Tag 616 – Das Ende des Zettels.

Mehrere Dinge waren heute dringend nötig und wurden umgehend erledigt.

1. War Herr Rabe heute Morgen beim Bäcker (mein Schwiegervater kann auch passiv aggressiv und aß dann halt Pumpernickel zum Frühstück, obwohl ihm Herr Rabe auch Körnerbrötchen gekauft hatte). Ich liebe den Herrn Rabe wirklich sehr, nicht nur weil er mir Kartoffelbrötchen kauft.

2. Habe ich dem direkt kaputt gegangenen Shaun das Schaf-Kuscheltier, das Michel gestern von meiner Mutter bekam, leicht wutschnaubend das Loch am Rücken geflickt. Heute Nachmittag riss ihm Michel dann versehentlich einen Arm aus, die Beine sind auch schon ganz lose. Das regt mich so dermaßen auf, nicht, dass Michel wild mit Kuscheltieren spielt, sondern dass bei meiner Mutter das Schenken so eindeutig über Masse statt Klasse definiert wird.

3. Haben wir heute nur Freunde besucht und ein bisschen Gedöns gekauft (UNSER LIEBLINGSLADEN HAT ZUHUHUUUU, WÄÄÄÄHHHHHH!!!). Freunde besuchen ist so toll. Danach drehen die Kinder auch gar nicht so am Rad wie nach Familienbesuchen (wo sie ja auch die einzigen kleinen Kinder sind). Genau genommen schlief Pippi wie ausgeknockt auf der fünfminütigen Autofahrt zum Opa ein und Michel war auch schon recht langsam, musste aber sein neues Spielzeug natürlich noch ausprobieren (s.u.). Mit den einen Freunden saßen wir einfach herum und tranken Kaffee und unterhielten uns und spielten mit dem Spielzeug der in der KiTa befindlichen Tochter, mit den anderen Freunden saßen wir auch und tranken Kaffee und aßen Kuchen und schnackten und deren Kinder und unsere Kinder spielten zum Teil ganz alleine (!!!) und meist sehr niedlich. Michel und M. (So alt wie Michel, meine Freundin A. Und ich bemitleideten bestärkten uns damals ausdauernd gegenseitig wegen unserer anstrengenden dauerstillenden fordernden Babys) spielten ziemlich wild und als wären sie nie getrennt gewesen, M. Bekam sogar noch die Fingernägel in der gleichen Farbe wie Michel lackiert (Watermelon. Mag ich auch sehr. A. Auch). Pippi und T. (Etwas jünger als Pippi) schoben eine Puppe im Puppenbuggy herum, nannten sie ‚Baby‘ und schlugen sich nur selten übten sich in gegenseitiger Rücksichtnahme. Und dann waren wir noch alle auf dem Spielplatz bis wir nass waren.

4. Haben wir Michels Geldzettel in ein TipToi-Starterkit investiert. Das wäre bei Amazon billiger gewesen, aber, ach. So wars einfacher. (Und bei der Gelegenheit haben wir noch Ohraufkleber für Michel gekauft, er will nämlich gerne Ohrringe haben, aber Löcher gibts hier definitiv nicht bevor sie 18 10 sind. Es gab Soy Luna, Trolls und Frozen. Michel trug sehr stolz den Rest des Tages Elsa und Anna an seinen Ohrläppchen herum. Passend zum Nagellack – rechts Essie’s Watermelon, links hellblau-perlmutt-schimmernd von Orly. Und vielleicht ärgere ich mich jetzt ein bisschen, dass ich neulich eine halbe Tube Wimpernkleber weggeworfen habe, weil meine Turniertanztage ja doch schon länger her sind und ich in meinem Alltag keine Verwendung für künstliche Wimpern sehe. Aber so Ohraufkleber hätte man damit sicher gut wieder aufkleben können.)

Wasserspielplatz. Die Kinder stehen total drauf, sowas gibt’s in Trondheim nicht (dafür haben wir Fjord, Seen und einen Fluss, hat Bielefeld ja alles nicht).

Natürlich habe ich, als liebende Mutter, vorher überprüft, ob man da einen Kopfhörer dran anschließen kann.

Tag 615 – Atmen, atmen. 

Ach ja. Erstmal: es geht uns allen gut, niemand wurde in die Babyklappe gestopft und wider Erwarten ist auch niemand vom nächtlichen Gebrüll taub geworden. So ist das Leben eben, es geht auf und ab. 

