Tag 1061 – Ferientag 1. Von Möbeln.

Die Kinder haben ja jetzt Ferien, die Putzhilfe aber nicht und deshalb hat Michel heute der Putzhilfe eine halbe Stunde lang ohne Punkt und Komma seine Lebensgeschichte und die all seiner Freunde erzählt. Das war recht putzig. Dass wir danach los mussten, fand die Putzhilfe aber glaube ich gar nicht mal soooo schlimm.

Wir wollten nämlich das Bett abholen. Dann war aber die Frau alleine im Laden und der Sohn noch nicht da, der sollte erst in einer halben Stunde kommen und dann aber direkt das Bett holen. Nun, ich hatte eh Mordshunger und dachte, ich fahre mit den Kindern die 5 Minuten nach Hause, esse was und komme dann wieder.

Pustekuchen. Ich habe mich in der Trondheimer Innenstadt so dermaßen in den Einbahnstraßen verfranst, dass ich am Ende beschloss, dass es einfacher wäre, zurück zum Bettenladen zu fahren und noch… drei Minuten auf den Sohn zu warten. Ja, ich bin 25 Minuten sinnlos umhergegurkt, weil ich zu stolz war, Google Maps zu befragen.

Jedenfalls holten wir dann einfach das Bett ab, Pippi lief auch nur einmal auf die Straße, während ich ein Paket ins Auto wuppte, da wurde ich dann zur Keifmama und dann zur „mir egal ob du brüllst, ich schnalle dich genau jetzt im Auto an!“-Mama und Pippi wurde zum Wutzwerg. Michel nicht, der durfte wegen der umgeklappten Rückbank vorne sitzen und war sehr stolz.

Naja und weil ich zur Selbstüberschätzung neige, habe ich danach das Bett selbst aufgebaut (kein Problem) und unter das schon vorhandene halbhohe Bett bugsiert (PROBLEM! PROBLEM!), in einem winzigen Raum und mit zwei aufgekratzten Kindern. Tolle Idee, jaja.

Abends dann noch zum Möbelschweden, Lattenrost und Matratze kaufen, Sofas probesitzen und dann doch Nudeln im Restaurant statt zu Hause essen, weil einfach genervt und erschöpft.

Jetzt steht alles, die Kinder schlafen auch schon drin und wir Erwachsenen sind sehr platt.

Ist ja auch irgendwie nicht so schlau, kurz vorm Umzug noch neue Möbel anzuschaffen, ne? Aber gut, es war halt Glück, dass überhaupt grad ein Bett da war.

Morgen machen wir aber glaube ich echt Ferien und sonst nix.

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Auto-Lobhudelei: hab’s dann am Ende ok hinbekommen.

Tag 1054 – Die gute Nachricht zuerst…

… Pippi hat heute morgen gesagt, sie will „Auch ein Ssslüppa anziehn. Wie Michel. Und Pappa.“. Vor ein paar Wochen haben wir ihr ja schon Unterhosen gekauft, weil ich die Hoffnung hegte, das vielleicht bald mal verstärkt in Angriff nehmen zu können. Also zauberte ich einfach einen Schlüpfer aus der Schublade und machte ein kleines Mädchen sehr stolz. Weil sie wieder Fieber hat, konnte ich den ganzen Tag Argusaugen auf sie haben, aber sie machte das wirklich toll, sagte Bescheid, ging aufs Klo, Highfive, Fistbump, Splschh!. Als wir rausgingen, wollte ich sie zu einer Windel überreden, aber sie wollte nicht. Ich packte also einen halben Schrank an Wechselklamotten ein und wir gingen raus – aber sie sagte sogar auf dem Spielplatz Bescheid und pullerte mit Hilfe ins Gebüsch. Es klappte wirklich den ganzen Tag – bis sie mit Michel fernsehen durfte, das war dann zu fesselnd. Aber danach ging es auch wieder gut. Ich bin ganz baff, von Michel war ich anderes gewohnt. Mal sehen, wie es mit den Ssslüppan hier so weitergeht, es lässt sich jedenfalls vielversprechend an.

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Auch gute Nachricht: Ich habe mit zwei Banken gesprochen, die uns beide einen Finanzierungsbeweis ausstellen werden. Damit können wir dann auf Haus/Wohnung/Borettslag*/whatever bieten. Yeah!

