Tag 1778 – Corontäne Tag 4 v2.

Ich mag die norwegische Art „Lila“ auszusprechen, nicht. Lilla. Das ist in meinen Ohren falsch.

Meine Haare sind jetzt wieder lila. Nur doller als letztes Mal, weil ich aus Versehen „Violet“ statt „Lilac“ bestellt habe (wahrscheinlich wegen des Lilla) und bevor Sie es sagen: das *ist schon* das Ergebnis mit 50% Conditioner. Ähäm. Hoppla.

Langsam glaube ich auch, dass die dezente Scheckigkeit der Directions-Farben ein Feature ist und kein Bug. Naja, da spart man sich die Strähnchen.

Vorher waren die Haare kurz weiß, und zwar richtig weiß, wie früher (hatte das lange in genau dieser Farbe):

Also die Directions-Blondierung kann richtig was.

Jetzt muss ich nur noch sehr dringend zur Friseurin. Tjanun – nächste Woche dann, ab Donnerstag darf ich ja wieder.

Tag 1777 – Corontäne Tag 3 v2.

Ich liebe meine Arbeit und deshalb ist es auch nicht soooo schlimm, dass sie grad sehr viel ist, aber diese Woche vorm Urlaub würd ich ja immer gerne überspringen. Tausend kleine Kackdinge müssen fertig werden und trotzdem werden garantiert in Woche 1 des Urlaubs noch irgendwelche Anträge eintrudeln oder Rückfragen kommen und dann dauert es halt 5 Wochen, bis ich da draufgucken kann und in der Zeit hat Firma X leider keine Zulassung für Y und SOP A wird dann doch nicht fertig und es ist sehr verlockend, doch noch hier und da mal kurz und Ich muss aber echt dringend Urlaub haben aus genau dem Grund. Gnarfz.

Das eine Gewächs im Hochbeet ist Mohn*. Ein weiteres sind Sonnenblumen*. Auf eines warte ich noch* und eines hat hübsche weiße Blüten bekommen, aber ich weiß nicht, was es ist*. Und über allem thront die riesigste Stockrose, die ich überhaupt jemals gesehen habe. Es ist ein Monster.

Apropos Monster: Oregano ist ja mal mega krass. Erstens wächst er zwischen den Ritzen des Hochbeets unbezwingbar raus, zweitens habe ich als neues Hobby den (und Disteln) aus dem RingelBlumenbeet zu rupfen, wo er sich einfach hingesät hat. Wir haben also inzwischen mehrere Kräutermonster: Oregano, Estragon, Petersilie, Koriander und 2 Sorten Minze in Töpfen. Alle wuchern wie bekloppt. Die Kartoffeln (im Topf) auch. Es ist faszinierend und ein bisschen gruselig. Wenn ich nicht dauernd an allem rumschnippeln würde, wären wir wahrscheinlich innerhalb von 2 Wochen von Küchenkräutern überwuchert.

Passend dazu habe ich heute mit Pippi den Apfelbaum ausgegeizt und ca. 20 kleine Äpfelchen entfernt, damit die restlichen ca. 20 (!!!) wenigstens eine Chance haben, was zu werden. Am letztes Jahr gepflanzten Minibäumchen. Es waren noch viel mehr Fruchtansätze dran, aber einen Großteil hatte das Bäumchen schon selbst abgeworfen. Schlaues Bäumchen.

Die erste Erdbeere war heute auch endlich reif und auch die Kinder haben noch ein paar optimistisch als reif angesehen.

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*jaja ich kann voll gut mit Blumen und hab auch was mit Bio studiert, aber ich erkenne die trotzdem nicht wirklich, bevor sie blühen und manche nicht mal dann

Tag 1776 – Corontäne Tag 2 v2.

Es wird nichts so heiß gegessen, wie’s gekocht wird und die Norweger*Innen sind ja die König*Innen der pragmatischen Lösungen, deshalb war es kein großes Ding, Pippi heute am Kindergartentor abzuholen. Und wie niedlich die ist, mit ihrem Rucksack auf und wild erzählend. Hachz. Michel wurde von den Nachbarn aus dem Hort mitgenommen. Alles kein großes Ding.

Großes Ding: Michel hat ordentlichen Sonnenbrand. Im Nacken, auf den Armen, auf den Waden, im Gesicht. Morgen wird er gründlich mit LSF 50 eingecremt und bekommt die Flasche mit, die müssen da drauf achten, dass er noch mal nachcremt. Args.

Großes Ding 2: Pippi war heute, als es Essen geben sollte, spurlos verschwunden. Kam nicht auf rufen, war nicht aufzufinden, im Haus nicht, im Garten nicht, bei den Nachbarn nicht. Die anderen Nachbarn antworteten per SMS, dass sie bei denen auch nicht sei. Erst sauer und dann leicht panisch klapperte ich die Nachbarn ab (Quarantäne? Jaja…) und musste erfolglos abbrechen. Zu Hause und den Tränen nah rief Michel von oben „sie ist hier oben“. Da hatte sich die Rübennase in unserem Kleiderschrank versteckt, mit Herrn Rabes iPad, und um das nicht abgeben zu müssen, keinen Piep gesagt. Bis Ende der Woche kein iPad für Pippi.

Tag 1775 – Corontäne Tag 1 v2.

Also 10 Tage Quarantäne, weil ich im Risikogebiet war, Tjanun. Morgen werd ich erst mal ausprobieren, wie ich die Kinder abholen kann, ohne deren Einrichtungen zu betreten, weil Herr Rabe ins Risikogebiet in die Hauptstadt fährt und da den Tag über bleibt. Stelle mir das so vor, dass ich im Auto sitzend hupe und die Kinder unter missbilligenden Blicken zu ihrer aussätzigen Mutter geschickt werden.