Langsam bin ich aber einfach fertig mit Urlaub. Nicht weil ich Urlaub an sich blöd finde, sondern weil Heimaturlaub das Gegenteil von erholsam ist. Vor allem, wenn man eine Besitz ergreifende Familie hat. Die dann so Dinge tut, wie einem (anprobierte, sonst ungebrauchte) Unterhosen zu schenken. Dafür musste man unbedingt vorbei kommen. Oder JE DREI Dinosauriereier pro Kind. Ganz anders aber auch einfach komplett drüber. Selbe Familie übrigens. 

Und ich freue mich auch wirklich doll auf frische Brötchen, dann muss ich die halt selber backen, was solls, wenigstens ist das dann kein Dinkelvollkorn mit Mohn überall, vorgestern gekauft und im Kühlschrank gelagert. Und dass das vegetarische Essen, das wir so kochen, halt auch echt vegetarisch ist und nicht mit Würstchen und co. versetzt wurde. 

Und auch so schnöde Sachen, wie sich nicht komplett bekleiden zu müssen, um noch ne Flasche Wasser zu holen, doch, das wird sehr fein. 

Ach ja ach ja. Aber jetzt erstmal noch zwei Tage mit mehr Freunden als Pflichtbesuchen zum Unterhosen geschenkt bekommen bei der Familie. Einkaufen und uns mit so schönen Dingen wie Gemüsebrühe und Haarfarbe bevorraten müssen wir auch noch. Ich möchte auch noch ein bisschen den Aprilwetterigen Frühling genießen, in Trondheim ist der zwar nicht groß anders, aber eben 10 Grad kälter. Heute in Olladissen (der hiesige Tierpark voller neu geborener Tierbabys, die die Kinder kaum interessierten, die Eltern dafür umso mehr) haben Michel, mein Bruder* und ich uns ein wenig rosige Wangen geholt. Wenn es nicht grad hagelte. Das war echt schön. 

Überhaupt Bielefeld: Michel sagt „Pömpel“ und „vertöddert“, ich könnte den dann immer knutschen. Sonst ist alles wie immer. Obwohl, nein! Wer hat sich denn diese furchtbaren Tarnfarben für Citec und FH-Neubau ausgedacht? Ich dachte, Bielefeld hätte vielleicht aus knapp 50 Jahren mit der hässlichsten Uni der Welt gelernt, aber nein. 

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*Wir nähern uns gerade nach ein paar Jahren der Funkstille wieder an, es ist noch holprig aber das wird schon wieder. Langsam halt. 

Tag 613 – Drei mal vier Stunden. 

So lange Zusammensein mit meiner Mutter und meinen Großeltern braucht es, bis ich mich mit Selbstvorwürfen from hell* und Kopfschmerzen von ebenda für immer im Bett zusammenrollen will. 

Ich will nach Hause. 

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*Auszug: wieso kann ich mich nicht einfach freuen, dass sie noch leben (Großeltern), körperlich relativ fit sind (Omi) und sich um eine gute Beziehung zu den Enkeln bemühen (meine Mutter)? 

Tag 612 – Die supersten. 

Meine Kinder sind die allerbesten. So. Warum?

Pippi hört meinem Opa andächtig beim Mundharmonika spielen zu, am Ende klatscht sie, ruft „Yeah!“ und fordert mehr. 

Michel ist der Held des Osterfeuers, hilft den Großen dabei, Holz und Zeug aufs Feuer zu schichten und nickt jedes Lob einfach cool ab. 

Pippi will die ganze Zeit das Auto meines Onkels angucken. Sie sagt dazu abwechselnd „Dino“ (warum auch immer*) oder „Porsche“. „Porsche. Gucken. Komm!“ (Ich habe ihr daraufhin beigebracht, Tesla zu sagen, weil halt. Und auch „Tesla“ klingt aus ihrem Mund unglaublich niedlich.)

Michel erzählt allen und jedem von Dinotrux. Auf Norwegisch. Aber von der Begeisterung kann man sich nur mitreißen lassen. 

Mein Opa hat Michel einen Geldschein zugesteckt. Michel (bargeldlos aufwachsendes Norwegerkind) kam daraufhin an und sagte „Uropa hat mir so einen Zettel gegeben. Weil der nett zu mir ist.“ (Ich hab den Zettel vorerst konfisziert, mit Feuer daneben war mir das zu heikel.)

Michel hat gestern ein Paar Sandalen bekommen, für den Sommer. Er wird sie nie wieder ausziehen. Mit den Sandalen an kann man auch prima in der feuchten Wiese Kopsterbolter (Purzelbaum) üben. 

Und erst das Geschnaufe nachts…

* möööööglicherweise guckt sie bei Michel zu viel Dinotrux mit. 