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Schlechte Nachricht: noch nix vom Chipsmann gehört. +++ UPDATE! Inzwischen schon, ich habe jetzt schriftlich, was ich Freitag schon mündlich bekam. Nämlich die Zusage, dass ich den Job zu meinen Konditionen (gnihihi) hab, wenn sich der Finanzmann nicht querstellt. Immerhin. +++ Außerdem: Haussuche nervt zunehmend. Diese Weitwinkelobjektivaufnahmen! 25 Meter lange Treppen, 3 Meter tiefe Arbeitsplatten, 2 Fenster die aussehen, als wäre eins nur halb so groß wie das andere. Wenn das Objekt nicht so der Knüller ist, gibts gerne noch drülfzig Bilder von Blumenvasen und anderen Dekogegenständen oder auch der Umgebung. Ja boah, toll, ihr habt nen Spielplatz aus dem Baujahr der Siedlung, grandios, hätte nicht schon meine Mutter darauf spielen können. Uhhh, Wahnsinn, Garagen. Oh, ein Kochbuch und ein Eierkarton. Man kann also ein Kochbuch auf den Tisch legen, DAS IST JA DER HAMMER DAS MUSS ICH HABEN! Immer ist der Kamin an, immer sind alle Türen auf, immer sind da diese beknackten Retro-Leitern im Bad, über die lässig ein (!) helltürkises Handtuch hängt und es stehen auch immer brennende Kerzen überall. Der Aussagegehalt dieser Bilder ist null. Dann kommen noch die Planskizzen dazu, ohne Maße und so grob, dass man auch einfach schreiben könnte „Haus hat Räume, davon sind mache viereckig“. Der letzte Schrei sind 3-D-Planskizzen, die hasse ich besonders, weil da gerne in nem 7,5 qm großen Besenschrank Schlafzimmer ein Doppelbett eingezeichnet ist, das in der Realität bei entsprechender Skalierung etwa der Größe eines durchschnittlichen Couchtischs entsprechen dürfte. Und diese blumigen Umschreibungen – „naturnah“ (= am Arsch der Welt) – „charmant“ (= alt) – „Platz für smarte Regallösungen“ (= Zimmer ist so klein, da passt auch ein Kinderbett nur hochkant rein) – „pflegeleicht“ (= weißes Plastik) – „klassisch“ (= bieder) und so weiter und so fort. Ein Trauerspiel. Und der eine Bankmensch meinte heute, im Juli wäre es immer dünn gesägt mit Objekten, Mitte August wird es dann wieder mehr. Tja, äh, hmm, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT! Aber ich glaub es ist nur PMS und schlecht geschlafen geschuldet, das mich das grad alles so annervt, dass ich am liebsten Finn.no einfach kleinhacken möchte, wenn ich noch einmal so ein Bild sehen muss, für das jemand mit reichlich Vordergrundunschärfe durch einen locker gebundenen Blumenstrauß in einer türkisfarbenen 45-Kronen-IKEA-Vase eine „pflegeleichte“ Küche fotografiert hat. Hoffentlich hat das bald ein gutes Ende. Ach ja und lieber Körper: ne Nacht mit mehr als fünf Stunden Schlaf wäre auch mal wieder ganz nett.

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Auto-Lobhudelei: Recht entspannt hingenommen, dass ich mit Pippi auf dem Schoß mit zwei Banken sprechen musste. Gespräche auch gut hinbekommen.

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*Borettslag ist… äh… kompliziert. Man kauft sich sozusagen ein Wohnrecht auf Lebenszeit, das man auch vererbt und so, aber man kann eben nicht mit seiner Wohnung machen was man will, sondern muss bei wichtigen Dingen (und auch vielem Kleinscheiß, das ist halt wie so ein Verein, da wird auch geregelt, wie hoch die Hecke am Reihenhaus sein darf und wann man die schneiden darf** und so) erst die Eigentümergemeinschaft befragen. Für äußerliche Veränderungen ist auch die Gemeinschaft zuständig und wenn die Eigentümerversammlung beschließt, dass jetzt alle Balkons kriegen, dann hängt man da mit drin, ob man das will oder sich leisten kann oder nicht. Dafür gibt es die Wohnungen oft sehr viel günstiger, als „Selveier“, also nur einer selbst gehörende Häuser.

**Da fällt mir ein, das in unserem Mietvertrag in unserer Wohnung in Bielefeld damals drinstand, wir dürften Nadeldrucker zwischen 22:00 Uhr und 08:00 Uhr nicht benutzen, und auch sonst sollten wir sie auf einem Filzuntersatz platzieren. Damals = 2009.

Tag 1053 – Weiter aufregend.

Heute habe ich Michel gesagt, dass wir jetzt definitiv umziehen werden. Sehr spontan erzählte ich ihm das, als er nämlich daran erinnerte, dass ich mal zugesagt* hatte, dass er zu den Sommerferien dann ein Haustier bekommt. Ich habe es dann aber geschafft, ihn auf „nach dem Umzug“ runterzuhandeln, weil das ja für so HamsterMäuseMeerschweinchen** sicher sehr stressig wäre, umzuziehen. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass es da, wo wir hinziehen, nicht weniger sondern ganz sicher mehr Tierläden*** sind, als hier, ließ er sich darauf ein. Und möchte jetzt, dass wir bitte was mit Garten kaufen, weil er dann nämlich den HamsterMäuseMeerschweinchen zwei Hütten bauen will, eine für den Sommer und eine warme für den Winter****. Hachja. Der ist schon toll.

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Auto-Lobhudelei: fast gar nicht total verrückt gemacht heute. Nahezu total entspannt geblieben.

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*Ich erinnere mich nur noch vage daran und glaube, meine Reaktion war eher jaja, hmm, soso, als ein enthusiastisches Ja!

