Tag 197 – Betreff: Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby“

Guten Tag,

Zunächst einmal möchte Ich sagen, dass ich im Großen und Ganzen mit Ihrem Produkt „Baby2015“ zufrieden bin und es in unserem Haushalt nicht mehr missen möchte. Es handelt sich dementsprechend bei diesem Schreiben mitnichten um eine Reklamation. Trotzdem möchte ich einige Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby2015“ anbringen, von denen die zukünftigen Erwerber des Nachfolgeproduktes „Baby2016“ möglicherweise profitieren können.

Die Lieferung des Produktes „Baby2015“ verlief weitgehend reibungslos und termingerecht, allerdings war das Produkt leicht verunreinigt und verknittert. Dies würde ich dem Lagerungsbehältnis zuschreiben, in dem es recht eng verpackt war. Überdies reagierte „Baby2015“ auf das Auspacken mit einem lauten und anhaltenden Signalton der sich erst nach mehreren Minuten von selbst abschaltete. Dem Betriebshandbuch konnten wir entnehmen, dass dies normal sei, außerdem erinnerten wir uns, dass auch das Produkt „Baby2012“ schon so auf das Auspacken reagiert hatte. Das Betriebshandbuch schlägt außerdem eine Reihe von Maßnahmen vor, die bei Auftreten weiterer Signaltöne vorzunehmen sind und die diese abstellen sollen. Dazu gehören: Wechsel des Abfallreservoirs, Nachfüllen von Milch oder später anderer geeigneter Nahrung, Nachfüllen von emotionaler Energie durch körperliche Nähe und Entertainment. Ich muss sagen, dass das Produkt „Baby2015“ doch recht schlecht auf die meisten dieser Maßnahmen ansprach und, vor allem in den ersten Monaten nach Lieferung, weiterhin vermehrt Signaltöne von sich gab. Besonders das Wechseln des Abfallreservoirs erwies sich als unerwartet tückisch, da „Baby2015“ im direkten Vergleich zu „Baby2012“ sehr viel mehr auf die Abfallreservoirs an sich reagierte und eine Oberflächenreaktion (Rost?) auftrat. Erst nach Testen der meisten auf dem Markt erhältlichen Abfallreservoirs sowie unter Zuhilfenahme diverser Reinigungs-, Schmier- und Pflegemittel fanden wir einen Weg, diese Oberflächenreaktion zu umgehen. Jedoch, und das möchte ich besonders betonen, änderte dies nichts an den vom Produkt abgegebenen Signaltönen. Lediglich körperliche Nähe, besonders in Kombination mit Herumtragen (hier hat sich das Zubehör „Babytrage“ als sehr nützlich erwiesen) sind verhältnismäßig sichere Schallregulierungsmaßnahmen.

Das Ausstoßen der Signaltöne ist, meiner Meinung nach, der größte Mangel am Produkt „Baby2015“. Es wundert mich ehrlich gesagt auch, dass dieser Mangel seit vielen Generationen der „Baby“-Reihe bekannt ist und trotzdem nicht behoben wurde. Ein einfacher Lautstärkeregler, wie er an jedem iPod zu finden ist, könnte hier für erhebliche Entlastung sorgen. Ebenso wie ein Schalter zum Wechsel des Betriebsmodus oder eine einfache Power-Taste, um den Schlafmodus einzustellen. Es ist mir unvorstellbar, dass diese Beschwerden das erste Mal durch mich an Sie herangetragen werden. Auch von anderen Produkten der Reihe „Baby2015“ weiß ich, dass diese sich gerne in einem Modus aufhängen und dieser teilweise über Stunden nicht gewechselt werden kann. Das mag ja noch angenehm sein, wenn das „Baby2015“ im Modus „Friedliches Spielen mit den eigenen Füßen“ hängt. Wenn allerdings, so wie heute, das Produkt im Modus „Brüllen, Kreischen und ins Gesicht kneifen“ mehrere Stunden festhängt, ist das für den Besitzer doch sehr anstrengend. Lediglich ein Reset des Systems durch Herbeiführen des Schlafmodus konnte „Baby2015“ wieder in einen anderen Modus versetzen. Das wäre alles nicht erwähnenswert, wäre wenigstens das Verfahren zum Reset immer gleich. Dies ist jedoch nicht der Fall und mitunter bedarf es zahlreicher Versuche, bis der Schlafmodus erfolgreich aufgerufen werden kann. Dies ist ärgerlich, besonders wenn „Baby2015“ wieder mal mitten in der Nacht plötzlich aus dem Schlafmodus in einen anderen Modus wechselt und nicht wieder zum Schlafmodus zurückkehrt. Ich denke, dass Sie mit einer entsprechenden Skip-mode-Funktion an „Baby2016“ sehr großen Erfolg bei Ihrer Kundschaft haben würden!