Tag 610 – #12von12 im April ’17

Hurra, es ist der 12. und das heißt, wir machen alle fleißig 12 Bilder von unserem Tag und verlinken uns beim Kännchen-Blog!

#1von12 von #12von12 Ich frage mich ja, wie man Milch nicht traditionell herstellen kann. Nicht in Kühen? Wird die Milch aus dem Euter rausgebeamt?


Als erstes eine Frühstücksimpression. Es wird mir dann noch erklärt, dass ‚traditionell hergestellt‘ mit der Pasteurisierungsart zusammenhängt, diese Milch ist dementsprechend nicht „extra lange haltbar“ vor lauter Tradition. Mir egal, mir schmeckt diese Milch nämlich einfach gut. Trotz dämlichem Traditionsbeweihräuchere. 

#2von12 von #12von12 K2 hat sich zum Lesen ins Bett gelegt und irgendwann fresse ich die wirklich auf.


Irgendwann musste ich das Lesen beenden, denn wir hatten ja einen Familien-Friseurtermin. Bei der allerbesten Friseurin der Welt, von der ich sogar Nagellackentferner schnorren konnte. Bei der ganzen Familie kam ganz schön was runter, sogar bei mir, obwohl ich einen Teil meines Haares spontan etwas wachsen lassen möchte. 

#3von12 von #12von12 Familie Rabe ist geschoren.


Am Nachmittag wollten wir uns dann mit sehr guten Freunden treffen. Leider fühlte sich Herr Rabe nicht so recht wohl und blieb lieber daheim, also brach ich mit den zwei Rübennasen alleine auf. Mehr Kuchen für uns!

#4von12 von #12von12 Drei Personen essen Kuchen für 6.

#5von12 von #12von12 Kurzer Moment des Friedens.

Michel und die Tochter unserer Freunde spielen mit den Magnetlabyrinthen. Das war schon sehr putzig. Man sieht auch ein bisschen, dass auch Michel nicht komplett kurz geschnitten wurde, sondern oben etwas länger belassen wurde. Unser Kompromiss zwischen „meine Güte, das ist doch keine Frisur!“ und „aber die Löckchen 😍“.

Nach Kaffee und Kuchen wollten die Kinder trotz Bielefelder Mistwetters unbedingt noch draußen auf dem Spielplatz spielen. 

#6von12 von #12von12 Awwwww. Geschwisterplüsch. (Ton dazu: „Mamaaaaaa, die macht meinen Tunnel kapuuuuutt!!!1!elf1!“.)

Naja, nach dem Sandkasten kommt das Ausziehen, in diesem Fall am/im Kofferraum des gestern gewaschenen Autos. Seufz. 

#7von12 von #12von12 Gestern gewaschen. #mimimi


Danach waren wir noch schnell was einkaufen und führen dann wieder zum Opa, wo es quasi direkt Abendbrot gab. Uffz. 

Ich fühl mich, als hätte ich nen Marathon hinter mir, dabei ist erst #8von12 von #12von12


Und nach dem Abendessen war eigentlich auch direkt Bettzeit. Gut, dass Pippi das auch gut selbst erkennt und dann schon mal losläuft. Schlecht, dass sie dann im Bad aber erstmal rumalbert und sich nicht umziehen lassen will. 

#9von12 von #12von12 „Mama, Gocka aus. Gocka!!! Mama Gocka!“ Jo. Größe 37-39 passt fast.


Irgendwann obsiege ich aber unter in Aussichtstellung der Flourtablette doch. Nach Eule und ein bisschen rumwühlen (Pippi) und Lachen (Pippi) und Singen (ich) schläft Pippi aber doch recht fix ein. 

Hoch die Hände, Ferien. #10von12 von #12von12

Das Bier schmeckt… interessant. Das Babyphone hat nen Hau (kein Wunder vermutlich, nach drei Jahren Nichtbenutzung) und geht dauernd aus. Naja. Bettzeit wird recht bald auch für die Großen eingeläutet. Wir handeln aus, wer bei welchem Kind schläft. 

Hmmm, welches Kind nehme ich als Schlafpartner? #11von12 von #12von12


Na gut, dieses. #12von12 von #12von12

Ich bekomme, weil Herr Rabe den Schlaf nötiger hat, Pippi. Mit der ich seither auch schon eine Banane gegessen und einen Becher Wasser getrunken habe. Und gekuschelt natürlich. 

Tag 609 – Komme ich hier in mein Zimmer?