**Kleinnager it is, aus Allergiegründen keine Katze (ich bin deswegen sehr, wirklich sehr traurig), aus Zeitgründen kein Hund. Ich hatte auch schon Kleinnager und kenne mich gut genug aus, um die meisten typischen Anfängerhaltungsfehler nicht nochmal zu machen und vor allem um Foren zu meiden. Foren sind die Pest.

***siehe auch **, nein, ich gehe nicht in einen Baumarkt und kaufe da irgendein Tier.

****siehe auch **, nein, ich plane keine Hamsterzucht im Garten oder Draußenmäuse. Das werden alles Freigänger. Ich mache dann Klickertraining mit denen und dann kommen die bestimmt abends auf Zuruf alle wieder ins Häuschen gelaufen. <— Das war Ironie.

Tag 1046 – Selbsterkenntnis.

Genauso wie ich lange dachte, Sprachen würden mir irgendwie nicht so liegen, dachte ich auch, ich sei unordentlich und chaotisch. Hahahahahahaha. Mag ja sein, dass das Genie das Chaos beherrscht, ich hab am liebsten, wenn gar kein Chaos entsteht. Wenn alles seinen Platz hat, an dem man es dann findet, wenn man es braucht, möglichst auch noch in einem Zustand, in dem es sofort zu gebrauchen ist. Ich finde nichts schlimmer, als vage zu denken „Wir haben doch noch Geschenkpapier…?“ und dann sind das 20×20 cm mit Kinder-Weihnachtsmotiv. Von gewissen Grundnahrungsmitteln haben wir eigentlich immer einen kleinen Vorrat (klein deshalb, damit nicht plötzlich irgendwas halt doch abläuft, weils ganz hinten im Schrank vergessen wurde) und ich könnte ein prima Preper (schreibt man das so? Die Leute halt, die im Keller einen klitzekleinen Notvorrat für die Zombieapokalypse haben, inklusive drölfzig Kisten Vodka, zum Desinfizieren und als „wenn dann erstmal die Wirtschaft zusammengebrochen ist…!“-Tauschware) sein, wenn ich nicht so pragmatisch veranlagt wäre zu denken, dass ich im Fall der Zombieapokalypse an Tag 1 hysterisch durchknallen und gefressen werden würde. Wie dem auch sei, ich habe es also gerne ordentlich und sauber, ich habe gern wenig Zeug*, ich kann super wegwerfen und dass Kinder solche Sammelleidenschaften entwickeln, macht mich manchmal wirklich rasend. Heute zum Beispiel. Michel hat sich angewöhnt, alles an Kleinkram in irgendwelche, von ihm sorgsam gehortete Boxen zu tun. Die dann irgendwo rumstehen. Irgendwo ist meistens in der Küche, dem (ja offenen) Esszimmer oder dem Wohnzimmer. Also den ERWACHSENENZimmern. Das nervt mich so sehr, dass ich Schuhkartons etc. inzwischen heimlich entsorge, bevor sie zur tausendsten Krambox werden. Und heute hat es mir dermaßen gereicht, dass ich unter Androhung von „Ich schmeiß die ganze Scheiße sonst weg!“ Michel zum Ausmisten und Aufräumen verdonnert habe. Inklusive alles auf den Tisch kippen. Und Halleluja, es hat geklappt. Wir haben zusammen aus sechs großen drei kleine Boxen gemacht, haben insgesamt eine Box voll Kram weggeworfen (sogar Steine! Und Federn! Es ist ein Traum!), Michel hat ganz akkurat seine Schätze sortiert und gestapelt und dann räumten wir das Zeug ins Kinderzimmer. Jetzt kann ich hier in der Küche wieder atmen, ist das schön. Ich hab auch nicht mehr so arge Angst auf irgendein Ü-Ei-Dingelchen zu treten und mir das entweder bis auf den Knochen in die Ferse zu rammen (schlimm) oder es zu zerstören und das den Kindern gestehen zu müssen (schlimmer). Und in einer etwaigen neuen Wohnung kriegen die Kinder vermutlich echt das größte Schlafzimmer** – da können sie dann bis unter die Decke Steine stapeln und Kronkorken sammeln, ist mir alles egal. Solange das dann in ihrem Zimmer bleibt.

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Auto-Lobhudelei: tatsächlich ohne Streit mit Michel aufgeräumt. Und für Pippi Unterhosen gekauft, ohne ins Elsa-Anna-Disneyprinzessinnen-Hündchen-Kätzchen-Herzchen-Rosa-Schleifchenparadies zu kotzen, das sich mir in der Mädchenschlüpperabteilung darbot.

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*Die drei Schubladen voll Stoff sind mein guilty pleasure. Aber da mache ich wirklich ganz in echt noch was mit!

**Ich, noch vor wenigen Jahren: „NIEMALS sollten Kinder ein größeres Zimmer haben als die Eltern! So unsinnig! Platzverschwendung! Die sind doch keine kleinen Könige!“ Tja, Könige vielleicht nicht grade, aber sammelwütige Messis.

Tag 1043 – Kurze Notizen.