Abschließend möchte ich lobend erwähnen, dass bei „Baby2015“ das Freischalten neuer Features wie „Krabbeln“, „Rollen“ und „Alles Ansabbern“ wesentlich schneller erfolgt, als dies bei „Baby2012“ noch der Fall war. Dies scheint zwar mitunter zu vermehrtem Ausstoßen von Signaltönen zu führen und ist möglicherweise auch nur ein Merkmal unseres Batches, aber es erleichtert doch vieles, wenn das Feature „Selbst Fortbewegen“ endlich freigeschaltet wurde.

Hoffentlich konnte ich Ihnen durch dieses Schreiben einige Anregungen zur Verbesserung der „Baby“-Reihe liefern. Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und die Produkte „Baby2012“ und „Baby2015“, die unser Leben trotz der offenkundigen Mängel doch sehr bereichert haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen –

Ihre Frau Rabe

Tag 196 – Schon wieder fast alle krank

In der Nacht auf Samstag fing Michel an zu husten. Rasselnd und schleimig und fast so wie bei der Lungenentzündung, aber ohne Fieber. Leider hat ers ja nicht so mit dem Hand-vor-den-Mund-halten,  außerdem gibt er Pippi gerne Küsschen (oder leckt ihr auch mal beim Hund spielen quer durchs Gesicht…) deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis Pippi es haben würde. Die Nacht auf Montag war es dann soweit. Mehr Rotznase als Husten bei ihr, was aber bei einem Stillbaby ja auch nicht so mega spaßig ist.

 Es ist schon fies, wenn man mitbekommt, wie sie fünfmal an- und abdockt, bis sie sich entscheidet, dass das Minibisschen vom einen Nasenloch zum Atmen reichen muss oder dass sie es eben doch sein lässt und hungrig weiterschläft. Oder eben nicht weiterschläft, das ist noch fieser. Und seit heute habe ich es eben auch. Bei mir sind es hauptsächlich Hals- und Gliederschmerzen. Es ist doch zum Heulen. 

Dass ich dazu quasi als erstes nach dem Flugmodus-Abstellen heute morgen eine SMS der Unibibliothek hatte, in der ich aufgefordert wurde, das Statistikkursbuch zurückzugeben, machte es nicht besser. Natürlich habe ich das Buch schon lange zurückgegeben, direkt nach der Klausur sogar, aber trotzdem musste ich eben heute da hin gurken (im dichten, feuchten, waagerecht mit eiskaltem Wind in mein Gesicht gepusteten Schnee) und das klären. Es war gar kein Problem, das Buch wurde einfach als zurückgegeben nachregistriert, das machte mich froh und ich wollte das mit einem Kaffee feiern, aber dann hatte Möglichkeit 1 Inventur und ein Schild „Wir öffnen um 14:00 Uhr“ an der Tür, vor Möglichkeit 2 waren irgendwelche Gehweg-Bauarbeiten und deshalb kam ich mit Kinderwagen da nicht rein und bei Möglichkeit 3 war die Kinderwagen- und Rollstuhlrampe zugeparkt. Da hatte ich dann statt Kaffee in der Tasse den Kaffee schon um viertel nach zehn auf und ich fuhr missmutig nach Hause. Den Rest des Tages habe ich dann mit der kranken und deswegen sehr anhänglichen und missgestimmten Pippi verbracht und meiner eigenen Erkältung beim sich ausbrüten zugeguckt. Ein toller Tag. Nicht. 

