Tag 453 – WmDedgT November ’16

Es ist der 5., das heißt Frau Brüllen will wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? 

Der Tag beginnt für mich recht früh, um sieben ist Pippi wach und will auch nicht weiterschlafen, sondern mir lieber ihren Finger in die Nase stecken. Ich stehe also mit ihr auf und mache mir einen Kaffee. Mir fällt ein, dass ich sowohl vergessen habe, die Linsen für die Linsensuppe, die es heute Abend geben soll, einzuweichen, als auch Vorteig für Brötchen anzusetzen. Ich hole also beides nach und mache dann Frühstück für Pippi und mich. Die Herren des Hauses schlafen noch. Wir frühstücken gemütlich, dabei lutscht sie ungefähr drölfzig mal die Marmelade vom selben Brötchenstück und reicht es mir dann zunehmend durchgelüllert wieder an, damit ich neue Marmelade drauf mache. Erst als ich das Brötchen in mikroskopisch kleine Häppchen schneide, die ich ihr dann mit Marmelade bestrichen komplett in den Mund schiebe, isst sie auch das Brötchen. Schlaues Kind. 

Nach diesem ersten Frühstück ziehe ich Pippi was an, inzwischen ist auch Michel wach, also mache ich den Rest des Frühstücks fertig. Wir (Pippi und ich) gehen also quasi nahtlos in ein zweites Frühstück über. Danach gibt es Shaun das Schaf für alle, Pippi schläft auf meinem Arm ein, wacht dann aber schnell wieder auf und guckt apathisch und schnarchend (!) aber mit Augen auf (!) Shaun das Schaf mit uns. Den Mutterorden für erfolgreich vermittelte Medienkompetenz, Unterpunkt „wann man lieber ausmachen sollte“ kriegt also heute wer anders. 

Wie wir so auf dem Sofa gammeln, merken wir, dass wir alle mal duschen müssten. Zuerst wird Michel in die Wanne gesteckt (mit Prinzessinnen-Schaumbad), dann macht er allerlei Quatsch und nörgelt rum, weil er nicht eingecremt werden will, ich aber wegen „Mama, mich juckt es!“ drauf bestehe. In der Zwischenzeit duscht Herr Rabe und Pippi badet derweil. Ich hole Michel einen frischen Schlüppi aus seinem Zimmer. Im Zimmer mieft irgendwas, irgendwie wie kalte Asche? Komisch. Michel eskaliert weil er bereits vor Monaten sein Aufzieh-U-Boot weggeschmissen hat, weil es nicht mehr ging. Komplett entnervt von dem Geschrei und überhaupt der ganzen bek***ten Automiephase schmeiße ich die Familie aus dem Bad und gönne mir erstmal eine lange Körperpflegesession. Yeah, Me-Time. Nahezu alleine, nur gelegentlich unterbrochen durch „Mamaaaa? Machst duuuu?“ schaffe ich Wellnesspunkte wie Beine rasieren und Spülung machen. Es ist der Hammer. 

Ich komme aus dem Bad und Michel brüllt, weil er kein Brötchen bekommt (weil wir keine mehr haben). Herr Rabe eröffnet mir, er habe rausgefunden, wieso es in Michels Zimmer so komisch riecht: eine Steckdose sei ganz heiß und würde stinken. Außerdem hinge an der gleichen Leitung eine weitere schmurgelige Steckdose und dann, hinter der Wand, der eine unserer beiden Heizkörper. Einfach abklemmen und auf Montag warten geht also nicht, weil kalt.  Ich möchte schreiend im Kreis laufen, natürlich am Samstag passiert sowas, ich möchte noch zum Stoffladen, was für ein Mist! Herr Rabe kontaktiert den Hausverwalter, der gibt sein OK für den Elektrikernotdienst, ich suche den Elektrikernotdienst raus (døgnvakt heißt sowas, falls sie sowas mal brauchen, ich musste erst rumgoogeln um das Wort herauszufinden) und rufe da an, der Bård ist sehr nett und erklärt mir, was ich jetzt machen muss (eine SMS an die Firma schicken mit Name, Adresse, Mailadresse und der Bestätigung, dass mir klar ist, dass die Anfahrt am Samstag 3000 NOK kostet). Irgendwann kommt eine Bestätigung. Michel will auf den „Bauarbeiter“ warten (er meint Handwerker, das führte letztes Wochenende schon zu einem großen Misverständnis, als wir auf eine (Kunst-)Handwerksmesse fuhren und er mit seiner Warnweste als Bauarbeiter verkleidet seinesgleichen unter den Strickomis suchte…), ich schnappe mir aber Pippi und fahre mit ihr zum Stoffladen. 