„Aktiv arbeitssuchend“ sein ist nicht nur nervig, sondern unter Umständen auch richtig teuer. Zum Beispiel durfte ich ja dieses Event Bzw. die Reise dahin komplett selbst zahlen, weil wegen isso. Auch Mitgliedschaften in diversen Netzwerken sind zwar zum Teil preislich reduziert, kosten aber schon noch was. Kurse die mir weiterhelfen würden (oder zumindest nicht alle meine Gehirnzellen fressen und mich alles anzünden wollen lassen würden) muss ich, genau, selbst bezahlen. Und dann kommen da noch so vermeintlich alberne Aspekte zu wie: nicht jede*r hat Klamotten im Schrank, die man zu Interviews anziehen kann und manch eine*r hat ne Frisur die regelmäßig nachgeschnitten werden will. Meine zum Beispiel will das und da mein Friseur ab nächster Woche für vier Wochen im Urlaub ist, ließ ich heute locker flockige 700 Kronen da. Memo an mich: Für die nächste absehbare Jobsuche-Phase frühzeitig Langhaarfrisur planen und anlegen.

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Woran man merkt, welches Kind abends aus dem Kinderzimmer getappt kommt, bevor es da ist? Pippi schießt die Kinderzimmertür (generell alle Türen, es liegt also nicht an mir, dass:), Michel nicht.

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Pippi wächst wohl bald mal wieder. Die hat ja eh schon so große Füße und jetzt grad futtert sie Unmengen, zu jeder Mahlzeit, und keine Kohlenhydrate, sondern Proteine, Proteine, Proteine. Käse ohne Brot, Veggie-Würstchen aber keine Pommes, Fischstäbchen, Milch, Joghurt… und nachts wieder Bananen. Wir hatten sie schon von den Nacht-Bananen entwöhnt, es ist also anzunehmen, dass es nur wieder ne kurze Phase ist.

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Auch Pippi: geht jetzt ab und an aufs Klo. Und pullert dann auch. Ok, sie findet auch sehr spannend, dass sie auf dem Klo sitzend recht gut ihre Vulva untersuchen kann. Aber hey, sie ist fast drei, das mit dem Klo fände ich langsam echt gut, und dass sie wissen will, was da zwischen den Beinen alles ist, was man sonst ja schlecht selbst sieht, ist ja normal. Auch wenn ich heute das Angebot „Mama Pippi auch kitzeln?“ schmunzelnd ablehnte und hinterherschob, dass überhaupt gar keiner sie da kitzeln soll, außer ihr selbst. Und sie selbst auch besser nur, wenn ich nicht direkt daneben sitze.

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Michels unangenehmer Freund wird vielleicht doch nicht auf derselben Schule anfangen. Es gab da wohl einen unschönen Vorfall mit dem Alkoholiker-Vater und seitdem hat die Mutter das alleinige Sorgerecht, die Mutter wohnt aber inzwischen in einem anderen Stadtteil und der kleine Bruder wird ja, wie alle Kinder des Kindergartens (s.u.), nach den Ferien den Kindergarten wechseln – in einen bei denen in der Nähe. Dass Michels Freund also in die dortige Stadtteilschule geht, ist recht wahrscheinlich. Ich bin nicht soooo traurig. Also, ich fühle mit dem Kind wegen des Vorfalls und der generell bescheidenen Situation, aber ich finde schön, dass mein Kind das vielleicht nicht mehr ausbaden muss, was Erwachsene an diesem Kind verkackt haben.

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Unsere KiTa macht ja zu, es regt mich eh kolossal auf, aber sie sind jetzt schon seit zwei Wochen massiv am Abreißen und das finde ich echt unmöglich. Da gehen noch Kinder hin, ey, und denen wird sozusagen der Kindergarten unterm Hintern demontiert. Ich möchte da echt mal den Verantwortlichen bei der Kommune die Meinung sagen, diese ganze Aktion ist von vorne bis hinten mies.

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Auto-Lobhudelei: heute mehrere Job-Mails geschrieben, bei denen ich höflich, aber direkt mal nach dem Status gefragt hab. Auch: auf meinen Körper gehört und meinen Fuß geschont, der tut nämlich weh und mag weder gehen noch hopsen. Werde wohl einige Oberkörper-Workouts machen in den nächsten Tagen.

Tag 1037 – Zu müde zum Erzählen.

Morgen ausführlich und mit Bildern, heute nur ganz kurz bevor mir die Augen zufallen: ich hab zum ersten Mal was richtig from scratch genäht, nur nach nem Bild und meinen Maßen. Und es hat geklappt. Hurra!

Pippi war heute das erste Mal ohne uns irgendwo anders. Nämlich beim 3.Geburtstag ihres Freundes M., dem Sohn der Leiterin des Kindergartens. Wären die fremder gewesen, hätte es vermutlich lange nicht so reibungslos geklappt. So bekam ich sie nur unter Protest überhaupt da weg. Und trug dann ein „Trampolin!“-murmelndes, schlafendes Bündel die Treppe hoch. Für Pippi war es aber wohl doch sehr sehr aufregend, sie schläft unruhig und redet, weint und motzt im Schlaf. Hachja. Auch dieses Baby wird langsam groß.