(Übrigens hat Michel am Sonntag beim Frühstück gesagt „Noch ssueimal schlafen, dann Pippi Ssähne wachsen!“. Er hat aber nicht recht behalten. Ich bin ganz froh drum, Zahnen obendrauf müsste grade nicht unbedingt sein.) 

Tag 195 – Vorfreude 2.0

Mein Tag war irgendwas zwischen ereignislos und von Rotznasen und Husten geprägt, nichts jedenfalls, was Sie interessieren würde. Sport und Ballett war auch, aber auch unspannend. Also wozu der Titel?

Jaaaaa, am Donnerstag startet die Ökohippierabenmutter ihr Bloggerinnenprojekt #OffTopic und ich bin auch mit dabei! Außer mir und ihr sind da noch 7 weitere tolle Frauen (Ich werd das jetzt hier nicht alles nochmal aufschreiben, klicken Sie einfach da oben und lesen Sie!), das Ganze wird ein virtueller Kaffeeklatsch einmal im Monat und wir werden über alles reden, außer Kinder. Hurra! Das wird super! 

Und ich bin auch gar nicht *hust* eingeschüchtert *hust, hust* von den anderen Damen da, bzw. der Größe von deren Blogs. Neineinein. (450.000 Zugriffe im Monat. Das ist… verrückt. Und berechtigt. Und verrückt.)

Tag 194 – Wochenende in Bildern 20./21.02. ’16

Hurra! Wir haben dran gedacht, ein Wochenende in Bildern zu machen. Also hier jetzt einige Impressionen von unserem Wochenende.

Los geht es Samstag viel zu früh und mit wirklich, wirklich schlechter Laune meinerseits (Zitat Michel: „Nich so Türen schnell ssumachen, Mama, kaputtgeht sonst!“), weil Michel um halb Sieben wach ist. Um. Halb. Sieben. Das Kind, das man unter der Woche kaum vor acht aus dem Bett bekommt. Meine Kotzlaune hält bis das Frühstück fertig ist und Michel ankommt und wir uns beieinander entschuldigen und Michel den obigen Kommentar zum Türen knallen ablässt, da muss ich lachen.

Nach dem Frühstück wird gebaut. Michel stellt die Szene aus der Maus-Klassiker-Folge nach, in der ein Auto (mit Milchleim) an einem Kran aufgehängt wird. Ich bin sehr stolz, dass er das so nachbaut, Michel ist enttäuscht, weil der Kran das Auto nicht halten kann. irgendwas ist ja immer…

Anders als in der Maus wird das Auto auch noch von einer Ente gefahren.

Die Familie geht duschen, Pippi diesmal mit Herrn Rabe, aber mit genauso viel Genuss. Ich habe die Freude, zwei Kinder einzuölen und zu -cremen, das mache ich wirklich gerne, sofern mir keine Cremehände auf die Brille gedrückt werden. Zwischendurch fällt mir auf, dass ich auf dem linken Auge total schlecht sehe, ungefähr so, als wäre ich schlagartig 2 Dioptrien kurzsichtiger geworden. Das wird mich den Tag über im Hinterkopf beschäftigen, der klitzekleine Hypochonder in mir denkt an Hirntumor und schreibt schon mal sein Testament.
Ich möchte zum Nähladen ans andere Ende der Stadt fahren, um einen Reißverschluss für Pippis Schlafsack zu kaufen. Ich will ihr einen Schlafsack mit Ärmeln nähen, damit ihr schön warm ist und sie vielleicht nicht mehr ganz nah an mich drangekuschelt schlafen muss.Herr Rabe schlägt vor, doch lieber in die Stadt zu gehen, da gibt es sicher auch Reißverschlüsse (Spoiler: nein.) und da können wir auch einen Kaffee trinken.

Der kleine Hai guckt, ob wir vielleicht was essbares unterm Teppich versteckt haben.