Vorher kratze ich noch das Auto frei und überprüfe die Klingel, die geht aber auch nicht, also schicke ich noch eine SMS an Bård, er soll doch bitte bei Herrn Rabe anrufen, wenn er da ist. Pippi schläft im Auto ein. Um zwanzig Minuten vor Ladenschluss bin ich im Stoffladen. Ich kaufe sehr viele gemusterte Jerseystoffe. Alle Kinder die wir kennen kriegen Mützen zu Weihnachten. Weil ich an diesem Samstag im November Frustshoppen war. Außerdem kaufe ich noch einen dunkelroten Stoff für einen Pulli für mich. Er sieht etwas arg braun aus, aber geht schon. Es sollen giftgrüne Bündchen und ein Hoodie-Rollkragen-Hybrid mit grünen Füchsen dran, da sähe zu kräftiges Rot vermutlich sehr nach Weihnachten aus. Denke ich mir. Was ich nicht bedenke, ist wie sich das rauswäscht. Spoiler: es sieht jetzt noch brauner aus. Ich hadere noch mit mir, was tun. 

Ich kaufe also binnen zwanzig Minuten den Stoffladen leer. Dann fahre ich zurück und nehme zum tausendsten Mal die falsche Abfahrt. Naja, egal, so komme ich am Rema vorbei und kann noch Haferflocken kaufen. Pippi hat sich im Auto die Schuhe ausgezogen und stapft auf Wollsocken aber im Erdbeeren-Regenmantel durch den Supermarkt. Es sieht zum Knutschen aus. Wirklich. Vor allem, weil sie jetzt ein Weglaufspiel spielt: ein paar Schritte vorgehen, umdrehen, gucken, ob wer guckt, dann unter lautem Freudengejohl und -gekreisch weglaufen. Beim gefangen werden sich kaputtlachen. Repeat. Das heitert mich auch sehr auf. 

Zu Hause ist schon ein Feuer im Kamin an, Herr Rabe erstattet Lagebericht: der Bård war da, war nett, hat alles gefixt, 6000 NOK. Uffz. Gut, dass die Bude nicht uns gehört. 

Michel ist nölig, Herr Rabe geht mit ihm raus und spontan nehmen Sie Pippi mit. Für mich beginnt Me-Time Runde 2: Brötchenteig machen und Linsensuppe kochen. Nebenher die Stoffe waschen. 

Die Familie kommt wieder, wir essen, Michel will mehr Würstchen, es gibt aber nur für jeden eins, Geheul, ich träume mich auf einen Planeten, in der Kinder diese Phase einfach überspringen. Herr Rabe geht mit den Kindern ein bisschen spielen, ich kümmere mich um die Brötchen, Herr Rabe bringt Michel ins Bett, ich schnalle mir Pippi auf den Rücken und kümmere mich weiter um die Brötchen, Pippi schläft ein, ich backe so vor mich hin und schneide ein bisschen Fleecestoff für ein Kleid für Pippi zu (Hab ich letzte Woche auf dem Handwerkermarkt gesehen, ist mir zu blöd, dafür 300 NOK hinzublättern, selbst den Stoff hatte ich noch zu Hause, den Schnitt hab ich mir kurz selbst überlegt, keine Ärmel, also easy), dann verfrachte ich Pippi ins Bett, es gelingt mir das sagenhafte Kunststück, sie vom Rücken ins Bett zu wuppen, ohne dass sie aufwacht, ich klopfe mir selbst auf die Schulter und verblogge den Tag. 

Tja, und dann ist auch schon jetzt. Müde bin ich. Aber dank gefixter Steckdosen kann ich erstens ruhig schlafen und zweitens morgen Nähen. Das wird schön. Me-Time. 

Tag 452 – Endlich Wochenende. 

Ich weiß auch nicht so richtig, warum, aber diese Woche war furchtbar anstrengend. Hier ist eine Mischung aus PhD-Letztjahr-Panik, Backenzahntralala und allgemeinem Autonomiephasenhorror ausgebrochen. Ich möchte am liebsten eine Woche lang schlafen, dabei hab ich gar nicht mal wenig geschlafen in letzter Zeit. Das Wachsein ist grade nur sehr anstrengend. Da bin ich dann Freitag Abend auch einfach froh um ein Glas Rotwein, ein bisschen Schoki und die letzte Folge der ersten Staffel von Sherlock (nochmal geguckt, weil wirs können!). Selbst mit Pippi halb auf dem Schoß, weil Schlafen ohne uns im Moment mal wieder gar nicht geht. 

Und jetzt: Bett. Morgen kein Wecker. Uff. 

Tag 451 – <3

Bei dem ganzen Gemecker ist gestern ja was total untergegangen. Nämlich, dass das allerallerwichtigste natürlich meine Familie ist. Da wo meine drei Lieblingsmenschen sind, da bin ich zu Hause. Und wenns der Nordpol wäre. Drei Atemgeräusche im Bett, kleine, mittlere und große Arme um meinen Hals, Küsse mit Schnodder und ohne und mit Bartgekitzel. Darauf kommts an. 

Tag 450 – Trondheim. Ach, Trondheim. 