Tag 1034 – Zeittunnel!

Nicht nur habe ich mich seit Tag 1028 grob verzählt – zwei mal! – nein, mein kleines Baby ist irgendwie mal kurz zu einem großen Jungen geworden, der morgen auf seine erste richtige Übernachtungsfahrt geht. Morgen wird Michel, der doch eben noch in seiner grotesk dicken Stoffwindel durch die Gegend rollte, auf Førskoletur (Vorschulausflug) fahren. Er freut sich unglaublich und ist tierisch aufgeregt, was man an der gesteigerten Häufigkeit von durch ihn provozierten kleineren und größeren Dramen ganz gut ablesen kann. Heute haben wir gepackt, was gar nicht so einfach war mit nöliger, leicht fiebriger Pippi und unglaublich aufgekratztem Michel, der einen mittleren Nervenzusammenbruch bekam, weil wir die Packliste im Kindergarten vergessen haben. Nicht, dass wir die nicht auch als Mail hätten, das zählt eigentlich nicht, das ist ja nicht der Zettel und buuuhuhuhuhuuuuuu, alles schlimm. Nun ja. Nach längerem Gesuche hatten wir dann das Wichtigste zusammen, nämlich Herrn Rabes Isomatte (die ist kleiner als meine, meine ist riesig), meinen Schlafsack (Michel hat ja so einen Kinderschlafsack von Decathlon, zum Übernachten in einer Hütte ist der super, aber die schlafen in einem Lavvo (ähh, Jurte? So ein festeres Zelt halt) und in der Nacht sollen die Temperaturen bis auf 1 Grad (!!!) runtergehen, da finde ich dann meinen dicken Schlafsack mit Comfort-Temperaturbereich bis -3 Grad doch angebrachter. Wir haben dann voll professionell noch das Fußende mit einem alten Haargummi von mir abgeschnürt, damit das Kind keine kalten Füße kriegt und nicht drin verschwindet, ich habe Michel die Geheimtasche gezeigt und spätestens seit Pippi unbedingt auch reinwollte, war Michel dann vom Schlafsack überzeugt) und sogar die vermaledeite Sitzunterlage, die ich in der ganzen Wohnung gesucht habe und schlussendlich bei den Schlittschuhen im „Keller“*fand. Memo an mich: Schlittschuhe da wegräumen, Sitzunterlagen in den Flur in die Box WO SIE HINGEHÖREN. Wir haben Wechselsachen und Schlafanzug eingepackt, Michel mit Engelszungen zum wenigstens Mitnehmen einer Fleecehose überredet, die Anziehsachen für morgen früh liegen bereit, Michel hat noch etwa dreitausendmal kundgetan, dass er seinen „Parkdress“ echt scheiße findet (wie ein Winteranzugeinteiler, nur ohne Futter, schützt also gegen Wasser von oben und Wind und NUR BABYS TRAGEN DAS!!!), ich habe drei Packungen Maoam** verpackt und in den Rucksack geschmuggelt, Pippi hat mit ihrem Plastik-Telefon „Bilder“ von Michel (und Selfies, Öhömm) gemacht, es ist quasi alles bereit. Morgen noch die Brotdose aus dem Kühlschrank und die Toilettensachen aus dem Bad in den Rucksack verfrachten und dann schauen wir um ca. viertel vor sieben mal, ob ich wirklich schon bereit bin, mein Baby einfach so mit einem Zug in einen hunderte Kilometer entfernten Wald fahren zu lassen. Schnüff.

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Auto-Lobhudelei: die durch das leichte Fieber „gewonnene“ Pippi durch die Gegend geschoben (2 Stunden, ca. 15.000 Schritte, eine halbe Flasche Pustefix und ein Kaffee in der Thermotasse) und mit ihr viel Spaß gehabt. Dabei nur wenig Sorgen gemacht. Aber Spatzen Croissantkrümel*** aus meiner Hand holen lassen. Hachz.

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*Nicht der richtige Keller, sondern ein Lagerraum von ~2qm auf unserer Etage und da haben die Schlittschuhe auch einfach gar nix verloren. Seit wir mal in einer Kellerwohnung gewohnt haben, die logischerweise keinen Keller hatte, nennen wir diese Art Lagerräume „Keller“. Mit Luftkommata.

**In der Vorschulgruppe sind ja nur zwei andere Kinder und Michel hatte sich heute morgen überlegt, dass er morgen gerne den anderen beiden eine süße Kleinigkeit schenken möchte. Und sich, natürlich. Nämlich „Am liebsten Kaugummi, oder ein Überraschungsei, oder Smarties. Da kannst du eins von aussuchen, Mama!“. Die Idee fand ich gut, das Bestimmerische daran aber nicht, also gibt es jetzt halt für jeden so ein kleines Maoam-Päckchen. Eingepackt, damit es auch für Michel eine Überraschung ist.