Kleiner Ausflug in die Stadt. Sehr spannend: hier wird der Kanal tiefer gemacht und das Buddelfloß wird gerade versetzt. Michel ist hin und weg.

Drei Läden später sind wir sicher: in dieser Stadt gibt es keine Reißverschlüsse. Leider ist es da auch schon recht spät, sodass der Kaffee zum Mitnehmen ausfällt und wir einfach schnell mit dem Bus nach Hause fahren, das Auto holen, ans andere Ende der Stadt fahren und einen Reißverschluss kaufen. Michel schläft im Auto ein, Pippi brüllt im Auto alles zusammen. Es ist wunderbar. Nicht.

Wieder zu Hause: Ich nähe den Schlafsack (Foto von Sonntag) und die Familie guckt Cars2. Der Drecks-Fleecestoff fusselt so dermaßen, dass wir danach saugen müssen, ich komplett befusselt bin und der Schlafsack erstmal in die Wäsche wandert.

Michel hilft beim Kochen.

Abendessen ist fertig. Für Pippi gibt es Möhren und Reste. Die Paprika liebt sie zwar, kriegt sie aber (obwohl die Haut abgezogen ist) nicht gut klein. Der Brokkoli ist etwas zu weich geworden und wird hauptsächlich verteilt und zermanscht. Blumenkohl mag sie nicht, der wird ausgespuckt. Nudeln sind ihr scheinbar grade über. Möhre ist der King.

Beim Essen fällt mir außerdem auf: mein Auge geht wieder. Komische Sache. Aber gut, dass es weg ist.

Glasnudelsuppe für uns. Michel isst nackte Glasnudeln aus dem Glas. Wie auch sonst.

Nach dem Essen stecken wir Michel ins Bett. Herr Rabe überredet ihn dazu, eine Pull-Up-Windel zu tragen: niemand von uns hat mehr Lust auf vollgepullerte Betten. Die Pull-Up bleibt die Nacht über trocken.

Herr Rabe, Pippi und ich gucken noch „Die Pinguine aus Madagaskar“, essen Chips, ich schlafe irgendwann unter Pippi ein und taumele ins Bett, nachdem Herr Rabe mich weckt.

Sleeping Beauties.

Sonntag morgen: ich werde um neun (Hurra!) davon wach, dass Pippi herumwühlt. Herr Rabe steht mit ihr auf und ich und Michel schlafen weiter (Hurra!!!) . Irgendwann ist auch Michel wach, ich auch, aber ich döse noch herum und höre der Familie beim Frühstück machen zu.

„Helfen Schale abmachen, Mama!“ Sonntags gibt es bei uns Ei. Pippi mag kein Ei.

<3

Raubtierfütterung. Auch der Bär kriegt was zu essen. Später darf er noch bei Michel auf dem Schoß sitzen, „weil Stuhl ssu eng is, Bär traurig wir“ und Salat essen.

Danach wird Sendung mit der Maus geguckt, wie immer.

Wer braucht schon Babyspielzeug? Pippi spielt am liebsten mit Duplo, Autos, Bauklötzen und Michels Werkzeugkasten.

Das Wetter ist so schön, dass wir einen Ausflug machen wollen. Wir gehen zu einem Café in der Innenstadt, die ein Event geplant haben. Ein Weg dauert ca. 40 Minuten, zählt also als an der frischen Luft gewesen.

Das mag ich an Norwegen: Pippi schläft auf dem Bürgersteig, wir sitzen drin. Als sie aufwacht, holen wir sie rein.

Und während Pippi schläft, gibt es vegane Cupcakes für uns. Sehr lecker. Der Kaffee ist leider furchtbar sauer und wir holen uns lieber auf dem Rückweg nochmal einen zum Mitnehmen.

Rückweg: Das Wetter ist nicht mehr ganz so schön. Das links ist übrigens „Solsiden“, die „Sonnenseite“. Ha. Haha. Michel guckt trotzdem gerne in den Kanal. (Bei Sonne und warm ist es hier wirklich schön. Leider passiert das eben nur drei mal im Jahr…)

Wieder zu Hause: Der Haushalt ruft. Laut.