Damals, als es uns hierher verschlug, wusste ich nichts, wirklich gar nichts, über Trondheim. Die erste Nacht hier war dann gleich der absolute Horror, weil mein Couchsurfing-Host nicht auftauchte und auch nicht erreichbar war und ich mitten in der Nacht gestrandet war in dieser mir völlig fremden Stadt, gleichzeitig war eine Messe und ein Festival, es war also auch kein Hotelzimmer zu bekommen, ich war praktisch obdachlos. Und so zog ich mit meinem Köfferchen umher, nachts. Irgendwann mich selbst bemitleidend zweinend. Auf der Suche nach einem Schlafplatz. Ich erwägte mehrmals, irgendwo zu klopfen wo noch Licht war. Ich erwägte auch einfach alle Sachen, die ich dabei hatte, anzuziehen und auf einem Spielplatz in einem Häuschen zu schlafen. Am Ende bekam ich um vier Uhr nachts ein Hotelzimmer, der eigentliche Gast war nicht aufgetaucht. Komatös schlief ich drei Stunden. Kosten: 1700 NOK, damals 210 €. Messepreis. Am nächsten Tag stand ich gelinde gesagt etwas ab und musste doch zu vier (?) Wohnungsbesichtigungen. Und meiner neuen Arbeit. 
Seitdem habe ich Trondheim etwas kennen gelernt. Ich würde jetzt gerne schreiben, kennen und lieben gelernt, aber mal ehrlich: nein. Einfach nein. 

Norwegen ist schon ganz cool. Voll viel Natur, überall. Und alles dabei: Seen, Wälder, Berge, Flüsse, Fjorde: es gibt kaum Orte in Norwegen wo es nicht von all dem was gibt. Dazu kommt für mich das allerwichtigste: Familienfreundlichkeit. Kinderbetreuung ist günstig, üblich, und hochwertig. Betreuungsschlüssel von 1:3,5, davon kann ja ein deutscher Kindergarten im Normalfall nur träumen. Arbeitszeiten sind hier kurz. Teilzeitarbeit üblich, bei beiden Geschlechtern. Bezahlung ist gut, die Einkommensschere klein, überhaupt geht es hier bei allem gleicher zu als ich es in Deutschland kennen gelernt habe. Auch die Friseurin muss ja von ihrem Gehalt leben können, und an der Gesellschaft teilhaben können, deshalb sind die Preise dementsprechend hoch. Ich bin nicht sicher, aber sowas wie „prekär Beschäftigte“, also Leute, die von ihrem Einkommen allein nicht leben können, scheint es hier nicht zu geben. Hier ist schon der Aufschrei groß, wenn Familien berichten, sie könnten sich keinen Sommerurlaub im Süden Europas leisten. 

Letzteres kann ich nachvollziehen. Nicht vom Geld her, aber man muss hier mal raus. Einmal im Jahr die Sonne sehen. Nie hätte ich gedacht, dass ich das mal sage, aber ja: so ein Sommerurlaub muss sein. WEIL ES HIER KEINEN RICHTIGEN SOMMER GIBT! (Oh Hupsi, das ist mir so rausgeplatzt.) Ersthaft, ich weiß nicht, wie die Trondheimer dieses Wetter aushalten. Es gibt hier folgende Wetterlagen: 

  • 10 Grad und Regen. Das sind ca. 200 Tage im Jahr. 
  • 7 oder 13 Grad ohne Regen. 100 Tage im Jahr. 
  • 24 Grad und Sonnenschein. 10 Tage im Jahr. 
  • 28 Grad und Sonnenschein. 1 Tag im Jahr, an dem die Trondheimer unter der schier unerträglichen Hitze sehr leiden. 
  • -20 Grad und Schnee. 1 Tag im Jahr. 
  • -5 Grad und Schnee. 20 Tage im Jahr. 
  • -2 oder +2 Grad, Schneematsch und überfrierende Nässe, alles ist glatt. 33 Tage im Jahr. 

Ohne Witz, als Bielefelderin dachte ich, ich sei wettertechnisch Kummer gewohnt. Ich habe jetzt gelernt: in Bielefeld ist das Wetter weit entfernt von schlecht. Und in Bergen soll es noch schlimmer sein als hier. Ich möchte bitte niemals nach Bergen. 

Dazu kommt ja noch die Dunkelheit im Winter und die andauernde Helligkeit im Sommer. Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Im Sommer kommt man nie ins Bett. Schon mal gar nicht, wenn man Kinder hat. Mein Körper glaubt mir dann um elf einfach nicht, dass mal langsam Bettzeit ist, wenn die Sonne noch scheint. Dafür möchte ich im Winter wie so ein Bär einfach im November schlafen gehen und nicht vor März aufwachen.  Da helfen auch keine Vitamin-D-Tabletten und Tageslichtlampen: wenn die Sonne nicht mehr über die Häuser kommt und die Schatten am Mittag doppelt so lang wie die Dinge sind, die sie werfen, dann ist das kein richtiger Tag. Und wir sind ja noch ein paar hundert Kilometer vom Polarkreis entfernt. In Tromsø (was ansonsten ein wirklich bezauberndes Örtchen ist) geht die Sonne über einen Monat lang gar nicht auf. Gar. Nicht. Ich möchte bitte auch niemals in Tromsø leben. 