***So eine bin ich nämlich. Füttere Wildtiere mit insgesamt ca. 2 g Feingebäck und bringe meinem Kind dabei „Erpel“, „Spatz“, „Krähe“ und „Möwe“ bei. Und dass man ganz still sein muss, wenn man will, dass die Spatzen sich trauen, was aus der Hand zu holen.

Tag 1033 – Viel Gebacken und ein bisschen Kindergedöns.

Wenn der Sommer halt wieder sehr Trøndermäßig ist (also: um die 12 plus minus 5 Grad, plus minus Regen), macht man halt den Backofen an und backt gegen die mäßige Laune an. Heutige Ausbeute: zwei Brote und ein Rhabarberkuchen. Und zwei Flaschen Rhabarbersirup*. Herr Rabe hat jetzt gelernt, dass man Rezepte immer ganz lesen sollte, denn im letzten Satz könnte sowas stehen wie „Kuchen in der Form auskühlen lassen“. Lecker war’s trotzdem, auch wenn es eine leichte zerflossene Matsche war, die sich halt besser mit dem Löffel als einer Gabel essen ließ. (Kein Foto. War echt optisch nicht so ganz schön.)

Michel hat heute gelernt, dass er keinen Rhabarber mag (wie hätte es auch anders sein sollen, dieses Kind ernährt sich ja konsequent vitaminarm). Pippi hat gelernt, dass sie „Rababa“** schon mag, aber nicht, wenn Michel das verweigert. Und nicht roh, aber dann mag ich den ja auch nicht.

Generell ist das mit Michel grad wieder einigermaßen anstrengend. Weil einfach alles zu einem Wutanfall führt. Egal was, es ist ein Drama. Zum Beispiel: da war ja Rhabarber auf dem Kuchen. Ekelhafter, alles verseuchender Rhabarber. Streusel, Vanillecreme und Boden mochte er zwar, aber bekam schon mal vorsorglich einen Heul- und Wütanfall, weil das ja sicher quasi unmöglich sein würde, den Rhabarber zu entfernen. Anderes Beispiel: er möchte dauernd Sachen haben. Teure Sachen, zum Beispiel einen Lego-Zug oder das Lego-Batmobil. Wir erklären dann, dass wir das nicht einfach so kaufen (Schreul!!!), er sich das aber ja zum Geburtstag wünschen kann (Schreuuuuuldasistaberjanochsoooooolange!). Wir erklären „Geld“ und „Wert“ und auch, dass wer alles immer sofort bekommt, Sachen vermutlich nicht wertschätzen lernt (Schreulwüttob!!!). Solche Situationen, und davon gibt’s ja im Leben mit Kindern ständig welche, führen halt momentan direkt zum Tobsuchtsanfall. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich gar nicht weiß, woher er das hat, aber sagen wir’s mal so: der ist ich mit der Impuls- und emotionalen Kontrolle eines Fünfjährigen. Juchhe. Hoffentlich finden wir alle noch einen Weg, damit mit weniger Schreien umzugehen. Erstmal haben wir heute abgemacht, dass er ab den Sommerferien ein wöchentliches Taschengeld bekommt, damit er ein besseres Gefühl für den Wert von Geld bekommt. Vielleicht hilft’s ja. Wegen der Höhe haben wir ja null Ahnung, da kann man’s ja auch wieder nur falsch machen, aber wir fanden, dass der Gegenwert von einem im normalen Laden gekauften, normal großen Eises ganz gut ist. Das sind dann ca. 25 Kronen (etwa 2,70€) das kommt mir irre viel vor (ich bekam 1 DM damals!) aber Norwegen heute ist halt nicht Deutschland vor 27 Jahren und für 10 Kronen kriegt man hier nicht mal eine Packung Hubba Bubba (das kaufte ich damals dann für meine Mark, oder eben zwei (!) Kugeln Eis beim Bäcker oben an der Straße), das kann’s ja auch nicht sein irgendwie. Die Zuckerwatte beim Juba Juba Festival neulich kostete 50 (!!!) Kronen. So zum Vergleich.

Pippi versucht hingegen immer, ihren Willen zu kriegen, IMMER, jetzt hat sie zum gewöhnlichen Repertoire einer knapp Dreijährigen*** noch die Drohung „… eller så sier jeg ifra!“ (frei übersetzt: „… sonst petz‘ ich!“) hinzugefügt, sicher ein Kindergarten-Ding. Ist halt nur lustig, wenn sie das bei uns versucht, wem will sie da denn petzen? Ihrem Teddybär?

Insgesamt also alles vermutlich ziemlich normal hier, nur mit Rabarbra.

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Auto-Lobhudelei: Recht gelassen die meiste Wut hingenommen. „Begleitet“, sagt man in Erzieher*Innen-Sprache.

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*gestern habe ich Rhabarber gekauft, weil ich eigentlich 1 kg einfrieren wollte, bis die norwegischen Erdbeeren kein Vermögen mehr kosten. Morgen muss ich dann also noch ein Kilo Rhabarber kaufen um es einzufrieren.

**Wir sind Westfalen, Rabaabaa. So.

***Also auch Schreulen und Hauen und sich auf den Boden werfen.

Tag 1032 – Hilfsbereit.