Michel beschließt, dass er seine Puppe baden muss. Der Puppe wird schnell eine Badewanne besorgt, dann geht es los.

Ich mache mich dann mal an die Abarbeitung des Vorteig-Stapels. Brot und Brötchen wollen gebacken werden.

Wir geraten etwas in Stress, denn auf dem Essenplan steht eigentlich Gulasch. „800 g Lammgulasch aus der Keule“: Kein Problem, wir tauen eine Lammkeule auf (haben wir gestern schon gemacht) und Entbeinen selbst. Hahaha. Zu zweit säbeln wir 45 Minuten. Dann ist es viel zu spät, noch Gulasch zu kochen, also disponieren wir um, ich mache in Windeseile einen Topf Käsespätzle, Herr Rabe mariniert das Fleisch und parkt es im Kühlschrank. Unsere vorbildlichen Kinder sind vorbildlich und beschäftigen sich vorbildlich mit sich selbst, weil wir in der Küche rotieren wie die Wilden. Als das Essen fertig ist, sind alle sehr froh.

Käsespätzle und Zwiebeln. Seelenessen. Pippi will nur die Möhren. Soll mir recht sein, mehr für mich :)

Tausendundein (naja) weitere Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen wachsen.

Tag 192 – Adieu, rosa Fitnessstudio

Die Tage des Muttisports sind gezählt (für mich). Aus mehreren Gründen. Erstens bin ich quasi austrainiert (Muhahaha), nein, im Ernst jetzt, ich habe schon länger nicht den Eindruck, als hätte das Training irgendeinen Trainingseffekt, weder komme ich großartig aus der Puste noch werden meine Muskeln müde. Heute wurde ich dann auch noch einer Partnerin zugeteilt, die ich da auch schon oft gesehen habe, also auch keine „Neue“, die hätte ich wahrscheinlich einfach umpusten können oder einhändig wegtragen. Und nach den Übungen war die komplett fertig und ich eben mal so gar nicht. 

Zweitens war da heute eine neue Trainerin, ich nehme mal an, die hat selbst keine Kinder, jedenfalls hatte die für 20 Babies ganze fünf Matten ausgelegt, da sollten alle Babies friedlich liegen. Die Babies, allen voran Pippi, hielten sich natürlich nicht daran, Pippi mähte die kleineren und/oder immobileren Babies einfach um und grabschte einem vielleicht 8 Wochen alten Säugling unsanft ins Gesicht, weil der unter einem Spieltrapez liegen durfte.  Um solche Übergriffigkeiten zu verhindern, setzte ich sie deshalb ins Laufgitter, das fand sie aber ziemlich blöd und ich auch, sie sah darin ein bisschen aus wie ein Löwe im Käfig und deshalb nahm ich sie auch da nach ein paar Minuten wieder raus und setzte sie einfach vor mir auf den Boden. Da krabbelte sie dann herum und ich hatte gut zu tun, sie davon abzuhalten, Fitnessequipment anzulutschen. Ich bin ja echt entspannt, was vieles angeht, aber  diese Therabänder und Gymnastikmatten und so, die werden selten saubergemacht und da springen täglich Menschen mit ihren nackten Füßen drauf rum. Bah. Genauso die Spielzeugkiste. Ich nehm immer eigenes Spielzeug mit. Ist wahrscheinlich ne Berufskrankheit. So ein klebrig-schweißiges Theraband oder ein ordentlich durchgelutschter Oball ist doch der ideale Nährboden für Keime aller Gruselstufen. Aber da Pippi jetzt ja ziemlich fix unterwegs ist, wird das deshalb zunehmend unentspannt mit dem Sport. 