Wie auch immer. Der Tag war einigermaßen ereignislos. Ich hab mich in Arbeit vergraben, was nötig ist, weil Endspurt vorm Urlaub. Abends Kinder ins Bett gebracht, ein bisschen gekuschelt, dann Meerschweindamen sauber gemacht mit anschließendem Meerschweindamen-TÜV. Muffin ist dann morgen dran. Die Meerschweindamen sind Superschweinchen, haben jede ca. 25 Gramm wieder zugenommen (von den ca. 50 die sie, vermutlich durch etwas anderes Futter, nach dem Umzug zu uns abgenommen hatten), haben sehr viel Fell, hübsche Zähne, Ohren und Augen und jetzt auch frisch manikürte Pfoten. Niemand hat mich angepullert, insofern ein voller Erfolg.

Und jetzt muss ich wenigstens ein bisschen Schlaf nachholen. Heute war ein bisschen arg müde.

Tag 1774 – Es regnet.

In Gardermoen regnet es.

Ich stand 30 Minuten an einer Passkontrolle an. Ich bin ungelogen noch NIE auf dem Weg nach Norwegen kontrolliert worden, der Passkontrolleur bestätigte dann auch, dass das eine Corona-Maßnahme ist. WAS AUCH IMMER SIE BRINGEN SOLL, GEHT DAS VIRUS NUR AUF LEUTE MIT BESTIMMTEN PÄSSEN ODER WAS.

In der Zeit sind mir 2 Züge weggefahren.

Weil Tönnies ein Arsch ist, dem ich die plötzliche Fleischallergie der ganzen Bevölkerung Deutschlands und der umliegenden Länder an den Hals wünsche, ist grad fraglich, ob es überhaupt möglich sein wird, eventuell zur Beerdigung zu reisen.

Ich hasse Corona. Ich bin traurig und müde und traurig und es regnet.

Tag 1773 – Flashback.

Ich war so ein süßes Kind…

Meine Omi war eine große, schlanke Frau und ich hab jetzt hier so einen Seidenrock, von ihr für sich genäht, high waist und bodenlang und muss den kürzen, weil der bei mir selbst mit high heels ne Schleppe hat. Aber macht ja nichts, ich habe jetzt Nadeln für Seide. Geerbt. Seufz.

Im Garten fand ich Rosen, Waldmeister und tonnenweise wilde Erdbeeren.

Falls ich noch mal herkomme, werde ich den Waldmeister ausgraben und zumindest versuchen, den nach Norwegen einzuschleppen zu exportieren und da an irgendeinem nah gelegenen Wäldchen anzusiedeln.

Jetzt denke ich an Omis Waldmeisterbowle und bin müde und schwermütig.

Tag 1772 – Mach’s gut, Omi.

Im Garten in Norwegen blüht der Holunder.

Omi hat früher manchmal Fliedersekt gemacht, das ist ein (heute weiß ich das) milchsäurevergorener Ansatz aus Holunderblüten und Zucker. Ich durfte das trinken, auch wenn da ein bisschen Alkohol drin ist, ich durfte aber ja auch die Früchte aus Bowle haben und Berliner Weiße.

Omi macht nun nie mehr Fliedersekt und trinkt auch keine Berliner Weiße mehr.

Ich durfte noch einen halben Tag mit ihr verbringen, auch wenn sie schon den Weg angetreten hatte, war das gut. Ob sie gemerkt hat, dass wir da waren, keine Ahnung.

Als wir gingen, ging kurz drauf auch sie.

Mach’s gut, Omi. Gute Reise.

Tag 1770 – Gleichförmig.

Das Problem an diesen gleichförmigen Tagen ist, dass eben nichts passiert, das irgendwie bloggenswert wäre. Halbwegs spannende Dinge, die heute passiert sind:

  • Der Meerschwein-Auslauf ist jetzt fertig und die Ladies haben davon heute ca. 1/10 zum herumliegen genutzt
  • Der Support rief an und ich hab den Typen nicht durchs Telefon geholt (ich kann seit Tagen nicht in unserem Remote Desktop-Dings arbeiten weil es Ultra langsam ist und halt und überhaupt)
  • Pippi hat ein Kaugummi ins Auto gespuckt und Michel im Auto Slushspritzer verteilt und ich habe beide nicht vorm Einkaufszentrum angebunden und bin weg gefahren
  • Ich musste zum ersten Mal im Meeting den Arbeitsplatz wechseln, weil die Meerschweinchen zu laut mitreden wollten
  • Muffin lässt sich jetzt streicheln, über die Nase (dann macht er die Augen zu) und über die Ohren

Mehr war nicht. Also echt nicht. Ich habe deshalb für morgen eine total spannende Exkursion geplant, damit ich was zu bloggen hab. Ich fahre ins Büro*! Ha. Mal gucken, ob ich meinen Türcode noch kann. Ist immerhin das erste mal seit 09.03., dass ich da arbeiten werde.

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*ich muss. Wir alle müssen ein „kritisches Sicherheitsupdate“ machen, bin zum 30.06. Das geht wohl nur im Büro und ich muss dann ne Stunde mindestens da rum hängen, dann kann ich auch gleich einen kurzen** Arbeitstag einschieben

**heute war schon wieder lang. Ich mag die Pre-Ferien-alle-wollen-ihre-Schreibtische-leer-bekommen-Zeit nicht