Wir haben heute die Oma im Pflegeheim besucht. Es gibt da sieben Demenz-WGs, alle mit jeweils ca. 12 Bewohnerinnen (und hier kann man ruhig mal das generische Femininum bemühen, die paar Männer in der Einrichtung sind natürlich mitgemeint). Die Einrichtung wirkte zumindest auf mich offen und freundlich und sauber und die Bewohnerinnen gut gepflegt, da hört man ja so einiges und das traf schon mal (augenscheinlich) hier nicht zu. Je mehr Zeit wir da verbrachten, desto mehr fielen mir starke Parallelen zur Betreuung von Menschen am anderen Ende ihrer Lebenszeit auf.

  • Alles war hübsch dekoriert mit von den Bewohnerinnen selbst gebastelten Herzen und Blumen aus Tonpapier.
  • An der Wand ein Kalender, der in sehr großen Buchstaben und Lettern nicht nur Datum, Wochentag, Monat und Jahr anzeigte, sondern auch noch „Frühling“ mit einem bunten Frühlingsbild dazu.
  • Als wir kamen waren die Bewohnerinnen gerade in der Kaffeepause versunken und wir wurden gar nicht bemerkt.
  • An den Zimmern der Bewohnerinnen steht in sehr großer Schrift der jeweilige Name und manche haben auch noch ein Bild von sich da hängen, um sich besser zurechtzufinden. 
  • Als die Bewohnerinnen uns dann bemerkten, hatten einige noch Kaffepausenkrümel und -flecken überall, störte sie aber nicht im Geringsten, weil „OH MEIN GOTT IST DIE* NIEDLICH!!!“ (*Pippi).
  • Die Pflegerinnen wurden von den Bewohnerinnen „große Kinder“ genannt.
  • Die Pflegerinnen müssen alles drei- bis hundertmal sagen. 
  • Manche Bewohnerinnen hatten sehr gute, andere ausgesprochen schlechte Laune. Allen sah man die Stimmung sofort an. 
  • Was weg (=verlegt) ist, wurde ganz sicher von irgend jemandem fies weggenommen. Oder ist noch „in Werther“ (da ist meine Schwiegermutter aufgewachsen).
  • Als wir gehen wollten, saß eine Gruppe im Flur und spielte mit einer Pflegerin ein Quiz. Für 6-7 Jährige.
  • Wenn ein Baby (=Pippi) da ist, wird alles stehen und liegen gelassen, da ist dann auch das Quiz egal.
  • Offenbar kann man den Bewohnerinnen relativ einfach weismachen, der Türöffner sei ein Lichtschalter. Mein Schwiegervater meinte, die hauen nicht ab, weil sie nicht wissen, wie. Es ist aber keine Tür abgeschlossen, die Türöffner reichen als „Barriere“.
  • Wenn es doch mal eine Bewohnerin in den Hausflur schafft, verstehen sie anscheinend nicht, wie der Fahrstuhl funktioniert. Und an der Feuertreppe ist auf die Tür ein Bücherregal aufgedruckt. (Unser Kindergarten hat an der Tür zum Keller, wo die Kinder nicht hinsollen, ein Schuhregal angebracht.)
  • Wenn Bewohnerinnen an einen Rollschrank nicht dran gehen sollen, reicht es, ihn umzudrehen.
  • Obwohl die Flure im Kreis führen, man sich also innerhalb einer Wohngruppe nicht verlaufen kann, ist die größte Sorge der Bewohnerinnen wohl, sich zu verlaufen. 

Tja. Ich glaube, meiner Schwiegermutter geht es da so gut es einer in der Situation gehen kann. Aber die Situation ist und bleibt echt beschissen.

Tag 608 – Wir sind da!

Yeah!

Wir sind in Bielefeld angekommen. Die Fahrt von Kiel nach Bielefeld war… interessant. Ich bin nichts mehr gewohnt und starb auf der Autobahn tausend Tode, weil dauernd Leute plötzlich von rechts rüber ziehen, von hinten angebraust kommen, vor einem bremsen oder alles das gleichzeitig passiert. Ich bin eigentlich keine ängstliche Beifahrerin, aber heute das war anstrengend. Sehr. Da kam es doch sehr gelegen, dass wir auf dem Weg noch in Hamburg etwas ablieferten und ein längeres  und sehr nettes Päuschen einlegten. 

In Bielefeld dann alles wie immer. Erschreckend so. Die Kinder jagten wir wegen Hummeln im Hintern noch ausgiebig auf den Spielplatz vor Opas Haustür, ich ging mit Opa in den Rewe um Milch zu kaufen (Pippi wird sich demnächst in eine Kuh verwandeln, wenn der Spruch „Du bist was du isst“ stimmt.) und bekam derweil das Update zu meiner Schwiegermutter und Opas Hausschuhen und überhaupt allem. Nach dem Abendbrot fielen die Kinder quasi einfach ins Bett und schlafen seither wie die Steine, hoffen wir mal, dass das so bleibt. Wie auch schon gestern haben wir sie zusammen in ein Bett gelegt.