Und drittens bin ich ja eh im April weg und ab Mai arbeite ich dann wieder. Bleibt noch der März, in der Woche vor Ostern (also der mit Gründonnerstag und Karfreitag) ist Norwegen aber eh geschlossen, also bleibt der halbe März. Und da hab ich noch Geburtstag und Besuch. Vielleicht sollte ich mir schon mal so YouTube-Fitness-Übungen suchen, weil eigentlich isses  schon ganz geil, so rundum trainiert zu sein, man (also ich) hat dann viel weniger Rücken und auch, aber das kann auch drölfzig andere Gründe haben, weniger Migräne. Und für weniger Migräne würde ich fast alles tun. Sogar zu Hause (womöglich noch im Beisein von Herrn Rabe) alberne Fitnessübungen machen. 

Tag 191 – Der Nachfolger von „DEUTSCHLAND!“

Neulich wurde ich gefragt, ob Michel denn noch diesen DEUTSCHLAND!-Tick hat. Hat er nicht. (Hier minutenlangen Seufzer der Erleichterung vorstellen.) Aber natürlich wird es mit Michel nie langweilig, denn allerlei Quatsch erzählen kann er ja ohnehin gut und das sogar zweisprachig. Manchmal erschreckt es mich ein bisschen, wie gut sein Norwegisch geworden ist, vor allem, wenn er im Kindergarten den Erwachsenen in feinstem Dialekt Familieninterna ausplaudert. 

Interessant ist auch immer, wenn er Wörter benutzt, die auf beiden Sprachen gleich sind, aber minimal unterschiedlich ausgesprochen werden, wie zum Beispiel Löwe. Jedes Mal, wenn ich sein „Löö(e)wä“ höre, wird mir bewusst, wie stark mein deutscher Akzent eben doch noch sein muss. Hier ein kleiner Spaß für Freundin A.: „Liiisäää? Kem er det som kjem? Kossen er det? Kofor? Æ like osså sånn. Itj! Slipp mææææ! Hør dokk tæ! Edvin, sjå hæ, æ e hunnj!!!“ 

Auch beim Singen haben wir unseren Spaß, Michel singt sehr gerne und auch viel, kann aber eben oft nur den halben Text und Melodien werden erst langsam erkennbar. Deshalb haben wir öfter mal Probleme, wenn er irgendwas singt, was sich für uns erstmal so anhört: 

„Lille kattepüs, jör düüdüüü? Æ lele mamma mi!“

Tja, und dann geht das googeln los. „Kinderlied norwegisch kattepus“. Aha! Lille kattepus, die ersten beiden Strophen gehen so:

Lille kattepus, hvor har du vært?

Jeg har vært hos mamman min.

Lille kattepus, hva gjorde du der?

Jeg fikk melk fra mamman min. 

Ohhh, voll süß, eine kleine Katze geht zur Mama und kriegt Milch. Ja, und später wird sie verhauen. Pädagogisch total wertvoll. 

Manchmal kann Michel sogar übersetzen. Manchmal klappt das sogar:

Michel: „Mama, de snööööa?“

Ich: „???“

Michel: „Snöööaa! *denkt nach* Schnee kommt!“

 Meistens greift dann aber doch die Sprachverwirrung, obwohl, vielleicht auch nicht, denn: wenn er ein Wort nicht auf der anderen Sprache weiß, oder es ihm grad nicht einfällt, sagt er das gleiche Wort nochmal in einer anderen Stimmlage. Also in etwa so:

*Michel bekommt Geschenk* 

Ich: „Möchtest du Danke sagen?“

Michel: „Dankeschön!“

Ich: „Du musst mit E. Norwegisch sprechen, die versteht das sonst nicht.“

Michel: *mit ganz tiefer Stimme* „Doonkööschöööön!“

Oder auch

Michel: „Papa, deutsch ist „Hallo“, weißt du? Und noreeeisch ist *ganz tiefe Stimme* „Hoolloooo“.“

Unser Sohn, das Sprachgenie. Direkt den Kern der Gemeinsamkeiten UND der Unterschiede zwischen den beiden Sprachen getroffen. 

Ich geh jetzt mal „Løwe“ sagen üben. 

Tag 190 – Frieden und Liebe!