Tromsø wär ja auch noch weiter von allem weg. Schon alleine deshalb ist das raus. Trondheim ist ja schon weit weg. Ich meine, 600 km in die nächstgrößere Stadt? Und diese 600 km fährt man ja nicht wie in Deutschland in 6 Stunden. Darf man erstens nicht und geht auch einfach gar nicht. Man kann Zug fahren. Haha. 8 Stunden nach Oslo. Und wenn man nach Bergen will (was man ja nicht will, aber mal mit dem Gedanken gespielt), muss man erst nach Oslo und dann nochmal umsteigen um die 500 km nach Bergen zu fahren. Noch mal 6 Stunden Zug. Absurd. Aber wie mans dreht: Trondheim ist abgeschieden. Das ist bestimmt schön für manche*. Ich fände aber zum Beispiel mal ein Konzert gut. Muss ich nach Oslo für. Oder gleich nach Stockholm. Theater? Jo, Trøndelag Theater. PUNKT. Und wenn mal das russische Staatsballett herkommt und IRGENDWAS aufführt, rennen alle da hin wie die Irren, WEIL SIE AUSGEHUNGERT SIND NACH KULTUR! Nicht (nur) weil Schwanensee halt hübsch anzusehen ist. Es ist Abwechslung und zwar die Einzige, die es mal gibt. Kein Wunder, dass sich die Jugendlichen hier zum Teil krass zusaufen zur Abizeit. Und dann wegziehen. Die Uni hier ist zwar gut, aber will man echt seine vermeintlich besten Jahre hier verbringen? Ich bezweifle es stark. 

Dass man hier nicht wegkommt, wird sich ab Frühjahr nächsten Jahres noch verstärken. Wie ich heute erfahren habe, wird nämlich die einzige Direktverbindung nach Deutschland eingestampft. Adjö, Trondheim-Berlin. Ab dann müssen wir nach Amsterdam und dann von da entweder abgeholt werden oder Mietwagen oder nach Hannover weiter fliegen oder Zug. So oder so wird es deutlich teurer werden. NOCH TEURER. Kost ja eh nix, mit zwei Kindern. Ha. Ha. Und das mit der Heimat voll von alten Leuten, die beängstigend schlechte Gesundheitszustände haben. Fühlt sich echt super an, im Zweifel hier festzusitzen. Danke, Norwegian airlines, für nichts. 

Und dann noch die Trondheimer. Nicht nur, dass sie den fiesesten Dialekt aller 400 Dialekte sprechen (empfinden zumindest die Norweger so, ich nicht, ich finde Stavanger am allerschlimmsten!), nein, die sind auch alle zugänglich wie Stockfisch. Nach drei Jahren hier zählen wir *NULL* echte Trønder zu unseren Freunden. Überhaupt haben wir kaum Freunde hier. Und alle sind entweder andere Ausländer oder zumindest ganz aus dem Süden oder dem Norden Norwegens. Da sind die Leute lockerer drauf, scheint mir. Dabei sind die meisten Trønder gar nicht echt verschlossen oder unhöflich. Man kann mit denen sogar feiern und Spaß haben. Aber dann vergesse ich am nächsten Tag das obligatorische „Takk for sist!“ und hab’s wieder mal für ein paar Wochen verkackt. Aber auch davon abgesehen: meist tut man hier einfach so, als würde man sich nicht kennen. Und das kotzt mich immer mehr an. Dabei hab ich’s so oft versucht: „Lass uns doch mal einen Kaffee trinken!“ – „Ja gerne, irgendwann mal.“ Und wenn man dann nachhakt: Grillenzirpen. Ach, ach. 

(Noch ein Jahr. Dann können wir hier weg. Und dann werde ich’s vermutlich vermissen.)

Trøndervær. Symbolbild.

*der Genpool ist aber auch gefährlich klein hier. Ich kenne schon alleine mehrere Erwachsene hier, die noch mehrere Milchzähne haben. Aus meinem früheren Leben kenne ich keinen einzigen. Aber das nur am Rande.

Tag 449 – Null Frustrationstoleranz. 

Heute habe ich es geschafft, zweimal falsche Winterreifen für mein Rad zu kaufen. Erst waren sie zu klein, dann zu schmal. Außerdem Geschleppe der Autowinterreifen aus dem Keller, Ausbau und wieder Einbau der Kindersitze, Geschleppe der Autosommerreifen in den Flur, Wocheneinkauf alleine in die Wohnung schleppen, Kochen, Einschlafbegleitung für zwei. Ohne Trage, weil weiß ich auch nicht, bin halt bescheuert. Auf jeden Fall alles alleine und spätestens nach dem zweiten fehlgeschlagenen Reifenkauf den Tränen nahe. Bei der Einschlafbegleitung schlief ich dann eher als Pippi. Und jetzt schlafe ich einfach wieder ein, morgen ist auch noch ein Tag, um den Sportladen anzuzünden. 