Mit Fährengebrumme und leichtem Geschaukel schläft es sich gut. (Wenn man die Klimaanlage runter dreht.)


Danach noch ein bisschen in eine Tüte geatmet mit dem Opa gesprochen über ein paar Oma-Unterbringungs-Formalitäten. Als jemand, für dessen Kernfamilie eine private Krankenversicherung nienienienicht erreichbar war, ist es schwer zu ertragen, was da alles einer verbeamteten Person in den Hintern geblasen wird vergönnt ist. Ehrlich: für die ist es toll. Richtig toll. Und ich freue mich für meine Schwiegereltern, dass es dank der Beihilfe und drölfzig Zuschüssen alles für sie gut finanzierbar ist und eben keinen Ruin bedeutet, sollte meine Schwiegermutter noch 20 Jahre oder länger in dem Heim leben. Für alle anderen Menschen in diesem Land, die das mitfinanzieren, ohne auch nur in den Hauch des gleichen Genusses zu kommen (sofern sie nicht zusätzlich zu Sozialabgaben, Steuern und co. Umfangreich privat vorgesorgt haben, wozu man ja auch wieder das Geld haben muss…), ist es… ja, was? Ein Schlag ins Gesicht vermutlich. Ich möchte mir jedenfalls bei solchen Gesprächen die Finger in die Ohren stecken und laut LALALA singen, weil ich sonst leider mit der Ungerechtigkeit nicht klar komme. Hoffentlich muss meine Mutter nie in ein Heim.

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Überhaupt Nachtrag zur Bootsfahrt: Total super! Wir waren ca. Anderthalb Stunden vor Abfahrt da, bekamen einen Platz „unten“ im Fahrzeugdeck, weil wir ja potentiell mit Kinderwagen reisten und deshalb irgendwie an einem Fahrstuhl rauskommen müssten. Aufs Boot durften wir dann nach etwa einer halben Stunde Warterei und der einzige Stressmoment war es dann, das ganze Geraffel (kleiner Koffer, zwei Rucksäcke, eine Tasche und eine Kühltasche mit Proviant, eine Tasche mit Regensachen, der Kinderkoffer und zwei Kinder, die sich um den Kinderkoffer stritten) auf einmal in die Kabine zu bekommen, zumal Michel in dem Fahrstuhl leicht klaustrophobisch wurde. Danach war alles ganz prima. Das Essen auf der Fähre hatten wir für abends schon vorbestellt und dadurch etwas Geld gespart. Bis 17 Uhr mussten wir uns die Zeit vertreiben, aber das geht ja ganz einfach auf so einem Boot, auf dem es einfach alles gibt. Wir tranken einen recht ordentlichen Kaffee im „Orient-Café“ und Michel und Pippi teilten sich (total friedlich!!1elf!) ein Eis auf dem Sonnendeck, wir sahen kurz und allesamt reichlich schockiert der Käpt’n Kid Clown Show zu (ich kann sowas ganz schlecht ertragen, aus vielen verschiedenen Gründen), Michel guckte noch eine halbe Folge Dinotrux, weil er damit im Auto nicht fertig geworden war und dann war es auch schon Zeit zu essen. Wir hatten das Buffet gewählt, das Essen war gut (frisch, genug da und die Auswahl war riesig, man musste sich wirklich keine Mühe geben um was zu finden, was man mag) und der Service schnell und freundlich. Für die Kinder gab es Kinderbuffet mit Kinderquatschessen und hätten wir nicht Michel kurz verloren wäre das Essen eine rundum positive Erfahrung geworden, so war es eben nur zu 95% positiv. Und nach dem Essen waren die Kinder so hundemüde, dass sie um 19:12 Uhr beide schliefen. EIgentlich hatten wir noch Schwimmbad geplant, aber das machen wir dann eben auf der Rückreise. 

Hier noch ein paar Impressionen von der Fahrt.

Michels neuer Schatz: der Kopfhörer.


Machte kurz vorher noch Theater und hatte sich aus dem Anschnallgurt gewurstet.


Nach dem Besuch bei unseren Osloer Freunden.


Meine Kinder spielen gerne großflächig.


… und alles was ist, dauert drei Sekunden: eine Sekunde für vorher, eine für nachher und eine für mittendrin.


In Hamburg musste erstmal in wechselnder Besetzung geschaukelt werden. Pippi kann schon sehr gut alleine schaukeln, sagt aber irgendwann einfach „fertig!“ und lässt im selben Moment los.