In Mamabloggerhausen tobt ein erbitterter Grabenkampf* zwischen Alt-, Jung-, Neu-, Kleinst-, Groß- und Glossen-Bloggern. Es geht um, ja, um was eigentlich? Darum, dass die Cool Kids die kleinen nie mitspielen lassen, dass aber auch die Kleinen nicht nur Mimimi machen sollen sondern ausm Quark kommen und aber eigentlich Ist das doch nur Clickbaiting und Rumgeheule überall. Heute wurde entdeckt, dass die Rolle der Habt-euch-doch-bitte-alle-lieb-Mutti noch fehlt. Die mach ich jetzt. Also:

Frieden und Liebe!!!

So. Jetzt trinken wir alle einen lauwarmen, laktosefreien, fettarmen, Low-Carb, fair gehandelten Bio-Kakaoblättertee aus Reismilch und dann haben wir uns wieder lieb, nech? Wir wollen ja schließlich alle das Beste für unsere Kinder, äh, Blogs. 

Was ganz anderes: Pippi nervt mich grad kolossal wegen Schub und Schreien und Nichtschlafen und Dauertrinken und ich bin schon ganz leergelutscht aber ist das hier nicht mal total süß?

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Motzmotzmotz. Motz. ❤️

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Und dann nochmal zum Vergleich ein Video von vor ein paar Tagen, so geht es schneller, scheint aber weniger cool zu sein. 

(Ich hoffe, das funktioniert so. Die Technik ist ja manchmal tückisch…)

Trotzdem hoffe ich auf baldige Beendigung des Schubs. Meine Nerven sind nämlich kurz vor Ende und so kleine Meckerkrabbelepisoden und der darauf folgende Aaaaawww-Anfall reichen grade mal bis zum nächsten Mal „Is mir egal, dass du auf dem Klo sitzt, Mama, ich will auf jeden Fall auf den Schoß! Rabäääää!“.

Noch was total anderes: der Urlaub ist gebucht! Vier Wochen Korfu, wooohoooo! Haaaach, das wird gut. Bestimmt. (Zweimal umsteigen je Weg wird nicht so cool, ich Flugzeugschisser. Vielleicht lass ich mir doch von meiner Freundin dieses Reisezeugs mitbringen vorher.)
*nun ja, Scharmützelchen. 

Tag 189 – Duschen

Heute habe ich mit Pippi geduscht. Ich hatte mich auf Theater eingestellt, sie findet Baden ja schon nicht so geil, bzw. erst seit den letzten zwei, drei Malen halbwegs ok. Sowohl Pippi als auch ich hatten aber heute eine Grundreinigung nötig und Pippi alleine Baden traue ich mich nach einer ziemlichen Katastrophe vor einigen Monaten nicht mehr so wirklich. Also dachte ich mir, ich dusche erst mich und hole dann Pippi dazu und Dusche sie fix ab, zackzack bisschen Duschgel drauf und wieder abwaschen, fertig. Pippi dazuholen klappte dann im nassen und flutschigen Zustand nur mäßig gut, aber irgendwann hatte ich ihr doch Michels Auto aus der Hand gefriemelt und die Windel abgezuppelt und wir standen unter der Dusche. Und siehe da: Pippi genoss es sichtlich. Kein Geschrei wegen Wasser im Gesicht oder am Kopf (Michel war da ein Experte drin, vor allem nach dem Babyschwimmen brüllte er beim Duschen die ganze Sauna zusammen, und immer der geschockte Gesichtsausdruck: „Oh! Da ist Wasser in meinem Gesicht! Oh! Ich muss ertrinken! Oh!“), kein Gemecker wegen eingeseift werden. Im Gegenteil: sie kuschelte sich an mich an und schaute tiefenentspannt den Wassertropfen zu, die die Duschwand herabliefen. Manchmal sah sie nach oben, wo denn das Wasser herkam. Als ich sie zum Abduschen etwas mehr unter die Brause hielt, reckte sie sich sogar zum Wasser hin. Doof fand sie nur, als ich irgendwann das Duschen für beendet erklärte. Das hinterher mit Massage verbundene Einölen versöhnte uns dann aber auch gleich wieder. Insgesamt war das ein sehr schönes Erlebnis mit Pippi, das können wir gerne öfter so haben.