Tag 448 – #OffTopic zum Thema Zeitdruck. *HIER!*

Es war einmal eine Frau, die vergaß völlig, dass sie ja diesen Monat Gastgeberin für die Off-Topic-Runde ist. Als sie drauf aufmerksam gemacht wurde, war es schon zu spät, selbst ein verschobener Veröffentlichungstermin würde die Teilnehmerinnen ganz schön unter Zeitdruck setzen.
Diese Frau war ich. Und deshalb lud ich die Damen zu einer Runde über genau dieses Thema ein: Zeitdruck. Wie gehen sie damit um, wenn die Zeit eng wird? Oder haben sie gar geheime Tipps, wei man gar nicht erst unter Zeitdruck gerät? Dieses mal in meinem Wohnzimmer: Kathrin, snowqueen und Lena!

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Kathrin (Oekohippierabenmutter)

Wenn morgens der erste kleine Hosenkacker auf meinem Kopf herum krabbelt, schlage ich so langsam die Augen auf. Ich bin immer totmüde, ich stille nachts noch und bin dementsprechend unausgeschlafen. Ich öffne also die Augen und schaue auf die Uhr: 6.30 Uhr. Shit! Sooo späääät?
Wir verbringen den Vormittag draußen, egal bei welchem Wetter. Ohne frische Luft kommen die Jungs mittags nicht zur Ruhe. Ich sehe auf die Uhr. 11.45 Uhr. Verdammt! Soooo späääät?
Ich muss kochen. Es ist 17.00 Uhr. Shit. Zu spät.
Ich wollte doch noch – kacke. Zu spät. Und da war doch noch – egal. Jetzt ist es zu spät.
Mein ganzes Leben ist ein einziger Zeitdruck, zumindest fühlt es sich so an. Woher kommt das? Die Zeit ist das einzige, was nie anhält, die nie mehr wird und die wir einfach nicht beeinflussen können, egal wie wir sie verbringen. Wenn ich also unter Zeitdruck Hetze und Hektik verbreite, dann läuft sie ganz genau so schnell ab, wie wenn ich die Dinge, die ich tun muss, langsam tue. Ich stehe immer zeitlich unter Druck. Also wie gehe ich damit um?
Tja. Gar nicht. Uhren trage ich nicht. In meiner Wohnung gibt es keine. Die an meinem Handy reicht und stresst mich genug. Dinge bleiben liegen, stressen mich trotzdem. An der Zeit kann ich nicht drehen, das habe ich verstanden. Aber beherrschen muss sie mich ja nun auch nicht.
Also stehe ich um 6.30 Uhr auf, trinke meine zwei Kaffee und daddel zu lang am Handy rum. Dusche zu lang. Frühstücke zu lang mit meinen Jungs. Komme immer – wirklich immer – zu spät zu allen möglichen Terminen. Soll ich euch was sagen? Das war schon immer so. Auch vor den Kindern.
Die Zeit rennt eben immer ganz genau gleich schnell ab, egal wie schnell oder langsam wir sie verbringen. Sag ich ja ;-)

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snowqueen (Das gewünschteste Wunschkind)

Bei drei Kindern, von denen zwei in die Kita und eins in die Schule muss, sowie einer Mutter, die natürlich auch noch bei der Arbeit ankommen sollte, kommt es öfter als mir lieb ist zu Zeitdruck. Da müssen morgens schnell noch das Lieblings-Kuscheltier eingepackt, in das neue Feenbuch geguckt  und natürlich kurz vorm Gehen nochmal die Kacka-Windel gewechselt werden, während ich eigentlich schon in voller Montur angezogen bereit stehe und losgehen will… Mein Rezept gegen das Zu-Spät-Kommen ist da recht einfach: Ich zwinge mich, alles extra langsam zu machen, wenn ich merke, die Zeit wird knapp.

Denn wenn ich schnell, schnell alles fertig bekommen möchte, vergesse ich garantiert die Hälfte, oder mein Schnürsenkel reißt plötzlich oder ich verschmiere vor lauter Hektik das AA an Stellen, an die sie nicht hingehören. Also nehme ich den Druck raus und arbeite bewusst langsam. Ich denke nicht an die Uhr, sondern mache das, was zu tun ist, sorgfältig und mit Ruhe. Dann unterlaufen mir keine Fehler und ich komme im Endeffekt schneller los, als bei einem hektischen Aufbruch. Zu spät gekommen sind wir so tatsächlich noch nie!

