Plan, um nicht ziellos im Kreis zu laufen. Ich machte mir also heute morgen eine To-Do-Liste für die Woche. Und machte mich mit dem Punkt „Einkaufen“ (nachdem das am Samstag ja einigermaßen gescheitert war) auch direkt an die Erledigung. Und weil die Autowaschmenschen im Parkhaus vom Supermarkt die Autos waschen und das sehr viel besser machen als jede Anlage und dabei nur ein bisschen mehr kosten, fragte ich auch gleich nach nem Termin für „Reifenwechsel, Waschen innen, außen, unten, mit alles unn‘ scharf“. Womit ich nicht rechnete, war „können Wir in einer Stunde machen“. Daraufhin kaufte ich in Rekordzeit ein, fuhr nach Hause, baute die Kindersitze aus, holte die Sommerreifen aus dem Keller, räumte die Sommerreifen ins Auto, räumte die Einkäufe in den Kühlschrank, exte einen Dreiviertel Liter Wasser, suchte gefühlt ewig nach den Schrauben für die Sommerreifen*, rupfte die speckigenBezüge von Michels Kindersitz und stopfte sie in die Waschmaschine und fuhr wieder zum Supermarkt. Dauer: exakt eine Stunde. Lieferte das Auto ab, wusch mir auf dem Supermarktklo die Reifen-dreckigen Hände und ging nach Hause. Hängte die Kindersitzbezüge auf, startete eine Maschine dreckiger Wintersachen, ging auf den Dachboden, nach Gummistiefeln für Pippi suchen, hakte „Gummistiefel“ und „Einkaufen“ ab, und dann ging ich wieder zum Supermarkt. Holte das Auto ab, jetzt glänzend und mit Sommerreifen, fuhr nach Hause, räumte die Winterreifen aus dem Auto in den Keller**, baute Pippis Kindersitz wieder ein, wusch, nein, schrubbte meine Reifen-dreckigen Hände, hakte „Reifen wechseln und Auto waschen“ ab und dann hatte ich noch 15 Minuten Zeit, bis ich die Kinder abholen musste.

Ich hab dann mal das Tarkus-Buch ausgefüllt. Tarkus ist das Kindergarten-Kuscheltier. Ein Gürteltier. Tarkus war mit in Kroatien, den Tarkus wird jedes Wochenende verlost und das Los fiel auf Michel. Und weil Tarkus von allen Kindern heiß geliebt wird, durfte Tarkus auch erstmal in Hygienespüler baden, bevor ich bereit war, ihn mit in ein Flugzeug zu nehmen. Aber wenn wir dann morgen früh die eben ausgedruckten Bilder noch ins Tarkus-Buch geklebt haben werden, kann ich auch „Tarkus“ auf der Liste abhaken.

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*Jetzt liegen die Schrauben für die Winterreifen AUF DEM WINTERREIFENSTAPEL. Wo sie hingehören.

**So ein Tag hat dann auch über 18.000 Schritte, fast 40 gestiegene Etagen und über 2 Stunden „körperliche Aktivität“ und jetzt fühlt sich der Körper halt auch, als hätte ich acht Autoreifen jeweils etwa 30 Meter weit und über ein Stockwerk geschleppt. Uffz.

Tag 1012 – „Mama, weißt du was?“

„Zum Geburtstag wünsche ich mir ein Tellifon. Oder einen Roboter. Mit Fernsteuerung. Wenn ich kein Tellifon oder einen Roboter kriege, werde ich ganz sauer. Man kann auch einen Roboter haben, der mit dem Tellifon gesteuert wird. Dann drückt man auf das Tellifon und dann geht der Roboter los. Gibt es dass, Mama? Das wünsche ich mir. Und der Roboter, der muss drei Knöpfe haben. Wenn man auf einen Knopf drückt, dann verwandelt der sich. In ein Flugzeug. Und dann fliegt der so rum, fju fju, und dann, wenn man wieder auf den Knopf drückt, dann fliegt der so ganz nah am Boden und blüpdiblübbediblüp, ist der wieder ein Roboter. Und der Roboter muss auch aufgeladen werden, aber nicht mit einer Bratterie. Und dann, wenn der aufgeladen ist, dann macht der so „Miep Mop!“ und dann blinkt das auch. Miep Mop! Hehehe. Und wenn man auf einen anderen Knopf drückt, dann soll sich der Roboter in was anderes verwandeln. In einen T-Rex! Wääuuu! Wäääuuuuu! Und der muss auch, wenn gemeine Leute oder Kinder kommen, dann muss der so böse Augen kriegen. Und dann erschreckt der alle bösen Kinder. Alle die ich nicht kenne. Nicht M. und M. Und H. auch nicht. Aber K. und I. Weißt du was K. gemacht hat? Die hat mich gekniffen und getreten. Und dann kann der Roboter die erschrecken und dann so fju fju, kommen da Schießraketen aus den Armen, aber der schießt damit nicht, der erschreckt die nur und dann rennen die weg. Das ist cool. Das möchte ich haben. Kannst du das für mich finden, Mama? Du kannst das im Internet finden. In dein‘ Tellifon.“

Ich habe also noch knapp fünf Monate, um einen ferngesteuerten Flugzeug-T-Rex-Wachhund-Roboter zu finden, der „Miep Mop“ macht, wenn er aufgeladen ist. Aber ohne Batterie. Kein Ding.