„Michel? Magst du mit zum Einkaufen kommen und mir helfen?“

„Nein, ich bleibe hier. Papa und ich müssen Aufräumen und Putzen!“

Echt so passiert. Es gab auch einen großen Geschwisterstreit um den Swiffer, weil beide unbedingt putzen wollten. Ich löste das dann, indem ich Pippi davon überzeugte, dass sie mir beim Einkaufen helfen muss, weil ich sonst ganz sicher die Erdbeeren vergesse.

Ich könnte jetzt natürlich so tun, als wären wir die ultimativ tollsten Supereltern der ganzen Welt, die das mit der intrinsischen Motivation fördern einfach voll raus haben, oder aber dass unsere Kinder einfach die hilfsbereitesten und empathischsten überhaupt sind, aber die Wahrheit ist ganz einfach:

Wir haben Michel versprochen, dass er, wenn die Bude sauber ist, Ninjago gucken darf. Und wenn Michel putzt, will Pippi das auch.

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Auto-Lobhudelei: Ich kämpfe weiterhin gegen das Loch, bisher einigermaßen erfolgreich, aber das ist echt ein Langstreckenlauf, sowas liegt mir ja gar nicht. Ich halte den Kopf oben, mit Mühe zwar, aber eben. Vielleicht ruft ja doch noch wer an.

Tag 1026 – Juba Juba Festival 2018.

Nach einem sehr warmen und einem langsam immer kälteren bis wirklich frischen Tag (und bevor der ganze Kram jetzt gleich wieder abgebaut werden muss), hier das Resümee zum Juba Juba Kinder-Festival 2018: toll war’s. Und das sag ich nicht nur meiner Freundin zuliebe. Es gab wie immer jede Menge ganz unterschiedliche Aktivitäten für Kinder, Kunst, Handwerkliches, Wissens-Dinge… von allem was dabei. Manches war eher so mittelmäßig durchdacht, aber dann am zweiten Tag geändert, zum Beispiel gab es dann heute eine zweite Kinderschminkstation, nachdem man da gestern eine

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Schwups, da hieß es „könnt Ihr zwei *jetzt* mitkommen?“ (Ja klar, dafür bin ich ja gekommen, ne?) und dann haben wir die Bühne abgebaut. Faszinierend und schweißtreibend und ich habe neue Sachen gelernt und so ein bisschen geil ist Arbeit, deren Ergebnis man buchstäblich sofort sieht, ja schon. Aber egal, wo war ich? Ach ja.

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Also jedenfalls war da gestern eine gefühlt kilometerlange Schlange beim Kinderschminken und heute dann eine weitere Station. Es gab ein ganz tolles Zelt für die Kleinsten, einen Bücherbus mit Literaturbühne dran, zwei Bühnen und die Turnhalle mit eher Theater-Bühnen und halt ganz viel Zeug zum machen, von dem wir auch in zwei Tagen nur einen kleinen Teil geschafft haben. Die Stimmung war überall entspannt, die meisten freundlich (Herr Rabe hat heute einem Mädchen den Todesblick verpasst, das Pippi unabsichtlich geschubst hat, sodass Pippis Lolli in den Dreck fiel und die aber, nachdem Pippi entrüstet zu brüllen anfing, nur doof glotzte und keine Anstalten machte, sich zu entschuldigen. Den Blick habe ich bei Herrn Rabe selbst noch nie gesehen, der lässt kochendes Wasser gefrieren. Aber alle anderen sonst waren schon wirklich entspannt!) und manche haben sich noch nicht mal vorgedrängelt, wenn man irgendwo in einer unförmigen Schlange anstehen musste. Wie das eben so ist, mit ganz vielen Kindern und Familien auf einem Haufen.

Wie gesagt, wir haben nicht alles geschafft, aber wir haben

  • Boote gebaut
  • Buttons gemacht
  • Jonglierbälle gemacht
  • Einen Skifahrenden Roboter gebastelt
  • Ballontutafone (it’s a thing! Und es klingt wie so ne Enten-Locktröte.) gebaut
  • Noch viel mehr Buttons gemacht
  • Origami gebastelt (da hat Michel vieeeeel mehr Talent für als ich. Und entspannt hat es mich auch nicht, im Gegensatz zu „Schlepp mal diese drülfzigtausend Metallstangen da hin und leg sie alle auf den Ständer da.“)
  • Und Michel hat eine Miesmuschel probiert, dafür einen Muschelorden bekommen und ganz viele (tote) Speisefische haben wir uns auch angeguckt

(Eins vorweg: was ich wirklich großartig finde, ist, dass alles auf allen Bühnen in Gebärdensprache gedolmetscht wird. Viele Daumen hoch dafür!)