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Lena (Schmetterlingsfamilie)
Zeitdruck, ein Problem, dem wohl jeder im Laufe des Lebens hin und wieder begegnet. Manche häufiger und andere weniger, doch grundsätzlich ist es allgemein bekannt.
Meine Familie gehört (wie unser ganzes Dorf übrigens) nicht gerade zur pünktlichen Sorte und es kommt auch mal vor, dass erst zu Beginn des Termins das Haus verlassen wird. Da ich aktuell keinen Führerschein besitze und mit 2 besonderen Kindern somit auf die Fahrdienste meiner Verwandten angewiesen bin, gerate ich häufig in „wir haben keine Zeit mehr verdammt“ Situationen.
Ich nenne zwar in vielen Fällen eine frühere Uhrzeit, doch auch bei mir kommt hin und wieder etwas dazwischen, wodurch es dann mehr als knapp wird. Sei es nun, dass der Elf sich von oben bis unten vollgespuckt hat, der mobile Sauerstofftank sich nicht befüllen lässt, oder Bambina genau dieses eine paar Schuhe anziehen möchte, das gerade nicht auffindbar ist.
Sitzen wir dann endlich im Auto, geht der Blick automatisch zur Uhr und ich gerate innerlich unter großen Zeitdruck. 20 Minuten für 20 Kilometer +Umleitung? Schaffen wir niemals… wie begründe ich es dieses mal? Kann das Auto nicht einfach fliegen? Wieso fährt sie bitte nur 80 auf der Landstraße und wie lange tuckern wir wohl noch dem langsamen Traktor hinterher?

Nach außen bleibe ich vollkommen ruhig, denn all das ändert nun mal nichts an der Situation und lässt uns auch nicht pünktlicher ans Ziel kommen.
Es ist wie mit diesem Text hier; fertig sollte er schon vor Tagen sein und dann kam ich wieder und wieder nicht dazu. Also hoffe ich zum Thema passend einfach nur darauf, noch nicht zu spät dran zu sein ;-)

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 Frau Rabe (das bin ich!)

Für mich gibt es zwei Arten von Zeitdruck. Einmal den unmittelbaren, spontanen, leider beinahe täglich entstehenden: man will aus der Tür, die Kinder zum Kindergarten bringen, da weigert sich erst Pippi, Schuhe anzuziehen, dann diskutiert man mit Michel die Wahl des Matschanzugs, Pippi schreit, weil sie keine Schuhe anlutschen darf, um neun hab ich ein Meeting, es ist viertel nach acht, shitshitshit, das wird alles eng und dann kackt Pippi. Für diese Situationen hab ich keinen Tipp für Sie. Außer vielleicht, dass Kinder immer langsamer werden, je mehr man sie antreibt, wenn man den Tränen nahe ist, sind sie quasi bei der Ultrazeitlupe. Aber wie gesagt: kein Tipp, in solchen Situationen bin ich ein nervöses Huhn mit ultrakurzen Nerven. Und es ist Mist, aber ändern kann ichs auch nicht so mal eben. 

Die andere Situation ist sich langfristig aufbauender Zeitdruck. Ich neige nämlich zur Prokrastination. Das heißt, wenn ich in drei Monaten irgendwas abgeben muss, sagen wir mal, ein Abstract, mache ich kurz was dafür und dann lange nix. Also lange so wie 2 Monate lang. Dann ist nur noch ein knapper Monat übrig, aber erst muss noch dies und das und aufräumen müsste man ja auch mal und was ist das hier denn für ein Dings…? Oha, noch eine Woche. Schluck. Das ist dann allerdings der Moment, in dem ich zur Höchstform auflaufe. Der Abstract kriegt Priorität 1, konzentriert arbeite ich daran und sonst an gar nichts, wie so ein Pferd mit Scheuklappen isoliere ich mich komplett und werde immer noch rechtzeitig, wenn auch niemals lange im Vorraus fertig. Ich empfehle diese Vorgehensweise ausdrücklich nicht weiter. Das ist nicht für jeden was. Wenn man zum Beispiel eher der Typ „verschrecktes Kaninchen“ ist, der bei bedrohlich nahen Deadlines keinen klaren Gedanken mehr fassen kann (ich wohne mit so einem zusammen), dann lassen sie das Prokrastinieren besser. Wenn Sie aber wissen, dass Sie’s noch schaffen können und Sie der Druck noch anspornt, dann putzen Sie ruhig mal die Schränke von innen. Das muss ja auch hin und wieder gemacht werden ;) Und sauberer als kurz vor Abgabe von wichtigen Dingen ist es bei mir nie.

Tag 447 – Ein paar Updates. 

Heiiiiia Zeitumstellung. Ich liebe sie ja. Also, diese. Die im Frühjahr hasse ich gar sehr. Insgesamt bin ich für Abschaffung. Aber Menschen, die Eulen sind und Eulenkinder haben, kennen das vermutlich: wie absolut toll es ist wenn um halb acht alle Kinder schlafen ohne dass man sie zum Ins-Bett-gehen mühevoll überreden musste. Und wie schön es erst sein wird, selbst um zehn müde und schlafbereit im Bett zu liegen! 

Die Austernpilze. Sie haben schon einen festen Klotz aus dem Kaffeeprütt gemacht. Oben drauf wächst auch was, das aussieht, wie weißer Schimmel, aber das ist möglicherweise ja normal und gar kein Schimmel oder vielleicht ist es auch Schimmel aber gar nicht schlimm, ich lass das jedenfalls erstmal so. 

Michels Fingerabdrücke. Am Freitag Abend als ich mich für die Disputationsfeier fertig machte, fiel mir ein, dass ich die Platten im Brutschrank vergessen hatte. Ich düste also voll aufgebrezelt mit dem Auto zur Arbeit (gut, denn sonst wäre möglicherweise keinem aufgefallen, dass Michel hinten die Innenbeleuchtung angemacht hat und wir hätten schon wieder eine neue Batterie kaufen müssen), holte die Platten, fuhr nach Hause, stellte das Auto mitsamt Platten drin ab, sprintete zum Bus, fuhr zur Disputationsfeier und war nur 10 Minuten zu spät da. Puh. 


Nicht ganz so spektakulär wie erhofft, aber doch witzig, vor allem dass auch auf der Platte nach dem Händewaschen noch was gewachsen ist: „vermindert effektiv 95% aller Bakterien“ sind eben nicht 100, ne? Michel war jedenfalls beeindruckt. Vor allem von den Pupsbakterien aus dem Mund. 

Überhaupt, die Disputationsfeier. Schön war’s. Überraschend für Menschen wie mich: Familien, die geschlossen auftreten und von denen sich keiner irgendwie peinlich verhält. Es wurden Reden gehalten, von Familienmitgliedern, und die waren alle berührend und schön und unpeinlich und ehrlich witzig. Ich glaube nicht, dass ich möchte, dass jemand aus meiner Familie bei meiner Disputationsfeier ne Rede hält. Ich möchte nichtmal, dass wer kommt. (Ich möchte eigentlich, dass gar keiner kommt, ich werde so unglaublich nervös sein, dass ich nicht möchte, dass sich da irgendwer dran erinnert, wie ich rumstottere mit feuerroter Glomse und Piepsstimme… Dazu passend schlug mir mein Chef auf der Feier diverse Konferenzen im nächsten Jahr vor, auf denen ich präsentieren könnte. Ich möchte mich irgendwo eingraben.) Nunja. Also Familie: alles schön. Wir als Arbeitsgruppe haben auch gesungen (wie immer, es bekommt ja in unserer Gruppe jeder einen Song zum Titel) und dann irgendwann gab es sehr viel Kuchen und danach wurde getanzt. Mein Kollege Mister I trust You tanzt unheimlich gerne und auch gut und so legten wir eine halbwegs flotte Sohle aufs Parkett. Nicht so flott wie mein Bioinformatikkollege, dessen Tanzpartnerinslashfreundin später noch kam und die sehr fein Lindy Hop tanzten. Und ich weiß jetzt, warum Mister I trust you so muskelbepackt ist: der hat zwanzig Jahre lang, bis vor zehn Jahren, geturnt. Der kann auch noch Spagat. Unaufgewärmt und in Anzughose. Naja. Ich kann nach vier bis sieben Glas Wein auch Spagat. In High Heels und im Stehen. (Und nein, keine Schmerzen später. Womit bestätigt wäre, dass die letzten Zentimeter bei mir nur Hemmung sind, keine echte Inflexibilität.) Also es war sehr lustig. 

Der Impfstoff für Pippi ist nicht rechtzeitig geliefert worden. Den Termin morgen früh muss ich also absagen. Das macht mich sehr nervös. 

Die Grabmücken sind immer noch da. Wie gesagt, die wird man nicht mehr los. Jedenfalls nicht, wenn man ein Terrarium mit immer feuchter Erde in der Bude hat, das man auch nicht mit Gift behandeln kann. 

Hab ich noch lose Fäden vergessen? Fragen Sie ruhig, wenn Sie was interessiert!

(Was ich ja hasse: dieses „Und, wie ist das bei euch? Habt ihr auch manchmal Probleme mit *hier irgendein Kinder-Dings einfügen*?“ am Ende von jedem Artikel von manchen Elternblogs. Ist ein Aufruf zur Interaktion, bewirkt mehr Interaktion und dadurch auch mehr Reichweite und so, aber ich finds furchtbar. Aber hier jetzt mal der ernst gemeinte Aufruf: fragen Sie mich Sachen!)

Tag 446 – Michel spielt. 