Dann haben wir natürlich Musik gehört, super gut fand ich ja Hopalong Knut, Reggae und Ska für Kinder, und das Trondheimer Symphonieorchester mit Rasmus Rohde (norwegischer Kindermusiker), den Knabenchor des Doms haben wir uns dann lieber geschenkt (Knabenchor finde ich maximal gruselig, egal wie schön die singen, Gru-Se-Lig ist das in meinen Ohren) und die Physik-Show haben wir leider verpasst. Was ich aber (und die Kinder auch) noch viel besser fand, waren einerseits die Lesungen von Jørn Lier Horst, der sehr schön und Kindergerecht echte Fälle aus seiner Zeit als Polizeikommissar erzählt hat und wie er die in seiner Kinderkrimireihe verwurstet hat, mit ganz viel Raten von den Kindern (manch Achtjährige hat echt schon morbide Phantasien, in denen in einer Truhe unbekannten Inhalts auf dem Dachboden eines gefassten Bankräubers zerstückelten Leichen liegen. Würde ich dann aber doch eher in den Erwachsenenbüchern von Horst vermuten.) und ganz schön-gruseligen Geschichten (fand Michel auch. Der steht ja auch total auf die „Detektivbüro Nummer 2“-Bücher) ohne Mord und Totschlag, selbst wenn ein echtes Skelett darin vorkam. Mit Fotos! Von einem echten Skelett! Auf einer Lesung für Kinder! Kriegt manche vielleicht Schnappatmung von, die Kinder fanden das alle toll. Die zweite „Lesung“, die ganz ganz toll war, war von Ståle Gerhardsen. Der ist Künstler, Maler, Illustrator, Dings… und hat ganz mitreißend erzählt und die Kinder entertaint und die Erwachsenen gleich mit. Sein neueres Buch heißt „Hva som helst“ [irgendwas/alles mögliche] und handelt von Thea, die rausfinden möchte, was alles in einen Bleistift passt. Nachdem Aufsägen nicht besonders aufschlussreich war, malt sie also alles mögliche, großen Quatsch meist, und in den Bleistift passt das alles rein, sogar ein Pottwal auf einem Mond. Am Ende zeichnete er dann auch noch auf seinem iPad auf Kinderzuruf die quatschigen Kinderideen und Michel war kaum zu bremsen vor lauter Ideen, hat aber sich immer ganz brav gemeldet, mit „Æ! Æ!“ zwar, aber, eben, bis auf einmal. Da hatte Ståke grad eine Brille gemalt und gefragt, wer denn die Brille aufhat („wer benutzt Brillen?“), da rief Michel einfach ganz selbstverständlich „Meine Mama!“ und so kam es, dass ich mit einem „Mø!“-sagenden Vikinger in einem Drachenboot saß, über dem ein Elefantenbusflugzeug, das von einer Riesenameise mit Zylinder gesteuert wurde… aber das geht alles zu weit. Jedenfalls haben wir das Buch dann gekauft. Mit Widmung. Michel ist hin und weg.

Wovon Michel auch hin und weg war, und ich ehrlich gesagt auch, (und Pippi auch, die hat die eine Show sogar zweimal angeguckt, weil sie die so toll fand) waren die Shows und Aktionen vom Flying Seagull Projekt. Das ist eine Organisation von Artist*Innen und Clowns, die mit solchen Aktionen wie dem Juba Juba Festival finanzieren, was sie sonst tun, nämlich: herumreisen und Quatsch machen für Kinder, die flüchten mussten. Sie gehen in die Auffanglager und machen mit einfachen Mitteln halt Blödsinn für die Kinder und bringen sie zum Lachen, in einer Situation, in der normalerweise nicht viel zu Lachen ist. Sie spielen auch in Slums, Krankenhäusern und überall da, wo Kinder nicht viel zu Lachen haben. Ich finde das großartig und werde deshalb auch (sobald neues Geld vom NAV da ist) etwas für das Projekt spenden. Dass das mit dem Lachen definitiv klappt, davon konnten wir uns dieses Wochenende sehr ausführlich überzeugen, Michel und Pippi und eigentlich alle Kinder haben sich ausgeschüttet vor Lachen über die wirklich quatschigen und redundanten und komplett albernen Witze der Truppe. Wohlgemerkt, eigentlich ohne Sprache. „Uhlala!“ kann Pippi jetzt jedenfalls auch sagen. Und – für mich – unvergessen: der Witz des Truppenchefs, als sich eine andere Clownin anschickte, mit „Säbeln“ zu jonglieren, natürlich nachdem vorher immer alles schief gegangen war und sie auch gar nicht jonglieren kann, jedenfalls sagte der Chef, gewichtig und mit erhobenem Zeigefinger: „HMS“ [Helse, Miljø, Sikkerhet, also Safety, Environment, Health] und setzte sich einen Bauhelm auf. „Farlig!“ [Gefährlich]. Und dann konnte die wilde Messerjongliererei losgehen, Michel hat sich fast ein paar Nägel abgekaut vor Spannung. Hachja.

So, und jetzt noch Bilder.

was ich so bastle…und was Michel in der selben Zeit (mit Hilfe, aber nicht viel!) bastelt. Tjanun.

Abgebaut! Hurra! (Und Schleichwerbung. Wenn Sie mal zufällig in Trondheim und Umgebung ne mobile Bühne brauchen, melden Sie sich doch!)