„Mamaaaa? Du bist der Braunbär und ich die Giraffe!“. Ich kann kaum noch meine Augen aufhalten, so müde bin ich. Beim Vorlesen eben bin ich mitten im Satz eingeschlafen. Das heißt, nicht mitten im Satz. Ich sagte einen total falschen. Auf die Frage „Warum sind die Autos so platt?“ (Weil es ein Schrottplatz ist) kam aus meinem Mund ein schläfrig gelalltes „Es ist ein LKW-Unfall.“. Hallo Unterbewusstsein. Jedenfalls kriege ich in dem Zustand einen Duplo-Bären in die Hand gedrückt. Und gleich wieder weggenommen: „Hallo Bär, wir müssen so Westen anziehen. Und Stiefel. Und einen Helm. Wir bauen jetzt ein Haus.“ Michel zieht dem Bäten und der Giraffe imaginäre Bauarbeiterausrüstung an. Meine Augen rollen schon wieder lustig rum beim Versuch, nicht einzuschlafen. Aber brav setze ich, also der Bär, Klötze auf die Duploplatte. Dann holt Michel ein Flugzeug. Der Bär und die Giraffe fliegen in ein fremdes Land und finden einen Apfelbaum. „Die Äpfel sind aber nur Nachtisch. Giraffe isst eigentlich Blätter und der Bär Fisch. Und auch Blätter vielleicht.“ Jetzt fängt Michel an, zu Brummen. „Was ist das?“ fragt er in Giraffenstimme den Bären. Der Bär sagt „Mmm, mal überlegen, vielleicht ein Eisbär?“. Michel wühlt in der Duplokiste und zieht einen Eisbären raus. „Ich bin der gruselige Eisbär, roooaaar!“ „Oh nein, Bär, komm, wir müssen das Haus schneller bauen, dann können wir uns verstecken!“. Michel und ich, also Giraffe und Bär bauen ganz schnell. Michel findet einen zweiten Eisbären. „Mama, das ist der beste Freund vom Bären. Der hat einen Kran.“ Sprachs und baute einen Kran. „Der kann so laufen, der ist nämlich ein Roboter.“ Der Kran kommt angewackelt und wir bauen am Haus, ständig begleitet vom bedrohlichen Grummeln des gruseligen Eisbärs. Irgendwann ist es fertig, wir setzen gerade das Dach drauf, als „ROOOOAAR!!!“ der gruselige Eisbär angreift. „Hä? Wo sind die denn hin? Hallo? Bär? Giraffe? Wo seid ihr?“ Der gruselige Eisbär sucht uns. Aber wir sind versteckt, uns findet keiner. Da zieht der gruselige Eisbär beleidigt ab, fällt vom Sofa und ertrinkt im Meer. 

Und ich bin jetzt wach. 

Tag 444 – Schnaps! (Das mache ich jetzt alle 111 Tage!)

Erstmal die vorläufigen Versuchsergebnisse. Ich brüte nochmal über Nacht um den Effekt zu maximieren, und dann versuche ich ein besseres Foto zu machen. 


Bildunterschriften gehen nicht. Hmm. Also: das weiße da ist ein schöner, pelziger Bakterienblob. Exakt in der Größe von Michels Daumen. 


Nach dem Waschen: wie Sie sehen, sehen Sie nichts. (Das was Sie vielleicht zu sehen meinen, sind Luftblasen.)


Hallo Pupsbakterien. 

Ansonsten nicht viel Neues. Ich war heute das erste Mal nach vier Wochen (wegen weiß nicht mehr, Portugal, Deutschland, Pippi krank) wieder beim Ballett und habe mich ordentlich doof angestellt irgendwie. Worüber ich mich besonders ärgerte: die Show-Choreografie ist auf ein Swing-Stück, das klingt ganz toll und sieht auch aus, als würde es Spaß machen, aber die sind schon bestimmt 3 Minuten weit gekommen, keine Chance, dass ich das mal eben ohne nochmal durchgehen lerne. Also ging ich 20 Minuten vor Schluss leicht angefressen nach Hause. Und habe seitdem einen Ohrwurm von meinem Lieblings-Quick-Step. Obwohl ich den sicher 10 Jahre nicht gehört hab. Vielleicht sollte ich nächstes Semester mal Solocharleston ausprobieren.

Cytotoxicity assays sind doof. Vor allem, wenn sie einfach mal so gar nicht funktionieren. 

Manche wissenschaftlichen Artikel sind auch voll doof. Manche Leute können nämlich einfach nicht schreiben. Wenn ich auf der ersten Seite dreimal fast Einnicke, stimmt was nicht. Oder ich bin sehr müde. 

Ich bin so müde. Pippi kriegt Backenzahn Nummer drei und wenn ich mir den geschwollenen Gnubbel da so ansehe, tut es mir für sie mit weh. Resultat ist halt leider, dass hier viele Menschen wenig Schlaf bekommen. Und wie ich das so erzähle, sagt meine Kollegin, deren Kind eine Woche älter ist, als Pippi, dass ihr Sohn jetzt die letzten Zähne bekommt und voll schräg drauf ist. Und ich kann nicht anders, als sie zu beneiden: danach ist es bei ihr wenigstens vorbei. Wir hingegen haben noch 13 vor uns. Meh. 

Morgen ist Disputationsfeier. Also zuerst muss natürlich Disputiert werden. Deshalb denke ich wohl auch schon den ganzen Tag, dass heute Freitag sei: Disputationen dauern hier ja fast den ganzen Tag, deshalb hab ich mir für morgen nichts „richtiges“ zum Arbeiten vorgenommen. Und weil der Typ, der da disputiert unverschämt gut aussieht derjenige ist, von dem ich das RNA-Projekt übernommen habe, ist meine Teilnahme schon auch ratsam für mich selbst. Und abends eben Feier. Feier. Mit meiner Arbeitsgruppe. Oha. 

Jetzt aber swingend ab ins Bett.